Suchergebnisse für ‘sport’

DJV vs. Friedrich Merz, Große KI-Show, Youtube lässt Falsches zu

1. Keine Nackenschläge von Merz
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) verurteilt den Vorwurf von CDU-Chef Friedrich Merz, Gendern im Journalismus treibe der AfD Wählerstimmen zu. Merz hatte auf Twitter geschrieben: “Mit jeder gegenderten Nachrichtensendung gehen ein paar hundert Stimmen mehr zur AfD.” Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall sieht in der Äußerung “blanken Populismus auf Kosten Tausender Journalistinnen und Journalisten im Rundfunk”.

2. Die große Science-Fiction-Show
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck kritisiert bei netzpolitik.org Medien für ihre teilweise reißerische Berichterstattung über Künstliche Intelligenz (KI). Manche Experten und Redaktionen würden Durchbrüche bei KI-Systemen zu einer “Science-Fiction-Show” hochstilisieren: “Sie fabulieren, wie die KI wahlweise die Menschheit vernichten oder zu atemberaubenden Höhen führen kann. Dafür ist ihnen offenbar keine Behauptung zu übertrieben.”

3. “Wir setzen ein, was auf dem Markt ist”
(journalist.de, Henning Kornfeld)
Im Interview mit dem “journalist” sprechen Ippen-Digital-Chefredakteur Markus Knall und Technik-Chef Markus Franz über die Integration von KI-Tools in den journalistischen Arbeitsalltag. Ippen habe sich fünf Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz gegeben. Diese beträfen die Werte und redaktionellen Leitlinien, das Transparenzgebot und das “Human-in-the-Loop-Prinzip”, das vorsehe, dass immer ein Mensch am Prozess beteiligt ist.

Bildblog unterstuetzen

4. Anti-Fake-News-Chefin Irwin verlässt Twitter
(tagesschau.de)
Wie am vergangenen Dienstag in den “6 vor 9” berichtet, hat sich Twitter offenbar aus einer freiwilligen Vereinbarung der Europäischen Union zur Bekämpfung von Desinformation im Internet zurückgezogen. Nun hat laut Reuters die für die Moderation von Twitter-Inhalten verantwortliche Chefin für Vertrauen und Sicherheit, Ella Irwin, ihren Posten aufgegeben.

5. YouTube lässt Falschaussagen über Präsidentschaftswahl 2020 zu
(spiegel.de)
Youtube wolle “keine Inhalte mehr entfernen, die falsche Behauptungen über weitverbreiteten Betrug, Fehler oder Pannen bei der Präsidentschaftswahl 2020 und anderen vergangenen US-Wahlen aufstellen”. Das habe das Unternehmen am Freitag in einem offiziellen Blogbeitrag mitgeteilt. Wie der “Spiegel” berichtet, sei die Entscheidung umgehend auf Kritik gestoßen.

6. Rückblick auf 60 Jahre aktuelles sportstudio
(zdf.de, Jörg Levsen & Ansgar Pohle, Video: 1:05:03 Stunden)
Das “aktuelle sportstudio” wird 60 Jahre alt. Anlass für das ZDF, ein wenig nostalgisch zu werden und auf die vergangenen Jahrzehnte der Sportberichterstattung zurückzublicken. In dem Film geht es auch um prägnante “sportstudio”-Momente: “Wenn Uli Hoeneß und Christoph Daum sich in der Sendung streiten, wenn ein Affe der Frau von Johnny Weissmüller die Perücke vom Kopf reißt”. Und natürlich darf auch die berühmte Torwand nicht fehlen, bei der es seit ihrem Bestehen noch nie die vollen sechs Treffer gab.

KW 22/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Was für eine Realität konstruieren die Reportagen von “Funk”?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:30 Minuten)
Wie vergangenen Mittwoch in den “6 vor 9” zu lesen war, hat sich eine neue Studie der Otto Brenner Stiftung (PDF) die journalistischen Machart und Qualität der öffentlich-rechtlichen Reportageformate von “Funk” genauer angeschaut. Holger Klein sprach nun im “Übermedien”-Podcast mit dem Autor der Studie, Janis Brinkmann von der Hochschule Mittweida, über die Ergebnisse seiner Untersuchung.

2. Justiz-Journalismus heute – der Autor Ronen Steinke im Gespräch
(swr.de, Max Bauer, Audio: 14:14 Minuten)
Beim “SWR1 Radioreport Recht” ist Ronen Steinke zu Gast, Buchautor und Redakteur bei der “Süddeutschen Zeitung”. Es geht im weitesten Sinne um Rechtsjournalismus. Wie kommt man zur politischen Seite des Rechts? Steinke erzählt von seinem Weg vom Juristen zum Journalisten.

2. ZDF Magazin Royale über Twitter
(zdf.de, ZDF Magazin Royale, Video: 32:44 Minuten)
Jan Böhmermann beschäftigt sich im “ZDF Magazin Royale” mit Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk: “Warum hat man auf einmal so viele rechte Accounts in der Timeline als Empfehlung? Warum werden die Accounts, denen man folgt, teilweise nur noch spärlich angezeigt? Wie politisch ist der Kauf der Plattform wirklich?” Begleitend hat die Redaktion eine Website eingerichtet, auf der auch die in der Sendung erwähnte Studie (PDF) zu finden ist.

