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Movie2k, Bundestagswahl, Intellektuelle

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “The man behind the great Dickens and Dostoevsky hoax”
(guardian.co.uk, Stephen Moss, englisch)
Stephen Moss besucht AD Harvey, der ein angebliches Treffen zwischen Charles Dickens und Fjodor Michailowitsch Dostojewski im Jahr 1862 erfunden hatte. Siehe dazu den sehr ausführlichen Artikel “When Dickens met Dostoevsky” (the-tls.co.uk, Eric Naiman, 10. April, englisch).

2. “Sehnsucht nach dem guten König”
(begleitschreiben.net, Gregor Keuschnig)
Was passiert eigentlich, wenn der Intellektuelle überrascht, fragt Gregor Keuschnig. “Klopfen dann nicht die gleichen, die das Engagement des Intellektuellen mit Verve gefordert haben, die entsprechenden Äußerungen auf ihre eigene Meinung ab? Und was passiert, wenn dies dann nicht mit dem längst vorgebildeten Urteil der Redaktion, der Partei, der NGO übereinstimmt? Mindestens winkt dann das Etikett ‘umstritten’, wenn nicht gar noch Schlimmeres: Der Ausstoß aus dem mehr oder weniger exklusiven Club der gutmeinenden Welterklärer.”

3. “‘Kate: Das Baby ist da!'”
(tagesspiegel.de, Fritz Habekuß)
Schlagzeilen der deutschsprachigen Regenbogenpresse: “Als ‘der neue Mann an Heidi Klums Seite’ wurde Ralf Höcker Lesern einmal vorgestellt. Was daran stimmte: Höcker ist ein Mann. Und neu an der Seite der Moderatorin. Unterschlagen wurde: Er war nur ihr neuer Medienanwalt.”

4. “movie2k-Aus: Diese Portale protifieren”
(meedia.de, Jens Schröder)
Die Streaming-Website Movie2k.to hatte etwa so viele Besucher wie Bild.de oder Spiegel.de. Jens Schröder versucht herauszufinden, wer davon profitierte, als die Plattform im Mai offline ging. “Die Fans der illegalen Portale werden im Umkehrschluss nicht auf legale Plattformen wechseln, so lang es dort eben nicht die neuesten Filme gibt.”

5. “Endlich raus aus dem Sachsensumpf”
(taz.de, Michael Bartsch)
Thomas Datt und Arndt Ginzel werden rechtskräftig freigesprochen: “Beide Journalisten waren 2008 wegen übler Nachrede angeklagt worden. Es ging um zwei Beiträge in Spiegel und in Zeit online, in denen in Frageform die möglichen Verstrickungen sächsischer Justizbeamter in Leipziger Korruptionsnetzwerke beleuchtet wurde.”

6. “protestwahl”
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Die Bundestagswahl 2013: Felix Schwenzel hat sich entschieden, “das erste mal in meinem leben nicht wählen zu gehen”. “dann habe ich aber weiter drüber nachgedacht und mich erinnert, dass die enthaltung meistens genau die falschen stärkt. (…) deshalb wähle ich am 22. september die piratenpartei. nicht weil ich ihnen zutraue wirklich etwas zu ändern oder zu entern, nicht weil ich glaube, dass sie bald zu sinnen kommen und sich nicht mehr selbst oder gegenseitig zerreiben, sondern weil sie ein symbol dafür sind, dass sich etwas ändern muss und wir uns auf unsere demokratischen wurzel zurückbesinnen sollten. wer glaubt dass das naiv ist hat möglicherweise recht.”

Anno 1887

Die Online-Redakteure des “Hamburger Abendblatts” sind entsetzt, als sie diese Zeilen schreiben.

Die Mitglieder des Kulturvereins “MaLiMu” sind entsetzt, als sie vor dem Glashütter Kulturhaus […] stehen. Auf der gerade im vergangenen Jahr frisch gestrichenen Wand neben dem Eingang prangt in mannshohen schwarzen Lettern eine hässliche Nazi-Schmiererei. “Hools 1887”.

