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Aus dem Katapult geschleudert, Fest ohne Feste, Kleine Anfrage zu “Libra”

1. Benjamin Fredrich tritt wegen “Katapult Ukraine” zurück, um “Katapult Ukraine” zu machen
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Es klingt seltsam, ist aber wahr: “Katapult”-Geschäftsführer und -Chefredakteur Benjamin Fredrich tritt wegen “Katapult Ukraine” zurück, um sich verstärkt bei “Katapult Ukraine” zu engagieren. Dem vorausgegangen waren zahlreiche Vorwürfe, die “Übermedien” Anfang der Woche veröffentlicht hatte (nur mit Abo lesbar). Fredrich hat daraufhin seinen Rückzug angekündigt, der gleichzeitig ein Neuanfang sein soll.

2. Die letzten Jahre der gedruckten Zeitungen
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz beschreibt den Niedergang der gedruckten Tageszeitungen und argumentiert, dass diese an einem “Kipppunkt” angekommen seien. Gründe für den Niedergang seien das veränderte Leseverhalten, die hohen Preise und die ausgedünnten Inhalte. Es bestehe kein Zweifel daran, dass die Printmedien eines Tages verschwinden werden: “Ob das ein Verlust für die publizistische Landschaft sein wird, hängt davon ab, was danach kommen wird. Aber dass ein heute noch jüngeres Publikum jemals der bräsigen Zweifaltigkeit aus regionalen Tageszeitungen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinterher trauert, dafür fehlt mir aktuell jede Vorstellungskraft.”

3. “Humor hat viel mit Macht zu tun”
(taz.de, Doris Akrap)
Seit 100 Tagen steht Julia Mateus als Chefredakteurin an der Spitze des Satiremagazins “Titanic”. Im “taz”-Interview zieht sie eine (ironische) Zwischenbilanz und spricht über ihre Exit-Strategie: “Ich möchte so eine Reggae-Hexe mit grauhaarigen Dreads und Gottkomplex werden, die auf Festivals selbstgebackenen Kuchen und Holzschmuck feilbietet.”

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4. Fest ohne Feste
(deutschlandfunkkultur.de, Christian Berndt, Audio: 5:25 Minuten)
Filmfestivals brauchen engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber die Jobs in der Filmbranche sind oft schlecht oder gar nicht bezahlt. Darunter leiden auch die Filmfestivals. Im Deutschlandfunk Kultur sprechen Ludwig Sporrer von der AG Filmfestival und die Gewerkschafterin Kathlen Eggerling über die schwierige Situation und überlegen, was man besser machen könnte.

5. Skandalös staatsnaher Journalismus?
(faz.net, Jochen Zenthöfer)
Wie im Dezember in den “6 vor 9” zu lesen war, ist mit “Libra” ein staatsnahes Juristenmedium und journalistisches Informationsportal entstanden. Für Jochen Zenthöfer taten sich an dieser und dieser Stelle bereits Fragen auf, welche die Verquickung von Staat und Medium betreffen. Nun hat die CDU/CSU-Fraktion eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt, wobei der Begriff “Klein” in diesem Fall etwas irreführend ist: Es handelt sich um einen Fragenkatalog mit über einhundert Fragen.

6. Das vorletzte Nashorn
(spiegel.de, Julia Stanek)
Eine beeindruckende Auswahl preisgekrönter Reisefotografie ist beim “Spiegel” zu sehen. Grundlage sind die Siegerfotos des Travel Photographer of the Year Awards.

Seitenwechsel, Buschmann lässt prüfen, Die nächsten Streaming Wars

1. Stempfle: “Entscheidung am Samstagabend gefallen”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilt, wird der ARD-Journalist Michael Stempfle neuer Sprecher des Ministeriums sowie Leiter des Stabs Informationsarbeit. Dieser Vorgang ist durchaus bemerkenswert, schließlich hatte sich Stempfle nur vor wenigen Tagen in einem Artikel auf Tagesschau.de sehr lobend über seinen jetzigen Chef, Verteidigungsminister Boris Pistorius, geäußert. Die Gespräche über seinen Seitenwechsel seien jedoch erst nach der Veröffentlichung des Artikels geführt worden, wie Stempfle gegenüber “DWDL” betont.

2. Buschmann lässt “Libra” prüfen
(faz.net, Jochen Zenthöfer)
Wie im Dezember in den “6 vor 9” zu lesen war, ist mit “Libra” ein staatsnahes Juristenmedium und journalistisches Informationsportal entstanden. Für Jochen Zenthöfer taten sich bereits an dieser Stelle Fragen auf, die die Verquickung von Staat und Medium betreffen. Nun ist Bewegung in die Sache gekommen: Das Bundesjustizministerium lasse prüfen, ob “Libra” verfassungskonform ist.

