Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Verdachtsberichterstattung im Fokus – was dürfen Journalisten? (br.de, Ingo Lierheimer, Audio: 27:57 Minuten)
Der Medienpodcast von BR24 diskutiert die Grenzen der Verdachtsberichterstattung im Journalismus, die es Medien erlaubt, über Fälle zu berichten, auch wenn diese noch nicht gerichtlich geklärt sind. Als Beispiele werden die Beiträge über den stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, die Band Rammstein und den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff genannt. Die Diskussionsteilnehmer, darunter Daniel Drepper, Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”, sowie der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes Frank Überall, erörtern die ethischen und rechtlichen Aspekte.
2. “Clans”: Mediendebatte um einen (Kampf-)Begriff (sueddeutsche.de, Nadia Zaboura & Nils Minkmar, Audio: 35:16 Minuten)
In der aktuellen Folge des Medienpodcasts “quoted” sprechen Nadia Zaboura und Nils Minkmar über die Entwicklung des “Clan”-Begriffs in Medien: “Wie ist er zu einem medialen Dauerbrenner in unzähligen TV-Dokus, Sachbüchern und Schlagzeilen geworden? Wie sieht die Berichterstattung über kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien wirklich aus? Und würde ein Verzicht auf den umstrittenen Begriff die damit beschriebene Kriminalität wirklich verharmlosen?” Als Gast haben sich Zaboura und Minkmar den Soziologen Özgür Özvatan vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung eingeladen.
3. Warum TRIGGER-Warnungen oft triggern (youtube.com, Filmanalyse, Wolfgang M. Schmidt, Video: 27:33 Minuten)
Unter einer Triggerwarnung versteht man eine Warnung vor möglichen auslösenden Reizen (Triggern). Traumatisierte Menschen sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, selbst zu entscheiden, ob sie sich den eventuell belastenden Inhalten aussetzen wollen. Der gut gemeinte Hinweis werde immer weiter ausgedehnt und umfasse mittlerweile auch Mikroaggressionen und überholte Stereotype, findet Wolfgang M. Schmitt und führt diese Ansicht in seiner “Filmanalyse” weiter aus.
4. Mit Aktivismus in den Burnout? (ndr.de, Daniel Bröckerhoff, Video: 24:33 Minuten)
Wer für eine Sache brennt, kann auch ausbrennen. Sogenannte Sinnfluencer sind in dieser Hinsicht womöglich besonders gefährdet. Daniel Bröckerhoff hat sich für seinen “Zapp”-Film mit Betroffenen über deren Erfahrungen unterhalten: mit der Nachhaltigkeitsaktivistin Louisa Dellert, der Krankenschwester und Pflegeaktivistin Franzi Böhler und dem queeren, veganen Arzt Aljosha Muttardi. Bröckerhoff hat dabei fünf Ursachen herausgearbeitet, warum das Leben als Sinnfluencer mental so anstrengend sei.
5. Was Dokufilme nicht zeigen (deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 37:37 Minuten)
Der Deutschlandfunk greift regelmäßig Kritik von Hörerinnen und Hörern auf und diskutiert sie im Medienpodcast “Nach Redaktionsschluss”. Diesmal kommt eine Hörerin zu Wort, die der Meinung ist, dass in Afrika-Dokumentationen “immer das Gleiche” gezeigt werde. Stimmt ihr Eindruck? Darüber diskutiert die Hörerin mit dem Filmemacher Jide Akinleminu, Arte-Redakteur Uwe Lothar Müller und Deutschlandfunk-Redakteurin Annika Schneider.
6. LNP466 Wodka Red Bull (logbuch-netzpolitik.de, Tim Pritlove & Linus Neumann, Audio: 2:02:58 Stunden)
Julian Hessenthaler war einer der Köpfe hinter dem sogenannten “Ibiza”-Video, das einen der größten politischen Skandale Europas auslöste und in Österreich zum Bruch der Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ führte. Im “Logbuch Netzpolitik” erzählt Hessenthaler die ganze Geschichte mit dem großen Schlimmen und ihren vielen kleinen trivialen und absurden Nebenaspekten noch einmal und verrät, warum eine Veröffentlichung in österreichischen Medien nicht in Frage kam.
1. “Wir sind keine Mikrofonhalter” (djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert, dass die Bundesregierung nur noch Erklärungen an die Medien herausgebe und keine Fragen der Journalistinnen und Journalisten beantworte. Der DJV bezeichnet dies als eine “kommunikativen Einbahnstraße”. Die Medien hätten ein Recht auf Information: “Wir sind keine Mikrofonhalter. Wer glaubt, so mit den Medien umgehen zu können, hat die Rolle des Journalismus als kritische Institution in der Demokratie nicht verstanden”, so der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall.
2. Wenn Medien als Gegner wahrgenommen werden (deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Sebastian Wellendorf, Audio: 7:43 Minuten)
Der Deutschlandfunk greift eine Studie der Universität Hohenheim auf, die zeige, dass etwa ein Fünftel der Deutschen ein rechtspopulistisches Weltbild habe und sich von klassischen Nachrichtenmedien fernhalte. Etwa ein Viertel der Befragten sei der Meinung, “Medien und die Politik arbeiten Hand in Hand, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren”, und: “Medien bringen nur, was die Herrschenden vorgeben”. Wie können Medien dem entgegnen? Indem sie zum Beispiel Positionen und politische Prozesse besser erklären, so der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider.
3. Unbequeme Wahrheiten aussprechen (taz.de, Leif Kramp & Stefan Weichert)
In der “taz” plädieren Leif Kramp und Stefan Weichert für einen Journalismus, der sich stärker am Gemeinwohl orientiert und weniger an Reichweite und Klicks: “Wir brauchen einen neuen ‘alten’ Journalismus, der sich an ethischen Grundtugenden und demokratischen Werten orientiert, der die Menschen dadurch überzeugen kann, dass er ganzheitlich und transparent agiert, dass er Kontexte diskutiert. Und dass er sich frei von Abhängigkeiten macht – von Geldgebern, ökonomischen Launen, politischen Einflüssen und den digitalen Infrastrukturen des US-amerikanischen Tech-Kapitalismus.”
4. Beten wir für eine bessere Doku über Antifeminismus (uebermedien.de, Lisa Kräher)
Eine “Y-Kollektiv”-Doku geht der Frage nach, was Antifeminismus mit rechter Ideologie zu tun hat. Ein wichtiges Thema, wie Lisa Kräher bei “Übermedien” findet, dessen filmische Umsetzung jedoch von starker Kritik begleitet werde. Kräher hat sich die Kritik an der Doku angesehen und sortiert, was daran aus ihrer Sicht berechtigt ist und was nicht.
