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Frauenmagazine, Geheimdienste, Libyen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Mediale Planwirtschaft”
(theeuropean.de, Martin Eiermann)
“Jahrzehntelang wurde Journalismus vor allem von alten, weißen Männern bestimmt, die pflichtbewusst die Weltsicht alter, weißer Männer in den Äther hinausposaunt haben”, konstatiert Martin Eiermann, der zudem mehr Plan- als Marktwirtschaft in der deutschen Medienlandschaft ausmacht: “Zentrale Produktionsketten, Mangelwirtschaft, monopolistische Vermarktung und Verbreitung. Eine Ausnahme mag der boulevardske Herdentrieb sein, der aber, wie wir alle wissen, nicht unbedingt zu den herausragenden Vorteilen des freien Marktes gehört.”

2. “Faschismus auf Hochglanzpapier”
(taz.de, Margarete Stokowski)
Margarete Stokowski findet in Frauenmagazinen, die sich im Gegensatz zu “Emma” oder “Missy Magazine” nicht als feministisch verstehen, “menschenfeindliche, letztlich faschistische Botschaften”. “Ein Kollektiv zu konstruieren (‘wir, die Frauen’), das einem anderen gegenübersteht (‘sie, die Männer’), die Mitglieder dieses Kollektivs für unmündig und unzulänglich zu erklären und Lösungen für ihre vermeintlichen Probleme anzubieten – das alles sind Elemente faschistischer Ideologie.”

3. “Escortservice vom Dienst”
(freitag.de, Thomas Leif)
“Warum ist die Geheimdienst-Berichterstattung ein Sonderbereich, in dem journalistische Grundregeln außer Kraft gesetzt sind?”, fragt Thomas Leif. “Wer den unausgesprochenen Kodex der Geheimdienste nicht akzeptiert, wird als Informationsempfänger abgeschaltet. In Nachrichtenmagazinen führt das dazu, dass bestimmte Kontakte in die Dienste und Ministerien nicht von allen Ressort-Kollegen wahrgenommen werden dürfen. Dieses System wird seit Jahrzehnten gepflegt und von keiner Seite infrage gestellt, weil Verlage und Sender vom spektakulären Material der Dienste profitieren.”

4. “Mexiko: Schreiben und filmen unter Todesgefahr”
(sf.tv, Video, 13:39 Minuten)
Karin Bauer besucht Journalisten im mexikanischen Bundesstaat Veracruz: “Die Banden bringen die Menschen nicht einfach um, sie überbieten sich gegenseitig in Bestialität, um ihre Macht zu demonstrieren. Leichen baumeln von Brücken, abgehackte Glieder liegen neben den toten Körpern, die letzten drei toten Journalisten wurden zerstückelt in Plastiksäcken gefunden. Auf diese Art diktieren die Kartelle, was sie über sich in der Zeitung geschrieben sehen wollen und was nicht. Die meisten toten Journalisten sind lokale Verbrechensreporter.”

5. “How Journalism Works”
(private-eye.co.uk, englisch)
Ein Foto eines neunjährigen, weinenden Mädchens wird trotz Intervention während Monaten nicht von der Website der “Daily Mail” genommen. “The photograph, captioned ‘Relatives of victims leave the hotel’, clearly violated clauses 3 (privacy), 5 (intrusion into grief or shock) and 6 (children) of the editors’ code of which Dacre is so fond – and yet the only UK newspaper to use it was the Daily Mail, on its website MailOnline.” Siehe dazu auch “Mail Online ‘invaded grieving family’s privacy during Leveson inquiry'” (guardian.co.uk, 26. Juni 2012).

6. “‘Total schwierig und konflikthaft'”
(dradio.de, Stephan Karkowsky)
Das wichtigste Medium in Libyen ist nach Einschätzung von Anja Wollenberg von MICT das Radio. Eine Kultur des Zeitungslesens gebe es kaum: “Also ich selbst habe versucht, einen Zeitungskiosk zu finden, das ist wirklich nicht möglich. Also Zeitungen kauft man im Papiergeschäft, oder wie heißt das: Schreibwarengeschäft.”