3. Bild & Welt betroffen: Döpfner kündigt Trennungen von Mitarbeitern an
(kress.de, Marc Bartl)
Der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner kündigte jüngst in einem Interview mit der dpa Änderungen bei “Bild” und “Welt” an. Auf die Frage, ob dies auch mit Entlassungen verbunden sei, antwortete er: “Personalumschichtung auf jeden Fall. An der einen Stelle wird es weniger, an der anderen mehr. Das bedeutet auch Trennungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.” Auch der Fernsehkanal “Bild TV” kommt bei Döpfner nicht gut weg: “Dieses hochambitionierte Nachrichtensenderkonzept war im Rückblick nicht die richtige Idee.”
Weiterer Lesetipp: Bei Süddeutsche.de spekuliert Jakob Biazza über Döpfners Gemütszustand.

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4. Gabriele Krone-Schmalz verliert vor Gericht gegen Kritikerin
(t-online.de, Julian Seiferth)
Das Landgericht Köln hat entschieden: Die Kritik der Wissenschaftlerin Franziska Davies an Äußerungen der Journalistin und ehemaligen Moskau-Korrespondentin der ARD Gabriele Krone-Schmalz war zulässig. Krone-Schmalz müsse die Prozesskosten tragen. Nun stehe noch ein weiteres Verfahren an.

5. Das wird mega!
(journalist.de, Kathi Preppner)
“Was sind die Megathemen, die den Journalismus beeinflussen? Welche Themen dominieren die Berichterstattung, welche betreffen Journalist*innen und Medienhäuser?” Das Magazin “journalist” hat verschiedene Medienschaffende befragt, mit welchen Schwerpunkten sie in diesem Jahr rechnen – und die reichen von Künstlicher Intelligenz, Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Individualisierung bis hin zum kollaborativen Arbeiten.

6. Die fetten Jahre sind vorbei
(zeit.de, Eike Kühl)
Eike Kühl hat sich in seiner Analyse über die Streamingbranche angeschaut, wie es für die Anbieter weitergehen könnte. Seine Prognose: “Der nächste Streaming War beginnt. Und für manche Dienste könnte es diesmal nicht um den Aufstieg, sondern ums Überleben gehen.”

“Regierung-verschenkt”-Schlagzeile ist “Bild” nicht zu billig

Die Stromproduzenten in Deutschland haben 2022 laut “Bild” 62,05 Terawattstunden Strom ins Ausland exportiert, also etwas mehr als 62 Milliarden Kilowattstunden. Sie sollen dafür rund 12,5 Milliarden Euro bekommen haben. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro Kilowattstunde von etwa 20 Cent.

Es muss allerdings auch immer mal wieder Strom nach Deutschland importiert werden. Laut “Bild” waren das im vergangenen Jahr 35,77 Terawattstunden. Der importierte Strom kostete im Schnitt pro Kilowattstunde circa 27 Cent.

Wer den exportierten Strom weder produziert noch gehandelt hat: die Regierung.
Was der exportierten Strom nicht wurde: verschenkt.

Und jetzt kann die “Bild”-Redaktion aus all diesen Informationen mal eine Schlagzeile für die Bild.de-Startseite basteln:

Screenshot Bild.de - Regierung verschenkt Energie ins Ausland - und wir zahlen drauf! Der große Strom-Skandal - Dazu zu sehen ein Foto von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck

Das stimmt so einfach nicht.

Auch mit dem Halbsatz “und wir zahlen drauf!” empört sich die “Bild”-Redaktion in ihrer Überschrift maximal missverständlich. Was sie zu meinen scheint, ist die Differenz zwischen den Preisen für importierten und exportierten Strom. Darauf kommt man aber auch nur, wenn man mit einem “Bild-plus”-Abo hinter die Bezahlschranke gucken kann. Für alle anderen dürfte es so klingen, als hätten “wir” dem “Ausland” nicht nur Energie “geschenkt”, sondern als hätten “wir” dafür auch noch irgendetwas zusätzlich zahlen müssen.

Ebenfalls nur mit “Bild-plus”-Abo erfährt man den Hauptgrund für den massiven Stromexport aus Deutschland in andere Länder:

Wir verkaufen Strom vor allem, weil wir es müssen! Denn: Es gibt nicht genügend Speicher und Leitungen für den Strom-Transport vom windreichen Norden in den Süden – und so wird er ins Ausland verscherbelt. (…)

Wenn erneuerbare Energieträger an wind- und sonnenreichen Tagen voll ausgelastet sind, ist Strom sehr billig. Wegen fehlender Infrastruktur kann der Strom an solchen tagen trotzdem nicht ausreichend in den Süden fließen.

Die Ursache liegt also nicht in einem altruistisch gesinnten Robert Habeck, der die Nachbarn kostenlos mit Energie versorgen will, sondern in mangelnden Speicherkapazitäten und fehlenden Nord-Süd-Leitungen innerhalb Deutschlands.

Inzwischen hat die “Bild”-Redaktion die Überschrift leicht angepasst. Aus “verschenkt” wurde “verscherbelt” …

Screenshot Bild.de - Regierung verscherbelt Energie ins Ausland - und wir zahlen drauf! Der große Strom-Skandal

… den Rest hat sie so gelassen.