Bildblog unterstuetzen

4. Berichten Medien zu oberflächlich über parteiinterne Willensbildung?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 34:39 Minuten)
Beim Deutschlandfunk hat sich eine Hörerin gemeldet, die selbst in der Berliner SPD aktiv ist und die mit der politischen Berichterstattung zum SPD-Mitgliederentscheid zum Thema Große Koalition in Berlin nicht einverstanden ist. Berichten Medien zu oberflächlich über die innerparteiliche Willensbildung? Mit den Publizisten Albrecht von Lucke und René Martens diskutiert sie über das Zusammenspiel von Politik und Medien.

5. Community Management: Warum ist es so wichtig?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 23:17 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um Community Management: “Wie funktioniert gutes Community Management? Und müssten wir Medien nicht mehr unsere Leserinnen und Zuhörer miteinbringen?” Darüber spricht Jonathan Schulenburg mit Anne Hemmes, die das Community Management bei BR24 leitet, und mit Julia Meyer, die das Community Management bei “Zeit Online” verantwortet.

6. Atomkrieg – Der Talk
(zdf.de, Browser Ballett, Video: 29:03 Minuten)
Zum Schluss noch etwas Satirisches: Das Team vom “Browser Ballett” hat eine “Markus-Lanz”-Sendung nachgebaut, bei der es um nichts Geringeres als einen Atomangriff aus Russland geht. Als Talkgäste mit dabei: ein TV-Philosoph, eine Altfeministin, ein Schauspieler und eine Klimaaktivistin.

“Funk”-Formate auf dem Prüfstand, KI-Elite warnt, Schutzgarantien

1. “Die Auswahl der Quellen zeigt einen klaren Fokus auf subjektive Informationen”
(medienpolitik.net, Helmut Hartung)
Die neue Studie der Otto Brenner Stiftung “Journalistische Grenzgänger – Wie die Reportage-Formate von funk Wirklichkeit konstruieren” (PDF) habe erstmals medienwissenschaftlich die journalistische Machart und Qualität der jungen öffentlich-rechtlichen Video-Dokumentationen untersucht. Helmut Hartung fasst die zentralen Ergebnisse zusammen.

2. Schutzgarantien für Medienschaffende sind nötig
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen und die Neuen deutschen Medienmacher*innen begrüßen in einer gemeinsamen Stellungnahme (PDF) den Vorschlag des Justizministeriums für ein Gesetz gegen digitale Gewalt, empfehlen jedoch Nachbesserungen. Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Medienschaffende sollten diese im Gesetz explizit als zu schützende Berufsgruppe genannt werden, so einer der Vorschläge.

3. Sudan
(ardaudiothek.de, Holger Klein, Audio: 31:51 Minuten)
Einmal im Monat bittet radioeins-Moderator Holger Klein Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten aus aller Welt zum Gespräch. In der aktuellen Folge ist Anne Allmeling zu Gast, die aus dem ARD-Studio Kairo berichtet. Schwerpunkt der Sendung ist der Sudan und die unübersichtliche politische Lage im Land seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs in diesem Jahr.

Bildblog unterstuetzen

4. KI-Elite warnt vor Ende der Menschheit
(spiegel.de)
Mit drastischen Worten hätten Hunderte Expertinnen und Experten vor den Folgen Künstlicher Intelligenz (KI) gewarnt: “Es sollte global priorisiert werden, das Risiko der Auslöschung durch KI zu verringern – auf einer Stufe mit anderen Risiken für die gesamte Gesellschaft, wie etwa Pandemien und Nuklearkrieg”. Diese Warnung ist umso überraschender, als sich unter den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern auch KI-Pioniere wie Sam Altman von OpenAI (ChatGPT) und Demis Hassabis von Google DeepMind befänden.

5. USA: Debatte über die Zukunft der Mittelwelle in Autoradios entbrannt
(radiowoche.de, Tom Sprenger)
Die Mittelwelle ist in Deutschland und weiten Teilen Europas bedeutungslos geworden. In den USA war das hingegen bisher anders. Dort gibt es nun allerdings eine intensive Diskussion darüber, ob die Mittelwelle in Zukunft noch einen Platz in Autoradios haben soll. Zahlreiche Autokonzerne dächten darüber nach, ihre Radios künftig ohne Mittelwellenempfänger auszustatten. Dagegen formiere sich jedoch politischer Widerstand.

6. Sport, Medien, Entertainment: Das sind die erfolgreichsten Marken auf Tiktok
(omr.com, Roland Eisenbrand)
“OMR” hat ein TikTok-Ranking der erfolgreichsten Marken aus den Bereichen Sport, Medien und Unterhaltung erstellt: Wer hat die meisten Follower? Wer hat die meisten Likes und Aufrufe pro Video? (Für TikTok im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) gibt es eine separate monatliche Zusammenfassung).

KW 21/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Presseförderung: Muss der Staat den Verlagen helfen?
(ardaudiothek.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 25:21 Minuten)
Die deutschen Zeitschriftenverlage haben es derzeit nicht leicht: Auf der einen Seite sinken die Anzeigenerlöse, auf der anderen steigen die Energie- und Papierkosten. Sollte der Staat finanziell einspringen? Und wer wäre dafür zuständig? Jonathan Schulenburg spricht mit Sigrun Albert, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger. Außerdem in der Sendung: Erhard Grundl, medienpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, und Christopher Buschow, Juniorprofessor für Organisation und vernetzte Medien an der Universität Weimar.

