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Hausdurchsuchungen, Wikipedia-Downloads, Geld verdienen

1. Hausdurchsuchungen wegen Hass im Netz
(tagesschau.de)
Im Rahmen eines Aktionstags gegen Hasspostings sind bundesweit mehr als 100 Wohnungen und Häuser durchsucht worden, wie das Bundeskriminalamt und die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft mitteilten. Das in dem verlinkten Beitrag eingebettete Video (1:25 Minuten) zeigt die Schärfe derartiger Hasspostings und belegt die Notwendigkeit, gegen sie vorzugehen.

2. “Die Russen machten Jagd auf uns”
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Für Journalisten und Journalistinnen wird es immer schwerer, aus der Ukraine zu berichten. Zuletzt seien zwei ukrainische Journalisten der Nachrichtenagentur AP von der ukrainischen Armee aufgefordert worden, die von russischen Truppen belagerte Stadt Mariupol zu verlassen. Markus Ehrenberg hat sich umgehört, wieviele Reporterinnen und Reporter sich überhaupt noch im Kriegsgebiet aufhalten.

3. Menschen in Russland laden Wikipedia herunter – solange es noch geht
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Während der russische Staat versucht, das Land immer stärker vom freien Internet abzuschotten, laden sich immer mehr russische Bürgerinnen und Bürger eine komplette Kopie der Wikipedia herunter. Das gehe aus den Downloadzahlen hervor: “Über 100.000 Mal wurde in der ersten Märzhälfte die 29 Gigabyte große russische Wikipedia-Ausgabe heruntergeladen, eine Steigerung von mehr als 4.000 Prozent, verglichen mit Zahlen aus dem Januar.”

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4. Lasst uns übers Geldverdienen reden!
(journalist.de, Simone Jost-Westendorf)
Simone Jost-Westendorf leitet das “Journalismus Lab” der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen. In einem Beitrag für den “journalist” schreibt sie, warum sich unternehmerisches Denken und Handeln für Medienschaffende lohnt: “Ein selbstbewusster Umgang mit Geld ist im Journalismus dringend notwendig und hilft all jenen, die im freien Wettbewerb mit ihren Innovationen zur Zukunftsfähigkeit des Journalismus beitragen.”

5. Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 207, 22.03.2022
(netzwerkrecherche.org, Cordula Meyer & Albrecht Ude)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für Journalistinnen und Journalisten aus dem Investigativbereich: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die neueste Ausgabe liefert einen aktuellen Überblick über Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Und natürlich darf das Thema Ukraine nicht fehlen. Im Pressespiegel gibt es zudem wertvolle Lesetipps zu ausgesuchten Themen.

6. “Bild” startet Telegram-Kanal gegen Fake News
(meedia.de)
Zum Schluss noch eine Meldung, die wie ein kurioses Paradoxon klingt: “Bild” startet Telegram-Kanal gegen Fake News.

Russlands Blockaden, Kampagnen-Aus, Unruhe beim PEN-Zentrum

1. Russland verbietet Facebook und Instagram
(tagesschau.de)
Ein russisches Gericht hat die Social-Media-Plattformen Facebook und Instagram im Land verboten. Der Mutterkonzern Meta sei angeblich extremistisch und handele gegen Russland und dessen Streitkräfte. Der ebenfalls zu Meta gehörende Messenger-Dienst WhatsApp soll dem Gericht zufolge nicht betroffen sein.

2. Russland blockiert europäischen Sender Euronews
(haz.de)
Die russische Medienaufsicht hat die Seiten des europäischen Fernsehsenders Euronews wegen angeblicher “Falschinformationen” über die “Spezial-Operation” in der Ukraine blockiert, wie der Krieg in Russland offiziell bezeichnet werden muss.

3. Initiatoren beenden #StopFundingHateNow-Kampagne
(meedia.de, Andreas Marx)
Die Kampagne #StopFundingHateNow hatte sich zum Ziel gesetzt, Werbetreibende darauf aufmerksam zu machen, wenn deren Werbung auf Fake-News-Seiten oder hasserfüllten Portalen auftaucht. Im Februar seien 1.500 deutsche Unternehmen davon betroffen gewesen. Nun geben die Kampagneninitiatoren auf. Als Grund nennen sie die Aussichtslosigkeit ihres Kampfs, mangelnde Unterstützung durch die Branche und die erheblichen Kosten für die Abwehr juristischer Angriffe.

