Gute-Laune-Fahrt mit der Hamas (+ Video) (tagesschau.de, Richard C. Schneider)
Es sollte vor allem eins deutlich machen: Die Hamas sorgt entgegen aller Vorurteile für Sicherheit und Stabilität im Gaza-Streifen. 90 Journalisten wurde der Gaza-Streifen deshalb so präsentiert, wie ihn die Hamas gerne sehen möchte.
Herausforderung Media 3.0 (boersenblatt.net)
Wie sich Verlage im Zeitalter der Digitalisierung aufstellen müssen, beschreibt die akutelle Deloitte-Studie “Herausforderung Media 3.0? (pdf, 548 kb). Die Befragung von 40 Entscheidungsträgern führender Verlagshäuser hat ergeben, dass nahezu jeder Verlag über eine digitale Strategie verfügt. Umfang und Reifegrad unterscheiden sich jedoch erheblich.
Wie geht es weiter im Internet? Professor Klaus Meier im Gespräch (wcm2006.blogspot.com)
Klaus Meier ist als Autor des Buches “Internet-Journalismus” und Dozent des Studiengangs “Online-Journalismus” der richtige Ansprechpartner für Kristin Gogolok, die mehr über das Heute und Morgen des Internets wissen möchte.
Die unlustigen Musikanten (taz.de, Klaus Raab)
Das ZDF will mal wieder jünger werden und entrümpelt zu diesem Zweck das Schlagerprogramm – dessen Helden wehren sich mit Händen und Füßen.
Paris, Osaka (tagesspiegel.de, Pablo Silalahi)
Die ARD schickt ihre Doping-Redaktion nach der Tour zur Leichtathletik-WM nach Japan – obwohl die Sportarten laut ZDF-Chefredakteur Brender nicht vergleichbar sind.
“Die linke Meinungshegemonie ist am Zusammenfallen.” (Teil 2) (schweizerzeit.ch, Patrick Freudiger)
Roger Köppel (Chefredaktor und Verleger der “Weltwoche”) äussert sich in einem Exklusiv-Interview für die “Schweizerzeit” zur Eigenverantwortung, zur Klimahysterie, zu Integrationsproblemen und über seine Faszination für die Schweiz.
Flieges neuer Job als “Seelsorger” im Spartensender “Help TV” soll ein Abzock-Format sein. Der Vorwurf: Fliege lockt (…) Hilfesuchende in die Telefonkostenfalle!
Soweit “Bild” am vergangenen Samstag. “Bild” berief sich dabei auf Theo Wolsing, Sprecher der Verbraucherzentrale NRW, und zitierte ihn mit den Worten:
“Anbieter wie Fliege nutzen kostenpflichtige Hotlines, bei denen nicht nachvollziehbar ist, ob die Anrufer auch wirklich Kontakt zu den gewünschten Gesprächspartnern erhalten. Wir beobachten die Sendung, warnen vor der Schuldenfalle.”
“In den Mund gelegt”
Das mir in den Mund gelegte Zitat stellt das Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter am letzten Freitag auf den Kopf. (…) In Bezug auf Help TV habe ich (…) mehrfach darauf hingewiesen, dass uns derzeit keine Beschwerden vorliegen und ich die zuvor beschriebene Gefahr dort auch nicht sehe – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Sender quasi unter Auschluss der Öffentlichkeit ausgestrahlt wird. Insofern distanziere ich mich ausdrücklich von der in dem o. g. Artikel vorgenommenen Zuspitzung. (Aus einer Mail von Theo Wolsing an die “Bild”-Redaktion)
Fragt man bei Verbraucherschützer nach, erfährt man allerdings Erstaunliches: “Bild” habe sich zwar bei ihm gemeldet und im Gespräch immer wieder “auf Fliege festlegen” wollen. Er habe jedoch seinerseits wiederholt deutlich gemacht, dass man Help TV zwar beobachte, aber wenig Anlass zur Besorgnis sehe: Es lägen “keine Verbraucherbeschwerden gegen Help TV” vor, habe Wolsing dem “Bild”-Mitarbeiter gesagt — und vor der “Schuldenfalle” habe er “ausdrücklich nicht im Zusammenhang mit Fliege” gewarnt (sondern in Bezug auf andere Call-In-Sendungen). Wolsing hat sich inzwischen auch bei “Bild” beschwert (siehe Kasten).
