Suchergebnisse für ‘the’

KW 23/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Was bringen eigentlich Programmbeschwerden?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 30:22 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem Medienjournalisten Stefan Fries über die Frage, ob und was Programmbeschwerden bei den öffentlich-rechtlichen Sendern bewirken: “Wie kann man eigentlich eine Programmbeschwerde einreichen? Wie sehen die Beschwerdeverfahren genau aus? Warum beschäftigen sich die Gremien nur mit einem Bruchteil der eingereichten Beschwerden? Und warum waren aus Sicht der Rundfunkräte 2024 nur fünf Beschwerden berechtigt?”

2. Politischer Journalismus neu gedacht: Podcasts
(youtube.com, Anna Dushime, Video: 1:00:14 Stunden)
In dem Gespräch auf der re:publica 25 diskutieren Anne  Will (TV-Talkerin und inzwischen Podcast‑Hostin) und Ulf  Buermeyer (Jurist und Co‑Moderator des Podcasts “Lage  der  Nation”) unter der Leitung von Anna  Dushime darüber, wie Podcasts den politischen Journalismus neu prägen können. Sie sprechen über die Vorteile solcher Formate sowie über Herausforderungen wie Wirtschaftlichkeit und die Sichtbarmachung weiblicher Stimmen.

3. Investigativ Inside: Wie klopft man den Mächtigen auf die Finger?
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 31:02 Minuten)
Nina Landhofer hat sich mit Anette Dowideit (“Correctiv”), Verena Nierle (BR-Recherche) und Ingo Lierheimer (Leiter BR-Politikredaktion) über den Investigativjournalismus unterhalten: “Wie arbeiten Investigativ-Redaktionen? Wie heikel sind große Recherchen für Quellen aber auch Reporterinnen und Reporter? Wie hat sich die Berufsbeschreibung in den letzten Jahren verändert?”

Bildblog unterstuetzen

4. Survivalstrategien für die Medienbranche
(youtube.com, Ellen Heinrichs, Video: 31:08 Minuten)
In ihrem re:publica-Vortrag spricht Ellen  Heinrichs über die aktuellen Krisen im Journalismus wie Nachrichtenvermeidung, Vertrauensverlust, Polarisierung und veraltete Geschäftsmodelle. Sie beschreibt den radikalen Wandel, dem Medien durch veränderte Nutzungsgewohnheiten und den ökonomischen Druck unterlägen. Ziel müsse es sein, neue Strategien zu entwickeln, mit denen der Journalismus auch zukünftig Bestand haben kann.

5. #SaveCOSMORadio und neue Plattform für Lokaljournalismus
(wdr.de, Steffi Orbach, Audio: 38:12 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” geht es unter anderem um die Zukunft des WDR-Radiosenders Cosmo, für dessen Erhalt sich aktuell eine Petition einsetzt. Außerdem wird die neue Plattform “molo” vorgestellt, die Lokaljournalismus digital und regional gebündelt zugänglich machen will. Des Weiteren wird über den TV-Sender “Zukünftiges Russland” berichtet, den Julija Nawalnaja im Gedenken an ihren verstorbenen Mann Alexej Nawalny gegründet hat.

6. Wie wir den Journalismus retten
(youtube.com, Lotte Theis & Thomas Laschyk, Video: 30:25 Minuten)
In ihrem Vortrag gehen Lotte Theis und Thomas Laschyk vom “Volksverpetzer” der Frage nach, warum aktuelle Medienkrisen sich nicht mit oberflächlichen TikTok-Formaten lösen lassen. Sie argumentieren, dass politische Fokussierung, investigativer Journalismus und systemische Veränderungen notwendig seien: “Wir brauchen ein grundlegendes, anderes Verständnis im Journalismus, andere Strukturen, mehr Vielfalt – von den Inhalten, bis hin zu Personal und Geschäftsmodellen.”

“Trusted Flagger”, Falschberater TikTok, Vermittlung gescheitert

1. Wie rechte Parteien in ganz Europa gegen öffentlich-rechtliche Medien vorgehen
(republik.ch, Dennis Bühler & Priscilla Imboden)
Rechtspopulistische Parteien wie die SVP in der Schweiz, die FPÖ in Österreich und die AfD in Deutschland würden gezielt Strategien verfolgen, um öffentlich-rechtliche Medien zu schwächen und zu diffamieren. Das Vorgehen ließe sich in vier Schritten zusammenfassen: Zunächst würden die Medien diskreditiert, dann finanziell durch Gebührenkürzungen unter Druck gesetzt, danach politisch vereinnahmt oder in Partei- und Propagandasender umgewandelt, und schließlich würden eigene rechte Mediennetzwerke aufgebaut.

2. “Medien machen sich von mächtigen Techunternehmen abhängig”
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Die Digitalexpertin und ehemalige EU-Abgeordnete Marietje Schaake warnt im Interview mit Sonja Peteranderl vor der wachsenden politischen Macht großer Tech-Konzerne. Schaake kritisiert insbesondere, dass Medien zu abhängig von Konzernen wie Google, Meta oder X seien und dadurch demokratische Prozesse gefährden würden. Sie fordert deshalb mehr Transparenz und eine wirksamere Regulierung, um die Demokratie gegen den zunehmenden Einfluss der Tech-Giganten zu schützen.

3. Bundesnetzagentur ernennt drei weitere Trusted Flagger
(zeit.de)
Die Bundesnetzagentur habe im Rahmen des Digital Services Act der EU drei weitere Organisationen (Bundesverband Onlinehandel, HateAid, Verbraucherzentrale Bundesverband) als sogenannte “Trusted Flagger” zertifiziert, damit strafbare Inhalte auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube effizienter gemeldet werden könnten. “Trusted Flagger” seien in der Lage, Hinweise auf möglicherweise illegale Inhalte mit Priorität bei den Plattformen zu platzieren, sie könnten jedoch selbst keine Löschentscheidungen treffen. Dies liege weiterhin in der Verantwortung der Plattformbetreiber.

Bildblog unterstuetzen

4. RBB kann sich nicht mit Ex-Intendantin Patricia Schlesinger einigen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der RBB habe sich nicht mit seiner ehemaligen Intendantin Patricia Schlesinger auf eine außergerichtliche Einigung verständigen können. Schlesinger verlange vom öffentlich-rechtlichen Sender ein monatliches Ruhegeld, während der RBB seinerseits Schadensersatz in Millionenhöhe von ihr fordere. Da die Vermittlungsversuche gescheitert seien, werde das Gericht voraussichtlich Anfang Juli eine Entscheidung treffen.

5. Brauchen wir ein öffentlich-rechtliches soziales Netzwerk, Gavin Karlmeier?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 22:36 Minuten)
Bei “Läuft”, dem Podcast von epd medien und Grimme-Institut, hat sich Alexander Matzkeit mit dem Digitalberater und Podcast-Host Gavin Karlmeier (“Haken dran”) unterhalten: “Sind soziale Netzwerke von Tech-Milliardären als Ausspielkanäle für ARD und ZDF noch angemessen? Oder ist es an der Zeit, eine europäisch-demokratische Alternative zu schaffen? Wie könnte sie aussehen?”

6. Viele beliebte TikToks zu psychischer Gesundheit sind fehlerhaft
(spiegel.de)
Viele TikTok-Videos zum Thema psychische Gesundheit würden falsche oder unzuverlässige Informationen verbreiten, wie eine Untersuchung der britischen Zeitung “Guardian” ergeben habe. Mehr als die Hälfte der beliebten Videos enthalte demnach fehlerhafte Tipps oder Versprechen, beispielsweise vermeintlich einfache Lösungen für Angstzustände oder Traumata. Experten würden warnen, dass solche Inhalte Nutzerinnen und Nutzer verwirren oder von notwendiger professioneller Hilfe abhalten könnten.
Weiterer Lesetipp zu TikTok: TikTok-Charts Mai 2025: Ein Monat der Abschiede und Neuanfänge (dwdl.de, Simon Pycha).

Zukunft von Phoenix, An den Rand gedrängt, Generationen-Stereotype

1. “Ich verstehe nicht, warum Phoenix in Frage gestellt wird”
(dwdl.de, Senta Krasser)
Bei “DWDL” berichtet Senta Krasser, dass der Fernsehsender Phoenix möglicherweise abgeschafft werden könnte, da ARD und ZDF im Zuge von Sparmaßnahmen zwei ihrer vier Informationskanäle einstellen müssten. Der langjährige Phoenix-Korrespondent Gerd-Joachim von Fallois äußere dazu deutliches Unverständnis und betone, der Sender sei unverzichtbar für die politische Bildung, biete einzigartige Einblicke und ermögliche ausführliche Analysen politischer Ereignisse. Fallois argumentiere, Phoenix erfülle seit Jahrzehnten konsequent seinen Auftrag und dürfe daher keinesfalls geopfert werden.

2. An den Rand gedrängt: Die mediale Marginalisierung Afrikas
(de.ejo-online.eu, Ladislaus Ludescher)
In deutschsprachigen Leitmedien werde Afrika laut Ladislaus Ludescher stark marginalisiert und bekomme nur sehr wenig Aufmerksamkeit. Selbst große Krisen und Kriege wie im Sudan oder in der Region Tigray würden kaum erwähnt oder gänzlich ignoriert. Wenn doch über Afrika berichtet werde, dann fast ausschließlich über negative Themen. Dadurch entstehe ein einseitiges und oft stereotypes Bild.

3. Newsletter Netzwerk Recherche 245
(netzwerkrecherche.org, Annelie Naumann)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Annelie Naumann über die in zwei Wochen stattfindende zweitätige Jahreskonferenz des Netzwerks in Hamburg. Außerdem gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

Bildblog unterstuetzen

4. Digitalabgabe könnte Schieflage ausgleichen
(verdi.de)
Die Gewerkschaft Verdi unterstützt die von Staatsminister Wolfram Weimer vorgeschlagenen Pläne zur Einführung einer Digitalabgabe: “Eine Digitalabgabe würde endlich damit beginnen, die Marktschieflage zwischen in Deutschland tätigen Tech-Giganten und traditionellen Medienunternehmen auszugleichen. Die sich daraus ergebenden Erlöse sollten gezielt zur Förderung von Digitaljournalismus und demokratiefördernden publizistischen Projekten eingesetzt werden.”

5. Generationen-Stereotype in Medien
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, 31:55 Minuten)
Auf der Digitalkonferenz re:publica sprachen Constanze Grießler (ORF), Christoph Daldrop (Universität Kiel) und Tobias Westphal (Jugendpresse e.V.) darüber, wie Medien Altersklischees fortschreiben und welche Auswirkungen diese Narrative auf Gesellschaft und Wahrnehmung haben.

6. Neuer Bericht über seinen Drogenkonsum – Elon Musk wirft »New York Times« Lügen vor
(spiegel.de)
Die “New York Times” (“NYT”) berichtet laut “Spiegel” unter Berufung auf Insider, Elon Musk habe während seines Engagements im US-Wahlkampf für Donald Trump erheblich mehr Drogen konsumiert als bekannt, darunter Ketamin, Ecstasy und psychedelische Pilze. Musk habe die Vorwürfe als Lügen bezeichnet und die Vertrauenswürdigkeit der “NYT” infrage gestellt, jedoch eingeräumt, in der Vergangenheit verschreibungspflichtiges Ketamin gegen depressive Episoden genommen zu haben. Unklar bleibe, ob Musk während seiner gerade beendeten Zeit als Regierungsberater unter Drogeneinfluss stand.

KW 22/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Wie Israels Krieg in Gaza die Pressefreiheit bedroht
(youtube.com, Manuel Biallas & Lisa Maria Hagen & Jonas Schreijäg & Pia Steckelbach, Video: 30:37 Minuten)
Der Krieg Israels im Gazastreifen schränke die Pressefreiheit stark ein, berichtet das NDR-Medienmagazin “Zapp”. Medienschaffende würden bedroht, angegriffen oder sogar getötet. Der Beitrag zeigt, wie schwierig es für Reporter und Reporterinnen geworden ist, offen und sicher über die Lage in Gaza zu berichten. Es stelle sich die Frage: “Wie können Medien überhaupt noch aus Gaza und besetzten Gebieten berichten?”

2. Schaut der Sportjournalismus beim Thema Doping zu oft weg?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 40:56 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit dem auf Sport spezialisierten Investigativjournalisten Hajo Seppelt: “Wie arbeitet die Dopingredaktion der ARD? Welchen Stellenwert hat das Thema heute im Vergleich zu früher? Was kritisiert er an der eigenen Branche? Und warum sagt Seppelt ungern seinen Namen, wenn er ans Telefon geht?”

3. re:publica 25: Roland Meyer – Generative KI und die Ästhetik des digitalen Faschismus
(youtube.com, re:publica, Roland Meyer, Video: 26:39 Minuten)
In seinem Vortrag auf der re:publica spricht Bild- und Medienwissenschaftler Roland Meyer über die Ästhetik und die politische Dimension generativer KI. Diese werde insbesondere von der globalen Rechten genutzt, um rassistische und sexistische Klischees sowie nostalgische Sehnsüchte zu bedienen. Er kritisiert, dass KI-Modelle nicht neutral seien, sondern aufgrund ihrer Trainingsdaten und der bevorzugten Ästhetik ihrer Nutzerinnen und Nutzer überwiegend stereotype und diskriminierende Bilder erzeugen würden.

Bildblog unterstuetzen

4. Was hat Gossip mit Politikjournalismus zu tun?
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 24:19 Minuten)
Nina Landhofer spricht mit Politik-Influencer Fabian Grischkat, Endometriose-Aufklärerin Theresia Crone, Ernährungsexpertin Sanaz Saleh-Ebrahimi und Charlotte Thies vom “Volksverpetzer” darüber, wie Medien junge Menschen besser erreichen können. Jugendforscher Klaus Hurrelmann sieht Soziale Medien nicht nur als Problem, sondern auch als Chance für die politische Kommunikation. Die Anthropologinnen Maria Ava Fischer und Moxi Ochsenbauer erklären zudem, warum Gossip ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Themen und Interessen der Generation Z sei.

5. Schluss mit Privilegien? Social Media und Regulierung
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 16:21 Minuten)
Der Anwalt Chan-jo Jun war bei “Medien – Cross und Quer” zu Gast: “Für ihn sind X und Co. Medien, die sich in Wahlkämpfe einmischen und das politische Klima beeinflussen können.” Jun kämpfe seit rund zehn Jahren gegen die Macht der Social-Media-Konzerne und gelte als Befürworter einer robusten staatlichen Regulierung dieser Plattformen. Darüber spricht er mit Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer.

6. Wie weit dürfen Medien gehen?
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 17:44 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem YouTube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen kritischen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, YouTubern und Social Media. In seinem aktuellen Video kritisiert er, dass Jan Böhmermann und dessen Team vom “ZDF Magazin Royale” mit der Enthüllung der privaten Identität des YouTubers “Clownswelt” zu weit gegangen seien, da das öffentliche Interesse dafür nicht ausreichend begründet worden sei. Zudem bemängelt Schönauer, dass Böhmermann kaum auf die konkreten Inhalte und potenziellen Rechtsverstöße des Kanals eingehe, sondern stattdessen persönliche Informationen preisgebe. Böhmermanns Aktion sei letztlich kontraproduktiv, da sie dem kritisierten Kanal massiven Zulauf und Aufmerksamkeit verschafft habe.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Gaza, Kommt die Digitalabgabe?, Ohrfeigen für den Journalismus

1. Journalisten müssen vor Gericht gehört werden
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen setzt sich dafür ein, dass palästinensische Journalistinnen und Journalisten, die in Gaza Opfer israelischer Angriffe wurden, beim Internationalen Strafgerichtshof offiziell als Opfer und nicht nur als Zeugen gehört werden. Ziel sei es, den betroffenen Medienschaffenden zu Gerechtigkeit zu verhelfen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

2. Kulturstaatsminister will Internetriesen zur Kasse bitten
(spiegel.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plane eine Digitalabgabe, bei der große Internetplattformen wie Google und Meta künftig zehn Prozent ihrer in Deutschland erzielten Umsätze abführen sollen. Vorbild für das Vorhaben sei Österreich, wo eine ähnliche Abgabe bereits seit 2020 gelte und keine relevanten Preiserhöhungen für Endkunden verursacht habe.

3. “TikTok ist schuld, oder nicht?”
(blog.medientage.de, Bettina Pregel)
Der Blogger und Politikberater Martin Fuchs warnt im Gespräch mit Bettina Pregel davor, gesellschaftliche Probleme wie Radikalisierung und Einsamkeit allein TikTok zuzuschreiben. Fuchs betont, dass zur demokratischen Meinungsbildung eine umfassende Medienkompetenz aller Altersgruppen nötig sei, da viele Menschen Schwierigkeiten hätten, belastbare Quellen von unseriösen Informationen zu unterscheiden.

Bildblog unterstuetzen

4. SWMH-Mediengruppe will sich von Regionalzeitungen in Baden-Württemberg trennen
(swr.de)
Die Südwestdeutsche Medienholding, unter anderem mehrheitliche Eigentümerin der “Süddeutschen Zeitung”, beabsichtige, ihre Regionalzeitungen in Baden-Württemberg wie die “Stuttgarter Zeitung” und die “Stuttgarter Nachrichten” an die Neue Pressegesellschaft (unter anderem “Südwest Presse”) zu verkaufen. Die Übernahme stehe noch unter Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung, soll aber nach Genehmigung ein neues Zeitungshaus mit rund 700.000 Exemplaren Gesamtauflage schaffen. Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft Verdi seien besorgt wegen möglicher Arbeitsplatzverluste und würden vor einer zunehmenden Medienkonzentration warnen.

5. SLAPP: Ohrfeigen für den kritischen Journalismus
(dfjv.de, Gunter Becker)
Gunter Becker beschreibt in seinem Beitrag, wie Journalistinnen und Journalisten durch sogenannte SLAPP-Klagen (strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung) eingeschüchtert und mundtot gemacht werden sollen, insbesondere wenn sie über brisante Themen wie Korruption oder gesundheitliche Risiken recherchieren. Anhand konkreter Fälle zeigt Becker, dass SLAPP-Klagen von Behörden, Unternehmen sowie Politikerinnen und Politikern genutzt werden, um kritische Berichterstattung durch juristischen und finanziellen Druck zu unterbinden.

6. Gleichstellungsbeauftragte im ÖRR stärken
(verdi.de, Claudia Krieg)
Das Verdi-Medienmagazin “M” hat mehrere Gleichstellungsbeauftragte von öffentlich-rechtlichen Sendern (SWR, NDR, BR) dazu befragt, ob sie ihre Arbeit als effektiv für mehr Geschlechtergerechtigkeit erleben. Die Antworten würden zeigen, dass die jeweiligen Maßnahmen der Sender unterschiedlich erfolgreich und vielfältig sind. Dazu gehören Maßnahmen wie spezielle Mentoringprogramme, die Teilnahme an Initiativen wie der “50:50-Challenge” und der Einsatz von Checklisten und Schulungen, um Diskriminierung zu verhindern und das Bewusstsein für Vielfalt zu stärken.

“Friedvoller Krieger”, RTL war sein Fernsehreich, Schreiber für Springer

1. ZDF und ARD: Wie ein “friedvoller Krieger” den ÖRR lahmlegen will
(correctiv.org, Samira Frauwallner)
Einer Recherche von “Correctiv” zufolge seien im Jahr 2024 zehntausende Beschwerden gegen ARD und ZDF von einem einzigen Internetportal orchestriert worden. Hinter der digitalen Kampagne stehe der Unternehmer Markus Bönig, der über seine Plattform Rundfunkalarm.de massenhaft standardisierte Beschwerden verbreite, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu lähmen. Zusätzlich werbe Bönig mit seinem Projekt “Beitragsblocker” für einen finanziellen Boykott des Rundfunkbeitrags, obwohl dies Nutzerinnen und Nutzer rechtlich und finanziell gefährden könne.

2. Die ganz große Verweigerung
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Lars Lubienetzki berichtet über eine Studie von Ralf Hohlfeld und Vivian Stamer von der Universität Passau, die untersucht haben, warum eine Gruppe radikaler Kritiker den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) ablehnt und dessen Abschaffung fordert. Die Befragten hätten die Öffentlich-Rechtlichen als links-grün voreingenommen und regierungsnah kritisiert. Hohlfeld sehe darin eine reaktionäre Gegenbewegung und empfehle dem ÖRR, durch konservative Formate verlorene Bevölkerungsgruppen zurückzugewinnen.

3. Überraschender Wechsel: Constantin Schreiber geht zu Springer
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nachrichtensprecher Constantin Schreiber wechselt nach seinem überraschenden Abschied von der “Tagesschau” zum Axel-Springer-Konzern, wo er künftig für das internationale “Global Reporters Network” arbeiten solle. Dort werde er vor allem aus Tel Aviv über den Nahen Osten berichten und Inhalte für diverse Springer-Medien wie “Welt”, “Bild” und “Politico” produzieren. Springer verspreche sich von Schreibers Wechsel tiefere und international vernetzte Recherchen zu geopolitischen Themen.
Um Constantin Schreibers publizistisches und literarisches Schaffen hatte es zuvor einige Kontroversen gegeben. Dazu weitere (Archiv-)Lesetipps: In Dubai bekommt der “Tagesschau”-Sprecher Glitzern in den Augen: “Constantin Schreiber hat ein Buch über Dubai geschrieben. Keine journalistische Auseinandersetzung, sondern: einen Reiseführer. Schreiber ist ‘fasziniert’ und ‘beeindruckt’ – und versteckt Kritik zwischen glitzernden Hochhäusern” (übermedien.de, Boris Rosenkranz). Sein Buch “Kinder des Koran” löste Kontroversen in der Fachwelt aus: Verzerrungen und Vorurteile – eine ausführliche, kritische Rezension zu Constantin Schreibers “Kinder des Koran” (disorient.de, Jan Altaner). Und auch Schreibers Roman “Die Kandidatin” wurde kritisch diskutiert: “Constantin Schreiber beschreibt in ‘Die Kandidatin’ eine feindliche Übernahme Deutschlands durch Muslime. Der Roman strotzt vor Ressentiments.” (taz.de, Stefan Buchen)

Bildblog unterstuetzen

4. Zum Tod von Helmut Thoma: RTL war sein Fernsehreich
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Beim “Tagesspiegel” erinnert Joachim Huber an den Fernsehmacher Helmut Thoma, der im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Thoma habe RTL als Geschäftsführer zum populären Erfolgssender gemacht, indem er bewusst auf provokante und unterhaltsame Inhalte gesetzt habe. Er habe nie ein besseres, sondern immer ein anderes Fernsehen machen wollen und dabei stets auf die Wünsche des Publikums statt auf Bildung gesetzt. Obwohl Helmut Thoma 1998 als Senderchef abgelöst wurde, sei RTL bis zuletzt sein “Baby” geblieben.
Weitere Lesetipps: One-Man-Show: Ein Bauchmensch, der den Mainstream erspürte (dwdl.de, Torsten Zarges) und Helmut Thoma in seinem letzten großen Interview: “Bertelsmann ist kein Kreativ-Konzern” (kress.de, Rupert Sommer). Beim “RedaktionsNetzwerk Deutschland” hat Imre Grimm für seinen Nachruf ein treffendes Zitat des Fernsehmachers herausgesucht: “Ich möchte nicht in diesem riesigen Ameisenhaufen der Menschheit eine Normal-Ameise sein, ich möchte wenigstens eine mit einer Schleife sein.”

5. Demokratie braucht starken Lokaljournalismus: Der flammende Appell zweier Chefredakteure
(kress.de, Marc Bartl)
Mit Michael Husarek (Verlag Nürnberger Presse) und Peter Müller (“Augsburger Allgemeine”) beklagen zwei Chefredakteure von Lokalmedien, dass die neue Bundesregierung regionale Medien trotz ihrer Bedeutung für die Demokratie im Stich lasse und eine dringend nötige Unterstützung verweigere. Die Lage lokaler Zeitungen sei dramatisch, viele Redaktionen müssten sparen und könnten ihre demokratische Kontrollfunktion kaum noch erfüllen. Um den Lokaljournalismus finanziell zu stärken seien konkrete politische Maßnahmen nötig, wie etwa eine Senkung der Mehrwertsteuer.

6. Spotify-Zahlen 2024: Mehr Reichweite – mehr Einnahmen
(radioszene.de, Michael Schmich)
Deutsche Künstlerinnen und Künstler hätten 2024 über Spotify mehr als 480 Millionen Euro an Lizenzzahlungen erzielt, ein Wachstum von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast 40 Prozent der im deutschen Markt generierten Spotify-Lizenzzahlungen seien an Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland gegangen. Spotify bleibe weiterhin ein wichtiger Hebel, um ein breiteres Publikum zu erreichen und die Karriere zu fördern.
Weiterer Lesetipp: Es gibt allerdings auch starke Kritik am Streaming-Abrechnungsmodell von Spotify. Erst kürzlich hat die deutsche Popmusikerin Balbina offengelegt, dass sie durch die Abrufe ihrer gut 24.000 monatlichen Hörerinnen und Hörer im gesamten Jahr 2024 gerade mal 343,36 Euro verdient habe, also etwa 94 Cent pro Tag: “Vor zehn Jahren, als ihre Musik über CDs vertrieben wurde, habe sie gut von ihrer Kunst leben können, erzählt sie. Heute sei das nicht mehr der Fall.”

KW 21/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Stars unserer Kindheit: Peter Lustig & Elfie Donnelly
(ardaudiothek.de, SWR Kultur & RBB, Audio: sechs Folge zwischen 33 und 42 Minuten)
In dieser sechsteiligen Podcastreihe (die ersten vier Teile sind bereits veröffentlicht, die Folgen 5 und 6 sind für den 28. Mai angekündigt) geht es um die Entstehungsgeschichten von “Bibi Blocksberg”, “Benjamin Blümchen” und “Löwenzahn” beziehungsweise den kreativen Menschen dahinter: Peter Lustig (“Löwenzahn”) und Elfie Donnelly (“Bibi Blocksberg” und “Benjamin Blümchen”), die auch privat miteinander verbunden waren. Eine zeithistorisch interessante, unterhaltsame und informative Reihe.

2. Warum Dominik Kettner einer der gefährlichsten YouTuber Deutschlands ist
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 26:31 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem YouTube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen kritischen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, YouTubern und Social Media. Diesmal hat er sich einen besonders umtriebigen YouTuber angeschaut: “Dominik Kettner wurde vom Goldhändler zu einem der größten Politik-Influencer Deutschlands. Mit welchen miesen Tricks er das geschafft hat – und wie er seinen Zuschauern auf beispiellose Weise das Geld aus der Tasche zieht, zeige ich euch in diesem Video.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

3. Wikipedia: Warum das “digitale Weltwunder” in Gefahr ist
(br.de, Linus Lüring, Audio: 33:18 Minuten)
Linus Lüring hat mit Franziska Heine aus dem Vorstand von Wikimedia Deutschland, Organisationsforscher Leonhard Dobusch und Investigativjournalist Christoph Schattleitner über die zunehmende Manipulation und politische Einflussnahme auf die Wikipedia gesprochen. Sie diskutieren darüber, wie widerstandsfähig Wikipedia gegen derartige Angriffe ist, ob die Anonymität der Autorinnen und Autoren eher Schutz oder Risiko darstellt und warum es an Mitwirkenden mangelt. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, wie Wikipedia als demokratisch relevantes Medium geschützt werden kann.

Bildblog unterstuetzen

4. Die neue Fake News Generation wird uns zerstören …
(youtube.com, Alex Böhm, Video: 11:05 Minuten)
Alex Böhm berichtet über die wachsende Verbreitung und Gefahr von KI-generierten “Fake News”. Diese würden in den Sozialen Medien, beispielsweise auf TikTok, millionenfach unkritisch konsumiert und dabei Ängste schüren oder Hass anheizen. Konkret analysiert Böhm eine virale, erfundene Katastrophenmeldung über einen tödlichen Unfall im Heide Park Soltau, deckt sie als KI-generierte Manipulation auf und kritisiert, dass Plattformen kaum gegen solche Inhalte vorgehen.

5. Neue Berufsbilder in Medien und Kommunikation
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 24:30 Minuten)
Christian Jakubetz schaut sich mit Marlene Fuchs an, wie sich die Bayerische Akademie für Fernsehen zur Bayerischen Akademie für Fernsehen und digitale Medien weiterentwickelt hat, um dem Wandel der Medienwelt gerecht zu werden. Sie sprechen darüber, dass Studierende heute nicht mehr speziell fürs klassische Fernsehen, sondern für viele digitale Plattformen und Technologien ausgebildet würden, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Zudem reflektieren sie nostalgisch das gemeinschaftliche Fernseherlebnis früherer Jahrzehnte und vergleichen es mit der schnelllebigen und vielfältigen Medienlandschaft von heute.

6. Böhmermann vs. Clownswelt – War es das wert?
(youtube.com, Alexander Prinz, Video: 29:40 Miniuten)
Der “Dunkle Parabelritter” Alexander Prinz kritisiert Jan Böhmermann und dessen “ZDF Magazin Royale” dafür, dass sie durch ihre Recherche zum YouTuber “Clownswelt” dessen Anonymität aufgehoben und ihn damit unfreiwillig zum Opfer stilisiert hätten. Prinz bemängelt, dass Böhmermann statt inhaltlich präziser Belege vor allem persönliche Details geliefert habe. Dadurch sei es der rechten Bubble ermöglicht worden, die Debatte auf das Thema Doxing umzulenken. Letztlich wirft er der Redaktion vor, durch diese strategischen Fehler den Diskurs verloren und das Gegenteil des eigentlich beabsichtigten Ziels erreicht zu haben.

Hartes Arbeitsklima, Ende der freien US-Presse?, Holger Friedrich

1. “Das Arbeitsklima ist extrem hart”
(verdi.de, Stefan Mey)
Im Interview mit Stefan Mey schildert Katharina Weiß von Reporter ohne Grenzen, dass die Berichterstattung über den Nahostkonflikt für viele Journalistinnen und Journalisten in Deutschland mit massivem Druck, Anfeindungen und struktureller Einschränkung der Pressefreiheit verbunden sei. Besonders problematisch seien körperliche Angriffe auf Demos, gezielte Online-Hasskampagnen sowie politische Interventionen und redaktionelle Selbstzensur, etwa durch Begriffssperren oder ungleiche Behandlung von Quellen.

2. Das Ende der freien Presse in den USA?
(ndr.de, Fritz Lüders, Video: 21:22 Minuten)
Der Beitrag des NDR-Medienmagazins “Zapp” zeigt, wie die Regierung von Donald Trump gezielt klassische Medien ausgrenze, regierungstreue Influencer in den Vordergrund rücke und kritische Berichterstattung systematisch unter Druck setze. Durch wirtschaftliche Hebel, rechtliche Drohungen und politische Einflussnahme auf Medienaufsicht und Auslandsrundfunk sei die Pressefreiheit in den USA massiv gefährdet. Diese Strategie bedrohe nicht nur einzelne Medienschaffende, sondern schwäche die demokratische Öffentlichkeit insgesamt.

3. Holger Friedrich sagt, wie (gut) es beim Berliner Verlag läuft – und lässt eine Zeitschrift der Weimarer Republik wieder aufleben
(kress.de, Marc Bartl)
Wie Marc Bartl bei “kress” berichtet, plant Verleger Holger Friedrich eine Neuauflage der Zeitschrift “Weltbühne”, um an deren republikanisch-antimilitaristische Tradition aus der Weimarer Zeit anzuknüpfen und Räume für offenen Diskurs zu schaffen. Gleichzeitig habe Friedrich Geschäftszahlen des Berliner Verlags (unter anderem “Berliner Zeitung”) offengelegt: 2024 sei ein operativer Gewinn von 1,4 Millionen Euro erzielt worden, was die wirtschaftliche Stabilität des Hauses belege. Als nächstes Ziel wolle Friedrich mit dem Berliner Verlag Gesellschafter der Deutschen Presseagentur (dpa) werden, um ostdeutsche Perspektiven stärker in die Medienlandschaft einzubringen.

Bildblog unterstuetzen

4. ORF jubelt über den ESC-Sieg und fängt schon an zu rechnen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Im “Austria-Update” von “DWDL” schreibt Timo Niemeier, dass der öffentlich-rechtliche ORF trotz erheblicher Sparzwänge den Eurovision Song Contest 2026 in Österreich ausrichten möchte. Die Vorbereitungen dafür hätten bereits begonnen. Gleichzeitig warne der ORF-Redaktionsausschuss vor einem massiven Programmabbau infolge eingefrorener Rundfunkbeiträge und appelliere an die Politik, die redaktionelle Unabhängigkeit zu wahren. Weitere Themen: Canal+ soll ein Angebot für die TV-Rechte an der österreichischen Bundesliga abgegeben haben, ein Verleger sei wegen Bedrohung verurteilt worden, und der Medienwissenschaftler Leonhard Dobusch ziehe als neues SPÖ-Mitglied in den ORF-Stiftungsrat ein.

5. Kritik oder Rassismus? – Warum Herkunft kein Makel ist
(thueringer-allgemeine.de, Roya Hedayati)
In einem Kommentar für die “Thüringer Allgemeine” berichtet Roya Hedayati, dass sie als Volontärin in der Lokalredaktion Arnstadt sowohl Offenheit als auch alltäglichen Rassismus erlebt habe: “Ich habe viele offene Menschen kennengelernt – und gleichzeitig erlebt, wie verletzend es sein kann, als junge Frau mit Migrationsgeschichte im Journalismus zu arbeiten.” Abwertende Kommentare über ihre Herkunft würden zeigen, dass Diskriminierung sowohl im Journalismus als auch im Alltag des Ilm-Kreises präsent sei. Hedayati ruft dazu auf, Ausgrenzung nicht zu ignorieren, sondern offen anzusprechen und sich für Vielfalt und Respekt einzusetzen.

6. Gefährlicher Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung
(netzpolitik.org, Chris Köver & Sebastian Meineck)
Bei netzpolitik.org argumentieren Chris Köver und Sebastian Meineck, dass das neue schwedische Gesetz zur Online-Sexarbeit nicht nur Sexarbeiterinnen kriminalisiere, sondern auch tief in digitale Plattformstrukturen eingreife. Plattformen wie OnlyFans oder Snapchat könnten demnach künftig strafrechtlich belangt werden. Zudem würden verstärkte Inhaltslöschungen, Profilverbote und der Ausschluss Betroffener von Zahlungsdiensten drohen. Der Gesetzgeber nutze den Schutz vor Missbrauch als Vorwand, um die Überwachung digitaler Kommunikation und Zahlungsflüsse auszuweiten.

Widersprechen oder für immer schweigen, Rollenwechsel, Förderung

1. Jetzt widersprechen oder für immer schweigen
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Bei netzpolitik.org warnt Ingo Dachwitz davor, dass der Social-Media-Konzern Meta ab dem 26. Mai öffentliche Beiträge seiner Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook und Instagram zur Schulung seiner Künstlichen Intelligenz (KI) verwenden werde, sofern diese nicht aktiv widersprechen. Dachwitz kritisiert dabei nicht nur die intransparente Gestaltung des Opt-out-Verfahrens, sondern auch die grundsätzliche Respektlosigkeit gegenüber Nutzerrechten: “Wieso lassen wir uns von diesem Konzern so behandeln? Wir sind für ihn nicht mehr als Datenvieh, das jetzt auch für die KI gemolken wird.” Hier geht es direkt zu den Widerspruchsformularen für Facebook und für Instagram.

2. Rollenwechsel mit Folgen: Wenn Journalisten Regierungssprecher werden
(turi2.de, Lena Köpsell)
epd-Hauptstadtjournalistin Lena Köpsell kommentiert, dass der Wechsel des langjährigen “SZ”-Journalisten Stefan Kornelius ins Amt des Sprechers der Regierung von Kanzler Friedrich Merz Vorwürfe über eine zu große Nähe zwischen Medien und Politik neu befeuern könnte. Köpsell erinnert daran, dass Seitenwechsel dieser Art zwar Tradition hätten, den Eindruck von klar getrennten Sphären zwischen Journalismus und Regierungshandeln jedoch schwächen könnten. Die Hauptstadtpresse werde Kornelius nun besonders aufmerksam beobachten.

3. Journalismusförderung darf nicht ausgebremst werden
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert den neuen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer auf, die Förderung des unabhängigen Journalismus nicht zu blockieren, sondern verantwortungsvoll zu unterstützen. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster betont, dass eine finanzielle Förderung möglich sei, solange diese in größtmöglicher Distanz zum Staat erfolge. In Zeiten demokratischer Bedrohungen und wirtschaftlicher Herausforderungen durch Tech-Konzerne sei eine vielfältige Medienlandschaft wichtiger denn je.

Bildblog unterstuetzen

4. Laudatio von Klaus Meier auf die “Journalistinnen und Journalisten des Jahres” 2024 von Correctiv
(mediummagazin.de, Klaus Meier)
In seiner Laudatio zur Auszeichung “Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2024” würdigt Journalistik-Professor Klaus Meier das “Correctiv”-Team für die Recherche zum “Geheimplan gegen Deutschland”, mit der ein geheimes Treffen rechtsextremer Akteure aufgedeckt wurde. Die aufwendig und mutig umgesetzte Investigativrecherche sei ein Musterbeispiel für aufklärerischen Journalismus und habe entscheidend zur gesellschaftlichen Debatte über Rechtsextremismus beigetragen. Meier betont die Wirkung der Veröffentlichung, die nicht nur große Proteste ausgelöst, sondern auch das journalistische Selbstverständnis herausgefordert und verteidigt habe.

5. “Völlig neue Chancen”: Wie sich “Monitor” zum Jubiläum verändert
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, stellt das ARD-Politikmagazin “Monitor” anlässlich seines 60-jährigen Bestehens auf eine konsequente “Digital-First”-Strategie um. Diese umfasse neue Erzählformen und eine stärkere Präsenz in der Mediathek. Redaktionsleiter Georg Restle betone die Bedeutung des Formats in Zeiten politischer Umbrüche und wolle Aktualität und Tiefe künftig noch enger verbinden. Trotz knapper Ressourcen erreiche “Monitor” heute mehr Menschen als je zuvor.

6. Anne Will über Podcasts, Presenter-Dokus und ihren Umgang mit der AfD
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit , Audio: 28:07 Minuten)
In der neuen Folge von “Läuft”, dem Podcast von epd medien und Grimme-Institut, spricht Alexander Matzkeit mit Anne Will über ihren Wechsel vom Fernsehen ins Podcast-Format und ihre veränderte Rolle als Interviewerin. Thema des Gesprächs sind auch Wills weitere Pläne mit “Politik mit Anne Will” sowie ihre Sicht auf den Umgang mit der AfD im Fernsehen. In der Medienkritik geht es außerdem um den Podcast “Stars unserer Kindheit”, der sich dem Leben und der Beziehung von Elfie Donnelly und Peter Lustig widmet.

Pressefreiheit gefährdet, Irre Jagd auf Harry Styles, Entappelliert Euch!

1. Pressefreiheit: Wirtschaft und autoritäre Tendenzen machen Medien zu schaffen
(de.ejo-online.eu, Judith Odenthal)
Judith Odenthal vom deutschsprachigen “European Journalism Observatory” berichtet, dass sich die Lage der weltweiten Pressefreiheit laut der Organisation Reporter ohne Grenzen dramatisch verschlechtert habe. Autoritäre Regime und wirtschaftliche Krisen würden den Journalismus zunehmend bedrohen. Auch in Demokratien wie den USA und Deutschland sei der Druck auf unabhängige Medien gewachsen, sei es durch politische Rhetorik oder ökonomische Zwänge.

2. Verfolgt in Berlin: Die irre Jagd auf Harry Styles
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz schildert bei “Übermedien”, wie sich der Aufenthalt des Musikers Harry Styles in Berlin zur medialen Jagd entwickle, bei der Styles’ Privatsphäre zunehmend missachtet werde. Radiosender und Boulevardblätter würden das Geschehen zusätzlich anheizen, etwa mit Prämien für Fotos oder Übersichtskarten mit Harry Styles’ Aufenthaltsorten. Rosenkranz sieht darin ein anschauliches Beispiel dafür, wie problematisch viele Redaktionen mit dem Recht auf Privatsphäre von Prominenten umgehen.

3. Grok macht »Programmierfehler« für Holocaustleugnung verantwortlich
(spiegel.de)
Elon Musks KI-Chatbot “Grok” habe Zweifel an der Zahl der im Holocaust ermordeten Jüdinnen und Juden geäußert. xAI, das Unternehmen hinter “Grok”, spreche von einer unbefugten Änderung durch einen “abtrünnigen Mitarbeiter” und habe die Äußerung inzwischen korrigiert. Zuvor habe “Grok” bereits durch das Verbreiten rechtsextremer Verschwörungsmythen für Kritik gesorgt, worauf xAI angekündigt habe, künftig transparenter vorzugehen und ein Überwachungsteam einzurichten.

Bildblog unterstuetzen

4. Über die Unabhängigkeit des profil: Was wir tun und lassen können
(profil.at, Sebastian Hofer & Jakob Winter)
Das österreichische Magazin “profil” weist den Vorwurf seiner ehemaligen Kolumnistin Barbara Blaha zurück, ihre Absetzung habe politische Gründe oder sei durch Eigentümerinteressen beeinflusst worden. Man habe sich aus redaktionellen Gründen von Blaha getrennt und betone, dass die Redaktion unabhängig von Eigentümern entscheide. Blahas Kritik am Einfluss wirtschaftlicher Strukturen auf Medien hält “profil” für irreführend und verweist im Gegenzug auf finanzielle Abhängigkeiten von Blahas Plattform Moment.at.

5. ProSiebenSat.1 übernimmt Podcast-Schmiede Studio Bummens
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, übernimmt ProSiebenSat.1 die Mehrheit an der Podcast-Produktionsfirma Studio Bummens. Dadurch sollen Produktion und Vermarktung enger verzahnt werden und sich neue Möglichkeiten für Werbekunden sowie Podcast-Talente eröffnen. Beide Seiten würden den Zusammenschluss als strategischen Meilenstein mit großem Zukunftspotenzial bewerten.

6. Appell-Titel im Trend: Wenn Bücher uns anschreien
(br.de, Knud Cordsen)
Knut Cordsen schreibt beim Bayerischen Rundfunk über seine Beobachtung, dass immer mehr Bücher mit Appell-Titeln wie “Entromantisiert Euch!” oder “Entpolarisiert Euch!” erscheinen. Der Ursprung dieser Titelwelle liege in Stéphane Hessels erfolgreichem Essay “Empört Euch!”, seither sei der imperativische Ton zur gängigen Vermarktungsstrategie geworden. Cordsen übt ironisch Kritik an der Masche und ruft den Verlagen zu: “Strengt Euch an! Erfindet Euch neu! Bewegt Euch!”

Blättern:  1 ... 43 44 45 ... 613