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Youtube als Rechtsschleuder, Der Geist der Wahl, Niederlage für NDR

1. YouTube immer relevanter bei Verbreitung extrem rechter Inhalte
(spiegel.de)
Eine neue Studie der Bundesarbeitsgemeinschaft “Gegen Hass im Netz” zeige, dass Rechtsextreme und Verschwörungsideologen Youtube systematisch nutzen, um ihre Inhalte zu verbreiten und neue Anhänger zu gewinnen. Aus dem Messengerdienst Telegram heraus werde gezielt auf Youtube verlinkt, die Akteure der Szenen würden zusammenarbeiten, um Youtubes Schutzmaßnahmen zu umgehen.

2. Esken: Bundesregierung sollte X nicht “weiter füttern”
(zeit.de)
SPD-Chefin Saskia Esken fordere, dass sich die Bundesregierung von Elon Musks Plattform X zurückziehen und stattdessen Alternativen für die Kommunikation nutzen soll. Sie betone außerdem, dass die EU schärfere Maßnahmen im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste gegen X ergreifen sollte. Esken kritisiere, dass Musk X für seine persönlichen Ansichten nutze und nicht genug gegen russische Desinformationskampagnen unternehme.

3. Nie­der­lage für NDR nach Inter­pre­ta­tion von Cor­rectiv-Recherche
(lto.de, Max Kolter & Felix W. Zimmermann)
Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg habe entschieden, dass der NDR bestimmte Aussagen in einem Bericht von tagesschau.de über ein Treffen von rechten Politikern und Rechtsextremen in Potsdam nicht mehr verbreiten darf. Der Bericht, basierend auf einer “Correctiv”-Recherche, hatte behauptet, dass dort auch über die Ausbürgerung von deutschen Staatsbürgern diskutiert wurde. Dagegen hatte sich Verfassungsrechtler und AfD-Anwalt Ulrich Vosgerau, der in Potsdam anwesend war, gewandt. Das Landgericht Hamburg hatte Vosgeraus Unterlassungsantrag noch abgelehnt, das OLG entschied nun, dass tagesschau.de den Artikel ändern muss, berichtet “Legal Tribune Online”: “Das Hanseatische Oberlandesgericht untersagte dem Norddeutschen Rundfunk, der für die Tagesschau verantwortlich ist, ‘in Bezug auf’ Vosgerau zu berichten, dass auf dem Potsdamer Treffen auch eine Ausbürgerung von Staatsbürgern diskutiert worden sei”.
Weiterer Gucktipp zu einem anderen Fall: Vosgerau-Prozess gewonnen: Wahrheit darf nicht verboten werden. Appell an den Kollegen! Rechtsanwalt Chan-jo Jun wendet sich in seinem Video an Vosgerau: “Warum unternehmen Sie den Versuch, wahre Tatsachenbehauptungen verbieten zu lassen?” (youtube.com, Video: 6:54 Minuten)

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4. Wie politisch ist die Gaming-Branche?
(ardaudiothek.de, Nina Landhofer, Audio: 24:38 Minuten)
Der Podcast von “BR 24 Medien” beschäftigt sich mit der wachsenden Bedeutung von Gaming und Computerspielen, die längst kein Nischenthema mehr seien und auch politische Botschaften transportieren könnten. Diskutiert werden aktuelle Themen wie der Boykottaufruf gegen den Tesla-Cybertruck im Spiel “Fortnite”. Und auch die Rolle von Journalistinnen und Journalisten und deren Berichterstattung wird thematisiert.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Über die kuriose Geschichte um den Cybertruck in “Fortnite” und die weiteren Implikationen geht es auch in der aktuellen Folge von “Haken dran”, dem Social-Media-Update der “ct”: Heute echauffiert, morgen schon KI trainiert (mit Lorenz Meyer) (hakendran.podigee.io, Gavin Karlmeier, Audio: 1:00:07 Stunden).

5. Der Geist der zukünftigen Wahl
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng beschreibt in seinem Artikel, wie deutsche Parteien die Bedeutung Sozialer Medien wie Snapchat für die politische Kommunikation unterschätzen. Während sie sich zunehmend auf TikTok konzentrieren, um junge Wählerinnen und Wähler zu erreichen, werde das Potenzial von Snapchat in diesem Bereich weitgehend ignoriert. Dies biete Extremisten Raum für deren Inhalte.

6. Deep Talk mit Marti Fischer über Unsicherheit, Musik und Humor
(youtube.com, Manuel Stark, Video: 38:40 Minuten)
Marti Fischer ist vor allem für seinen Youtube-Kanal bekannt, auf dem er unterhaltsame und lehrreiche Inhalte wie die Serie “Wie Geht Eigentlich Musik” veröffentlicht. Zusammen mit Bodo Wartke produzierte er mit dem Wortspiel-Song “Barbaras Rhabarberbar” einen viralen Welthit. Im “Deep Talk” des SWR spricht Marti Fischer mit Manuel Stark über seine Unsicherheiten und die Frage, wie Musik ihm half, mit Gefühlen des Ausgeschlossenseins umzugehen.
Weiterer Gucktipp: Deep Talk mit Bodo Wartke über Trauer und Poesie (youtube.com, Manuel Stark, 43:20 Minuten).