Gesehen bei @MKreutzfeldt

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KW 03/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Die Medien und das Silvester-Debatten-Debakel
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura & Nils Minkmar, Audio: 34:26 Minuten)
Im Medienpodcast “quoted” unterhalten sich Nadia Zaboura und Nils Minkmar über die mediale Berichterstattung zu den Silvester-Geschehnissen. Es geht dabei um “vorschnelle Zuschreibungen, den Pressekodex zur Herkunftsnennung, die Polizei als sogenannte ‘privilegierte Quelle’ und die Folgen der medialen Debatte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt”.

2. Mitsprache statt Mitleid – Wohnungs- und obdachlose Menschen in den Medien
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 33:19 Minuten)
In der Hörersendung des Deutschlandfunks (Dlf) wünscht sich ein selbst von Wohnungslosigkeit Betroffener mehr inhaltliche Tiefe bei der Berichterstattung über Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Am Gespräch sind außerdem die Bonner Lokalreporterin Lisa Inhoffen und Annika Schneider aus der Dlf-Medienredaktion beteiligt.

3. Funkfrequenzen in der Debatte
(soundcloud.com, M – Der Medienpodcast, Audio: 22:39 Minuten)
Auf der Ende dieses Jahres stattfindenden Weltfunkkonferenz in Dubai wird neu über die Vergabe der Funkfrequenzen verhandelt, und das betrifft auch die Medienwelt. Kommerzielle Mobilfunkbetreiber sowie das Militär würden auf mehr Funkfrequenzen drängen. Die Verlierer könnten dabei Kultur- und Sportveranstaltungen sein, aber auch Fernseh- und Filmproduktionen, die ebenfalls kleine Frequenzen für ihre Arbeit nutzen.

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4. Exklusive Ausbildung?
(hinterdenzeilen.de, Niklas Münch & Tobias Hausdorf, Audio: 41:32 Minuten)
Bei “Hinter den Zeilen” geht es diesmal um die Debatte über die neue Journalismusschule des “Katapult”-Magazins. Was darf journalistische Ausbildung kosten? Und braucht es wirklich eine weitere Journalismusschule – oder eher eine ganz andere Ausbildungsform? Empfehlenswert sind auch die auf der Seite verlinkten weiteren Folgen rund um das Thema journalistische Ausbildung.

5. Wünsche an den Journalismus der Zukunft
(seitenwaelzer.de, Charlotte Möller, Audio: 12:28 Minuten)
Der journalistische Podcast “Auf allen Kanälen” startet mit einer Sonderfolge ins neue Jahr, einem Best-of aus den bereits erschienenen Folgen zur TV-Moderation mit “Lokalzeit”-Moderator Hendrik Schulte, zum Volontariat mit MDR-Volontärin Marie Brand, zum freien Journalismus mit Alexander Krützfeldt und zum Lokaljournalismus mit Marc-Stefan Andres, dem Gründer von “RUMS”.

6. How Underwater Scenes Are Shot For Movies And TV Shows
(youtube.com, Insider, Video: 9:44 Minuten)
Zum Abschluss noch etwas leichte Kost: Der Youtube-Kanal “Insider” erklärt, wie Filmproduktionen schwierige Unterwasserszenen umsetzen. Ein interessanter Blick hinter die Kulissen der Filmindustrie.

Lützerath und die Pressefreiheit, “Libra” als FDP-Infodienst?, Woelki

1. “Angriffe auf Journalisten”
(taz.de, Lea Fauth)
In der “taz” kritisiert der Pressegewerkschafter Jörg Reichel den Umgang von RWE-Sicherheitsleuten und Polizei mit Medienschaffenden am geplanten Kohleabbau-Ort Lützerath: “Aufseiten der RWE-Security gehen wir davon aus, dass das unausgebildete Mitarbeiter sind, die denken, sie müssten Konflikte lösen, indem sie sich körperlich durchsetzen gegenüber Journalist*innen. Wir hatten einen Fall, wo eine Journalistin gepackt wurde, an Armen und Körper. Letzte Woche haben wir von der Polizei Aachen gefordert, dass die RWE-Security die formalen Voraussetzungen erfüllen muss, um dort Reihe in Reihe mit der Polizei zu stehen – denn das tut RWE ja. Darauf hat dann das Polizeipräsidium nicht reagiert.”

2. Justiz-Infodienst “Libra”: Buschmann, immer wieder Buschmann!
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Wie im Dezember in den “6 vor 9” zu lesen war, ist mit “Libra” ein staatsnahes Juristenmedium und journalistisches Informationsportal entstanden. Für Jochen Zenthöfer taten sich an dieser Stelle bereits Fragen auf, welche die Verquickung von Staat und Medium betreffen. Nun hat sich Zenthöfer das Portal nochmal genauer angeschaut und fragt sich: “Ist der Informationsdienst ‘Libra’ ein Sprachrohr des Bundesjustizministeriums? Oder der FDP?”

