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Wie gut war “Bild” bei Olympia?

Am Sonntag sind die Olympischen Spiele in Paris zu Ende gegangen – höchste Zeit für eine große Abrechnung zur deutschen Medaillen-Ausbeute:

Screenshot Bild.de - Plötzliche Wende im Medaillenspiegel - China doch nicht Nummer eins - Deutschland schlecht wie lange nicht

Je nach Auslegung des Medaillenspiegels – etwa beim zusätzlichen Betrachten der Einwohneranzahl des jeweiligen Landes pro gewonnener Medaille – war Deutschland laut “Bild”-Redaktion “sogar noch schlechter”:

Screenshot Bild.de - Der wahre Medaillen-Spiegel - Hier sind wir sogar noch schlechter

Aber wie gut war eigentlich die “Bild”-Sportredaktion bei Olympia? Die hat sich zu Beginn der Olympischen Spiele schließlich klar festgelegt:

Ausriss Bild-Titelseite - Bild legt sich fest - Wir holen 18 Gold-Medaillen!

Natürlich ist es ein bisschen unfair, an jemandem, der sich so weit aus dem Fenster lehnt, kritisch herumzuzerren. Allerdings profitiert “Bild” seit jeher vom Ruf “Aber der Sportteil!” Schauen wir uns die “Bild”-Olympia-Expertise also mal genauer an.

Mit “18 Gold-Medaillen” lag “Bild” ordentlich daneben (genau genommen hat die Redaktion im Artikel sogar 19 Goldmedaillen vorausgesagt, in die Überschrift haben es aber nur 18 geschafft). Tatsächlich gab es in Paris zwölfmal Gold für die deutschen Athletinnen und Athleten – ein Drittel weniger als von der Sportredaktion prognostiziert.

Mit den Goldmedaillen für den Kajak-Vierer und den Kajak-Zweier der Männer, für Ruderer Oliver Zeidler, für Schwimmer Lukas Märtens, für die Rhythmische Sportgymnastin Darja Varfolomeev, für das Dressur-Team und für Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl lag die Redaktion richtig. Immerhin sieben Treffer. Das war es aber auch. Gold für das 3×3-Basketballteam der Frauen, für Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye, für Springreiter Christian Kukuk, für Vielseitigkeitsreiter Michael Jung und für die Triathlon-Mixed-Staffel hatte “Bild” nicht auf dem Tippschein.

Dafür aber Tennisspieler Alexander Zverev sowohl im Einzel als auch im Mixed-Doppel mit Laura Siegemund, Weitspringerin Malaika Mihambo, Zehnkämpfer Leo Neugebauer, Kanutin Ricarda Funk, Freiwasserschwimmer Florian Wellbrock, Schützin Doreen Vennekamp, deren Kollegen Christian Reitz, Turner Lukas Dauser, Judoka Anna-Maria Wagner, die Bahnrad-Teamsprint-Frauen und die Hockey-Männer. Bei allen lag die Sportredaktion mit ihrer Voraussage daneben.

Zusätzlich zu den 18 (oder eben 19) Favoritinnen und Favoriten hatte “Bild” auch noch Freiwasserschwimmerin Leonie Beck, das Frauenteam beim Bogenschießen und Windsurfer Sebastian Kördel als Gold-Kandidaten genannt (“Falls ein Gold-Garant leer ausgeht, hat das deutsche Team noch mehr Kandidaten auf den Olympiasieg”). Auch hier lag die Redaktion daneben. Oder verpackt in einer “Bild”-Schlagzeile:

Der wahre Medaillen-Tipp – Hier ist “Bild” sogar noch schlechter!

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Hier im BILDblog war es – abgesehen von den “6 vor 9” – lange Zeit sehr ruhig, was unter anderem leider auch immer noch hiermit zu tun hat. Doch das soll sich nun ändern: Es soll wieder mehr und regelmäßig gebloggt werden.

Im Stich gelassen, Wegen Zitaten vor Gericht, Keine Waffenerlaubnis

1. Bundesregierung lässt Journalisten im Stich
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen erinnert an das Schicksal der Journalistinnen und Journalisten in Afghanistan und ein Vorhaben der Ampel-Koalition: “Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, besonders gefährdeten Afghaninnen und Afghanen zu helfen. Ministerinnen Faeser und Baerbock haben versprochen, monatlich ca. 1000 Personen aufzunehmen. Sie müssen jetzt die nötigen Weichen stellen, um in der verbleibenden Laufzeit noch möglichst vielen Medienschaffenden eine Ausreise zu ermöglichen.”

2. Keine Waffen für Teil­haber der Com­pact-Magazin GmbH
(lto.de)
Laut “Legal Tribune Online” hat das Verwaltungsgericht Köln den Eilantrag eines ehemaligen Teilhabers der Compact-Magazin GmbH abgelehnt, der sich gegen den Widerruf seiner “waffenrechtlichen Erlaubnisse” durch die Kreispolizeibehörde wehrte. Der Mann sei voraussichtlich waffenrechtlich unzuverlässig, so die Entscheidung des Gerichts. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Compact-Magazin GmbH seit Juli 2021 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts könne Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt werden.