5. Unklare Zukunft für “Meedia” und “Blickpunkt Film” (dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, steht der Verlag hinter den Redaktionen von “Meedia” und “Blickpunkt Film” unter der Kontrolle eines Insolvenzverwalters, die Zukunft der Medienmarken sei ungewiss. Ursprünglich habe die Geschäftsführung versucht, das Unternehmen in Eigenregie zu sanieren, was sich jedoch als aussichtslos erwiesen habe.
6. Schülerzeitungen als Teil der Demokratie (verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Der Schülerzeitungswettbewerb in Brandenburg für das Jahr 2022/2023 habe ungewöhnlich wenige Einsendungen, mit nur 17 teilnehmenden Zeitungen von Schülerinnen und Schülern. Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg und Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke betonten die wichtige Rolle dieser Zeitungsprojekte für die demokratische Mitbestimmung und Meinungsbildung an Schulen. Beim Wettbewerb habe ein besonderes Augenmerk auf dem Thema Urheberrecht bei redaktionell verwendeten Fotos gelegen. Die Liste aller Preisträger gibt es hier (PDF).
Es klingt ja tatsächlich erstmal ein bisschen irre:
Ein Ernährungsminister, der seine eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht ernähren könne. Dazu mit Cem Özdemir noch ein Grüner, der keinen “Öko-Koch” finde, höhö. Natürlich ist das eine Geschichte für “Bild”. Und wie das bei “Bild”-Geschichten eben häufig ist, bleibt von ihr bei genauerer Betrachtung nicht mehr viel übrig.
Zum Start mal das Sprachliche: Im Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), um den es im “Bild”-Artikel geht, wurde keine Kantine geschlossen. Denn es gibt dort keine. Es gibt eine Cafeteria, deren Betrieb Anfang Juli eingestellt wurde. Das wird auch im ersten Satz des “Bild”-Textes klar:
Monatelang suchte Ernährungsminister Cem Özdemir (57, Grüne) einen Öko-Koch für die Mitarbeiter-Cafeteria in seinem Ministerium – ohne Erfolg!
Das ist auch deutlich mehr als nur Wortklauberei, denn diese Cafeteria verfügte über keine eigene Kochmöglichkeit – es konnten dort lediglich gelieferte Speisen warmgehalten werden. Ein Sprecher des BMEL erklärte uns auf Nachfrage den bisherigen Ablauf bei der Verpflegung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums: Das nahegelegene Bundesministerium für Arbeit und Soziales verfüge über eine richtige Kantine. Der dortige Betreiber habe bislang die BMEL-Cafeteria mitversorgt. Die Vereinbarung über diese Lieferungen an das BMEL sei allerdings kürzlich ausgelaufen, daher war eine neue Ausschreibung notwendig.
In dieser Ausschreibung ging es, anders als von der “Bild”-Redaktion behauptet, nie um einen “Öko-Koch”. Und somit sei der Grund für die derzeitige Schließung der Cafeteria auch nicht ein fehlender “Öko-Koch”, so der BMEL-Sprecher:
In der Tat musste die Ausschreibung für den Weiterbetrieb der Cafeteria erfolglos beendet werden. Grund war die gesunkene Nachfrage der Beschäftigten, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb des Angebots nicht mehr zuließ. Seit der Corona-Pandemie wurde die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten ausgebaut und wird seither von den Mitarbeitenden – auch mit Blick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie – intensiv genutzt.
Dieser Aspekt wird auch am Ende des “Bild”-Artikels einmal erwähnt. Aber vorne im Text vermutet die Redaktion eine ganz andere Ursache für die erfolglose Ausschreibung:
Grund: Die Vorgaben für den Betreiber waren offensichtlich viel zu hoch. U. a. sollte mindestens ein Tagesgericht immer in “ovo-lacto-vegetarischer Form” gekocht und angeboten werden.
Folge: Es fand sich kein geeigneter Öko-Koch.
Jetzt müssen Özdemirs Mitarbeiter ausbaden, dass ihr Chef so hohe Öko-Vorgaben macht.
Es seien also die “hohen Öko-Vorgaben” Özdemirs, um die es geht, mutmaßt “Bild”:
Der Ernährungsminister scheitert an seinen eigenen Ernährungsvorgaben.
Das ist schlicht falsch.
Neben dem Tagesgericht in “ovo-lacto-vegetarischer Form” nennt der “Bild”-Artikel noch weitere Vorgaben für “Özdemirs Kantinen-Koch”:
Laut Ausschreibung sollte Özdemirs Kantinen-Koch u. a.:
► “eine schrittweise Reduzierung des Angebots an Mittagsgerichten mit Fleisch-/Wurstwaren” umsetzen
► mehr Essen mit Hülsenfrüchten, Nüssen und Ölsaaten anbieten
► mindestens 30 Prozent der verarbeiteten Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft beziehen.
Diese Punkte finden sich alle in einem 93-seitigen Papier mit dem Titel “Nachhaltigkeit konkret im Verwaltungshandeln umsetzen” (PDF). Es handelt sich dabei um die aktuellste Weiterentwicklung des “Maßnahmenprogramms Nachhaltigkeit” der Bundesregierung, beschlossen am 25. August 2021. Damals, gut einen Monat vor der Bundestagswahl, saßen weder Cem Özdemir noch irgendwelche anderen Grünen in der Bundesregierung. Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD war noch im Amt. Und die hat beschlossen:
Vor dem Hintergrund der erheblichen Auswirkungen des Ernährungsverhaltens auf Gesundheit und Umwelt wird die Gemeinschaftsverpflegung in den Kantinen der Bundesverwaltung an dem Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Betriebsverpflegung vom November 2020 (unter ergänzender Einbeziehung der Empfehlungen der EAT-Lancet-Kommission) insbesondere wie folgt ausgerichtet:
a) Zusammenstellung eines Speiseplans mit steigenden Anteilen an pflanzlichen Lebensmitteln wobei Hülsenfrüchte und Nüsse bzw. Ölsaaten als pflanzliche Proteinquellen genutzt werden können.
b) Tägliches Angebot mindestens eines vollwertigen ovo-lacto-vegetarischen Gerichts zu allen Mahlzeiten […]
c) Schrittweise Reduzierung des Angebots an Mittagsgerichten mit Fleisch-/Wurstwaren […]
Dieses “Maßnahmenprogramm” sieht für die “Kantinen der Bundesverwaltung” auch eine Erhöhung des “Bio-Anteils im Speisenangebot” auf “mindestens 20 Prozent” bis spätestens 2025 vor. Das BMEL soll zusätzlich ein Pilotprojekt angehen, “mit dem auf Basis einer Ausschreibung mit interessierten Behörden/Kantinen ein Bio-Anteil von mindestens 50 Prozent bis spätestens 2025 umgesetzt wird”.