Punkt 12, Nordkorea, Foursquare

6 vor 9

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1. “US campaigns seeking quote approval should beware German control”
(guardian.co.uk, Ian Traynor, englisch)
Die in Deutschland weit verbreitete Praxis der Bestätigung von Zitaten stößt im englischsprachigen Raum auf Unverständnis: “If the big German media organisations play by these rules and seldom mount any challenge, there is little that the foreign media operating in Berlin can do to change the control freakery, unless they break the rules and find themselves cut out of access.” Siehe dazu auch “Journalists who allow quote approval become complicit in political spin” (guardian.co.uk, Jeff Jarvis, englisch)

2. “Ein Gewinn mit Nebenkosten”
(fernsehkritik.tv)
In der RTL-Sendung “Punkt 12” gibt es ein Fertighaus zu gewinnen, ein Grundstück dafür muss der Gewinner aber selbst mitbringen. “Nun könnte man noch denken, dass der Gewinner sich die 250.000 Euro auch in bar auszahlen lassen könnte oder den Gewinn einfach auf jemand anderen überträgt, der vielleicht sowieso gerade bauen will – beides wird in den Teilnahmebedingungen ausdrücklich ausgeschlossen.”

3. “Nordkorea als Spekulationsobjekt”
(nzz.ch, Beat U. Wieser)
Gegenüber Nordkorea hätten Experten und Journalisten längst den Blick von Paparazzi entwickelt, schreibt Beat U. Wieser: “Was ist falsch daran, über Ereignisse zu berichten, ohne sie einzuordnen, wenn sie sich nicht oder noch nicht einordnen lassen? Spekulationen stören die Wahrnehmung und verstellen den Blick auf die Realität. Sie fördern die Projektion eigenen Wunschdenkens auf eine dafür ungeeignete Wirklichkeit.”

4. “In Israel, the language in which you read dictates what you know”
(972mag.com, Sol Salbe, englisch)
Sol Salbe berichtet von einem Gerichtsfall, über den auf haaretz.com je ein Artikel in englisch und hebräisch zu lesen ist.

5. “Die Journalisten-App der Woche: Foursquare”
(torial.com, Marcus Bösch)
Marcus Bösch versucht, journalistische Nutzungsmöglichkeiten von Foursquare zu eruieren.

6. “Pantone Merkel Rainbow”
(crackajack.de)

Hells Angels, AFP, Unboxing

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1. “‘Missbrauchte Rechercheure'”
(message-online.com, Michael Haller und Antje Glück)
“Stern”-Reporter Kuno Kruse gibt Auskunft über seine Recherchen zu den Hells Angels. Die Arbeit von Kollegen sieht er kritisch, die würden “zugesteckte Behauptungen als großartige Sensation” drucken und sich selbst “in der Rolle des investigativen Journalisten” feiern. “Den generellen Fehler sehe ich darin, dass die meisten Journalisten die Tendenz der Strafverfolgungsbehörden unreflektiert übernehmen, die Verdächtigen kriminalisieren und zu Schuldigen machen, noch ehe überhaupt über eine Anklageerhebung entschieden worden ist.”

2. “Der Rückgang, der keiner ist”
(begleitschreiben.net, Gregor Keuschnig)
Die “Börse im Ersten” versucht, in einer Infografik das Wirtschaftswachstum von China darzustellen: “Wenn eine Wirtschaft um 14% wächst und danach um 7% beziehen sich die 7% auf die um 14% gewachsene Wirtschaft. Die Graphik hätte additiv sein müssen.”

3. “AFP-Chef wütend: ‘dapd-Gebaren schadet Image der ganzen Branche'”
(newsroom.de, Bülend Ürük)
Clemens Wortmann, Geschäftsführer der Nachrichtenagentur AFP, wirft der Konkurrenz dapd vor, “den eigenen Textdienst dazu zu missbrauchen, Unwahrheiten über Wettbewerber zu verbreiten”. Weiter bestreitet er, dass die aufgrund Urheberrechtsverletzungen eingeforderten Lizenzgebühren ein Geschäftsmodell seien: “Die Anwälte und der Betreiber der Trackingsoftware erhalten ein angemessenes Honorar, durch das Einfordern von Schadenersatz sind diese Summen jedoch vergleichsweise geringer als bei anderen Modellen der Rechteverfolgung.”

4. “Latest Word on the Trail? I Take It Back”
(nytimes.com, Jeremy W. Peters, englisch)
Auch US-Journalisten sehen sich vermehrt mit Gesprächspartnern konfrontiert, die nur in ein Gespräch einwilligen, wenn sie ihre Zitate danach gegenlesen können. Siehe dazu auch “AP doesn’t let sources approve quotes beforehand” (poynter.org, Steve Myers, englisch)

5. “Mängel in Artikeln finden”
(nzz.ch, Hanna Wick)
Hanna Wick schreibt über Artikel in Fachmagazinen, die nach der Publikation wegen Mängeln zurückgezogen werden müssen und stellt das Blog “Retraction Watch” vor.

6. “Montage: Unboxing the Nexus 7 is fun!”
(youtube.com, Video, 3:23 Minuten)
Unboxing-Videos mit Problemen beim Auspacken.

