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Medien-Zwist, Aus der “Astro Show” gefordert, Bildnutzung durch KI

1. Woher kommt diese Lust am taktischen Foul?
(berliner-zeitung.de, Tomasz Kurianowicz & Moritz Eichhorn & Michael Maier & Margit J. Mayer)
Am vergangenen Freitag erschien im “Spiegel” ein Artikel (nur mit Abo lesbar) über die “Berliner Zeitung”: “Seit der Ost-Berliner Software-Millionär Holger Friedrich mit seiner Frau Silke die ‘Berliner Zeitung’ übernommen hat, herrscht dort viel Verständnis für Autokraten, Impfgegner und Russlanderklärer.” Nun haben Chefredaktion und Herausgeber der “Berliner Zeitung” mit einem offenen Brief reagiert, im dem sie dem “Spiegel” mangelnde Professionalität vorwerfen. Auf X/Twitter fragt sich Medienkritiker Stefan Niggemeier: “Hab ich was übersehen oder enthält diese Erwiderung der versammelten Führungsriege der Berliner Zeitung auf den Artikel des Spiegel tatsächlich keinen einzigen konkreten Beleg für Fehler oder ‘Fouls’?”

2. “Verdummung durch Esoterik”: ORF-Stiftungsrätin fordert Aus der “Astro Show”
(derstandard.at, Oliver Mark)
Die neue “Astro Show” des ORF sorgt für Widerstand. Nun hat sich die ehemalige österreichische Politikerin Sigrid Pilz mit einer Beschwerde an den öffentlich-rechtlichen Sender gewandt: “Ich möchte mich als Stiftungsrätin ausdrücklich darüber beschweren, dass der ORF mit einer Astroshow unwissenschaftliche Schwurbelei verbreitet und damit die Wissenschaftsskepsis in der Bevölkerung befördert. Ich ersuche Sie dringend, dieses und vergleichbare bereits bestehende Angebote aus dem Programm zu nehmen. Der ORF hat einen Bildungsauftrag und darf auch in der Unterhaltung nicht zur Verdummung durch Esoterik beitragen.”
Weiterer Lesetipp: “Blick in die Sterne – Die Astro Show” – Eine Rezension (steadyhq.com/de/sternengeschichten, Florian Freistetter).

3. Die ARD lehnt eine Schlichtung ab
(verdi.de)
Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die ARD für eine aus ihrer Sicht kompromisslose Haltung, angemessene Tariferhöhungen abzulehnen und sich von der Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst abzukoppeln. Nach Auffassung von Verdi führe diese Strategie der ARD zu einer Verschärfung des Tarifkonflikts.
Weiterer Lesetipp: Ton verschärft sich: Gewerkschaften sagen Gespräch mit ARD ab (dwdl.de, Timo Niemeier).

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4. Heike Raab über ÖRR-Reform: “Wollen mehr Klasse statt Masse”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier hat sich mit Heike Raab, Koordinatorin der Rundfunkkommission, über die umfassende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Rahmen des neuen Reformstaatsvertrags unterhalten. Im Fokus des Gesprächs stehen Themen wie die Reduzierung der Spartensender, die Neuordnung der Sportrechte, die Abgrenzung zur Presseähnlichkeit bei Onlineangeboten sowie offene Fragen zur zukünftigen Finanzierung.

5. DJV fordert Green-KI
(djv.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die Entwicklung einer rechtssicheren und urheberrechtskonformen “Green-KI”, um Medien und anderen Institutionen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu ermöglichen. Anlass ist eine Studie, die belege, dass das Training generativer KI-Modelle derzeit nicht mit dem geltenden Urheberrecht vereinbar sei. Der DJV betont, dass ein gesetzlicher Rahmen notwendig sei, der Urheberrechte wahrt und eine faire Vergütung sicherstellt, um kulturelle Vielfalt und Demokratie zu schützen.

6. LAION darf urheberrechtlich geschütztes Bild für KI-Training anbieten
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Wie netzpolitik.org berichtet, hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass der gemeinnützige Verein LAION ein urheberrechtlich geschütztes Foto eines Fotografen für das Training einer Künstlicher Intelligenz verwenden durfte. Der Fotograf hatte geklagt, weil er die Nutzung seines Fotos durch kommerzielle KI-Unternehmen für problematisch halte. Das Gericht habe jedoch keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine unzulässige Zusammenarbeit von LAION mit kommerziellen Unternehmen gesehen.

KW 39/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Wahl in Österreich: Der Medien-Plan der FPÖ
(ndr.de, Alexandra Bauer, Video: 23:45 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” beschäftigt sich mit dem möglichen Wahlsieg der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich und dem kritischen Umgang der Partei mit Medien. Die FPÖ attackiere unabhängige Journalistinnen und Journalisten und plane, den öffentlich-rechtlichen ORF stärker zu kontrollieren, was Experten mit einer “Orbanisierung” der Medien vergleichen würden. “Zapp”-Reporterin Alexandra Bauer beleuchtet den Wahlkampf und die Strategie der FPÖ, ihre Botschaften über eigene oder ihr nahestehende Kanäle zu verbreiten.

