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Bunte  

Zeitschrift mit Verfallsdatum

Also angenehmer fürs Auge ist es so allemal:

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Und irgendwie sind uns schwarze Kästen dann auch insgesamt lieber als die pixeligen, offenbar heimlich aufgenommenen Paparazzi-Fotos von Charlène im Privaturlaub, die dort ursprünglich zu sehen waren (die Ausgabe ist im Februar erschienen). Offenbar ist die Fürstin dagegen vorgegangen, also mussten die Fotos in der e-Paper-Version nachträglich geschwärzt werden. Und zwar alle:

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Auch mehrere Textpassagen mussten dran glauben:

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Für Charlène natürlich nur ein mäßiger Erfolg. Die Print-Version ist — ohne Schwärzungen — längst über 500.000-mal verkauft worden.

Zwei Ausgaben später sah die “Bunte”, wie wir ja neulich schon geschrieben haben, so aus:

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Auf den oberen Ausrissen ging es ursprünglich um Charlotte Casiraghi, auf dem untersten um Madeleine von Schweden.

Nachdem wir diese Seiten entdeckt hatten, haben wir uns auch die anderen digitalen Ausgaben der “Bunten” aus diesem Jahr mal etwas näher angeschaut — und dabei einiges entdeckt. Beziehungsweise: nicht.

Vom Text über Jürgen Fliege (Ausgabe Nr. 2/2014) ist nur noch das hier übrig:

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Selbst aus dem Inhaltsverzeichnis ist er verschwunden:
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Das Cover der darauffolgenden Ausgabe (Nr. 3) zeigte ursprünglich Corinna Schumacher am Krankenhaus in Grenoble, sieht inzwischen aber so aus:

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Auch im Heftinnern sind die Fotos unkenntlich gemacht worden:
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Genauso wie ein Artikel über Katrin Göring-Eckardt (Nr. 6) …

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… einer über die monegassische Fürstenfamilie (Nr. 7), für den sich, ausgeschnitten und eingerahmt, sicherlich auch in irgendeiner Galerie ein nettes Plätzchen an der Wand finden ließe  …

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… und einer über Mirja Sachs (Nr. 8):

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Beim Foto von David Coulthard (Nr. 10) hat sich die “Bunte” die schwarze Farbe dann ausnahmsweise mal gespart:
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… allerdings wurde die auch für den Text gebraucht :
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Die jüngste Unkenntlichmachung haben wir schließlich in Ausgabe Nr. 14 gefunden, in einem Text über Lukas Podolski:

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Sechzehn Ausgaben sind in diesem Jahr bislang erschienen, in neun davon wurden Artikel geschwärzt, gegraut oder geweißt. Wenn das so weitergeht, sollte die “Bunte” mal überlegen, ob sie diesen Namen überhaupt noch verdient hat.

NDR, Zehenmassagen, Christiane F.

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Salzburger Schauspielchef kommt nicht nach Düsseldorf”
(rp-online.de, Annette Bosetti)
Die Landeshauptstadt Düsseldorf und das nordrhein-westfälische Kulturministerium dementieren einen Bericht von “Bild” zur Besetzung des Intendanten am Düsseldorfer Schauspielhaus.

2. “Ich verabschiede mich!”
(christiane-f.com)
Christiane F. zieht sich erstmal zurück aus der Öffentlichkeit. “Ich pendle zwischen dem Glamour der TV-Studios in Hamburg und Paris und dem Gammel im Berliner Obdachlosenheim, wo Freunde von mir leben, die ich dort auch besuche. (…) Ich bin eine kranke Frau Anfang 50. Ich kann nicht einmal längere Strecken mit der Bahn fahren, ohne dass ich drei Mal aussteigen muss. Es ist mir zu voll da drin, zu laut, zu warm. Ach, ich bin einfach kein Promi, wie ihr ihn sonst so kennt. Viele Erwartungen kann ich einfach nicht erfüllen.”

3. “Bedrohte Pressefreiheit”
(zdf.de, Video, 8:30 Minuten)
Frontal 21 berichtet über den Zustand der Pressefreiheit in Deutschland und den USA.