Oder kurz gesagt: Anders als “Bild” behauptet, geht es hier nicht um Cem Özdemirs “hohe Öko-Vorgaben”, sondern um die der damaligen Großen Koalition. Das Papier “Nachhaltigkeit konkret im Verwaltungshandeln umsetzen” hatte CDU-Politiker Helge Braun in seiner damaligen Funktion als Bundesminister vorgestellt.
Und so sind die Reaktionen auf die aktuelle Verpflegungssituation im BMEL, die “Bild” bei CDU-Politikern eingesammelt hat, um sprachlich mal im Bild zu bleiben, völlig Banane:
Entsprechend groß sind Unverständnis und Spott bei der Opposition.
CDU-Fraktionsvize Steffen Bilger (44) zu BILD: “Ein Minister für Ernährung, der seine eigenen Leute nicht ernähren kann – das ist für Cem Özdemir peinlich.” Die Fürsorge für die Mitarbeiter solle wichtiger sein als die “Durchsetzung grüner Ernährungspolitik”.
Der ernährungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Albert Stegemann (47): “Es ist ein politisches Armutszeugnis, dass Bundesernährungsminister Özdemir die Ernährung seiner Beschäftigten im eigenen Ministerium nicht sicherstellen kann.” Cem Özdemir müsse “im eigenen Haus den ernährungspolitischen Offenbarungseid leisten”.
Die konkreten Folgen dieses “ernährungspolitischen Offenbarungseids” sehen übrigens so aus: Statt, wie bisher, das aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gelieferte Essen in der BMEL-Cafeteria zu essen, gehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ernährungsministeriums nun die wenigen Meter über den gemeinsamen Innenhof rüber ins BMAS und essen in der dortigen Kantine.
1. ZDF einigt sich mit Journalistin (deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Annika Schneider, Audio: 8:09 Minuten)
Nach achtjährigem Rechtsstreit haben sich die Journalistin Birte Meier und ihr ehemaliger Arbeitgeber ZDF in einem Equal-Pay-Streit auf einen Vergleich geeinigt. Meier verklagte das ZDF, nachdem sie herausgefunden hatte, dass sie deutlich weniger Geld verdiente als ihre männlichen Kollegen mit gleichen Aufgaben und gleichem Status als fest-frei Beschäftigte. Die genaue Vergleichssumme wurde nicht veröffentlicht, der Fall gelte aber als wichtiger Schritt im Kampf um Lohngerechtigkeit.
Siehe dazu auch die Stellungnahme der am Verfahren beteiligten Gesellschaft für Freiheitsrechte: “Equal Pay: Jahrelanger Rechtsstreit mit ZDF endet mit Vergleich”.
2. Schweigen und weitermachen (taz.de, Florian Bayer)
Wie vor eineinhalb Wochen in den “6 vor 9” zu lesen war, sind die ORF-Nachrichten auf zwei prorussische Propagandavideos hereingefallen. Die Aufnahmen seien fälschlicherweise als Beispiele für Zwangsrekrutierungen in der Ukraine ausgestrahlt worden, sollen aber unter anderem die Festnahme eines russischen FSB-Spions gezeigt haben. Florian Bayer kritisiert in der “taz” den seiner Meinung nach wenig souveränen Umgang des österreichischen Senders mit dem Fehler.
3. Neues Gesetz in Frankreich will Browser zur Zensur verpflichten (netzpolitik.org, Markus Reuter)
Ein in Frankreich geplantes Gesetz soll Webbrowser dazu verpflichten, von der Regierung erstellte Sperrlisten zu implementieren, um bestimmte Webseiten zu blockieren. Mozilla, die Stiftung hinter dem Firefox-Browser, warne davor, dass diese Maßnahme autoritären Regimen die Zensur erleichtern und die bisherige Zensur von der Ebene der Internet Service Provider auf die Ebene der Browser verlagern könnte. Die Mozilla Foundation habe daher eine Petition gegen den Gesetzesentwurf gestartet.
4. 50 Jahre Bildung! (medienbildungshub.de)
Der Artikel auf medienbildungshub.de beleuchtet die 50-jährige Geschichte des Grimme-Instituts, das 1973 als Adolf-Grimme-Institut gegründet und von seinem Gründer Bert Donnepp als “Modellversuch im Bildungswesen” bezeichnet wurde. Neben der Verleihung des Grimme-Preises betreibt das Institut unter anderem wissenschaftliche Forschung zu Medien und Bildung und beschäftigt sich mit den Herausforderungen neuer Medientechnologien.
5. X erlaubt in den USA wieder politische Werbung (zeit.de)
Die ehemals als Twitter bekannte Online-Plattform X hebt das 2019 vom damaligen Twitter-Chef eingeführte Verbot politischer Werbung in den USA auf. Das Unternehmen betont, dass es Regeln für die bezahlte Verbreitung politischer Botschaften geben werde, einschließlich des Verbots falscher oder irreführender Informationen. Auch die Sicherheitsabteilungen der Plattform würden ausgebaut. Vor nicht allzu langer Zeit hatte es auch dort einen massiven Stellenabbau gegeben.
6. Spiegel-Gruppe übernimmt RTL-Anteile an “11 Freunde” (dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” unter Bezug auf eine “Spiegel”-Meldung berichtet, hat die “Spiegel”-Gruppe die Mehrheitsanteile am Fußballmagazin “11 Freunde” übernommen, die zuvor von Gruner + Jahr beziehungsweise RTL gehalten wurden. Die Übernahme soll nach Zustimmung der Kartellbehörden vollzogen werden, über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. “Spiegel” und “11 Freunde” wollen unabhängig voneinander arbeiten, aber Synergien bei digitalen Produkten, Vertrieb und Werbung nutzen.
Brutale Attacke in Chemnitz: Ein Mann wurde von unbekannten Tätern angegriffen. Mit einer Machete hackten sie dem 28-Jährigen dabei mehrere Finger ab!
Die Tat ereignete sich am Dienstag gegen 15 Uhr in einer Parkanlage an der Helbersdorfer Straße. Nach der Attacke flüchteten die schwarz Maskierten in Richtung Stadtpark.
Genauso eindeutig klingt es in der Überschrift:
So ist es gewesen, kein Konjunktiv, kein “soll”.
Heute, knapp zwei Wochen später, ist klar, dass etwas mehr Distanz und deutlich weniger Zueigenmachen dieser Geschichte des angeblichen Opfers besser gewesen wäre:
(Augenbalken durch Bild.de, weitere Verpixelung durch uns.)