Mutmaßlich sind die Täter Hooligans – Menschen, deren Freizeitbeschäftigung darin besteht, sich mit Gleichgesinnten zu prügeln oder anderweitig Randale zu machen. Mit den Ziffern “1887” geben die schlichten Gesellen ihrer Nazi-Gesinnung Ausdruck. Die Ziffern stehen für die Buchstaben im Alphabet. Mit diesem Code lassen sich aus “1887” zum Beispiel die Initialen von Adolf Hitler, Heinrich Himmler und Hermann Göring bilden.

Und wer richtig clever ist, der kann aus den Ziffern “1887” sogar das Gründungsjahr des Hamburger SV bilden. Aber das ist nichts für schlichte Gesellen.

Mit Dank an Seppl und Till.

Nachtrag/Korrektur, 12. Juli: Gar nicht mal so clever muss man hingegen sein, um zu erkennen, dass der Artikel schon 2008 veröffentlicht wurde. Wir haben’s trotzdem übersehen und kommen deshalb leider einige Jahre zu spät. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Autsch! Schade!

Sabine Lisicki ist soeben ins Finale des Tennisturniers von Wimbledon eingezogen.

Um 17.36 Uhr war sie bei Bild.de schon raus:

Wimbledon-Halbfinale: Autsch! Schade! Bine raus!

Mit Dank an Kai L., Dominik M. und Felix W.

Und: Action!

Bei einer Auto-Show in Polen sind am Wochenende 17 Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Ein Sportwagen war mit hoher Geschwindigkeit von der Straße abgekommen und hatte einige Zuschauer erfasst.

In Deutschland berichteten nur vereinzelte Medien über den Unfall, einige beließen es bei einer knappen Meldung und ein paar Fotos von dem kaputten Sportwagen. Bild.de nicht.

Dort widmete man dem “Horror-Crash” gleich einen Platz auf der Startseite sowie einen umfassenden Artikel samt Video und Klickstrecke. Im Video wird der Unfall aus mehreren Perspektiven gezeigt, ganze dreimal sehen wir, wie der Sportwagen in die Menschenmenge fährt und die Verletzten umhergeschleudert werden. Einmal sogar in Zeitlupe.

“Ein gelber Sportwagen rast in eine Menschenmenge, Körper fliegen durch die Luft”, stellt die Off-Sprecherin fest. Das Aufmacherfoto des Artikels, das zeitweise auch auf der Startseite zu sehen war, zeigt genau diese Szene – “Körper fliegen durch die Luft” – als Standbild.

Und wenn Sie sich auch schon mal gefragt haben, was wohl in den Köpfen der Bild.de-Autoren vorgeht, während sie solche Artikel schreiben – nach dem folgenden Absatz dürften Sie eine Ahnung bekommen:

Posen (Polen) – Auf gerader Strecke kommt der gelbe Sportwagen plötzlich von der Straße ab, schleudert mehrere Zuschauer meterhoch durch die Luft! Beim neunten “Gran Turismo Polonia”-Autorennen in Posen (Polen) wurden am Sonntag 17 Menschen verletzt – bei einem Unfall, der an den US-Actionfilm “The Fast and the Furious” erinnert.

Bei Bild.de war man offenbar dermaßen stolz auf diesen dämlichen Vergleich, dass er sogar als Dachzeile dient.

Unfall wie bei "The Fast an the Furious" - 17 Verletzte! Luxus-Auto rast in Menschenmenge

Mit Dank an Michael H. und Daniel M.

Sehen alle gleich aus (7)

Am vergangenen Wochenende fand in Neuhausen ob Eck das Southside-Festival statt. Neben den zahlreichen, im Vorfeld bekannt gewordenen großen Namen gab es auch eine echte Überraschung:

Sänger Notorious B.I.G. unterstützte Macklemore auf der Bühne

Christopher George Latore Wallace, bekannt als Notorious B.I.G., wurde im März 1997 erschossen.

Der Mann, der beim Southside auf der Bühne stand, war Michael Wansley alias Wanz, der auch auf Macklemores Hitsingle “Thrift Shop” zu hören ist.

Die “Stuttgarter Zeitung” hat den Fehler am Montag nach einem Blogeintrag bei kessel.tv korrigiert, aber die fehlerhafte Bildunterschrift kam ursprünglich von der Deutschen Presseagentur (dpa).