2. Das Informationsfreiheitsgesetz
(fachjournalist.de, Lena Bussmann, Audio: 15:26 Minuten)
Im “Fachjournalist”-Podcast spricht Lena Bussmann mit Vera Deleja-Hotko, Ressortleiterin Recherche beim Informationsfreiheitsportal “FragDenStaat”, über das Informationsfreiheitsgesetz: Wie hilft das Gesetz bei der journalistischen Recherche? Welchen Nutzen hat es über den Auskunftsanspruch der Presse hinaus? Und wie könnte das Gesetz verbessert werden?

3. Wie und mit wem Interviews geführt werden sollten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 36:57 Minuten)
Interviews sind fester Bestandteil des Medienalltags. Doch wo stößt dieses Format an seine Grenzen? Und bei welchen Personen ist ein klassisches Interview möglicherweise nicht der richtige Ansatz? Diese Fragen erörtern beim Deutschlandfunk Christiane Florin (“Kultur aktuell”), Moritz Küpper (“Informationen am Morgen”) und Sören Brinkmann (Medienredaktion).

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4. “Strategien ändern sich ständig” – Anna-Lena von Hodenberg über digitale Gewalt
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 48:13 Minuten)
Bei “This is Media” spricht Lukas Schöne mit Anna-Lena von Hodenberg von der Organisation HateAid, die Betroffene von Online-Hassrede und Hasskommentaren im Internet unterstützt: Welche Akteure sind für Hass im Netz verantwortlich? Was hat das Gesetz über digitale Dienste gebracht? Und wie hilft HateAid Betroffenen im konkreten Fall?

5. Braucht jetzt jeder Podcast auch Video?
(spotify.com, Su Holder & Chris Guse, Minuten: 34:09 Minuten)
In der aktuellen Folge von “Übers Podcasten” diskutieren Su Holder und Chris Guse über die wachsende Popularität von Video-Podcasts und deren Auswirkungen auf die Podcast-Landschaft. Sie beleuchten sowohl die Vorteile wie bessere Zuschauerbindung und Vermarktungsmöglichkeiten als auch die Herausforderungen wie höhere Produktionskosten und Einschränkungen für traditionelle Hörerinnen und Hörer. Abschließend hinterfragen sie, ob Videopodcasts eine nachhaltige Entwicklung oder nur ein vorübergehender Trend sind.

6. Meinis letzte Reportage: So ist der Job als Moderator wirklich!
(youtube.com, Sebastian Meinberg, Video: 25:36 Minuten)
Kurz bevor sich “Puls”-Reporter Sebastian Meinberg neuen journalistischen Aufgaben zuwendet, erzählt er noch einmal von seinem Alltag als Moderator und Host: Was verdient man? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen? Und wie hart ist der Job? Außerdem mit dabei: die Moderatorinnen Lola Weippert und Julia Nageler sowie Journalistik-Professor Stephan Ferdinand.

Ampel muss helfen, Streit um Fußball-Fernsehrechte, Genderwahn-Wahn

1. Ampel muss Non-Profit-Journalismus helfen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) erinnert die Regierungskoalition an ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag: “Non-Profit-Journalismus muss als eigenständiger gemeinnütziger Zweck in der Abgabenordnung verankert werden. Zu einer gesetzlichen Regelung gibt es keine Alternative, wenn die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen und Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus schaffen will”, so ROG-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

2. Die Kronen Zeitung im Genderwahn-Wahn
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert in ihrem Artikel, dass sich die österreichische “Kronen Zeitung” übermäßig mit dem sogenannten “Genderwahn” beschäftige. Statt sachlich über Gender-Themen zu berichten, werde immer wieder Empörung erzeugt, oft ohne wirklichen Bezug zum Thema: “Viele dieser Artikel sind voller künstlicher Aufregung und unsachlich. Fast schon krampfhaft versucht die Krone wieder und wieder einen Genderwahn herbeizuschreiben.”

3. Illegale Inhalte sollen schwerer auffindbar sein
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Anna Biselli beschäftigt sich bei netzpolitik.org mit den angekündigten Änderungen auf der Messaging-Plattform Telegram, die dessen Gründer und Chef Pavel Durov auf Druck der französischen Behörden angekündigt hat. Biselli ist skeptisch, was den tatsächlichen Veränderungswillen angeht: “Auffällig ist, dass sich die Änderungsankündigungen abgesehen von der Datenweitergabe vor allem auf die Suchfunktion beziehen. Zu einer etwaigen strengeren Moderation äußert sich Durov nicht.”

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4. Lokaljournalismus als Garant für Demokratie
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel berichtet über einen Kongress zum Thema “Demokratie und Journalismus”, bei dem über die Herausforderungen der Medienbranche, insbesondere des Lokaljournalismus, diskutiert wurde. Zentrale Themen waren die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Lokalmedien, die Rolle der Medienvielfalt für die Demokratie und die zunehmenden tätlichen Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten, die den öffentlichen Diskurs und die Pressefreiheit gefährden.