Ines Pohl, Regionalzeitung, Einschaltquote

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1. “‘taz’ entschuldigt sich für Altmaier-Outing – zu Unrecht!”
(queer.de, Micha Schulze)
Jan Feddersen spekuliert in einem Kommentar unter dem Titel “Pseudobarockes Geschwurbel” über die sexuelle Orientierung von Peter Altmaier. Daraufhin entschuldigt sich Ines Pohl, Chefredakteurin der “taz”, für den in der Montagsausgabe gedruckten Beitrag und lässt ihn von taz.de entfernen (“politisch wie moralisch ist die sexuelle Orientierung eines Menschen irrelevant. Sie ist Privatsache”). Micha Schulze sieht das anders: “Homo, hetero oder bi zu sein, ist kein Tabu und nichts, was man verheimlichen oder für das man sich schämen müsste. Darüber zu reden oder zu schreiben, ist weder eine Bedrohung noch eine Beleidung und schon gar keine ‘Hetzjagd’, wie selbst in der schwulen Blogosphäre zu lesen war. Mit dem bewussten Verschweigen unterstützt man stattdessen ein Klima, das es manchen Teenagern noch immer schwer macht, ihr Coming-out problemlos anzugehen.”

2. “Der ewige Junggeselle Peter Altmaier und die Selbstzensur der ‘taz'”
(stefan-niggemeier.de)
Auch Stefan Niggemeier findet es “legitim, darüber zu spekulieren”. “Peter Altmaier ist entweder jemand, der glaubt, dass seine Homosexualität etwas ist, dass er verschweigen muss. Oder er wird für schwul gehalten, obwohl er es gar nicht ist. Wenn er selbst nicht bereit ist, für Aufklärung zu sorgen, muss man wenigstens darüber diskutieren dürfen.”

3. “Programmier-Crashkurs für Journalisten”
(digitalerwandel.de)
“Dieser Beitrag erklärt erst die Grundlagen und die Grundausstattung der Web-Entwicklung und bietet dann einen Überblick über aktuelle Web-Techniken und Frameworks, die man als Journalist zumindest einmal gehört haben sollte.”

4. “Seinen Leser lieben – ein paar Gedanken zur Zukunft der Zeitung”
(ankommen.nordbayerischer-kurier.de, Joachim Braun)
Die Verlagserlöse im Printgeschäft seien “wieder auf dem Stand von Anfang der 1990er Jahre”, bemerkt Joachim Braun in einem Beitrag zur Zukunft der Regionalzeitung. “In einer Zukunft, in der jeder User Zugang hat zu allen Informationen, zählen nur noch: Qualität, Unabhängigkeit und Kundennähe.”

5. “Eine Währung veraltet”
(sueddeutsche.de, Simon Feldmer)
Durch die Veränderung der Nutzungsgewohnheiten sinkt die Bedeutung der klassischen Einschaltquote.

6. “Wissenschafts-PR ist auch nur PR”
(scilogs.de, Peter Zekert)
Peter Zekert bezweifelt die These von Florian Aigner, wonach Universitäten, die Forschungserfolge nach außen tragen, keine Werbung, sondern Information produzieren. “Am Ende handelt es sich auch hier um interessengeleitete Kommunikation (selbst wenn man der Meinung ist, die eigene Institution gehöre zu den ‘Guten’)”.

Man macht sich ja kein Bild

Beim Satiremagazin “Titanic” gehört es gewissermaßen zur Tradition, sich auf dem Titelbild mit der Kirche und dem Papst zu beschäftigen. Da wird das Kirchenoberhaupt dann auch mal für schwanger erklärt, mal trägt der Papst einen Bin-Laden-Bart oder wird in äußerst zweideutiger Stellung mit einem Schaf gezeigt. Doch so sehr sich die Satiriker auch bemühten: An der Öffentlichkeit gingen ihre Papst-Witze in den letzten Jahren meist vorüber, ohne für großes Aufsehen zu sorgen. Auch die deutschen Journalisten schauten dem fröhlichen Treiben der “Titanic” meist kommentarlos zu, ohne irgendwelche Bedenken oder gar Widerspruch anzumelden.

Beim aktuellen “Titanic”-Titelbild wäre es wahrscheinlich nicht anders gewesen. Vermutlich wäre es irgendwann in den Archiven des Magazins verschwunden, ohne dass sich jemand, erst recht kein Journalist, öffentlich dazu geäußerst hätte.

