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KW 21/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Ganz normale Medien und ihr Beitrag zum Comeback des Faschismus
(youtube.com, Leonhard Dobusch & Nadia Zaboura, Video: 30:13 Minuten)
Auf der re:publica kritisieren Leonhard Dobusch und Nadia Zaboura, dass auch “ganz normale” Qualitätsmedien durch eingeübte journalistische Routinen zum Erstarken autoritärer und neofaschistischer Kräfte beitrügen. An Beispielen von “Tagesschau” und “New York Times” zeigen sie, wie problematische Begriffe, fehlende Einordnung oder scheinbare Neutralität rechte und autoritäre Narrative normalisieren könnten.

2. Wie wehrt man sich gegen 500.000 Fake-Follower?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 28:15 Minuten)
Bei Holger Klein ist die freie Wissenschaftsjournalistin Sanaz Saleh-Ebrahimi zu Gast, die wegen ihrer kritischen Berichterstattung nicht nur Hasskommentaren, sondern auch einer Attacke mit Hunderttausenden von Fake-Followern auf Instagram ausgesetzt ist: “Wie wehrt sie sich gegen so einen Angriff? Woran erkennt man Fake-Follower überhaupt? Und warum will sie trotzdem weiter auf Instagram bleiben?”

3. Die OpenAI Story
(ardsounds.de, Jasmin Körber & Fritz Espenlaub & Klaus Uhrig & Christian Schiffer, sechs Folgen zu je 34 bis 39 Minuten)
Die Macherinnen und Macher der “Peter Thiel Story” beschäftigen sich in ihrer neuen, sechsteiligen Podcastserie “Die OpenAI Story” mit einem weiteren Prominenten der Tech-Szene: “Mit ChatGPT hat Sam Altman OpenAI von einem kleinen Forschungslabor in ein milliardenschweres Tech-Imperium verwandelt. Das ist die Geschichte der KI-Revolution, einer entfesselten Technik – und des Mannes, der sie geprägt hat.”

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4. Wie war es, für Jan Böhmermann zu arbeiten?
(ndr.de, Daniel Bröckerhoff & Fritz Lüders, Video: 42:52 Minuten)
Im Podcast “Flugmodus” des Medienmagazins “Zapp” spricht Daniel Bröckerhoff mit Sebastian Hotz (“El Hotzo”) über dessen Karriere zwischen Twitter, Satire, Öffentlich-Rechtlichen und Shitstorms. Hotz erzählt vom Arbeiten bei Jan Böhmermanns “ZDF Magazin Royale”, von Konkurrenzdruck, von Selbstverwirklichung und Ausbeutung in kreativen Medienjobs sowie von seinem neuen Buch über die Fernsehwelt. Außerdem geht es um Hotz’ umstrittene Posts, den Rauswurf beim RBB und die Nervosität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegenüber rechten Shitstorms.

5. Hollywood in Deutschland
(youtube.com, Stella Valerie Ulrich, Video: 29:45 Minuten)
Die ZDF-Reportage von Stella Valerie Ulrich zeigt, wie deutsche Kulissenbauer und Kostümbildnerinnen aufwendig Film-, TV- und Bühnenwelten erschaffen. Vorgestellt werden unter anderem Kulissenbauer, die Requisiten und Filmsets wie ein Jurassic-Park-Tor nachbauen, eine Kostümbildnerin, deren Atelier komplexe Kostüme für Shows wie “The Masked Singer” fertigt, sowie die Werkstätten von Studio Hamburg, die Bühnenteile für das Musical “Zurück in die Zukunft” anpassen.

6. Die deutsche Stimme von Spider-Man packt aus! Christian Zeiger über Marvel, KI & Synchronskandale
(youtube.com, Charles Rettinghaus, Video: 1:04:17 Stunden)
Im Podcast “Hollywoodgeflüster” spricht Charles Rettinghaus mit Synchronsprecher und -regisseur Christian Zeiger über dessen frühen Einstieg ins Synchronfach, die Arbeit als deutsche Stimme von Spider-Man (Tom Holland) und Zeigers Erfahrungen als Synchronregisseur. Es geht um Castinggeschichten, den besonderen Arbeitsprozess im Studio sowie die Frage, ob Rollen nach Identität oder schauspielerischer Fähigkeit besetzt werden sollten.

Baerbocks SMS, Bestseller und Brainrot, “Wir sind Systemmedien”

1. Informationsfreiheit gilt auch für SMS
(fragdenstaat.de, Hannah Vos)
Die Transparenzinitiative “FragDenStaat” berichtet über ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin, laut dem auch SMS von Regierungsmitgliedern amtliche Informationen sein können und nach dem Informationsfreiheitsgesetz herausgegeben werden müssen. Anlass sind SMS der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock an Vertreterinnen und Vertreter anderer Uno-Mitgliedsstaaten zur Unterstützung einer UN-Resolution zur Ukraine. Das Auswärtige Amt habe die Herausgabe verweigert, sei damit aber vor Gericht weitgehend gescheitert.