KW 30/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. AfD-Angriff auf den ÖRR: Die Versprechen des Björn Höcke
(ndr.de, Hans Jakob Rausch, Video: 19:04 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” thematisiert Pläne der AfD, insbesondere des AfD-Politikers Björn Höcke, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Thüringen anzugreifen, indem der MDR-Staatsvertrag gekündigt und der Rundfunkbeitrag abgeschafft werden solle. “Zapp”-Reporter Hans Jakob Rausch untersucht die Umsetzbarkeit dieses Wahlversprechens, blickt in die Vergangenheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und holt juristische Einschätzungen ein.

2. Was wir aus AnniTheDuck lernen sollten
(youtube.com, Mai Thi Nguyen-Kim, Video: 13:04 Minuten)
Mai Thi Nguyen-Kim befasst sich mit den Reaktionen auf Personen des öffentlichen Lebens, wie die Influencerin und Streamerin “AnniTheDuck”, und betont die menschliche Neigung, den Absturz von Persönlichkeiten zu genießen. Sie erklärt, wie inszeniert und durchdacht Online-Inhalte sind, um Authentizität zu vermitteln, und blickt auf die Gefahren parasozialer Beziehungen, die durch diese scheinbare Nähe entstehen.

3. Sprachnachrichten von Ex-Partnern auf Tik-Tok leaken
(podcast04b645.podigee.io, David Geßner, Audio: 32:02 Minuten)
Medienanwalt David Geßner spricht mit seiner Kollegin Nadine Mannshardt über die rechtlichen und moralischen Implikationen der Veröffentlichung privater Sprachnachrichten auf TikTok, insbesondere durch Influencer. Sie besprechen, dass solche Veröffentlichungen oft aus Rache erfolgen, schnell viral gehen und wie sie sich auf das Persönlichkeitsrecht auswirken.

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4. Modejournalismus mit Haltung und Streit ums Domradio
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 48:25 Minuten)
Das WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten im Medienbereich, unter anderem mit der Bedeutung von Haltung im Modejournalismus am Beispiel der “Vogue”-Ausgabe mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer auf dem Cover. Weitere Themen sind der gemeinnützige Journalismus in Deutschland, der Einsatz von Drohnen bei Filmproduktionen, die medialen Herausforderungen bei der Berichterstattung über Kamala Harris, die Lehren aus einer großen IT-Panne sowie die Diskussion um die journalistische Unabhängigkeit des “Domradios”.

5. Olympiafieber? Frankreichs Medien und der Sport
(sr.de, Sabine Wachs & Thomas Bimesdörfer, Audio: 14:50 Minuten)
Mit Blick auf Olympia in Paris sprechen Sabine Wachs und Thomas Bimesdörfer in “Medien – Cross und Quer” mit dem französischen Sportjournalisten Julien Duez über “Frankreichs Medien und den Sport”: Welche Sportarten haben ein großes Publikum? Was erwartet die Zielgruppe vom Journalismus: große Emotionen, nüchterne Analysen oder auch unbequeme Fragen? Wie wird in Frankreich über die Olympischen Spiele berichtet? Und wie kritisch darf, soll oder muss man sein?

6. Fake News im Wahlkampf – Überschätzte Gefahr?
(ardmediathek.de, Lars Sänger, Video: 7:00 Minuten)
“Bilder entscheiden Wahlkämpfe – aber was, wenn es sich nicht um echte, sondern um KI-generierte Bilder handelt? Seit Jahren wird vor dem Einfluss von Fake News gewarnt. Einige halten die Angst für übertrieben.” Lars Sänger hat sich für “Medien360G”, das Medienportal des MDR, mit dem Thema “Fake News im Wahlkampf” beschäftigt.

Teure WDR-Sessel, Deutsche Welle bedroht?, Elon Musk dementiert

1. Toms teures Möbelhaus? WDR verteidigt sich gegen Vorwürfe
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der WDR stehe in der Kritik, da Ausschreibungsunterlagen für Möbel im sanierten “Filmhaus” teure Designerstücke vorschlügen, darunter 36 Lounge-Sessel für 4.499 Euro pro Stück. Der öffentlich-rechtliche Sender verteidige sich: “Es handelt sich um Möbel, die Jahrzehnte halten sollen – und das bei einer täglichen Nutzung durch rund 800 Mitarbeitende plus Gäste in offenen und für alle zugänglichen Bereichen. Diese intensive Nutzung stellt besondere Anforderungen an die Qualität und Langlebigkeit der Möbel.” Zuvor hatte der “Kölner Stadt-Anzeiger” über das Thema berichtet (nur mit Abo lesbar).