3. Wegen Zitaten vor Gericht
(taz.de, Friederike Gräff)
Friederike Gräff berichtet in der “taz”, dass der Investigativjournalist Carsten Janz vor Gericht stehe, weil er aus Gerichtsakten eines laufenden Verfahrens zitiert habe. Janz betrachte das Verfahren als Einschüchterungsversuch und wolle den “pressefeindlichen” Charakter des für seinen Fall einschlägigen Paragrafen 353d des Strafgesetzbuches prüfen lassen. Auch der Deutsche Journalisten-Verband spreche sich für eine Reform des Paragrafen aus. Dem würden jedoch Expertenmeinungen wie die von Thomas Fischer gegenüberstehen.

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4. ARD, ZDF und DLR im Wandel – Reformideen und Zukunftsperspektiven
(otto-brenner-stiftung.de, Jan Christopher Kalbhenn)
Die Otto-Brenner-Stiftung hat erneut ein medienpolitisches Arbeitspapier vorgelegt, dieses Mal zu möglichen Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: “Mit dem Bericht des Zukunftsrats und dem Eckpunktepapier der Rundfunkkommission der Länder wurden wichtige konkrete Vorschläge weiterer Reformen vorgelegt. Medienrechtler Jan Christopher Kalbhenn analysiert im OBS-Arbeitspapier 69 diese Vorschläge, ordnet sie medienpolitisch ein und gibt eigene Empfehlungen ab.” (PDF mit Kurzfassung, PDF mit Langfassung)
Weiterer Lesehinweis zum Thema öffentlich-rechtlicher Rundfunk und dessen Reform: ARD-Gremienboss nimmt Politik den Reformwillen nicht ab (dwdl.de, Timo Niemeier).

5. Das Fernsehen der Zukunft braucht gute Geschichten
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit & Klaudia Wick, Audio: 30:03 Minuten)
Im Podcast “Läuft” gibt es einen Zusammenschnitt eines Werkstattgesprächs über die Geschichte und Zukunft des Grimme-Preises, der dieses Jahr seinen 60. Geburtstag feiert. Unter der Leitung der Moderatorin Klaudia Wick diskutieren der Produzent Tyron Ricketts und die Dokumentarfilmerin Alice Agneskircher, beide Gewinnerin und Gewinner des Grimme-Preises, der Historiker Gerd Hallenberger, die Kritikerin Jenni Zylka sowie die Grimme-Preis-Leiterin Lucia Eskes.

6. Musk pöbelt gegen EU-Kommissar
(spiegel.de)
EU-Kommissar Thierry Breton habe Elon Musks Plattform X/Twitter wegen Verstößen gegen das europäische Gesetz über digitale Dienste (auch bekannt als Digital Services Act) im Zusammenhang mit der Verbreitung von Hass und Aufrufen zu Gewalt verwarnt, insbesondere nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Großbritannien. Musk habe zunächst mit Sarkasmus und dann mit einer unflätigen Beleidigung reagiert, was zu weiterer Kritik geführt habe.

Youtube als Rechtsschleuder, Der Geist der Wahl, Niederlage für NDR

1. YouTube immer relevanter bei Verbreitung extrem rechter Inhalte
(spiegel.de)
Eine neue Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft “Gegen Hass im Netz” zeige, dass Rechtsextreme und Verschwörungsideologen Youtube systematisch nutzen, um ihre Inhalte zu verbreiten und neue Anhänger zu gewinnen. Aus dem Messengerdienst Telegram heraus werde gezielt auf Youtube verlinkt, die Akteure der Szenen würden zusammenarbeiten, um Youtubes Schutzmaßnahmen zu umgehen.

2. Esken: Bundesregierung sollte X nicht “weiter füttern”
(zeit.de)
SPD-Chefin Saskia Esken fordere, dass sich die Bundesregierung von Elon Musks Plattform X zurückziehen und stattdessen Alternativen für die Kommunikation nutzen soll. Sie betone außerdem, dass die EU schärfere Maßnahmen im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste gegen X ergreifen sollte. Esken kritisiere, dass Musk X für seine persönlichen Ansichten nutze und nicht genug gegen russische Desinformationskampagnen unternehme.