5. TikTok löscht Konten russischer Propagandamedien
(spiegel.de)
TikTok habe Konten der russischen Medienunternehmen RT und “Sputnik” wegen “verdeckten Einflussoperationen” dauerhaft gelöscht. Auch andere Social-Media-Plattformen wie Meta (Facebook, Instagram) hätten RT weltweit gesperrt. Die Europäische Union habe RT bereits seit 2022 wegen Desinformation blockiert. Im Gegensatz dazu seien RT-Accounts auf Elon Musks Plattform X (ehemals Twitter) außerhalb der EU weiterhin erreichbar.

6. Auk­tion um Bun­des­liga-Fern­seh­rechte muss wie­der­holt werden
(lto.de)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, hat der Sportstreamingdienst DAZN im Rechtsstreit mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) um die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte einen juristischen Sieg errungen. Dadurch müsse die Auktion für das größte TV-Rechtepaket wiederholt werden. Der Streit entbrannte, nachdem DAZN behauptete, die DFL habe ein besseres Angebot des Streamingdienstes aufgrund einer kurzfristig geforderten Bankbürgschaft abgelehnt.

Neue Rolle für Andreas Türck heute, die alte Rolle von “Bild” damals

TV-Moderator Andreas Türck hat einen neuen Job: Er wird künftig Handball-Übertragungen des Sport-Streaminganbieters Dyn moderieren. Die “Bild”-Medien berichten recht ausführlich über die Personalie, eine “richtig große Fernseh-Überraschung”. Bild.de auf der Startseite:

Screenshot Bild.de - Als Sportmoderator bei Dyn - TV-Comeback für Andreas Türck

Die “Bild”-Zeitung auf der Titelseite:

Ausriss Bild-Titelseite - Andreas Türck zurück im TV

Und groß im Blatt:

Ausriss Bild-Zeitung - TV-Comeback von Andreas Türck

Im Artikel steht unter anderem:

Seine Karriere wurde 2004 abrupt gestoppt. Grund: ein Gerichtsverfahren wegen Vergewaltigungs-Vorwürfen. Im September 2005 der Freispruch, den die Staatsanwaltschaft selbst beantragt hatte. Es gab große Zweifel an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen Opfers.

Trotzdem zog sich der Moderator aus der Öffentlichkeit zurück, moderierte erst wieder zwischen 2013 und 2017 auf Kabel Eins “Abenteuer Leben”.

Jetzt ist Türck als Sport-Moderator wieder da!

Aus unserer Sicht ist das eine etwas lückenhafte Darstellung – es gäbe da noch etwas zu ergänzen: die Rolle der “Bild”-Medien damals. Es sei eine “tendenziöse und vernichtende Berichterstattung der Boulevardpresse, allen voran ‘Bild’ und ‘Bild am Sonntag'”, gewesen, schrieb Sabine Sasse 2007 rückblickend. Wochenlang hatte die “Bild”-Redaktion sich an intimsten Details ergötzt und Andreas Türck vorverurteilt. Die Schlagzeilen aus dem August 2005, als der Prozess gegen Türck lief, lauteten beispielsweise “Die Sex-Akte Türck” und “Wird er böse, wenn Frauen nicht wollen?” und “Türck-Prozeß – Neue Sex-Enthüllung” und “Katharina (29) weinte gestern vor Gericht – So hat Türck mich vergewaltigt”. “Bild” habe einen “regelrechten Diffamierungsfeldzug gegen Türck” geführt, so Sasse.

Ein absoluter Tiefpunkt der Berichterstattung war ein Artikel, der unter der Überschrift “Hier steht Andreas Türck ein letztes Mal im Licht” in “Bild am Sonntag” erschienen ist. Autor Stefan Hauck schrieb darin über Türcks “erbärmliches Leben”: nur wenige Begabungen, Aktivitäten, die niemanden interessierten, und eigentlich schon längst “auf seinem Rückweg in die vorhersehbare Bedeutungslosigkeit”, der nur unterbrochen wurde, weil Türck “dann doch etwas Unvorhersehbares tat”. Dass Andreas Türck unschuldig war, zeichnete sich damals schon im Prozess deutlich ab.

So kommentierte auch Marion Horn, zu der Zeit Stellvertreterin von “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann und heute selbst “Bild”-Chefredakteurin, kurz vor Prozessende:

Von Anfang an war klar, daß die Staatsanwältin keinerlei Beweise hat. Von Anfang an war durch Gutachten bekannt, daß die Aussagen von Katharina B. nicht belastend sind.

Angesichts der Schlagzeilen und Artikel, die Horns Redaktion dennoch in den Wochen zuvor veröffentlicht hatte, klingt das wie blanker Hohn. Für Horn aber war alles “ein schmutziges Gerichtsspektakel”, inszeniert von der Justiz (die sicher ihren Anteil an dieser riesigen Schweinerei hatte). Es klingt, als wäre “Bild” regelrecht dazu gezwungen worden, einen Menschen fertigzumachen.