Zunächst sah es auch ganz danach aus — immerhin lag das Heft nach Erscheinen fast zwei Wochen lang am Kiosk, ohne dass jemand Anstoß daran nahm. Seit etwa einer Woche aber interessiert sich der Großteil der deutschen Medien plötzlich doch für die “Titanic” und ihr Titelbild. Nicht, weil sich die Satiriker diesmal besonders weit aus dem Fenster gelehnt hätten — nein, der Grund für das plötzliche Interesse der Medien war der Gang des Papstes zur irdischen Gerichtsbarkeit:

Umstrittenes Titelbild: Papst erzwingt einstweilige Verfügung gegen Satireblatt Titanic

Das Blatt darf das katholische Kirchenoberhaupt nicht mehr – wie in der aktuellen Ausgabe – mit einem großen gelben Fleck vorne und einem braunen Fleck hinten auf der Soutane auf Titelbild und Rückseite zeigen, wie eine Sprecherin des Landgericht Hamburg am Dienstag sagte. Titanic dürfe unter Androhung eines Zwangsgeldes die Hefte nicht weiter verbreiten und die Bilder nicht im Internet veröffentlichen. Allerdings müssten die bereits an den Handel verschickten Ausgaben nicht zurückgerufen werden.

Anlass der Unterlassungsklage ist das aktuelle Titelbild “Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!”. Wegen “Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte” habe Erzbischof Angelo Becciu im Namen von Benedikt XVI. eine Bonner Kanzlei mit der Durchsetzung der Unterlassung beauftragt, so Titanic.

Nachdem der Papst seine Anwälte eingeschaltet hatte, meldeten sich plötzlich auch jene Journalisten empört zu Wort, die sich an Titelbildern wie “Gott im Glück: der Papst ist schwanger” oder “Abwrackprämie sichern: Altpapst verschrotten” bislang offenbar nie gestört hatten.

Franz Josef Wagner, Fachmann für Harndrang, polterte am Donnerstag in einem Brief an die “Idioten von der Titanic” drauf los:

Ich frage mich, ob Ihr Humorhelden jemals einen sich besudelnden Propheten Mohammed auf den Titel gebracht hättet.

Ihr habt es nicht gemacht, weil Euer Arsch auf Grundeis ging. Scharia, Todesdrohungen. Euer Redaktionsgebäude würde belagert von Demonstranten. Fahnen würden brennen.

Ihr tapferen Humorhelden von Titanic. Mit dem Papst könnt Ihr alles machen. Er schickt keine Todesschwadronen. Er setzt kein Kopfgeld auf den Chefredakteur aus. Der Papst klagte gegen seine beschmutzten Bilder.

Auch “Spiegel Online”-Kolumnist Jan Fleischhauer kann sich mit den “Furzkissenwitzen” der “Titanic” mal so gar nicht anfreunden. Er macht folgenden Vorschlag:

Ich bin nicht katholisch genug, um mir wie Mosebach eine strengere Verfolgung der Blasphemie zurückzuwünschen. Aber wenn man als aufmüpfig gelten will, dann sollte man dabei einen Einsatz wagen – da hat er recht, wie ich finde. Wie wäre es also, liebe “Titanic”-Redaktion, beim nächsten Mal mit einer ordentlichen Mohammed-Karikatur? Vielleicht zum Anfang ein Bild des Propheten mit verschütteter Cola überm Rauschebart.

Dann müsstet ihr in eurem fidelen Studentenbuden-Gejuxe mal ausnahmsweise unter Beweis stellen, dass es euch wirklich ernst ist mit dem Einsatz für den Freiraum der Satire. Das könnte lustig werden. Echt.

(Link von uns.)

Das Argument, mit dem Islam hätte sich die “Titanic” so etwas bestimmt nicht getraut, wird nicht nur von Wagner und Fleischhauer angeführt, auch viele andere Kritiker (etwa “Bild”-Chef Kai Diekmann) benutzen es gerne, um der “Titanic” vorzuwerfen, dass sie ja eigentlich ziemlich feige sei.

Man kann von dem “Titanic”-Titelbild ja halten, was man will — doch dieses Argument zieht nicht so recht. Wer so argumentiert, geht davon aus, Muslime würden, sobald sich jemand dem Islam auf humoristische oder satirische Weise annähert, quasi ganz automatisch “Todesschwadronen” losschicken, Morddrohungen aussprechen und Fahnen verbrennen. Die Wirklichkeit sieht hingegen meist deutlich entspannter aus, als es sich Herr Wagner und Herr Fleischhauer vorstellen mögen.

In einem Interview berichtete “Titanic”-Chefredakteur Leo Fischer kürzlich zum Beispiel über den “Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerb”, den die “Titanic” 2008 für die Frankfurter Buchmesse geplant hatte:

Das Interessante in diesem Zusammenhang war, dass wir von deutschen Muslimen überhaupt keine Reaktionen erhalten haben. Es gab allerdings eine Vielzahl von Christen und Deutschen ohne Migrationshintergrund, die uns beschimpften und sich empörten. Von Morddrohungen und Gewaltaufrufen seitens Muslimen waren wir himmelweit entfernt. Ich erinnere mich lediglich an einen einzigen Leserbrief, in dem ein Muslim seine Trauer und sein Unverständnis über die Namensgebung der Lesung zum Ausdruck brachte. Ein islamischer Kulturverein hat uns sogar angeboten, als alternativer Veranstaltungsort dieses Wettbewerbs zu fungieren.