Aber “Bild” hatte ja noch eine zweite Meinung zur “Telefonkostenfalle” eingeholt und zitierte “Medien-Anwalt” Burkhard Benecken mit den Worten: “Eine Schadenersatzklage hätte für Opfer eine große Aussicht auf Erfolg.” Auf Nachfrage sieht sich Benecken zwar korrekt wiedergegeben, sagt uns aber auch, seine Einschätzung beruhe darauf, wie “Bild” ihm den Fall schilderte — er selbst kenne Help TV nicht.
Und tatsächlich ist der Vorwurf der “Abzocke” bei Help TV weit hergeholt. Die Kosten für den Zuschauer halten sich dort nämlich in Grenzen: Wer für 50 Cent anruft, wird gebeten, Name und Telefonnummer zu hinterlassen, und kostenlos zurückgerufen.
Nicht ganz glücklich war daher auch Help TV mit dem “Bild”-Bericht vom Samstag. Der Sender wies in einer Pressemitteilung nicht nur darauf hin, dass, was in “Bild” stand, “grob irreführend” sei und es “seit Sendestart (…) keine einzige Beschwerde von Zuschauern, Anrufern oder Verbraucherschutzorganisationen” gegeben habe. Nein, Help TV stieß sich vor allem an einer weiteren “Bild”-Aussage:
BILD machte während der Woche mehrere Testanrufe. Einen Rückruf von Fliege oder seinen Mitarbeitern gab es nicht.
Help-TV bestätigt das, wird aber deutlich konkreter: Am vergangenen Mittwochmittag sei tatsächlich ein Anruf von einer “Bild”-Telefonnummer eingegangen. Allerdings habe der Anrufer keine Rückrufnummer o.ä. angegeben, sondern nach gerade mal 1,8 Sekunden wieder aufgelegt. Und am Freitagnachmittag, wenige Stunden vor Redaktionsschluss, habe es innerhalb kürzester Zeit noch zwei weitere solcher Anrufe gegeben (3,3 Sekunden, 2,5 Sekunden) sowie einen, bei dem tatsächlich eine Rufnummer hinterlassen worden sei (11,7 Sekunden). Wie uns Help-TV-Vorstand Peter Pohl sagt, habe sein Sender heute wie üblich zurückgerufen. (Beratungsbedarf bestand offenbar nicht.)
Das ging aber schnell! Samstag berichtete BILD, dass Verbraucherschützer vor Jürgen Fliege (61) warnen, weil der TV-Pfarrer mit seiner Beratungs-Hotline (…) die Anrufer abkassiert. (…) Fliege reagierte prompt: Seit dem Wochenende kostet der Anruf nur noch 14 Cent.
Dass Help TV wesentliche Teile des ursprünglichen “Bild”-Berichts vom Samstag dementiert und dazu übers Wochenende auch im direkten Kontakt mit “Bild”-Mitarbeitern stand, erfahren die “Bild”-Leser nicht.
Vermutlich war es schwer genug, überhaupt einen “Freiwilligen” in der Bild.de-Redaktion zu finden, um die 100-teilige Klickparade mit den “lustigsten Simpsons-Sprüchen” zu befüllen. Dass sich dann kein zweiter auftreiben ließ, der Lust hatte, das ganze Zeugs noch zu kontrollieren, kann man fast verstehen.
Dabei hätte es ein flüchtiger Blick getan.
Auf den Teil 76 von 100 zum Beispiel:
Hö?
Das soll wohl einer der Sätze sein, die Bart im Vorspann fast jeder Folge an die Tafel schreibt. Im Original lautet er:“The First Amendment does not cover burping”. Und nun ist die Synchronisation der “Simpsons” zwar berüchtigt für Übersetzungsfehler, aber so schlimm ist es dann doch nicht. Auf deutsch sagt Bart: “Der erste Zusatzparagraph zur Verfassung beinhaltet nicht rülpsen.” (Der erste Zusatz zur US-Verfassung garantiert die freie Meinungsäußerung.)