Auch nach dem Freispruch trampelten die “Bild”-Medien weiter auf Andreas Türck herum. Wegen des Prozesses landete er in einer “Bild”-Kolumne mit der Überschrift “Peinliche Promis”. In einem anderen Artikel stellte die Redaktion es so dar, als handele es sich nicht um einen “Freispruch erster Klasse”, weil die Tat bloß nicht mit Sicherheit hätte bewiesen werden können. “Bild” fragte süffisant: “Der schöne Andreas ist 1,93 Meter groß, sportlich, schlank, lächelt gern – aber für was soll er jetzt sein Gesicht ins Fernsehen halten?”

Dass die Antwort darauf nun lautet: Für Dyn, einen Streaminganbieter, der mehrheitlich dem Axel-Springer-Verlag gehört, ist eine späte Wendung, die etwas irre und auch ein bisschen traurig ist.

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Luke Mockridge, Mit Pressefeinden sprechen?, Karriere des John de Mol

1. Sat.1 strahlt neue Show mit Luke Mockridge nicht aus
(spiegel.de)
Sat.1 habe beschlossen, die neue Show von Comedian Luke Mockridge nicht auszustrahlen, nachdem dieser in einem Podcast abfällige Witze über Paralympics-Sportlerinnen und -Sportler gemacht und dies große Wellen geschlagen hatte. Der Sender hoffe, dass Mockridge weiter an seinen Fehlern arbeitet und seiner Bitte um Entschuldigung Taten folgen lässt.

2. Wie lange braucht die AfD überhaupt noch Berichte in Spiegel, Bild & ARD? Extremismus-Experte schlägt Alarm
(kress.de, Steffen Grimberg)
Im Interview mit Steffen Grimberg erklärt Olaf Sundermeyer, beim RBB für die Berichterstattung über Extremismus zuständig, dass sich Teile der AfD von traditionellen Medien wie “Spiegel” und ARD abwenden und nur noch über eigene Kanäle informieren wollen. Vor allem in Thüringen kontrolliere Björn Höcke die Berichterstattung, indem er nur ausgewählte Medien zulasse. Sundermeyer mahnt, dass Journalisten und Journalistinnen trotz dieser Hindernisse weiterhin kritisch über die Partei berichten müssen.
Weiterer Lesehinweis: Die Angst vorm Wahlbetrug geht um: “Naht ein Wahltag, ist gesichert: In Sozialen Netzwerken gehen die Warnungen vor Wahlbetrug los. Belege? Fehlanzeige. Dahinter steckt eine klare rechtspopulistische Masche, sagen Expertinnen und Experten.” (correctiv.org, Uschi Jonas)

3. Müssen Medien auch mit Pressefeinden sprechen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 34:40 Minuten)
Holger Klein hat mit “Stern”-Reporter Martin Debes über die Rolle der Medien beim Wahlerfolg der AfD und des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Thüringen gesprochen. Debes betont, dass Medien durch ihre Berichterstattung zu diesen politischen Erfolgen beigetragen haben könnten, und plädiert für eine kritische, aber ernsthafte Auseinandersetzung mit der AfD, ohne sie aus dem Diskurs auszuschließen. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Frage, wie Redaktionen mit politischen Akteuren umgehen sollen, die sie selbst als Feinde betrachten.

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4. DJV warnt vor Ausweis
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnt “vor dem Presseausweis, den die rechtsextreme Partei Freie Sachsen ausstellt”, und weist bei dieser Gelegenheit auf den eigenen Presseausweis hin: “Für hauptberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten gibt es den bundeseinheitlichen Presseausweis, den wir gemeinsam mit fünf weiteren Medienorganisationen herausgeben”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Polizeikräfte wie auch Pressestellen von Behörden und Institutionen sind darauf angewiesen, Profi-Journalisten von rechtsradikalen Aktivisten unterscheiden zu können.”

5. Mutmaßliche DSA-Verstöße: Droht X eine Sperre durch die EU-Kommission?
(rsw.beck.de, Ma­nu­el Lei­din­ger)
Wie Manuel Leidinger berichtet, ermittelt die EU-Kommission gegen die Plattform X/Twitter wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Services Act. Kritisiert würden unter anderem intransparente Werbepraktiken, der Missbrauch des blauen Häkchens und die Verweigerung des Zugangs zu wichtigen Daten für die Forschung. Bei nachgewiesenen Verstößen könnten hohe Geldstrafen verhängt werden, theoretisch wäre auch eine vorübergehende Sperrung von X in der EU möglich. Dies sei jedoch unwahrscheinlich.

6. Der beste Job der Welt? Die Formatkarriere des John de Mol
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader finden in seiner Kolumne zunächst lobende Worte für John de Mol, den Schöpfer vieler erfolgreicher TV-Formate. In letzter Zeit würden dessen Ideen jedoch oft schematisch und harmlos wirken. Shows wie “The Voice” seien weiterhin erfolgreich, aber neue Projekte wie “The Floor” oder “The Tribute” würden kaum Überraschungen bieten und bekannte Muster wiederholen. John de Mol sollte über eine Auszeit nachdenken, schlägt Schader vor: “Oder John de Mol lehnt sich angesichts seiner unstrittigen Leistungen fürs internationale Fernsehen mal zurück und genießt seine Milliarden, während die kooperierenden Sender die dadurch frei werdenden Budgets investieren, um eigene Formatschmieden zu bauen, die diesen Titel auch verdienen, junge Talente zu verpflichten und kreative Wagnisse einzugehen, wie sie das Medium heute mehr denn je vertragen könnte.”