3. Nie­der­lage für NDR nach Inter­pre­ta­tion von Cor­rectiv-Recherche
(lto.de, Max Kolter & Felix W. Zimmermann)
Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg habe entschieden, dass der NDR bestimmte Aussagen in einem Bericht von tagesschau.de über ein Treffen von rechten Politikern und Rechtsextremen in Potsdam nicht mehr verbreiten darf. Der Bericht, basierend auf einer “Correctiv”-Recherche, hatte behauptet, dass dort auch über die Ausbürgerung von deutschen Staatsbürgern diskutiert wurde. Dagegen hatte sich Verfassungsrechtler und AfD-Anwalt Ulrich Vosgerau, der in Potsdam anwesend war, gewandt. Das Landgericht Hamburg hatte Vosgeraus Unterlassungsantrag noch abgelehnt, das OLG entschied nun, dass tagesschau.de den Artikel ändern muss, berichtet “Legal Tribune Online”: “Das Hanseatische Oberlandesgericht untersagte dem Norddeutschen Rundfunk, der für die Tagesschau verantwortlich ist, ‘in Bezug auf’ Vosgerau zu berichten, dass auf dem Potsdamer Treffen auch eine Ausbürgerung von Staatsbürgern diskutiert worden sei”.
Weiterer Gucktipp zu einem anderen Fall: Vosgerau-Prozess gewonnen: Wahrheit darf nicht verboten werden. Appell an den Kollegen! Rechtsanwalt Chan-jo Jun wendet sich in seinem Video an Vosgerau: “Warum unternehmen Sie den Versuch, wahre Tatsachenbehauptungen verbieten zu lassen?” (youtube.com, Video: 6:54 Minuten)

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4. Wie politisch ist die Gaming-Branche?
(ardaudiothek.de, Nina Landhofer, Audio: 24:38 Minuten)
Der Podcast von “BR 24 Medien” beschäftigt sich mit der wachsenden Bedeutung von Gaming und Computerspielen, die längst kein Nischenthema mehr seien und auch politische Botschaften transportieren könnten. Diskutiert werden aktuelle Themen wie der Boykottaufruf gegen den Tesla-Cybertruck im Spiel “Fortnite”. Und auch die Rolle von Journalistinnen und Journalisten und deren Berichterstattung wird thematisiert.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Über die kuriose Geschichte um den Cybertruck in “Fortnite” und die weiteren Implikationen geht es auch in der aktuellen Folge von “Haken dran”, dem Social-Media-Update der “ct”: Heute echauffiert, morgen schon KI trainiert (mit Lorenz Meyer) (hakendran.podigee.io, Gavin Karlmeier, Audio: 1:00:07 Stunden).

5. Der Geist der zukünftigen Wahl
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng beschreibt in seinem Artikel, wie deutsche Parteien die Bedeutung Sozialer Medien wie Snapchat für die politische Kommunikation unterschätzen. Während sie sich zunehmend auf TikTok konzentrieren, um junge Wählerinnen und Wähler zu erreichen, werde das Potenzial von Snapchat in diesem Bereich weitgehend ignoriert. Dies biete Extremisten Raum für deren Inhalte.

6. Deep Talk mit Marti Fischer über Unsicherheit, Musik und Humor
(youtube.com, Manuel Stark, Video: 38:40 Minuten)
Marti Fischer ist vor allem für seinen Youtube-Kanal bekannt, auf dem er unterhaltsame und lehrreiche Inhalte wie die Serie “Wie Geht Eigentlich Musik” veröffentlicht. Zusammen mit Bodo Wartke produzierte er mit dem Wortspiel-Song “Barbaras Rhabarberbar” einen viralen Welthit. Im “Deep Talk” des SWR spricht Marti Fischer mit Manuel Stark über seine Unsicherheiten und die Frage, wie Musik ihm half, mit Gefühlen des Ausgeschlossenseins umzugehen.
Weiterer Gucktipp: Deep Talk mit Bodo Wartke über Trauer und Poesie (youtube.com, Manuel Stark, 43:20 Minuten).

KW 30/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. AfD-Angriff auf den ÖRR: Die Versprechen des Björn Höcke
(ndr.de, Hans Jakob Rausch, Video: 19:04 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” thematisiert Pläne der AfD, insbesondere des AfD-Politikers Björn Höcke, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Thüringen anzugreifen, indem der MDR-Staatsvertrag gekündigt und der Rundfunkbeitrag abgeschafft werden solle. “Zapp”-Reporter Hans Jakob Rausch untersucht die Umsetzbarkeit dieses Wahlversprechens, blickt in die Vergangenheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und holt juristische Einschätzungen ein.

2. Was wir aus AnniTheDuck lernen sollten
(youtube.com, Mai Thi Nguyen-Kim, Video: 13:04 Minuten)
Mai Thi Nguyen-Kim befasst sich mit den Reaktionen auf Personen des öffentlichen Lebens, wie die Influencerin und Streamerin “AnniTheDuck”, und betont die menschliche Neigung, den Absturz von Persönlichkeiten zu genießen. Sie erklärt, wie inszeniert und durchdacht Online-Inhalte sind, um Authentizität zu vermitteln, und blickt auf die Gefahren parasozialer Beziehungen, die durch diese scheinbare Nähe entstehen.

3. Sprachnachrichten von Ex-Partnern auf Tik-Tok leaken
(podcast04b645.podigee.io, David Geßner, Audio: 32:02 Minuten)
Medienanwalt David Geßner spricht mit seiner Kollegin Nadine Mannshardt über die rechtlichen und moralischen Implikationen der Veröffentlichung privater Sprachnachrichten auf TikTok, insbesondere durch Influencer. Sie besprechen, dass solche Veröffentlichungen oft aus Rache erfolgen, schnell viral gehen und wie sie sich auf das Persönlichkeitsrecht auswirken.