Der nächste Spruch bei Bild.de geht so:
Das klingt, als hätte jemand, der weder der englischen noch der deutschen Sprache mächtig ist, den Originalsatz “All work and no play makes Bart a dull boy” durch eine dieser unzuverlässigen Übersetzungsmaschinen geschickt. Tatsächlich sagt Bart auf deutsch: “Nur arbeiten und nie spielen macht Bart stumpfsinnig.”
Das hier ist auch schön:
Versuchen Sie mal zu erraten, was damit gemeint sein könnte.
Na?
Also: “Nur ein Kind” ist die falsche Übersetzung von “just kidding”. Der Originalspruch lautete “Adding ‘just kidding’ doesn’t make it okay to insult the principal” (“Der Zusatz ‘war nur ein Scherz’ macht eine Beleidigung des Rektors nicht ungeschehen”).
So geht das dutzendfach. Nur mit viel Glück lässt sich der ursprüngliche Sinn manchmal wenigstens erahnen. Bild.de schreibt: “Nicht brennbar ist keine Aufforderung!”, dabei heißt der Spruch natürlich: “Die Aufschrift ‘nicht brennbar’ ist keine Herausforderung”. Laut Bild.de verspricht Bart: “Ich werde mich nicht hinter dem 5. Gebot verstecken.” Das 5. Gebot lautet “Du sollst nicht töten” und eignet sich nur sehr bedingt als Versteck. Im Original geht es um den 5. Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung, der die Rechte von Angeklagten garantiert, und auf deutsch sagt Bart: “Ich darf mich nicht hinter dem 5. Verfassungszusatz verstecken.”
Bild.de hat all diesen Unfug offenkundig gedankenlos von zweifelhaftenQuellen abgeschrieben. Wie gedankenlos? So gedankenlos:
Die fiesen Schreibfehler hat Bild.de nämlich schätzungsweise nicht selbst gemacht, sondern fröhlich kopiert.
Auch dass der Satz “Frauen sind wie Toiletten: entweder beschissen oder besetzt” aus den “Simpsons” stammen soll, erscheint doch sehr abwegig — ein Großteil der 100 “lustigsten Simpsons-Sprüche” von Bild.de ist in irgendeiner Form falsch. So falsch wie die Bild.de-Behauptung, dass die “Simpsons” inzwischen “als langlebigsten [sic] TV-Serie aller Zeiten” gelten. Das ist die Seifenoper “Guiding Light”, die seit 1952 im amerikanischen Fernsehen läuft.
Verwirrung zur vollen Stunde (blogs.radio24.ch, Christoph)
Gestern Mittwoch habe ich meinen Dienst um 8 Uhr angetreten. Bis 16 Uhr war ich für die halbstündlichen Nachrichten bei Radio 24 verantwortlich. Eine News hat mich von Anfang bis Ende meines Dienstes verfolgt – und der Inhalt änderte sich manchmal im Halbstundentakt drastisch.
Nachdenken über Hafechäs (nzz.ch)
Zwei Jahre lang schrieb ein IT-Spezialist in einem Blog darüber, wie er als Deutscher die Schweiz erlebt. Nun hört er auf. Zum Abschied lud er seine Leser zu sich nach Hause ein. Ein Dutzend kamen.
Exzesse der Selbstausbeutung (freitag.de, Wolfgang Kil)
Alternativ, urban, unabhängig. Die Berliner Stadtzeitung “Scheinschlag” war ein publizistisches Experiment.
In Hollywoods Kloschüssel (netzeitung.de, Sophie Albers)
Spears, Lohan, Hilton, Richie. Im Jahr 2007 darf die Öffentlichkeit zusammen mit ihren Stars in die Kloschüssel gucken. Aber wollen wir das eigentlich, fragt Sophie Albers.