4. “Selektiv: Medien-Echo auf Snowden-Interview”
(ndr.de, Video, 5:02 Minuten)
Das Medienmagazin des NDR holt Stellungnahmen ein zu einem von einer NDR-Tochter produzierten und vermarkteten und auf ARD ausgestrahlten Interview mit Edward Snowden, das “in die Mühlen von Kollegenneid, Quotenkalkül und Vermarktungsdruck geraten” sei.

5. “Zehenmassage”
(medienspiegel.ch, Andrea Masüger)
Andrea Masüger verfolgt einen “Lichtbildvortrag” von Christoph Keese: “Während zwei Dritteln seines Vortrags zeigte der Referent vor allem Fotos aus dem Familienalbum. Unternehmer A mit Springermann B beim Koteletten braten, Berater C mit Springer-Forscher D beim Cola saufen, Entwickler E mit Springer-Techniker F beim Popcorn naschen. Alles natürlich unglaublich locker und familiär, was bei Amerikanern ja eine Neuheit ist.”

6. “Uns erreichte heute Nacht eine ungewöhnliche Anfrage”
(facebook.com/handelsblatt)

Diätenerhöhung bei M. DuMont Schauberg

“Man kann Alfred Neven DuMont glauben, dass ihn der Wunsch nach gutem Journalismus antreibt.”

(“Der Spiegel”, 5/2014)

Der Jahresanfang ist die Zeit, in der die Menschen sich ganz besonders für Diäten interessieren, und deshalb ist es auch die Zeit, in der die Medien ganz besonders viel über Diäten berichten. Die Zeitungen der Mediengruppe M. DuMont Schauberg tun es in diesem Jahr mit ganz besonderem Eifer.

Der “Kölner Stadt-Anzeiger” hat eine Serie “Los geht’s” gestartet. Darin überrascht er seine Leser unter anderem mit der These: “Wer abnehmen will, muss essen”, nennt Sport “Doping für die Zellen”, stellt spätberufene Extremsportler vor, interviewt Ingo Froböse, einen Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln — und empfiehlt jedesmal dessen kostenpflichtiges Abnehm-Programm “fitmio”.

Der Kölner “Express” hat auch eine Serie im Angebot, eine “große Stoffwechsel-Fibel” namens “Enorm in Form”, mit “Tipps vom Experten”, wie man sich schlankschläft und wie man den Jojo-Effekt vermeidet und der überraschenden These: “Wer abnehmen will, muss essen!” Der Experte ist in jedem Fall Ingo Froböse, ein Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln — und empfiehlt jedesmal dessen kostenpflichtiges Abnehm-Programm “fitmio”.

Die Serie aus dem “Kölner Stadt-Anzeiger” findet sich mit demselben Experten und derselben Empfehlung auf den Online-Seiten von “Berliner Zeitung” , “Frankfurter Rundschau”, “Mitteldeutscher Zeitung” und “Kölnischer Rundschau”.

Und die Boulevard-Variante aus dem “Express” steht mit demselben Experten und derselben Empfehlung auf den Online-Seiten von “Berliner Kurier” und “Hamburger Morgenpost”.

In einer konzertierten Aktion werben die Medien von M. DuMont Schauburg in großen, scheinbar redaktionellen Serien für “fitmio”, das kostenpflichtige Abnehmprogramm von Professor Froböse, und verlinken praktischerweise auch direkt dorthin.

Das lässt sich leicht erklären, allerdings findet sich diese Erklärung nicht auf den Seiten dieser Zeitungen. Das kostenpflichtige Abnehmprogramm “fitmio” mit Prof. Dr. Ingo Froböse, dem “Experten an Ihrer Seite”, ist ein Unternehmen der DuMont Net GmbH & Co. KG, einer hundertprozentigen Tochter der Mediengruppe M. DuMont Schauberg.

Der Verlag M. DuMont Schauberg ist also mit seiner Internet-Tochter Betreiber eines Abnehmprogramms mit Ernährungs- und Bewegungsplan inklusive Motivationsvideos von Prof. Dr. Froböse, das immerhin 79 Euro kostet. Und nutzt seine Zeitungen und deren Online-Seiten, dieses Angebot im redaktionellen Teil und ohne Hinweis auf die wirtschaftliche Verquickung zu bewerben. Er lässt eine Leserin sogar scheinbar unabhängig das Angebot testen. Die 47-jährige TV-Programmplanerin aus Bergisch Gladbach ist, Überraschung, sehr angetan.