2. Warum Geflüchtete selbst fragen, wenn es Behörden gibt?
(uebermedien.de, Alexander Graf)
Alexander Graf kritisiert in seinem Beitrag die Berichterstattung von inSüdthüringen.de über eine syrische Flüchtlingsfamilie, die in Containern untergebracht ist. Er bemängelt, dass die Sicht der Betroffenen nicht berücksichtigt wurde und stattdessen unkritisch die Informationen der Behörden übernommen wurden. Graf betont, dass solche Berichte das Bild von Geflüchteten negativ prägen und zu Vorurteilen in der Gesellschaft beitragen können.

3. USA müssen Druck auf Israel erhöhen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen (ROG) sind seit dem Massaker der Hamas im vergangenen Oktober und dem Beginn der israelischen Bombardierung des Gazastreifens mehr als 120 Medienschaffende getötet worden, darunter mindestens 30 bei der Ausübung ihrer Arbeit. ROG-Geschäftsführerin Anja Osterhaus hält diese Entwicklung für inakzeptabel: “Israel muss dafür sorgen, dass die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten höchste Priorität hat. Medienschaffenden muss außerdem die Einreise nach Gaza ermöglicht werden, damit sie unabhängig über den Krieg berichten können.”

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4. Deutsche Welle und ARD-Studio bedroht?
(tagesspiegel.de)
Das russische Parlament plane eine Verschärfung des Gesetzes gegen “unerwünschte” ausländische Organisationen, das künftig auch staatlich geförderte Medien wie die Deutsche Welle und möglicherweise auch die ARD betreffen könnte. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müssten die betroffenen Organisationen ihre Tätigkeit in Russland einstellen und ihre Leiterinnen und Leiter könnten mit bis zu sechs Jahren Haft bestraft werden.

5. Elon Musk dementiert Berichte über 45-Millionen-Dollar-Spenden an Trump
(spiegel.de)
Vor rund einer Woche hatte das “Wall Street Journal” unter Berufung auf Insiderinformationen berichtet (nur mit Abo lesbar), Elon Musk werde monatlich 45 Millionen US-Dollar an die Trump-Kampagne spenden. Nun hat Musk die Berichte dementiert und erklärt, er unterstütze zwar den “America PAC” finanziell, aber in deutlich geringerem Umfang.

6. Meta löscht 63.000 Konten von Sex-Erpressern
(faz.net)
Wie die “FAZ” berichtet, hat der Social-Media-Konzern Meta 63.000 Instagram-Accounts in Nigeria gelöscht, die mit Kriminellen in Verbindung standen, die Nacktfotos von Opfern zur Erpressung nutzten. Nach Angaben des FBI gehören diese Taten zu den am schnellsten wachsenden Verbrechen gegen Kinder in den USA. Meta habe zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Nutzerinnen und Nutzer besser vor solchen Betrügereien zu schützen.

Die “Bunte” und das Werbematerial, Lindemann, Gnadenlose Hetzjagd

1. “Bunte” gibt Werbematerial als eigene Interviews aus
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier thematisiert die Praxis der Zeitschrift “Bunte”, Werbematerial als redaktionellen Inhalt auszugeben. Er kritisiert, dass ein vermeintliches Interview mit einer Gynäkologin und Influencerin über Diabetes und Wechseljahre in Wirklichkeit eine geschickt inszenierte Produktwerbung für ein Blutzuckermessgerät sei. Diese habe die Zeitschrift ohne entsprechende Werbe-Kennzeichnung veröffentlicht. Die “Bunte”-Redaktion habe bereits wiederholt vorgefertigte Interviews von Unternehmen als redaktionelle Beiträge veröffentlicht, ohne deutlich zu machen, dass es sich dabei um Werbung handelt.

2. K.O.-Tropfen-Ver­dacht gegen Lin­de­mann bleibt unzu­lässig
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Wie bei “Legal Tribune Online” zu lesen, habe das Oberlandesgericht Hamburg entschieden, dass die Verdachtsäußerung des “Spiegel”, Till Lindemann habe Frauen bei Rammstein-Konzerten K.-o.-Tropfen verabreicht, unzulässig sei. Es gebe jedoch weiterhin Diskussionen über den Einsatz von Alkohol, um Frauen sexuell verfügbar zu machen. Der Rechtsstreit werde voraussichtlich weitergehen, auch wenn einige Anklagepunkte nicht weiter verfolgt würden.
Zum Thema auch ein Gucktipp: Bei Youtube beschäftigt sich Rechtsanwalt Chan-jo Jun mit den jüngsten Entwicklungen in der Causa Lindemann: Lindemann hat vor Gericht keinen Ruf mehr zu verlieren und warum wir Mandanten schlechter behandeln (youtube.com, Video: 29:43 Minuten).

3. EU-Abgeordnete kritisieren ARD und ZDF wegen Talkshows
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” unter Berufung auf einen Artikel der “Süddeutschen Zeitung” berichtet, kritisieren Europaabgeordnete die geringe Präsenz von Europapolitikern in den Talkshows von ARD und ZDF. In einem parteiübergreifenden Brandbrief bemängeln sie, dass nach der Europawahl nur wenige EU-Parlamentarier in den Sendungen zu sehen gewesen seien. Das ZDF weise die Kritik zurück und betone, dass man regelmäßig über europäische Themen berichte, beispielsweise in der Sendung “heute in Europa”.