In erster Linie lustig (faz.net, Peer Schader)
Der Fernsehsender RTL 2 erzürnte mit Sexreportagen die Moralisten und mit ?Big Brother? die Feingeister. Jetzt sucht man ein neues Profil, lustig soll es sein, aber auch seriös. Um dieses Image zu stärken, starten die Münchner in den kommenden Wochen eine Reihe neuer Formate.
“Wir glauben unwidersprochen an den Fortschritt” (jetzt.sueddeutsche.de, Lars Weisbrod) Die Riesenmaschine, enthusiastischer Beobachter aller technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und schönstes deutsches Weblog, gibt es seit heute auch in Buchform, mit ausgewählten Beiträgen aus Rubriken wie ?Supertiere?, ?Nachtleuchtendes? und ?Alles wird besser?. jetzt.de hat mit den Redakteuren Holm Friebe und Michael Braake im hektisch-betriebsamen Riesenmaschine-Büro gesprochen.
Irrste Zeitung der Welt (…) wird nach 28 Jahren eingestellt
Nein, nicht was Sie jetzt denken…! (“Bild” ist ja auch schon 55.)
“Bild” berichtet heute bloß darüber, dass das US-Magazin “Weekly World News” (in dem “alles garantiert erfunden” sei) eingestellt werde. Und zum vermeintlichen “Aus und vorbei”* druckt “Bild” heute “noch einmal die besten Schlagzeilen der ‘WWN'”, also beispielsweise:
“Russen klonen 600 Hitlers!” — “Hitler war ein Vampir – darum war er tagsüber so unentspannt” — “Staubsauger saugt Deutschem das Gehirn raus!” — “Deutscher Erfinder kann aus Katzen Benzin machen – für eine Tankfüllung reichen 20 Miezen” — “UFO-Sekte will jetzt Hitler klonen!” — “Wird süßer Knut jetzt totgespritzt?” — HALT! STOPP! Die letztendreiBeispiele stammen ja gar nicht aus den “WWN” und sind uns hier leider irgendwie dazwischengerutscht…
Aber wo wir gerade schon bei irren Schlagzeilen sind, am 8.1.1996 beispielsweise berichtete “Bild”:
Nach Blitzschlag — Mann friert nie mehr Elektriker Harold Deal wurde vom Blitz getroffen. So heftig, daß das Kleingeld in seiner Hosentasche zu einem Klumpen verschmolz. Nebenwirkung: Seitdem friert der Amerikaner nicht mehr. Der Handwerker aus South Carolina kann selbst bei minus 20 Grad Celsius mit Shorts und T-Shirt ins Freie gehen.
Am 27.8.1999 hieß es:
Nach einem Blitzschlag: Frau steht unter Strom (…) Kein Witz! Flaminia Cima (29) aus Cremona (Norditalien) wurde von einem Blitz getroffen und überlebte. Seitdem sprechen Ärzte von ihr als “medizinisch höchstseltenen Fall”. Denn der Blitzschlag hat die Frau elektromagnetisch dermaßen aufgeladen, dass es ihr unerträglich ist, mit anderen Elektro-Abstrahlern in Berührung zu kommen. Sie darf kein Fernsehen mehr gucken, Computer, Telefone, Küchengeräte, sogar das Radio, von allem muss sie die Finger lassen. Inzwischen ist der Strom abgestellt, sie hat Kerzen aufgestellt.
Und am 14.7.2005:
Beim Knutschen von Blitz getroffen Stockholm – Magnus (20) und Elin (19) aus Göteborg (Schweden) lernten sich am Strand kennen, küßten sich. Als ein Unwetter aufzog, suchten sie unter dem Dach einer Hütte Zuflucht. Beim Knutschen wurden sie plötzlich von einem Blitz getroffen! Beide bekamen einen starken Stromschlag ab. Das Wunder der Liebe: Sie wurden kaum verletzt.
