Suchergebnisse für ‘youtube’

Ukraine, YouTube, SRF3

1. “Picture power: Pausing the moment”
(bbc.com, Phil Coomes, englisch)
Eine Analyse eines Fotos, das am Rande einer Protestkundgebung in London aufgenommen wurde. Im Vergleich dazu die Videoaufnahme (youtube.com, Video, 1:01 Minuten).

2. “Rückblick auf ein besonderes Jahr für den Kriegs- und Krisenjournalismus”
(heise.de/tp, Malte Daniljuk)
Malte Daniljuk blickt zurück auf den Journalismus rund um die Ereignisse in der Ukraine: “Die massive und konsonante Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt hat – erstens – keineswegs dazu geführt, dass das Publikum die intendierte Lesart verinnerlichte, sondern sie hat das Vertrauen in die traditionellen Massenmedien, auch das Selbstvertrauen innerhalb der Medienapparate, massiv geschädigt. (…) Das Publikum hat es – zweitens – gelernt, eigene Sichtweisen effektiv öffentlich vorzubringen. (…) Die etablierten Medien haben sich – drittens – als unfähig und unwillig erwiesen, oppositionelle Lesarten auch nur ansatzweise zu integrieren, um etwa eine ausgehandelte Position zurückzugewinnen.”

3. “Der Westen als Auslaufmodell”
(nzz.ch, Markus Ackeret)
“Im Westen finden sich immer mehr, die westliche Werte selbst für Heuchelei halten”, warnt Markus Ackeret: “‘RT deutsch’ wird zur glaubwürdigeren Quelle als ein etabliertes Medium, obwohl der Fernsehkanal das ohnehin schwierige Kriterium der ‘Objektivität’ von vornherein nicht erfüllt. Dass es einen Sender wie diesen nur geben kann, wo Meinungsfreiheit, Pluralismus und eine freiheitliche politische Ordnung herrschen, entgeht den Applaudierenden.”

4. “Exklusiv: Was Youtuber wirklich verdienen”
(guruticker.blogspot.de)
Eine Rechnung zu den Einkünften von YouTube-Kanälen: “Wenn ein Youtuber also von seinen Videos leben möchte, braucht er konstant mindestens 200.000 Klicks auf seine Videos – und muss mehrmals die Woche etwas veröffentlichen.” Siehe dazu auch “Inside Youtube” (wired.de, Anja Rützel).

5. “Ein offener Brief an Michael Schuler, Leiter der Fachredaktion Musik beim Schweizer Radio und Fernsehen”
(facebook.com/kuttimc)
Der Musiker Kutti MC beklagt die Musikauswahl des öffentlich-rechtlichen Schweizer Rundfunks: “Nur zu Randzeiten bieten Sie minimale Einblicke in die lebendige, originelle Schweizer Musikszene. Auf diese gönnerhafte Alibiübung stützen Sie sich dann auch jeweils in Ihren unbeschwerten Interviews. Das SRF3-Musiktagesprogramm hat keine Tiefen, keine Höhen, keine Ausbrüche, keine Brüche, keine Vision.”

6. “The Sun had 7ft safe with 30 years of ‘eye-popping’ unprintable stories, court told”
(theguardian.com, englisch)

Huffington Post, YouTube, FAZ

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Da guckst du!”
(zeit.de, Alina Fichter)
“Die Zeit” widmet sich YouTube und behauptet: “Kaum jemand, der älter als 25 Jahre ist, vermutet auf YouTube ernst zu nehmende, durchdachte und vor allem: professionell produzierte Unterhaltungs- oder gar Informationsangebote.”

2. “Wer zitieren will, soll zahlen”
(tagesspiegel.de, Gregor Dotzauer)
Die FAZ will auch kurze Ausschnitte aus Buchrezensionen künftig lizenziert haben: “Kulturell gesehen ist am ärgerlichsten, dass der Lizenzierungswahn die geistige Leistung, die er schützen will, in Wahrheit beschädigt. Wo die professionell argumentierende, abwägende Kritik in den Hintergrund gedrängt wird, rückt die Geschmackskritik der Leser – wie auf Amazon – in den Vordergrund. Vielleicht entsteht wie in der Filmbranche auch ein Blurb-Wesen, das bei Redaktionen per Telefon schon mal vorab um ein tolles Adjektiv bittet.”