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4. “Brat” for President
(taz.de, Anastasia Zejneli)
Anastasia Zejneli hat auf Social-Media-Plattformen wie TikTok nachgeschaut, wie die wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris bei der Gen Z ankommt und hat einen gewissen “Hype um ihre Person” erkannt: “Als Po­li­ti­ke­r*in auf Social-Media-Trends aufspringen kann schnell peinlich oder zu gewollt wirken. Doch im Fall der ehemaligen US-Senatorin funktioniert es. Auch weil viele der Videos von jungen Use­r*in­nen selbst veröffentlicht werden und es kein reiner Kampagnentrick ist.”

5. Die Welt als Fälschung (1)
(oe1.orf.at, Sarah Kriesche, Audio: 24:47 Minuten)
Beim österreichischen Hörfunksender Ö1 geht es um “die Welt als Fälschung”: die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Authentizität von Inhalten wie Bildern, Texten und Filmen und das Abschreiben aus fremden Quellen. Wie können Schulen und Universitäten auf die Bedrohung des originären Wortes reagieren? Und was hat es mit Plagiatsjägern auf sich? (Hinweis des “6-vor-9”-Kurators: Der Beitrag beginnt ab Minute 1:54).

6. Helene Fischer: Die gnadenlose Hetzjagd auf ihre Familie
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 9:32 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal zeigt er, wie gnadenlos die Klatschpresse seit Jahren die Sängerin und Unterhaltungskünstlerin Helene Fischer und deren Lebensgefährten Thomas Seitel verfolgt.

Verschlossene Auster Wissing, Funzel statt Leuchtturm, Trump-Foto

1. Verschlossene Auster des Netzwerk Recherche geht an Verkehrsminister Wissing
(netzwerkrecherche.org)
Auf der Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche wurde, wie in den Vorjahren, die “Verschlossene Auster” für “den Informationsblockierer des Jahres” verliehen. Den Negativpreis erhielt diesmal Bundesverkehrsminister Volker Wissing “für seinen problematischen Umgang mit Recherchen des Handelsblatt-Reporters Daniel Delhaes zu Interessenkonflikten in seinem Ministerium.”

2. US-Journalist Gershkovich in Russland zu 16 Jahren Haft verurteilt
(spiegel.de)
Der “Wall-Street-Journal”-Reporter Evan Gershkovich sei in Russland wegen angeblicher Spionage für die CIA ohne Beweise zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Die USA und internationale Stimmen, darunter die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock, hätten das Urteil als politisch motiviert und als “Teil von Putins Propaganda” verurteilt.

3. Compact rechtsextrem – wann dürfen Medien verboten werden?
(ardaudiothek.de, Ingo Lierheimer, Audio: 25:55 Minuten)
“BR24 Medien” beschäftigt sich mit dem Verbot des rechtsextremen Magazins “Compact” beziehungsweise der dahinter stehenden Firmen: “Wie geht dieses Verbot, das nicht viele Vorläufer hat, mit der Presse- und Meinungsfreiheit einher? Was kann es bewirken? Mit welchen Mitteln lässt sich bemessen, ob unsere freiheitliche Ordnung mit der Tastatur gefährdet werden kann?”
Dazu auch ein Lesehinweis: Hass-Belege auf über 50 Seiten: “Bei Diskussionen um das Verbot des rechtsextremen Compact-Magazins hilft ein Blick in die Verbotsverfügung des Innenministeriums. Der taz liegt sie vor.” (taz.de, Jean Philipp Baeck & Christian Rath)

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4. “Manche haben mich anfangs für ein Lichtdouble gehalten”
(journalist.de, Jan Freitag)
Louis Klamroth spricht im Interview mit Jan Freitag darüber, wie er die Moderation von “Hart aber fair” von Frank Plasberg übernommen hat und versucht, den Stil der Sendung zu modernisieren, um sie zu seinem eigenen Format zu machen. Er betont, wie wichtig es sei, dass auch Menschen ohne öffentliches Amt an den TV-Diskussionen teilnehmen, um verschiedene Lebensrealitäten abzubilden. Außerdem geht es um Klamroths Verständnis von Journalismus, Verantwortung und Objektivität sowie um seine Bemühungen, das Vertrauen in demokratische Institutionen und Medien wiederherzustellen.

5. Nur noch eine schwache Funzel
(taz.de, Nicholas Potter)
Die “taz” berichtet über die aktuelle Krise der “Washington Post”, die von Leserschwund, finanziellen Verlusten und einem umstrittenen CEO geprägt sei. Nach der Übernahme durch “Amazon”-Gründer Jeff Bezos im Jahr 2013 und einem kurzen Aufschwung in der Trump-Ära leide die Zeitung nun unter sinkenden Abo-Zahlen und internen Konflikten. Trotz ihrer großen journalistischen Vergangenheit sei die “Washington Post” im Vorfeld der kommenden US-Präsidentschaftswahlen nicht mehr der “Leuchtturm der Demokratie”, der sie einmal gewesen sei.