Womit wir immerhin wieder bei der heutigen “Bild” angelangt wären. Denn heute berichtet “Bild” mit zwei Wochen Verspätung auf der Titelseite unter der Überschrift “1. Papst-Wunder?”(siehe Ausriss), dass ein italienischer Polizist einen Blitzeinschlag offenbar unbeschadet überlebt hat.
Das Fragezeichen ist angebracht — nicht nur, weil im Pressekodex steht: “Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.” Und auch nicht, weil beispielsweise ilGiornale.it schrieb: “Es wird kein Wunder gewesen sein…”
Nein, um das erste Papst-Wunder kann es sich schon deshalb nicht handeln, weil “BILD-Vatikan-Sonder-Korrespondent” Andreas Englisch, der die heutige Meldung verfasste, schließlich schon am 28. August vergangenen Jahres Zeuge eines Papst-Wunders geworden war — des legendären “Wunders von Castel Gandolfo”!
*) Dass die “Weekly World News” offenbar nur ihre Print-Ausgabe einstellt, um ausschließlich im Internet weiterzuarbeiten, verschweigt “Bild” ebenso wie die Tatsache, dass “Bild” selbst in der Vergangenheit nicht davor zurückschreckte, unter Berufung auf “die US-Zeitschrift ‘Weekly World News'” deren Fake-Meldungen (“Castro trained killer sharks to attack U.S.”) mehr oder weniger distanzlos (“Schickt Castro Hai-Guevaras nach USA?”) weiterzuverbreiten…
Mit Dank an Max M. für die Anregung sowie Silke und Mandy fürs Italienisch.
Mag sein, dass China “uns” im nächsten Jahr überholt und “Export-Weltmeister” wird. Das prognostiziert jedenfalls eine Umfrage des Industrie- und Handelskammertages (DIHK), aus der “Bild” heute eine gewaltige Schlagzeile gemacht hat. Darunter “erklärt” das Blatt die “neue SUPERMACHT CHINA”:
Keine andere Wirtschaft wächst so explosionsartig! Wachstum derzeit: 11,9 % (Deutschland 0,5 %).
Da waren die Wirtschaftsexperten von “Bild” anscheinend so beeindruckt von dem asiatischen Überholmanöver, dass sie sicherheitshalber noch Äpfel mit Sojasprossen verglichen. Die chinesische Zahl beschreibt das Wachstum in einem Jahr, die deutsche in einem Quartal. Innerhalb eines Jahres wächst das deutsche Bruttoinlandsprodukt aktuell immerhin um 3,3 Prozent.
PS: Und wenn “Bild” schon eine Rangliste der am explosionartigsten wachsenden Wirtschaften der Welt aufstellen will, lägen da genau genommen sogar noch so unwahrscheinliche Kandidaten wie Aserbaidschan, Äquatorialguinea und einige andere vor China.
Wenn die kleine Lisa sich richtig anstrengt und in Mathe, Physik und Chemie immer Einsen schreibt, kann sie Chirurgin werden, hat die Klassenlehrerin ihr gesagt. Lisa ist dann aber leider von der Schule geflogen, weil sie behauptete, die Lehrerin hätte von einem “Karriere-Wunder!” gesprochen und gesagt: “Lisa wird Chirurgin!” Lisa ist dann stattdessen zur “Bild”-Zeitung gegangen, wo man den Unterschied zwischen einer Prognose, die unter bestimmten Bedingungen eintritt, und einer Tatsache auch nicht kennt.
Die guten Nachrichten vom Arbeistmarkt reißen nicht ab! In Deutschland werden bis zum Jahr 2020 fast 5 Millionen neue Jobs entstehen — davon alleine 1 Mio. in den neuen Bundesländern. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Die Studie des DIW, über die “Bild” heute auf der Seite 1 berichtet, gibt es tatsächlich. Und auch andere Medien schreiben darüber. Allerdings finden sich in den meisten Artikeln dazu Formulierungen, die die “5 Millionen” neuen Stellen insgesamt und die eine Million Jobs in Ostdeutschland etwas weniger unumstößlich erscheinen lassen. Da heißt es dann bei sueddeutsche.de etwa die Zahl von Stellen “könne” auf 4,6 Millionen ausgebaut werden.
Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sieht die Chance auf eine Million neue Arbeitsplätze in den neuen Ländern — wenn intelligente Dienstleistungsjobs stärker gefördert werden.
In Ostdeutschland könnten laut einer Studie bis zum Jahr 2020 gut eine Million neue Arbeitsplätze in der Dienstleistungswirtschaft geschaffen werden. Dafür müsse aber mehr in die schulische Ausbildung, in Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen investiert werden (…). Demnach können in Deutschland insgesamt bis 2020 fast fünf Millionen neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich entstehen. (alle Hervorhebungen von uns)
Und dem hätten wir noch hinzuzufügen, dass die Voraussetzungen für das “Job-Wunder” laut der Studie “Beschäftigungspotenziale in Ostdeutschen Dienstleistungsmärkten” (pdf) außerdem noch beinhalten, dass Deutschland bis 2020 auf ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent kommen muss.
«Swiss shrine of freedom under fire» (nzz.ch, sig.)
Spielt Calmy-Rey mit verdeckten Karten, wie die «Frankfurter Allgemeine» meint? Liegt die «New York Times» richtig, wenn sie das private Sponsoring einer Nationalfeier als Ausdruck des schweizerischen Staatsverständnisses bezeichnet? Und weshalb beschäftigen sich die renommiertesten Blätter der Welt mit einer Schweizer Wiese?
Journalistisches Profil nicht länger gefragt (faz.net, Michael Hanfeld)
Als er hörte, er müsse nach dem Urlaub nicht mehr kommen, hielt er es zuerst für einen Scherz: Ein Gespräch mit Thomas Kausch, dem bisherigen Nachrichtenchef von Sat.1, den sein Sender von jetzt auf gleich seiner Pflichten enthob.
Auf die neue Tour (taz.de, Andreas Rüttenauer)
Eurosport hat sich in der Live-Berichterstattung von der Tour de France als kritischer Begleiter des Radzirkus profiliert – mit besseren Quoten als Sat.1.
Wie das Netz die US-Politik revolutioniert (spiegel.de, Christian Stöcker)
Der durch Youtube gefütterte Vorwahlkampf der US-Demokraten markiert einen Wendepunkt der politischen Kultur in den USA. Das Netz wird zum zentralen Ort der politischen Debatte. Einziges Manko: Diesmal noch musste das TV als Medium mithelfen.
stern.de will Spiegel Online überholen (turi-2.blog.de, Peter Turi)
Wundertüte 2.0: Fünf bis sechs Jahre Vorsprung hat Spiegel Online vor stern.de nach Meinung von Chefredakteur Frank Thomsen. Doch jetzt will stern.de aufholen – und möglichst bald überholen. Dazu setzen Thomsen und sein Team auf zusätzliche Community-Angebote. Im großen Interview berichtet stern.de-Chefredakteur über seine Angriffspläne, über Onlinelust (schnelle Interaktion) und Onlinefrust (wichtigtuerische Techniker).
Opa – erzählst du nochmal vom Blog? (netzeitung.de, Maik Söhler)
Die Geschichte der deutschsprachigen Weblogs. Außerdem: Google Earth hilft der Steuerfahndung & Biometrie im Irak. Der Blogblick.
Wenn Politiker die Öffentlichkeit genau darüber informieren, wo sie ihren Sommerurlaub verbringen werden, dann könnte man das natürlich als indirekte Einladung an die Leser-Reporter von “Bild” oder Profi-Fotografen verstehen, sie am Urlaubsort zu besuchen und hübsche Fotos aus dem Privatleben in die Presse zu tragen.
Und wenn Politiker die Öffentlichkeit ausdrücklich nicht darüber informieren? Dann auch.