2. “New York Times” verklagt Pentagon
(taz.de)
Die “New York Times” verklage erneut das US-Verteidigungsministerium, weil Reporterinnen und Reporter das Pentagon nur noch in Begleitung betreten dürfen. Die Redaktion sehe darin einen verfassungswidrigen Eingriff in die unabhängige Militärberichterstattung. Das Pentagon weise die Kritik zurück und bezeichne sie als “Versuch, die Hürden zu beseitigen, um an klassifizierte Informationen zu gelangen”.

3. “Wir sind Systemmedien – wir sind Medien des demokratischen Systems”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Bei der re:publica haben der ARD-Vorsitzende Florian Hager und der ZDF-Intendant Norbert Himmler darüber diskutiert, wie öffentlich-rechtliche Medien in einer von Netflix, TikTok, YouTube und Google geprägten Öffentlichkeit relevant bleiben können (Videomitschnitt, youtube.com, 1:01:41 Stunden). Beide hätten betont, ARD und ZDF seien längst mehr als klassische Fernsehsender und müssten auch auf problematischen Plattformen präsent sein, um junge Menschen zu erreichen.

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4. MV: Wie Medien AfD-Wahlkampf machen, ohne es zu merken
(volksverpetzer.de, Leonie Wiegel)
Leonie Wiegel kritisiert, dass einige Medien mit ihrer Berichterstattung über das AfD-Wahlprogramm in Mecklenburg-Vorpommern ungewollt AfD-Narrative verstärken würden. Manche Überschriften würden den Eindruck fördern, eine AfD-Regierung sei bereits realistisch oder fast sicher, obwohl es dafür derzeit keine Koalitionspartner gebe. Wiegels Fazit: “Mit jeder Überschrift entscheidet man sich für eine Perspektive auf die Geschichte. Es ist alarmierend, dass die meisten Medien dabei eher zur rechten, zur AfD-Perspektive tendieren, und immer wieder auch Perspektiven einnehmen, die offensichtlich weiter weg von den Fakten sind, als andere.”

5. Guter Rat ist … anders
(arminwolf.at)
ORF-Moderator Armin Wolf kritisiert die parteipolitische Dominanz im ORF-Stiftungsrat und schlägt eine grundlegende Reform des Aufsichtsgremiums vor. Statt 35 Mitgliedern mit parteinahen “Freundeskreisen” solle es nur noch 15 Stiftungsräte geben. Die Mitglieder sollten transparenter und überparteilicher ausgewählt werden, etwa über öffentliche Hearings und qualifizierte Mehrheiten. Ziel sei ein Aufsichtsgremium des österreichischen öffentlich-rechtlichen Senders, das unabhängig die bestmögliche Führung suche.

6. Zwischen Bestseller und Brainrot – Wie der Markt die Literatur sortiert
(54books.de, Berit Glanz)
Berit Glanz analysiert, wie ökonomische Marktlogiken den gegenwärtigen Literaturbetrieb prägen. Ausgangspunkt ist ein Moment auf der re:publica, in dem öffentlich wurde, wie stark sich Buchvorschüsse unterscheiden können. Hohe Vorschüsse würden nicht nur Geld, sondern auch Sichtbarkeit und Marketing bedeuten, die sogenannte Midlist gerate dabei immer mehr ins Hintertreffen. Es stelle sich die Frage, unter welchen materiellen Bedingungen gute Literatur überhaupt noch entstehen könne.

Tiefrote “Nius”-Bilanz, Merz sagt “Nein”, Digitale Macht begrenzen

1. Verluste bei Reichelts “Nius” weiten sich aus
(t-online.de, Lars Wienand)
Lars Wienand hat ins Unternehmensregister geschaut und die Bilanz für das Jahr 2024 der Betreibergesellschaft von Julian Reichelts rechtem Krawallportal “Nius” analysiert. Diese sei “tiefrot”: “Bei einer Bilanzsumme von gut sieben Millionen Euro lag 2024 das Minus, der Jahresfehlbetrag, bei knapp 16,2 Millionen Euro. Den Kosten stehen weiterhin kaum Erlöse gegenüber.” Der “Nius”-Geldgeber Frank Gotthardt habe “wieder einen zweistelligen Millionenbetrag nachschießen” müssen, die Abo-Einnahmen von Reichelts Portal seien “vergleichsweise winzig”, und die Zahl der Leserinnen und Leser sei “zuletzt auf ein Rekordtief gefallen.”

2. Verfassungsrechtler über AfD-Pläne: “Kompliziert, langwierig und teuer”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Im Interview mit “DWDL” ordnet der Verfassungs- und Medienrechtler Christoph Degenhart die AfD-Pläne ein, in Sachsen-Anhalt die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Rechtlich sei eine Kündigung zwar möglich, praktisch aber mit enormen Problemen verbunden: Sachsen-Anhalt müsste dann wohl ein eigenes öffentlich-rechtliches Angebot organisieren, Vermögen, Rechte und Pensionslasten des MDR müssten aufwendig auseinandergesetzt werden, und günstiger würde es vermutlich auch nicht.