6. Das Foto als Orakel – Die Medien feiern im “ikonischen” Bild Donald Trumps sich selbst
(54books.de, Jakob Birken)
Jacob Birken beschreibt, wie das Foto von Donald Trump mit blutverschmiertem Gesicht, umgeben von Bodyguards und der US-Flagge im Hintergrund, die öffentliche Wahrnehmung beeinflusse und symbolisch als Ausdruck von Trumps brutaler Politik diene. Birken kritisiert Medien dafür, dass sie das Bild zu einer Ikone erhoben hätten, wodurch das eigentliche historische Ereignis, das Attentat, in den Hintergrund rücke.

“Compact”-Verbot, “El Hotzo” und die Trump-Posts, KI-Tools für Podcasts

1. “Unter freiheitsrechtlichen Gesichtspunkten immer problematisch”
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Das Bundesinnenministerium hat das seit Jahren in der Kritik stehende, rechtsextreme Magazin “Compact” verboten und zur Begründung das Vereinsrecht herangezogen. netzpolitik.org hat den Rechtsanwalt Benjamin Lück von der Bürgerrechtsorganisation Gesellschaft für Freiheitsrechte gefragt: “Geht das überhaupt, ist das juristisch sicher und inwieweit ist die Pressefreiheit davon betroffen?”

2. Antifaschismus als Spektakel
(taz.de, Nicholas Potter)
Nicholas Potter findet das “Compact”-Verbot richtig, kritisiert aber die mediale Inszenierung. Er denkt dabei vor allem an die Fotos von “Compact”-Chefredakteur Jürgen Elsässer im Bademantel, umringt von vermummten Polizisten: “Der Möchtegern-Oppositionelle, verfolgt in seiner Privatsphäre. Und diese Bilder stärken den rechtsaußen kultivierten Opfermythos: Dass nämlich gleichgeschaltete Systemmedien, die Lügenpresse eben, Hand in Hand arbeiteten mit dem linksgrünversifften Staat, gegen die armen Nazis.”

3. So reagiert die rechtsextreme Szene auf das Compact-Verbot
(belltower.news, Stefan Lauer)
Bei “Belltower.News” kommentiert Stefan Lauer die Auswirkungen des “Compact”-Verbots auf die rechtsextreme Szene: “Mit dem Verbot von Compact hat das Innenministerium der rechtsextremen Szene einen empfindlichen Schlag versetzt. Die Aktivist*innen und Parteikader verlieren Einnahmen und Reichweite. Kein Wunder also, dass die Verharmlosung auf Hochtouren läuft.”

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4. RBB beendet Zusammenarbeit mit “El Hotzo” nach Trump-Posts
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der RBB hat die Zusammenarbeit mit dem Satiriker Sebastian Hotz, bekannt als “El Hotzo”, beendet, nachdem dieser auf X/Twitter Posts über das Attentat auf Donald Trump veröffentlicht hatte. Diese Posts wurden als menschenverachtend und unvereinbar mit den Werten des öffentlich-rechtlichen Senders eingestuft. Auch das ZDF habe sich von Hotz distanziert und betont, dass er kein aktueller Mitarbeiter sei.
Weiterer Lesehinweis: Elon Musk mischt sich in die Trump-Debatte über “El Hotzo” ein (spiegel.de).

5. Die Erzählung hinter der Verschwörungserzählung
(bpb.de, Nina Heinrich & Philine Janus & Leonie Meyer, Audio: 41:22 Minuten)
Im Werkstattgespräch zu “Storytelling und Bildung” diskutiert die Publizistin Katharina Nocun die Hintergründe und Narrative von Verschwörungserzählungen, wie sie beispielsweise über die Mondlandung, den 11. September 2001 oder die Kondensstreifen von Flugzeugen existieren. Nocun erklärt, wie sich diese Narrative in der Gesellschaft verbreiten und welche Bedeutung dabei Heldengeschichten zukommt. Darüber hinaus werden pädagogische Ansätze vorgestellt, wie Lehrerinnen und Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler für Verschwörungserzählungen sensibilisieren und wie sie mit ihnen im Unterricht umgehen können.

6. KI Tools fürs Podcasten
(valerie-wagner.de, Audio: 35:21 Minuten)
Valerie Wagner spricht mit Giovanni Pellegrino über verschiedene KI-Tools, die das Podcasting erleichtern können. Es geht dabei beispielsweise um das Umwandeln von Tonspuren in Text, das Erzeugen von Musik, das Entfernen von Hall und das Retten verunglückter Aufnahmen. Sie stellen Tools wie Clear AI, Resound und Noota vor und erklären wie diese eingesetzt werden können. Außerdem wird die Frage aufgeworfen, ob Künstliche Intelligenz es jedem ermöglicht, einen Podcast zu starten, und wie wichtig dabei der Inhalt ist.