Die hatte ihren Fehler auch schon bemerkt und korrigiert, konnte uns auf Nachfrage aber auch nicht genau erklären, wie es dazu hatte kommen können. Der Fotograf habe die Information vor Ort erhalten, aber ob er sich verhört hatte, verschaukelt wurde oder es sonstwie zu einem Missverständnis gekommen war, ließ sich nicht mehr rekonstruieren.

Mit Dank an Arno Nym.

Neues aus Lampukistan

Der Parkplatz der Uni Siegen gehört nicht unbedingt zu den allerspektakulärsten Orten der Republik. Dennoch erfährt er momentan eine ganze Menge Aufmerksamkeit.

Der Grund dafür ist ein Foto, das eine Studentin vor ein paar Tagen bei Facebook hochgeladen hat. Zu sehen sind drei Autos, die derart dicht nebeneinander stehen, dass das Mittlere nur noch über den Kofferraum erreichbar ist. Wessen Schuld diese nicht ganz einfache Parksituation war, sei mal dahingestellt.

Das Foto wurde jedenfalls zum viralen und medialen Hit, etliche Kommentatoren machten sich über die Szenerie lustig und bastelten allerlei Fotomontagen daraus. Unter anderem diese hier:Screenshot: Bild.de

Bild.de schreibt dazu:

Die Flut an kuriosen Fotomontagen reißt nicht ab: Auf einer grüßt Papst Benedikt den geschickten Golf-Fahrer, auf einer weiteren berichtet RTL-Reporterin Antonia Rados aus dem “Krisengebiet”

Nur leider ist das nicht die echte Antonia Rados, sondern die von “Switch Reloaded”.

Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass sich Bild.de so blöd anstellt.

Mit Dank an Matthias M.

Quelle: “Bild”

Vor sechs Jahren drehte ein aus Halbwahrheiten, Spekulationen und Großbuchstaben zusammengeschustertes Geschichtenkonstrukt der “Bild”-Zeitung eine große Runde durch die Medienlandschaft. Damals ging es um das Video eines Fallschirmspringers, der “[Jürgen] Möllemanns Todessprung mit einer Kamera” gefilmt hatte.

“Bild” hatte auf der Titelseite groß verkündet:Möllemann - Todes-Video aufgetaucht!

Dabei war das Video in Wahrheit schon vier Jahre zuvor “aufgetaucht” — die Staatsanwaltschaft hatte es bereits kurz nach Möllemanns Tod im Jahr 2003 ausgewertet.

Doch viele andere Medien verbreiteten die Nachricht vom plötzlich aufgetauchten Video und die Spekulationen der “Bild”-Zeitung kopflos weiter, obwohl viele von ihnen schon im Jahr 2003 selbst über das Video berichtet hatten.

Wir haben diesen Fall und sein juristisches Nachspiel (denn das Video war noch dazu geklaut) seinerzeit hier, hier und hier dokumentiert.

Leider haben die Medien seither nichts dazugelernt.

Am Mittwoch verkündete “Bild” groß auf der Titelseite:10 Jahre nach Todessprung - Möllemanns letzter Brief aufgetaucht

Dabei war der Brief in Wahrheit schon vor sechs Jahren “aufgetaucht” (wie wir am Mittwoch berichtet haben).

Doch viele andere Medien verbreiten die Nachricht vom plötzlich aufgetauchten Brief und die Spekulationen der “Bild”-Zeitung kopflos weiter. Mal wieder.

Die dpa veröffentlichte Meldungen über den “jetzt bekanntgewordene[n] Brief”, “Spiegel Online” und Handelsblatt.com erzählen vom “bisher unbekannten Abschiedsbrief “, auch n-tv.de, T-Online.de, “RP Online”, Tagesspiegel.de, Welt.de, das “Hamburger Abendblatt” und viele andere zogen mit — in den meisten Fällen beriefen sie sich dabei allein auf den “Bild”-Artikel.

Nur wenige Medien haben sich die Mühe gemacht, selbst ein bisschen zu recherchieren. So wie (überraschenderweise) stern.de:

Tatsächlich hatte sich FDP-Politiker Kubicki schon vor über zwei Wochen mit der “Bunten” über den Tod seines Freundes, dieses Schreiben und die Übergabe vor zehn Jahren unterhalten. Auch in einer TV-Dokumentation aus dem Jahr 2007 (“Der Tag als Jürgen W. Möllemann in den Tod sprang”) hält Kubicki den Brief in die Kamera.