3. Merz sagt “Nein” zu Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Bundeskanzler Friedrich Merz habe auf dem Deutschen Katholikentag ein pauschales Social-Media-Verbot für Minderjährige abgelehnt. Stattdessen habe er sich dafür ausgesprochen, Plattformen besser zu regulieren und Risiken für Kinder und Jugendliche gezielter zu adressieren. Ganz eindeutig sei seine Position allerdings nicht, weil Merz zugleich Altersgrenzen und Zugangsbeschränkungen als möglichen “richtigen Weg” bezeichnet habe.

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4. re:publica 26: Markus Beckedahl – Digitale Macht begrenzen: Der Weg in die digitale Souveränität
(youtube.com, Markus Beckedahl, Video: 59:35 Minuten)
In seiner Keynote anlässlich der re:publica 2026 spricht sich Markus Beckedahl dafür aus, digitale Macht zu begrenzen, um den “Weg in die digitale Souveränität” freizuräumen: “Um die Macht zu begrenzen, sind gute Regeln und ihre Durchsetzung notwendig. Aber die besten Regeln bringen nichts, wenn wir nicht auch Alternativen fördern, damit wir eine Wahlfreiheit haben.”

5. Abschied vom Schlagwort
(taz.de, Klaudia Lagozinski)
Klaudia Lagozinski erklärt in den “wichtigsten Fragen und Antworten”, wie KI-Zusammenfassungen die Onlinesuche verändern. Websites seien lange vor allem für Google und SEO optimiert worden, doch nun verschiebe sich der Fokus zur direkten Antwort durch Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude. Für Medien und Webseitenbetreiber bedeute dies weniger Klicks, weil Nutzerinnen und Nutzer oft schon mit der KI-Antwort zufrieden seien.

6. Wie politisch darf gemeinnütziger Journalismus sein?
(npj.news)
“NPJ.news”, eine Seite über Nonprofit-Journalismus im deutschsprachigen Raum, hat die aktuelle Rechtslage zum gemeinnützigen Journalismus zusammengefasst. Das Fazit: “Gemeinnütziger Journalismus darf politisch relevant sein. Es muss aber gezeigt werden, dass die politische Relevanz der Berichterstattung aus Aufklärung, Information und Einordnung entsteht und nicht etwa aus parteipolitischer oder kampagnenförmiger Zielsteuerung. Weil Journalismus kein eigener Steuerzweck ist, müssen Redaktionen in gemeinnütziger Trägerschaft diese Grenze sorgfältiger ziehen als klassische Medienunternehmen.”

KW 20/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Ein zahnloser Tiger? Der Deutsche Presserat!
(youtube.com, Markus Wolsiffer & Tanjev Schultz, Video: 39:26 Minuten)
In der aktuellen “Medienversteher”-Folge sprechen Markus Wolsiffer und Tanjev Schultz über den Deutschen Presserat als freiwillige Selbstkontrolle der Presse. Dabei geht es auch um typische Konfliktfelder wie Sorgfaltspflicht, Opferschutz, Persönlichkeitsrechte, Schleichwerbung und Sensationsberichterstattung. Die zentralen Fragen: Hat der Presserat zu wenig Sanktionsmacht? Und wie kann er sich im digitalen Zeitalter, etwa mit Blick auf KI und neue Medienformen, weiterentwickeln?

2. “Viele Leute sind total dankbar, wenn man ihnen Dinge mal erklärt”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 43:17 Minuten)
Bei “Nice & Nötig” unterhält sich Annika Schneider mit dem “Lage-der-Nation”-Macher Philip Banse über den Erfolg des Politik-Podcasts, den er zusammen mit Ulf Buermeyer betreibt. Die ruhige und detailreiche Analyse helfe vielen Hörerinnen und Hörern gegen Nachrichtenstress und erreiche laut Banse bis zu zwei Millionen Downloads im Monat.

3. Meinung in Medien: Wie wir berichten sollten in Zeiten von Krisen
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 40:48 Minuten)
Olivia Samnick tauscht sich in ihrem Podcast “Bonjourno” mit der Journalistin und Autorin Özge İnan über Meinung in Medien aus: “Wie hilft Meinungsjournalismus in Zeiten vermehrter Krisen? Kann er Orientierung bieten? Und: Wie schafft man überhaupt fundierte Meinungen für die Öffentlichkeit?”

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4. Medienwandel: Papier oder Social Media?
(youtube.com, Kim van der List & Nele Nitschky, Audio: 46:26 Minuten)
Bei den Schülermedientagen 2026 haben zwei Volontärinnen erklärt, wie Lokaljournalismus heute für Print, Online und Instagram aufbereitet wird, warum Social-Media-Beiträge viel Planung, Recherche und Schnittarbeit brauchen und weshalb journalistische Standards auch dort gelten. Es geht um die Präsenz im Netz und die Frage: “Oder liegt das journalistische Glück doch noch in der Zeitung, die ich in der Hand halte, und die ganzen Social-Media-Kanäle sind ‘out’ bevor sie ‘in’ waren”?