Jetzt die überraschende Wende: Am Montag teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit, dass gegen den Mann wegen Vortäuschens einer Straftat und gegen einen weiteren Beschuldigten wegen schwerer Körperverletzung ermittelt wird.
Dem nun Mitbeschuldigten, der sich jetzt wegen schwerer Körperverletzung verantworten muss, waren die Ermittler durch Auswertung von Mobiltelefonen auf die Schliche gekommen. Der Deutsche soll nach BILD-Informationen wie Alexander W. der rechtsextremen Szene angehören.
Laut LKA und Staatsanwaltschaft Chemnitz hat der Überfall so nie stattgefunden. Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart (59) zu BILD: “Nach den Ermittlungen hat sich ein Überfall durch Linke nicht bestätigt.”
Der Fall habe “bundesweit für Aufsehen” gesorgt, schreibt die “Bild”-Redaktion. Zu ihrer eigenen Rolle bei der Verbreitung der wahrscheinlich erfundenen Geschichte eines Neonazis schreibt sie nichts.
Seit vergangenem Donnerstag berichten die “Bild”-Medien intensiv über den Tod einer 32-jährigen Frau in Stuttgart. Der Fall hat einiges, was ihn für eine Boulevardredaktion interessant macht, beispielsweise einen festgenommenen Tatverdächtigen, mit dem das Opfer laut “Bild” eine Affäre gehabt haben soll. Außerdem, und das ist sicher von zentraler Bedeutung, gibt es Fotos – zwei verschiedene Aufnahmen der Frau hat die “Bild”-Redaktion zusammenklauben können. Und die zeigt sie bei jeder Gelegenheit.
Allein bei Bild.de sind mindestens sieben Artikel seit vergangenem Donnerstag erschienen (überwiegend als “Bild-plus”-Artikel, schließlich versucht die “Bild”-Redaktion immer wieder, mit dem Tod von Menschen Abos zu verkaufen). Dazu mehrere große Artikel in der Stuttgart-Ausgabe der “Bild”-Zeitung beziehungsweise in der “Bild”-Bundesausgabe. Außerdem eine komplette Seite in “Bild am Sonntag”. Und mehrere Push-Nachrichten für alle, die die “Bild”-App auf dem Smartphone haben.
Die Verpixelungen oben haben alle wir hinzugefügt – in den “Bild”-Medien sind die Fotos der Frau ohne jegliche Unkenntlichmachung erschienen (lediglich beim letzten Screenshot hat die “Bild”-Redaktion dem Tatverdächtigen einen schmalen Balken über die Augen gelegt). Als Quelle der Aufnahmen ist “Privat” angegeben.
Der Pressekodex des Deutschen Presserats ist bei diesem Thema recht eindeutig. In Richtlinie 8.2 zum “Opferschutz” steht:
Die Identität von Opfern ist besonders zu schützen. Für das Verständnis eines Unfallgeschehens, Unglücks- bzw. Tathergangs ist das Wissen um die Identität des Opfers in der Regel unerheblich. Name und Foto eines Opfers können veröffentlicht werden, wenn das Opfer bzw. Angehörige oder sonstige befugte Personen zugestimmt haben, oder wenn es sich bei dem Opfer um eine Person des öffentlichen Lebens handelt.
Um eine Person des öffentlichen Lebens handelt es sich bei der Frau nicht.
Wir haben bei “Bild” nachgefragt, ob der Redaktion eine Erlaubnis der Familie vorliegt, die Fotos unvepixelt zu zeigen. Und wenn nicht, warum sie es trotzdem tut. Eine Antwort haben wir bislang nicht erhalten.
Sollte keine Erlaubnis der Familie vorliegen, dürfte es auch juristisch gesehen recht klar sein, dass das, was die “Bild”-Redaktion hier macht, nicht in Ordnung ist. Allerdings gilt: wo kein Kläger, da kein Richter. Und so gibt es in diesem Fall noch einen weiteren Umstand, der ihn für die “Bild”-Redaktion besonders interessant machen dürfte: Die getötete Frau stammt aus Kenia. Sie soll allein in Deutschland gewesen sein, ihre Familie befindet sich laut “Bild” in Kenia. Es ist ausgesprochen unwahrscheinlich, dass die Familienmitglieder mitbekommen, was die “Bild”-Redaktion mit den Fotos alles anstellt.
1. Razzia bei Radio Dreyeckland war rechtswidrig (netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie netzpolitik.org berichtet, habe das Landgericht Karlsruhe die Hausdurchsuchungen beim Freiburger Sender Radio Dreyeckland (RDL) letztinstanzlich für rechtswidrig erklärt. Dies hätten der Sender und die juristisch beteiligte Gesellschaft für Freiheitsrechte mitgeteilt. Die Durchsuchungen waren erfolgt, nachdem RDL einen Link zum Archiv der 2017 verbotenen Internetseite linksunten.indymedia.org veröffentlicht hatte. Das Gericht habe betont, dass die Durchsuchungen mehrere Grundrechte verletzt hätten und eine einschüchternde Wirkung ausüben könnten.
2. Kritik an der Berichterstattung der SZ (deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Sören Brinkmann, Audio: 8:12 Minuten)
Am Samstag berichtete die “Süddeutsche Zeitung” über ein antisemitisches Flugblatt (nur mit Abo lesbar), das vor rund 35 Jahren in einem bayerischen Gymnasium gefunden und mit dem heutigen stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger in Verbindung gebracht wurde. Aiwanger bestreitet, das Flugblatt verfasst zu haben. Stattdessen sagt sein Bruder, er sei der Urheber. Die Art der Berichterstattung hat Kritik hervorgerufen. Stefan Niggemeier erklärt im Interview mit dem Deutschlandfunk, worum es im Einzelnen geht und was die “Süddeutsche” seiner Meinung nach hätte besser machen können.
3. Auf ein Stück Erdbeertorte bei ganz normalen Leuten (uebermedien.de, Lisa Kräher)
Bei “Übermedien” kritisiert Lisa Kräher die Berichterstattung der “Zeit” über Menschen, die 2020 versucht haben, das Reichstagsgebäude in Berlin zu stürmen. Kräher bemängelt, dass die Redaktion den Beteiligten eine große Plattform biete, ohne deren Motive und Hintergründe ausreichend kritisch zu hinterfragen. Sie argumentiert, dass die Darstellung verharmlosend wirken könne und die tatsächlichen Probleme nicht angemessen adressiere. Besonders kritikwürdig seien aus ihrer Sicht die von der “Zeit” in deren Social-Media-Kanälen verwendeten Zitatkacheln.
