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Weniger Demokratie wagen, Am Ziel vorbei, Tägliche Foto-Propaganda

1. Weniger Demokratie wagen
(verdi.de, Günter Herkel)
Nach Ansicht von Günter Herkel bleiben die medienpolitischen Vorhaben der neuen schwarz-roten Koalition oft vage. Wichtige Reformen wie ein Bundespresseauskunftsgesetz würden erneut ausbleiben. Besonders problematisch erscheint Herkel die geplante Regulierung von Desinformation sowie “Hass und Hetze”, da unklare Begriffe und schwammige Formulierungen Willkür Tür und Tor öffnen könnten.

2. Warum die 30-Minuten-“Tagesschau” am Ziel vorbeischießt
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader kritisiert den Plan, die Dauer der “Tagesschau” von den bisherigen 15 Minuten auf eine halbe Stunde zu verlängern, als schlecht durchdachten Kompromiss. Dieser löse nicht die strukturellen Probleme. Schader plädiert stattdessen dafür, die “Tagesschau” kompakt zu halten und die “Tagesthemen” zu einem reinen, längeren Hintergrundformat auszubauen. So könnten Nachrichtenüberblick und vertiefende Analyse klar getrennt werden.

3. Die tägliche Foto-Propaganda in Österreichs Medien
(kobuk.at, Luca Niederdorfer)
Luca Niederdorfer berichtet, dass österreichische Tageszeitungen regelmäßig PR-Fotos aus dem Bundeskanzleramt abdrucken, die politische Inszenierungen statt journalistischer Abbildungen zeigen. Dies geschehe oft ohne klare Kennzeichnung. Diese Praxis habe sich unter Kanzler Sebastian Kurz etabliert und professionalisiert und sei auch unter Karl Nehammer fortgeführt worden. Dadurch werde ein geschöntes Bild der Politik vermittelt, das mit der Realität häufig wenig zu tun habe.

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4. Neues Gesetz droht freie Medien zu ersticken
(reporter-ohne-grenzen.de)
Ein neuer Gesetzentwurf in Ungarn drohe unabhängigen Medien, die Geld aus dem Ausland erhalten, mit hohen Geldstrafen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die EU mit Nachdruck auf, dagegen vorzugehen: “Der ungarische Gesetzentwurf gefährdet Berichterstattung, die nicht mit der nationalistischen, ultrakonservativen Linie Viktor Orbáns übereinstimmt. Die EU hat wegweisende Gesetzgebung erlassen, um Pressefreiheit und Medienvielfalt in den Mitgliedsstaaten zu erhalten. Sie muss jetzt sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um in Ungarn den letzten Rest an freier Berichterstattung zu verteidigen”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

5. Wie ich mich gegen einen millionenschweren Fitness-Influencer gewehrt habe
(journalist.de, Sanaz Saleh-Ebrahimi)
“Ich habe lange gezögert, ob ich meine Erfahrungen hier so detailliert aufarbeiten und öffentlich machen möchte. Denn die vergangenen Monate haben mich traumatisiert.” Sanaz Saleh-Ebrahimi berichtet beim “journalist”, dass sie nach der Veröffentlichung eines wissenschaftsjournalistischen Artikels über den Süßstoff Sucralose massive öffentliche Angriffe durch den Fitness-Influencer Christian Wolf und dessen Follower erlebt habe. Dazu hätten Verleumdungen, Drohungen und eine Welle an Hasskommentaren gezählt. Saleh-Ebrahimi habe sich juristisch gegen die falschen Behauptungen gewehrt, einstweilige Verfügungen erwirkt und letztlich erreicht, dass Wolf mehrere Videos löschen und Unterlassungserklärungen abgeben musste.

6. Die Macht der Tech-Giganten in den US-Medien: Jeff Bezos und die Washington Post
(de.ejo-online.eu, Íñigo Álvarez Calleja)
Tech-Giganten in den USA würden zunehmend die traditionellen Medien und die US-Politik beeinflussen. Ein Beispiel hierfür sei die “Washington Post”, die Amazon-Gründer Jeff Bezos durch eine digitale Transformation vor dem wirtschaftlichen Niedergang bewahrte. Mit neuen Publishing-Technologien wandele Bezos die Zeitung in ein Softwareentwicklungszentrum um und stärke ihre globale Reichweite sowie ihre politische Bedeutung. Allerdings mit möglichen Risiken für die Unabhängigkeit der Berichterstattung, wie Íñigo Álvarez Calleja hervorhebt.

KW 20/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Sprachrohr der Macht: Wie wichtig ist ein Regierungssprecher?
(br.de, Jasper Ruppert, Audio: 43:08 Minuten)
Bei “BR24 Medien” spricht Jasper Ruppert mit dem ehemaligen Regierungssprecher und früheren “Bild”-Journalisten Béla Anda sowie mit der BR-Hauptstadtkorrespondentin Barbara Kostolnik über die besondere Rolle und die Anforderungen an einen Regierungssprecher. Im Fokus steht der neue Sprecher Stephan Kornelius, dessen Aufgaben, Herausforderungen und Arbeitsalltag beleuchtet werden. Darüber hinaus thematisiert die Sendung die Entwicklung des Amts, mögliche Fallstricke und das Verhältnis zwischen Medien und Politik in Deutschland.