2. Wie und warum schüren Medien Angst vor dem geplanten Heizungsgesetz?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:07 Minuten)
Malte Kreutzfeldt ist Redakteur bei “Table.Media”. Dort beobachtet und analysiert er die deutsche Energie- und Wirtschaftspolitik sowie die Grünen. Zuvor war er Redakteur, Ressortleiter und Parlamentskorrespondent bei der “taz”. Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Kreutzfeldt über die medial geschürte Angst vor dem neuen Heizungsgesetz: “Fallen Medien auf eine Kampagne rein? Warum regen sich jetzt auf einmal alle auf, obwohl die Pläne der Koalition zum Heizungsaustausch nicht neu sind? Und wer denkt eigentlich vor lauter Heizungspanik noch an die Klimakrise?”

3. Prof. Dr. Wessels über ChatGPT und die Folgen für Bildung und Kunst
(denkangebot.org, Katharina Nocun, Audio: 51:51 Minuten)
Doris Weßels ist Wirtschaftsinformatikerin und beschäftigt sich unter anderem mit den Entwicklungen beim Natural Language Processing (PDF) und den daraus resultierenden Folgen für den Bildungsbereich. Sie ist zu Gast im Podcast “Denkangebot” und spricht dort über ChatGPT sowie die Konsequenzen für Bildung und Kunst: Was bedeutet Künstliche Intelligenz für unsere Gesellschaft? Müssen wir diese neuen Technologien regulieren? Und wenn ja, wie?

Bildblog unterstuetzen

4. Heide Sommer – “Ich habe mir die Schokoladenseiten von den Bäumen gepflückt”
(ardaudiothek.de, Jagoda Marinić, Audio 1:44:11 Stunden)
Heide Sommer kam 1963 zur Wochenzeitung “Die Zeit”, wo sie für ihren späteren Ehemann Theo Sommer arbeitete. Anschließend wechselte sie zum “Spiegel” und assistierte dort Rudolf Augstein und Günter Gaus. Wie empfand Sommer die Dominanz der prominenten Männer? Wann wurden ihr die sexuellen Avancen zu viel? Waren sie es überhaupt? Und warum blickt sie – mit viel Abstand und Gelassenheit – so gnädig auf vieles, was heute zum Aufschrei führen würde? Darum und um vieles mehr geht es im Gespräch mit Jagoda Marinić bei “Freiheit Deluxe”.

5. Manuel Stark | Journalist und Autist | Das ist das besondere am Podcast “nicht witzig”
(ardmediathek.de, Jens Wolters, Video: 36:17 Minuten)
Manuel Stark ist freier Journalist, Gründungsmitglied und Autor einer unabhängigen Agentur für deutschsprachigen Erzähljournalismus. Als Autist könne er mit Humor nicht viel anfangen, weil er ihn meistens einfach nicht verstehe. Deshalb spreche er jede Woche im SWR-Podcast “nicht witzig” mit Comedians über das, was Menschen zum Lachen bringt. Für “SWR1 Leute” gibt er aber erst einmal selbst Auskunft darüber, was ihn antreibt und was das Besondere an “nicht witzig” ist.

6. Boris Inanici – Leiter Sportgroßprojekte WDR / Sportschau (ARD)
(podcast.de, Lisabell Shewafera, Audio: 34:27 Minuten)
Im Podcast “Inside Medien” spricht Lisabell Shewafera mit Boris Inanici, der für die ARD große Sportprojekte wie die Fußball-Europameisterschaft verantwortet. Zuvor berichtete Inanici als Sportjournalist bereits von Fußball- und Handball-Weltmeisterschaften rund um den Globus und kann auf ein spannendes Berufsleben zurückblicken.

KW 18/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Dunja Hayali – “Was ist denn konservativ für Sie?”
(ardaudiothek.de, Jagoda Marinić, Audio: 2:06:14 Stunden)
Bei “Freiheit Deluxe” spricht Jagoda Marinić mit der Journalistin und Fernsehmoderatorin Dunja Hayali, die sowohl beim “Morgenmagazin” als auch beim “Aktuellen Sportstudio” und seit Februar dieses Jahres auch beim ZDF-Nachrichtenmagazin “heute Journal” zum Moderationsteam gehört. In dem Gespräch geht es auch um das Thema Meinungsfreiheit: Warum ist es heute so schwer, ins Gespräch zu kommen, zuzuhören? Gibt es tatsächlich Redeverbote in unserer Gesellschaft? Oder haben wir die Fähigkeit verloren, andere Meinungen auszuhalten?

2. Gero von Boehm in der Hörbar Rust
(radioeins.de, Bettina Rust, Audio: 1:51:04 Stunden)
In der “Hörbar Rust” hat sich Bettina Rust mit dem Journalisten und Fernsehproduzenten Gero von Boehm an den virtuellen Tresen gesetzt. Von Boehm hat über 100 Dokumentarfilme produziert und Persönlichkeiten wie Loriot, Stephen Hawking, Susan Sontag und Karl Lagerfeld interviewt – beim SWR über ein Jahrzehnt in der Sendung “Wortwechsel”, bei 3sat viele Jahre in der Gesprächsreihe “Gero von Boehm begegnet …”.