4. “Hier findet Entgrenzung statt” (taz.de Wilfried Urbe)
Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, spricht im Interview mit der “taz” über die Herausforderungen von Hass und Desinformation im Internet. Er betont, dass die Gesellschaft zunehmend Verantwortung übernehme, indem sie entsprechende Hassbotschaften melde. Die NRW-Initiative “Verfolgen statt nur Löschen” habe bereits zu zahlreichen Ermittlungsverfahren und Verurteilungen geführt: “Nachdem wir 2018 starteten, haben wir inzwischen 1.500 Anzeigen an das LKA NRW beziehungsweise das BKA weitergeleitet. Daraus sind 900 Ermittlungsverfahren entstanden und 400 Beschuldigte identifiziert worden. Aktuell laufen 52 Anklagen, bisher kam es zu 38 Verurteilungen.”
5. Länder wollen Intendantengehalt im RBB-Staatsvertrag deckeln (tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Wie Joachim Huber beim “Tagesspiegel” berichtet, sieht der neue Staatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) eine Gehaltsobergrenze für die Intendanz von 180.000 Euro vor – deutlich weniger als das derzeitige Gehalt der Senderchefin Katrin Vernau von 295.000 Euro. Die Ziele der Reform seien eine bessere Kontrolle, höhere Wirtschaftlichkeit und mehr Transparenz im Sender. Neben der Gehaltskürzung seien auch strukturelle Veränderungen wie die Verschlankung der Senderspitze und die Professionalisierung der Aufsichtsgremien geplant.
6. Youtuber sind keine Journalisten (djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert ein Urteil des Verwaltungsgerichts Minden, das einen Youtuber mit professionellen Journalistinnen und Journalisten gleichstelle. Das Gericht habe laut “FAZ” entschieden, dass es für die unterstellte Pressetätigkeit ausreichend sei, einen Youtube-Kanal zu haben, und die Reichweite des Kanals dabei unerheblich sei. Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall findet das befremdlich und “verhaltensoriginell”. Er fragt unter der etwas generalisierend wirkenden Überschrift “Youtuber sind keine Journalisten”: “Wie will man eigentlich noch journalistische Angebote von lustigen Katzenvideos und anderem Klamauk unterscheiden?”
Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Sollten Medien das Wort “Clan-Kriminalität” streichen? (uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 15:11 Minuten)
Die “Frankfurter Rundschau” (“FR”) hat beschlossen, den Begriff “Clan-Kriminalität” nur noch in Ausnahmefällen zu verwenden, da er Menschen stigmatisiere und “politisch missbraucht” werde (siehe die “6 vor 9” vom 16. August). Die Entscheidung wurde maßgeblich von der “FR”-Volontärin Yağmur Ekim Çay beeinflusst, die betont, dass Journalisten und Journalistinnen darauf achten sollten, wie sie über Themen sprechen und welche Begriffe sie verwenden. Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit ihr darüber, wie das Thema auf die Agenda kam, wie die redaktionsinterne Diskussion und die Entscheidungsfindung verliefen und welche Reaktionen es gab.
2. Clickworker – Ausgebeutet für künstliche Intelligenz (swr.de, Christian Kretschmer, Audio: 28:45 Minuten)
Diese Woche empfahlen wir in den “6 vor 9” einen tagesschau.de-Beitrag von Christian Kretschmer über die Rolle und Situation von Clickworkern bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI). Clickworker, oft aus Ländern wie Kenia oder Kolumbien, trainieren Maschinen, indem sie Daten für KI-Systeme sammeln, und sind oft prekären Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen ausgesetzt. Trotz ihrer entscheidenden Rolle bei der Entwicklung von KI berichten viele von Ausbeutung, Perspektivlosigkeit und intensiver digitaler Überwachung. Im SWR-Beitrag kann man Kretschmer auf seiner Recherchereise nach Kenia begleiten, wo er mit zahlreichen Betroffenen gesprochen hat.
3. Sechs Frauen werfen «Republik»-Reporter sexuelle Belästigung vor (srf.ch, Salvador Atasoy & Oliver Kerrison, Audio: 28:48 Minuten)
In einer Spezialausgabe des SRF-Medientalks geht es um mutmaßliche sexuelle Belästigungen durch einen bekannten Schweizer Journalisten und die Folgen für die Betroffenen. Die Recherche beleuchtet die “Strukturen hinter den mutmaßlichen Übergriffen” und diskutiert, warum die Betroffenen bisher gezögert haben, rechtliche Schritte einzuleiten. Dabei wird ausdrücklich betont, dass bei allem die Unschuldsvermutung gilt.
4. Zwischen Milliardengeschäft und öffentlichem Anspruch – Sportübertragungen im TV (ardaudiothek.de, BR24 Medien, Ingo Lierheimer, Audio: 24:41 Minuten)
Es ist ein krasses Ungleichgewicht: Während die TV-Rechte der vergangenen Fußball-Weltmeisterschaft der Männer rund 200 Millionen Euro einbrachten, waren es für die TV-Rechte der Fußball-WM der Frauen vergleichsweise magere, geschätzte fünf Millionen Euro. Das BR24-Medienmagazin wirft einen Blick auf das Geschäft mit den Übertragungsrechten von Sportereignissen und die offensichtliche Schieflage. Der Medienwissenschaftler Thomas Horky bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, dass es im deutschen Sportfernsehen vor allem drei Sportarten gebe: “Fußball, Fußball und Fußball”.
Weiterer Hörtipp: Bundesliga: Profitabel dank TV-Rechten (deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf, Audio: 23:53 Minuten).
5. Medien im Exil – Freier Journalismus nach dem russischen Angriffskrieg (deutschlandfunk.de, Axel Schröder, Audio: 18:58 Minuten)
Die Deutschlandfunk-Sendung “Hintergrund” thematisiert die schwierige Situation kremlkritischer Medien, die in Russland unter enormem Druck stehen und denen oft nur der Weg ins Exil bleibt. Es kommen russische Medienmacher und -macherinnen sowie Betroffene zu Wort, die unter abenteuerlichen und prekären Umständen ins Ausland übersiedeln mussten.
6. Videospiele und Journalismus? Die Gamescom in Köln (sr.de, Thomas Bimesdörfer & Florian Mayer, Audio: 20:12 Minuten)
Anlässlich der in Köln stattfindenden Gamescom, der größten Videospielmesse der Welt, hat sich die SR-Mediensendung “Cross und Quer” mit Heiko Klinge, Chefredakteur des Videospielmagazins “GameStar”, über das Thema “Videospiele und Journalismus” unterhalten: Wo stehen Videospiele gesellschaftlich aktuell? Wie hat sich die Branche verändert? Und wie passt da der Journalismus rein?