Ahrtal-Beitrag bleibt, Kemmerichs Tapferkeit, Im Skandal-Rausch

1. Gerichte: Ahrtal-Flutheld muss kritischen Text ertragen
(t-online.de, Lars Wienand)
2022 hatte t-online.de kritisch über “Ärger im Ahrtal” und zwei “Fluthelden auf Besatzerkurs” berichtet. Dagegen war einer der bekannten Helfer gerichtlich vorgegangen, sei damit jedoch nun beim dritten Gericht gescheitert: “Weil der Artikel von einem erheblichen öffentlichen Informationsinteresse getragen sei und sich in den Grenzen einer wertenden Schilderung wahrer Tatsachen aus der Sozialsphäre bewege, überwiege die Pressefreiheit die Persönlichkeitsrechte.”

2. Desinfektionsmittel-Beschaffung: Corona-Journalismus im Skandal-Rausch
(scilogs.spektrum.de, Markus Pössel)
Markus Pössel kritisiert die aktuelle Berichterstattung über die Beschaffung von Desinfektionsmittel durch die Bundesregierung während der Corona-Pandemie. Einige Medienberichte basieren nach Ansicht des Autors auf einem mangelnden Verständnis von Zahlen und Zusammenhängen, da die beschafften Mengen dem tatsächlichen Bedarf entsprächen. Der eigentliche Skandal, so Pössel, liege in der mangelnden Qualität der journalistischen Recherche und nicht in den Beschaffungen selbst.

3. Fehler mit System
(woz.ch, Thomas Schwendener)
Wie Thomas Schwendener berichtet, setze die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” eine Künstliche Intelligenz (KI) ein, um Artikel aus anderen Medien umzuschreiben. Das Verfahren führe jedoch häufig zu Fehlern, die von Menschen in der Redaktion korrigiert werden müssen. Trotz ehrgeiziger Pläne und der Behauptung, KI-Tools würden Zeit für die Recherche freisetzen, stoße der Einsatz bei den “Blick”-Leserinnen und -Lesern auf Kritik und Skepsis. Der Verlag Ringier riskiere durch die zunehmende Abhängigkeit von KI das Vertrauen in seine journalistische Arbeit.

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4. X droht Millionenstrafe in der EU
(tagesschau.de)
Die EU-Kommission habe festgestellt, dass die Verifizierungspraxis auf der Plattform X/Twitter möglicherweise gegen EU-Recht verstoße. Elon Musk hatte eingeführt, dass jeder ein blaues Verifizierungshäkchen kaufen kann, was zu Verwirrung und Missbrauch führte. Sollten sich die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung bestätigen, drohe X eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

5. Meta hebt Beschränkungen für Donald Trump auf
(spiegel.de)
Der Konzern Meta habe die Beschränkungen für Donald Trumps Instagram- und Facebook-Kanäle, die nach der Erstürmung des Kapitols eingeführt worden waren, aufgehoben. Hintergrund dieser Entscheidung seien die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im November, bei denen Trump voraussichtlich gegen Joe Biden antreten wird. Trotz der Lockerungen betone Meta, dass für Trump dieselben Richtlinien gelten wie für alle anderen Nutzerinnen und Nutzer, insbesondere in Bezug auf Hassrede und Aufrufe zur Gewalt.

6. Nein, der Rechtschreibrat hat kein Aus für den Genderstern beschlossen
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Der frühere, kurzzeitige Thüringer Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) wandte sich per X/Twitter an die “lieben Leser*innen und Leser:innen aus dem linksgrünen Milieu” und “verehrten Anhänger_innen der Verhunzung unserer Muttersprache”: “Sie müssen jetzt ganz tapfer sein, der Rechtschreibrat hat das Aus für den Genderstern beschlossen.” Bei “Übermedien” kommentiert Medienkritiker Stefan Niggemeier: “Thomas Kemmerich muss jetzt ganz tapfer sein: Der Rechtschreibrat hat nicht das Aus für den Genderstern beschlossen.”

KW 28/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Das wohl gefälschteste Interview Deutschlands
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 6:36 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal hat er ein Interview mit einem angeblichen AfD-Fan unter die Lupe genommen, das in den Sozialen Medien bereits millionenfach gesehen wurde – und das nach seinen Recherchen offenbar gefälscht ist.

2. Wie können politische Talkshows besser werden?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 28:37 Minuten)
Im Podcast von “BR24 Medien” geht es diese Woche um die Kritik an den Sommerinterviews von ARD und ZDF mit den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel, in denen Unwahrheiten oft unwidersprochen blieben. Die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl betont die Bedeutung solcher Formate für den politischen Diskurs, kritisiert aber den Fokus auf Emotionen und Aufgeregtheit. Der IT-Experte Rafael Bujotzek erklärt, wo Künstliche Intelligenz helfen könnte.