Und davon mal abgesehen: Dass die “Titanic” sich nicht traue, auch mal den Islam durch den Kakao zu ziehen, ist als Argument mindestens ebenso haltlos. Mit ein bisschen Recherche hätten Herr Wagner und Herr Fleischhauer das aber auch selbst herausfinden können.

Siehe dazu auch:

Mit Dank auch an die vielen Hinweisgeber.

Titanic, FAZ, Zeit

6 vor 9

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1. “‘Wir scheinen ein sehr christliches Blatt zu sein'”
(theeuropean.de)
Als eine von 38 Ausgaben darf die Satirezeitschrift “Titanic” die aktuelle mit dem Papst auf dem Titel nicht mehr verbreiten. Chefredakteur Leo Fischer findet es interessant, dass sich “extrem witzlose Figuren wie Jan Fleischhauer, Franz Josef Wagner oder die Journalisten hinter dem ‘Süddeutsche Streiflicht’ nun als Humorexperten aufspielen. Das eigentlich Schockierende ist doch, dass es hier nicht um Geschmacksfragen geht. Sondern darum, dass das Cover in einer erstaunlichen Geschwindigkeit verboten wurde. Dass bei solch einer Verletzung von Presse- und Meinungsfreiheit keine stärkere Solidarisierung der Journalisten stattgefunden hat, ist verrückt.”

2. “Titanic und der Papst: Anatomie eines Skandals”
(britcoms.de, Oliver Nagel)
“Die Titanic mit dem inkriminierten Pipikackatitel lag etwa zwei Wochen lang am Kiosk, bevor jemandem aufgefallen ist, dass man da ja einen handfesten Skandal an der Hand hat. Warum eigentlich erst nach zwei Wochen? Antwort: Weil man bis dahin dachte, es sei ganz normal, dass ein Satiremagazin Satire für Satirefreunde macht.”

3. “Die Freiheit, die ich meine”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.de, Thomas)
In der Diskussion zum Papst-Titelblatt lerne man viel über die Wahrnehmung der “Meinungsfreiheit”, schreibt Thomas: “Meinungsfreiheit meint die Freiheit, jede Meinung frei zu verhöhnen, sofern es sich nicht um die eigene handelt. (…) Mit einem kleinen, in jeder Hinsicht schlichten Witz so viele wahre Gesinnungen aus ihren dunklen, vermoderten Ritzen hinaus in Tageslicht zu locken, das ist schon wahrlich große Kunst!”

4. “Die FAZ und ich: Ein wehmütiger Abschrieb”
(manuelschubert.wordpress.com)
Manuel Schubert entdeckt in der FAZ einen Artikel zu einem Thema, über das er auch geschrieben hatte: “Dass die FAZ auch ein Portrait über Ottenbacher geschrieben hat, stört mich überhaupt nicht. Was ich nicht begreife, ist jedoch: Wenn man schon durch einen Artikel auf ein Thema stößt, sollte man dann nicht alles daran setzen, einen völlig anderen Artikel zu schreiben? Vor allem, wenn man für die FAZ arbeitet.”

5. “NSU-Morde: Fakten und Fabeln”
(daserste.ndr.de, Anke Hunold, Anna Orth und Stephan Wels)
Ein Artikel in der “Zeit” mit dem Titel “Hat ein hessischer Verfassungsschützer einen der NSU-Morde begangen?” im Faktencheck der “Panorama”-Redaktion.

6. “Deutscher Student irrtümlich auf Terrorliste”
(welt.de, Florian Flade)
Der Student Hamid A. findet sich auf einem Fahnungsfoto wieder. “In einem Online-Nachrichtenartikel waren zwei Fahndungsfotos zu sehen, die angeblich denselben Mann zeigten – das Al-Qaida-Mitglied Emrah E. Allerdings zeigte nur das eine den echten Terroristen, das andere Hamid A.”

Redigieren, Computersabotage, WDR Markt

6 vor 9

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1. “Redigier-Praxis: Bitte mit Feile statt Meißel!”
(mediummagazin.de, Eckhard Stengel)
Wie Redaktionen beim Redigieren Fehler in die Texte von freien Mitarbeitern einbauen: “Seit über 30 Jahren schreibe ich als freier Korrespondent für diverse Zeitungen, und nach jedem Produktionstag frage ich mich bei der Morgenlektüre: Welche Patzer haben sie diesmal eingebaut?”