Es wäre auch für andere Journalisten kein Ding der Unmöglichkeit gewesen, das herauszufinden: Die “Süddeutsche Zeitung” hatte die Szene in einer TV-Kritik von 2007 explizit erwähnt: “Ziemlich am Ende des Films zitiert [Kubicki] aus einem Brief, den Möllemann ihm für den Fall der Fälle geschrieben hatte […]”.

Doch wenn das Leitschafmedium einmal losgetrampelt ist, lässt sich die Herde nicht mehr aufhalten. Inzwischen ist die Geschichte sogar schon in der Wikipedia gelandet:
Am 5. Juni 2013 wurde ein Brief bekannt, den Möllemann im April 2013 im Hamburger Hotel

Als Quelle aufgeführt ist: “Bild”.

Heavy Metal, @KaiDiekmann, Doosh

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Kai Diekmann’s lousy tweets”
(onlinejournalismus.de, Fiete Stegers)
Eine Analyse der bisherigen Tweets von @KaiDiekmann, dem Twitter-Konto des “Bild”-Chefredakteurs: “Diekmanns Tweets waren also weder besonders informativ, noch scharfzüngig oder unterhaltsam, sondern eher eine Mischung aus Linkschleuder kombiniert mit Selbstbeweihräucherung im Stil einer schlechten Facebook-Page (wie sie außer Hardcore-Fans wirklich niemanden interessieren kann).”

2. “Kompass: Wie der Heavy Metal in den Leitmedien abschneidet”
(powermetal.de, Stephan Voigtländer)
In einem langen Beitrag schaut sich Stephan Voigtländer die Berichterstattung verschiedener Massenmedien über Heavy Metal an: “Die Stereotypen sind Lautstärke, Lärm, Bier, Drogenkonsum (wenn auch keine harten), aber auch Freigeisterei und Unangepasstheit der Metal-Hörer (dies immer auch mit einer gewissen Bewunderung oder Anerkennung für ‘deren’ Lockerheit oder ich-mach-worauf-ich-Bock-hab-Mentalität verbunden). Und natürlich Wacken. Immer und überall.”

3. “Empört euch nicht!”
(tagesanzeiger.ch, Guido Kalberer)
Guido Kalberer schreibt wider die schnelle, kontextlose Empörung: “Wer mit Recherchen belegt oder – schlimmer noch – widerlegt, was andere tags zuvor vermutet haben, kommt immer zu spät. Die Karawane der Meinungsmacher und Mitmacher ist längst weitergezogen und zeigt keinerlei Interesse mehr.”

4. “Chicago Sun-Times cuts entire photography staff”
(chicagobusiness.com, Lynne Marek, englisch)
Die US-Tageszeitung “Chicago Sun-Times” entlässt alle Fotografen, “will ask the papers’ reporters to provide more photography and video for their stories”.

5. “Gehört Stefan Raabs ‘Doosh’-Duschkopf in den ‘SPIEGEL’?”
(tobiasgillen.de)
Die “Spiegel”-Vorabmeldung “TV-Entertainer Stefan Raab bringt selbst entwickelten Duschkopf in den Handel”: “Passiert denn sonst nichts, außer dass ein TV-Entertainer ein Produkt entwickelt, auf das er beim Grillen mit Freunden gekommen ist?”

6. “Mette, Mette, Fahrradkette”
(topfvollgold.de, Mats Schoenauer)
Medienkritik in der Zeitschrift “Freizeit total”.

Falsches Topmodel gewählt (2)

Wahrsager auf Rummelplätzen, die Wettervorhersage im Fernsehen, Fußballtipprunden im Kollegenkreis — die Welt ist voller deutlicher Hinweise, warum man gut beraten ist, nicht über Ereignisse zu reden, die erst noch eintreten werden.