3. “Wenn deutschen Managern die Wahrheit nicht gefällt”
(abendblatt.de, Sönke Iwersen)
Sönke Iwersen berichtet von seinen Erfahrungen als Investigativ-Journalist: “Denn wenn die vierte Gewalt eingreift, wenn ein Reporter sich anschickt, das öffentlich zu machen, was geheim bleiben soll, verfallen die meisten Manager in dasselbe Muster: abstreiten, ablenken, lügen. Und wenn das nicht hilft: prozessieren.”

4. “Autoren sitzen auf rechtlich heißem Stuhl”
(djv.de, Michael Hirschler)
Michael Hirschler analyisert die Nutzungsbedingungen von “The Huffington Post in Zusammenarbeit mit Focus Online”: “Autoren stellen also Beiträge kostenlos ein, und dürfen anschließend bei Tomorrow Focus darum betteln, sie auch an anderen Orten, etwa im eigenen Blog oder einem eBook-Sammelband veröffentlichen zu dürfen?”

5. “Schluss mit dem Gerangel!”
(christianfahrenbach.de)
Christian Fahrenbach bleiben die Kritiker von Huffingtonpost.de zu negativ, ohne selbst Alternativen zu liefern: “Was machen wir denn jetzt? Gratisschreiben finden wir doof, aber höhere Löhne werden nicht wiederkommen. Unternehmerische Querfinanzierung finden wir auch doof, aber übersehen vielleicht, dass seit Jahrhunderten jedes Medienangebot über Anzeigen unternehmerisch querfinanziert wird. Wer sich wie die öffentlich-rechtlichen Kollegen nicht am Markt beweisen muss, den finden wir auch doof, und als Finanzierungsmodell wird das ja auch nicht die komplette Landschaft erhalten.”

6. “Correction: Nazis didn’t build Berlin Wall”
(poynter.org, Andrew Beaujon, englisch)

YouTube, Sixt, Albuquerque

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Deutsche TV-Sender auf YouTube”
(gugelproductions.de)
Bertram Gugel trägt Zahlen zu den YouTube-Kanälen deutscher TV-Sender zusammen.

2. “Zeitungskrise? ‘Die Lösung bin ich!'”
(stefan-niggemeier.de, Sascha Lobo)
Sascha Lobo zieht ein Zwischenfazit zu den bisher erschienenen Beiträgen der “Spiegel”-Zeitungsdebatte.

3. “Zeitungssterben: Springer geht zügig voran”
(blogs.taz.de, Karl-Heinz Ruch)
Karl-Heinz Ruch kommentiert den Verkauf mehrerer Printprodukte durch den Axel-Springer-Verlag: “Warum nicht die schon immer defizitäre Welt aufgegeben wurde, sondern gestandene regionale Tageszeitungen wie das Hamburger Abendblatt, lässt sich einfach beantworten. Für die Welt hätte man nichts bekommen, für die Traditionsmedien immerhin fast eine Milliarde. Das Geld wird man gut gebrauchen können für den nun kommenden Überlebenskampf der Marke Bild.”

4. “Wie sich der Tages-Anzeiger selbst kannibalisiert”
(agossweiler.wordpress.com)
Andreas Gossweiler prüft, welche Artikel des “Tages-Anzeigers” kostenlos im Netz verfügbar sind: “Ich lese den Tages-Anzeiger seit über 40 Jahren, praktisch seit ich lesen kann. Deshalb ist meine Bereitschaft, diesem Blatt als Leser treu zu bleiben und das Abonnement zu erneuern, gross. Wenn ich jedoch einen grossen Teil der Zeitung vorher schon gratis im Internet gelesen habe, bleibt ein flaues Gefühl zurück.”

5. “Gustl Mollath von Sixt unfreiwillig zur Werbefigur gemacht – Ist das erlaubt?”
(wbs-law.de, Christian Solmecke)
Die rechtlichen Konsequenzen einer Sixt-Werbekampagne, die ungefragt ein Bild von Gustl Mollath verwendet: “Das Plakat spielt humorvoll auf seine Entlassung an und beschädigt dabei weder sein Ansehen, noch lässt es eine Identifikation zum Autovermietungsunternehmen zu. Es ist davon auszugehen, dass die Rechtsprechung auch hier zugunsten von Sixt entscheiden würde.”