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4. BKA soll nur finden, nicht löschen
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Das Bundeskriminalamt (BKA) entdeckt im Internet laufend Bilder und Videos, die Kindesmissbrauch zeigen, ist aber nicht dafür zuständig, die entsprechenden Dateien an die jeweiligen Provider zu melden oder löschen zu lassen. Dies gehe aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage (PDF) der Linksfraktion hervor, die netzpolitik.org veröffentlicht. Markus Reuter erklärt die verworrene und problematische Situation.

5. Amtsvorgänger fordern Deniz Yücels Rücktritt als PEN-Präsident
(spiegel.de)
Vier ehemalige Präsidenten sowie eine ehemalige Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland haben den Rücktritt des amtierenden Präsidenten Deniz Yücel gefordert. Mit seinen Äußerungen über den Krieg in der Ukraine habe Yücel seine Befugnisse überschritten und gegen die PEN-Charta verstoßen, die die Mitglieder verpflichte, “mit äußerster Kraft” für das Ideal einer “in Frieden lebenden Menschheit zu wirken”. Yücel hat die Vorwürfe und die Rücktrittsforderungen zurückgewiesen, unter anderem auch auf Twitter.

6. Beobachtung erlaubt
(taz.de)
Die linke Tageszeitung “junge Welt” wehrt sich juristisch gegen die eigene Erwähnung in Verfassungsschutzberichten, muss dies jedoch bis zur Eröffnung des Hauptsacheverfahrens und gerichtlichen Entscheidung hinnehmen. Das ergab eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin, das einen entsprechenden Eilantrag der “junge-Welt”-Herausgeber abgewiesen hat. Chefredakteur Stefan Huth ist damit erwartungsgemäß nicht einverstanden: “Die Entscheidung des Gerichts bedeutet einen drastischen Angriff auf die Pressefreiheit, auf die sich die Bundesregierung sonst so viel zugute hält.”

Russlands Twitter-Taktik, Sondersendungen, Ausgegruschelt

1. Wie Russland die Desinformationsregeln von Twitter umgeht
(netzpolitik.org, Olaf Pallaske)
Seit Anfang März sind die russischen Staatsmedien RT und Sputnik in der EU verboten. Doch wie eine Analyse des Magazins “The Conversation” zeigt, hat der Kreml neue Propaganda-Strategien entwickelt. Er verwendet Twitter-Accounts russischer Botschaften, Missionen und Kommissionen, um die eigene Kampagne fortzuführen: “In einer Analyse von 75 dieser Accounts stellten die Wissenschaftler:innen des Magazins fest, dass die Mehrheit ihrer Tweets falsche Informationen enthalten.”

2. Diese neuen Formate liefern News auf Ukrainisch
(meedia.de, Torben Heine)
Als Reaktion auf die auch in Deutschland eintreffenden ukrainischen Kriegsflüchtlinge etablieren sich auf den verschiedensten Kanälen neue Newsformate. Torben Heine stellt einige der Angebote vor, darunter der Instagram-Account “How to Deutschland”, das “Ukraine Update” von RTL und ntv sowie das ukrainischsprachige Magazin des “Kölner Stadt-Anzeigers”.

3. Fragen und Antworten für Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie können Journalistinnen und Journalisten möglichst sicher über die Kämpfe in der Ukraine berichten? Welche Hilfestellungen gibt es für ukrainische Reporterinnen und Reporter? Welche Unterstützung brauchen russische Medienschaffende jetzt von der deutschen Politik? Antworten auf diese und weitere Fragen hat die Organisation Reporter ohne Grenzen in einem FAQ zusammengestellt.

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4. Wie sieht der Krieg im ukrainischen Fernsehen aus?
(faz.net, Harald Staun)
Harald Staun hat sich den Livestream des Nachrichtensenders Ukraine 24 angeschaut, der im Internet mit englischer Live-Synchronisation zu empfangen ist: “Wie sich dort, zum einen, der absolute Ausnahmezustand abbildet, in deprimierenden Berichten von der Front, in Interviews aus den Luftschutzkellern und in dröhnenden Ermutigungsclips rund um die Uhr, und andererseits die Routinen der Fernsehberichterstattung Normalität ausstrahlen, macht den ganzen Wahnsinn dieses Krieges auf besonders gespenstische Weise anschaulich.”

5. TV-Nachrichten im Ausnahmezustand: Spezial ist das neue Normal
(dwdl.de, Peer Schader)
Die Zeit des Kriegs in der Ukraine ist für viele deutsche Sender die Zeit der Sondersendungen. Peer Schader hat sich durch die verschiedenen Formate gezappt. Sein Fazit: “Ich kann mir gerade noch nicht vorstellen, wie das alles sein wird, wenn es irgendwann wieder weniger zu berichten gibt (falls das überhaupt realistisch ist). Aber bei einem bin ich mir sicher: Die Extraisierung der TV-Nachrichten wird noch eine ganze Weile nachwirken, bei Verantwortlichen und Berichterstattenden genau wie bei denen, die zusehen.”