3. Zeuge: Woelki wusste, wen er befördert
(wdr.de, Christina Zühlke)
Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die “Bild”-Zeitung wegen angeblich falscher Berichterstattung über ihn betreffende Vorgänge verklagt. Nun sorgen Zeugenaussagen in dem Verfahren dafür, dass Woelki selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten könnte. Christina Zühlke erklärt den juristisch recht verflochtenen Fall.
Nachtrag: Woelkis Anwalt Carsten Brennecke bezeichnet den Artikel bei Twitter als “Fake-News des @WDR zum heutigen Klageverfahren des Kardinal #Woelki gegen #Bild”. Er verweist in seinem Thread auf einen Beitrag der Katholischen Nachrichten-Agentur zum selben presserechtlichen Verfahren.

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4. Medizin-Influencer: Risiken und Nebenwirkungen
(ndr.de, Isabel Ströh, Video: 19:57 Minuten)
Inzwischen gibt es einige Medizinerinnen und Mediziner, die auf Youtube, Instagram oder TikTok vertreten sind und dort über Gesundheitsthemen berichten. Das Medienmagazin “Zapp” ist dem Phänomen der “Medfluencer” nachgegangen und fragt: “Geht es ihnen wirklich um gesundheitliche Aufklärung oder doch nur um Werbung und Profit?”

5. Wer zeigt Kai Gniffke Mastodon?
(dirkvongehlen.de)
Kai Gniffke, neuer Vorsitzender der ARD, hat sich jüngst für eine gemeinsame deutsche Medienplattform ausgesprochen, die man in einem zweiten Schritt “auf eine europäische Ebene heben” könnte. Nun fragt sich der Journalist Dirk von Gehlen: “Warum kündigt der neue ARD-Vorsitzende mit dieser Vision nicht einen ARD-Mastodon-Server an?”

6. Diese Firmen erzeugten 2022 den höchsten Werbedruck im deutschen TV
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Welche Firmen haben im vergangenen Jahr am meisten Geld in TV-Spots investiert und haben damit den höchsten “Werbedruck” erzeugt? Thomas Lückerath hat sich die Statistiken des Unternehmens Adscanner angesehen und gibt einen Überblick über die Top-5 der TV-Werbe-Schwergewichte.

Gut im Bild beim ORF, Schikane gegen Nachrichtenseite, Zeit für Reformen

1. Die Landeshauptfrau sollte stets gut im Bild erscheinen
(faz.net, Stephan Löwenstein)
Es deutet viel darauf hin, dass eine österreichische Landespolitikerin beim öffentlich-rechtlichen ORF auf Anweisung hin in besonders gutem Licht erscheinen sollte. Der Redaktionsrat habe die Suspendierung des zuständigen Generaldirektors gefordert: “Sollte es sich als wahr erweisen, dass Redakteurinnen und Redakteure angewiesen wurden, Beiträge so zu gestalten, dass bestimmte Politikerinnen und Politiker vorkommen, auch wenn dazu keinerlei journalistische Notwendigkeit besteht, ist das ein klarer Verstoß gegen die gesetzliche Pflicht zur Unabhängigkeit.”

2. Arbeitsplätze erhalten
(djv.de, Hendrik Zörner)
Angesichts der Vorgänge beim von RTL übernommenen Traditionsverlag Gruner + Jahr hatte sich Anna Ernst bei der “Süddeutschen” gewundert: “Der Verlag ist erfolgreich, trotzdem kommen jetzt Gruner + Jahr-Titel wie ‘Brigitte’ und ‘Geo’ unter den Hammer. In Hamburg ist man fassungslos. Was ist los beim Mutterkonzern Bertelsmann?” (nur mit Abo lesbar) Nun appelliert der Deutsche Journalisten-Verband an die Magazin-Eigentümer, den Betriebsrat an den Plänen zu beteiligen: “Die Vertreter der Beschäftigten müssen eingeweiht und eingebunden werden. Im Fokus muss der Erhalt der Arbeitsplätze stehen. Es geht auch um menschliche Schicksale.”

3. Zu wenig interkulturelle Kompetenz
(taz.de, Rameza Monir)
Für die Journalistin Rameza Monir hinterlässt die Fußball-WM in Katar einen faden Beigeschmack. Das Sportevent hätte eine Chance für den Westen sein können, sich der arabisch-muslimischen Kultur ernsthaft zu nähern. Stattdessen sei die Berichterstattung arrogant und von orientalistischen, antiarabischen und antimuslimischen Rassismen durchzogen gewesen: “Kritisiert wurde vom hohen Ross herab, mit wenig Offenheit und Respekt für andere Kulturen. An der medialen Resonanz ist unschwer zu erkennen, dass es eindeutig an interkultureller Kompetenz fehlt. Als Bilanz des Turniers steht eins fest: Deutschland muss dazulernen.”

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4. Schikane gegen kritische Nachrichtenseite
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RoG) zeigt sich besorgt über die wirtschaftlichen Attacken auf das in Berlin ansässige vietnamesisch-deutsche Medium thoibao.de auf Facebook und kritisiert die mangelnde Kommunikation des Facebook-Mutterkonzerns Meta. “Wieso kann ein Unternehmen auf Facebook einfach behaupten, Urheber der Videos einer regierungskritischen Seite zu sein und das Geld dafür bekommen? Handelt es sich um politisch motivierten Betrug? Facebook muss den Fall gründlich prüfen und mögliche Sicherheitslücken schließen”, so RoG-Geschäftsführer Christian Mihr.

5. Zeit für eine radikale Reform?
(deutschlandfunk.de, Sina Fröhndrich, Audio: 43:55 Minuten)
Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden schon lange ein verschwenderischer Umgang mit Geld, Verfilzung und Parteilichkeit vorgeworfen. Die diversen Skandale dieses Jahres haben die Kritik nicht leiser werden lassen. Wie das System reformiert werden könnte, diskutieren Deutschlandfunk-Intendant Stefan Raue, Tabea Rößner (Grüne) sowie die Journalistin Claudia Tieschky (“SZ”) und der Journalist Björn Staschen (NDR).

6. 66 gute Nachrichten, die 2022 untergegangen sind
(krautreporter.de, Mariya Merkusheva u.a.)
So kurz vor Weihnachten wollen wir uns von Euch mit ein paar positiven Meldungen in die Feiertage verabschieden. Ein “Krautreporter”-Team hat 66 gute Nachrichten zusammengetragen, die hoffnungsvoll klingen und das Jahr positiv ausklingen lassen.

Hinweisgeberschutz, Sieg gegen Twitter, Reformprozess bei ARD & ZDF

1. Antisemitismusbeauftragter siegt gegen Twitter
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Wolfgang Hettfleisch & Benedikt Schulz)
Das Landgericht Frankfurt am Main hat gestern beschlossen, dass Twitter bei einem konkreten Hinweis auf eine Persönlichkeitsrechtsverletzung auch “kerngleiche Äußerungen” entfernen muss. Dem vorausgegangen war eine Klage des baden-württembergischen Antisemitismusbeauftragten Michael Blume, der sich unter anderem als Antisemit verunglimpft sah. Auf Twitter kommentierte Blumes Anwalt: “Heute ist ein guter Tag für die Würde des Menschen (unantastbar, btw.), die Meinungsfreiheit und den demokratischen Rechtsstaat, bei dem Regeln für alle gelten – nicht nur für Milliardäre und anonyme Trolle.”

2. Besser spät als nie – GFF begrüßt Hinweisgeberschutz und fordert Erweiterung
(freiheitsrechte.org)
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) begrüßt grundsätzlich das neue Hinweisgeberschutzgesetz. Dieses gewährleiste erstmals, dass Meldungen über unterschiedlichstes Fehlverhalten in einem geordneten Verfahren nachgegangen wird, und Whistleblower besser geschützt werden. Leider bleibe das geplante Gesetz hinter den im Koalitionsvertrag verankerten Zielen zurück und sei in vielen Konstellationen lückenhaft: “Wir erwarten, dass das Gesetz zeitnah evaluiert und nachgebessert wird”, so der GFF-Projektkoordinator.

3. Öffentlich-rechtlicher Reformprozess: Die ARD geht in Führung
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Im “Tagesspiegel” kommentiert Joachim Huber den Reformprozess der öffentlich-rechtlichen Sender. Er kritisiert den mangelnden Umsetzungswillen und die unzureichende Veränderungsbereitschaft: “ARD und ZDF starren gerne auf vermeintliche und tatsächliche Feinde. Und übersehen dabei, dass sie den Startknopf für den Reformprozess auf Taste haben. Wer sie nicht drückt, der wird weggedrückt.”

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4. Auflösung der Pressestelle ist skandalös
(djv.de Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert die Auflösung der deutschen Twitter-Pressestelle. Es sei kaum vorstellbar, dass recherchierende Journalistinnen und Journalisten jetzt keine Ansprechpartner in Deutschland finden, so der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall: “Twitter hat innerhalb der Social Media eine große Bedeutung. Da ist eine Pressestelle unverzichtbar.” Die derzeitige Entwicklung unter Elon Musk sei äußerst bedenklich: “Sollte sich Twitter, wie immer öfter befürchtet, zur Populistendreckschleuder verwandeln, hat der Dienst im Spektrum der sozialen Medien nichts mehr zu suchen”.

5. Darum gibt’s so viele negative News
(youtube.com, Mirko Drotschmann, Video: 11:44 Minuten)
Im dritten Teil der Serie “MedienWissen2go” des NDR-Medienmagazins “Zapp” fragt Mirko Drotschmann: “Sind Nachrichten heute wirklich zu negativ? Welche unterschiedlichen Reaktionen lösen negative und positive Nachrichten eigentlich im Gehirn aus? Und: Wie können wir mit den vielen Krisennachrichten umgehen?”

6. “Liebe Zuschauer, es war mir eine große Ehre. Tschüss und adieu”
(faz.net)
Zum Ende des gestrigen WM-Halbfinalspiels zwischen Frankreich und Marokko (2:0) war es soweit: Nach circa 40 Jahren im Beruf verabschiedete sich der ZDF-Journalist Béla Réthy von seinen Zuschauern und Zuschauerinnen: “Es freut mich, wenn es gefallen hat, und sorry an die, die ich nicht erreichen konnte. Das ist nicht immer einfach. Auf jeden Fall muss ich sagen, liebe Zuschauer, war es mir eine große, große Ehre. Tschüss und adieu.” Auf den Abschied folgte ein Abschiedsständchen im Studio: Der ehemalige Nationalspieler Per Mertesacker stimmte mit den Gästen eine adaptierte Version von “Es gibt nur ein’ Rudi Völler” an.

Wer wusste Bescheid?, Gefährliche Podcasts, Absage per Fernbedienung

1. Medien wussten vorab Bescheid
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Benedikt Schulz, Audio: 6:10 Minuten)
Gestern fand eine großangelegte Razzia gegen eine bewaffnete Gruppe aus “Reichsbürgern” und “Querdenkern” statt, die einen Staatsstreich geplant haben soll. Verschiedene Medien waren anscheinend in die behördlichen Maßnahmen eingeweiht. So schreibt die Linken-Abgeordnete Martina Renner, die Razzia sei seit mindestens einer Woche ein offenes Geheimnis gewesen. Dies werfe auch polizeitaktische Fragen auf, so Renner: “Wenn ein Ministerium oder eine Behörde dafür sorgt, dass eine Woche vorher sogar die Adressen der Razzien bei der Presse bekannt sind, ist es schwer vorstellbar, dass niemand der Durchsuchten Bescheid wusste. Die Telegram-Nachricht eines Beschuldigten bestätigt dies.”

2. Stolpernder Umgang mit Falschinformationen in Podcasts
(medwatch.de, Merlin Pratsch)
Mit dem Erfolg von Podcasts wachsen auch die Probleme mit den darin mitunter enthaltenen Falschinformationen. Der weltweit größte Anbieter im Podcast-Geschäft ist der Audio-Streaming-Dienst Spotify. Was unternimmt das Unternehmen gegen Desinformation? Wird Spotify seiner Verantwortung gerecht? Und warum bleiben falsche und diskriminierende Inhalte offenbar unberührt online? Merlin Pratsch hat gründlich hingehört und dabei einige Problemfelder entdeckt.

3. 50 Prozent weniger TV-Zuschauer: Absage per Fernbedienung
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Im Hinblick auf die in Katar stattfindende Fußballweltmeisterschaft melden die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender enttäuschende Quoten. Joachim Huber, Medienredakteur beim “Tagesspiegel”, fragt sich: “Lohnt sich auch künftig das große Investment der Sender und Streamer, wenn es um Fußball geht? Kein Fernsehprogramm ist teurer als dieser Sport. Ein Sport, den das große (TV-)Geld schmiert.”

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4. “Auf YouTube können sich alle einigen”
(wissenschaftskommunikation.de, Jana Fritsch)
Ist Youtube die ideale Plattform für Wissenschaftskommunikation? Darüber hat Jana Fritsch mit Karl Jeremias Donath gesprochen, dem Kommunikationsmanager der TU Dresden. Für Donath ist die Sache eindeutig: “YouTube hat ein großes Potential, weil es eine der wenigen Social Media Plattformen ist, die scheinbar nicht out werden. Dort finden sich alle Zielgruppen wieder, während zum Beispiel bei anderen Kanälen, u.a. Facebook, bestimmte Zielgruppen gar nicht mehr erreicht werden, weil sie einfach nicht mehr dort unterwegs sind. Ich glaube, auf YouTube können sich alle einigen.”

5. Das Medienjahr 2023 – was kommt, was geht, was bleibt
(blog-cj.de)
Zum Ende des Jahres wagt der Journalist Christian Jakubetz einen Blick in die mediale Zukunft: Wie werden sich die Social-Media-Plattformen entwickeln? Geht es mit dem Podcast-Boom weiter? Wird Künstliche Intelligenz womöglich der neue Gatekeeper? Jakubetz hat die Kristallkugel geputzt und versucht zu erahnen, wie es nächstes Jahr weitergeht in und mit den Medien.

6. »Ukraine« landet vor »Queen« und »Affenpocken«
(spiegel.de)
Der “Spiegel” hat sich Googles Suchbegriffe und Such-Trends des Jahres angeschaut. Welche Personen wurden am meisten gegoogelt? Welche Ereignisse haben die Menschen beschäftigt? Und welche Fragen wurden am häufigsten gestellt?

Unruhe bei “Bild”?, “Systemkritik für Paranoiker”, Überdosis Trash-TV

1. “Bild” kämpft mit “Bild”: “In Auflösung”?
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Bei “Bild” bekommt der aktuelle Chefredakteur Johannes Boie einen neuen Mann beigeordnet, den bisherigen “Focus”-Chefredakteur Robert Schneider. Dieser werde “an Johannes Boie berichten, der unverändert in seiner derzeitigen Position als Chefredakteur und Vorsitzender der ‘Bild’-Chefredaktionen bleibt”, so der Springer-Verlag. Schneider hat einschlägige Boulevard-Erfahrungen, weiß Joachim Huber im “Tagesspiegel” zu berichten: “Der gebürtige Leipziger Schneider fing einst bei der ‘Bild’ an, wurde dort Ressortleiter, ehe er als stellvertretender Chefredakteur für die ‘B.Z’ und die ‘Bild am Sonntag’ arbeitete.” Huber ordnet die Personalie mitsamt ihrer möglichen Auswirkungen ein und überlegt, wie es bei “Bild” weitergehen könnte.

2. Systemkritik für Paranoiker – Verschwörungstheorien operieren mit dem Werkzeug der Aufklärung und stillen die Sehnsucht nach Vereindeutigung in einer komplexen Welt
(nzz.ch, Robert Misik)
“Wahn wird hier zu Aufklärung und Aufklärung zu Wahn.” Der österreichische Journalist und politische Schriftsteller Robert Misik hat einen lesenswerten Essay zu Verschwörungserzählungen verfasst und als Gastkommentar in der “NZZ” veröffentlicht: “Verschwörungstheorien sind auch Formen, mit einer komplexen, unübersichtlichen Welt umzugehen. Was immer geschieht, es lässt sich zumindest erklären. Es gibt Täter, Hintermänner, die die Fäden ziehen. Wer in der realen Welt ‘nicht weiss, wie ihm geschieht’, der weiss in der Phantasiewelt der Konspirationstheorie genau, was geschieht – und wo das Böse sitzt, gegen das vorgegangen werden müsste. Verständlich, dass das attraktiv sein kann.”
Weiterer Lesehinweis, weil es das Medium betrifft: Anzeige gegen NZZ: Redaktion leistet Gratis-Überstunden: “Der Berufsverband Impressum zeigte die NZZ wegen ungenauer Arbeitszeiterfassung an. Nun hat das Arbeitsinspektorat interveniert.” (infosperber.ch, Pascal Sigg)

3. Dürfen Linke Twitter nutzen?
(taz.de, Ulf Schleth)
Bei der “taz” fragt sich Autor und Online-Entwickler Ulf Schleth, ob Linke angesichts der Übernahme durch Elon Musk weiterhin Twitter benutzen sollten. Seiner Meinung nach sollte “die Verantwortung verinnerlicht werden, Inhalte nicht ausschließlich dort zu teilen, wo das Zielpublikum ausgebeutet wird. Sie müssen reichweitenunabhängig auch dort geteilt werden, wo es sich emanzipatorisch vernetzen kann. Das ist zurzeit das Fediverse.”

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4. Damit verbringen junge Menschen ihre Zeit am Smartphone
(spiegel.de)
Laut einer Umfrage eines Marktforschungsinstituts nutzen 80 Prozent der 14- bis 37-Jährigen ihr Smartphone mehr als drei Stunden pro Tag. Ungefähr ein Drittel sei sogar mehr als sechs Stunden täglich am Handy. Die meistbenutzte App bei den 14- bis 25-Jährigen ist TikTok.
Weiterer Lesehinweis: FBI-Chef sieht in TikTok Gefahr für nationale Sicherheit (zeit.de).

5. Überdosis Trash TV: Wird das TV-Publikum Reality-müde?
(dwdl.de, Peer Schader)
Das zunehmende Angebot an Reality-Formaten habe fatale Konsequenzen für die Akzeptanz des Genres im linearen Programm, so “DWDL”-Kolumnist Peer Schader. Er gelangt zu einer ernüchternden Erkenntnis: “Die vergangenen Monate haben ein für alle Mal den Beweis erbracht, dass der Versuch, das Genre ins Positive zu drehen und entsprechende Gegenentwürfe auszuprobieren, als gescheitert bezeichnet werden muss.”

6. Sternstunde des Sportjournalismus: Warum Esther Sedlaczek einen guten WM-Job macht
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm lobt die Arbeit der ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek, die unter anderem DFB-Manager Oliver Bierhoff mit für ihn unangenehmen Fragen konfrontierte: “Kein Schmusetext. Kein Schonwaschgang. Die Nation hat Fragen an diesem Abend, und Esther Sedlaczek nimmt sich die Freiheit, sie zu stellen – stellvertretend für ein Publikum, das nach Jahren der Erfolglosigkeit mehrheitlich die Nase voll hat von wachsweichen DFB-Floskeln, vom ausweichenden Polit-Klimbim der Verantwortlichen und den ewigen Ausflüchten.”