6. “Abschied von Breaking Bad”
(dradio.de, Hendrik Efert)
Aufgrund der Serie Breaking Bad wird Albuquerque in New Mexico von Touristen besucht: “Die neuen Touristen kaufen Hüte und Sonnenbrillen, damit sie aussehen wie der Protagonist der Serie. Sie erstehen Süßigkeiten oder Badesalz, das aussieht wie die Droge Chrystal Meth, um die sich die Serie dreht. Sie buchen Touren, lasten die Hotels und Restaurants der Stadt aus. Ein neuer Segen für das eher strukturschwache Albuquerque.”

Verkäsungszulage, Überangebot, YouTube

6 vor 9

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1. “LSR und Blogger: Was sagen die Verlage dazu? Klare Kante?”
(robertbasic.de)
Robert Basic fragt bei Medienverlagen nach, was denn nun das Leistungsschutzrecht für Presseverleger für Blogger bedeutet.

2. “Überangebot ist der Medien Tod”
(cicero.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz stellt bei den Medien zu viel des Gleichen fest: “Wenn wir heute von medialen Angeboten im digitalen Zeitalter sprechen, dann geht es nur sehr vordergründig um die vermeintliche Zahlungsunlust des Publikums oder eine Gratismentalität, die quasi mit der Geburt des Internet wie ein Meteroiteneinschlag über uns gekommen ist. Es geht schlicht und ergreifend darum, dass wir viel von dem haben, von dem wir früher mal dachten, es könnte davon gar nicht zu viel davon geben.”

3. “Käse vom Amt”
(oeffentlichkeitsgesetz.ch, Otto Hostettler)
Das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft verlangt eine Gebühr von 275.000 Franken, um Einsicht in eine Liste von Empfängern der Verkäsungszulage zu gewähren. “Bevor die Liste herausgegeben werden könne, müssten sämtliche 2500 Subventionsempfänger schriftlich ‘angehört’ werden, behauptet das Bundesamt.”

4. “A Day in the Life of a Digital Editor, 2013”
(theatlantic.com, Alexis Madrigal, englisch)
Alexis Madrigal erzählt ausführlich aus seinem Alltag als Digitalredakteur von “The Atlantic”: “While the top six or seven viral hits might make up 15-20 percent of a given month’s traffic, the falloff after that is steep. And once you’re out of the top 20 or 30 stories, a really, really successful story is only driving 0.5 percent or less of a place like The Atlantic’s monthly traffic. But that’s the best-case scenario. In most cases, even great reported stories will fizzle, not spark. They will bring in 1,000 or 3,000 or 5,000 or 10,000 visitors. You’d need thousands of these to make a big site go.”

5. “YouTube Deutschland vs. YouTube International”
(gugelproductions.de)
Bertram Gugel vergleicht YouTube in Deutschland und den USA: “Von sieben Fokuskategorien (Beliebt, Musik, Sport, Spiele, Filme, TV Shows, Nachrichten und Spotlight) in den USA sind in Deutschland nur ganze drei (Beliebt, Sport, Spiele) verfügbar. Es lohnt sich also ein Blick in die fehlenden Kategorien zu werfen um festzustellen, welche Bereiche und Features im deutschen Angebot fehlen.”

6. “Absage aus Deutschland erschüttert den Grand-Prix”
(bakublog.tv, Presse)

dpa  

YouTube war das falsche Pferd

Heute hat das Landgericht Hamburg über eine Klage der Musikverwertungsgesellschaft GEMA gegen das Video-Portal YouTube entschieden. Das Urteil wurde mit Spannung erwartet, weil es grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Internet haben könnte.

Entsprechend hatte die Deutsche Presseagentur dpa zwei verschiedene Eil-Meldungen vorbereitet, um – je nach Ausgang des Verfahrens – möglichst schnell “auf dem Draht” zu sein.

Und so verschickte die dpa um 13.40 Uhr diese Meldung:

Internet/Musik/Urheberrecht/Prozesse/Urteile/
(Eil)
Landgericht: YouTube muss Musiktitel nicht aus dem Netz nehmen

Hamburg (dpa) – Das Video-Portal YouTube darf entgegen einer Klage der Musik-Verwertungsgesellschaft Gema zwölf Musiktitel weiter in seinem Angebot bereitstellen. Dies entschied das Landgericht Hamburg am Freitag in erster Instanz. Dem Urteil wurde grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Internet beigemessen.