5. Krise im Sportjournalismus: Droht eine “Abwärtsspirale”?
(ardsounds.de, Linus Lüring, Audio: 27:25 Minuten)
Linus Lüring unterhält sich bei “BR24 Medien” mit dem Sport- und Kommunikationswissenschaftler Christoph Bertling von der Deutschen Sporthochschule über dessen Buch “Abwärtsspirale” und über die Krise im Sportjournalismus: “Warum unterscheidet sich Sportjournalismus von anderen Medienbereichen? Sind Sportjournalisten vor allem Fans und haben zu wenig Distanz? Und müssen ARD und ZDF eigentlich Spitzensport übertragen?”

6. Re:publica 2026 – oder: Warum wir das Netz nicht aufgeben
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 32:33 Minuten)
Bei “Satzzeichen” spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit Andreas Gebhard, Mitgründer und Geschäftsführer der re:publica, über Geschichte, Selbstverständnis und Zukunft der Digitalkonferenz. Es geht um die Anfänge als Blogger-Treffen, die besondere Atmosphäre der Veranstaltung und das diesjährige Motto “Never Gonna Give You Up”. Gebhard beschreibt die re:publica als Hoffnungsort für eine freie, offene digitale Gesellschaft.

Fake-“Nius”, Kennzeichnung von KI, Plattform-Abgaben rechtmäßig

1. Frau wegen NiUS-Erfindung bedroht
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 38:34 Minuten)
Mats Schönauer rekonstruiert in seinem neuesten Video, wie das rechte Krawallportal “Nuis” aus einer privat bezahlten Kantineneröffnung in der Dortmunder Arbeitsagentur einen vermeintlichen Ramadan-Skandal gemacht habe. Die Falschbehauptungen von “Nius” über ein steuerfinanziertes Luxusbuffet für Bürgergeldempfänger seien von Influencern und AfD-Politikern weiterverbreitet worden, woraufhin die betroffene Gastronomin bedroht worden sei.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei “Welt” auf
(taz.de)
Ulf Poschardt gebe zum 1. Juli seinen Posten als Herausgeber bei der “Welt” sowie den Deutschlandablegern von “Politico” und “Business Insider” ab. Laut Axel-Springer-Verlag geschehe dieser Schritt auf Poschardts eigenen Wunsch. Künftig solle er als “freiester Autor” und Podcaster für verschiedene Springer-Medien arbeiten, darunter auch “Bild”. Geplant seien unter anderem Social-Media-Clips, Talkformate, Kolumnen und Videos.

3. Transparente Kennzeichnung von KI im Journalismus
(media-lab.de, Francesca Lehmann)
Francesca Lehmann hat in ihrer Abschlussarbeit untersucht, wie KI-Inhalte im Journalismus transparent gekennzeichnet werden können. Sie zeigt, dass es bislang keine einheitliche Praxis gebe: Manche Redaktionen markieren KI-generierte Zusammenfassungen klar, andere setzen KI-Hinweise ohne erkennbare Systematik. Lehmanns Fazit: “Insgesamt zeigt sich ein klares Bedürfnis, journalistische Transparenz im KI-Zeitalter auszubauen.”

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4. Abgaben von Online-Plattformen rechtmäßig
(urheber.info)
Der Europäische Gerichtshof habe entschieden, dass EU-Mitgliedstaaten Verlagen eine angemessene Vergütung einräumen dürfen, wenn Onlineplattformen journalistische Inhalte nutzen. Anlass sei ein Verfahren von Meta in Italien gegen Vorgaben der Medienaufsicht AGCOM gewesen.

5. Reflekt
(npj.news)
Das Schweizer Rechercheteam “Reflekt” baue eigene Social-Video-Formate auf, um investigativen Journalismus stärker in Community und Mitgliedschaften zu übersetzen. Mit Host-Videos, vor allem mit Gülsha Adilji, sollen komplexe Recherchen verständlich, unterhaltsam und plattformgerecht für Instagram aufbereitet werden. Ziel sei vor allem der Aufbau direkter Beziehungen zur Zielgruppe.

6. Was aktuell auf Instagram und TikTok viral geht
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pycha zeigt bei “DWDL” in einem “Trend-Ticker”, welche Trends auf TikTok und Instagram seit Ende 2025 Reichweite erzeugt haben: von Sounds, KI-Filtern und Beziehungsformaten bis zu Nostalgie-Posts und Meme-Insidern. Zugleich warnt er vor problematischen Entwicklungen wie gefährlichen Challenges, Falschmeldungen oder rechtlich heiklen “Speedruns”.

Alterskontrollen per EU-App?, Freies NSDAP-Archiv, Texas verklagt Netflix

1. Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dränge auf ein Social-Media-Verbot für Minderjährige, noch bevor das von ihr eingesetzte Expertengremium Empfehlungen vorgelegt habe. Sie spreche beschönigend von einem “Aufschub” statt von einem Verbot und setze stark auf emotionale Argumente, schreibt netzpolitik.org-Redakteur Sebastian Meineck. Er warnt, dass Alterskontrollen per EU-App Datenschutz, Anonymität und digitale Teilhabe gefährden würden. Sinnvoller sei es, Plattformen sicherer zu machen.