Telegram-Chef ein bisschen frei, RBB will verkleinern, Gaza-Israel-Krieg

1. Telegram-Chef Durow darf Frankreich nicht verlassen
(spiegel.de)
Der in Frankreich festgenommene Telegram-Gründer Pawel Durow wurde aus der Untersuchungshaft entlassen, jedoch unter strengen Auflagen. Er habe eine Kaution von fünf Millionen Euro hinterlegen müssen, bleibe weiter unter Aufsicht der Justizbehörden und dürfe Frankreich nicht verlassen. Zugleich sei ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der mangelnden Zusammenarbeit mit den Behörden bei der Aufklärung von Straftaten und der Beihilfe zu Straftaten eingeleitet worden, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Bei aller berechtigten Kritik im Detail: Der Fall Durow zeigt, dass ein EU-Land wie Frankreich bereit ist, Zähne zu zeigen. Das sollten sich alle Tech-Bosse gut merken – egal ob sie gerade mit ihrer Megayacht vor Mallorca ankern oder in Brandenburg Elektroautos vom Band rollen lassen.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:55 Minuten)

2. Vertrauen verloren? Deutsche Medien und der Gaza-Israel-Krieg
(ndr.de, Noura Mahdaoui & Klaas-Wilhelm Brandenburg & Atiena Abednis, Video: 36:05 Minuten)
Wenn über den Krieg in Gaza und Israel berichtet wird, taucht immer wieder der Vorwurf auf, Medien würden einseitig zugunsten Israels berichten. Das NDR-Medienmagazin “Zapp” hat deshalb eine Umfrage in Auftrag gegeben. Fast die Hälfte der Befragten habe wenig oder sehr wenig Vertrauen in die deutsche Berichterstattung. “Zapp” fragt daher: “Wieso haben Menschen diesen Eindruck der Unausgewogenheit? Was kritisieren sie an der Berichterstattung? Und verlieren die deutschen Medien gerade wichtiges Vertrauen?”

3. Zunehmende Bedrohung der Presse
(verdi.de, Martin Niewendick)
Martin Niewendick beschreibt die zunehmende Bedrohung der Presse in Deutschland, insbesondere durch Angriffe und Einschüchterungen bei Pro-Palästina-Demonstrationen. Diese Bedrohungen seien Teil eines Anstiegs antisemitischer Straftaten und würden sowohl von Demonstranten als auch teilweise von der Polizei nicht immer ausreichend verhindert. Ganz aktueller Anlass für Niewendicks Text: “Auf das Gebäude des Berliner Tagesspiegels wurde in der Nacht zum vergangenen Dienstag ein Farbanschlag verübt. An einem Garagentor befand sich ein großer roter Schriftzug ‘German Media Kills!’ und ein rotes Dreieck.” Das rote Dreieck gelte “als Symbol der palästinensischen Terrororganisation Hamas.”

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4. RBB will seine Flächen in Berlin in etwa halbieren
(dwdl.de, Manuel Weis)
Wie “DWDL” unter Bezugnahme auf eine Meldung des RBB berichtet, wolle der öffentlich-rechtliche Sender seine Flächen in Berlin in etwa halbieren. “Wir wollen unser Geld nicht in den Erhalt von Gebäuden stecken, die wir künftig nicht mehr benötigen. Unser Ziel ist es, das Fernsehzentrum und das Parkhaus in Berlin zu verkaufen”, habe RBB-Intendantin Ulrike Demmer dazu mitgeteilt.

5. Ehemalige Axel Springer-Managerin gründet Plattform für alternative Heilmethoden und Spiritualität
(kress.de, Marc Bartl)
Laut kress.de habe Merrit Kraus, ehemalige “Bild”-Managerin und Geschäftsführerin der “Welt”, eine Plattform für alternative Heilmethoden und Spiritualität gegründet. (Kommentar des “6-vor-9”-Kurators: Wenn das kein perfekter Karrieresprung ist: Von der Verbreitung fragwürdiger Nachrichten zur Vermarktung obskurer Heilsversprechen. Oder anders ausgedrückt: Offenbar lässt sich mit der Leichtgläubigkeit der Menschen mehr Geld verdienen als mit reiner Sensationsgier.)

6. Kartoffelwasser bloß nicht wegschütten! Es lässt sich noch gut als Content verwenden
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Merkur.de bietet laut Selbstbeschreibung “aktuelle Nachrichten aus Bayern und der Welt – von Politik über Wirtschaft zu Verbraucher und Sport”. Was in dieser Aufzählung allerdings nicht vorkommt, ist ein weiterer journalistischer Schwerpunkt, dem sich die Nachrichtenplattform mit Hingabe widmet: Kartoffelwasser. Stefan Niggemeier zeigt, was man mit dem edlen Nass beim “Merkur” alles zaubern kann – und zwar vor allem inhaltlich.