… und hatte damit exakt aufs falsche Pferd gesetzt, wie die Agentur vier Minuten später selbst zugeben musste:

Internet/Musik/Urheberrecht/Prozesse/Urteile/
(Eil )
(Achtung)
Bitte verwenden Sie die Eil-Meldung nicht rpt nicht. Es wurde versehentlich eine vorbereitete unzutreffende Meldung gesendet. Sie erhalten in Kürze eine berichtigte Neufassung.

Eine weitere Minute später stellte dpa klar:

Internet/Musik/Urheberrecht/Prozesse/Urteile/
(Eil)
Landgericht: YouTube muss zwölf Musiktitel aus dem Netz nehmen

Hamburg (dpa) – Das Video-Portal YouTube muss zwölf von der Musik-Verwertungsgesellschaft Gema genannte Musiktitel aus seinem Angebot entfernen. Dies entschied das Landgericht Hamburg am Freitag in erster Instanz. Dem Urteil wurde grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Internet beigemessen. Ob Revision eingelegt wird, war zunächst unklar.

Doch diese vier bis fünf Minuten reichten offenbar aus, um zumindest bei “Spiegel Online” das falsche Pferd ebenfalls zu satteln:

Gema-Prozess: YouTube darf Musiktitel im Netz lassen. Wegweisendes Urteil für Millionen Internetnutzer: Im Prozess der Gema gegen Youtube hat das Landgericht Hamburg für das Videoportal entschieden - zwölf strittige Musiktitel müssen nicht gelöscht werden. Der Richterspruch hat grundlegende Bedeutung für das Urheberrecht im Netz.

Aber auch dort ging alles recht schnell und so behauptet der Artikel inzwischen das Gegenteil — und wartet mit diesem Hinweis auf:

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version dieses Artikels hieß es, YouTube sei nicht verpflichtet worden, Titel zu löschen. Dies war die falsche Information einer Nachrichtenagentur. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

Nachtrag, 16.30 Uhr: Die dpa hatte noch mehr Pech: Tatsächlich hatte die Agentur um 13.39 Uhr zunächst die korrekte Eil-Meldung veröffentlicht, die aber noch den internen Vermerk “HOLD HOLD” (für “noch nicht senden”) in der Überschrift trug. Beim Versuch, diese “verwirrende” Version zu korrigieren, sei es dann zu dem “sehr ärgerlichen Fehler” mit der gänzlich falschen Meldung gekommen, wie uns die dpa-Pressestelle erklärte.

Unterdessen geht die Verwirrung um das Gerichtsurteil weiter: Um 13.56 Uhr verschickte die Nachrichtenagentur AFP eine Berichtigung ihrer elf Minuten alten Eilmeldung:

EILMELDUNG
Berichtigt: YouTube darf sieben Videos nicht mehr zeigen
+++ YouTube darf sieben (statt zwölf) Videos nicht mehr zeigen +++

Hamburg, 20. April (AFP) – Im Rechtsstreit mit der Internetplattform YouTube hat das Landgericht Hamburg der deutschen Musikrechte-Gesellschaft Gema zum Teil Recht gegeben. YouTube dürfe sieben Musikvideos in Deutschland nicht mehr zugänglich machen, entschied der Richter Heiner Steeneck am Freitag. Fünf Videos dürfen weiter gezeigt werden.

Das stimmt in dieser Form auch nicht: In den fünf Fällen, in denen das Gericht die Klage der GEMA abgewiesen hatte, geschah dies aus formalen Gründen, wie der NDR berichtet. Es habe keine Grundlage mehr für eine Löschung gegeben, da die Songs bereits bei YouTube entfernt und nicht erneut hochgeladen worden seien.

YouTube, Weltverbesserer, Alkohol

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Quelle: YouTube”
(videopunks.de, Markus Huendgen)
Es wäre doch auch für TV-Sender gar nicht so schwierig, die Quelle von YouTube-Videos korrekt anzugeben, findet Markus Huendgen.

2. “Die Deutschen sind eine Nation von Panikmachern”
(zeit.de, Sami Skalli)
Wirtschafts- und Sozialstatistiker Walter Krämer wünscht sich mehr nüchterne Berichterstattung: “Die Medien sollten sich auf ihre Rolle als Berichterstatter und Chronist konzentrieren. Zu viele Journalisten verstehen sich jedoch als Prediger und Weltverbesserer.”