6. StudiVZ und MeinVZ schmeißen ihre letzten Nutzer raus
(spiegel.de, Markus Böhm)
Schluss mit “Gruscheln”: Die Netzwerke StudiVZ und MeinVZ schließen nach einem lang hingezogenen Niedergang endgültig ihre Pforten. Wer noch alte Fotos oder Chatverläufe sichern will, habe noch bis zum 31. März dafür Zeit. Danach sollen alle Daten gelöscht werden.

KW 11/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Ukraine-Krieg: Mit Fakten gegen Fakes
(ndr.de, Zapp, Mandy Mülling, Video: 9:41 Minuten)
Der Krieg in der Ukraine wird auch medial ausgetragen. Für Lügen, Propaganda und Desinformation gibt es als Gegenmittel Faktenchecks, aber auch die können falsch sein – ob absichtlich oder unabsichtlich. Das Medienmagazin “Zapp” hat sich auf die Suche begeben: Wer kämpft in diesem Informationskrieg mit welchen Mitteln? Was ist authentisch, was nicht? Und wie lässt sich das herausfinden?

2. Wie viel Gefühl lässt Krisenberichterstattung zu?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 38:28 Minuten)
Bei ihrer Krisenberichterstattung bemühen sich viele Redaktionen um Sachlichkeit, die von manchen als zu nüchtern empfunden wird. Ein Deutschlandfunk-Hörer wünscht sich beispielsweise, dass Journalistinnen und Journalisten neben der rationalen auch die emotionale Ebene bespielen. Darauf antworten der Medienpsychologe Frank Schwab, die Deutschlandfunk-Moderatorin Sandra Schulz und Stephan Beuting aus der Dlf-Medienredaktion.

3. Medien als Waffen? Wie sich Kriegsberichterstattung verändert hat
(sr2.de, Isabel Sonnabend und Michael Meyer, Audio: 18:32 Minuten)
Früher gab es zu Kriegszeiten nur wenig Informationen, heute gibt es allein durch Social-Media-Posts eine regelrechte Informationsschwemme. Doch sind wir dadurch auch wirklich besser informiert? Und wie manipuliert sind Bilder und Informationen des Krieges? Darüber sprechen Isabel Sonnabend und Michael Meyer mit dem Medienwissenschaftler Markus Krajewski von der Uni Basel.

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4. Der Geist von Horst Seehofer
(logbuch-netzpolitik.de, Linus Neumann & Tim Pritlove, Audio: 1:15:34 Stunden)
Bei “Logbuch:Netzpolitik” ist Arne Semsrott von der Transparenzinitiative “FragDenStaat” zu Besuch. Semsrott erzählt von den Bemühungen und Erfolgen, Behörden zu mehr Offenheit gegenüber Medien- und Bürgeranfragen zu bringen. Hörenswert und inspirierend zugleich, weil sich zeigt, welche tollen Erfolge durch das Engagement einiger weniger erreicht werden können.

5. Polarisierung und Journalismus
(journalistik.blogs.uni-hamburg.de, Jonathan Deupmann, Audio: 32:02 Minuten)
Im aktuellen Podcast der Journalistik und Kommunikationswissenschaften der Universität Hamburg geht es um Polarisierung und Journalismus: Wie kann Polarisierung gemessen werden? Was können Medienschaffende gegen diese Entwicklung tun? Und wann wird aus einer verbreiteten Meinungsverschiedenheit eine Spaltung der Gesellschaft? Dazu hat der kanadische Politikwissenschaftler Eric Merkley geforscht. Lassen sich die Erkenntnisse aus Nordamerika auf Deutschland übertragen?

6. Wie Bestseller den Buchmarkt prägen
(deutschlandfunkkultur.de, Christian Blees, Audio: 30:37 Minuten)
Rund zweieinhalb Millionen Bücher sind in Deutschland lieferbar und jedes Jahr kommen noch einmal circa 70.000 Neuerscheinungen dazu. Wer soll da den Überblick behalten? Ein wichtiges Tool für Buchhandel und Verlage sind die Bestsellerlisten. Doch wie kommen die zustande? Und können sie manipuliert werden? Eine empfehlenswerte halbe Stunde für alle, die hinter die Kulissen der Buchwelt schauen wollen.

“Meduza”, Ross- statt Instagram, Jahresbericht des Presserats

1. “Alles hat sich dramatisch verändert”
(netzpolitik.org, Alexandra Conrad)
Die Internetzeitung “Meduza” zählte bis zu ihrer Sperrung Anfang März zu den letzten unabhängigen russischen Berichterstattern. Nun kämpft die Redaktion um das wirtschaftliche Überleben. Im Exil sei es nicht möglich, an die Gelder der 30.000, meist russischen Unterstützer und Unterstützerinnen zu gelangen. In Zusammenarbeit mit den deutschen “Krautreportern” hat man eine Rettungskampagne gestartet. netzpolitik.org hat mit “Meduza”-Kommunikationschefin Katerina Abramova über die Arbeit im Exil und die Zukunft des Portals gesprochen.

2. Traut euren Augen nicht! Im Krieg der Bilder ist praktisch alles möglich
(rnd.de, Imre Grimm)
“Noch nie hat ein moderner Krieg eine solche Flut an nicht nachprüfbaren Bildern produziert. Parallel zu den realen Gefechten und blutigen Kämpfen in zerschossenen Städten tobt bei Twitter, Instagram, Facebook und Tiktok eine digitale Schlacht um die Hirne und Herzen.” Imre Grimm erklärt, wer da gegen wen kämpft, mit welchen Tricks gearbeitet wird, und was man tun kann, um nicht auf die Manipulationen hereinzufallen.

3. “Rossgram” soll Russlands Instagram-Alternative werden
(spiegel.de)
Seit dem Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine haben die Behörden in Russland den Zugang zu Onlinemedien massiv eingeschränkt. Dies betrifft Nachrichtenseiten und regionale Portale, aber auch internationale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram. Nun wollen russische IT-Unternehmer eine Instagram-Alternative auf den Markt bringen.
Weiterer Lesehinweis: Moskau sperrt die BBC (sueddeutsche.de).

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4. Ukraine: Wegsehen mehrt das Unrecht
(deutschlandfunk.de, Marina Weisband, Audio: 4:49 Minuten)
Derzeit beherrscht der Krieg gegen die Ukraine die Berichterstattung, doch es ist zu befürchten, dass die Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit mit der Zeit weniger wird. Es werde Zeit für eine neue Balance durch andere Formate und eine langfristige Begleitung wichtiger Themen, findet Deutschlandfunk-Kolumnistin Marina Weisband: “Jetzt, wo noch alle Augen auf dieses Land gerichtet sind, möchte ich bitten: wendet euch nicht ab, wenn Unrecht passiert. Seht hin. Wegsehen mehrt das Unrecht.”

5. Evangelische Journalistenschule in Berlin schließt
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Es hat sich lange angekündigt, nun ist es traurige Gewissheit: Die Evangelische Journalistenschule (EJS) schließt ihre Pforten. Bis zuletzt hatte der Freundeskreis der EJS mit einem neuen Konzept um den Fortbestand der Schule gekämpft, konnte den Aufsichtsrat jedoch nicht umstimmen.

6. Sorgfalt ist das Gebot der Stunde: Jahresbericht des Presserats
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat hat seinen Jahresbericht veröffentlicht. Die Zahl der verteilten Rügen sei 2021 weiter gestiegen: “60-mal rügte der Presserat schwere Verstöße gegen den Pressekodex, im Jahr zuvor waren es noch 53 Rügen. Die meisten betrafen den Persönlichkeits- und Opferschutz nach Ziffer 8 sowie Schleichwerbung nach Ziffer 7 des Pressekodex.” In auffälliger Häufung wieder mal dabei: die Medien aus dem Hause Axel Springer. Fast die Hälfte aller Rügen bezieht sich auf “Bild”, “Bild am Sonntag” beziehungsweise Bild.de.

Weinende Influencer, Teilerfolg für Drosten, Journalisten in Afghanistan

1. Momentaufnahme: Mit welchen innovativen Ansätzen europäische Medien über den Ukrainekrieg berichten
(de.ejo-online.eu)
Das “European Journalism Observatory” hat gemeinsam mit seinen Partnern aus Tschechien, Großbritannien, Polen, Lettland und der Schweiz einen Beitrag über innovative Ansätze in der Berichterstattung verschiedener europäischer Medien über den Krieg gegen die Ukraine veröffentlicht. Ein lesenswerter Überblick über unterschiedliche Ideen und Initiativen.

2. Journalisten in Afghanistan: Verfolgt und vergessen?
(deutschlandfunk.de, Marc Thörner, Audio: 4:40 Minuten)
In Afghanistan scheinen die Taliban die weltweite Fokussierung auf den Krieg in der Ukraine zu nutzen und verstärkt gegen Journalistinnen und Journalisten vorzugehen. Zu Beginn des Monats sollen sie beispielsweise ein sogenanntes Safe House für Medienschaffende im Zentrum von Kabul gestürmt haben. Damit haben die Journalistinnen und Journalisten, die dort zuvor gelebt haben, ihre geschützte Unterkunft verloren und müssen sich meist irgendwo in der Provinz verstecken.

3. Warum RT DE gleich doppelt verboten ist
(mdr.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg erklärt die von deutscher Medienaufsicht und EU ausgesprochenen Sendeverbote gegen RT DE, den deutschsprachigen Ableger des staatlichen russischen Auslandssenders RT, und stellt deren Sinnhaftigkeit in Frage: “Allerdings bleibt umstritten, ob solche Senderverbote sinnvoll sind. Denn so kann die Gegenseite leicht argumentieren, Deutschland oder die EU würden in Sachen Medien- und Meinungsfreiheit mit zweierlei Maß messen. Außerdem folgen oft Retourkutschen wie beim Verbot der Deutschen Welle.”

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4. Das Verfahren gehört eingestellt
(taz.de, Bernd Pickert)
Bernd Pickert konstatiert in einem Kommentar eine hiesige Diskrepanz in der Beurteilung von Medienfreiheit. Die mangelnde Berichterstattungsfreiheit in Russland werde verurteilt, während WikiLeaks-Gründer Julian Assange unerbittlich verfolgt werde: “Wie viel überzeugender könnte der Westen argumentieren, wenn nicht gleichzeitig jemand, der massivste Kriegsverbrechen der Führungsmacht eben dieses Westens öffentlich gemacht hat, mit 175 [Jahren] Haft bedroht würde! Es bleibt dabei: Das Verfahren gegen Assange gehört eingestellt. Er muss endlich freigelassen werden, und zwar sofort.”

5. Teilerfolg für Drosten
(sueddeutsche.de)
Im Streit zwischen dem Virologen Christian Drosten auf der einen Seite und der “Cicero”-Redaktion sowie dem Physiker Roland Wiesendanger auf der anderen konnte Drosten einen Teilerfolg verbuchen. Der Virologe kann mit diesem Ergebnis anscheinend gut leben – auf Twitter kommentiert er lakonisch: “Cicero hat das Interview schon entfernt. Nun ist auch Wiesendanger gerichtlich verboten, zu behaupten, ich hätte die Öffentlichkeit getäuscht. Den restlichen Unfug kann er ruhig weiter verbreiten. Ist halt seine Meinung.”

6. Instagram offline: Russische Influencer weinen vor der Kamera
(derstandard.de)
Die russische Medienaufsicht hat zu Beginn der Woche das Soziale Netzwerk Instagram blockiert. Für die betroffenen Influencerinnen und Influencer bedeutet dies einen herben Einnahmeverlust. Viele von ihnen haben sich in letzten Beiträgen tränenreich von ihrer Community verabschiedet, was nicht überall auf Verständnis stieß.

Macht der Karten, Podcasts in Krisenzeiten, Badawi (nicht) frei

1. Die Macht der Karten
(uebermedien.de, Mateusz Fafinski)
Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine zeigen uns viele Medien fast täglich Landkarten, die den aktuellen Stand des Krieges dokumentieren sollen. Diese Informationen können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen, wie Mateusz Fafinski in einer Stichprobe festgestellt hat.

2. Hilfe für Journalistinnen und Journalisten in der Ukraine
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen sorgt sich um die Medienschaffenden in der Ukraine und startet eine Spendenaktion: “Damit Reporter ohne Grenzen Unterstützung, Schutz und Sicherheit für Journalistinnen und Medienschaffende in der Ukraine gewährleisten, aber auch weiterhin die Öffentlichkeit über diese Notsituation informieren kann, benötigen wir Ihre Unterstützung.”

3. Was können Podcasts in Krisenzeiten leisten?
(deutschlandfunkkultur.de, Ina Plodroch, Audio: 38:40 Minuten)
Der Krieg in der Ukraine zeige, wie schnell sich die Nachrichtenlage ändern kann. Bei Deutschlandfunk Kultur spricht Ina Plodroch mit “Politikpodcast”-Redakteur Moritz Metz und Podcasterin Katrin Rönicke darüber, ob das Medium Podcast mit dem Krieg überfordert ist, und fragt, ob Podcasts schneller werden müssen.