3. Tod einer Ikone – Die Journalistin Shireen Abu Akleh
(swr.de, Nadja Odeh, Audio: 54:27 Minuten)
Der Tod von Shireen Abu Akleh, einer Journalistin mit palästinensischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft, hat weltweit große Aufmerksamkeit erregt. Sie wurde während ihrer Berichterstattung im Mai 2022 durch einen Schuss aus einer israelischen Militärwaffe getötet. Dieser Vorfall werfe bis heute viele Fragen auf. In dem SWR2-Feature teilen Freundinnen, Familienangehörige, Menschenrechtsaktivisten und Kolleginnen von Shireen Abu Akleh ihre Erinnerungen an sie.

Bildblog unterstuetzen

4. “Wann hat man denn den Kartoffelstatus erreicht?”
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura, Audio: 28:40 Minuten)
Auf der Leipziger Buchmesse traf Nadia Zaboura die Journalistin Vivian Perkovic (3sat-“Kulturzeit”) und sprach mit ihr über Medien in der Einwanderungsgesellschaft: Wie tragen Zeitungen, Radio, TV und Online-Formate zum Zusammenleben in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft bei? Bilden sie die Sichtweisen und Anliegen von Menschen mit Migrationsgeschichte ausreichend ab? Und welche Verantwortung tragen Journalistinnen und Journalisten, wenn sie über “Silvesterkrawalle”, Rassismus oder den Fastenmonat Ramadan berichten?

5. Haltung im Journalismus
(mdr.de, Lars Sänger & Carsten Kayser, Video: 29:30 Minuten)
Hat Haltung im Journalismus etwas zu suchen? Oder ist Berichterstattung mit Haltung automatisch tendenziös, unausgewogen oder parteiisch? In dem Film von Lars Sänger und Carsten Kayser kommen Journalistinnen und Journalisten zu Wort, denen vorgeworfen wird, durch tendenziöse, meinungslastige oder unsachliche Berichterstattung “Haltungsjournalismus” zu betreiben.

6. @PhilLaude – Wie übernimmst du Verantwortung für deine Gefühle?
(youtube.com, Matze Hielscher, 1:51:04 Stunden)
Phil Laude war vor 15 Jahren einer der ersten erfolgreichen Youtuber in Deutschland und veröffentlichte mit seinem damaligen Kollektiv “Y-Titty” das erste von vielen Videos. Nachdem sich das Trio schließlich auflöste, startete Laude seine Solokarriere und widmete sich der Schauspielerei und Stand-up-Comedy. Phil Laude sei jemand, mit dem man sofort ein offenes und tiefes Gespräch führen könne, schwärmt Podcaster Matze Hielscher in seinem “Hotel Matze”: “Wir sprechen über Humor, Mut, Trauer, Abschiede, Träume, Leistungsdruck und Gefühle. Es geht – mal wieder – ums Menschsein.”

Enthüllung und Fiktion, Erfundenes Interview, Selbsternannte Dissidenten

1. Döpfner, Stuckrad-Barre & Reichelt: Enthüllung und Fiktion
(ndr.de, Caroline Schmidt & Iris Ockenfels, Video: 28:34 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” hat sich mit den aktuellen Entwicklungen rund um den Springer-Konzern und dem von vielen als Enthüllungsroman interpretierten Roman von Benjamin von Stuckrad-Barre beschäftigt und dazu verschiedene Medienexperten und -expertinnen befragt. Interessant ist unter anderem die Gegenüberstellung des offiziellen Selbstverständnisses von Springer und der gelebten Realität.

2. Wider­st­rei­tende Inter­essen im Bild-Kom­plex?
(lto.de, Martin W. Huff)
Julian Reichelt sowie eine Frau, die ihm Vorwürfe macht, werden beide von derselben Sozietät vertreten. Das birgt auch berufsrechtliche Gefahren, wie Martin W. Huff in seinem Artikel ausführt. Das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen gehöre zu den Kernvorschriften des anwaltlichen Berufsrechts.

3. Warum die New York Times die EU-Kommission wegen einer SMS verklagt
(tageins.at, Alexander Fanta)
Nach geltendem Recht hat jeder das Recht auf Zugang zu EU-Dokumenten. Doch im Fall einer SMS von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wolle die EU-Kommission davon offenbar nichts wissen. Der Journalist Alexander Fanta hat nicht nachgegeben und dazu beigetragen, dass die “New York Times” die EU-Kommission wegen dieser SMS verklagt: “Die New York Times schaltet Anwält*innen ein, die ich mir nicht leisten könnte. Ich helfe mit Recherchen zur Vorbereitung der Klage. Am 25. Januar 2023 bringen die Anwält*innen eine Klageschrift beim EU-Gericht ein. Sie verlangt mit Nachdruck die Herausgabe jener Nachrichten, die mir verweigert worden sind. Aus dem Schneeball, meiner kleinen Anfrage vor einigen Monaten, wird eine Lawine.”

Bildblog unterstuetzen

4. Kolonialismus: Erinnerung und Verantwortung
(sueddeutsche.de, Nadia Zaboura, Audio: 32:03 Minuten)
“Die Krönung von Charles III. wird zum medialen Großereignis – die koloniale Vergangenheit der britischen Krone wird dabei jedoch zu wenig beleuchtet.” Im Medienpodcast “quoted” spricht Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura mit der Autorin und Journalistin Charlotte Wiedemann über die Fragen, ob wir – auch mit Blick auf die deutsche Geschichte – an einer “kolonialen Amnesie” leiden, wie sich das Bewusstsein für vergangenes Unrecht und seine Folgen entwickelt, und welche Rolle Medien dabei spielen.