2. “Correctiv” und “Katapult” ermöglichen freie Suche in NSDAP-Mitgliederkartei
(turi2.de, Björn Czieslik)
Björn Czieslik berichtet bei “turi2”, dass die Redaktionen von “Correctiv” und “Katapult” gemeinsam eine frei durchsuchbare Version der NSDAP-Mitgliederkartei veröffentlicht hätten. Grundlage seien Bestände des US-Nationalarchivs und die Plattform brownarchive.org. Anders als ähnliche Angebote von “Zeit” und “Spiegel” sei die Suche frei zugänglich, also ohne Paywall nutzbar.
Nachtrag: Bei “Correctiv” ist die NSDAP-Mitgliederkartei nicht mehr abrufbar, auch die Seite brownarchive.org ist nicht mehr erreichbar. Die “Correctiv”-Redaktion hat einen neuen Artikel zu dem Thema veröffentlicht und schreibt unter anderem: “Am 12. Mai haben Katapult und CORRECTIV gemeinsam eine frei zugängliche Datenbank zur NSDAP-Mitgliederkartei veröffentlicht. Die Veröffentlichung in dieser Form entspricht nicht unseren journalistischen und dokumentarischen Standards. Wir haben die Datenbank vorläufig offline genommen.”

3. Politik zwingt MDR in die Knie
(verdi.de)
Verdi kritisiert die Sparmaßnahmen beim öffentlich-rechtlichen MDR als Folge der ausgebliebenen Rundfunkbeitragserhöhung und politischer Blockaden. Die geplanten Kürzungen bei “Tatort”, “Polizeiruf”, “MDR um 2”, Social Media, Podcasts und beim Jugendradio Sputnik würden aus Sicht der Gewerkschaft Programmvielfalt, regionale Berichterstattung und die Stellen von rund 200 Beschäftigten gefährden. Verdi fordert eine gesicherte Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sozial verantwortliche Reformen und eine faire Bezahlung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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4. »Sie schauen Netflix, Netflix schaut Ihnen zu« – Texas verklagt Streamingportal
(spiegel.de)
Der US-Bundesstaat Texas verklage Netflix wegen angeblich illegaler Datensammlung und suchtgefährdender Plattformgestaltung. Die Staatsanwaltschaft werfe dem Streamingdienst vor, Sehgewohnheiten und sensible Verhaltensdaten zu erfassen und für Werbung nutzbar zu machen. Besonders werde die standardmäßig aktivierte Autoplay-Funktion kritisiert, die Nutzerinnen und Nutzer länger auf der Plattform halten solle. Netflix weise die Vorwürfe als unbegründet zurück.
Weiterer Lesetipp: Der “Netflix-Effekt”: Netflix rechnet seinen weltweiten Impact vor: “Mit Investitionen von 135 Milliarden Dollar in Filme und Serien hat Netflix in den letzten zehn Jahren die weltweite TV-Branche verändert. Mit allerhand Daten will man nun den Impact auf Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft darlegen”. (dwdl.de, Uwe Mantel)

5. So endete die letzte Monitor-Sendung mit Georg Restle
(youtube.com, Monitor, Video: 5:11 Minuten)
Beachtliche 30 Jahre war Georg Restle beim Politmagazin “Monitor”, davon 14 Jahre als Redaktionsleiter. In wenigen Wochen zieht es Restle nach Kenia, er übernimmt dort die Leitung des crossmedialen ARD-Studios Nairobi. Zum Abschied hat ihm seine Redaktion einen Überraschungsfilm zusammengebastelt.

6. Wieso die Horoskop-Masche nicht mehr funktioniert hat
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 16:36 Minuten)
Die aktuelle “Walulis”-Folge blickt satirisch auf den eingestellten Esoterik-Sender Astro TV zurück. Sie zeigt, wie Astro TV seit 2004 mit Kartenlegen, Chakra-Reinigung, spirituellen Produkten und angeblicher Lebensberatung gearbeitet habe. Philipp Walulis kritisiert vor allem das Geschäftsmodell: Anrufe in die Sendung hätten Geld gekostet, die eigentliche Beratung sei über teure Minutenhotlines der verbundenen Plattform Questico gelaufen.

KW 19/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. So fies ist die Masche mit Fake-Medikamenten
(youtube.com, Konstanze Nastarowitz, Video: 26:50 Minuten)
Kriminelle würden Künstliche Intelligenz nutzen, um das Gesicht und die Stimme von Eckart von Hirschhausen zu fälschen und damit fragwürdige Gesundheitsprodukte zu bewerben. Im Gespräch mit “Zapp”-Reporterin Konstanze Nastarowitz berichtet der Arzt und Fernsehmoderator, wie belastend dieser Identitätsmissbrauch für ihn ist und wie er dagegen vorgeht. Zugleich geht es um die größere Frage, wie dieses Betrugssystem funktioniert, wer dahintersteckt und wer daran verdient.