Zugang zur AfD-Wahlveranstaltung, “Erkennbar Satire”, Reformwille

1. AfD muss Medienvertreter zur Wahlparty nach Thüringen-Wahl zulassen
(deutschlandfunk.de)
Nachdem die AfD Thüringen Journalistinnen und Journalisten bestimmter Medien den Zutritt zu einer Wahlveranstaltung verwehren wollte, und die betroffenen Medienhäuser juristische Schritte dagegen angekündigt hatten (siehe die “6 vor 9” von gestern), habe nun das Landgericht Erfurt entschieden: Die AfD müsse allen Medien denselben Zugang zu ihrer Wahlparty gewähren. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, die AfD könne Widerspruch beim Thüringer Oberlandesgericht einlegen.
Weiterer Lesetipp mit AfD-Bezug: “Correctiv” berichtet, dass ein verurteilter Volksverhetzer, der unter dem Pseudonym “Shlomo Finkelstein” bekannt sei, maßgeblich an einer Tiktok-Kampagne zur Unterstützung der AfD bei den anstehenden Landtagswahlen beteiligt gewesen sein soll. Die sogenannte “Tiktok-Guerilla” habe mit manipulativen Taktiken Inhalte der Partei viral verbreitet. Obwohl die AfD offiziell eine Zusammenarbeit bestreite, gebe es enge Verbindungen zu rechtsextremen Akteuren (correctiv.org, Gabriele Scherndl & Kimberly Nicolaus).

2. “Erkennbar Satire”
(faz.net)
Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte den MDR zur Ausstrahlung eines umstrittenen Wahlwerbespots der Satirepartei Die Partei verpflichtet. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte sich daraufhin an das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen gewandt. Das OVG hat nun endgültig, da unanfechtbar entschieden: Der MDR muss den zuvor abgelehnten Wahlwerbespot von Die Partei ausstrahlen.

3. NiUS darf trans Frau nicht “Mann” nennen
(lto.de, Max Kolter)
“Eine trans Frau darf nicht im Frauenfitnessstudio trainieren, berichtete im Mai das Nachrichtenportal NiUS – und bezeichnete sie dabei als Mann. Dagegen wehrt sie sich nun erfolgreich vor Gericht. Für NiUS-Chef Julian Reichelt ein Déjà-vu.” Bei “Legal Tribune Online” fasst Max Kolter den Fall zusammen und geht insbesondere auf die juristischen Aspekte ein.

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4. Medienvielfalt in Sachsen schrumpft
(verdi.de, David Bieber)
Die Medienvielfalt in Sachsen werde durch die Einsparungen bei der “Sächsischen Zeitung” stark eingeschränkt, erklärt David Bieber im Medienmagazin “M” der Gewerkschaft Verdi. Die Zeitung werde ihre Eigenständigkeit weitgehend verlieren und enger mit der “Leipziger Volkszeitung” zusammenarbeiten, was eine Reduzierung der Lokalredaktionen zur Folge habe. Diese Entwicklung könnte negative Auswirkungen auf den Lokaljournalismus und die politische Meinungsbildung in Sachsen haben, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Landtagswahl.

5. Wie weit geht der Reformwille der Medienpolitik?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Unter Berufung auf eine Artikel in der “FAZ” berichtet “DWDL”, dass der Staatsvertrag zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hinter den Erwartungen des Zukunftsrates zurückbleiben könnte, insbesondere was die Reform der ARD-Organisation betrifft. Statt einer zentralen Einheit werde weiterhin auf das “Federführungsprinzip” und eine rotierende ARD-Vorsitzenden-Struktur gesetzt.

6. Staatsferne muss bleiben
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) betont, dass die Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch in Zukunft voll gewährleistet bleiben müsse, und äußert Bedenken gegen einen geplanten Medienrat, in den die Landesregierungen Mitglieder entsenden könnten. Der DJV kritisiert zudem, dass eine Reduzierung der Berichterstattung über sportliche Großereignisse die Akzeptanz des Rundfunkbeitrags gefährden könnte. Darüber hinaus fordert der DJV, Journalistinnen und Journalisten frühzeitig in die Diskussion über den Rundfunkänderungsstaatsvertrag einzubeziehen.

“Das hat BILD exklusiv erfahren”

Manuel Neuer tritt als Torwart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurück. Darüber berichten gerade alle möglichen Medien, auch Bild.de:

Screenshot Bild.de: Hier erklärt Neuer seinen Rücktritt - Schluss mit der Nationalelf

Für die Leserinnen und Leser der “Bild”-Medien dürfte diese Nachricht etwas überraschend kommen. Denn heute steht in der gedruckten “Bild”:

Ausriss Bild-Zeitung - Neuer macht weiter, aber bei den ersten beiden Länderspielen will er pausieren

Kapitän Ilkay Gündogan (33) hat einen klaren Schritt gemacht, er tritt aus der Nationalmannschaft zurück.