2. “Gratis-BILD: Springer wirft netzpolitik.org ‘E-Mail-Bombing’ und Computersabotage vor”
(netzpolitik.org, Linus Neumann)
Der Axel-Springer-Verlag schreibt an Personen, “die ihren Widerspruch gegen die BILD-Zustellung mit einem Auskunftsgesuch und Löschantrag nach Bundesdatenschutzgesetz verbunden hatten” und wirft ihnen “einen rechtswidrigen Eingriff in unseren eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb” sowie “den Tatbestand der Computersabotage” vor. Siehe dazu auch “Gratis-Bild: Springer wirft Verweigerern Straftaten vor” (lawblog.de, Udo Vetter).

3. “WDR Markt verwechselt Extraenergie GmbH mit ExtraEnergy e.V.”
(extraenergy.org, Angela Budde)
Die Sendung “WDR Markt” verwechselt den Stromanbieter ExtraEnergie GmbH mit dem Verein ExtraEnergy (Video und Korrektur auf wdr.de): “Fast täglich erhält das ExtraEnergy Team Anrufe von Stromkunden, die ihren Vertrag lösen oder ändern möchten. (…) Verstehen kann der ExtraEnergy e.V., der seit 20 Jahren im Sinne des Verbraucherschutzes arbeitet, insbesondere die mangelhafte Recherche des WDR Markt Teams nicht.”

4. “Freemium – wie funktioniert’s?”
(blog.echo-online.de, Jörg Riebartsch)
Gemäß Jörg Riebartsch, Chefredakteur der Echo Zeitungen in Darmstadt, hat die Einführung einer Bezahlschranke zu keinem Rückgang der Nutzerzahlen bei Echo-online.de geführt. “Wer beispielsweise nur jeweils die Hauptnachrichten auf der Homepage von EOL liest, kommt mit der Bezahlschranke gar nicht in Berührung. Er wird denken: Nanu, die haben gar keine Bezahlschranke. Die Bezahlschranke greift dort, wo wir originäre lokale Informationen haben, von denen wir sicher sind, dass wir diese exklusiv haben.”

5. “Bitte, verharmlost Alzheimer nicht!”
(katrinhilger.wordpress.com)
Katrin Hilger liest auf “Focus Online” einen Artikel zu einer Diskussion über Alzheimer: “Jetzt haben auch pflegende Angehörige den gleichen schwarzen Peter gezogen wie Eltern mit schwierigeren Kindern. Nämlich, dass man nur mit genügend Optimismus und positiver Einstellung rangehen muss, dann ist das alles gar nicht so schlimm und eigentlich ganz dufte. (…) Alzheimer ist grausam und furchtbar und entsetzlich, meine Mutter hat sich von einer fröhlichen Frau in ein Wrack verwandelt, das vor sich hinbrabbelt und Verwünschungen ausstößt. Egal, wie positiv ich das sehe.”

6. “Umfrage: Gehören Sie zu den Menschen, die bei Umfragen gerne mit ‘Weiß nicht’ oder ‘Mir egal’ antworten?”
(eine-zeitung.net)

Hier schreibt die Pressesprecherin noch selbst

Die Menschen im vorpommerschen Karlsburg können stolz sein auf ihr örtliches Klinikum:

Die Klinik für Diabetes und Stoffwechselerkrankungen in Karlsburg ist führend auf diesem Gebiet. Jetzt haben sich sogar Ärzte aus den Golfstaaten bei ihren Kollegen hier umgeschaut, um Tipps für die Behandlung in ihrer Region zu erhalten. Vor allem die Arbeit mit Kindern hat die Mediziner aus Dubai beeindruckt.

Das schreibt der lokale “Nordkurier” über den Besuch einer Delegation am vergangenen Wochenende.

Und weiter:

Das Klinikum Karlsburg zählt mit seiner über 80-jährigen Diabeteseinrichtung weltweit zu den ältesten. In Vorpommern wurde 1930 durch Prof. Gerhardt Katsch (1887 – 1961) die Diabetologie mitbegründet. Schon in den 70- und 80er Jahren fanden Mitglieder der Herrscherfamilie aus den Emiraten den Weg nach Karlsburg. “Jetzt knüpfen wir an diese Traditionen an. Im Herbst kommen erste Patienten aus den Golfstaaten” kündigt Prof. Motz an. Das Klinikum will sich international stärker engagieren, sich auch Patienten aus dem Ostseeraum öffnen. “Das wird sich positiv auf die Menschen in unserer Region auswirken”, sagt Prof. Motz. Nicht nur wegen der Arbeitsplätze. Ein höherer Klinikstandard komme allen zugute.