2. Wie Milliardäre rechte Medien finanzieren
(youtube.com, Oliver Kalkofe, Video: 26:23 Minuten)
Bei “Fun Facts” nimmt Oliver Kalkofe milliardenschwere Medienbesitzer und Plattformchefs ins Visier: von Elon Musk über Jeff Bezos und Mark Zuckerberg bis zu Rupert Murdoch, Mathias Döpfner und das “Nius”-Umfeld. Kalkofes These: Superreiche kaufen oder prägen Medien um politischen Einfluss, Aufmerksamkeit und Deutungshoheit zu gewinnen.

3. Wer kauft beim Nazi-Verlag “Der Schelm”?
(mdr.de, Secilia Kloppmann & Christian Bergmann, Audio: 34:27 Minuten)
Der Beitrag von “MDR Investigativ” geht der Frage nach, wer beim rechtsextremen “Schelm”-Verlag bestellt und wie das Netzwerk hinter dem Verlag funktioniert. Ausgangspunkt ist eine erneute Razzia im März in Leipzig und anderen Städten gegen den Verlag, der Propagandamaterial und Nachdrucke aus der NS-Zeit vertreibe: “Warum ist es so schwierig, dieses Netzwerk zu zerschlagen?”

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4. Wie viel Hass müssen wir online aushalten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:09 Minuten)
Holger Klein unterhält sich mit der Strafrechtlerin Elisa Hoven über die Frage, wie mit Beleidigungen und Hass im Internet umgegangen werden sollte. Sie sprechen über Fälle, in denen Politiker wegen Beschimpfungen Strafanträge gestellt haben. Hoven hält zwar fest, dass auch Politikerinnen und Politiker nicht alles hinnehmen müssten, kritisiert aber, dass die strafrechtliche Verfolgung solcher Äußerungen inzwischen überzogen sei.

5. Was KI nicht liefern kann: Vertrauen, Haltung, Perspektive
(youtube.com, Martin Fehrensen, Video: 35:10 Minuten)
Wie verändert Künstliche Intelligenz den Journalismus? Darüber spricht Martin Fehrensen mit Gregor Schmalzried: Was kann KI schon heute im Arbeitsalltag leisten? Warum wirken Chatbots anders als algorithmische Social-Media-Feeds? Und weshalb hat gutes Prompting viel mit klarem Denken, Delegieren und Führung zu tun? Die Grundthese des Gesprächs ist eher optimistisch: KI müsse nicht automatisch verarmen oder radikalisieren.

6. Der Reality ins Auge schauen feat. Mr. Trash TV
(medienkuh.de, Kevin Körber, Audio: 2:24:59 Stunden)
In Folge 525 der “Medienkuh” ist Patrick Abele, online bekannt als “Mr. Trash TV”, zu Gast. Abele zählt zu den frühen deutschen Reaction-YouTubern und beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Trash- und Reality-TV. Im Gespräch geht es um seine Medienbiografie, seine Liebe zum Fernsehen und die Frage, ob die Reality-TV-Blase langsam zu platzen droht.

Neuer Gaza-Appell, Das Problem des ORF, Spaß mit Fakten

1. Medien-Appell: “Lasst uns nach Gaza”
(verdi.de)
Internationale Medienhäuser würden erneut fordern, dass Israel ausländischen Journalistinnen und Journalisten einen unabhängigen Zugang zum Gazastreifen ermöglicht. Sie würden kritisieren, dass das Verbot seit über 930 Tagen bestehe und selbst ein Verfahren vor dem israelischen Supreme Court bislang nicht zu einer Entscheidung geführt habe. Der Appell betone die Pressefreiheit als Grundwert offener Gesellschaften.

2. Was ist das Problem des ORF?
(arminwolf.at)
ORF-Moderator Armin Wolf stellt in seinem Beitrag fest, dass das Hauptproblem des öffentlich-rechtlichen Senders dessen parteipolitisch geprägte Aufsichtsstruktur sei. Der Stiftungsrat vertrete nicht die Öffentlichkeit, sondern faktisch die Parteien, wodurch sich für Führungskräfte falsche Anreize ergäben. Entscheidend seien politische Netzwerke statt fachlicher Eignung. Das schrecke qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber ab und gefährde die Unabhängigkeit des ORF. Als Lösung fordert Wolf einen unabhängig und fachlich besetzten Stiftungsrat.

3. Netflix-Zahlung beschert Warner einen Milliarden-Verlust
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Das Medienunternehmen Warner Bros. Discovery habe im ersten Quartal zwar operativ solide abgeschnitten, unter dem Strich aber einen Milliardenverlust verbucht. Hauptgrund sei eine Abstandszahlung in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix, nachdem ein Übernahmevertrag wegen des höheren Angebots von Paramount Skydance aufgelöst worden sei.

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4. “Die Presse” und “Kleine Zeitung” nutzen künftig redaktionelle Inhalte gemeinsam
(derstandard.at, Harald Fidler)
Wie der “Standard” berichtet, wollen die österreichischen Blätter “Die Presse” und die “Kleine Zeitung” aus dem Styria-Konzern redaktionell enger zusammenarbeiten. Die “Kleine Zeitung” solle sich stärker auf regionale Berichterstattung konzentrieren und dafür vor allem bei überregionaler Politik- und Wirtschaftsberichterstattung Inhalte der “Presse” nutzen. Hintergrund seien wirtschaftlicher Druck und der Versuch, Synergien zu schaffen.