2. Wie TikTok mit politischen Inhalten umgeht
(ardaudiothek.de, Victoria Koopmann, Audio: 23:30 Minuten)
In dieser Folge des “Tagesschau”-Podcasts “11km” ist Marco Lehner von BR Data zu Gast. Thema ist eine Datenanalyse zu TikToks Umgang mit politischen Inhalten. Lehner hat gemeinsam mit Medienschaffenden und Forschenden untersucht, wie der TikTok-Algorithmus politische Beiträge verteilt. Es wird unter anderem die Frage behandelt, ob die Videoplattform zur demokratischen Meinungsbildung beiträgt, oder ob die Nutzerinnen und Nutzer in Filterblasen gefangen bleiben.

3. Glauben oder Wissen? – die Papstwahl und die Medien
(sr-mediathek.de, Florian Mayer & Sabine Wachs, Audio: 18:28 Minuten)
Bei “Medien – Cross und Quer” sprechen Florian Mayer und Sabine Wachs mit Christine Seuss von Radio Vatikan über die mediale Faszination rund um die Wahl des neuen Papstes. Sie diskutieren, wie Journalistinnen und Journalisten über ein streng geheimes Ereignis wie das Konklave berichten können, obwohl kaum Informationen nach außen dringen. Dabei geht es auch um den Unterschied zwischen gesichertem Wissen und bloßer Spekulation.

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4. Umgang mit Desinformation und gespaltene Medien in Polen
(wdr.de, Sebastian Moritz, Audio: 44:17 Minuten)
Das WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” berichtet unter anderem über die stark gespaltene Medienlandschaft in Polen, in der verschiedene Sender völlig unterschiedliche Realitäten präsentieren. Weitere Themen der Sendung sind die Verbreitung von “Fake News”, etwa durch russische Propaganda, sowie Cybergrooming, von dem laut einer Studie jedes vierte Kind betroffen sei.

5. Wie nah sind Medien an ihrem Publikum?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 36:10 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” wird der Eindruck eines Hörers aufgegriffen, Journalistinnen und Journalisten würden häufig an ihrem Publikum vorbeiberichten. Es diskutieren DLF-Hörer Benedikt Herudek, Holger Stark von der “Zeit” und Medienforscherin Wiebke Loosen.

6 Social Media: Wer sind die Fälscher im Netz?
(youtube.com, Valentin Petit, Audio: 18:24 Minuten)
In dieser Arte-Reportage der Reihe “Mit offenen Daten” deckt die Redaktion ein weltweites Netzwerk sogenannter “Phone Farms” in Vietnam auf, die mithilfe gefälschter Profile Soziale Netzwerke mit Likes und Kommentaren manipulieren. Die Gruppen infiltrieren Plattformen, übernehmen Konten und führen gezielte Beeinflussungskampagnen durch. Anhand konkreter Fälle zeigt der Beitrag, wie lukrativ und gefährlich diese digitale Schattenwirtschaft ist.

KW 19/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. “Kampf gegen Desinformation: Koalitionsvertrag sorgt für Kritik – zu Recht?”
(br.de, Linus Lüring, Audio: 27:27 Minuten)
“Wie groß ist das Problem der Desinformation in Deutschland? Was genau plant die Bundesregierung und was darf sie überhaupt regeln? Welche anderen Wege im Kampf gegen Desinformation sind möglicherweise wichtig?” Darüber spricht Linus Lüring bei “BR24 Medien” mit Jana Heigl vom “BR24 Faktenfuchs”, Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, und Tobias Gostomzyk, Medienrechtler an der TU Dortmund.

2. Die Affäre um den Grünen-Politiker Gelbhaar: Intrigen, Machtkämpfe, Rufmord
(spotify.com, Kayhan Özgenç & Lars Petersen, Audio: 1:09:05 Stunden)
Bei “Macht und Millionen” analysieren Kayhan Özgenç und Lars Petersen, wie eine unbewiesene Anschuldigung den grünen Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar politisch zu Fall brachte. Dabei geht es auch um die Rolle von Medien. Insbesondere der RBB steht dabei im Fokus, da der öffentlich-rechtliche Sender durch fragwürdige Berichterstattung maßgeblich zur Eskalation beigetragen habe und später erhebliche Fehler eingestehen musste.

3. Die Zukunft der Musik
(youtube.com, Anna Neuhaus, Video: 54:28 Minuten)
Die Arte-Dokumentation geht der Frage nach, ob Künstliche Intelligenz den emotionalen Kern von Musik erfassen und kreativ improvisieren kann, wie es Pianisten wie Michael Wollny und Kit Armstrong tun. Der Film begleitet Wollny, der mit einer KI improvisiert, und Armstrong, der erforscht, ob Maschinen menschliche Musikalität verstehen und wiedergeben können. In einer Mischung aus Experiment und Reflexion erörtert die Doku die Frage, was menschliche Kreativität ausmacht und welche Rolle der Mensch in einer zunehmend von KI geprägten Musikwelt spielen wird.

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4. Fortschritt oder Bedrohung – wie berichten über KI
(sr.de, Kai Schmieding & Michael Meyer, Audio: 15:04 Minuten)
In der Sendung “Medien – Cross und Quer” berichten Michael Meyer und Kai Schmieding über eine neue Studie zur Medienberichterstattung über Künstliche Intelligenz (KI). Mit den Studienleiterinnen Elke Grittmann und Lina Brink diskutieren sie die Frage, ob in der Berichterstattung über KI vor allem wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen oder ob auch gesellschaftliche Auswirkungen berücksichtigt werden. Die Studie “Künstliche Intelligenz im medialen Diskurs” wurde von der Otto Brenner Stiftung in Auftrag gegeben.

5. Hubertus Koch, was ist deine schlimmste Sucht?
(ardaudiothek.de, Eva Schulz, Audio: 1:17:38 Stunden)
In der aktuellen Folge von “Deutschland3000” spricht Eva Schulz mit dem Journalisten und Buchautor Hubertus Koch, den sie seit vielen Jahren kennt, über persönliche und berufliche Höhen und Tiefen. Koch berichtet von traumatischen Erlebnissen während einer Syrien-Reportage und seiner jahrelangen Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Außerdem sprechen sie über Kochs kürzlich erschienenes Buch “Lost Boy”, seine Auszeit während einer Osteuropa-Reise und die Herausforderung, sich beruflich neu zu erfinden.

6. Kein Kokolores – Katja Ilnizki über Lokaljournalismus als Lebensversicherung der Demokratie
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 52:41 Minuten)
In seinem Podcast “This Is Media Now” unterhält sich Lukas Schöne mit Katja Ilnizki über aktuelle Probleme und Potenziale des Lokaljournalismus, insbesondere über die öfter anzutreffende oberflächliche Berichterstattung (“Kokolores”) und die Frage, wie diese vermieden werden kann. Beide betonen, dass Lokaljournalismus für die Demokratie unverzichtbar sei, weil er die Bürgerinnen und Bürger zusammenbringe, statt sie zu spalten. Darüber hinaus diskutieren sie, wie Lokalredaktionen ihre Inhalte durch kreatives Storytelling und eine bessere Nutzung digitaler Kanäle zukunftsfähig machen können.

Koalitionsvertrag, Pulitzer-Preise, Rechtsextreme im Fernsehen

1. Koalitionsvertrag: Wie Union und SPD gegen Desinformation vorgehen wollen
(correctiv.org, Alice Echtermann)
Alice Echtermann hat nachgeschaut, wie Union und SPD laut ihrem Koalitionsvertrag (PDF) gegen Desinformation vorgehen wollen. Sie stellt klar, dass die neue Bundesregierung kein generelles “Lügen-Verbot” plane, sondern lediglich die bestehende Rechtslage bekräftige, nach der bewusste Falschbehauptungen bereits heute nicht unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen würden. Stattdessen wolle die Koalition Maßnahmen gegen gezielte Manipulation auf Sozialen Plattformen stärken und etwa den Landesmedienanstalten mehr Befugnisse im Kampf gegen Desinformation geben.

2. Pulitzer-Preise: “Washington Post” und “New York Times” ausgezeichnet
(tagesspiegel.de)
Die Pulitzer-Preise 2025 gingen unter anderem an die “New York Times”, die “Washington Post” und den “New Yorker” für Berichte etwa über den Mordanschlag auf Donald Trump, Drogenkrisen und internationale Konflikte. Die wohl wichtigste Kategorie “Dienst an der Öffentlichkeit” habe die Investigativplattform “ProPublica” für Recherchen zu tödlichen Folgen von Abtreibungsverboten gewonnen.

3. Rechtsextreme im Fernsehen
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Lars Lubienetzki kritisiert in seinem Kommentar, dass TV-Talkshows die AfD nicht nur durch ihre Einladungen, sondern vor allem dadurch stärken, dass sie ständig Themen behandeln, die von der AfD gesetzt wurden, etwa Migration, anstatt selbst relevante gesellschaftliche Themen wie soziale Gerechtigkeit oder Wohnungsnot zu wählen. Er fordert, dass Redaktionen eigenständig Themen vorgeben sollten. Auf diese Weise ließe sich sowohl die Debattenqualität verbessern als auch verhindern, dass rechtsextreme Positionen normalisiert werden.

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4. Wagenknecht darf Forsa keine Manipulation unterstellen
(faz.net, Reiner Burger)
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa habe vor dem Landgericht Berlin II eine einstweilige Verfügung gegen Sahra Wagenknecht erwirkt, die Forsa nach der Bundestagswahl Manipulation der Wählermeinung durch gezielte Umfrageveröffentlichung vorgeworfen habe. Wagenknechts Vorwürfe seien als unwahre Tatsachenbehauptungen einzustufen, die Forsa in der unternehmerischen Integrität verletzten würden und daher rechtswidrig seien. Wagenknecht dürfe ihre Behauptung, Forsa habe gezielt Wahlverhalten manipuliert, daher vorerst nicht mehr wiederholen.

5. Klimathema? Bitte nicht!
(mediummagazin.de, Sarah Neu & Mia Pankoke & Jeanne Wellnitz)
Der Klimajournalismus kämpfe aktuell mit sinkender Aufmerksamkeit, da andere Krisen wie Krieg, Inflation und gesellschaftlicher Rechtsruck die öffentliche Debatte dominieren und das komplexe Klimathema zunehmend verdrängen. Gleichzeitig ständen Journalistinnen und Journalisten vor einem Dilemma: Den einen seien sie zu alarmistisch, den anderen zu neutral. Um wieder mehr Wirkung zu erzielen, bräuchten Medien innovative Formate und Erzählweisen, die konstruktiv, lösungsorientiert und faktenbasiert sind, ohne Ängste oder politische Polarisierung zu bedienen.

6. “Es gibt mittlerweile sehr, sehr viele Podcasts in Deutschland”
(flurfunk-dresden.de)
Sounddesigner und Podcastproduzent Bony Stoev erklärt im Interview mit “Flurfunk”, dass für einen erfolgreichen Podcast vor allem eine originelle Idee, gute Tonqualität und kontinuierliche Veröffentlichungen entscheidend seien. Eine bestehende Community und gezielte Werbung auf Social Media würden zudem deutlich die Reichweite neuer Podcasts erhöhen. Häufige Fehler seien dagegen, zu lange am Konzept zu arbeiten, nicht auf die Tonqualität zu achten und mangelnde Ausdauer beim regelmäßigen Veröffentlichen.

Forderungsjournalismus, Trumps Angriffe, Verpflichtendes Privileg

1. Der Forderungsjournalismus muss sterben!
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
Arne Semsrott kritisiert, dass Medien durch die unkritische Verbreitung politischer Forderungen, insbesondere von CDU-Politiker Jens Spahn, Populismus und menschenfeindlichen Aussagen eine Bühne gäben. Semsrott plädiert für ein Ende dieses “Forderungsjournalismus”, denn Forderungen allein seien noch keine Nachrichten und müssten immer kritisch eingeordnet werden. Nur so könnten Redaktionen ihrer Verantwortung gerecht werden und zur Qualität des politischen Diskurses beitragen.

2. Desinformation aus dem Weißen Haus
(reporter-ohne-grenzen.de)
US-Präsident Donald Trump habe die Streichung der Gelder für die öffentlichen Sender NPR und PBS angeordnet und gleichzeitig eine staatliche Website gestartet, die positive Nachrichten über ihn verbreiten soll. Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisiert dieses Vorgehen scharf als Desinformation und Propaganda und fordert den US-Kongress auf, die Finanzierung des öffentlichen Rundfunks zu verteidigen sowie Trumps Angriffe auf die Pressefreiheit zurückzuweisen.
Weiterer Lesetipp: Wikipedia: Der US-Angriff auf das freie Wissen hat begonnen: Der Trump-nahe Staatsanwalt Ed Martin greife Wikipedia an, indem er die Gemeinnützigkeit der Plattform infrage stelle und ihr angebliche Propaganda und ausländische Einflussnahme vorwerfe. Dieser Angriff reihe sich in eine breitere Kampagne aus dem Umfeld von Donald Trump und Elon Musk gegen Wikipedia ein, die die Plattform als vermeintlich linksradikal kritisieren und finanziell unter Druck setzen wollen. Der drohende Verlust der Steuerbefreiung könnte die freie Enzyklopädie wirtschaftlich gefährden. (rnd.de, Matthias Schwarzer)
Und noch ein weiterer Lesetipp: Trump plant 100 Prozent Zoll für im Ausland produzierte Filme: Der US-Präsident plane, Filme, die außerhalb der USA produziert und importiert werden, mit einem Zoll von 100 Prozent zu belegen, um US-amerikanische Produktionen zu schützen. Die praktische Umsetzung dieses Zolls sei jedoch völlig unklar, da Filme als geistiges Eigentum schwer mit einem Zoll zu belegen seien und häufig international koproduziert würden. (dwdl.de, Alexander Krei)

3. “Nicht jedes Programm muss jedem Zuschauer schmecken”
(journalist.de, Jan Freitag)
Beim “journalist” hat Jan Freitag mit ZDF-Intendant Norbert Himmler über die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen Zukunft gesprochen. Dabei ging es vor allem um politische Angriffe von rechts, Herausforderungen durch Digitalisierung und Diversität sowie notwendige Einsparungen beim ZDF. Himmler verteidigt die Rolle seines Senders und betont, dass das Programm nicht jedem gefallen müsse, aber weiterhin gesellschaftlich relevant und vielfältig sein soll.

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4. Ein Privileg, das verpflichtet
(epd.de, Stephan Schmitter)
RTL-Chef Stephan Schmitter gratuliert in seinem Artikel der ARD zum 75-jährigen Bestehen. Und natürlich nutzt er die Gelegenheit für allerlei Gedanken über den öffentlich-rechtlichen Mitbewerber. Schmitter betont die Bedeutung klarer Rollenverteilung, gegenseitiger Kooperation, insbesondere bei Sportrechten und digitalen Innovationen, und mahnt die öffentlich-rechtlichen Sender, sich stärker auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren. Er sieht das duale System als notwendigen Gegenpol zu globalen Plattformen und fordert mehr Offenheit und gemeinsame Strategien von beiden Seiten.

5. Werben für die Truppe
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng kritisiert in der “taz”, dass die Bundeswehr ihre Präsenz in den Sozialen Medien verstärkt habe und indirekt über private Influencer wie Josh Krebs (“Cinematic Sergeant”) und Ottogerd Karasch (“Otto Bulletproof”) für sich werbe. Er wirft der Bundeswehr vor, durch romantisierte Darstellungen ein verzerrt positives Bild vom Militärdienst zu vermitteln, das die Realität von Kriegseinsätzen und Probleme wie rechtsextreme Tendenzen ausblende. Seng fordert mehr Transparenz und eine kritischere Ausein­andersetzung mit der realen Situation in der Armee.

6. Guildo Horn: “Der ESC ist nicht mehr mein Wettbewerb”
(rnd.de, Imre Grimm)
Guildo Horn spricht im Interview mit Imre Grimm über seine persönliche und künstlerische Prägung durch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und kritisiert eine schwindende gesellschaftliche Solidarität und eine zunehmende Diskriminierung ihnen gegenüber. Enttäuscht zeigt er sich auch über den Eurovision Song Contest (ESC), der ihm mittlerweile zu überladen und kommerziell geworden sei. Horn betont, dass er nach wie vor handgemachte Musik schätze und sich besonders für Inklusion und sozialen Zusammenhalt einsetze.
Weiterer Hörtipp: Was ein ESC-Fanblog etablierten Medien voraushat: “Die deutsche Website ‘ESC Kompakt’ begleitet den ESC seit 2019 mit Blogartikeln, Vodcasts und Live-Events, oft präziser und schneller als jedes etablierte Medium. ‘ESC Kompakt’-Chefredakteur Benjamin Hertlein erklärt Host Alexander Matzkeit in dieser Folge, wie das funktioniert, und warum sich die Fan-Expert:innen für die Zukunft des ESC gleichzeitig mehr Kontinuität und weniger Althergebrachtes wünschen.” (laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 24:43 Minuten)

Drohender Gegenwind, Trumps Pläne, Ausgezeichnete Redaktionen

1. ARD und ZDF droht Gegenwind
(t-online.de, Steven Sowa)
ARD und ZDF stünden vor der schwierigen Entscheidung, ob und wie sie nach der Einstufung der AfD als “gesichert rechtsextrem” durch den Verfassungsschutz weiterhin Vertreterinnen und Vertreter der Partei in ihre Talkshows einladen. Der Deutsche Journalisten-Verband fordere, “die völkischen, rassistischen und rechtsextremen Absichten dieser Partei” deutlicher hervorzuheben. Während das ZDF angekündigt habe, die Auftritte von AfD-Mitgliedern weiterhin zu prüfen, wolle die ARD künftig explizit darauf hinweisen, dass die AfD als rechtsextremistisch eingestuft worden sei.
Weiterer Lesehinweis in eigener Sache: Bei Bluesky kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “An alle Sender, Talkshowbetreiber und Medienverantwortlichen: Wer ab heute noch AfD-Vertreter einlädt, kann sich nicht mehr rausreden: Er normalisiert bewusst Rechtsextremismus. Schluss mit der falschen Neutralität! Demokratie bedeutet nicht, Demokratiefeinden ein Forum zu geben.”

2. Medien werden zensiert, Re­por­te­r eingeschüchtert
(taz.de, Anja Osterhaus)
Anja Osterhaus, Geschäftsführerin bei der Organisation Reporter ohne Grenzen, zieht anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit eine ernüchternde Bilanz. In ihrem Kommentar bei der “taz” schreibt sie, dass Medienschaffende weltweit zunehmenden wirtschaftlichen, politischen und physischen Bedrohungen ausgesetzt seien. Besonders kritisch sei die Lage derzeit in den USA unter Donald Trump, in Argentinien unter Javier Milei und in Serbien bei zunehmender russischer Propaganda. Deutschland stehe zwar vergleichsweise besser da, habe aber ebenfalls dringenden Handlungsbedarf, insbesondere bei der Umsetzung der Anti-SLAPP-Richtlinie der EU und bei der Abwehr neuer staatlicher Überwachungsmaßnahmen.

3. “Er hat es auf die Sesamstraße abgesehen”: Trump will öffentlichen Sendern staatliche Finanzierung streichen
(tagesspiegel.de)
US-Präsident Donald Trump wolle mit einem neuen Dekret die staatliche Finanzierung der öffentlichen Sender PBS und NPR streichen. Die Rundfunkanstalten sollen angeblich nicht “fair, präzise und unvoreingenommen” über Trumps Politik berichten. Die Demokratische Partei kritisiere diesen Schritt scharf als Angriff auf die Meinungsfreiheit und auf Bildungsprogramme.
Weiterer Lesetipp: Wie Trumps Anti-Medien-Strategie Lokalzeitungen trifft: “US-Präsident Donald Trump legt sich nicht nur mit renommierten Medien wie AP an, sondern auch mit kleinen Zeitungen, die kritisch über ihn berichten.” (taz.de, Felix Biermayer)
Außerdem lesenswert: Was das Einfrieren von USAID-Mitteln für die ukrainische Medienlandschaft bedeutet (de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko).

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4. SR kappt Verbindungen zu einem rechtskonservativen Medienmogul
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Saarländische Rundfunk (SR) verkaufe seine Anteile am französischen Radiosender Europe 1, weil dieser zuletzt stark nach rechts gerückt sei. Verantwortlich für diesen Kurswechsel, zu dem auch die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Moderator Cyril Hanouna gehöre, sei der rechtskonservative Medienmogul Vincent Bolloré. Dieser habe mittlerweile erheblichen Einfluss auf Europe 1. Um sich von diesem Umfeld klar abzugrenzen, ziehe sich der SR nun komplett zurück.

5. Werden medial die falschen Themen gesetzt?
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 35:12 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob Themen und Schwerpunkte in der medialen Berichterstattung falsch gesetzt werden, gerade bei “Zusammenhängen zwischen Wirtschaftswachstum und den ökologischen Folgen”. Es diskutieren DLF-Hörerin Beate Allmenröder und Birgid Becker aus der DLF-Wirtschaftsredaktion.

6. Die Redaktionen des Jahres 2024
(journalist.de, Frederik Holtkamp & Mia Pankoke & Kathi Preppner)
Die “Zeit” führt auch im Jahr 2024 mit 29 Auszeichnungen die Rangliste der meistprämierten Redaktionen im deutschsprachigen Raum an, gefolgt von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und dem “Spiegel”. Das ergab eine jährliche Auswertung der Medienpreise durch das Magazin “journalist”. Besonders erfolgreich waren neben der “Zeit” der WDR (24 Auszeichnungen), der SWR (23) und der BR (22).

KW 18/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kann man sich als Sportjournalist dem Fußballkommerz entziehen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 35:52 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Philipp Köster, Gründer und Chefredakteur des Fußballmagazins “11 Freunde”, über die Schwierigkeit, sich als Sportjournalist der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs zu entziehen. Köster kritisiert, dass die Profivereine mittlerweile die totale Kontrolle über die Berichterstattung anstreben würden, wodurch unabhängiger Journalismus stark eingeschränkt werde und häufig mit PR verschmelze.

2. Die Trickkiste der Falschinfo
(youtube.com, Eva Wackenreuther, Video: 8:21 Minuten)
Bei “ZIB erklärt” geht es darum, wie in Sozialen Medien gezielt Falschinformationen verbreitet werden, etwa durch die Manipulation von Algorithmen mit emotionalen und provokativen Inhalten oder durch die Nutzung vermeintlicher Autoritäten. Außerdem werden typische Methoden wie das Herauspicken von Argumenten, das Verdrehen von Zusammenhängen oder das Überfluten mit Informationen vorgestellt, die dazu dienen sollen, Nutzerinnen und Nutzer zu verwirren und Kritik zu erschweren.

3. Verständlich schreiben, Teilhabe fördern – Einfache und Leichte Sprache im Journalismus
(dfjv.de, Frederike Demattio, Audio: 14:19 Minuten)
Im “Fachjournalist”-Podcast spricht Frederike Demattio mit Lisa Kreutzer, Chefredakteurin des Magazins “andererseits”, über Einfache und Leichte Sprache im Journalismus. Kreutzer erklärt, wie ihr Magazin, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten, komplexe Inhalte verständlich aufbereitet und warum Barrierefreiheit grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal für guten Journalismus sei.

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4. Haha! Humor im Journalismus
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 41:07 Minuten)
“Wie machen wir deutsche Medien lustig(er)? Was heißt es, den Cringe-Olymp zu meistern? Und wie findet man überhaupt seine Stimme im Witz in den Medien?” Darüber hat sich Olivia Samnick mit der Comedy-Autorin Marie-Lina Smyrek unterhalten, die den “Funk”-Kanal “Smypathisch” betreibt.

5. Verleihung der Concordia-Preise 2025
(youtube.com, Österreichisches Parlament, Video: 1:33:10 Stunden)
Bei der Verleihung der Concordia-Preise im österreichischen Parlament wurden Johannes Greß und Christoph Mackinger für ihre Berichterstattung über ausbeuterische Arbeitsbedingungen auf Donauschiffen mit dem Menschenrechtspreis und Barbara Tóth für ihre journalistische Aufklärung einer gezielten Rufmordkampagne gegen Alexandra Föderl-Schmid mit dem Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet. Armin Thurnher wurde für sein journalistisches Lebenswerk geehrt, insbesondere für seine jahrzehntelange Rolle als kritische, intellektuelle Stimme in der österreichischen Medienlandschaft sowie für seinen Einsatz für unabhängigen Journalismus.

6. Deutschsprachige Medien im Ausland
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 20:12 Minuten)
Bei “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Björn Akstinat, dem Leiter der Internationalen Medienhilfe, über die Herausforderungen und Bedeutung deutschsprachiger Medien im Ausland. Anlass des Gesprächs ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Akstinat betont, wie wichtig es sei, lokale Medien zu unterstützen, statt ausschließlich von Deutschland aus über die Welt zu berichten.

Der Presserat rügt, Tag der Pressefreiheit, Auf dem rechten Weg

1. Rügen für Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat hat sechs öffentliche Rügen wegen Verstößen gegen den Pressekodex ausgesprochen. Betroffen waren dabei vor allem Veröffentlichungen von Bild.de. Gerügt wurden unter anderem identifizierende Darstellungen von Kriegsgefangenen und Tatverdächtigen, unbelegte Vorwürfe gegen Politiker sowie eine vorverurteilende Berichterstattung in einem Strafprozess. Insgesamt habe der Presserat in dieser Runde 41 Beschwerden behandelt und neben den Rügen noch sieben Missbilligungen und zehn Hinweise erteilt.

2. Verfolgung von Journalisten kennt keine Grenzen
(taz.de, Marina Mai)
Anlässlich des Tages der Pressefreiheit berichtet die “taz” über die Gefahren für Journalistinnen und Journalisten, die im eigentlich sicher geglaubten Ausland lauern können, auch in Deutschland: “Auch im Exil sind Journalisten längst nicht vor Repression aus ihrer Heimat sicher.” Eine “Koalition gegen Transnationale Repression in Deutschland” versuche, daran etwas zu ändern. In einem weiteren “taz”-Artikel geht es konkret um die Situation ägyptischer Medienschaffender im europäischen Exil: Im Exil bedrohte Töchter, in der Heimat verhafteter Vater (taz.de, Joseph Kamel).
Weiterer Lesehinweis: Mehr als 45 Medienhäuser und Journalismus-Organisationen setzen ein Zeichen für die Demokratie: Verschiedene Medienhäuser und Journalismus-Organisationen, darunter die ARD, die “Süddeutsche Zeitung” und Reporter ohne Grenzen, starten auf Initiative des Magazins “journalist” eine Kampagne zum Internationalen Tag der Pressefreiheit. Unter dem Motto “Freie Medien. Starke Demokratie. Unsere Verantwortung” wollen sie auf die Bedeutung eines unabhängigen Journalismus für eine funktionierende Demokratie aufmerksam machen.

3. Auf dem rechten Weg nach Deutschland
(republik.ch, Marco Maurer)
Die “Neue Zürcher Zeitung” (“NZZ”) aus der Schweiz habe in ihrem Berliner Büro in den vergangenen Jahren zunehmend rechte und populistische Positionen vertreten, kritisiert Marco Maurer in seinem ausführlichen Beitrag für das Magazin “Republik”. Früher habe die “NZZ” als liberale Qualitätszeitung gegolten, doch inzwischen werfe man ihr vor, sie normalisiere AfD-nahe Inhalte, setze populistische Narrative ein und verschiebe den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts. Intern rechtfertige die “NZZ” diesen Kurs mit ihrem Ziel, auf dem deutschen Markt stark zu wachsen.

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4. Foto­gra­fie­verbot gegen die Bild-Zei­tung war rechts­widrig
(lto.de, Pauline Dietrich)
Wie Pauline Dietrich bei “Legal Tribune Online” berichtet, hatte das Landgericht Kiel dem Axel-Springer-Verlag für zwei Monate verboten, Fotos im Gericht zu machen, nachdem die “Bild”-Zeitung zuvor gegen Anordnungen zum Schutz von Persönlichkeitsrechten verstoßen habe. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig-Holstein habe dieses Verbot nun für rechtswidrig erklärt, da es keine ausreichenden Anzeichen für künftige Verstöße gegeben habe und das Hausrecht des Gerichts nicht zur Strafe, sondern nur zur präventiven Gefahrenabwehr genutzt werden dürfe.

5. Studie zur Berichterstattung über Künstliche Intelligenz
(otto-brenner-stiftung.de)
Die Otto Brenner Stiftung hat eine Studie veröffentlicht, die zeige, dass in der medialen Berichterstattung über Künstliche Intelligenz vor allem technologische und wirtschaftliche Perspektiven dominieren, während soziale Folgen wie Ungleichheit oder Diskriminierung nur oberflächlich behandelt werden. Zwar würden sich rund ein Viertel der untersuchten Beiträge mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit befassen, doch mangele es an Tiefe, insbesondere im Hinblick auf politische Regulierung und konkrete Lösungsansätze.

6. Berichten ARD und ZDF konfliktsensibel über den Ukrainekrieg? Ein Blick auf die Berichterstattung in deutschen Nachrichtensendungen
(de.ejo-online.eu, Henrike Utsch)
Henrike Utsch hat sich in ihrer Bachelorarbeit damit beschäftigt, wie konfliktsensibel die Nachrichtensendungen “tagesthemen” (ARD) und “heute journal” (ZDF) über den Ukrainekrieg berichten. Ihre Analyse zeigt, dass beide Sendungen die Konfliktparteien überwiegend neutral darstellen und oft den historischen und geopolitischen Kontext berücksichtigen würden. Allerdings würden westliche Sichtweisen stark dominieren und unabhängige Experten, friedensfördernde Initiativen und zivile Perspektiven selten berücksichtigt. Zudem berichte das “heute journal” insgesamt wertender und stärker pro-ukrainisch, während die Sendung “tagesthemen” stärker auf Neutralität setze.

Drohender Kulturkampf?, Problem mit Ruhegeldern, Zerschlagung

1. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer braucht einen Masterplan
(djv.de, Gina Schad)
Gestern verkündete der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass Wolfram Weimer, einst Chefredakteur der “Welt” und des “Focus”, Kulturstaatsminister werden soll. Der Deutsche Journalisten-Verband kommentiert Weimers Ernennung: “Durch seinen beruflichen Hintergrund als Verlagsmanager kennt Wolfram Weimer den Hintergrund privater Medienhäuser. Wir hoffen daher, dass er sich für eine zukunftsweisende Journalismusförderung einsetzen wird, der Qualitätsjournalismus in der Fläche garantieren wird und nicht auf eine reine Subventionierung der Zustellung von Printprodukten setzt.”
Weiterer Lesetipp: In der “taz” konstatiert Dirk Kniphals: “Droht also jetzt ein rechter Kulturkampf von der Spitze des Kulturstaatsministeriums aus? Es spricht tatsächlich viel dafür, dass Weimer geholt wird, um es den Linken, den ‘Gutmenschen-Bevormundern und moralischen Besserwissern’, wie er im Vorwort zu seinem Buch formuliert, zu zeigen. Avancierte, emanzipative und popkulturelle Ansätze müssen sich auf Gegenwind einstellen.”

2. Der RBB wird sein Problem mit hohen Ruhegeldern nicht los
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der RBB sei vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, die hohen Ruhegeldzahlungen an eine ehemalige Programmdirektorin einzustellen, und müsse der Frau weiter monatlich über 8.000 Euro Ruhegeld zahlen. Der öffentlich-rechtliche Sender habe erfolglos argumentiert, die Verträge seien sittenwidrig und würden wegen der enormen Gesamtsummen ein “wucherähnliches Rechtsgeschäft” darstellen.
Weiterer Lesetipp: In seinem Kommentar beim “Tagesspiegel” fragt Joachim Huber: “Ist nun moralisch fragwürdig, was rechtlich zulässig ist? Das muss die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, das muss Claudia Nothelle für sich entscheiden.”

3. Warum es für Alphabet, Meta & Co. eng werden könnte
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Tomas Rudl beschreibt, wie große Technologiekonzerne durch kartellrechtliche Untersuchungen und Gerichtsverfahren immer stärker unter Druck geraten. Insbesondere Alphabet (Google) drohe nach den jüngsten Urteilen die Zerschlagung. Rudl erläutert auch die politische Dimension dieser Verfahren, in denen Republikaner wie Donald Trump und JD Vance die Konzerne nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ideologisch ins Visier nähmen.