Der Artikel ist “von unserer Mitarbeiterin Anette Pröber”, wie der “Nordkurier” in der Autorenzeile schreibt. Eine Frau, die sich zweifellos in der Materie auskennen muss, denn die von ihr geführte Medienagentur macht auch die Öffentlichkeitsarbeit für das Klinikum Karlsburg — also jenes Krankenhaus, in dem der hohe Besuch aus Nahost zu Gast war.

Jürgen Mladek, Leiter der Regionalausgabe des “Nordkuriers”, erklärte uns den Einsatz von Frau Pröber in dieser ungewöhnlichen Doppelfunktion wie folgt: Man habe einen eigenen Reporter auf Usedom mit einem Bericht über den Besuch der Delegation betraut. Der so entstandene Artikel habe allerdings nicht den Vorstellungen der Redaktion entsprochen und so habe die Redaktion auf einen Text zurückgegriffen, den sie zuvor ebenfalls bei Frau Pröber angefordert hatte, quasi als Ergänzung und Faktensammlung zum eigenen Artikel.

Obwohl im jetzt veröffentlichten Text die Fakten “unstrittig” seien, habe der “Nordkurier” seine eigenen journalistischen Standards nicht eingehalten. Der Leser hätte auf die Doppelfunktion hingewiesen werden müssen.

Nach unserem Telefonat mit der Redaktion hat der “Nordkurier” in der Online-Fassung des Artikels die Formulierung “von unserer Mitarbeiterin” entfernt und durch den Hinweis “Die Autorin arbeitet als Sprecherin des Klinikums Karlsburg” am Ende des Artikels ersetzt.

Mit Dank an den Hinweisgeber.

Blick, Markus Lanz, Fußballexperten

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1. “Diese Bilder waren zu hart”
(nzz.ch, hes./nic.)
Unter der Überschrift “So geil ist der Fussball-Sommer” veröffentlicht “Blick” Fotos von Fußballer Mario Götze, auf denen er mit einer Erektion zu sehen ist.

2. “‘Dies ist das wahre Geheimnis des Fußballs'”
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein über Fußballexperten: “Wenn eine Mannschaft vier Mal gut gespielt hat, wird einem mit vielen Details von den Experten erklärt, warum die Weltklasse sind. Dann verlieren sie ein Mal, und derselbe Experte kann einem mit noch mehr Expertendetails erklären, warum die von Weltklasse meilenweit entfernt sind. (…) Die Arbeit eines Fußballexperten besteht darin, Ereignisse, die zum Teil mit Zufall zusammenhängen, hinterher als unvermeidliche Folge von Fehlentscheidungen des Trainers darzustellen.”

3. “Rassismus im deutschen Kinderfernsehen”
(scilogs.de, Joe Dramiga)
Joe Dramiga thematisiert das Samstagvormittagsprogramm der Öffentlich-Rechtlichen in den Jahren 2001 bis 2006: “Beschämend, wie unsere Steuergelder dafür verwendet werden, den Kids auf mehr oder weniger subtile Weise einzuhämmern, dass Schwarze ‘Misfits’ – also nicht gesellschaftsfähig – sind.”

4. “Inside the BBC’s Verification Hub”
(nieman.harvard.edu, David Turner, englisch)
Die Verifikation von Inhalten bei der BBC: “The golden rule, say Hub veterans, is to get on the phone whoever has posted the material.”

5. “Kein schöner Lanz”
(stefan-niggemeier.de, Videos)
Stefan Niggemeier untermauert seinen “Spiegel”-Artikel über Markus Lanz mit zwei Zusammenschnitten.

6. “Öffentlichkeitsarbeit? Pfui!”
(scienceblogs.de/naklar, Florian Aigner)
Universitäten gehörten zu den Guten, schreibt Florian Aigner, der bei der Unternehmenskommunikation zu differenzieren versucht. “Wenn wir an den Universitäten Forschungserfolge nach außen tragen wollen, dann produzieren wir Information, keine Werbung.”

Keine Lieder über Liebe

Als der damalige Bundespräsident Christian Wulff dem “Bild”-Chefredakteur auf die Mailbox quatschte, ließen sich Kai Diekmann und seine Redaktion nicht von einer Veröffentlichung eines geplanten Artikels über Wulffs private Hausfinanzierung abbringen. Nun ist es offenbar einigen rangniederen Politikern gelungen, einen auf den ersten Blick deutlich weniger brisanten Artikel, der bereits auf Bild.de erschienen war, wieder löschen zu lassen. Das behauptet zumindest der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm.