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4. Aus der Haft entlassen, aber nicht frei
(faz.net)
Der saudische Blogger Raif Badawi ist nach dem Absitzen einer drakonischen Haftstrafe von zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden, frei ist er damit jedoch noch lange nicht. Badawi darf für weitere zehn Jahre das Land nicht verlassen, die Wiedervereinigung mit seiner im kanadischen Exil lebenden Ehefrau ist damit nicht möglich.

5. Journalismus und konstruktiver Dialog in Krisenzeiten
(media.rtl.com)
Die Deutsche Welle, die “Rheinische Post”, RTL und das dänische Constructive Institut haben gemeinsam das Bonn Institute für Journalismus und konstruktiven Dialog gegründet. Innerhalb der Allianz wolle man sich für Journalismus einsetzen, “der die Menschen in den Mittelpunkt stellt und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt”.

6. Rothblum: “Bescheidenheit ist tödlich in der Karriere”
(dwdl.de, Senta Krasser)
Senta Krasser hat sich mit Sylvia Rothblum, der Country-Managerin für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei WarnerMedia, unterhalten: Wie gelang Rothblum diese bemerkenswerte Karriere? Sind Frauen die besseren Manager? Und wie geschlechtergerecht geht es in ihrer eigenen Firma eigentlich zu?

Bleiben oder gehen?, EU-Sanktionen, Reitschuster endgültig draußen

1. In Moskau bleiben oder gehen? Deutsche Reporter reagieren uneins auf das neue russische Mediengesetz
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Nachdem Russland ein Gesetz gegen angebliche “Falschmeldungen” erlassen hat, das mit langjährigen Haftstrafen für missliebige Berichterstattung droht, ziehen sich viele Medien aus Moskau zurück. Einzelne Reporter von “Welt”, “Bild” oder RTL bleiben jedoch. Das wirft Fragen auf, wie Boris Rosenkranz findet.

2. EU-Kommission will offenbar Suchergebnisse und Social-Media-Inhalte zensieren
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
“Eine E-Mail aus der EU-Kommission an Google erklärt, wie weitreichend das Verbot der russischen Propagandasender RT und Sputnik sein soll. Suchergebnisse und Social-Media-Inhalte sollen nicht nur zensiert werden, wenn sie von den Sendern kommen, sondern auch, wenn sie deren Inhalte wiedergeben.” Markus Reuter erklärt den Umfang und die Schwierigkeiten der EU-Sanktionen gegen russische Propaganda.

3. Boris Reitschuster aus der Bundespressekonferenz ausgeschlossen
(sueddeutsche.de, Aurelie von Blazekovic)
Die Bundespressekonferenz ist ein als Verein organisierter Zusammenschluss von etwa 900 hauptberuflichen Journalistinnen und Journalisten. Unter dem Begriff “Bundespressekonferenz” wird aber auch die von ihm regelmäßig veranstaltete Pressekonferenz verstanden, in der Medienschaffende vor allem Politikerinnen und Politiker befragen können. Nun hat der Verein eines seiner Mitglieder endgültig ausgeschlossen – Boris Reitschuster. Der Grund liegt nicht an Reitschusters politischer Haltung, wie dieser gerne in den Sozialen Medien streut, sondern an schlichten Formalien: Reitschusters Sitz befindet sich seit Kurzem in Montenegro, damit seien die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft nicht mehr erfüllt.

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4. Belarus stuft Deutsche Welle als “extremistisch” ein
(dwdl.de, Alexander Krei)
Seit einigen Monaten blockiert Belarus die Newsseiten der Deutschen Welle (DW), nun hat das Land den deutschen Auslandssender als “extremistisch” eingestuft. Sogar das DW-Logo sei vom belarussischen Regime mit einem Zensur-Bann belegt worden.

5. “Jagdinstinkt sollte nicht zum Jagdfieber werden”
(journalist.de, Jan Freitag)
Holger Stark ist stellvertretender Chefredakteur der “Zeit” und leitet dort das Investigativ-Team. Im Interview mit dem “journalist” spricht er über die sensiblen Bereiche bei investigativen Recherchen und über die Frage, wie bei Fällen von Machtmissbrauch und #MeToo differenziert werden muss: “Ich betrachte investigativen Journalismus fast immer als Entwicklungsprozess nach bestem Wissen und Gewissen, der nur selten bei Weiß beginnt und bei Schwarz aufhört. Wir starten mit einem Verdacht, und wenn einem nicht gerade Verträge oder glasklare Fakten vorliegen, ist zu Beginn meist offen, wo eine Recherche endet. Auch das ist ein Argument gegen das erwähnte Jagdfieber”.