5. Selbsternannte Dissidenten
(taz.de, Andreas Speit)
Andreas Speit nimmt das 20-jährige Bestehen des neurechten Magazins “Sezession” um Götz Kubitschek zum Anlass, einen kritischen Blick auf Entwicklung, Traditionslinien und Haltung der Publikation zu werfen.

6. Erfundenes Interview mit Michael Schumacher
(tagesspiegel.de, Tobias Mayer)
Wie kürzlich in den “6 vor 9” zu lesen war, hat das Regenbogenblatt “Die Aktuelle” mit dem vor einigen Jahren beim Skifahren verunglückten Michael Schumacher auf der Titelseite geworben und so getan, als habe der ehemalige Rennfahrer der Redaktion ein Interview gegeben. Tatsächlich stammten die vermeintlichen Schumacher-Antworten von einer Künstlichen Intelligenz. Schumachers Familie habe nun rechtliche Schritte gegen “Die Aktuelle” angekündigt, berichten der “Guardian” und “Übermedien”.

KW 15/23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Harald Welzer über Medien, Journalismus & Ukraine-Krieg
(youtube.com, Jung & Naiv, Tilo Jung, Video: 3:06:25 Stunden)
Bei “Jung & Naiv” ist der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer zu Gast, der zusammen mit Richard David Precht das Buch “Die vierte Gewalt” geschrieben hat. In dem Gespräch geht es um Massenmedien und Meinungsmache, gemachte Fehler und Ungenauigkeiten, die von den Autoren behauptete “Selbstangleichung der Medien”, die “Zeitenwende” in Politik und Journalismus und viele weitere medienrelevante Themen. Wie immer bei “Jung & Naiv” zeitintensiv, dafür aber umso tiefgehender.

2. Heikle Nebenjobs: Journalisten moderieren für die Politik
(ndr.de, Zapp Medienmagazin, Daniel Bröckerhoff, Video: 16:41 Minuten)
Können Journalistinnen und Journalisten, die zum Beispiel für Moderationen Geld von der Bundesregierung angenommen haben, noch unabhängig und kritisch berichten? Viele zweifeln daran. Für das Medienmagazin “Zapp” geht Daniel Bröckerhoff dieser Frage nach und spricht mit einem Nebenjob-Kritiker, dem Journalistik-Professor Volker Lilienthal. Die Medienschaffenden, die von den Nebenjobs profitierten, seien laut Bröckerhoff nicht bereit gewesen, vor der Kamera über das mögliche Problem zu sprechen.

3. Die Straftaten des Rappers Fler
(tagesspiegel.de, Katja Füchsel & Sebastian Leber, Audio: 37:31 Minuten)
Der Polizist Stephan Zillmer wurde bei einem Einsatz von dem Berliner Rapper Fler wüst beschimpft und bedroht, ließ sich aber nicht provozieren und blieb gelassen. Durch ein virales Video wurde der Vorfall deutschlandweit bekannt. Jetzt spricht der Beamte erstmals über den Vorfall, die Hintergründe und die Frage, wie sich die unfreiwillige Medienprominenz auf sein privates und berufliches Leben ausgewirkt hat.

Bildblog unterstuetzen

4. Wird Twitter denn nun sterben – und wenn ja, woran?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 29:05 Minuten)
“Twitter ist wie ein Jenga-Turm. Es steht die ganze Zeit auf der Kippe, wann es in sich zusammenfällt.” Im “Übermedien”-Podcast ist Gavin Karlmeier zu Gast, der zusammen mit Dennis Horn im Podcast “Haken dran” fast täglich über Neuigkeiten bei Twitter berichtet. Und davon gibt es seit der Übernahme durch Elon Musk jede Menge. In dem Interview geht es um den langsamen und schmerzhaften Niedergang des Netzwerks und die Frage nach Alternativen. Wer nach Hören des “Übermedien”-Podcasts auf den Geschmack gekommen ist, dem sei “Haken dran” wärmstens empfohlen.

5. Computer statt Journalisten: Spielberichte im Amateur-Fußball
(youtube.com, Sportschau, Tom Theunissen, Video: 9:59 Minuten)
Die Berichterstattung über Fußballspiele sei schon immer von vielen Sprachschablonen und austauschbaren Stilmitteln geprägt gewesen, habe sich aber durch das Fachwissen und die subjektiven Beobachtungen des Reporters oder der Reporterin ausgezeichnet. In jüngster Zeit würden die Vor- und Nachberichte von Fußballspielen im deutschen Amateurbereich jedoch von Computern generiert, und dabei gehe manchmal das eine oder andere Detail verloren. Der Film von Tom Theunissen beleuchtet einen ersten Versuch aus dem Jahr 2020, ein Fußballspiel mit Künstlicher Intelligenz zu erfassen.

6. Das Ende von maiLab
(youtube.com, MaiLab, Mai Thi Nguyen-Kim, Video: 19:10 Minuten)
Mit bewegenden Worten verabschiedet sich die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim von den fast eineinhalb Millionen Abonnentinnen und Abonnenten ihres Youtube-Kanals “MaiLab”. Das Tröstliche: Ihr Abschied bezieht sich nur auf Youtube.