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4. Modejournalismus mit Haltung und Streit ums Domradio
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 48:25 Minuten)
Das WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten im Medienbereich, unter anderem mit der Bedeutung von Haltung im Modejournalismus am Beispiel der “Vogue”-Ausgabe mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer auf dem Cover. Weitere Themen sind der gemeinnützige Journalismus in Deutschland, der Einsatz von Drohnen bei Filmproduktionen, die medialen Herausforderungen bei der Berichterstattung über Kamala Harris, die Lehren aus einer großen IT-Panne sowie die Diskussion um die journalistische Unabhängigkeit des “Domradios”.

5. Olympiafieber? Frankreichs Medien und der Sport
(sr.de, Sabine Wachs & Thomas Bimesdörfer, Audio: 14:50 Minuten)
Mit Blick auf Olympia in Paris sprechen Sabine Wachs und Thomas Bimesdörfer in “Medien – Cross und Quer” mit dem französischen Sportjournalisten Julien Duez über “Frankreichs Medien und den Sport”: Welche Sportarten haben ein großes Publikum? Was erwartet die Zielgruppe vom Journalismus: große Emotionen, nüchterne Analysen oder auch unbequeme Fragen? Wie wird in Frankreich über die Olympischen Spiele berichtet? Und wie kritisch darf, soll oder muss man sein?

6. Fake News im Wahlkampf – Überschätzte Gefahr?
(ardmediathek.de, Lars Sänger, Video: 7:00 Minuten)
“Bilder entscheiden Wahlkämpfe – aber was, wenn es sich nicht um echte, sondern um KI-generierte Bilder handelt? Seit Jahren wird vor dem Einfluss von Fake News gewarnt. Einige halten die Angst für übertrieben.” Lars Sänger hat sich für “Medien360G”, das Medienportal des MDR, mit dem Thema “Fake News im Wahlkampf” beschäftigt.

KW 29/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Warum ist ein Coming-out wie das von Ralf Schumacher immer noch eine Nachricht?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:36 Minuten)
Das Coming-out von Ralf Schumacher hat viele Medien beschäftigt, aber warum eigentlich? Sollte es nicht egal sein, wer wen liebt? Darüber spricht Holger Klein im “Übermedien”-Podcast mit der WDR-Moderatorin und TV-Produzentin Bettina Böttinger: “Wie blickt Böttinger auf den öffentlichen Umgang mit Coming-outs? Wie war das in den 90er-Jahren, als ihre Homosexualität öffentlich wurde? Welche Sorgen macht sie sich angesichts des Rechtsrucks in der Gesellschaft?”

2. Das Ende von Twitter (1) – mit Gavin Karlmeier
(auch-interessant.de, Ali Hackalife, Audio: 41:22 Minuten)
Bei “Auch interessant” diskutieren Ali Hackalife und Gavin Karlmeier über den aktuellen Niedergang von X/Twitter und Elon Musks Rolle dabei, die Auswirkungen auf die Nutzerinnen und Nutzer sowie mögliche Alternativen. Zudem werden die Bedeutung kritischer Infrastrukturen und die Idee eines öffentlich-rechtlichen Twitter-Äquivalents thematisiert.

3. Lügenpresse oder Qualitätsjournalismus: Vertrauen Sie uns noch?
(podcastfuerdeutschland.podigee.io, Livia Gerster & Michael Götz, Audio: 43:32 Minuten)
Der “FAZ”-Podcast thematisiert den Vertrauensverlust traditioneller Qualitätsmedien wie der “FAZ” und die Gründe dafür: “Berichten wir einseitig? Wer bestimmt die Linie, und ruft morgens der Kanzler an?” Außerdem geht es um die wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich aus dem Rückgang der verkauften gedruckten Zeitungen und der wachsenden digitalen Konkurrenz ergeben.

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4. “Für ein paar wenige ganz viel sein”
(fachjournalist.de, Anna Hughes, Audio: 15:33 Minuten)
Beim “Fachjournalist”-Podcast ist Christian Bruneß zu Gast, ehemaliger Chefredakteur eines Laufmagazins. Mit Anna Hughes spricht der Sportjournalist über die Gründung und Finanzierung seiner neuen Sport-Plattform, die dazugehörigen Mitgliedschaftsmodelle und “die Bedeutung einer an die Expertise und Persönlichkeit des einzelnen Journalisten gekoppelten Fachberichterstattung”.

5. Wo ist die konservative Satire im Fernsehen?
(deutschlandfunk.de, Stefan Fries, Audio: 31:56 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob ausreichend konservative Satire im Fernsehen läuft. Es diskutieren der DLF-Hörer Antonius Möllenhoff, der Satiriker Florian Schroeder und Dietrich Krauß, Chefautor der ZDF-“Anstalt”.