3. Ex-RTL-Chef und Bestseller-Autor Stephan Schäfer
(spotify.com, Philipp Westermeyer, Audio: 54:01 Minuten)
Stephan Schäfer, ehemaliger Co-Geschäftsführer von RTL Deutschland, spricht im “OMR”-Podcast mit Philipp Westermeyer über seinen überraschenden Karrierewechsel und seinen erfolgreichen Debütroman “25 letzte Sommer”. Nach dem Ende seiner Medienkarriere entschied sich Schäfer mit knapp 50 Jahren für einen neuen Weg und erreichte auf Anhieb Bestseller-Status.

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4. Schattenseiten des KI-Hypes – mit Dr. Michael Seemann
(auch-interessant.de, Ali Hackalife, Audio: 1:31:29 Stunden)
Ali Hackalife und Michael Seemann diskutieren über die “Schattenseiten des KI-Hypes”, darunter die Frage, ob ein neuer “KI-Winter” bevorsteht, die tatsächlichen Fähigkeiten und Grenzen der Künstlichen Intelligenz sowie die Gefahr durch Vaporware und Fakes, die Aufmerksamkeit erregen sollen. Sie sprechen auch über spezifische Anwendungen wie Apples KI, den Einfluss von Survivorship Bias und falschen Überzeugungen sowie die Auswirkungen auf große Ereignisse wie die US-Wahlen.

5. Mediale EM-Bilanz und Lehren aus der Ahrtal-Flut
(wdr.de, Sebastian Sonntag, Audio: 46:28 Minuten)
In dieser Folge des WDR5-Medienmagazins “Töne, Texte, Bilder” geht es um verschiedene Medienthemen, darunter die Berichterstattung und Paywalls während der Fußball-EM. Außerdem geht es um die mangelhafte Einbindung von Medien in die Krisenkommunikation bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal und um den Brand beim “Westfalen-Blatt” in Bielefeld.

6. Verliebt, verlobt, verscherbelt – Wenn die Beziehung zur Ware wird
(youtube.com, Sashka, Video: 18:47 Minuten)
Die Youtuberin Sashka thematisiert die zunehmende Vermarktung privater Beziehungen auf Social Media. So würden manche Paare intime Momente inszenieren, um Reichweite und finanzielle Vorteile zu erzielen. Sashka beleuchtet, wie diese öffentliche Darstellung Druck auf die Beziehung ausüben und zu einer Verzerrung der Realität führen kann.

Nazi-Meme als Sommerhit, Springer-Aufspaltung?, Gute Nachrichten

1. Wie ein Nazi-Meme zum Sommerhit wurde
(ndr.de, Nils Altland & Fritz Lüders & Fabienne Kratzer, Video: 24:49 Minuten)
Die unsägliche Neonazi-Parole “Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!” hat durch das sogenannte Sylt-Video große Beachtung gefunden und wird immer wieder intoniert. Das NDR-Medienmagazin “Zapp” hat sich gefragt: Wie konnte es soweit kommen, dass dieser alte Neonazi-Spruch zum wohl erfolgreichsten rechten Meme wurde?
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Der “6-vor-9”-Kurator kommentiert bei radioeins: “Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit beginnen im Kleinen – in scheinbar harmlosen Lästereien oder, wie hier, in umgedeuteten Popsongs. Hier gilt es, frühzeitig Position zu beziehen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Haltung, Mitgefühl und dem Willen zur differenzierten Auseinandersetzung.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:13 Minuten)

2. Axel Springer und KKR verhandeln offenbar über Aufspaltung des Medienimperiums
(spiegel.de)
Wie der “Spiegel” unter Berufung auf einen Artikel der “Financial Times” (nur mit Abo lesbar) berichtet, verhandeln der Axel-Springer-Konzern und der Finanzinvestor KKR über eine Aufspaltung des Medienkonzerns. Demnach könnten Mathias Döpfner und Friede Springer mehr Kontrolle über die Medienprodukte erhalten, während KKR und das Canada Pension Plan Investment Board das sogenannte Rubrikengeschäft übernehmen. Dieser Schritt könnte es KKR perspektivisch ermöglichen, sein Investment nach fünf Jahren Partnerschaft mit Döpfner zu beenden.

3. Schreiben deutsche Medien die Wahlergebnisse in Frankreich schön?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 18:55 Minuten)
Was ist dran am “verhinderten Rechtsruck” in Frankreich? Wie lassen sich die französischen Parteien im politischen Spektrum richtig einordnen und benennen? Und welche Themen fehlen generell in der deutschen Berichterstattung über unser Nachbarland? Darüber spricht Holger Klein im “Übermedien”-Podcast mit Kathrin Müller-Lancé, Redakteurin in der Politikredaktion der “Süddeutschen Zeitung”.

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4. Studie zur Wirkung russischer Social-Media-Kampagnen
(verdi.de)
Eine Studie der Technischen Universität München hat in 19 Ländern die Wirkung russischer Social-Media-Kampagnen untersucht. Das Ergebnis fasst das Verdi-Medienmagazin “M” so zusammen: “Die meisten Menschen glauben nicht an die von Russland verbreiteten Falschinformationen über den Krieg in der Ukraine – auch wenn sie häufig Social Media nutzen. Entscheidend für die Wirkung der Propaganda ist vielmehr, ob sie grundsätzlich empfänglich für Verschwörungserzählungen sind.”