Auf den “fitmio”-Seiten lacht übrigens treuherzig folgender Hinweis:

“Ich bin der Spiritus Rector der Redakteure”, sagt Alfred Neven DuMont, der Patriarch des Verlages, dem “Spiegel”, der ihn als positives Gegenbeispiel zu Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer darstellt. “Man muss doch Leidenschaften haben. Das Schlimmste für mich wäre, Bankier zu sein und nur noch an das Geld denken zu müssen.”

Neven DuMont sagt: “Ich glaube an die Zeitung.” Zumindest weiß sein Verlag, wofür sie noch nützlich sein kann.

Mit Dank an Kai B.!

Nachtrag, 30. Januar. Aus dem Internetauftritt der “Frankfurter Rundschau” sind die Artikel mit der “fitmio”-Werbung plötzlich verschwunden.

NSU-Prozess, Schumacher, Postillon-Zeitmaschine

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wir sind immer bewaffnet”
(sueddeutsche.de)
Das “SZ-Magazin” hat sich den NSU-Prozess multimedial aufbereitet. Kernstück ist eine fast zweistündige Verfilmung der Wortprotokolle, die auch auf YouTube zu sehen ist. Publikative urteilt: “Selbst als Hörspiel (wenn das Video-Bild nach einiger Zeit einem anderen Browser-Fenster weicht) entfalten die Gerichtssaal-Dialoge eine atemberaubende Wirkung, die weit, weit, weit über die zahlreichen Gerichtsreportagen hinausgeht.”

2. “Michael Schumacher in der Tagesschau”
(tagesschau.de, Kai Gniffke)
Nach heftiger Kritik an der überaus prominenten Berichterstattung der ARD-Hauptnachrichtensendung zum Unfall des Ex-Formel1-Weltmeisters Michael Schumacher — unter anderem im Online-Magazin Telepolis — äußert sich der Chefredakteur: “Tatsächlich ist Michael Schumacher ein ehemaliger Rennfahrer und kein Staatsmann. Aber mein journalistischer Kompass sagt mir, dass er in eine Kategorie populärer Persönlichkeiten gehört, die eine umfangreiche Berichterstattung rechtfertigt, ohne dass wir damit Tagesschau-Grundsätze aufgeben.” Unterdessen hat die Klinik genug von den Reportern und sie auf einen Parkplatz verwiesen.

3. “Pofalla absurd: Wie der Postillon das Netz doppelt trollte”
(rhein-zeitung.de, Lars Wienand)
“Der Postillon” datiert eine Meldung zum erwarteten Wechsel des ehemaligen Kanzleramtsministers Ronald Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn einen Tag vor — viele halten die Meldung in anderen Medien deshalb für eine Satire. Die “Rhein-Zeitung” und die “Ruhr Nachrichten” fassen die Ereignisse zusammen, auf Facebook veröffentlicht das Satire-Magazin Reaktionen.

4. “Edward Snowden, Whistle-Blower”
(nytimes.com)
In einem Aufsehen erregenden Kommentar fordert die “New York Times” Amnestie für NSA-Enthüller Edward Snowden. In einem weiteren Beitrag schildert Margaret Sullivan die Entstehungsgeschichte: “‘Sometimes,’ he added, ‘you have to go beyond what is realistic in an editorial recommendation, not necessarily saying what might happen but rather, ‘this is what should happen.’”

5. “Die Meinung der Anderen”
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert meint, dass die Angst vor Shitstorms zu mehr Selbstzensur führt. Gunnar Sohn pflichtet dem bei, Julia Seeliger fordert mehr Belege.