3. “Den Opfern eine Stimme geben”
(medienheft.ch, Nicole Tepasse)
“Bei der Berichterstattung über Opfer spielt auch die emotionale Nähe zu dem Ereignis eine Rolle. Oder, um mit den Nachrichtenfaktoren nach Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge zu sprechen, je mehr ein Ereignis mit vorhandenen Vorstellungen und Erwartungen übereinstimmt, desto eher wird es zur Nachricht – die Konsonanz ist entscheidend: Menschen müssen sich hineinversetzen, Bilder, Ereignisse auf sich übertragen können.”

4. Interview mit Detlef Vetten
(swr.de, Audio, Stefan Siller, 32:48 Minuten)
Sportjournalist Detlef Vetten wird nach 20 Jahren Alkoholabstinenz rückfällig und gerät in die Psychiatrie. “Ich war eine zu verwaltende Nummer, Person. Wenn es hoch kam: Person.”

5. “Scheitern als Chance”
(taz.de, Jannis Papadimitriou)
Staatliche Medien in Griechenland: “In Griechenland ist es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Jobs in staatlichen Medien nicht nach Qualifikation, sondern nach Parteibuch oder durch persönliche Beziehungen vergeben werden. In den vergangenen Jahren schien sich niemand darüber zu wundern, dass der Presseminister einen Günstling ohne TV-Erfahrung zum Nachrichtenchef beförderte.”

6. Interview mit Dorothea Misch
(meedia.de, Alexander Becker)
Dorothea Misch von “Bild kämpft” gibt an, “knallhart in der Sache und weich in den Worten” zu sein. “Über den Löwenanteil unserer Arbeit reden oder schreiben wir nicht. Wir helfen einfach unseren Lesern.”

Kommafehler, Buschheuer, YouTube

1. “Auf in neue Tiefen”
(spiegel.de, Christian Stöcker)
Christian Stöcker antwortet “Daland Segler, 58” auf einen Artikel gestern in der Frankfurter Rundschau: “Dass man auch ohne Zeitdruck Fehler machen und Stilblüten niederschreiben kann, zeigt der Printjournalist Segler selbst sehr anschaulich: In seinem Text erfindet er einen Superlativ des nicht steigerbaren Adjektivs ‘öffentlich’, in einem einzigen Absatz macht er zwei Kommafehler. Er geißelt die ‘Faktenhuberei’ des Internets …”

2. “Bloß nicht schwierig sein”
(tagesspiegel.de, Else Buschheuer)
Else Buschheuer versteht den Wutausbruch von Elke Heidenreich, “der sie vom ZDF ins Internet bugsierte”: “Man schluckt so lange, bis man explodiert. Man lächelt, bis man schreit. Man macht Vorschläge, bis man verstummt. Man argumentiert fair, bis man hysterisch wird, unsachlich, schrill. Ich könnte ‘ganz oben’ sein, sagte mir mal ein Fernsehschaffender. Wenn ich nicht so schwierig wäre. Man muss es sich leisten können, schwierig zu sein. Und wenn man schwierig ist, ohne es sich leisten zu können, dann wird man kaltgestellt.” Die Zukunft sieht so aus: “Die Kratzbürsten kuschen oder wandern aus ins Internet. Sie sollen nicht die Hand beißen, die sie füttert. Sie sollen ihr Nest nicht beschmutzen. Sie sollen zu Kreuze kriechen oder sich verpissen.”

3. “Um den ‘Bund’ ist es schade”
(stoehlker.ch)
Auch Klaus J. Stöhlker trauert über das absehbare Ende der Qualitätszeitung Bund: “Es ist schade um den ‘Bund’, denn seine Wirtschafts- und Kulturredaktion ist national bedeutend. ‘Der kleine Bund’ ist ein Bijou der Schweizer Medienlandschaft, den ich ebenso gerne lese wie das ‘TagiMagazin’ (hie und da). Die ‘Berner Zeitung’ tritt demgegenüber plump auf, weil sie nur gelegentlich Artikel und Interviews publiziert, die aus der Tagesroutine hervorstechen.”

Read On…

YouTube überführt “BILD-Leser-Reporter”

Vor allem in Hamburg kam es am 1. Mai zu Ausschreitungen. Natürlich berichtet auch “Bild” über die “linken Chaoten” und “dumpfen Randalierer” — und zeigt online sogar allerlei Fotos von “BILD-Leser-Reportern”, die “Zeugen der sinnlosen Gewalt” geworden seien:

“Ein dritter Randalierer stopft das Tuch weiter in den Innenraum”? Naja. Zeugen der sinnlosen Gewalt, die ihre Aufnahmen nicht gleich an “Bild” geschickt haben, sahen die Szene irgendwie anders:

Mit Dank an, ähm, YouTube-Reporter diggernansy und an Bernd K.