1. NDR erstattet Strafanzeige gegen Julian Reichelt (spiegel.de, Anton Rainer)
Wie der “Spiegel” berichtet, hat der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bei der Berliner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den ehemaligen “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt gestellt. Der NDR werfe Reichelt vor, in einem früheren Prozess gelogen zu haben, als er eidesstattlich versicherte, keine “diversen Affären” mit Mitarbeiterinnen des Springer-Konzerns gehabt zu haben. Als Beweis führe der NDR die eidesstattliche Versicherung einer betroffenen Frau an, die ihre Angaben durch einen Chatverlauf zwischen ihr und Reichelt bestätigt sieht.
2. Vom Winde verdreht? Mediale Narrative über Windkraft, Naturschutz und Energiewandel (otto-brenner-stiftung.de, Georgiana Banita)
Die Kulturwissenschaftlerin Georgiana Banita hat im Auftrag der Otto Brenner Stiftung untersucht (PDF), wie Qualitätszeitungen “über klimapolitische Hoffnungen, ökonomische Erwartungen, wissenschaftliche Notwendigkeiten und umwelt- beziehungsweise gesundheitspolitische Bedenken” im Kontext der Windenergie berichten. Banita identifiziert “wiederkehrende Narrative, Mythen und Verzerrungen in der Berichterstattung” und betont, dass die mediale Debatte um Windenergie als Kulturkampf geführt werde.
3. Mockridge gegen “Spiegel”: Jetzt geht’s erst richtig los (dwdl.de, Timo Niemeier)
Der “Spiegel” veröffentlichte im September 2021 einen Artikel über den Comedian Luke Mockridge, in dem Vergewaltigungsvorwürfe einer Ex-Freundin thematisiert wurden. Mockridge ging juristisch gegen die Berichterstattung vor und war im sogenannten Verfügungsverfahren zunächst erfolgreich, wodurch wesentliche Teile des Artikels verboten wurden. Nun beginne das Hauptsacheverfahren, in dem es auch um die Frage geht, wie ausgewogen und sorgfältig das Nachrichtenmagazin berichtet hat. Timo Niemeier ordnet den Rechtsstreit und seine möglichen Folgen ein.
4. Ein Schuss, kein Tor, die Bayern (uebermedien.de, Andrej Reisin)
Bei “Übermedien” beschäftigt sich Andrej Reisin mit einem Vorfall, bei dem während des Bundesligaspiels zwischen dem FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach ein Polizist einen Schuss abgegeben haben soll, der einen leeren Transporter eines Fanclubs traf. Die meisten Medienberichte dazu stützten sich auf eine Pressemitteilung der Polizei, die den Schuss als unbeabsichtigt darstellte und von vier verletzten Beamten berichtete. Reisin kritisiert die unkritische Übernahme der Polizeidarstellung durch viele Redaktionen und betont, dass solche Vorfälle einer genaueren Untersuchung und Berichterstattung bedürfen, insbesondere wenn die Polizei selbst involviert ist.
5. Schluss mit Willkürhaft (djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestiert gegen die nach einem Geheimprozess beschlossene Verlängerung der Untersuchungshaft für Evan Gershkovich, Korrespondent des “Wall Street Journal” in Moskau. Gershkovich, dem die russischen Behörden Spionage vorwerfen, soll weitere drei Monate im berüchtigten Lefortowo-Gefängnis bleiben. Der stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster kritisiert die Vorwürfe als absurd und sieht Gershkovich “als Bauernopfer für die diplomatischen Spannungen zwischen den USA und Russland”.
Weiterer Lesetipp: Im Interview mit der “Jungle World” berichtet die russische Investigativjournalistin Jelena Kostjutschenko über ihre mutmaßliche Vergiftung und ihre Erfahrungen mit dem russischen Geheimdienst. Bemerkenswert ist ihre Antwort auf die Frage, ob sich ihre Einstellung zu Russland in den vergangenen eineinhalb Jahren geändert habe: “Nein. Ich liebe mein Land, ich möchte dort leben und arbeiten. Für mich sind Russland und diejenigen, die versucht haben, mich zu töten, nicht ein und dasselbe. Es ist dumm und sinnlos, Journalisten zu töten. Der Journalismus bildet nur die Realität ab, und die verändert sich nicht durch die Ermordung von Journalisten.”
6. Wie Klickarbeiter in Kenia ausgebeutet werden (tagesschau.de, Christian Kretschmer)
Tagesschau.de beschäftigt sich mit der Rolle und der Situation von Clickworkern bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI). Die Klickarbeiter, oft in Ländern wie Kenia oder Kolumbien ansässig, trainieren Maschinen, indem sie Daten für KI-Systeme sammeln, sind aber oft prekären Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen ausgesetzt. Trotz ihrer entscheidenden Rolle bei der Entwicklung von KI berichten viele von Ausbeutung, Perspektivlosigkeit und intensiver digitaler Überwachung: “Es hat etwas von Sklavenarbeit. Denn die Menschen hier haben keine andere Wahl. Es gibt kaum Jobs”, so ein Betroffener.
Jedes Kind kennt die Geschichte (und das Lied) von St. Martin, dem römischen Soldaten, der in einer kalten Winternacht auf einen “armen Mann” traf, der nur “Lumpen” anhatte und fror. Martin gab ihm einen Teil seines stattlichen Mantels ab, damit der “Bettler” es wenigstens ein bisschen wärmer hatte.
In der Logik der “Bild”-Redaktion hätte der arme Mann noch einen Sack mit wärmender Kleidung dabei gehabt, die er aber nicht anzieht, und dem Heiligen Martin noch was von den Lumpen abgegeben, denn ein “Bettler” ist bei “Bild” irgendwie was anderes.
Deutschland hat im ersten Halbjahr 2023 mehr Strom importiert als früher. Insgesamt hat es in diesen sechs Monaten aber immer noch mehr Strom exportiert als es importiert hat.
Deutschland rutscht innerhalb von sechs Monaten rapide ab: Lag der Netto-Stromexport in der zweiten Jahreshälfte 2022 noch bei 9,2 TWh, sind es jetzt gerade einmal 0,6 TWh. Vom Strom-Exporteur zum Strom-Bettler!
Auch in der “Bild”-Bundesausgabe sind “wir” nun “Strombettler” – ein Begriff, der suggeriert, dass Deutschland sich nicht mehr ausreichend selbst mit Strom versorgen kann:
Richtig müsste es heißen: “Wir” sind im ersten Halbjahr 2023 immer noch Stromexporteur, aber mit einem geringeren Exportüberschuss als im Halbjahr zuvor.
Die “Bild”-Redaktion beruft sich in ihrem Artikel von Anfang August auf eine Veröffentlichung von EnAppSys, einem Portal, das Daten und Analysen über den europäischen Energiemarkt für Geschäftskunden bereitstellt:
Grund für den deutschen Absturz laut der “EnAppSys”-Experten: das Kernkraftwerk-Aus!