6. “Ich bin ein Sender – Holt mich hier raus! “
(faz.net, Michael Hanfeld)
Zum 30. Jubiläum des Privatfernsehens in Deutschland stellt der Feuilleton-Redakteur den Sendern ein schlechtes Zeugnis aus: “Anarchischen Gestaltungswillen findet man bei den Privaten heute eher bei einem kleinen Sender wie Tele 5 und dessen Geschäftsführer Kai Blasberg denn bei den Monolithen. Und so fällt die Bilanz nach dreißig Jahren Privatfernsehen trotz stattlicher Gewinne der Konzerne negativ aus.” Medienwissenschaftler Stephan Russ-Mohl sieht die Öffentlich-Rechtlichen Sender besonders im Online-Bereich als Innovationsbremse.

Hardy Krüger, Günther Jauch, Pressetexte

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Eine sehr exklusive Meldung”
(effzeh.com, David Schmitz)
In der Kölner Ausgabe von “Bild” wird Schauspieler Hardy Krüger mit dem Satz “FC-Fans von Neonazis unterwandert” zitiert. Im Gespräch mit dem 1. FC Köln dementiert dessen Agent die zitierten Äußerungen.

2. “‘Die Regenbogenpresse schränkt meine Freiheit ein'”
(topfvollgold.de)
Ein Gespräch mit Günther Jauch, das aber nicht in voller Länge die Öffentlichkeit finden kann, weil es dann heissen würde, dass Jauch “ja selber sein Privates nach außen getragen” habe. “Und das vielleicht Traurigste an der Sache ist, dass sich Günther Jauch nicht einmal richtig darüber äußern kann, dass er sich nicht äußern kann.”

3. “Wie die Werbung vor 20 Uhr der Verjüngung des ZDF schadet”
(ulmen.tv, Peer Schader)
Der am häufigsten im ZDF-Vorabendprogramm fallende Satz lautet: “Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker”: “Im Grunde sabotiert die politisch (noch) gewollte Erlaubnis, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Werbung laufen zu lassen, die Bestrebungen des ZDF, sein Hauptprogramm zu verjüngen. Und der einzige, dem das nützt, ist: die Pharmaindustrie.”

4. “European auditors point to errors but sign off EU’s accounts – some UK media decline to listen to what the auditors say”
(blogs.ec.europa.eu/ECintheUK, englisch)
“Newspapers throwing incorrect figures around to kindle public outrage”, stellt das Blog der European Commission Representation in the UK fest: “UK media – for example the Daily Mail, Daily Express and the Times – yet again reported that the European Court of Auditors (ECA) has not signed off the EU accounts. Some media -this time including the Daily Telegraph – claim that UK taxpayers will be liable to pay back GBP 800 million. Both statements are simply false.”

5. “Pressetexte? Nein, danke!”
(janoschtroehler.com)
Die viel diskutierte Verschmelzung von PR und Journalismus sei nirgendwo so weit fortgeschritten wie im Kulturbereich, schreibt Janosch Tröhler: “Dabei verlieren die Medien komplett die Distanz zur Veranstaltung selber. Irgendwann haben sie den Karren soweit in den Schlamm gefahren, dass sie jegliche Bewegungsfreiheit verloren haben.”

6. “lieber franz josef wagner”
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel schreibt an Franz Josef Wagner, der seinerseits an Edward Snowden geschrieben hatte.

Journalismus auf Irrwegen

Es ist aber auch eine kuriose Geschichte, die die dpa da entdeckt hat. Unter der Überschrift …

Bosnische Fußball-Fans reisen zum Auswärtsspiel ins falsche Land

… tickerte die Agentur in der vergangenen Woche:

Auf der europäischen Landkarte haben mehrere Fußball-Fans aus Bosnien-Herzegowina wohl die Übersicht verloren: Sie wollten ihr Team am vergangenen Dienstag beim entscheidenden letzten WM-Qualifikationsspiel im litauischen Kaunas unterstützen. Doch statt nach Litauen reisten die Fans ins benachbarte Lettland – sie hatten bei der Buchung nicht genau aufgepasst, wohin die Reise geht.

Tja — dumm gelaufen.

Es dauerte nich lange, bis sich auch andere Medien für die Geschichte der “Touristen-Trottel” (Süddeutsche.de) interessierten — so etwa das “Hamburger Abendblatt”, die “Mopo”tagesschau.de, die “Sächsische Zeitung”, sport1.de, der “Kölner Stadt-Anzeiger”, “NWZonline”, der “General-Anzeiger Bonn”, der “Nordkurier”, die “Rhein-Zeitung”, express.de, die “Saarbrücker Zeitung”, die “Rheinische Post”, die “Nürnberger Zeitung”, die “Main Post”, die “Neue Osnabrücker Zeitung” und und und.