6. Das Glücksspiel, die Medien, ein Problem – mit Andrea Gutschi (Kobuk)
(dunkelkammer.simplecast.com, Michael Nikbakhsh, Audio: 37:44 Minuten)
“In vielen österreichischen Onlinemedien erscheint regelmäßig Werbung für illegale Online-Casinos. Dazu kommt noch Werbung für legales Glücksspiel, die oft nicht als solche zu erkennen ist.” Das war das Ergebnis einer “Kobuk”-Recherche, die zeigt, dass es sich dabei keineswegs um Einzelfälle handelt, sondern dass das Ganze offenbar System hat. Im Podcast “Dunkelkammer” erklärt “Kobuk”-Autorin Andrea Gutschi die Hintergründe.

Rammsteins Recht, Streik bei der ARD, Rechtsruck-Video

1. Wie der NDR es Rammstein ermöglichte, gegen seinen Rammstein-Podcast vorzugehen
(uebermedien.de, René Martens)
Der NDR hat seinen Podcast über Rammstein vorsorglich offline genommen, da die Band rechtliche Schritte wegen der Nutzung ihrer Musik eingeleitet hat. René Martens erläutert die vielfältigen Aspekte der Musiknutzung in Podcasts und zeigt die Herausforderungen bei der Verwendung von Musikwerken in journalistischen Produktionen auf: “Der Rammstein-Podcast-Fall beschäftigt nun nicht nur eine Handvoll Juristen in Hamburg, sondern offenbar auch nahezu sämtliche Rechtsgelehrten der ARD.”
Weiterer Lesehinweis: Bei “Legal Tribune Online” berichtet Felix W. Zimmermann über den Fall und geht dabei detailliert auf die juristischen Hintergründe ein: Nirgends, wo es Podcasts gibt (lto.de).

2. Schon wieder bundesweite Streikaktion bei der ARD
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” berichtet, hat die Mediengewerkschaft VRFF erneut zu einem bundesweiten Streik in der ARD aufgerufen, der bereits zu Programmausfällen geführt hat. Beim WDR fielen Sendungen wie die “Aktuelle Stunde” aus, und auch die “Tagesschau” konnte nur eingeschränkt gesendet werden. Die Gewerkschaft fordert 10 Prozent mehr Gehalt, die ARD-Anstalten argumentieren mit knappen Kassen.

3. “Klinsi und Co. schuld am Rechtsruck”?: Bundeszentrale für politische Bildung löscht nach Empörung Video
(tagesspiegel.de)
Nach heftiger Kritik habe die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein Video gelöscht, das einen Zusammenhang zwischen der Fußball-WM 2006 und einem Rechtsruck in Deutschland herstellte. Die bpb habe die Veröffentlichung des Videos im Nachhinein als Fehler bezeichnet und wolle nun auch die anderen Videos derselben Reihe überprüfen.

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4. Stichwahl zwischen Repression und Verfolgung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) nimmt die anstehende Stichwahl im Iran zum Anlass, auf die desolate Lage der Pressefreiheit in dem Land hinzuweisen: “Solange die Repression in den Gesetzbüchern, den Praktiken und der Politik des iranischen Regimes verankert ist, werden kritische Medienschaffende weiter unnachgiebig verfolgt und hart bestraft”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Selbst im Exil sind iranische Journalisten und Reporterinnen nicht vor Verfolgung sicher. Um sie zu schützen, müssen die jeweiligen Regierungen, Strafverfolgungsbehörden, Social-Media-Plattformen und Redaktionen noch stärker zusammenarbeiten. Den zukünftigen iranischen Präsidenten fordern wir auf, alle inhaftierten Journalistinnen und Journalisten freizulassen.”

5. Wie nehmen Lokalredaktionen ihr Publikum wahr?
(de.ejo-online.eu, Laurie Chappatte)
In ihrer Dissertation hat Laura Amigo die Beziehung zwischen Lokalredaktionen und deren Publikum untersucht, wobei sie verschiedene Typen des Publikums identifiziert hat, die in den Aussagen der Journalistinnen und Journalisten zum Ausdruck kommen. Laurie Chappatte hat die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst.

6. Ein blinder Fleck in der deutschen Berichterstattung?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 38:51 Minuten)
Im Deutschlandfunk werden regelmäßig Hörerinnen und Hörer zugeschaltet. Diesmal meldet sich Verena Roth zu Wort. Sie findet, dass in Medien viel zu selten über Südosteuropa berichtet wird, und diskutiert darüber mit Wolfgang Vichtl aus dem ARD-Südosteuropa-Studio sowie Ulf Brunnbauer vom Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschungen.

EU-Vorwürfe gegen Meta, “taz” schreibt Lindner, Presseausweise

1. EU-Kommission wirft Meta Bruch von Wettbewerbsregeln vor
(spiegel.de)
Die EU-Kommission habe Vorwürfe gegen Meta erhoben, weil das Bezahlmodell von Facebook und Instagram gegen den Digital Markets Act verstoße. Meta zwinge die Nutzerinnen und Nutzer, persönliche Daten preiszugeben; sie hätten keine echte Wahl, personalisierte Werbung abzulehnen, ohne auf die kostenpflichtige Abo-Option umzusteigen.