“Bild” und das “Schauspiel im Schauspiel”, Fake-Anzeigen, KI-Fail

1. “Bild” löscht Artikel über Reichsbürger
(tagesspiegel.de, Julius Geiler)
Bei der Premiere eines Theaterstücks in Halle über die Welt der Reichsbürger war auch der in der Reichsbürgerszene bekannte und selbsternannte “König von Deutschland” Peter Fitzek als Besucher vor Ort. Die Eintrittskarten soll ihm ein “Bild”-Reporter besorgt haben, um ein “Schauspiel im Schauspiel” zu inszenieren, wie das Theater vermutet. Nach Bekanntwerden des Vorgangs entfernte die “Bild”-Redaktion den dazugehörigen Text von Bild.de.
Aktueller Lesetipp zum Thema, in dem auch besagter Peter Fitzek eine Rolle spielt: “Reichsbürger” wollen Parallelwirtschaft: “Sie sind Maler, Masseure oder Bestatter, verkaufen Solaranlagen oder vegane Lebensmittel. Dutzende Firmen sehen sich als Teil eines fiktiven ‘Königreichs Deutschland’. Der Verfassungsschutz rechnet sie der ‘Reichsbürger’-Szene zu.” (tagesschau.de, Kai Laufen)

2. So funktioniert die Abzocke mit Fake-Anzeigen
(spiegel.de, Torsten Kleinz)
Torsten Kleinz schreibt beim “Spiegel” über “die Abzocke mit Fake-Anzeigen”. In der vergangenen Woche hatte der “6-vor-9”-Kurator auf Twitter die Anzeigenpraxis des “Spiegel” kritisiert: “Lieber @derspiegel, es ist schon ziemlich, nun ja, erbärmlich, dass Ihr seit Jahren zulasst, dass auf Eurer Webseite übelste Fake-Meldungen von digitalen Trickdieben ausgespielt werden. Stoppt endlich diesen Mist! (Und ja, das gilt auch für andere Qualitätsmedien)”. Der konkrete Anlass war eine in einen Artikel eingebettete Anzeigen-Falschmeldung mit einem gefälschten Foto der vermeintlichen Verhaftung des TV-Moderators Markus Lanz und dem Locktitel: “Tausende strömen nach Lanz Verhaftung zu den Geldautomaten”. Nun erklärt der “Spiegel” wortreich und sinngemäß, wie schwierig es für Medien wie den “Spiegel” sei, das (seit vielen Jahren bekannte, Anmerkung des Kurators) Problem in den Griff zu bekommen, und dass dieses Anzeigenformat nun mal viele Einnahmen generiere, auf die man ungern verzichte. Dies erinnert den Kurator an eine Twitter-Diskussion mit einem Mitarbeiter des “Spiegel”: “Ach, und die Jobs, die an ‘dieser Art der Vermarktung’ hängen, rechtfertigen es, dass ‘Spiegel’-Leser und -Leserinnen seit Jahren und immer wieder geschädigt, geprellt und abgezockt werden? Und nein: Es ist nicht komplex. Hört endlich auf damit!”

3. Krasser KI-Sündenfall, @ippenmedia!
(twitter.com/LarsWienand)
Offenbar lässt die Ippen-Gruppe, zumindest vereinzelt, Beiträge von einer Künstlichen Intelligenz (KI) schreiben. Die entsprechenden Texte sind jedenfalls gekennzeichnet und mit dem Hinweis versehen, dass ein Mensch sie vor der Veröffentlichung geprüft habe. Was dabei schiefgehen kann, zeigt der Journalist Lars Wienand auf Twitter mit einem Beispiel aus der Praxis: Anscheinend hat die KI einen zehn Jahre alten Beitrag über einen Fall in den USA mit dem aktuellen Fall “Jule Stinkesocke” verwoben und zu einer neuen Meldung zusammenhalluziniert.
Weiterer Lesehinweis: In zahlreichen Medien wurden bereits Algorithmen und Künstliche Intelligenz eingesetzt, um über Sportergebnisse, Wettervorhersagen, Lottozahlen oder Kochrezepte zu berichten. Doch mit dem Aufkommen von ChatGPT explodiert die Zahl der möglichen Anwendungsbereiche von KI. Beim “Fachjournalist” schreibt Dennis Fajt über die Herausforderungen, Probleme und Lösungen beim Einsatz von “denkenden Maschinen” im journalistischen Umfeld.

Bildblog unterstuetzen

4. Nur dahingesagt – oder “dahingerotzt”?
(verdi.de, Lars Hansen)
Hamburgs Schulsenator Ties Rabe soll sich kürzlich vor jungen Leuten abfällig über Medien geäußert haben. Lars Hansen will das nicht so stehen lassen und kontert: “Journalistische Medien in Zeiten zahlreicher globaler Krisen und gesellschaftlicher Umbrüche insgesamt zu diffamieren, anstatt sie wertzuschätzen und jungen Menschen näher zu bringen, ist eines Demokraten unwürdig. Journalistische Produkte, die durch mehrere Redaktionsprozesse gegangen sind, oft unter schwierigen Arbeitsbedingungen, bevor sie veröffentlicht wurden, als ‘dahingerotzt’ zu bezeichnen, ist der Stil eines ganz schlechten Lehrers. Setzen, Sechs!”