5. Fakten und Sichtweisen
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Ann-Kathrin Leclère weist auf ein besonderes Jubiläum hin: “Weltreporter”, ein Zusammenschluss freier Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten, feiert sein 20-jähriges Bestehen. Trotz Herausforderungen wie mangelnde Finanzierung und Sicherheitsbedenken biete das Netzwerk mit 45 Journalistinnen und Journalisten in über 160 Ländern eine Plattform für qualitativ hochwertige und differenzierte Berichterstattung. Anlässlich des Jubiläums finde in Berlin eine Veranstaltung “mit dem Fokus auf die Perspektiven in Zeiten von Falschmeldungen und Verschwörungserzählungen” statt.

6. Braucht der Deutschlandfunk mehr gute Nachrichten?
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, Audio: 32:52 Minuten)
“Jede halbe Stunde nur positive Nachrichten im Deutschlandfunk” (DLF), lautet der Wunsch eines Deutschlandfunk-Hörers. Brauchen wir mehr gute Nachrichten, mehr konstruktiven Journalismus? Darüber spricht DLF-Hörer Robert Müller mit Francisca Zecher aus der DLF-Nachrichtenredaktion und Chris Vielhaus von “Perspective Daily”.

Warnstreik beim WDR, Porno-Transparenz, Schmerzensgeld

1. 48 Stunden: Beim WDR gibt’s den nächsten Warnstreik
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie Uwe Mantel bei “DWDL” berichtet, stagnieren die Tarifverhandlungen beim WDR weiterhin. Nun hätten alle beteiligten Gewerkschaften gemeinsam einen 48-stündigen Warnstreik von Donnerstag bis Samstag ausgerufen. Dem öffentlich-rechtliche Sender werde vorgeworfen, die Vergütungsstrukturen für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschlechtern zu wollen und die Lohnerhöhungen für Festangestellte nicht angemessen zu gestalten.

2. Russische Justiz verbietet Zeitung »The Moscow Times«
(spiegel.de)
Die russische Generalstaatsanwaltschaft habe die Onlinezeitung “The Moscow Times” als “unerwünschte Organisation” eingestuft und verboten, was einen weiteren Schlag gegen die freie Presse in Russland darstelle. Bereits seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sei die Zeitung wegen angeblicher Diskreditierung der Streitkräfte blockiert und später als “Auslandsagent” gelistet worden. Damit würde jede Zusammenarbeit mit der Redaktion oder Zahlung an das Medium in Russland als strafbar gelten.

3. “Da würde eine neue Technik pauschal unter Strafe gestellt”
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Der Bundesrat habe auf Initiative Bayerns einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Verbreitung von Deepfakes generell unter Strafe stellen soll. Dabei handele es sich allerdings nur um die “aktuellste in einer Reihe hauptsächlich symbolischer, aktionistischer Regelungsbestrebungen”, schreibt Martin Schwarzbeck. Die mit Künstlicher Intelligenz generierten Medien seien bereits durch die bestehende Rechtslage abgedeckt: “Auch für sie gelten das Persönlichkeitsrecht und das Urheberrecht und auch hier zieht der Betrugsparagraf aus dem Strafgesetzbuch.”

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4. 600 Euro Sch­mer­zens­geld für Cem Özdemir
(lto.de)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, muss ein Mann 600 Euro Schmerzensgeld an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir zahlen, weil er diesen in einem Facebook-Kommentar als “Drecksack” bezeichnet habe. Außerdem müsse er Özdemir 800 Euro vorgerichtliche Abmahnkosten erstatten.

5. Genderverbote und was wirklich dahinter steckt
(genderleicht.de, Dorothee Beck)
Bei genderleicht.de beschreibt Dorothee Beck den Streit um geschlechtergerechte Sprache als sprachlichen Kulturkampf der extremen Rechten, um das gemäßigte Bürgertum für sich zu gewinnen. Widerstand gegen geschlechtergerechte Sprache formiere sich aber nicht nur von dort, sondern auch in der bürgerlichen Mitte und in konservativen Medien. Ein Beispiel dafür sei der Thüringer Landtag, wo die CDU, unterstützt von AfD und FDP, einen Appell zur Unterlassung des Genderns in Landesbehörden durchgesetzt habe.

6. EU-Kommission wünscht Porno-Transparenz: Strenge Auflagen für XNXX​
(heise.de, Stefan Krempl)
Der Kampf der EU mit frei zugänglichen Porno-Plattformen geht in die nächste Runde: Wie bei “heise online” zu lesen ist, habe die EU-Kommission die Seite “XNXX” als “sehr große Online-Plattform” eingestuft, womit das Erotikportal ab Herbst die strengsten Auflagen des Digital Services Act erfüllen müsse. Dazu gehöre unter anderem die Pflicht, Minderjährigen den Zugang zu pornografischen Inhalten zu verwehren und umfangreiche Daten mit Behörden zu teilen. Bei Nichteinhaltung würden “XNXX” Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen.

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