2. taz-Chefredaktion schreibt an Christian Lindner
(blogs.taz.de, Barbara Junge & Ulrike Winkelmann)
Barbara Junge und Ulrike Winkelmann, Chefredakteurinnen der “taz”, haben einen Brief an Finanzminister Christian Lindner geschrieben, in dem sie dessen Rechtfertigung für ein Interview mit der “unappetitlichen, rechtslastigen” Internetseite “Nius” kritisieren. Junge und Winkelmann seien “irritiert und ratlos”, dass Lindner die “taz” und “Nius” als Teil einer pluralistischen Medienlandschaft gleichsetze, und betonen, dass die “taz”-Redaktion im Gegensatz zu “Nius” nach presseethischen Grundsätzen arbeite.

3. Nur echte Presseausweise anerkennen
(verdi.de, Jasper Prigge)
Wie der Jurist Jasper Prigge berichtet, haben der Deutsche Presserat und die Innenministerkonferenz vereinbart, dass nur hauptberufliche Journalistinnen und Journalisten einen bundeseinheitlichen Presseausweis erhalten sollen, um dessen Akzeptanz bei Behörden sicherzustellen und das Vertrauen in einen solchen Ausweis zu stärken. Die Verbände, die den Ausweis ausstellen, müssen demnach strenge Kriterien prüfen und erfüllen. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bestätige, dass Unternehmen keine Presseausweise ausstellen dürfen, da dies die einheitlichen Standards untergrabe.

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4. Instagram: Erste Creator können eine KI-Version von sich erstellen – wozu das gut ist
(t3n.de, Sebastian Milpetz)
Instagram habe in den USA einen Test für eine Funktion gestartet, mit der Influencer eine KI-Version von sich selbst erstellen können, um die Kommunikation mit ihren Fans zu erleichtern. Diese KI-Influencer sollen vor allem in Nachrichten auftauchen und als solche gekennzeichnet werden.

5. Uefa zählt mehr als 4.600 beleidigende Postings zur EM
(zeit.de)
Der europäische Fußballverband Uefa habe während der EM-Gruppenphase mehr als 4.600 beleidigende, rassistische oder homophobe Beiträge in Sozialen Medien registriert: “71 Prozent der missbräuchlichen Beiträge würden von den Plattformen selbst verfolgt, teilte die Uefa dazu mit. Etwa 94 Prozent der gekennzeichneten Beiträge enthielten allgemeine Beleidigungen, weitere 4,5 Prozent rassistische und 1,5 Prozent homophobe Beschimpfungen.”

6. 25 Jahre “Wer wird Millionär?” – was der Quiz-Boom hinterlassen hat
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 26:52 Minuten)
In diesem Jahr wird die Unterhaltungsshow “Wer wird Millionär?” mit Günther Jauch 25 Jahre alt. Anlässlich dieses Jubiläums spricht Alexander Matzkeit mit dem Medienwissenschaftler und Fernsehhistoriker Christian Richter über die RTL-Quizshow: Warum war der Erfolg der Sendung anfangs keineswegs sicher? Was macht den Erfolg der Sendung aus? Und warum sind die vielen Klonformate gescheitert?

Reaktionen auf Assange-Deal, 900.000 neue Zahler, KI und Kunst

1. Jubel über Freilassung
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt die Nachricht von der Freilassung des Wikileaks-Gründers Julian Assange und zeigt Verständnis für dessen Entscheidung, sich in einem Anklagepunkt für schuldig zu bekennen: “Wenn er diesen Preis für seine Freiheit zahlen will, ist das in Anbetracht der unsäglichen Haftstrafe, die ihm in den USA gedroht hat, natürlich nachvollziehbar”. Auch die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union begrüßt den Deal zwischen Assange und der US-Justiz. Und Daniel Drepper, Vorsitzender von Netzwerk Recherche zeigt sich erleichtert: “Dies war längst überfällig. Die fünf Jahre dauernde Haft unter teilweise widrigsten Bedingungen wirft ein schlechtes Licht auf alle demokratischen Staaten, die ihren Teil dazu beigetragen haben.” Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Assange wurde für Handlungen verfolgt, die zum Kern journalistischer Arbeit gehören: Missstände aufdecken und Geheimnisse enthüllen, an denen ein öffentliches Interesse besteht. Dass genau das nun dem Spionagegesetz unterliegen soll, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall – einen Dammbruch mit unabsehbaren Folgen.” Auch “stern”-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz findet es gut, dass Assange freikommt, doch man solle ihn nicht verklären. Assange sei “kein Heiliger der Pressefreiheit” (youtube.com, Video: 2:06 Minuten).