Manuel Neuer (38) dagegen macht weiter! Das hat BILD exklusiv erfahren.

Der Torhüter, der bereits 124 Mal für Deutschland auflief, hat die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko im Blick. Daher will er noch nicht aus der Nationalmannschaft zurücktreten.

“exklusiv”, das kann man wohl sagen.

Nachtrag, 16:33 Uhr: Nach einer ersten kurzen Eil-Meldung auf der Seite berichtet Bild.de inzwischen ausführlicher über Manuel Neuers Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Die Redaktion schreibt unter anderem:

BILD hatte am Dienstag aus mehreren Quellen gehört, dass Neuer grundsätzlich bereit sei, seine Nationalmannschafts-Karriere fortzusetzen, allerdings beim nächsten Länderspiel-Doppelpack im September nicht zur Verfügung stehen würde. Im Kommentar hieß es bei BILD, dass Neuer Klarheit schaffen müsse. Nummer 1 von Deutschland gehe nur ganz oder gar nicht. Er hat sich für GAR NICHT entschieden – und das in der Nacht zu Mittwoch. Erst am Mittwochmorgen teilte er dem DFB seinen finalen Entschluss mit.

So kann man die eigene falsche Berichterstattung natürlich auch herunterspielen. Und es dann ein bisschen so wirken lassen, als hätte erst die Forderung des “Bild”-Kommentars nach “Klarheit” für Neuers Entscheidung gesorgt.

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MDR muss ausstrahlen, Rechte Influencer, KI-Podcast-Experiment

1. “Wird schon die richtigen treffen”: MDR muss PARTEI-Wahlspot ausstrahlen
(beck.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, habe der MDR die Ausstrahlung eines Wahlwerbespots der Satirepartei Die Partei abgelehnt, da dieser das Erschießen von AfD-Wählern und -Wählerinnen suggeriere. Die Partei habe daraufhin angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Dies ist offensichtlich geschehen – mit positivem Ausgang für Die Partei: Wie das Rechtsportal “beck-aktuell” berichtet, habe das Verwaltungsgericht Leipzig den MDR nun zur Ausstrahlung des Wahlwerbespots verpflichtet.

2. Rechte Influencer auf YouTube: Welche Werbung ideologische Botschaften finanziert
(correctiv.org, Shammi Haque & Jean Peters & Michael Trammer & Nadja Bascheck)
Ein Netzwerk rechter Influencer verbreite auf Youtube extremistische Ideologien und werde dabei von verschiedenen Werbetreibenden finanziert, darunter auch Unternehmen mit Verbindungen zur AfD. Recherchen von “Correctiv” und dem “Y-Kollektiv” würden zeigen, dass diese Influencer mit teilweise fragwürdiger Werbung Einnahmen generieren. Die Verbreitung von Hassrede und extremistischer Propaganda verstoße zwar gegen die Community-Richtlinien von Youtube, doch die Video-Plattform sehe das in den konkreten Fällen anscheinend anders: “Auf Anfrage teilte YouTube zugleich mit, dass sie nach interner Prüfung der Kanäle keinen Verstoß gegen ihre Community-Richtlinien feststellen konnten.”

3. KI-Podcast: Kann AI Hosts und Redaktionen ersetzen?
(youtube.com, Tessniem Kadiri, Video: 56:05 Minuten)
Die an die re:publica angekoppelte Tincon versteht sich als “Festival für digitale Jugendkultur, Spitzenunterhaltung und Gedankenkombination”. Auf einer Veranstaltung in Berlin gab es ein interessantes, wenn auch etwas chaotisches Live-Experiment: “Mit der Hilfe des Publikums werden live auf der Bühne Podcasthosts und Gäste digital geklont und mit Stimme und Persönlichkeit zum Leben erweckt. Stück für Stück sollen die KI-Bots immer selbstständiger werden – und am Ende den ganzen Podcast komplett selbstständig wuppen, sodass er für alle Zeiten automatisch weiterlaufen kann.”

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4. Buchrezension: Neue Perspektiven auf Cross-Border-Journalism
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Susanne Fengler stellt den 500 Seiten umfassenden Sammelband “The Palgrave Handbook of Cross-Border Journalism” vor, der umfassende Einblicke in das Phänomen des grenzüberschreitenden Journalismus biete und theoretische, historische und technologische Aspekte beleuchte. Mit Beiträgen von über fünfzig internationalen Expertinnen und Experten würden die Bedeutung und die Herausforderungen des cross-border journalism in einer globalisierten Welt detailliert dargestellt. Eine besondere Stärke des Buches sei die Vielfalt der Perspektiven, schreibt Fengler, allerdings fehle eine abschließende Zusammenfassung der Themen.