5. Spaß mit Fakten: Wie “Fun Facts” Journalismus auf die Bühne und zu Youtube bringt
(turi2.de, Alexander Matzkeit)
Alexander Matzkeit ordnet das YouTube-Format “Fun Facts” als unterhaltsame Bühnen- und Onlineshow ein, die aktuelle Themen mit Humor, Prominenz und Factchecking verbinde. Die Kombination von Liveauftritten und digitaler Verbreitung sei gelungen. Zugleich bezweifelt Matzkeit, dass es sich um eine echte journalistische Innovation handelt: Inhaltlich ähnele das Format bekannten Satireshows und biete eher meinungsstarke Einordnung als originäre Nachrichten.

6. Was war nochmal das Problem mit Louis CK?
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Bernhard Hiergeist argumentiert, dass der US-Comedian Louis C.K. mit einem neuen Netflix-Deal nicht wirklich zurück sei, weil seine Rehabilitierung in der Comedybranche längst stattgefunden habe. Trotz der Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens und seines Geständnisses sei Louis C.K. nie wirklich verschwunden, sondern habe weitergespielt, Preise gewonnen und ein Publikum behalten. Hiergeist kritisiert, dass Medien und Branche vor allem die künstlerische Arbeit von Louis C.K. in den Mittelpunkt stellen würden. Die Perspektive der betroffenen Frauen bleibe hingegen weitgehend ausgeblendet.

Weimers Klatsche, Mit KI zum K.o.?, Nachrichtenwert Nacktheit

1. Gericht untersagt Weimers Äußerung zu Berliner Buchladen
(sueddeutsche.de, Jörg Häntzschel)
Das Verwaltungsgericht Berlin habe Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Eilverfahren untersagt, die Betreiberinnen des Berliner “Buchladens zur schwankenden Weltkugel” als “politische Extremisten” zu bezeichnen. Das Gericht sehe dafür keine belastbare Tatsachengrundlage und werte Weimers Äußerung als Verletzung des Persönlichkeitsrechts der Buchhändlerinnen. Hintergrund ist der Streit um den Deutschen Buchhandlungspreis, von dessen Preisträgerliste Weimer drei Buchläden hatte streichen lassen, darunter auch die Berliner Buchhandlung.

2. Führt die KI zum K.o. der Pressefreiheit?
(taz.de, Andre Wolf)
Andre Wolf argumentiert in seinem Essay, dass Künstliche Intelligenz nicht direkt die Pressefreiheit abschaffe, aber die Bedingungen verändere, unter denen Öffentlichkeit, Information und Journalismus funktionieren. Vor allem Algorithmen und KI-Systeme könnten Inhalte filtern und emotional aufladen. Eine mögliche Folge sei, dass sich dadurch die Wahrnehmung von Realität verschiebe. Für den Journalismus sei KI deshalb zugleich Werkzeug und Risiko.
Weiterer Lesetipp: Tamedia: Die KI löscht Leserkommentare: “Leser von Tamedia-Zeitungen wundern sich, dass ihre Kommentare einfach so gelöscht werden. Jetzt ist klar: KI steckt dahinter.” (infosperber.de, Marco Diener)

3. Nachrichtenwert Nacktheit: 500 Artikel zeigen die systematische Sexualisierung im Boulevard
(kobuk.at, Isis Lauermann)
Eine Analyse von über 500 Artikeln auf Krone.at, Heute.at und oe24.at zeige, dass Boulevardmedien Frauen sehr häufig sexualisieren und auf ihr Aussehen reduzieren würden. Berichtet werde vor allem über Nacktheit und Kleidung, angebliche “Pannen” und Körperformen. Männer kämen in dieser Berichterstattung zwar auch vor, aber deutlich seltener. Isis Lauermann sieht darin ein strukturelles Problem, das sexistische Rollenbilder und unrealistische Schönheitsideale verstärke.

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4. “Ich bin im Herzen schüchtern”
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Interview erzählt Sarah Bosetti, warum für sie Humor, Satire und Journalismus eng verknüpft seien. Gute Kommunikation halte eine demokratische Gesellschaft zusammen. Politische Satire könne helfen, deprimierende Entwicklungen gemeinsam auszuhalten und einzuordnen. Bosetti spricht außerdem über das neue, von “Correctiv” unterstützte YouTube-Format “Fun Facts”.

5. Mit dem Fahrrad von Paris nach Mainz: Journalismus-Studenten kämpfen um deutsch-französischen Master
(mediummagazin.de, Jana Ballweber)
Jana Ballweber schildert, wie zwei Studierende des deutsch-französischen Masterstudiengangs “Transnationaler Journalismus” mit einer Fahrradtour von Paris nach Mainz gegen das Aus ihres Studiengangs protestieren. Der seit 2019 bestehende Master gelte fachlich als erfolgreich und hochrelevant, solle aber wegen fehlender Finanzierung eingestellt werden.