Dennoch sind Journalisten manchmal nicht davon abzuhalten, darüber zu schreiben, wie die Welt aussehen könnte oder müsste: 2011 hatte “Bild” den falschen Sieger von “Deutschland sucht den Superstar” vorausgesagt, kurz darauf vertat sich die “B.Z.” bei der Prognose der Siegerin von “Germany’s Next Topmodel”.

Gestern Abend lehnte sich dann Bild.de aus dem Fenster:

DER KLUM-CODE:
Warum Luise heute Heidis "Topmodel" werden muss

Im Artikel stand dann aber doch nur, warum Luise die Siegerin sein “könnte” — mit der gleichen Hingabe und “Logik” vorgetragen, mit der Analysten den Ausgang von Wahlen und Fußballfans den von Spielen bereits im Vorfeld erklären können.

Zum Beispiel so:

BILD.de meint: Nachdem sich 2011 und 2012 Blondinen durchgesetzt haben, ist es wieder an der Zeit für eine brünette Schönheit.

Immerhin damit lag Bild.de richtig — denn gewonnen hat am Ende die ebenfalls brünette Kandidatin Lovelyn. Luise wurde Dritte.

Mit Dank an Bernhard W.

GNTM, Eins­like, NZZ-Paywall

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. ” Brust raus, Bauch rein, Hirn aus”
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm schreibt über “Germany’s Next Topmodel”: “Stellen wir uns kurz vor, es gäbe eine Fernsehshow, die Jungs erklärt, wie Männer zu sein haben. Vorne steht zum Beispiel Ralf Moeller und schreit: ‘Breitbeinig! Geh’ breitbeinig!’, und die jungen Kandidaten gehen so breitbeinig, als wären sie eben auf einer texanischen Ranch vom Pferd gestiegen.”

2. “Bei der Wahrheit bleiben”
(spiegel.de/spiegel/spiegelblog, Sven Becker)
Sven Becker antwortet auf den Blogeintrag von Sexarbeiterin Carmen: “Auf viele Leser muss der Eintrag so wirken, als ob ich die Wahrheit gebogen hätte, um an eine bessere Geschichte zu kommen. Das weise ich zurück.”

3. “Der SPIEGEL und die hohe Kunst des Tendenzjournalismus”
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Auch Thomas Stadler widmet sich der “Spiegel”-Titelgeschichte über Prostitution: “Eine seriöse Berichterstattung hätte vielmehr darauf hinweisen müssen, dass der Gesetzgeber die Regelungen zur Zwangsprostitution 2005 deutlich verschärft hat. Es kann also wahrlich keine Rede davon sein, dass der Staat Frauenhandel und Prostitution fördert. Das Gegenteil ist vielmehr richtig. Der Gesetzgeber hat die Regelungen zu Zwangsprostitution und Frauenhandel deutlich verschärft.”

4. “Die andere Parallelgesellschaft”
(taz.de, Daniel Bax)
“Zwischen 1 und 3 Prozent liegt, je nach Schätzung, der Anteil von Journalisten mit Migrationshintergrund in deutschen Medien”, schreibt Daniel Bax. “Dass bei der ‘Zeit’ heute mehr migrantische Journalisten arbeiten als früher, dient nicht nur der Imagepolitur. Es habe die Atmosphäre im Haus deutlich verändert, glaubt Redaktionschef Ulrich, die internen Diskussionen verliefen nun anders.” Siehe dazu auch ein Interview mit Sheila Mysorekar.

5. “Eine Zahl zieht Kreise”
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
“Schweizer lehnen Paywalls ab”, schreibt Wuv.de zu kursierenden Abozahlen der NZZ-Paywall: “Die apodiktische Aussage zur Zahlungsbereitschaft im Netz fusst auf einer einzigen Zahl und auf einer abenteuerlichen Interpretation derselben. Dumm nur, dass die knackige Schlagzeile mit der Realität nichts zu tun hat.”

6. “Ein Jugendfilter für die ARD”
(stefan-niggemeier.de)
Nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit präsentiert die ARD den Mediathek-Bestandteil Einslike: “Der Gedanke, dass die­ses unsor­tierte Pro­gramm­ge­röll als ‘Eins­like’ eine Anlauf­stelle für das furcht­bar ver­misste junge Publi­kum der ARD wer­den könnte: Ich würde ihn welt­fremd nen­nen.”

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