Jedenfalls in der Logik von Hugo Müller-Vogg, der heute in seiner “Bild”-Kolumne u.a. über Politiker schreibt, die ihren Sommerurlaub “als Versteckspiel inszenieren”:
Von morgen an heißt es für Angela Merkel: Sommer, Sonne, Urlaub. Und den beginnt die Musik-Kennerin zusammen mit ihrem Mann, Professor Joachim Sauer, wie immer in Bayreuth. (…) Während ihre Vorgänger Helmut Kohl und Gerhard Schröder gerne sagten, wo und wie sie sich erholen, macht die Kanzlerin ein Staatsgeheimnis daraus. Es scheint Angela Merkel und ihrem ohnehin pressescheuen Mann sogar Spaß zu bereiten, die Leser-Reporter von BILD und die Promi-Fotografen der Magazine zu besonderen Anstrengungen zu verleiten. Ganz nach dem Motto: Mal sehen, wer uns zuerst entdeckt. (Hervorhebung von uns.)
Man kann das wie einen Aufruf “Fotografiert Angela Merkel im Urlaub!” lesen — und sogar als Ermunterung, sich nicht davon abschrecken zu lassen, wenn Frau Merkel und Herr Sauer deutliche Signale aussenden, dass sie gerade nicht fotografiert werden wollen. Denn damit wollen sie ja bestimmt nur die Paparazzi zu “besonderen Anstrengungen” anspornen. Quasi um den Spaß für alle zu erhöhen.
PS: Im April 2006 hatte “Bild” noch einen Regierungssprecher mit den Worten zitiert: “Auch die Bundeskanzlerin und ihr Mann haben ein Recht auf Privatsphäre!” Aber damals war es ja auch die britische Boulevardzeitung “The Sun” gewesen, die Pool-Fotos von Merkel veröffentlicht hatte. Als “Bild” im April 2007 selbst Pool-Fotos von Merkel veröffentlichte, war von einer Privatsphäre der Bundeskanzlerin und ihres Mannes keine Rede mehr. Uns sagte ein Regierungssprecher dazu, die Fotos in “Bild” seien “ohne ihr Einverständnis” gemacht und veröffentlich worden — und Merkels Urlaubsreisen “eigentlich eine private Angelegenheit”. Wie schon im Vorjahr ließ die Bundesregierung dennoch, wie angekündigt, “die Sache auf sich beruhen”.
Der ins Sommerloch fallende Simpsons-Spielfilm erhält von den Medien einen Aufmerksamkeitsgrad, der durchschnittliche PR-Abteilungen zum Weinen bringen könnte. Ob der Film die Aufmerksamkeit verdient, weiss ich nicht. Was Matt Groening zu sagen hat, finde ich aber spannend.
Alle wollen nach Springfield (sueddeutsche.de, Willi Winkler)
Ob die überlebenden Beatles, The Who oder Al Gore: Matt Groenings Einladung in Amerikas berühmtestes Kaff schlägt keiner aus. Willi Winkler hat mit dem “Simpsons”-Schöpfer über Gott, Homer und die Kreationisten gesprochen.
“Es ist nicht immer alles namby-pamby” (dasmagazin.ch, Michèle Roten)
Matt Groening verdanken wir das tröstliche Wissen, dass auch die dunkle Seite des Lebens farbig ist: gelb wie die Simpsons.
“Wenn er durstig ist, will er Bier” (sonntagszeitung.ch, Gabriela Tscharner-Patao)
Simpsons-Erfinder Matt Groening über seinen Helden Homer und den Film zur Serie.
“Ich bin sehr viel Bart”
(vanityfair.de, Ulrich Lössl)
Simpsons-Erfinder Matt Groening ist glücklich mit seinem ersten Kinofilm. Das Interview mit VANITY FAIR ONLINE.
Das große Neiiin! Simpsons und Philosophie (welt.de, Holger Kreitling)
Erkenntnistheorie in Springfield, Heideggers Geworfenheit im Hause Homers. Die Simpsons haben mehr mit den Geistesriesen zu tun als man denkt. WELT ONLINE streift durch Werk von “Simpsons”-Schöpfer Matt Groening und findet wie immer Erlösung vorm Fernseher.
Dazu: Die Zitty-Redaktion hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe neu vorgestellt. Als Simpsons-Figuren, vermutlich erstellt mit dem Simpsons Avatar Creator: