Suchergebnisse für ‘PIN’

“Eigentlich ist es noch viel krasser”

BILDblog wird analog — für einen Abend, am 3. Mai im Heimathafen Neukölln. Unter anderem mit dabei: das Theaterstück „Seite Eins“. Wir haben dem Autor des Stücks, Johannes Kram, vorab schon mal ein paar Fragen gestellt.

Herr Kram, ein Theaterstück mit Ingolf Lück und einem Smartphone, was erwartet uns?
Das Stück ist lustig, hoffe ich, aber es ist auch böse. Und da wo es lustig ist, ist es auch am meisten böse. Das heißt, es versucht natürlich Dinge zu behandeln, die eigentlich nicht lustig sind. Ingolf schafft es wunderbar, den Wahnsinn und die Abgründe des Themas in einer sehr ambivalenten Figur zu transportieren, bei der man nie genau weiß, woran man ist. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum “Seite Eins” in der Lück-Inszenierung so erfolgreich ist.

Also ein kritisches Stück?
Es geht nicht nur gegen „die bösen Medien“, es versucht nicht, eine simple Medienkritik zu machen, sondern eine Diskussion darüber zu provozieren, wer welchen Anteil woran trägt. Also: Welche Ziele und welche Verantwortung haben Medien und die Menschen, die in ihnen arbeiten? Aber auch: Welche Möglichkeiten und welche Verantwortung haben wir alle als Medienkonsumenten?


(Foto: Volker Zimmermann)

Wie viel BILDblog steckt in dem Stück?
Ich glaube, dass ich das Stück auch ohne BILDblog geschrieben hätte, aber dann wäre es garantiert anders geworden. Und von meinen Begegnungen nach den Aufführungen weiß ich, dass BILDblog-Leser ein besonderes Vergnügen daran haben, weil sie natürlich viele Geschichten kennen, auf die es sich bezieht, und weil sie ganz anders im Thema sind. Insofern wird der 3. Mai auch eine ganz besondere Aufführung für das Stück, weil es auf die trifft, die sich dem gleichen Thema von der ganz anderen Seite nähern. Und noch was: BILDblog wird ja gerne vorgeworfen, dass es sich oft kleinkariert an reinen Form- und Stilsachen abarbeitet. Ich glaube, für ein digitales sich selbst dauernd fortschreibendes Blogformat ist es sehr mühsam, immer wieder von Neuem darzustellen, wie oft hinter diesen vermeintlichen Kleinigkeiten methodische und oft sehr problematische Nachlässigkeiten und Grenzüberschreitungen stehen. Ein Theaterstück kann das bündeln, daraus ein Narrativ formen und so zu einem gemeinsam Erlebbaren machen. Insofern feiert „Seite Eins“ auch die BILDblog-Macher und -Leser dafür, dass sie sich schon so lange und so hartnäckig auch um all das kümmern, was so lästig und doch so wichtig ist.

Und wie viel steckt von der anderen Seite drin? Haben Sie mit „Bild“-Redakteuren gesprochen, eine Redaktion besucht? Oder anders gefragt: Wie nah ist das Stück an der Realität?
Es geht ja nicht nur um „Bild“, auch wenn „Bild“ natürlich der größte Machtfaktor im Boulevard ist. Es geht um Mechanismen und Haltungen, die ich selbst tatsächlich schon so erlebt oder von Betroffenen so erzählt bekommen habe. Es passiert mir jedes Mal nach Premieren, dass Journalisten auf mich zukommen und sagen: „Eigentlich ist es noch viel krasser.“ Das ist den Leuten, die nicht aus der Medienbranche kommen, oft gar nicht so klar. Für die gibt es bei dem Stück also einen großen Aha-Effekt, die sagen: „Echt, so läuft das da ab?“ Und bei Medienleuten gibt es den Effekt, dass manche sagen: „Das wussten wir schon, aber es ist schon krass, das mal so gezeigt zu bekommen“.

Im Stück geht es um den hinterhältigen Journalisten Marco, der eine junge Musikerin ausnutzt. Sie haben selbst lange Zeit als Manager von Musikern gearbeitet — sind aus dieser Zeit auch Erfahrungen eingeflossen?
Ja, auch, aber das ist auch eine dramatische Näherung an den Stoff. Vieles in dem Stück habe ich von Boulevardjournalisten tatsächlich genau so gehört. Es ist auch einiges aus dem Buch von Kai Diekmann drin, auch von Sarrazin, und vieles über den Machtanspruch gerade der Spinger-Leute. Vieles, was ich selbst erlebt oder von anderen erzählt bekommen habe. Aber es ist eben auch eine Geschichte. Kein Vortrag, sondern im besten Fall spannendes Theater, das die Leute auf verschiedene Weise packt und mehrmals in eine andere Richtung führt, als sie es erwartet hätten.

Nach dem Stück werden wir uns mit Johannes Kram und Ingolf Lück auch über das Stück unterhalten und Fragen aus dem Publikum beantworten — Tickets für den BILDblog-Abend gibt es hier.

Clickbait aus Leidenschaft

Und warum?

Weil “Focus Online” völlig scham- und schmerzfrei ist und jeden Schrott postet, und zwar mitunter nicht nur ein- oder zwei-, sondern dreißig Mal. Anders gesagt:

Der Erfolg von FOCUS Online ist Ergebnis einer klaren redaktionellen Strategie, schon bei der Erstellung der Inhalte darauf zu achten, über welche Kanäle wir Sie als User am besten informieren können. Soziale Netzwerke nehmen dabei eine immer wichtigere Rolle ein.

Facebook zum Beispiel.

Durch die 24 Facebook-Kanäle von FOCUS Online erhalten täglich mehr als zwei Millionen Fans aktuelle News und nachhaltigen Service direkt in ihren Newsfeed.

Um mal zu zeigen, wie das im Alltag aussieht, haben wir uns den vergangenen Donnerstag etwas näher angeschaut (den Tag haben wir willkürlich gewählt, man könnte auch jeden anderen nehmen).

***

Um 5 Uhr morgens postete „Focus Online“:

Dort wird gezeigt, wie man sich aus Alufolie und einem Küchensieb eine Antenne für einen Surfstick bastelt.

Was man nicht erfährt (auch nicht, nachdem man geklickt hat): Der Artikel ist mindestens neun Monate alt. “Focus Online” hat ihn schon am 3. Juni 2015 gepostet:

Und am 26. Juni 2015:

Und am 2. Juli 2015:

Und am 10. August 2015, am 20 August 2015, am 23. August 2015, am 29. August 2015, am 26. September 2015, am 4. Oktober 2015, am 28. Dezember 2015 und am 8. Januar 2016.

Und: Nicht nur auf der allgemeinen Facebookseite von „Focus Online“. Sondern auch bei „Focus Online Wissen“:

Und bei „Focus Online Unterhaltung“:

Und bei „Focus Online Politik“:

Und bei “Focus Online Gesundheit“. Und bei „Focus Online Panorama“. Und bei „Focus Online Video“. Und bei „Focus Online Digital“. Und bei „Focus Online Finanzen“.

Und bei anderen Burda-Medien: Bei der „Bunten“, bei „Chip“ bei „Instyle“, bei “Elle” und bei „Meine Familie“.

So dürfte „Focus Online“ allein mit diesem Artikel einige Hunderttausend Klicks eingefahren haben. Womöglich noch viel mehr. Genial einfach!

Unter fast jedem Posting ärgern sich die Leser über die ständige Wiederholung — “Focus Online” ignoriert sie konsequent.

***

Eine halbe Stunde nach dem Bastelvideo postete „Focus Online“ am Donnerstag:

Das Video ist eine Animation. Bei Sekunde 11 verwandelt sich das Flugzeug in einen „Transformer“, der dringend pinkeln muss, haha. Das Video ist drei Monate alt. „Focus Online“ hat es am Donnerstag zum zwölften Mal gepostet.

***

Wieder eine halbe Stunde später folgte das hier:

Der Artikel ist über ein Jahr alt. „Focus Online“ hat ihn zum fünften Mal gepostet.

***

Wieder eine halbe Stunde später:

Dahinter steckt ein PR-Video von McDonald’s (“So entsteht Burger XY”). Das weiße Zeug auf dem Foto ist tiefgefrorenes Fleisch. Kein Skandal, keine Nachricht, nur Werbung für McDonald’s. Anderthalb Jahre alt. Zum siebten Mal gepostet.

***

Wieder eine halbe Stunde später:

Die Fahrerin baut einen Unfall, weil sie auf ihr Handy guckt — ein gestelltes Video, das zeigen soll, dass Handys am Steuer gefährlich sind. Sieben Monate alt. Zum dritten Mal gepostet.

***

Dann:

Ein Jahr alt, zum fünften Mal gepostet. (Die Löwin haut ab, weil sich das Flusspferd wehrt.)

***

Dann:

1. Das Mädchen auf dem Foto ist nicht das Mädchen, um das es geht, sondern irgendein Mädchen (Verpixelung von uns).
2. Story: Ein Mann will Tickets für einen Freizeitpark holen. Da seine Tochter das Down-Syndrom hat, möchte er für sie ein ermäßigtes Ticket haben. Dafür müsse sie aber persönlich erscheinen, heißt es am Ticketschalter. Große mediale Aufregung, Freizeitpark entschuldigt sich, Ende.
3. Der Artikel ist sieben Monate alt, abgeschrieben von der britischen „Sun“.
4. Zum dritten Mal gepostet.

***

Zwischendurch postet “Focus Online” tatsächlich auch aktuelle Artikel, doch ein großer Teil der Facebook-Aktivität besteht aus der willkürlichen Wiederverwurstung von altem Zeug.

Nun wäre das alles halb so wild, wenn das Portal wenigstens kenntlich machen würde, dass es sich um alte Artikel handelt. “Focus Online” will aber, dass man sie für aktuell hält.

Die Geschichte ist über ein Jahr alt. Das erfahren die Leser aber nicht mal, wenn sie auf den Link klicken. Das Portal „Netmoms“ (das auch zum Burda-Verlag gehört) zeigt in seinen Artikeln nämlich kein Veröffentlichungsdatum. Erst wenn man sich weiter zu „Focus Online“ durchklickt (im Text verlinkt), wird ersichtlich, dass es keine aktuelle Geschichte ist.

***

9.15 Uhr:

Der Artikel ist sieben Monate alt.

***

9.30 Uhr:

Ebenfalls sieben Monate alt. Zum siebten Mal gepostet.

***

10.30 Uhr:

Ein bezeichnendes Beispiel. Im Artikel geht es um eine 18-Jährige, die am Tag nach einem scheinbar harmlosen Fahrradunfall plötzlich gestorben war. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung stand die Todesursache noch nicht fest, die Ärzte vermuteten innere Verletzungen. Inzwischen (der Artikel ist sieben Monate alt) dürfte es da genauere Erkenntnisse geben.

Aber interessiert das die Leute “Focus Online”? Quatsch. Fünf Mal haben sie den Artikel gepostet — den sieben Monate alten Artikel, in dem sie rätseln, was denn da los war. Statt einfach mal ihren Job zu machen und zu recherchieren, was denn da los war.

***

11 Uhr:

Fast anderthalb Jahre alt. Zum achten Mal gepostet.

***

11.30 Uhr:

Sieben Monate alt. Zum fünften Mal gepostet.

***

12.15 Uhr:

Fünf Monate alt. Zum siebten Mal gepostet.

***

Es folgten mehrere aktuelle Artikel (u.a.: “Sexy Rennfahrer-Rücken: Lewis Hamilton zeigt tätowiertes Kreuz”, “Forscher sicher: So könnten uns Aliens beobachten”, “Was diese Frau für ihren morgendlichen Kaffee auf sich nimmt, ist unglaublich”). Dann, 19 Uhr:

Ein Jahr alt. Zum dritten Mal gepostet.

***

0 Uhr:

Sieben Monate alt. Zum sechsten Mal gepostet.

***

0.30 Uhr:

Acht Monate alt. Zum zwölften Mal gepostet.

***

2 Uhr:

Sieben Monate alt. Zum fünften Mal gepostet.

***

Daniel Steil, Chefredakteur von “Focus Online”, erklärt die hohen Klickzahlen seines Portals übrigens so:

Unsere Strategie geht auf. Wir setzen unsere journalistische Leidenschaft auf allen Kanälen ein und lernen ständig dazu.

Journalistische Leidenschaft. Ja, die ist kaum zu übersehen.

Huffbaiting-Post, Lügenpartei, Aufwachen

1. “FAZ Woche”: Jung und ohne Perspektive
(wuv.de, Manuela Pauker)
Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” hat für den 22. April eine neue Publikation angekündigt: Die “FAZ Woche”. Das Magazin ist laut Verlag “auf die spezifischen Ansprüche der jungen Elite zugeschnitten, einer Zielgruppe die “always on” ist”. Manuela Pauker, Ressortleiterin Medien bei “W&V”, räumt dem Vorhaben keine großen Chancen ein: “Ein ehrenwerter und ambitionierter Versuch. Nur: Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit schiefgehen. Denn wenn die letzten, sagen wir, zehn Jahre etwas gebracht haben, dann die Gewissheit, dass die nachwachsende Generation immer weniger Bock auf althergebrachte Darreichungsformen von Informationen hat”.

2. Das macht die „Huffington Post“ mit Einwanderern
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
“Die „Huffington Post“ betreibt Clickbaiting, das offenbar ganz gezielt rassistische Reflexe triggern soll – und triggert.” Diesem Resümee kann man sich nur anschließen, wenn man die Beispiele sieht, die Boris Rosenkranz in seinem Beitrag zusammengestellt hat. Ob durch manipulative Überschriften, Bebilderung oder Teasertexte: Die scham- und rücksichtslose Jagd nach dem schnellen Klick hat Methode. Auch, wenn die klicksüchtigen Berufszyniker der “Huffington Post” in einem allzu schäbigen Fall zurückrudern mussten.

3. Dreist: AfD fälscht Abendzeitungs-Überschrift
(abendzeitung-muenchen.de, Timo Lokoschat)
Die “Abendzeitung” macht auf einen besonders dreisten Fall von Fälschung aufmerksam: Die AfD (Kreisverband Nürnberg) hat auf Facebook einen “Abendzeitung”-Artikel geteilt, diesen jedoch mit einer selbstgetexteten, tendenziösen Überschrift versehen. Besonders pikant bei einer Partei, die sich fortwährend über die “Lügenpresse” beklagt und von der “Pinocchiopresse” höhnt. (Update 08:05 Uhr: Die AfD Nürnberg hat nun kommentarlos gelöscht.)

4. “Dann schreib doch unter nem Männernamen!”
(herlandnews.com, Zoë Beck)
Zoë Beck, als Verlegerin, Autorin, Übersetzerin und Synchronregisseurin seit langer Zeit erfolgreich im Mediengeschäft, macht sich Gedanken, wie es wäre, wenn ein Männername ihre Buchcover zieren würde: “Natürlich reizt es mich entsprechend auch schon seit Jahren, diesen Test zu machen: Wie käme derselbe Text an, stünde ein Männername drauf? Das Experiment müsste aber noch weitergehen: Gäbe es andere Vorschüsse? Andere Werbemaßnahmen? Würde der Buchhandel anders vorbestellen? Sähen die Verkaufszahlen anders aus?”

5. Eine Frage der Ethik
(daniel-bouhs.de)
Daniel Bouhs berichtet von den aktuellen Diskussionen im Presserat, dem Selbstkontrollgremium der Medien. Streitgegenstand ist derzeit eine Richtlinie des Pressekodex zur Nennung von Abstammungen: „die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten [wird] nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht“. Bouhs berichtet über das Pro und Contra und die Interessenlage der Medien.

6. A!096 – American Saleswoman
(aufwachen-podcast.de, Stefan Schulz & Tilo Jung)
Wer Podcasts mag und sich für Medien interessiert, kommt am “Aufwachen-Podcast” nicht vorbei. Hier seziert ein, sich aufs Vorteilhafteste ergänzendes, Zweimann-Team regelmäßig die Nachrichten der Öffentlich-Rechtlichen: Auf der einen Seite der Soziologe und ehemalige FAZ-Journalist Stefan Schulz, auf der anderen Seite Tilo “Bundespressekonferenz” Jung. Ein aktueller Anlass zum Einschalten ist die Berichterstattung über den amerikanischen Wahlkampf: Eine derart ausführliche Auseinandersetzung mit den derzeit stattfindenden Debatten der Präsidentschaftsbewerber wird man schwer finden.

ZEITgeschichte, Pressemonopol, Rotjäckchen

1. Der Tag, an dem die Gräfin PDS wählte
(christianankowitsch.atavist.com)
Der Gründungs-Redakteur der “ZEIT Online” Christian Ankowitsch interviewt sich selbst und nimmt uns mit in die prähistorische Anfangszeit der Seite vor 20 Jahren. Ein mit nostalgischen Bildern und allerlei Anekdoten (und Seitenhieben) versehenes und hübsch zu lesendes Stück Zeitgeschichte.

2. Netz-Hetze: “Da kommt etwas, das ist groß und böse”
(ndr.de, Fiete Stegers)
Der NDR hat sich mit dem “Spiegel”-Kolumnisten und Blogger Sascha Lobo unterhalten. Es geht u.a. um Lobos Aussage, Facebook sei ein “Deppenmagnet” und seine damit verküpfte Bitte, nicht mit den “stumpfen Horden” alleingelassen zu werden. Zur Preisverleihung des Axel-Springer-Verlags an Mark Zuckerberg als “innovativer Unternehmer, der sich sozialer Verantwortung stelle”, sagt Lobo u.a.: “Das ist mir egal. Ich lehne das Unternehmen Axel Springer grundsätzlich und aus vollem Herzen ab.”

3. Das Ende der Vielfalt für ein ganzes Bundesland
(opinion-club.com, Falk Heunemann)
Die “Mediengruppe Thüringen” legt ihre drei Zeitungstitel im Freistaat zusammen. Das ist ökonomisch kurzsichtig und publizistisch gefährlich, sagt Falk Heunemann. Und der kennt die örtliche Presselandschaft aus eigenem Wirken, hat dort einige Jahre als Redakteur gearbeitet. Durch die Pläne der zu Funke gehörenden Mediengruppe drohe nun das das erste Monopol-Bundesland.

4. Die AfD zu Gast bei der Lügenpresse
(kattascha.de)
Die AfD hat es nicht so mit der “Lügenpresse”. Doch ein Blatt bildet die Ausnahme: Die populistische Verschwörungspostille “Compact – Magazin für Souveränität”. Katharina Nocun in ihrem Schlusssatz: “Es spricht für sich selbst, wenn ausgerechnet die „Lügenpresse“-rufende AfD den Schulterschluss mit “Compact” übt. Beiden geht es keineswegs um den „Mut zur Wahrheit“ sondern darum, mit dem Schüren von Angst Stimmung & Kasse zu machen.”

5.Britta Steinwachs: Abstruse Drehbücher schaffen mediale Zerrbilder
(out-takes.de, Patrick Schreiner)
Die Soziologin Britta Steinwachs befasst sich ideologiekritisch mit popkulturellen Phänomenen. Sie hat ein Buch über die “mediale Inszenierung der Unterschicht” durch Scripted-Reality-Formate geschrieben. Im Interview erklärt sie die speziellen Mechanismen der Formate und ordnet die Sendungen gesellschaftlich ein.

6. Armes Mädchen in roter Jacke: Ein Bild geht um die Welt
(politplatschquatsch.com)
Ein Foto wandert durch die Medien. “Es ist das kleine arme ostdeutsche Mädchen in der roten Jacke. Eine Ikone der modernen Armutsgesellschaft, rettungslos verloren seit Jahren auf kaltem Beton, vergessen im Neubau-Hinterhof, verleugnet von Mutter und Vater, die nie zu sehen sind. Es hat nur die Puppe, manchmal aber auch nicht.”

Magermodels, Richterreputation, Protestrülpsen

1. Woher kommt die Gleichgültigkeit?
(pinkstinks.de)
“Pinkstinks” wundert sich über den Essay von “SZ”-Autorin Tanja Rest über “Germany’s Next Topmodel”. Darin fragt die “SZ”-Autorin, woher der Hass auf die Sendung käme. Sie fände die Empörung über dünne Models scheinheilig. “Pinkstinks” arbeitet die Argumente Punkt für Punkt ab und kommt, nicht ganz überraschend, zu gänzlich anderen Schlüssen.

2. So viele Beschwerden wie nie
(zeit.de)
Die “Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM)” hat 2015 einen Rekord an Beschwerden über Inhalte im Internet registriert. Stark zugenommen hätte die Zahl der Beschwerden wegen rechter und rassistischer Sprüche.

3. Die deutsche Sprache ist “up-to-date”
(detektor.fm)
Fremdwörter aus dem Englischen und aus anderen Sprachen werden kaum noch eingedeutscht. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Sprache in Mannnheim (IDS). Eingedeutschte Varianten wie „Ketschup“ hätten sich nicht durchgesetzt. Die Forscher hätten festgestellt, dass vermehrt Anglizismen verwendet werden würden. Dies läge an den zunehmenden Englischkenntnissen der Bevölkerung und dem steigenden Internetkonsum. Interessant für die Forschungsarbeit sei vor allem der Gebrauch von Neologismen (sprachliche Wortneuschöpfungen).

4. Richter verspielt seine Reputation mit Facebook-Bild
(sueddeutsche.de, Heribert Prantl)
Ein Richter stellt auf Facebook ein Foto von sich ein. Er sitzt dort mit einem Bier auf der Terrasse. Sein T-Shirt trägt den Schriftzug: “Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause: JVA”. Nun hat sich der BGH der Sache angenommen und kommt zum Urteil: “Dessen Internetauftritt ist mit der gebotenen Haltung der Unvoreingenommenheit eines im Bereich des Strafrechts tätigen Richters nicht zu vereinbaren”. Das Urteil kann sich auch in anderer Hinsicht auswirken. Wie Udo Vetter im Law Blog kommentiert: “…es werden sich sicher etliche Kollegen finden, die jetzt ganz flink in laufenden Verfahren Befangenheitsanträge für ihre Mandanten stellen – und sie dann zumindest am Ende des Instanzenzuges wohl auch durchbekommen.”

5. Im gefährlichen Fahrwasser der Werbung
(de.ejo-online.eu, Alexander Kaimberger)
In Österreich fehlt es bislang an einer wirkungsvollen und professionellen Institution, die Schleichwerbung im Journalismus aufzeigt und ahndet. So die Quintessenz des Artikels von Alexander Kaimberger, der über eine Untersuchung von unzureichend oder ungekennzeichneter Werbung in österreichischen Printmedien berichtet. Teilweise niederschmetternde Ergebnisse sind es, die da zu lesen sind und die den Autor der Studie bewogen haben, eine spezielle Meldeseite ins Leben zu rufen.

6. Mann muss 70 Euro Strafe wegen Rülpsens bezahlen – Flashmob geplant
(tagesspiegel.de, Robert Klages)
Ein Mann hat in Hörweite eines Polizisten gerülpst und soll deswegen 70 Euro Strafe zahlen. Stattdessen ruft er einen Flashmob ins Leben. Das Motto: “Gegen den öffentlichen Anstand… für die Befreiung der Magengase.” Mit Hilfe von reichlich Döner und Bier will man jetzt protestrülpsen.

Märchenstunde, Problemfilme, US-Copyright

1. Pegidas Märchen
(freitag.de, Bartholomäus von Laffert & Konstantin Nowotny)
Wer für “Pegida” mitmarschiert, ist für die herkömmlichen Informationsangebote meist verloren. Schließlich werden die etablierten Medien unisono als “Lügenpresse” niedergeschrien. Wo holt sich der gemeine Pegida-Supporter stattdessen seine Informationen? Die Autoren haben sich verschiedene Internetseiten angeschaut. Darunter so berühmt-berüchtigte Onlineportale wie “Metropolico”, “Epoch Times” und “PI-News”.

2. Frauenkino = Problemkino?
(filmloewin.de, Sophie Charlotte Rieger)
“Filmlöwin” Sophie Charlotte Rieger stellt auf der gleichnamigen Seite die provozierende Frage, warum Frauen immer “Problemfilme” machen würden. Sie glaubt, dass dies nicht nur daran liege, dass man ihnen die Blockbuster-Budgets verwehre, sie also keine andere Wahl hätten, sondern auch deshalb, weil sie es wollten. “Frauen machen keine „Problemfilme“, weil es ihnen im Blut liegt, sondern unter anderem deshalb, weil sich hierin ihre eigene Erfahrungswelt widerspiegelt.” Es spräche jedoch nichts dagegen, die erhöhte Sensibilität der Filmemacherinnen für gesellschaftliche Missstände ins Mainstreamkino zu überführen.

3. Grundrecht auf Information stärken
(faz.net, Matthias Hannemann)
Die “Deutsche Welle” ist Deutschlands staatlicher Auslandsrundfunk, der in rund 30 Sprachen sendet. Der Sender ist der ARD angeschlossen und erhält auch wegen seines englisch- und arabischsprachigen Angebots derzeit viel Aufmerksamkeit. Zur “Deutschen Welle” gehört die “DW Akademie”, die für Medienentwicklung, Medienberatung und journalistische Aus- und Fortbildung im Ausland zuständig ist. Die “FAZ” hat sich mit der stellvertretenden Direktorin Ute Schaeffer über die Arbeit der Akademie in den 25 Fokusländern unterhalten, zu denen so unterschiedliche Regionen wie Bolivien, Myanmar, Bangladesch oder die palästinensischen Gebiete zählen.

4. Ein Satz sagt mehr als 1.000 Worte
(peterbreuer.me)
Peter Breuer nimmt den persönlichen Clausnitz-Bericht eines Facebooknutzers zum Anlass, mit den etablierten Medien ins Gericht zu gehen. “Wer etwas über die Zeit erfahren möchte, in der wir gerade leben, muss aus dem Haus gehen und mit Menschen reden. Und wenn ein Einziger mit einem Handy und einem Laptop eine bessere Geschichte schreibt als eine ganze Online-Redaktion mit 30 Mitarbeitern – dann nagelt sie Euch gefälligst an die Pinnwand und nehmt das als Ansporn.”

5. Zu gut, um legal zu sein
(jungle-world.com, Frederik Heinz)
Ende letzten Jahres ist dem 22jährigen Fotograf Hosam Katan die Flucht aus dem syrischen Aleppo gelungen. Er hat viele Fotos mitgebracht, die den dortigen Alltag zeigen, aber auch das grausame Kriegsgeschehen dokumentieren. So wurde er selbst Opfer eines Scharfschützen und musste wegen eines Bauchschusses monatelang in der Türkei behandelt werden. Seine Bilder wurden bereits in Frankfurt ausgestellt, eine Ausstellung in der Nähe von Marseille ist in Planung. Im Gespräch erzählt er von der Situation in Syrien und warum die Kamera zu seiner “besten Waffe” wurde.

6. Brauchen wir eine Frist auf das Copyright von Micky Maus?
(netzpiloten.de, Donald Barclay)
Im Jahr 1998 verlängerte der US-Kongress alle bestehenden Urheberrechte um 20 Jahre, was für die Besitzer geistigen Eigentums seinerzeit einen erheblichen Geldsegen bedeutete. Die Regelung nähert sich nun dem Ende, und es wird spannend, ob der neue Kongress die Dauer des Copyrights erneut verlängert. Es läuft auf einen Zweikampf hinaus. Dem Interesse von Wissenschaft, Kunst und normalem Publikum stehen knallharte Wirtschaftsinteressen der mächtigen Rechteinhaber gegenüber.

Märchenstunde, Uns reicht’s!, Abgeordnetenmaulkorb

1. Polizei bestätigt: Geschichte über toten Flüchtling ist ausgedacht
(tagesspiegel.de, Sabine Beikler & André Görke & Johannes Laubmeier und weitere)
Ein kollektiver Aufschrei ging durchs Netz, als ein ehrenamtlicher Helfer am Berliner Lageso (Landesamt für Gesundheit und Soziales) vom Tod eines syrischen Flüchtlings berichtete. “Jetzt ist es geschehen. Soeben ist ein 24-jähriger Syrer, der tagelang am Lageso bei Minusgraden im Schneematsch angestanden hat, nach Fieber, Schüttelfrost, dann Herzstillstand im Krankenwagen, dann in der Notaufnahme – VERSTORBEN.” Nun stellt sich heraus, dass die Geschichte wohl frei erfunden war.

2. Ist Angela Merkel schlimmer als Hitler?
(opinion-club.com, Arne Hoffmann)
Der Medienwissenschaftler Arne Hoffmann schreibt über die zunehmende Radikalisierung innerhalb der Flüchtlingsdiskussion, die auch etablierte Medien betreffe. “Wenn eine Situation derart diffizil gerät, wie es bei der Flüchtlingskrise der Fall ist, nimmt der Wunsch nach Komplexitätsreduzierung offenbar überhand. Personalisierung und Dämonisierung suchen sich ihren Sündenbock.” Eindringlich warnt er vor der rechten Hysterie: “Wenn immer wieder so getan wird, als befänden wir uns in einem totalitären Staat, gilt vielen jeder Anschlag auf ein Flüchtlingsheim als mutiger Widerstand.”

3. Uns reicht es!
(berliner-zeitung.de, Arno Schupp)
In sozialen Netzwerken und Foren geht es nicht immer höflich und gesittet zu, das wissen wir alle. Doch was Medienvertreter (“Lügenpresse”) in letzter Zeit erleben, geht oft über das hinaus. So veröffentlicht der Lokalressortleiter der “Berliner Zeitung” eine an einen Redakteur gesandte Hassnachricht und erklärt unter der Überschrift “Uns reicht es!”, warum man gegen eine bestimmte Sorte digitaler Leserbriefschreiber in Zukunft juristisch vorgehen werde.

4. Maulkorb für Abgeordnete
(correctiv.org, Justus von Daniels & Marta Orosz)
Das journalistische Portal “Correctiv” berichtet über ein bisher geheimes Dokument der EU-Kommission. Aus diesem ginge hervor, dass Bundestagsabgeordnete zwar unter Aufsicht in den TTIP-Dokumenten lesen dürften. Sollten jedoch Informationen über den Inhalt der Dokumente weitergegeben werden, würde man auf Veranlassung der USA die Leseräume schließen und “disziplinäre und/oder rechtliche Maßnahmen” ergreifen. Eine Drohung, die ins Leere läuft, denn bislang werden es nicht sonderlich viele Volksvertreter gewesen sein, die sich in den streng bewachten Leseräumen zur entspannten TTIP-Lektüre eingefunden haben …

5. Warum Ihre Tochter Minecraft spielen sollte
(irights.info, Rey Junco)
Ein amerikanischer Pädagogikprofessor macht sich Gedanken über Genderungleichheit und spricht sich für das Computerspiel Minecraft aus. Der von Geschlechterstereotypen freie Konstruktionsklicker sei besonders gut für Mädchen geeignet. Das Game stärke das räumliche Vorstellungsvermögen, was die Grundlage für die Entwicklung weiterer, komplexerer Fähigkeiten sei. Ja, Minecraft könne das besorgen, was die Schule oft so straflässig versäume: Stärkung und Ausbau der sogenannten MINT-Fähigkeiten.

6. Bitte geben Sie uns Ihr Ehrenwort
(zeit.de, Friedhelm Greis)
Der WLAN-Gesetzentwurf der Bundesregierung verlangt von Betreibern offener Netze, dass sie den Nutzern auf einer Vorschaltseite eine sogenannte “Rechtstreueerklärung” abverlangen. Die Digitale Gesellschaft und die Freifunker haben nun ihre Bedenken angemeldet, die sowohl technischer als auch juristischer Natur sind. Vielleicht sind all die Bedenken jedoch unnötig, denn IT-Rechtsexperte Ulf Buermeyer setzt die Wirksamkeit einer derartigen Erklärung laut Artikel eh mit “gleich Null” an. Die Abgabe einer falschen Erklärung sei mit keinerlei Sanktionen versehen. Nutzer könnten sie also trotz geplanter Rechtsverletzungen problemlos abgeben.

Presserat billigt nacherzählten Terror-Fehlalarm

Im November vergangenen Jahres, eine Woche nach den Anschlägen in Paris, eilmeldete “Focus Online” am späten Abend:

Schon fünf Minuten später wurde die Meldung von der Münchner Polizei dementiert:

Doch statt die Geschichte zu überprüfen, schlugen auch andere Medien lieber erst mal eilig …

Auch zwei Stunden nach der Klarstellung der Polizei schrieb FAZ.net (auch auf der Startseite) immer noch:

“Focus Online” hielt sogar noch bis zum Mittag des darauffolgenden Tages an der “Terror”-Version fest, musste aber (nachdem die Polizei in einer Pressemitteilung erklärt hatte, dass alles ganz anders war) zugeben, dass alles ganz anders war.

Die “verdächtige arabische Gruppe”, die angeblich “offenbar einen Anschlag in der bayerischen Landeshauptstadt” vorbereitete, entpuppte sich als eine Gruppe von Asylbewerbern, die sich in dem Hotel zur “Familienzusammenfindung” traf, wie die Polizei mitteilte. Die “falschen Uniformen” waren in Wahrheit ein “handelsübliches Baseball-Cap mit der Aufschrift ‘Police’ und eine schwarze Weste”. Und die Gasflaschen gehörten zu einem Campingkocher.

Wir haben uns beim Presserat über die Berichterstattung beschwert, weil wir der Ansicht sind, dass die Medien mit der ungeprüften Verbreitung der Falschmeldung gegen den Pressekodex verstoßen und unnötig Panik geschürt haben.

Im Fall von “Focus Online” wurde die Beschwerde an den Beschwerdeausschuss weitergeleitet, der sich im März damit beschäftigen wird.

Bei der “Huffington Post” und FAZ.net kann der Presserat aber keinerlei Verstoß erkennen. Er teilte uns mit:

Grundlage unserer Prüfung war in diesem Zusammenhang Ziffer 2 des Pressekodex. Danach sind zur Veröffentlichung bestimmte Informationen mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. Ein Verstoß gegen die journalistische Sorgfalt ist bei den vorliegenden Fällen aber nicht ersichtlich. Die Beiträge beschreiben zutreffend, dass die Polizei wegen eines Verdachts auf einen terroristischen Anschlag alarmiert wurde. Sie nennen zudem jeweils die Quelle, auf deren Angaben die Falschmeldung beruhte, und machen diese durch die Verwendung des Konjunktivs und durch “soll”-Formulierungen als unbestätigte Meldungen erkennbar. Zudem haben beide Medien die Beiträge um einen Hinweis auf die Falschmeldung ergänzt bzw. diese in einer Folgeberichterstattung thematisiert.

Insgesamt konnten wir daher keinen Verstoß gegen die presseethischen Grundsätze feststellen.

Die abschreibenden Journalisten hätten nur einmal beim Twitter-Account der Polizei vorbeischauen müssen, um den angeblichen “TERROR-ALARM” zu überprüfen, vermutlich hätte es auch ein kurzer Anruf getan. Schade, dass das zu viel verlangt ist.

BILDblog hält Winterschlaf (10)

Das war’s von unserer Seite fürs Jahr 2015.

Wie in den vergangenen Jahren auch, halten wir jetzt Winterschlaf. Wir sehen uns wieder im Januar 2016!

Falls Sie in der Zwischenzeit Entzugserscheinungen oder stressige Verwandte plagen, empfehlen wir eine Stöberrunde in unserem Archiv. Unsere Beiträge aus diesem Jahr:

»Warum wir gegen die „Bild“-Zeitung kämpfen
»Im Zweifel gegen den Griechen
»Lynchmob, bitte hier entlang!
»Wenn Schlagzeilen Menschenleben kosten
»Gestatten, Cristiano Ronaldo, Fantastilliardär
»„heute-show“ verfälscht Interview
»„Bild“ und die Sadomaso-Sabberei
»Und nun zur Hetzervorhersage
»Irgendwas vielleicht mit Hitler
»Live Action Media Bullshit
»Männer die Macher, Frauen die Objekte – über Sexismus in „Bild“
»LeFloid lässt Putins 9/11-Bombe auf Youtube hochgehen
»Kachelmann vs. Bild
»Die Radikalos-Kampagnen der Brandstifter-Journalisten
»Die Ente mit der pinken Katze
»Sibel Kekilli will nicht mit „Bild“ sprechen
»Eine Bankrotterklärung
»„Die von der ‚Bild‘ sind ja nicht doof — aber eben schlechte Menschen“
»Sterben live (2)
»Auf 799,2 Milliarden mehr oder weniger kommt es bei Griechenland auch nicht mehr an
»Presserat rügt Vergewaltiger-Selfie
»Der Griechen-Teufel mit dem Einzack
»Bild.de bringt falschen Zwanziger in Umlauf
»Absturz des Journalismus
»Kai Diekmann und Julian Reichelt diskutieren über Opferfotos
»Andreas L.
»Einzelhändler sagen Nein zu „Bild“
»Quelle: Pizzabäcker
»Meute- und Jagd-Reflexe – und wie man sich davor schützt
»Die mit den virtuellen Wölfen tanzen (2)
»„Tja, bald ist Tröglitz halt überall“
»Dirk Hoerens Hartzer-Käse
»„Bild“ braucht keine Erlaubnis für Opferfotos
»Halbgares über die Herdprämie
»Eine Frage, „Kronen Zeitung“
»Scheine nach Athen fahren
»Mergste selbst, ne?
»Seemannsgarn über die einsame Seglerin
»Das „Bild“-Tagesmenü: Gerüchte aus eigenem Anbau
»Skandal! Weselsky ist Bartträger! Und Sachse!
»Heißen alle gleich (3)
»In 80 Fehlern um die Welt
»Was „Focus Online“ dann abschrieb, ist schier unglaublich
»Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Böcken werfen
»Volle Pulle vorbeigesteuert
»„Bild“-Reporter lässt Heidi Klum schreiend aus der Halle rennen
»Dauerfeuer der Halbwahrheiten
»Fluchtfantasien
»Zur „Westfalenblatt“-Kolumne
»Die Griechenland-Blasen von „Bild“
»Fünf Jahre alter Steuersünder-Pranger in der Schweiz entdeckt
»Darf Blatter die Schweiz „nicht mehr verlassen“? – „Völliger Blödsinn“
»Die antirussische Ente vom verbotenen Oktoberfest
»„Bild am Sonntag“ serviert FIFA-Kaiserschmarrn
»Keine Reise nach Jerusalem
»Ich packe meinen Koffer und nehme ein Wechselgerücht mit
»„Bild“ lässt Leser auf Presserat los
»Du hast den Farbbeutel vergessen
»Hitlers Cognac und die falschen Flaschen von der „Bild“-Zeitung
»Presserat rügt „Bild“ für Germanwings-Opferfotos
»Malen nach russischen Zahlen
»„Bild“ schützt Guttenberg vor Lesermeinung
»Sehen alle gleich aus (diesmal sogar wirklich)
»Verwirung bei den Hauptstadtjournalisten
»Rügen-Drama! Helene Fischer und das Killer-Kommando
»Aus dem lustigen Leben eines „Bild“-Sportreporters
»“Bild” zimmert aus alten Stühlen historisches Mobiliar
»Dirk Hoerens verrenkte Rentenrechnung
»Déjà-vu mit Merkels Grexit-Plan
»Mit “Bild” beim Teenie-Sex im Spaßbad
»„FAZ“ verkalkuliert sich beim unkalkulierbaren Griechen-Risiko
»Wie die Medien den Tugçe-Prozess behindert haben
»Auf „Bild“-Informationen ist eben Verlass
»Julian Reichelts Russland-Reisepläne für Edward Snowden
»Sehen alle gleich aus (10)
»Selfies gegen Griechenland: Presserat missbilligt „Bild“
»„Unsinnig und frei erfunden“
»Fälschen und Tricksen für den Grexit
»Oh Gott! „Blick“ fällt auf Satire rein
»Ich mach’s mit heißer Luft
»Wie Glenn Greenwald mal versuchte, mit Julian Reichelt zu diskutieren
»Julian Reichelt reist mit Snowden auf dem Holzweg Richtung Russland
»Putins Panzerpropaganda oder: Brrrrum! Wrrrrom! Wahnsinn!
»„Bild“ am Grab von Andreas L.
»Wenn die Wirklichkeit nicht blutig genug ist
»Die widerliche „IS“-Propaganda bei Bild.de
»Griechen-Hetze im Glashaus der Vampire
»Mit Toten ködern
»Lassen Sie mich durch, ich bin Wirtschaftswissenschaftlerin
»Mit Pickelhaube auf Griechenland-Feldzug
»„Bild“ versteckt Rüge zu Germanwings-Opferfotos
»Bild.de lockt Leser mit frechen Früchtchen an die Spielautomaten
»Was die Polizei will, ist „Bild“ doch egal
»Die einfallsreichen Ku-Klux-Karnevalisten
»„Bild“ druckt freiwillig zu kleine Gegendarstellung
»Medien lassen John Rambo gegen „IS“-Terroristen kämpfen
»Vom „beliebtesten Lehrling der Schweiz“ zum „faulsten Azubi aller Zeiten“
»Stell dir vor, es droht Krieg, und nur chip.de berichtet darüber
»Medien spielen mit Schäubles Rücktritt
»Mörder auf der Titelseite
»„Focus Online“ ruft 27 Millionen Ikea-Kommoden zurück
»Ich trink‘ Ouzo, und welche Steuererhöhung erfindest du so?
»Das „Kollaps“-Drama von Bayreuth: Merkel fällt vom Stuhl
»Trauerspiel
»Symbolfoto LVII
»Die Unfuglotsen von Bild.de lassen es wieder beinahe krachen
»Die „taz“ bestellt ein ACAB-Eis, das der Polizei nicht schmeckt
»Kann man dem überhaupt trauen? Der ist doch Grieche!
»Im Kleinermachen ist „Bild“ ganz groß
»„Bild“ pfeift aufs Gericht – und zeigt das Gesicht
»Im „Burger-Talk“ mit dem „Bild“-Reporter
»Polizei? Da könnte ja jeder bitten!
»Wie man den Werther-Effekt ignoriert
»Multipler Drei-Minuten-Journalismus
»Die verze.ttelte HSV-Ente
»„Bild“ ist stolz auf Presserats-Rügen
»Exklusiv: „Bild“ versteht Regierungspapier falsch
»Wie „Bild“ den Hass gegen Flüchtlinge schürt
»Der Hulk in Berlin? Unglaublich!
»Die 19 Jahre alte Hetzvorlage
»Wie „Bild“ den Hass gegen Flüchtlinge schürt (2)
»Krümel und der böse Wolf
»Krebserkrankung als Clickbait
»„Bild“ überrumpelt verletzten Fußballer am Krankenhausbett
»„Alles für die Story“: 50 Shades of True
»Generation Pornojournalismus
»Amazon und der Griff ins Klo
»St. Pauli löscht RB-Leipzig-Logo – vor drei Monaten
»Nepper, Schlepper, Bauer-Medien
»Wenn „Bild“ Unschuldige zu Mördern macht
»Brandstifter im Löscheinsatz
»Mordvideo als Clickbait
»„Auf der Straße ziehen Eltern ihre Kinder zur Seite“
»Wenn die Polizisten zweimal räumen
»In allen vier Ecken soll Unsinn drin stecken
»Ist es in Ordnung, das tote Flüchtlingskind zu zeigen?
»Franz Josef Wagner und die Nazi-Scheiße in der „Bild“-Zeitung
»Ein Stürmer in Gerüchteabwehr
»Das wird man ja wohl noch zeigen dürfen!
»Wenn „Bild“ sich einer Sache annimmt, bleibt nichts von ihr übrig
»Schnellschuss in der Schmuddelecke
»In nur vier Stunden vom Obdachlosen zum Perser
»Wer nicht für „Bild“ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein
»Wer nicht für „Bild“ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein (2)
»Das sind KEINE schlechten Journalisten!
»Wer nicht für „Bild“ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein (3)
»„Warum schreibt ihr dann immer solche Scheiße?“
»„Focus Online“ macht Edward Snowden zum Alien-Spinner
»Ein Schubser wie ein Schlag ins Gesicht
»Wer gegen Massenunterkünfte ist, muss gegen Flüchtlinge sein
»Klatschblätter müssen Corinna Schumacher 60.000 Euro zahlen
»„Bild“ in die Tonne
»„Bild“ in die Tonne (2)
»Bild.de hat den letzten
»„Bild“ in die Tonne (3)
»Medien sprechen Reisewarnung für Ostdeutschland aus
»Wo laufen sie denn?
»Himmelhoch jauchzend, zu Tode vergnügt
»MH17 und die ukrainische Raketen-Ente aus Stuttgart
»Sind Medienberichte über Selbstmord gefährlich?
»Bild.de streckt historischen Stoff
»Unbekanntes Flugobjekt löst Eilmeldungen aus
»Galgen und Pranger
»Geier Sturzflug
»Wer Hass sät
»Als mit Akif Pirinçci noch gut Currywurst essen war
»Alfred Draxlers Intensiv-Kumpanei
»Füreinander da zu sein
»Skandal! „Pegida“-Chef hat sich nicht bei Schwulenplattform angemeldet
»Der DFB-Außenverteidiger
»Ein Wendt für alle Fälle
»Von Notdurft-Afghanen und Hetz-Österreichern
»Schlank auf der Schleichwerbepiste
»Alfred gegen den Rest der Welt (außer Franz)
»Dirk Hoerens halbe Hartz-Wahrheit über Flüchtlinge
»Lobschummelei bei Bild.de
»Ganz Deutschland findet: „Bild“ tut nichts für das Gemeinwohl
»Der „Bild“-Mann und wir Brandstifter
»Wie falsche Bilder von Flüchtlingen entstehen
»Rosa und schwarz: Die einzigartige Bicolor-Brille der CSU im Netz
»Reschersche – nein danke!
»Der Hofnarr des Kaisers
»Sehen alle gleich aus (11)
»„Jede Woche eine neue Zahl“
»So verclickbaitet die „Huffington Post“ die Anschläge von Paris
»Die Anschläge von Paris in den Medien – eine Linksammlung
»Fallen, Fake, Alarm: Die Paris-Berichterstattung von Bild.de
»Er steht im Tor, im Tor, im Tor – und blick.ch kommt nicht dahinter
»Kein Sprengstoff-Rettungswagen und andere Dochnichtnews aus Hannover
»Die exklusive München-Terror-Falschmeldung von „Focus Online“
»Über tote Flüchtlinge lachen mit N24
»Paris-Attentäter doch nicht „als Flüchtling in Bayern registriert“
»„Bild am Sonntag“ schwingt die „Deppen“-Keule
»Nachts sind alle Bodyguards grau
»„Bild“ und die gefühlte Wahrheit über Mats Hummels
»Mehr Fiction als Science
»Gegen Recht und Ordner
»Rügenritt in Sternchenjeans
»Bild.de-Chef lässt BILDblog Seite an Seite mit „Pegida“ marschieren
»„Bild“ schummelt beim Schwanzvergleich
»Kai Diekmanns Revanchefoul an Andreas Rettig
»Die Frau beim Namen nennen
»Wie „Focus Online“ das Misstrauen gegenüber Medien schürt
»Hetzen ist nur bei „Bild“ erlaubt
»800 Euro für jeden: Medien führen Grundeinkommen in Finnland ein
»Erschreckend: Nur jeder 50. Journalist erledigt seinen Job
»Der VfL Bochum will nicht mit dem „Bild“-Reporter sprechen
»Wechselnde Wechselgerüchte
»Alle Jahre wieder
»Von Quälgeistern und Diktatoren: Der Trainer und der „Bild“-Reporter
»Falscher „The Voice“-Sieger gewählt
»Paparazzi zum Abschied
»Sehen alle gleich aus (auch nackt)
»Abgelaufener Etikettenschwindel
»So reißerisch sind die Überschriften der „Bild“-Zeitung

Die “6 vor 9”-Ausgaben finden Sie hier, die “Perlen des Lokaljournalismus” hier.

Wir wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr — und danken allen, die uns in diesem Jahr mit Hinweisen versorgt und unterstützt haben, ganz besonders:

@140_a_day, @19Rhyno04, @AlexElvers, Alexander S., Ananyma, André, Andreas, Andreas G., Andreas S., Angelina E., Anonym, @bassena, Bastian B., Ben, Ben B., Benedikt S., Benjamin L., Bernhard W., Björn H., Bluspot, Boris R., @BrosMoritz, Bruno B., @BVB_Aktuell, C. aus K., Chris S., Chris W., Christian, Christian B., Christian G., Christian H., Christian M., Christian P., Christian S., Christof D., Christoph, Christoph H., Christoph T., Christoph W., Christopher B., Daniel, Daniel B., Daniel D., Daniel K., Dániel K., Dawud, @deansimon27, „Deichkind“, Dennis, Dennis Z., @derhuge, Diana G., Dominik G., Dominik L., Dustin, Elmar, Erik H., Erwin Z., Eva R., Fabian, Fabian P., Fionn P., Florian, Florian E., Frank K., Fred R., Frederik S., Geesje R., Gerald H., Gregor M., Hannes, Hansi, Heinz B., Henning M., Hippo, Holger S., Holger von T., hsbasel, Jan M., Jannik R., Jascha G., Jens, Joachim L., @JohannesFreytag, Johannes K., Johannes S., Jonas G., Jonas J., Jonas K., Jonas N., Jörg B., Joshi, @jpschlueter, @JulezRulez13, Katharina K., Katharina S., Klaus W., Konrad A., @kuehnalex, Lars W., Leo, Lorenz M., Lothar Z., Lukas H., @macerarius, @mahatma_django, Manuel, Manuel L., Marc D., Marcel B., Mark G., Markus G., Markus K., Martin, Martin F., Martin P., Martin S., Marvin, @MarvinStr, Mascha B., Mathias R., Matthias M., @matthiasquenzer, Matthias S., Mau Mue, @max_migu, @maxro39, Michael, Michael B., Michael K., Michael S., Michael W., Michalis P., Mikey, nach-holland.de, Nicolas K., Nicole C., Niko, noir, O.M., Panagiotis K., Pascal W., Pauli, Peter B., Peter W., Philipp, @PsyKater, @RamisOrlu, Raphael F., Raphael S., René B., Richard B., Robert, Robert G., Rüdiger, Rüdiger M., Rüdiger S., S., Sabine K., Sandra H., Saskia K., @SchaerWords, Sebastian K., Sebastian R., Simon H., @SimonHurtz, Simon K., Stefan F., Stefan G., Stefan K., Stefan P., Stefan S., Stephan, Stephan E., Thomas, Thomas B., Thomas D., Thomas O., Thomas R., Timo L., Tobias D., Tobias F., Tobias H., @tubewart, Ulli T., @V_83, @vierzueinser, Webwatch, @WobTikal, Wolfram S. — und allen anderen, auch den vielen, deren sachdienliche Hinweise wir nicht berücksichtigen konnten!

Bild  

Sehen alle gleich aus (auch nackt)

Die letzte Seite von “Bild” ist wie ein Schulhofgespräch in der Jungs-Ecke: laut und durcheinander, mit Tendenz zu verzerrter Selbstwahrnehmung und schlechten Wortspielen. Lieblingsthemen: Tratsch und Titten.

Vorteil beim Schulhof: Da bekommt den Quatsch keiner mit. Das hier hingegen …

… wurde millionenfach gedruckt und gelesen, vor zwei Wochen auf der letzten Seite von “Bild”.

Männer, holt den Pinsel raus — auf diesen Rundungen darf gemalt werden! Model Toni Garrn (23) zeigt uns Kunst am Körper — natürlich für den guten Zweck! Mit ihren Fotos für das französische Magazin “lui” setzt sich die Ex von Leonardo DiCaprio (41) gegen Brustkrebs ein. Tolle Sache — und wir können uns freuen, dass der Malermeister ein paar Stellen frei gelassen hat!

Nun ja. Bloß zeigt das Foto gar nicht Toni Garrn, sondern das litauische Model Edita Vilkeviciute.

Offenbar ist eine der beiden Frauen gegen “Bild” vorgegangen, denn aus dem ePaper ist die Seite inzwischen verschwunden, und am Montag erschien auf der letzten Seite eine Berichtigung — was für die Leute von “Bild” aber eigentlich ganz praktisch war, denn so konnten sie ihre Pinsel gleich noch einmal rausholen:

Blättern:  1 ... 26 27 28 ... 60