Doch so schön sie auch ist: Die Geschichte der verirrten Fans ist ein Fake.

Sie stammt nämlich ursprünglich von der kroatischen Satire-Seite Novosti24.net. Dort kann man sich gefälschte Artikel generieren lassen, um seine Freunde (oder die Medien) zu veräppeln. Dafür muss man einen Namen sowie Beruf und Herkunftsort eingeben und kann dann aus mehreren vorgegebenen Themen eines auswählen – zum Beispiel, dass [Name] tagelang auf dem Klo eingesperrt war, einen Abend mit Justin Bieber gewonnen hat, sich für den Playboy auszieht oder beim Eurovision Song Contest mitsingt. Oder aber, dass [Name] zusammen mit anderen bosnischen Fußball-Fans aus Versehen nach Lettland statt nach Litauen gefahren ist. Die zuvor eingetippten Daten erscheinen dann im Text, der aussieht, als sei er ein echter Artikel.

Auf unsere Anfrage teilten die Betreiber des Portals mit:

Novosti24.net ist eine Website, um lustige Fake-News zu erstellen, die man seinen Freunden zeigen kann – also ja: Diese Geschichte ist ein Fake von unserer Seite. Nichts in diesem Artikel ist wahr, es ist alles erfunden. Der Text ist in den vergangenen Tagen schon auf etlichen kroatischen/bosnischen/serbischen Zeitungs-Websites aufgetaucht. Es ist wirklich lustig, wie Journalisten in ganz Europa über etwas schreiben, das überhaupt nicht passiert ist. Aber wir sind froh, wenn wir Leute zum Lachen bringen können.

Nachdem wir die dpa darauf hingewiesen hatten, forschte sie noch mal nach und musste schließlich einräumen, dass es nun “deutliche Zweifel” an der Geschichte gebe. Wie uns ein Sprecher erklärte, hätten zunächst verschiedene Medien in Südosteuropa über den Fall berichtet, mit einiger Verzögerung dann aber darauf hingewiesen, dass es sich um einen Scherz handele. Auch im Baltikum sei die Geschichte vielfach aufgegriffen worden, noch dazu mit sehr unterschiedlichen Quellenangaben. Da das alles ein sehr großes Durcheinander sei und die Authentizität der Geschichte nicht abschließend geklärt werden könne, sei die Meldung im dpa-System jetzt gesperrt worden.

Tja — dumm gelaufen.

Mit Dank an Muamer A.

Haltung, Buzzfeed, VDRJ

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1. “Eine Frage der Haltung”
(journalist.de, Alexander Krex)
Alexander Krex versucht, Haltungen von deutschen Journalisten aufzuspüren und besucht dazu unter anderem Tom Strohschneider, den Chefredakteur der sozialistischen Tageszeitung “Neues Deutschland”: “Der Wechsel von Nikolaus Blome von Bild zum Spiegel habe ihn schon überrascht, sagt Strohschneider. Genauso überrascht habe ihn aber auch die demonstrative Empörung darüber. Die Spiegel-Redakteure, die sich angesichts der polarisierenden Personalie um die politische Linie ihre Blattes sorgen, würde Strohschneider fragen: ‘Welche Linie meint ihr denn?'”

2. “Kriegsreporter Martin Lejeune: ‘Eine schusssichere Weste würde mir schon helfen'”
(newsroom.de, Bülend Ürük)
Ein Interview mit Martin Lejeune, der für die “taz” aus Syrien berichtet: “Ich berichte nicht über Ereignisse, die von den Medien kolportiert werden, auf Video-Kanälen laufen oder durch soziale Netzwerke geistern. Das überlasse ich den Schreibtisch-Tätern in der Hamburger Spiegel-Online-Redaktion. Ich bin ein Vor-Ort-Korrespondent, der nicht von Kairo aus, wie zum Beispiel die ARD-Kollegen es zu tun pflegen, über die gesamte arabische Welt berichtet.”