KW 24/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Die Wahrheit über die Öffentlich-Rechtlichen
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 26:18 Minuten)
Mats Schönauer hat sich von verschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ARD, ZDF, Deutschlandradio und “Funk” berichten lassen, wie es hinter den Kulissen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR) zugeht. Kritisiert würden vor allem Bürokratie, langsame Entscheidungswege, veraltete Strukturen und unklare Zuständigkeiten. Der ÖRR werde von innen nicht grundsätzlich in Frage gestellt, aber als schwerfällige, reformbedürftige Institution beschrieben. Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. KI urteilt über Journalismus – wer steckt hinter Objection?
(ndr.de, Lisa Beusch, Video: 20:38 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” beschäftigt sich mit dem Start-up “Objection” aus den USA, das mit KI-gestützten Urteilen gegen angeblich falsche Berichterstattung vorgehen wolle. “Objection” verspreche, Medienberichte öffentlich zu prüfen, Belege zu sammeln und per KI ein Urteil zu fällen. Kritisiert wird daran vor allem die Gefahr für Quellenschutz, Privatsphäre und investigative Recherchen. Das Start-up wirke wie ein Instrument, mit dem Reiche und Mächtige Redaktionen unter Druck setzen könnten.

3. Das finanzierte Clownfiasko (mit Johannes Franzen)
(hakendran.podigee.io, Gavin Karlmeier, Audio: 1:13:23 Stunden)
Bei “Haken dran” spricht Gavin Karlmeier mit Johannes Franzen über die Macht großer Tech-Plattformen und deren Eigentümer. Ausgangspunkt sind Elon Musk, X und der SpaceX-Börsengang. Musk sei ein reichweitenstarker Akteur, der rechte Mobilisierung verstärke und X als politische Verstärkeranlage nutze. Weitere Themen der Folge sind Deepfake-Klagen gegen X, Sicherheitsprobleme bei xAI/Grok, Metas zurückgefahrene Moderation und die Frage, ob Plattformen mehr Verantwortung übernehmen müssen.

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4. “Lasst uns doch einfach mal die Expertinnen und Experten weglassen”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 50:35 Stunden)
Bei “Nice & Nötig”, eine Podcast von “Übermedien”, hat Annika Schneider Ellen Heinrichs, Gründerin und Geschäftsführerin des Bonn Institutes, zu Gast. Das Gespräch dreht sich um das vom Bonn Institute entwickelte Dialogspiel “Eine Stunde reden” und die Frage: “Wie können wir einander wieder besser zuhören und konstruktiv mit Meinungsverschiedenheiten umgehen?”

5. Wie kommt der ORF aus der Krise, Leonard Dobusch?
(ardsounds.de, Linus Lüring, Audio: 25:30 Minuten)
Nach langem Ringen habe sich der öffentlich-rechtliche ORF auf einen neuen Generaldirektor geeinigt. Linus Lüring hat sich dazu bei “BR24 Medien” mit Leonhard Dobusch ausgetauscht, Mitglied des ORF-Stiftungsrats und BWL-Professor an der Universität Innsbruck: “Kann der neue ORF-Chef Clemens Pig den ORF aus der Krise führen? Was sind die drängendsten Aufgaben? Und warum sind ‘Freundeskreise’ ein Problem?”

6. Family Influencing: Kinderdarstellungen auf Instagram, TikTok und YouTube
(leibniz-hbi.de, Kristina Kobrow, Audio: 48:19 Minuten)
Der “BredowCast” stellt eine Studie des Hans-Bredow-Instituts zu Family Influencing auf Instagram, TikTok und YouTube vor. Untersucht wurden rund 360 deutschsprachige Profile und über 10.000 Posts mit Babys und Kindern bis fünf Jahren. Das Ergebnis falle differenzierter aus, als die öffentliche Debatte nahelege: Die meisten Eltern würden ihre Kinder zurückhaltend zeigen oder sie unkenntlich machen. Kritisch werde es jedoch dort, wo wirtschaftliche Interessen der Eltern mit den Persönlichkeitsrechten der Kinder kollidieren.