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4. Newsletter Netzwerk Recherche 244
(netzwerkrecherche.org, Stefanie Dodt)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit Überlegungen von Stefanie Dodt, warum Redaktionen ihre Rechercheobjekte nicht erst kurz vor der Veröffentlichung konfrontieren sollten, und wie ein frühzeitiger Dialog zu mehr Vertrauen führen kann. Außerdem gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

5. Urteil: Medienwächter dürfen Pornoplattformen sperren lassen
(digitalfernsehen.de, Florian Pötzsch)
Das Verwaltungsgericht Berlin habe entschieden, dass die Medienanstalt Berlin-Brandenburg berechtigt sei, Internetanbieter zur Sperrung der deutschsprachigen Pornoseiten “Pornhub” und “Youporn” zu verpflichten, da deren Betreiberin “Aylo Freesites” jahrelang Jugendschutzauflagen ignoriert und finanzielle Interessen über rechtliche Vorgaben gestellt habe. “Aylo Freesites” könne gegen diese Entscheidung noch Rechtsmittel beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.

6. Filmtipp: Good News
(verdi.de, Jürgen Kiontke)
Jürgen Kiontke empfiehlt “Good News”, einen Spielfilm von Hannes Schilling über den Journalisten Theo, der unter beruflichem und finanziellem Druck eine Reportage über Rebellen in Südthailand erfindet. Der Film reflektiere kritisch, aber empathisch, über die Isolation von Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten in gefährlichen Gebieten, den Druck und die Gefahren im Journalismus und erinnere dabei an reale Fälle wie den von Claas Relotius.

KW 17/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Warum ist der Tod des Papstes so ein Medienspektakel?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:35 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Moderator Holger Klein mit der Journalistin Christiane Florin darüber, warum der Tod von Papst Franziskus trotz der seit Jahren sinkenden Relevanz der Kirche zu einem großen Medienspektakel wurde. Florin erklärt, dass die katholische Kirche meisterhaft Inszenierungen beherrsche, kritische Themen wie Missbrauch in der Berichterstattung jedoch oft untergehen würden. Darüber hinaus erörtern die beiden, warum religiöse Themen journalistisch anspruchsvoll sind und wie gute, kritische Religionsberichterstattung aussehen kann.

2. Politikpodcasts – Trend oder nur Strohfeuer?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 29:04 Minuten)
Jonathan Schulenburg unterhält sich bei “BR24 Medien” mit Jasmin Brock, Moderatorin des BR-Politikpodcasts „Die Entscheidung“, über den aktuellen Boom politischer Podcasts, der besonders rund um die Bundestagswahl zu beobachten war. Gemeinsam reflektieren sie, ob dieser Trend nachhaltig ist oder nur kurzfristig durch das politische Großereignis befeuert wurde. Außerdem diskutiert Schulenburg mit Constanze Kainz, Ressortleiterin Podcast bei „Zeit Online“, über das Erfolgsrezept der populären Politikformate und deren Konkurrenzfähigkeit zu erfolgreichen Genres wie True Crime.

3. “Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat eine Bringschuld”
(youtube.com, Markus Trantow, Video: 43:41 Minuten)
Im „turi2“-Videointerview kritisiert Zeitverlag-Chef Rainer Esser, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) eine Bringschuld gegenüber den Qualitätsmedien habe und mehr Initiative bei der Zusammenarbeit mit den Verlagen zeigen müsse. Esser fordert außerdem einen Umbau des ÖRR, um interne Strukturen abzubauen, statt höhere Gebühren zu fordern oder das Angebot zu reduzieren. Außerdem betont er die Bedeutung der Sozialen Medien für die “Zeit” und deren Rolle als Gegengewicht zu populistischen Kräften.

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4. 2. Gothaer Mediengespräch
(youtube.com, Oscar am Freitag-TV, Video: 1:11:10 Stunden und 1:19:23 Stunden)
Beim 2. Gothaer Mediengespräch berichtet der Journalist Sergej Lochthofen im Dialog mit Yvonne Backhaus-Arnold („Hanauer Anzeiger“) und Maik Schulz („Oscar am Freitag TV – Gothaer Lokalfernsehen“) von seinen Erinnerungen an die Transformation der ehemaligen SED-Zeitung “Das Volk” in die “Thüringer Allgemeine”. Weiterer Gucktipp: Der zweite Teil des Gesprächs mit Jochen Fasco, Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt, dem MDR-Journalisten Lars Sänger, dem Altenburger Lokal-TV-Macher Mike Langer, dem Funke-Politikjournalisten Fabian Klaus sowie Sebastian Scholz, dem Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbands Thüringen.

5. Das neue “KLAR”-Format & Richtigstellung der BILD im Fall Judy S
(wdr.de, Anja Backhaus, Audio: 40:04 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin „Töne, Texte, Bilder“ geht es unter anderem um die kritische Auseinandersetzung mit Medienpraktiken und deren gesellschaftlichen Auswirkungen, beispielsweise im neuen öffentlich-rechtlichen TV-Format “KLAR”, das kontroverse Debatten ausgelöst habe und den Migrationsdiskurs negativ beeinflussen könnte. Außerdem werden Fälle von medialer Falschberichterstattung wie etwa bei der “Bild”-Zeitung aufgegriffen. Auf dieser Grundlage wird diskutiert, wie Betroffene gegen Diffamierungen im Internet vorgehen können.

6. YouTube-Stars, die (noch) kaum jemand kennt
(youtube.com, Annette Zinkant, Video: 58:57 Minuten)
In den vergangenen 20 Jahren sind immer mehr Menschen zu begeisterten Youtubern und Youtuberinnen geworden. Die WDR-Doku von Annette Zinkant begleitet verschiedene Menschen, darunter Rudi, der nach dem Verlust seiner Frau in seinem Gartenkanal Halt findet, Birgit, deren Dohle Gunna das Familienleben unterhaltsam bereichert, und die Freunde Raje und Besard, die davon träumen, mit ihrem humorvollen Podcast eines Tages Geld zu verdienen.

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