2. Prozess gegen Evan Gershkovich beginnt
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) macht auf den heute in Russland beginnenden Prozess gegen den inhaftierten US-Journalisten Evan Gershkovich aufmerksam, der seit mehr als einem Jahr wegen vager Spionagevorwürfe in Untersuchungshaft sitze: “Evan Gershkovich soll dem Kreml zufolge ein CIA-Agent sein – ein absurder Vorwurf, den wir scharf zurückweisen. Gershkovich sitzt im Moskauer Lefortowo-Gefängnis ein, das für die fast vollständige Isolation seiner Insassen bekannt ist. Wir fordern die russische Regierung auf, die Haftbedingungen für den Journalisten schnellstmöglich zu verbessern und ihm einen fairen Prozess zu gewähren”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

3. Rundfunkbeitrag bringt erstmals mehr als 9 Milliarden ein
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie “DWDL” berichtet, spült ein bundesweiter Meldedatenabgleich frisches Geld in die Kassen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Es seien rund 900.000 Wohnungen zusätzlich erfasst worden: “Erstmals waren mehr als 40 Millionen Wohnungen beim Beitragsservice angemeldet, erstmals gab es über 47 Millionen Beitragskonten und erstmals wurden mehr als neun Milliarden Euro an Rundfunkbeitrag innerhalb eines Jahres eingenommen.”

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4. Deutschlandweit erste Studie zu Auswirkungen von KI auf Bildende Kunst
(urheber.info)
Die Stiftung Kunstfonds und die Initiative Urheberrecht haben eine Studie zu den Chancen und Risiken von generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in der Bildenden Kunst in Auftrag gegeben (PDF). Sie zeige auf, dass KI als kreatives Werkzeug in der Kunstwelt bereits etabliert ist, viele Künstlerinnen und Künstler aber auch Risiken wie Einkommensverluste befürchten und fordern, dass ihre Werke nur mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung für KI-Trainings verwendet werden dürfen.

5. Neu: “Meine tagesschau” mit ARD-Konto
(tagesschau.de)
Die “Tagesschau” informiert in eigener Sache über die neue Funktion “Meine tagesschau”, die es Nutzerinnen und Nutzern mit einem ARD-Account ermöglicht, personalisierte Nachrichtenbereiche auf tagesschau.de zu erstellen: Sie können bestimmte Themen und Regionen abonnieren und eine auf ihre Interessen zugeschnittene Nachrichtenübersicht erhalten. Darüber hinaus sei der ARD-Account mit weiteren Angeboten wie der ARD-Mediathek und der “Sportschau” kompatibel.

6. Ideologie im Film (mit Wolfgang M. Schmitt)
(auf-der-rechten-spur.podigee.io, Audio: 31:31 Minuten)
Der Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz zu rechten Politiken und Strategien hat sich mit dem Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt über die Funktion von Ideologie im Film unterhalten. In dem Gespräch geht es darum, “was neue Player in der Filmbranche für Ideologieproduktion und -reproduktion im Kino bedeuten werden, welche Formen von Ideologie am gefährlichsten sind und wie Zuschauende Ideologie erkennen und mit Ideologie umgehen können.”

Kartenpanne, Kleinkinder und Medien, Geschlechtsbasierte Onlinegewalt

1. Bei RTL/Magenta TV gehörte die Krim nicht mehr zur Ukraine
(dwdl.de, Manuel Weis)
Bei der Übertragung eines Fußball-EM-Spiels durch RTL und Magenta TV wurde versehentlich eine Europakarte gezeigt, auf der die Krim nicht als Teil der Ukraine eingezeichnet war. Moderator Johannes B. Kerner bat live im Fernsehen um Entschuldigung für den “groben Fehler”.

2. Jedes zehnte Kleinkind hat eigenes Handy oder Smartphone
(zeit.de)
Die repräsentative miniKIM-Studie (PDF) untersucht den Medienumgang von Zwei- bis Fünfjährigen in Deutschland. Die aktuellen Ergebnisse sind durchaus bemerkenswert: “Demnach hatte im Jahr 2023 jedes fünfte Kleinkind Zugang zu einem Tablet – das entspricht einer Steigerung um 50 Prozent im Vergleich zu 2020.” Außerdem verfüge jedes zehnte Kind in der untersuchten Altersgruppe über ein eigenes Handy oder Smartphone.

3. #JournalistsToo: Geschlechtsbasierte Onlinegewalt im Journalismus
(de.ejo-online.eu, Tereza Vlčková)
Tereza Vlčková fordert einen stärkeren Schutz von weiblichen Medienschaffenden: “Die weit verbreiteten und eskalierenden Online-Angriffe auf Journalistinnen in letzter Zeit machen deutlich, dass dringend neue Maßnahmen erforderlich sind. Angesichts der zunehmenden Schwere und der Auswirkungen dieser Angriffe auf die psychische Gesundheit und das Arbeitsumfeld wird eine Reaktion der einzelnen Medienorganisationen und der Journalistengewerkschaften immer wichtiger.”