3. “Die BuzzFeed-Falle – Journalismus für grenzdebile Idioten”
(neueelite.de, Marcel Winatschek)
Marcel Winatschek warnt davor, die Website Buzzfeed.com zum Vorbild zu nehmen: “Ers­tens: Der Groß­teil des In­halts ist ge­klaut. (…) Zweitens: BuzzFeed ist deswegen so erfolgreich, weil es für die dümmsten Menschen der Welt konzipiert ist. Nur die wenigsten Artikel besitzen mehr als drei Sätze am Stück.”

4. “Reisejournalismus in der Krise: Letzter Aufruf für den Freiflug in die Sonne”
(reception-insider.com, Peter Hinze)
In der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten (VDRJ) sind klassische Reisejournalisten, PR-Agenturen und Blogger organisiert. Der Vorsitzende, Klaus Dietsch, im Interview: “Vor vielleicht 15 Jahren konnte man von einem größeren Artikel in einem Hochglanzmagazin inklusive Fotos schon mal ein oder zwei Monate leben. Heute ist so etwas unmöglich.”

5. “Zur Veröffentlichung der dreibändigen Chronik des VfB Stuttgart”
(fussballglobus.blogspot.de, Hardy Grüne)
Fußballjournalist Hardy Grüne erinnert eine neue Chronik zum VfB Stuttgart an ein eigenes Werk von 2006. “Erstaunlicherweise weist der erwähnte dritte Band der offiziellen Klubchronik nicht nur exakt dieselben Lücken auf, sondern folgt auch sonst deckungsgleich meinen Angaben – wo mir ein Ergebnis fehlte, fehlt es auch hier, wo ich keinen Vornamen herausfand, fehlt er auch hier, wo ich einen Kommentar unter eine Tabelle setzte, steht er nahezu wortgleich auch hier.”

6. “Ed Miliband: My Dad Was A Man Who Loved Britain”
(labourpress.tumblr.com, englisch)

Karikaturisten, RTL II, taz

6 vor 9

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1. “Ich will keinen Politiker kennenlernen”
(planet-interview.de, J. Buhre und K. Bitzer)
Ein Interview mit dem Karikaturisten Klaus Stuttmann, der “seit 13 Jahren nur noch am Tablet” zeichnet. Siehe dazu auch das Interview mit Tom (taz.de, Michael Ringel).

2. “Piels üppige Pension”
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
“Bild” schreibt über die Pension von Monika Piel: “Der WDR dementierte die errechneten Zahlen nicht ausdrücklich, warf dem Bild-Bericht aber ‘Pseudo-Skandalisierung’ vor, die Darstellung sei ‘irreführend und missverständlich’. Die von Bild zitierten Rückstellungen in der Bilanz für Piels Altersbezüge von 3,181 Millionen Euro seien ein versicherungsmathematischer Wert und hätten ‘nur bedingt Aussagekraft’. Wie hoch Piels monatliche Pension tatsächlich ist, gab der Sender unter Berufung auf den Datenschutz nicht bekannt.”

3. “Wie wir nach vorne denken sollten – acht Thesen zur Zukunft”
(ploechinger.tumblr.com)
Für das BDZV-Jahrbuch 2013 liefert Stefan Plöchinger acht Thesen zur Zukunft der Branche.

4. “‘RTL II ist es wieder gelungen, das Fernsehen zu verändern'”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Ein Interview mit Jochen Starke, dem Geschäftsführer von RTL II: “Mit einem funktionierenden Audience Flow aus dem Vorabend in die Primetime lebt es sich wesentlich leichter. Der Vorabend ist vielleicht die wirkliche Primetime, wo viele Schlachten geschlagen werden.”

5. “Die ‘taz’ und die Grünen”
(tagesspiegel.de, Matthias Meisner)
Der Gastbeitrag “Die fatale Schweigespirale” von Franz Walter und Stephan Klecha über den Umgang der Grünen mit Pädophilie löst rund 1000 Leserzuschriften aus. “Walter soll unabhängig arbeiten können. Das bedeutet auch, dass er selbst entscheiden kann, was er wo publiziert, nur muss er die Grünen mindestens zwölf Stunden vorher informieren.”