6. Journalismus fördern von unten
(taz.de, Steffen Grimberg)
“Katapult” ist eigentlich ein populärwissenschaftliches Magazin, das für seine Infografiken und Karten bekannt ist. Das würde das Unternehmen jedoch nur unzureichend beschreiben. Der umtriebige Firmengründer expandiert mit Lokaljournalismus, hat ehrgeizige Baupläne und will eine Journalistenschule gründen. Doch damit nicht genug: Gerade stellt “Katapult” für ein Newsteam 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Ukraine ein.

Neue Narrative der “Querdenker”, Umzug nach Riga, Informationskrieg

1. Mehr als einhundert Journalisten haben Land verlassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen appelliert an die Bundesregierung, russische Journalistinnen und Journalisten unbürokratisch aufzunehmen: “Durch seine drakonischen Zensurmaßnahmen hat der Kreml seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine eine große Zahl unabhängiger Journalistinnen und Journalisten zur Flucht ins Ausland gezwungen. Die deutsche Bundesregierung, aber auch die Regierungen benachbarter Staaten müssen diese Medienschaffenden unbürokratisch aufnehmen und ihnen Schutz bieten.”

2. Pro-russische Propaganda: Die “Querdenken”-Szene findet neue Narrative
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Mirjam Kid, Audio: 6:59 Minuten)
Wie kommt es, dass die “Querdenker”-Szene so empfänglich für pro-russische Propaganda ist? Die Journalistin und Publizistin Ingrid Brodnig hat eine Vermutung: “Diese Szene braucht Anschlusserzählungen, über die man sich dann wieder aufregen kann. Da ist zum einen das Klima-Thema interessant. Aber auch Russland, weil ich da wieder eine Wahrheit gegen den Mainstream habe, die ich verbreiten kann. Es kann auch eine Überlebensstrategie für die Szene sein, sich neue Themen zu erarbeiten.”

3. Wie die Deutschen in den ersten Kriegstagen fernsahen
(rnd.de)
Die von den Fernsehsendern mit der Ermittlung der Einschaltquoten beauftragte AGF Videoforschung hat auf Anfrage der dpa den Fernsehkonsum in Deutschland in der ersten Kriegswoche im Vergleich zu den Vorwochen ausgewertet. Vor allem die Nachrichtensender hatten starken Zulauf, aber auch das Interesse an den Onlineangeboten und Sozialen Netzwerken war groß. ARD und ZDF hätten bei der jüngeren Zielgruppe punkten und deutlich zugelegen können.

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4. “Man muss die Risiken abwägen”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Mathias Bölinger berichtet seit Anfang Januar für die Deutsche Welle aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Im Interview mit dem “Tagesspiegel” erzählt er von seiner schwierigen Arbeitssituation, von Einschränkungen, aber auch von der Unterstützung durch Bewohner und ukrainischen Staat.

5. DW: Berichterstattung künftig aus Lettland nach Schließung des Moskauer Studios
(dw.com)
Die Deutsche Welle (DW) verlegt ihren russischen Auslandsstandort von Moskau ins lettische Riga. Der Kreml hatte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DW zuvor die Presseakkreditierungen entzogen. Intendant Peter Limbourg verspricht: “Wir werden weiterhin alles technisch und organisatorisch Mögliche tun, um unser Publikum in Russland und weltweit mit wichtigen Informationen zu versorgen. Wir setzen weiterhin auf eine unabhängige, objektive Berichterstattung. Auch wenn unser Internetauftritt und die meisten Sozialen Medien von der Regierung Putin in den vergangenen Tagen blockiert wurden, gibt es für interessierte Menschen in Russland vielfältige Wege der Zensurumgehung.”

6. “Wenn man nicht in diesem Fall Pro­pa­ganda ver­bietet, wann dann?”
(lto.de, Annelie Kaufmann)
Tobias Keber ist Professor für Medienrecht und Medienpolitik. Im Interview mit “Legal Tribune Online” erläutert er sein Verständnis eines “Informationskriegs” und erklärt, wie im Kriegsfall die Informations- und Meinungsfreiheit verloren gehen. Er bewertet auch die EU-Sanktionen gegen die russischen Staatsmedien “Russia Today” und “Sputnik”: “Als Medienrechtler sehe ich das kritisch, es ist schon eine sehr weitgehende Einschränkung der Informationsfreiheit, wenn ganze Sender verboten werden. Als Völkerrechtler halte ich es für richtig. Das Gewaltverbot ist der Kern der Nachkriegsordnung der internationalen Staatengemeinschaft. Der Einmarsch Russlands in die Ukraine ist ein so eklatanter Verstoß, wenn man nicht in diesem Fall den Völkerrechtbruch begleitende und ihn rechtfertigende Propaganda verbietet, wann dann?”