5. “El Hotzo” sagt “Tschüss”: Podcast “Hotz & Houmsi” wird eingestellt
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Der Satiriker Sebastian Hotz, bekannt als “El Hotzo”, habe angekündigt, den gemeinsam mit Salwa Houmsi präsentierten Podcast “Hotz & Houmsi” nach zwei Jahren zu beenden, da ihm die vergangenen Jahre “ganz schön viel” gewesen seien. Die letzte Folge trägt den Titel “Tschüss” und ende, ohne auf die jüngste Kontroverse um Hotz’ Trump-Tweets einzugehen, die auch politische Reaktionen hervorgerufen hatten.

6. So erobern schneller gespielte Versionen von Popklassikern die Charts neu
(spiegel.de)
Der TikTok-Trend, Songs in beschleunigten “sped-up”-Versionen zu verwenden, führe oft dazu, dass diese Versionen viral gehen und Künstlerinnen und Künstlern helfen, die Charts zu erobern, wie im Fall des Songs “Escapism” der Sängerin Raye. Dieser Trend sei eine Weiterentwicklung des “Nightcore”-Phänomens der frühen 2000er-Jahre und habe dazu geführt, dass viele Musikerinnen und Musiker ihre alten Songs remixen, um auf TikTok erfolgreich zu sein. Die Verbreitung der “sped-up”-Versionen führe jedoch auch dazu, dass die Originalsongs oft in den Hintergrund treten und stark verfremdet werden, was nicht bei allen Beteiligten gut ankomme.

KW 33/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Thüringer Medienlandschaft vor der Landtagswahl
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 25:22 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um die Herausforderungen der Medienlandschaft in Thüringen vor der anstehenden Landtagswahl. Medien zögen sich aus bestimmten Regionen zurück, während gleichzeitig kostenlose Anzeigenblätter mit AfD-nahen Inhalten zunähmen. Außerdem geht es um Angriffe auf Journalisten und Journalistinnen, die schleppende Digitalisierung und Finanzierungsengpässe.

2. Jens Weinreich über das System IOC, Olympische Spiele & Thomas Bach
(youtube.com, Tilo Jung, Video: 4:04:15 Stunden)
Tilo Jung hat sich mehrere Stunden mit dem renommierten sportpolitischen Journalisten Jens Weinreich unterhalten, und es hat sich wie so oft gelohnt. In seltener Ausführlichkeit werden verschiedene Themen rund um die Olympischen Spiele und die Strukturen des IOC diskutiert. Dabei geht es um TV-Rechte, Sponsoring, Doping, den Ausschluss russischer Athletinnen und Athleten sowie die Menschenrechtssituation bei der Vergabe der Spiele.

3. Ingrid Brodnig: Wird diese Wahl im Netz entschieden?
(youtube.com, Zsolt Wilhelm, Video: 47:59 Minuten)
Im Podcast “Inside Austria” von “Spiegel” und “Standard” erklärt Ingrid Brodnig, wie politische Parteien in Österreich Soziale Medien wie TikTok, Instagram und Facebook im Wahlkampf nutzen, um mit Emotionen wie Wut oder Belustigung die Interaktion zu steigern. Brodnig warnt vor der Rolle dieser Plattformen in der gesellschaftlichen Polarisierung: “Es sind vor allem emotionale Inhalte, die im Netz verfangen”, so die österreichische Autorin: “Posts, die Wut auslösen, führen häufig zu Interaktionen und das wird von den meisten Algorithmen belohnt.”

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4. Der Branche den Spiegel vorhalten – Medieninsider für Journalisten und Medienschaffende
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 22:57 Minuten)
In der aktuellen Folge des “Satzzeichen”-Podcasts der Hanns-Seidel-Stiftung spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit Marvin Schade, Co-Gründer des Online-Branchenmagazins “Medieninsider”. Schade erzählt dabei unter anderem, wie sein Geschäftsmodell die Branche herausfordert und welche Reaktionen es hervorruft.

5. Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser: “Eine Million Abos sind möglich”
(omr.com, Philipp Westermeyer, Audio: 1:04:29 Stunden)
Im “OMR”-Podcast erzählt “Zeit”-Geschäftsführer Rainer Esser von den Erfolgsstrategien, mit denen sein Verlag in den vergangenen Jahren trotz schwieriger Marktbedingungen gewachsen ist. Er spricht über die Bedeutung von Podcasts für die “Zeit”, die enge Zusammenarbeit mit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und seine erste Begegnung mit dem damaligen Herausgeber Helmut Schmidt. Außerdem erläutert Esser seine Vision, wie der Verlag die Marke “Die Zeit” weiter ausbauen und eine Million Abonnentinnen und Abonnenten erreichen will.

6. Sommerinterviews 2024 und Diskussion um “Compact”
(wdr.de, Anja Backhaus: Audio: 46:47 Minuten)
Im WDR-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” geht es um die Sommerinterviews 2024 von ARD und ZDF, ihre Bedeutung und die Veränderungen des Formats im Laufe der Zeit. Weitere Themen sind der Wandel der Berichterstattung in Russland, das bevorstehende Ende des linearen Fernsehens in den USA sowie die juristischen Auseinandersetzungen um das Magazin “Compact” und die Diskussion um die Einführung von Technologien zur Gesichtserkennung.

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