KI in der Staatskanzlei?, “Correctiv” antwortet Lanz, Film brennt gut

1. “Ich trete in das Vermächtnis eines Anspruchs”
(fragdenstaat.de, Aiko Kempen & Jonathan Peaceman)
“FragDenStaat” wirft Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt vor, Künstliche Intelligenz nicht nur in einem umstrittenen “Welt”-Gastbeitrag, sondern offenbar auch bei zahlreichen Reden und Artikeln eingesetzt zu haben. Eine Auswertung lege nahe, dass mehrere Texte aus Voigts Amtszeit zu großen Teilen oder vollständig KI-generiert seien. Problematisch sei vor allem die fehlende Kennzeichnung, denn eine Thüringer Dienstanweisung sehe bei wesentlich KI-generierten Texten Transparenz vor.

2. “Journalismus ist das nicht – Bambi für Ronzheimer hin, Freiheits-Gerede von Döpfner her”
(bsky.app, Janosch Dahmen)
Bei Bluesky erhebt der Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen (Die Grünen) schwere Vorwürfe gegen wichtige Springer-Protagonisten und deren politisches Umfeld. Dahmen beschreibt Springer als Macht- und Einflussnetzwerk, das angeblich eine schwarz-blaue Option aus Union und AfD vorbereite. Als Beispiele nennt er persönliche Verbindungen zwischen Springer-Chef Mathias Döpfner und dem stellvertretenden “Bild”-Chefredakteur Paul Ronzheimer mit verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Akteuren sowie eine unkritische oder interessengeleitete Berichterstattung (hier der Thread übersichtlich auf einer Seite).

3. “Kauf kein Kack”, aber kauf (bei Amazon)!
(uebermedien.de, Martin Rücker)
Der “Übermedien”-Text von Martin Rücker nimmt den “Bild”-Kaufberater unter die Lupe. Die Redaktion inszeniere die Produkttests als unabhängige Verbraucherberatung, baue daraus aber zugleich ein lukratives Affiliate-Geschäft auf. Rücker erkennt durchaus ernsthafte Testverfahren, kritisiert aber die Grauzone zwischen journalistischer Prüfung und Kaufanreiz. Besonders problematisch werde es, wenn “Bild” Produkte empfehle, ohne grundsätzlich zu fragen, ob der Kauf überhaupt sinnvoll sei.

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4. Stellungnahme von Correctiv
(instagram.com, Justus von Daniels)
Vor drei Tagen haben wir in unseren “Hör- und Gucktipps zum Wochenende” das Gespräch von Markus Lanz und Richard David Precht über “Aktivismus vs. Journalismus” verlinkt. Dort ging es auch um die Potsdam-Recherche von “Correctiv”, die von Lanz angezweifelt wird; er sei “auf die Recherche reingefallen”. Bei Instagram erklärt “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels nun das große Ganze und spricht darüber, warum die “Correctiv”-Einordnung aus seiner Sicht zutreffend sei.

5. RiffReporter in eigener Sache: Neues Crowdfunding soll das Überleben sichern
(riffreporter.de)
Wie die “Riffreporter” in eigener Sache berichten, habe man eine Insolvenz nur durch drastische Sparmaßnahmen abwenden können. Bis zum 13. Juli dieses Jahres soll nun eine Finanzierungslücke geschlossen werden, die man über eine Crowdfunding-Aktion füllen wolle: “Das Crowdfunding verfolgt mehrere Finanzierungsziele. Bereits mit 50.250 Euro könne der laufende Betrieb abgesichert werden. Weitere Mittel sollen in Marketingmaßnahmen fließen, Sichtbarkeit und Reichweite steigern und dabei helfen, bestehende Formate wie Podcasts und Newsletter weiterzuentwickeln.”

6. Film brennt gut
(taz.de, Valérie Catil)
Die Debatte um problematische Filmszenen ende nicht bei Wim Wenders’ “Falsche Bewegung” und der Nacktszene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski. An Beispielen wie Alejandro Jodorowskys “El Topo” und Bernardo Bertoluccis “Der letzte Tango in Paris” zeigt Valérie Catil, dass reale Übergriffe, Demütigungen oder nicht abgesprochene Gewalt am Set teils als Kunst konserviert und später kanonisiert wurden. Catil wendet sich gegen die Vorstellung, das Entfernen solcher Szenen sei automatisch Zensur oder Kulturrevision.

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