5. Hetzkampagne gegen Journalisten
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Als sich das Medienmagazin “Zapp” bei “Tagesspiegel”-Reporter Sebastian Leber meldete, wollte er es zunächst nicht glauben: Eine Reihe bekannter Verschwörungsideologen und Hetzer, so die “Zapp” vorliegenden Informationen, hätten im Geheimen eine koordinierte Kampagne geplant, um ihn und den “Tagesspiegel” zu diffamieren. Leber fragt sich: “Wenn die sich schon die Mühe machen, koordiniert gegen eine kleine Leuchte wie mich zu hetzen, gegen wie viele andere Journalist:innen in Deutschland liefen und laufen dann noch Diffamierungsaktionen?”
Transparenzhinweis: Für etwa eine halbe Stunde war hier ein anderer Beitrag verlinkt, den wir jedoch wegen inhaltlicher Mängel ausgetauscht haben.

6. Die Trump-Show LIVE
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz, Video: 2:50 Minuten)
Tappen Redaktionen erneut in Donald Trumps Medienfalle? Boris Rosenkranz hat sich angeschaut, wie deutsche Medien über die aktuellen Ereignisse rund um die Trump-Anklage berichtet haben, und hat einen Zusammenschnitt erstellt, der für sich spricht: “Donald Trump muss in New York City vor Gericht. Und was machen Medien weltweit, als hätten sie nichts gelernt? Sie filmen den amerikanischen Ex-Präsidenten auf Schritt und Tritt, sogar aus Helikoptern – und bereiten ihm damit eine ganz große Bühne.”
Lesehinweis: Bei der “taz” kommt Carolina Schwarz zu einer ähnlichen Erkenntnis: Ein reines Spektakel: “Mit Live-Berichterstattung und Helikoptern begleiten US-Medien Donald Trumps Anklage. Dabei wiederholen sie journalistische Fehler aus dem Wahlkampf 2016.”

Kulturkämpfe der “Bild”, Germany’s Next Topmobbing, Oscars

1. Heißer gegessen als gekocht: Wie “Bild” mit falschen Zutaten Kulturkämpfe zubereitet
(uebermedien.de, Martin Rücker)
“Wer sich für seine Berichterstattung ein gleich dreifaches Dementi einfängt, kann sicher sein: Es geht um was.” Martin Rücker nimmt die Berichterstattung der “Bild”-Redaktion zu Plänen von Cem Özdemir auseinander, der sich im Kabinett um Landwirtschaft und Ernährung kümmert. Rückers Fazit: “Man kann Özdemirs Pläne richtig oder falsch finden, angemessen oder irgendwie drüber – die Frage ist nur, ob immer gleich Kulturkampf sein muss, der noch dazu losgelöst von den Fakten ausbricht.” Siehe dazu auch unseren Beitrag: Bild.de schiebt Özdemir radikales Werbeverbot für Milch unter.
Weiterer Lesetipp, auch die “Bild”-Berichterstattung betreffend: Falschmeldung der “Bild”-Zeitung: Habeck kostet uns keine Billion (taz.de, Tobias Schulze).

2. ARD-Korrespondentin zum Fall Lineker
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Der Ex-Fußballer und prominente BBC-Moderator Gary Lineker hat in einem Tweet die britische Einwanderungspolitik kritisiert und dabei die Sprache der konservativen Regierung mit der Deutschlands der 1930er-Jahre verglichen. Darauf war Lineker von der BBC suspendiert worden, was auf vielfältigen Protest stieß. So zeigten sich BBC-Kollegen solidarisch mit ihm, so dass die Fußball-Berichterstattung der BBC am Wochenende stark eingeschränkt war. Inzwischen soll Tim Davie, Generaldirektor des Senders, Lineker wieder zurück auf Sendung haben wollen. Joachim Huber hat sich mit der Londoner ARD-Korrespondentin Annette Dittert über den Fall und die politischen Hintergründe unterhalten.

3. Enthüllung über Heidis Statement: Die Wahrheit über die Zukunft von GNTM
(youtube.com, Lijana Kaggwa, Video: 27:48 Minuten)
Die ehemalige “Germany’s-Next-Topmodel”-Kandidatin Lijana Kaggwa hat im vergangenen Jahr ein viel beachtetes Video veröffentlicht, in dem sie schwere Manipulationsvorwürfe gegen die ProSieben-Show erhebt: Die Produktionsfirma habe die Teilnehmerinnen monatelang isoliert, von der Außenwelt abgeschnitten, auf Zuckerentzug gesetzt, gegeneinander ausgespielt. Außerdem seien einigen Teilnehmerinnen vor dem Auftritt auf dem Laufsteg die Füße eingecremt worden, um Stolperszenen zu provozieren. ProSieben dementierte, die Produktionsfirma klagte, und Heidi Klum äußerte sich in der Auftaktsendung der neuen Staffel. Nun gibt es Gerichtsurteile dazu, was man über die Methoden von “Germany’s Next Topmodel” sagen darf – und das ist eine ganze Menge. Ex-Teilnehmerin Kaggwa hat sich für ihr neues Statement Rechtsanwalt Chan-jo Jun ins Boot geholt und nutzt die Gelegenheit, um auf ihre Anti-Cybermobbing-Initiative aufmerksam zu machen.

Bildblog unterstuetzen

4. Top Ten der Vergessenen Nachrichten 2023
(derblindefleck.de)
Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) hat ihre “Top Ten der vergessenen Nachrichten 2023” vorgestellt. Dabei handelt es sich um Themen und Geschichten, die aus Sicht der INA in der medialen Berichterstattung weitgehend unsichtbar blieben, obwohl sie von gesellschaftlicher Bedeutung sind. Auf den ersten drei Plätzen: die Verdunkelung der Meere in Küstennähe, die Aufgabe von Schiffen und ihrer Besatzung und Mangelhafte Psychotherapieangebote für Menschen mit geistigen Behinderungen.