6. “FDP demonstriert für mehr Sensibilität im Umgang mit den Anderen”
(blogs.taz.de/hausblog, Video, 2:03 Minuten)

Bild  

Auf links gedreht

Anfang der Woche hat das Bundesinnenministerium neue Zahlen zur “politisch motivierten Kriminalität” (PDF) in Deutschland veröffentlicht.

So berichteten deutsche Medien über die Studie:

epd:
Zahl rechtsextremer Straftaten steigt

“Focus Online”:
Zentralrat der Juden besorgt - Rechte Gewalt nimmt in Deutschland zu

Die Welt:
Extremismus - Mehr rechtsextreme Gewalttaten in Deutschland

Auch die Texte von dpa und AFP sowie die Online-Auftritte von “taz”, “Stern”, der “Augsburger Allgemeinen” oder dem “Tagesspiegel” haben ähnliche Überschriften.

Nur die “Bild”-Zeitung setzt einen etwas anderen Schwerpunkt:

Linke Gewalt - Weniger Fälle, aber immer brutaler

Die Zahl links motivierter Straftaten ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr (2011) deutlich gesunken. Aber mehr als jede zweite Straftat richtete sich mittlerweile gegen “Leib und Leben” der Betroffenen. Zugleich hat die politisch rechts motivierte Kriminalität 2012 zugenommen, von 16 873 (2011) auf 17 616 Straftaten (plus 4,4 %). (…)

Die Zahl links motivierter Straftaten ist demnach von 8687 (2011) auf 6191 gesunken (minus 28,7 %).

“Bild” schreibt also, “mehr als jede zweite” von diesen knapp 6.000 linksmotivierten Straftaten habe sich gegen “Leib und Leben” von jemandem gerichtet. Das würde bedeuten: Im vergangenen Jahr haben linke Gewalttäter mehr als 3.000 Mal Menschen attackiert oder umgebracht. Doch damit liegt “Bild” ein ganzes Stück daneben: Es waren nicht 3.000 solcher Taten, sondern “nur” etwa 700.

Der Fehler ist simpel: Das Blatt hat die Straftaten mit den Gewalttaten verwechselt. Von den 6.000 Straftaten der Linken werden nämlich “nur” knapp 1.200 als “Gewalttaten” eingestuft — und davon etwa die Hälfte als Angriffe auf Leib und Leben. Der Rest besteht hauptsächlich aus Propagandadelikten (“d.h. Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen”) und Sachbeschädigungen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Leute von “Bild” bei der Analyse einer solchen Studie fast ausschließlich nach links schauen. Aber wenigstens haben sie die Gewalt der Rechten diesmal nicht komplett verschwiegen.

Mit Dank an Matthias P.

Charlie und die Promotionfabrik

Wir wissen nicht, ob der Schauspieler Charlie Sheen in den vergangenen Jahren Tagebuch geführt hat. Wenn ja: Pech für ihn — er hätte sich eine Menge Arbeit sparen können.

Denn einige tausend Kilometer von seinem Wohnsitz entfernt war eine deutsche Online-Redaktion so freundlich, jeden öffentlich gewordenen Moment seines Lebens haarklein zu dokumentieren. Eine (sicherlich unvollständige) Liste haben wir hier zusammengestellt.

Polizei befreit nackte hure aus Schrank von Charlie Sheen - Charlie Sheen findet Nüchternsein langweilig - Charlie Sheens Harem aufgelöst! - Charlie Sheens 36-Stunden-Porno-Party - Charlie Sheen ließ es mit sechs Bikini-Mädchen krachen - Charlie Sheen will malen und tanzen - Charlie Sheen verschenkt im Suff Baseball-Ikone - Im Koks-Rausch: Charlie Sheen schenkte Porno-Star 30 000 Dollar
Seit ein paar Wochen klingt die Sheen-Berichterstattung bei Bild.de allerdings ein bisschen anders. Im Mittelpunkt stehen plötzlich nicht mehr die Pornoskandale, Beziehungsskandale und Pornobeziehungsskandale, sondern einzig und allein: “Anger Management”, die neue Serie des Schauspielers (BILDblog berichtete).