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4. 30 Stellen fallen weg: Leipziger Volkszeitung (LVZ) und Sächsische Zeitung (SZ) bilden gemeinsame Sachsen-Redaktion
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Wie “Flurfunk Dresden” berichtet, führt die Übernahme der “Sächsischen Zeitung” (“SZ”) durch die Madsack-Gruppe, die unter anderem die “Leipziger Volkszeitung” (“LVZ”) herausgibt, zur Bildung einer gemeinsamen Sachsen-Redaktion und zum Abbau von 30 Stellen. Die neue Redaktion werde von den Chefredakteurinnen Hannah Suppa (“LVZ”) und Annette Binninger (“SZ”) geleitet und umfasse insgesamt 170 Journalistinnen und Journalisten.

5. Athletinnen im Fokus: Der neue Ansatz von Sportschau F
(genderleicht.de, Kerstin Börß)
Bei genderleicht.de berichtet Kerstin Börß über einen neuen Ansatz der “Sportschau”: Auf dem Instagram-Kanal @sportschau_f, der aus dem NDR-Format frauensport.inside hervorgegangen ist, würden Athletinnen und deren spezifische Themen in den Fokus genommen.

6. Jo Hiller: In ihm schreit alles nach Vitaminen
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz, Video: 2:09 Minuten)
Als Moderator des NDR-TV-Magazins “Markt” versucht Jo Hiller, Verbraucherthemen mit allerlei schauspielerischen Einlagen an die Zuschauerinnen und Zuschauer zu bringen. Boris Rosenkranz hat ihn zwei Jahre dabei beobachtet und einen etwa zweiminütigen Zusammenschnitt produziert.

KW 24/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Spiel, Satz und Quote – Wie berichten über Sport?
(sr-mediathek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 20:02 Minuten)
In diesem Jahr stehen einige sportliche Großereignisse an: die gerade laufende Fußball-Europameisterschaft in Deutschland, die Olympischen Spiele in Paris und auch jährlich stattfindende Veranstaltungen wie das Tennisturnier in Wimbledon oder das Radrennen Tour de France. Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer sprechen mit dem Politikwissenschaftler und Freizeitforscher Jürgen Mittag über das massive (Über)Angebot: “Wer soll das alles schauen, hören, lesen? Wer soll und kann das alles noch bezahlen? Unterwerfen sich Sport und Journalismus einer ganz bestimmten Vermarktungslogik, und wird der Sport selbst immer mehr geprägt von seiner massenmedialen Verwertung?”

2. Wie Medien über Krieg und Proteste berichten
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 41:04 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Medien über Krieg, insbesondere im Nahen Osten, berichten und wie sie die dazugehörigen Proteste darstellen. Unter der Gesprächsleitung von Brigitte Baetz diskutieren eine DLF-Hörerin, die Publizistin Charlotte Wiedemann und DLF-Nachrichtenchef Marco Bertolaso.

3. KI gegen Desinformation und Wiener TikTok-Soap
(wdr.de, Sebastian Sonntag, Audio: 46:55 Minuten)
Das WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” deckt wieder ein breites Themenspektrum ab: die Bedrohung durch Desinformation bei der Europawahl, Künstliche Intelligenz für die Deepfake-Entlarvung und immer mehr Werbung auf Social Media. In der Medienkritik geht es schließlich um die Fußball-EM und ihre mediale Aufbereitung als neues “Sommermärchen”.

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4. 39-Quadratmeter-Wohnung, aber ein Mantel für 1800 Euro – so tickt Influencer Ben Bernschneider
(omr.com, Philipp Westermeyer, Audio: 1:14:17 Stunden)
Der “OMR”-Podcast beleuchtet die ungewöhnliche Karriere von Ben Bernschneider, der nach persönlichen und finanziellen Krisen erst spät als Influencer durchstartete. Bernschneider spricht darüber, wie er trotz anfänglicher Misserfolge auf Instagram seine Nische in der Modewelt gefunden hat, indem er sich auf Stil statt auf Luxus konzentrierte, und schließlich einen enormen Zuwachs an Followern verzeichnen konnte.

5. Tobias Krell (Checker Tobi)
(wiesoweshalbwarum.podigee.io, Thomas Hartmann, Audio: 1:13:38 Stunden)
Bei “Wieso? Weshalb? Warum?”, dem Podcast über Kindermedien, ist diesmal Tobias Krell zu Gast, der als “Checker Tobi” seit zehn Jahren im Kinderfernsehen Fragen beantwortet und Dinge erklärt: “Wie wurde er überhaupt zu ‘Checker Tobi’? Welche Zutaten machen den Erfolg des Formats aus? Und wie beeinflusst seine Arbeit fürs Fernsehen seine Rolle als Programmleiter eines Filmfestivals für Kinder?”

6. Hinter den Kulissen bei Jan Böhmermann und dem ZDF Magazin Royale
(zdf.de, ZDF Magazin Royale, Video: 31:15 Minuten)
Wer Mockumentarys mag, könnte hier auf seine Kosten kommen: “Zum ersten Mal in der elfjährigen Geschichte der Sendung haben Jan Böhmermann und das Team des ‘ZDF Magazin Royale’ Journalist:innen einen Blick hinter die Kulissen gewährt”.

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