Aus fürs Medienhaus, EU spricht mit Musk, Tranzparenzregister dicht

1. RBB gibt Pläne für “Digitales Medienhaus” in Berlin auf
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Der RBB hat seine ehrgeizigen und vor allem kostspieligen Pläne für das “Digitale Medienhaus” in Berlin aufgegeben. Als Gründe seien die fehlende Akzeptanz in der Belegschaft und die unklare Kostenentwicklung genannt worden. Die nunmehr nicht zur Umsetzung anstehenden Pläne hätten die Beitragszahlerinnen und -zahler bereits 32 Millionen Euro gekostet (14 Millionen Euro davon seien nach Senderangaben nachhaltig investiert, 18 Millionen seien als Verlust abzuschreiben). Eine Umsetzung wäre jedoch weit teurer gekommen, wie der Sender mitteilt: “Bei der nun erstmals vorgenommenen Vollkostenbetrachtung summierten sich die zu erwartenden Kosten auf insgesamt 311 Millionen Euro.”

2. Nach EuGH-Urteil: Zugang zu Transparenzregistern wiederherstellen!
(netzwerkrecherche.org)
Als Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs verwehren immer mehr Staaten den Zugang zu Transparenzregistern. Dies beträfe auch Deutschland. Daniel Drepper, Vorsitzender von Netzwerk Recherche, protestiert: “Der Zugang zu Transparenzregistern ist ein wichtiges Werkzeug des investigativen Journalismus. Gerade bei Recherchen zu Geldwäsche und Korruption sind diese Register oft die einzige rechtssichere Möglichkeit zu belegen, wer hinter einem bestimmten Unternehmen steckt. Wir fordern deshalb von der Bundesregierung, dass Journalist*innen auch in Zukunft Zugriff auf diese Daten erhalten.”

3. Es gibt Zweifel an der Geschichte der toten Maria, aber keine am skandalösen Verhalten Griechenlands
(uebermedien.de, Michalis Pantelouris)
Der “Spiegel” hat vier Artikel über den mutmaßlichen Tod eines fünfjährigen syrischen Mädchens auf der Flucht von der Türkei nach Griechenland vorläufig gelöscht. Beim Aufruf der Beiträge erscheint der redaktionelle Hinweis, dass es “mittlerweile Zweifel an der bisherigen Schilderung der damaligen Geschehnisse” gebe. Michalis Pantelouris hat sich den Fall näher angeschaut und die dazu bekannten Fakten sortiert. Er sieht vor allem die griechische Regierung in der Verantwortung: “Wenn sie wollte, dass man die Wahrheit über sie schreibt, könnte sie das sehr unterstützen, indem sie mal die Wahrheit sagt.”

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4. EU mahnt Elon Musk zur Einhaltung von Desinformations-Regeln
(zeit.de)
EU-Kommissar Thierry Breton hat den neuen Twitter-Eigentümer Elon Musk in einem Video-Telefonat dazu aufgefordert, entschlossener gegen Desinformation vorzugehen und die Inhalte bei Twitter stärker moderieren zu lassen. In einer anschließenden Mitteilung habe Breton betont, es gebe “noch gewaltig viel Arbeit”, um die Plattform an das EU-Recht anzupassen. Eine direkte Reaktion von Musk darauf habe es nicht gegeben.

5. Das hat die Deutschen dieses Jahr auf YouTube interessiert
(spiegel.de)
Youtube hat die deutschen Top 10 der erfolgreichsten Videos der Plattform veröffentlicht. Zum “Top Trending Video 2022” wurde die zweite Folge der Survival-Show “7 vs. Wild: Panama” gekürt, die es binnen weniger Wochen und trotz einer Laufzeit von anderthalb Stunden auf stolze elf Millionen Aufrufe geschafft hat. Auf dem zweiten Platz steht ein ursprünglich live gestreamtes Box-Event, die “Universum Boxing Night #1”, mit Auftritten von Webstars. Den dritten Platz sicherte sich der Videomacher, Streamer und Podcaster Julien Bam mit seiner Produktion“Der letzte Song aus der Bohne”.

6. Kramer und Mertesacker: Endlich haben Delling und Netzer ihre Nachfolger
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hat sich die Performance der Fußball-Berichterstatter und -Berichterstatterinnen im deutschen Fernsehen angeschaut und ist besonders vom Duo Christoph Kramer und Per Mertesacker angetan: “Zuschauer wollen bitte nicht hören, was sie ohnehin selbst sehen oder wissen. Sie haben Augen. Sie können lesen und sehen. Sie wollen Mehrwert. Alles andere ist Spielverzögerung und gehört mit Gelb geahndet. Tacheles ist Mangelware im Expertengeschäft. Umso besser, das mit Kramer und Merte wieder ein stabiles Team willens und in der Lage ist, unterhaltsamen Klartext zu liefern.”

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