Vorbei die Zeiten, wo die Skandalnudel sich tagelang mit Prostituierten im Bett wälzte – jetzt flirtet Charlie wieder auf dem Bildschirm.

Und zwar “exklusiv auf BILD Movies” — wie Bild.de in letzter Zeit hin und wieder mal angedeutet hat:

8. Februar 2013:

CHARLIE SHEEN TWITTERT - "Anger Management" läuft nur auf BILD Movies - Flatrate für Serien und Filme +++ einen Monat gratis testen +++ BILD.de-Leser zahlen 8,99 Euro für zwei Monate

11. April 2013:

"ANGER MANAGEMENT" EXKLUSIV AUF BILD MOVIES IN KOOPERATION MIT WATCHEVER - Charlie Sheen: So geil ist seine neue Serie

12. April 2013:

"ANGER MANAGEMENT" EXKLUSIV AUF BILD.DE - Prügel, Puppen, Peinlichkeiten - BILD.de zeigt die ersten Highlights von Charlie Sheens neuer Comedyserie

12. April 2013:

"ANGER MANAGEMENT" IM STREAM EXKLUSIV AUF BILD MOVIES - Charlie hatte sie alle - jetzt haben wir ihn! - Charlie Sheens neue Comedyserie feiert Deutschlandpremiere

13. April 2013:

NOUREEN DEWULF AUS "ANGER MANAGEMENT" - Das ist Charlie Sheens heiße Therapie-Puppe - BILD traf Sheens sexy Co-Star zum Interview

15. April 2013:

"ANGER MANAGEMENT" EXKLUSIV AUF BILD MOVIES - Endlich trägt Charlie Sheen lange Hosen - BILD Movies zeigt die Highlights von Charlie Sheens neuer Comedyserie

16. April 2013:

DANIELE BOBADILLA (20) IN "ANGER MANAGEMENT" - Zähmt die süße Tochter Charlie Sheen? - BILD Movies* zeigt die Highlights von Charlie Sheens neuer Comedyserie

17. April 2013:

"ANGER MANAGEMENT" EXKLUSIV AUF BILD MOVIES - Charlie Goodsons beste Sprüche - BILD Movies* zeigt die Highlights von Charlie Sheens neuer Comedyserie

18. April 2013:

MARTIN UND CHARLIE SHEEN ZUSAMMEN IN "ANGER MANAGEMENT" - Wenn der Vater mit dem Sohne - BILD Movies* zeigt die Highlights von Charlie Sheens neuer Comedyerie

19. April 2013:

KOMPLETTE ERSTE STAFFEL "ANGER MANAGEMENT" AUF BILD MOVIES - Letzte Sitzung mit Charlie auf der Wut-Couch - BILD Movies* zeigt exklusiv Charlie Sheens neue Comedy-Serie

Mittlerweile hat das Portal sogar eine eigene Themen-Seite für die Serie eingerichtet und veröffentlicht regelmäßig Trailer zu den einzelnen Folgen, dazu Fotostrecken, Infografiken und andere Späßchen.

Diese nicht gerade subtile Vermischung aus Werbung und Redaktion fällt inzwischen auch den Bild.de-Lesern auf:[Kommentar 1:] Hat Bild nen Exklusiv-Werbevertrag mit dem Typen? Immer wieder diese unwichtigen Geschichten über diesen (Alkohol) kranken Menschen. [Kommentar 2:] Nein, die Verdienen Geld damit das sich jemand anmeldet und fürs gucken bezahlt.[Kommentar 1:] Ich möchte mal wissen was die Produktionsfirma der Bild bezahlt, für dieses tägliche Bombardement! [Kommentar 2:] Das liegt daran, das diese Serie Exklusiv über watchever läuft, und das bekanntlich in kooperation mit der Bildzeitung... ;) Eigene Werbung is immer noch die beste;)[Kommentar:] die pure werbung...[Kommentar:] Das ist einzig und allein nur Werbung für watchever und Bild. Die Serie ist großer mist, nicht lustig und die Einschaltquoten in den usa mit jeder Episode weniger.[Kommentar:] Charlie Sheen Spam Site[Kommentar:] Eigentlich gibt es Gesetze die besagen, das man Werbung kennzeichen muss!

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