“Diese Stilllegungen bedeuteten, dass Deutschland in Zeiten geringer erneuerbarer Stromerzeugung zusätzlichen Strom aus anderen Ländern beziehen musste”, so Experte Jean-Paul Harreman.
Wir haben mit Jean-Paul Harreman von EnAppSys Kontakt aufgenommen – und der widerspricht der Darstellung von “Bild” entschieden.
Das fängt schon damit an, dass es einigermaßen unwissenschaftlich ist, eine zweite Jahreshälfte mit einer ersten zu vergleichen: Harremann sagt, dass es eine klare Saisonalität bei den Import- und Exportmustern gebe.
Und auch die Gründe für die gesteigerten Importe liegen nicht etwa darin, dass Deutschland nicht in der Lage wäre, sich selbst mit Energie zu versorgen: Es ist nur tatsächlich billiger, Strom aus dem Ausland zu importieren, als die Leistung der eigenen Kohle- oder Gas-Kraftwerke, die alle mit verminderter Leistung liefen, hochzufahren. Genau für diesen Zweck sei der europäische Binnenmarkt für Strom geschaffen worden, sagt Harremann. (Man stelle sich umgekehrt mal vor, was “Bild” schreiben würde, wenn die Bundesrepublik ohne Grund teureren Strom produzieren würde, anstatt ihn zu importieren!)
Laut Jean-Paul Harremann liegt einer der Gründe, dass Deutschland mehr importiert als im Vorjahr, darin, dass Frankreich nach einer langen Zeit wieder in der Lage sei, Strom zu niedrigen Preisen zu exportieren. Im vergangenen Jahr war nämlich zeitweise die Hälfte der französischen Atomkraftwerke abgeschaltet – entweder wegen gravierender Mängel und Schäden oder weil wegen des heißen Sommers nicht ausreichend Kühlwasser zur Verfügung stand. Jetzt laufen die französischen AKW wieder.
Nun kann man es natürlich seltsam finden, in Deutschland alle Atomkraftwerke abzuschalten, aber weiter Atomstrom aus Frankreich zu importieren. Dafür muss man sich allerdings vom Gebiet der reinen Physik auf das der Politik begeben – und dort findet man einen von einer schwarz-gelben Bundesregierung im Jahr 2011 beschlossenen Atom-Ausstieg. Als nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im vergangenen Jahr die Energiepreise anstiegen und eine Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke diskutiert wurde, erklärten die deutschen AKW-Betreiber, dass diese technisch und genehmigungsrechtlich schwer möglich sei.
Man kann also unterschiedlicher Meinung sein, ob Atomkraft ein sicherer oder – langfristig gerechnet – preiswerter Energieträger ist. Aber dass die deutschen Atomkraftwerke nicht weiterlaufen konnten, ist etwas, was im Januar 2022 sogar noch Christian Lindner wusste. (Die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung hatte übrigens erst im Oktober 2010 eine Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke beschlossen, die sie im Frühjahr 2011 wieder zurücknahm, weswegen die AKW-Betreiber vom deutschen Staat jetzt 2,4 Milliarden Euro Entschädigung bekommen, die “wir” letztlich alle bezahlen müssen, aber das nur am Rande.)
Unabhängig von der politischen Dimension importiert Deutschland überhaupt nur einen sehr geringen Teil seines Stroms aus Frankreich. Sehr viel mehr kommt aus Dänemark, der Schweiz, den Niederlanden und Norwegen – alles Länder mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien. Und es ist nicht nur günstiger, diesen Strom zu importieren, es ist auch umweltschonender, als die heimischen Braun- und Steinkohlekraftwerke hochzufahren.
Deutschland muss also nicht um Strom “betteln”, wie “Bild” behauptet, sondern es kauft – um im Bild zu bleiben – Öko-Strom im Sonderangebot beim Discounter in der Nachbarschaft ein, um nicht in den Kohlenkeller zu müssen.
Entsprechend ist Jean-Paul Harreman von EnAppSys mit der Wortwahl im “Bild”-Beitrag “überhaupt nicht einverstanden”, wie er uns verriet:
Es ist eine Tatsache, dass Deutschland nach der Abschaltung der Kernkraftwerke mehr Strom von seinen Nachbarn importierte, aber die damit verbundenen Auswirkungen auf die Energiesicherheit sind maßlos übertrieben. Selbst wenn die Grenzen geschlossen würden, was nicht möglich ist, hätte Deutschland überschüssige Erzeugungskapazitäten zum Zuschalten. Dass die Importe gestiegen sind, ist die logische Folge einer wirtschaftlichen Optimierung.
Besonders unglücklich ist Harremann mit seiner Rolle als Kronzeuge in dem “Bild”-Artikel: Zum einen sei es in der Pressemitteilung von EnAppSys nur am Rande um Deutschland gegangen und hauptsächlich um den Wiederanstieg französischer Stromexporte, nachdem dort wieder mehr Atomkraftwerke im Betrieb sind (Mängel und Trockenheit, wir erinnern uns). Sein Zitat “Diese Stilllegungen bedeuteten, dass Deutschland in Zeiten geringer erneuerbarer Stromerzeugung zusätzlichen Strom aus anderen Ländern beziehen musste” sei aus dem Kontext gerissen, sagt Harremann, der sich gewünscht hätte, dass die “Bild”-Redaktion ihn kontaktiert, bevor sie ihn zum Kronzeugen ihrer Geschichte macht.
Nachdem EnAppSys und er persönlich viele kritische Nachfragen erhalten hätten, habe das Unternehmen die Pressemitteilung überarbeitet. Statt …
“Meanwhile, in Germany, the closure of nuclear power plants was the main reason why the energy balance flipped to imports. These closures meant that Germany had to source additional power from other countries in periods of low renewable generation.”
“In Deutschland war die Stilllegung der Kernkraftwerke der Hauptgrund dafür, dass die Energiebilanz in Richtung Importe drehte. Diese Schließungen führten dazu, dass Deutschland in Zeiten geringer erneuerbarer Energieerzeugung zusätzlichen Strom aus anderen Ländern beziehen musste.”
“Meanwhile, in Germany, the closure of nuclear power plants was the main reason why the energy balance flipped from export in the first quarter to import in the second quarter. These closures meant that Germany sourced additional power from other countries in periods of low renewable generation, as other markets provided power at lower prices than unused generation assets in Germany.
Note that imports and exports are the result of market coupling among European electricity markets, with cross-border connections limiting the amount of power that can flow from one country to another. The objective is to optimize welfare across the continent. Except for borders that are not automatically coupled, parties acting on day-ahead markets do not actively choose to import or export.”