5. Facebook-Konzern erwägt dezentrale Twitter-Alternative
(zeit.de)
“Zeit Online” berichtet über die Pläne des Facebook-Mutterkonzerns Meta, ein neues Soziales Netzwerk zu schaffen, das womöglich mit Mastodon kompatibel ist.
Dazu eine aktuelle Podcast-Empfehlung: In der heutigen Ausgabe von “Haken dran” sprechen Dennis Horn und Gavin Karlmeier über eine sich abzeichnende technologische Entwicklung, die Metas Vorhaben in den Schatten stellen könnte.

6. Oscar für den besten Film geht an “Everything Everywhere All at Once”
(spiegel.de)
Zum 95. Mal wurden in Hollywood die Oscars verliehen. Die großen Gewinner sind die Fantasy-Komödie “Everything Everywhere All at Once” und die deutsche Literaturverfilmung “Im Westen nichts Neues”. “Wie lief die Oscar-Nacht? Wer hat triumphiert, worüber wurde gelacht, geweint – und getwittert?”
Interessant zum Vergleich: Die Ausführungen von Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt, der sich bereits vor ein paar Wochen Gedanken über die Nominierten gemacht hat (youtube.com, Video: 25:27 Minuten).

Offener Brief, Getrübte Rückblicke, Wahlmaschinen-Hersteller klagt

1. Offener Brief an die Bundesaußenministerin Annalena Baerbock
(pro-quote.de)
Der Verein ProQuote Medien hat zusammen mit dem Deutschen Journalisten-Verband, “Correctiv”, den Neuen deutschen Medienmacher*innen, dem Netzwerk Recherche und dem Journalistinnenbund in einem offenen Brief an Außenministerin Annalena Baerbock appelliert, sich für inhaftierte Journalistinnen und Journalisten im Iran einzusetzen: “Nennen Sie die Opfer beim Namen und fordern Sie ihre Freilassung. Setzen Sie sich politisch für diejenigen ein, die im Iran für Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen. Nehmen Sie diplomatisch Einfluss auf das Regime und finden Sie entsprechend einer starken feministischen Außenpolitik deutliche Worte für die Missachtung von Frauen- und Menschenrechten.”

2. Der getrübte Rückblick – Wenn in Jahresrückblicken drei Viertel der Welt vergessen wird
(de.ejo-online.eu, Ladislaus Ludescher)
Ladislaus Ludescher fasst zusammen, um welche Themen und Regionen es in den vergangenen Jahresrückblicken ging, und das ist recht unvollständig. So hätten Krisen und Katastrophen, die sich im Globalen Süden ereigneten, wenig bis gar keine Beachtung gefunden: “In der ‘Tagesschau’ beispielsweise wurde in der ersten Jahreshälfte 2022 über die britische Königsfamilie umfangreicher berichtet als über den globalen Hunger und über den Sport mehr als über den gesamten Globalen Süden.”

3. Dunja Hayali, die Wut und die Wahrheit: der spektakuläre Aufstieg der ZDF-Moderatorin
(rnd.de, Imre Grimm)
Gestern feierte die Journalistin Dunja Hayali im ZDF ihr Debüt als Hauptmoderatorin des “heute journals”. Anlass für Imre Grimm, der meinungs- und durchsetzungsstarken Hayali ein Porträt zu widmen: “Was ist das Geheimnis der 48‑Jährigen?”
Weiterer Lesetipp: Schlicht überzeugend: So lief die Premiere für Dunja Hayali beim “heute-journal” (tagespiegel.de, Joachim Huber).

Bildblog unterstuetzen

4. ORF soll 300 Millionen Euro sparen
(spiegel.de)
Dem ORF droht ein drastischer Sparplan. Bis 2026 soll Österreichs öffentlich-rechtlicher Sender rund 300 Millionen Euro einsparen. Das werde unter anderem Folgen für den Sportkanal ORF Sport + haben, aber auch dem ORF Radio-Symphonieorchester drohe das Aus.

5. 5 Hacks für Lokale, (fast) ohne Kaninchenzüchter
(texthacks.substack.com, Anne-Kathrin Gerstlauer & Julia Blust & Alexander Schulz)
In der neuesten Ausgabe ihres Newsletters gibt Anne-Kathrin Gerstlauer fünf “Texthacks” für den Lokaljournalismus weiter. Die Tipps kommen von Julia Blust und Alexander Schulz vom “Südkurier”: “Sei relevant”, “kenne deine Zielgruppe”, “stelle Fragen”, “vermeide piefige Floskeln” und “brich Überregionales runter”. Wie immer kompakt und unterhaltsam zusammengefasst.

6. Lügen, damit die Zuschauer bleiben
(faz.net, Nina Rehfeld)
Der US-Fernsehsender Fox News sieht sich mit einer Klage des Wahlmaschinen-Herstellers Dominion Voting Technology konfrontiert. Das Unternehmen behauptet, Fox News habe wider besseres Wissen die Behauptung verbreitet, die Wahlmaschinen seien benutzt worden, um die Präsidentschaftswahl 2020 zugunsten von Joe Biden zu fälschen. Dokumente zeigen jedoch, dass sich sogar die Stars des Senders hinter vorgehaltener Hand über die Wahlbetrugshysterie lustig machten.

Blättern: ◄ 1 ... 18 19 20 ... 176 ►