6. Hier macht Karl-Heinz alles: Der kleinste Fernsehsender Deutschlands
(dwdl.de, Christian Richter)
Christian Richter erzählt die außergewöhnliche Geschichte des “Friesischen Rundfunks”, eines von Karl-Heinz Sünkenberg gegründeten lokalen TV-Senders, den dieser seit über 20 Jahren mit viel Improvisation, mit Beharrlichkeit und zuletzt fast im Alleingang am Leben halte. Entstanden sei die Idee 2004 im Rettungshubschrauber. Später habe Sünkenberg trotz verschiedenster Probleme ein Programm aufgebaut, das zeitweise sogar beachtliche Reichweiten erzielt habe.

KW 18/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Nörgeln Journalisten zu viel?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 18:05 Minuten)
Holger Klein fragt im “Übermedien”-Podcast Christoph Hickmann, den Leiter des “Spiegel”-Hauptstadtbüros, ob der Politikjournalismus manchmal zu sehr ins Nörgeln und ins Hämische gerät. Ausgangspunkt ist Hickmanns Überlegung (nur mit Abo lesbar), ob überzogene Kritik an Regierung und Politik am Ende demokratiefeindlichen Stimmungen in die Hände spielen könne. Die Frage sei, wie weit journalistische Kritik gehen sollte und ob Journalistinnen und Journalisten auch vermitteln müssten, warum das politische System trotz aller Mängel verteidigungswert sei.

2. Sind unsere Kinder glücklicher ohne soziale Medien?
(zeit.de, Jochen Wegner & Lisa Hegemann, Audio: 55:13 Minuten)
Im “Zeit”-Podcast “Nur eine Frage” geht es um den verantwortungsvollen Umgang von Kindern mit Sozialen Medien: “US-Psychologe Jonathan  Haidt  sieht die Kindheit bedroht: durch  Smartphones,  soziale Medien  und  KI-Teddybären.  Auch Computer im Klassenzimmer seien  falsch. Hat er recht?” Wichtiger Hinweis: Es handelt sich um die mittels Künstlicher Intelligenz übersetzte Version des englischen Originalgesprächs, mit den geklonten Stimmen der Hosts und des Gastes.

3. Zwischen Hofflohmarkt und Schützenfest – wie viel Perspektivenvielfalt braucht der Journalismus?
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 50:42 Minuten)
Lukas Schöne spricht mit Till Opitz, Journalist beim Deutschlandfunk und Medientrainer, darüber, welche Perspektiven im Journalismus fehlen und warum. Im Zentrum des Gesprächs steht die Diagnose, dass das Problem weniger mit angeblich linken Redaktionen zu tun habe als mit ökonomischem Druck, Großstadtblasen, Zeitmangel und der Tendenz, vor allem laute, negative oder polarisierende Themen abzubilden. Opitz plädiert dafür, journalistische Kritik nicht mit populistischen Medienfeindbildern zu verwechseln, zugleich aber blinde Flecken ernst zu nehmen.

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4. Wie Verschwörungstheorien funktionieren – und wem sie nutzen
(youtube.com, Martin Fehrensen, Video: 32:47 Minuten)
Martin Fehrensen hat die Autorin und Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun zu Gast. Die beiden sprechen darüber, wie Verschwörungserzählungen in Familien und Gesellschaft hineinwirken. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, warum Menschen in Krisen und Situationen des Kontrollverlusts anfälliger für solche Ideologien werden, welche psychologischen Funktionen sie erfüllen und warum sie politisch besonders von rechten und autoritären Akteuren strategisch genutzt werden.

5. Jura-Influencer bei FUNK, die Juristen, Jura für Massenpublikum erklären, Umgang mit Hate Speech und Kommis
(irgendwasmitrecht.de, Marc Ohrendorf, Audio: 27:22 Minuten)
Marc Ohrendorf unterhält sich in “Irgendwas mit Recht” mit Clemens Pfeifer vom ZDF über dessen Weg vom Jurastudium in den Rechtsjournalismus sowie über Pfeifers Arbeit für das “funk”-Format “Die Juristen”: Wie bereitet man juristische Themen für ein junges Publikum auf Social Media verständlich, präzise und zugleich kurz auf, ohne fachlich zu stark zu vereinfachen? Außerdem geht es um den Umgang mit Algorithmen, Hate Speech, Desinformation und KI-Falschbehauptungen.

6. Wal-Wahnsinn: Haben wir es übertrieben?
(youtube.com, Marek Walde & Raja Khadour, Video: 21:56 Minuten)
Beim NDR-Medienmagazin “Zapp” geht es darum, wie ein gestrandeter Buckelwal an der Ostsee binnen weniger Wochen zu einem riesigen Medien- und Social-Media-Ereignis wurde. Der Beitrag zeigt, wie klassische Medien mit Livetickern, Dauerschalten und Personalisierung des Tiers den Hype befeuerten, während auf TikTok, Instagram und Co. eine emotionale Parallelwelt entstand.
Weiterer Gucktipp: Der österreichische “Standard” fragt: Warum Wal Timmy Esoteriker, Influencer und Querdenker anzieht (youtube.com, Peter Zellinger, Video: 34:12 Minuten).

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