Dehm ist nicht nur Politiker der Partei Die Linke, sondern auch Musiker, Komponist und Produzent. In dieser Funktion (und der des “Kondom-Erfinders”) hat ihn die “Bild”-Redakteurin Angi Baldauf anlässlich der Veröffentlichung seiner neuen CD “Grosse Liebe. Reloaded” für die Zeitung porträtiert. Ihr Artikel erschien am Samstagabend auf Bild.de:

Diether Dehm (62): Dieser Linke ist der erste Popstar im Bundestag. Hit-Schreiber, Sänger, Kondom-Erfinder — Der Abgeordnete Diether Dehm hat alle Hände voll zu tun.

Etwa 18 Stunden später war der Artikel wieder verschwunden, ist aber auf Dehms Internetpräsenz noch nachzulesen (PDF).

Es spricht wenig dafür, dass der Artikel bei Bild.de versehentlich veröffentlicht und dann wieder zurückgezogen wurde. Bild.de hatte ihn über den offiziellen Twitter-Account beworben:

So erregte der Artikel offenbar auch die Aufmerksamkeit der CDU-Abgeordneten Erika Steinbach, die sich öffentlich empörte:

Frau Steinbach und Herrn Dehm verbindet eine Jahrzehnte alte Feindschaft: 1990 hatte Steinbach behauptet, Dehm sei vor Jahren Stasi-Mitarbeiter gewesen. Dehm ließ diese Behauptung gerichtlich verbieten, doch 1996 tauchte eine Stasi-Akte auf, aus der hervorging, dass Dehm als von 1971 bis 1978 als Informeller Mitarbeiter die Staatssischerheit der DDR mit Informationen aus seinem Umfeld versorgt hatte. Es folgte eine längere Auseinandersetzung, die mit der Feststellung endete, dass Steinbach Dehm als “Stasispitzel” bezeichnen darf.

Dehm war von 1976 bis 1988 Manager des Liedermachers Wolf Biermann gewesen. Biermann hatte hinterher behauptet, Dehm habe sich ihm gegenüber 1988 als ehemaliger Stasi-Mitarbeiter offenbart, weswegen er ihn als seinen Manager entlassen habe.

Ein Vorfall, der auch im Bild.de-Artikel thematisiert wurde:

Den Vorwurf seines ehemaligen Liedermacher-Mitstreiters Wolf Biermann, er habe ihn bei der Stasi verpfiffen, hält er triumphierend das Dokument der Stasi selbst entgegen. Danach hatte die Stasi versucht, ihn als 24-Jährigen anzuwerben. Als Dehm aber 1977 Biermanns Manager geworden war und in Ostberlin sein Protestflugblatt gegen dessen Ausbürgerung verteilt hatte, stempelte die Stasi den “Perspektiv-IM” zum DDR-Staatsfeind. Sogar mit Fahndungsbefehl, welcher heute eingerahmt neben den neun goldenen und vier Platin-LPs hängt.

Diether Dehm hält es dann auch für möglich, dass sich einige politische Gegner daran störten, “dass ausgerechnet ‘Bild’ das entlastende Dokument erwähnt”.

Beschwert haben sich offenbar einige, wenn auch niemand so öffentlich wie Erika Steinbach. Im vom Liedermacher Konstantin Wecker herausgegebenen Blog “Hinter den Schlagzeilen” heißt es:

Dann prasselte der Druck auf die Redaktion. Aus höchsten Kreisen von CDU, SPD, FDP usw.

Die Bildspitze wurde zur Ordnung gerufen. Zur herrschenden Ordnung.

Diether Dehm selbst erklärte uns auf Anfrage, ihm seien inzwischen Namen “aus den Fraktionsspitzen der drei Parteien” zu Ohren gekommen, die am Sonntag bei “Bild” “vorstellig geworden” sein sollen, um sich über die positive Berichterstattung über Dehm und seine neue CD zu beschweren.

Dass Bild.de den Artikel dann wieder offline genommen habe, sieht Dehm als Teil einer Kampagne gegen seine Partei, wie er uns schreibt:

Es ist nicht nur “Bild”, sondern das Gros der Verlagskonzerne, die LINKE nur skandalisiert in ihre Blätter lassen. Wir erleben gerade eine Auferstehung von Zensur a la McCarthy und Berlusconi, damit um Gotteswillen die Wut über die Zockerbanken in der Eurokrise nicht nach links geht.

Das treffe dann sogar seine “kleine, ziemlich unverdächtige Liebeslieder-CD”.

Die Pressestelle der Axel Springer AG antwortete auf unsere Anfrage, wir wüssten ja, dass der Verlag “zu Redaktionsinterna keine Auskunft” gebe. So sei es auch in diesem Fall.

Mit Dank an Nico R. und Rita B.

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