Putins Zensurgesetz, Initiativen für Pressefreiheit, Chinas Schlingerkurs

1. “Für Journalisten ein Berufsverbot und für Bürger ein Verbot, zu denken”
(tagesspiegel.de, Hannah Wagner)
Bereits vor den jüngsten Angriffen gegen die Ukraine war es in Russland nicht gut um die Pressefreiheit bestellt – das Land belegt Rang 150 von 180 im entsprechenden Index der Organisation Reporter ohne Grenzen. Doch nun wird alles noch einmal deutlich schlimmer: Nach Gefängnisandrohungen für angebliche “Falschinformationen” zum Krieg ziehen sich ausländische Sender aus dem Land zurück, und immer mehr kritische inländische Medien kapitulieren.

2. Die Angst Putins vor der Wahrheit
(faz.net, Berthold Kohler)
Auch die “FAZ” zieht ihre Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Russland ab. Herausgeber Berthold Kohler kommentiert: “Ein Zeichen von Stärke ist Zensur nie. Die Maßnahmen enthüllen vielmehr, wie groß die Angst im Kreml vor der Wahrheit ist. Doch wird es selbst Putin nicht gelingen, sie zu unterdrücken. Auch unsere Korrespondenten werden weiter nach bestem Wissen und Gewissen über Russland berichten – von einem Ort aus, an dem sie frei sprechen und schreiben können, ohne dass ihnen Lagerhaft droht.”

3. “Ich möchte einfach nur arbeiten”
(zeit.de, Ekaterina Astafeva & Elizaveta Antonova)
“Ich bin geflohen, weil es gefährlich geworden ist, als Journalist in Russland zu arbeiten. Ich habe meinen Laptop, meinen Reisepass, meinen Ausweis, einige wichtige Papiere und ein paar Klamotten eingepackt und sonst nichts mitgenommen.” Die “Zeit” hat mit drei russischen Journalistinnen beziehungsweise Journalisten gesprochen, die ins Ausland geflüchtet sind und nicht wissen, wie es für sie weitergeht.

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4. Journalisten-Zentrum und TOR-Project: Initiativen für Pressefreiheit im Ukraine-Krieg
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 5:34 Minuten)
Der Deutschlandfunk berichtet über Initiativen, Medienschaffende in der Ukraine zu unterstützen und den Zugang zu unabhängiger Berichterstattung zu ermöglichen. Reporter ohne Grenzen unterstützt beispielsweise Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Ukraine-Krieg berichten, mit Schutzausrüstung, einem Versicherungsschutz, Verschlüsselungstechnik oder auch schlicht mit Geld. Eine andere Initiative, die sich in ähnlicher Weise für in Not geratene Reporterinnen und Reporter und deren Familien in Kriegs- und Krisenregionen einsetzt, ist der Verein Journalisten helfen Journalisten.

5. Weltreporter fordert Unterstützung freier Korrespondent*innen in der Ukraine und Russland
(weltreporter.net)
Auch “Weltreporter”, das größte Netzwerk freier deutschsprachiger Auslandskorrespondenten und -korrespondentinnen, fordert mehr Schutz und Unterstützung für freie Medienschaffende, die aus dem Kriegsgebiet berichten: “Redaktionen drucken zwar die Texte freier Reporter*innen aus Kriegs- und Krisengebieten, drücken sich jedoch teils vor der Verantwortung für die Kolleg*innen.”

6. Der Schlingerkurs von Chinas Medien
(tagesschau.de, Eva Lamby-Schmitt)
Eva Lamby-Schmitt berichtet aus dem ARD-Studio Shanghai. Sie hat sich angeschaut, wie in den chinesischen Staatsmedien über Russlands Krieg gegen die Ukraine berichtet wird: “In offiziellen Statements versucht die chinesische Staats- und Parteiführung nach außen hin, ein möglichst neutrales Bild zu wahren. China positioniert sich nicht eindeutig und die Thesen sind widersprüchlich. Einerseits gesteht China Russland zu, die vermeintlichen Sicherheitsbedenken und die Bedrohung durch [die] Osterweiterung der NATO seien real. Andererseits betont China immer wieder, souveräne Staaten wie die Ukraine zu respektieren. Manche Beobachter sprechen bei dieser Haltung von einer pro-russischen Neutralität.”

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