“In Deutschland war die Stilllegung der Kernkraftwerke der Hauptgrund dafür, dass sich die Energiebilanz vom Export im ersten Quartal zum Import im zweiten Quartal drehte. Diese Schließungen führten dazu, dass Deutschland in Zeiten geringer erneuerbarer Energieerzeugung zusätzlichen Strom aus anderen Ländern bezog, da andere Märkte Strom zu niedrigeren Preisen bereitstellten als ungenutzte Erzeugungsanlagen in Deutschland.
Beachten Sie, dass Importe und Exporte das Ergebnis der Marktkopplung zwischen europäischen Strommärkten sind, wobei grenzüberschreitende Verbindungen die Strommenge begrenzen, die von einem Land in ein anderes fließen kann. Ziel ist es, den Wohlstand auf dem gesamten Kontinent zu optimieren. Mit Ausnahme von Grenzen, die nicht automatisch gekoppelt sind, entscheiden sich die auf Day-Ahead-Märkten agierenden Parteien nicht aktiv für Import oder Export.“
(Übersetzung von uns)
Harreman betont, dass die Formulierung “dass Deutschland […] zusätzlichen Strom aus anderen Ländern beziehen musste” in der ursprünglichen Version der Pressemitteilung unglücklich gewählt war, und “bezog” richtiger gewesen wäre.
Der “Strombettler”-Artikel war Teil einer losen und vermutlich noch nicht beendeten Serie, in der “Bild” immer wieder versucht, den (noch einmal: vor zwölf Jahren von einer schwarz-gelben Bundesregierung beschlossenen und in diesem Jahr umgesetzten) Atom-Ausstieg als kapitalen Fehler der aktuell regierenden Ampel-Koalition zu brandmarken – möglicherweise aus Trotz, weil der von “Bild” herbeigeschriebene Blackout bis heute ausgeblieben ist.
Muss Deutschland nach dem AKW-Aus jetzt dauerhaft mit Strom aus dem Ausland versorgt werden?
“Jedes Jahr gibt es Phasen, in denen wir Strom aus anderen Ländern einkaufen”, antwortete Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) am Donnerstag im Erfurter Bürgerdialog auf die Frage, warum Deutschland die Kernkraft durch Importstrom ersetze.
Klang ganz so, als habe sich durch das AKW-Aus nichts verändert im Vergleich zu den Vorjahren. Doch das Gegenteil ist der Fall: Deutschland importiert so viel Strom wie nie! 5783,4 Gigawattstunden waren es im Juli laut Bundesnetzagentur – Allzeit-Rekord.
Noch NIE hat Deutschland so viel Strom aus dem Ausland eingekauft, Herr Bundeskanzler!
Ja, weil’s halt billiger ist.
Das weiß eigentlich sogar “Bild”:
Auch wenn Import-Strom teurer ist als unser Export-Strom, ist er immer noch günstiger als Kohle oder Gas von hierzulande.
Wir seien auf den Import-Strom aber keineswegs angewiesen, deutete Scholz an: “In der Gesamtbilanz ist die Lage ganz anders.” Es gebe schließlich noch die Braunkohle als Ersatz. Aber Deutschland setze lieber “auf Windstrom aus Dänemark und Atomstrom aus Frankreich”, weil der eben günstiger sei.
Und dann wird die “Bild”-Redaktion nachgerade investigativ:
Funktioniert der europäische Strommarkt wirklich so gut, wie Scholz denkt? BILD fragte nach!
… fand für Zitate aber seltsamerweise nur Personen, die Strom-Importe mindestens kritisch sehen und vor steigenden Strompreisen warnen. Der Bayerische Rundfunk hingegen hat ganz viele Gesprächspartner und -partnerinnen gefunden, die von sinkenden Preisen ausgehen und die aktuelle Umweltbilanz loben:
Im Mai, dem Monat nach dem deutschen Atomausstieg, wurde so wenig Steinkohle nach Deutschland importiert wie in keinem Maimonat seit 2004 – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020.
Angesichts so unterschiedlicher Interpretationen der gleichen Fakten kann man schon mal den Überblick verlieren. “Bild” hatte deshalb schon im Juli eine “Riesenverwirrung um den deutschen Strommarkt” ausgerufen – und selbst weiter fleißig dazu beigetragen:
► Alles nicht so wild, sagen die einen. Strom sei im Ausland gerade billiger als in Deutschland, deshalb werde mehr eingekauft.
► Alles ziemlich wild, behaupten die anderen, Deutschland verliere seine Energie-Autonomie, mache sich abhängig.
Mithilfe von Manuel Frondel vom RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung bemüht sich “Bild” tatsächlich um eine gewisse Ausgewogenheit (diese einigermaßen ausgewogene Betrachtung hat die Redaktion aber schön hinter der Bezahlschranke versteckt). Frondel fühlt sich in dem Artikel auch korrekt wiedergegeben, wie er uns auf Anfrage erklärt hat.
ABER (um in der Diktion von “Bild” zu bleiben):
“Bild” schreibt unter anderem: “Seit elf Jahren gibt es Pläne für Stromautobahnen von Nord- nach Süddeutschland, die dieses Problem beheben würden. Aber sie kommen nicht voran.”
Was “Bild” nicht schreibt: Dass diese Stromtrassen in den Süden nicht “vorankommen”, liegt vor allem am Widerstand der CSU – nicht zuletzt in Person des früheren bayerischen Finanzministers und heutigen Ministerpräsidenten Markus Söder. Wer das nicht weiß, kann fast wieder nur annehmen, dass die seit weniger als 21 Monaten regierende Ampel-Koalition an allem schuld ist.
Dafür zitiert “Bild” im Artikel eine INSA-Umfrage, nach der “jeder dritte Deutsche” der Ansicht ist, “dass die Stromversorgung in Deutschland nicht mehr sicher” sei.
Diese Menschen kann Jean-Paul Harreman von EnAppSys beruhigen:
Für dieses Jahr sind alle Gasvorräte ausreichend gefüllt und es stehen auf dem gesamten Kontinent ausreichend Erzeugungskapazitäten aus Gas-, Kohle- und Braunkohlekraftwerken zur Verfügung. Es besteht kein Grund zur Panik. Nur ein sehr langer, sehr kalter Winter könnte echte Probleme bereiten. Diese Probleme wären eher hohe Preise als Stromausfälle.
“Kein Grund zur Panik” – der absolute Horror für die “Bild”-Redaktion.
Dazu auch:
Über die Mär von der “Energiesouveränität” und die Rolle von “Bild” in dieser Desinformationskampagne hatte Christian Stöcker im Juli bereits einen aufschlussreichen Artikel beim “Spiegel” veröffentlicht.