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Aus einer Mücke einen Bayern-Trainer machen

Luca Toni, Mittelstürmer beim FC Bayern, hat in seiner italienischen Heimat ein Interview gegeben. Natürlich ging es dabei auch um die Situation beim FC Bayern und die Diskussion um dessen Trainer Jürgen Klinsmann. Also fragte der Interviewer den Fußballer, wie es denn weitergehe in München, dass es Gerüchte über potentielle Nachfolger gebe und dabei auch der Name eines italienischen Trainers gefallen sei — ob er denn dazu etwas sagen wolle.

So richtig wollte Toni anscheinend nicht, denn sein erster Satz in der Antwort lautet:

“Nein, ich weiß nicht, was passieren wird. Jetzt werden wir sehen, ob sie [die Bayern] mit Klinsmann weiter machen wollen.”

Danach sagt er etwas, was vermutlich sogar jeder Fußball-Laie unterschreiben würde:

“Ich denke, es wird viel vom Ende der Saison abhängen. Dann wird der Verein sehen.”

Und schließlich sagt er noch, so diplomatisch wie es eben geht, über den durchaus renommierten Trainer und Landsmann Mancini folgendes:

“Es ist klar, wenn ein italienischer Trainer kommen würde — so gut wie Mancini — ich denke, es kann dem Ganzen nur gut tun und auch den Bayern!”

Man würde also dem Interview nicht unrecht tun, wenn man es so zusammenfassste: Luca Toni weiß nicht, wie es in der Trainerfrage in München weitergeht. Und er hält Italiener im Allgemeinen und Mancini generell für gute Trainer (was keine sonderlich exotische Meinung ist).

Das liest sich indessen aktuell in vielen deutschen Medien ganz anders. “Bild”, dem Bayern-Trainer in herzlicher gegenseitiger Abneigung verbunden, titelt:

Luca Toni spricht schon über Klinsis Nachfolger

Konsequenterweise lässt Bild.de die User aktuell schon mal über den bevorzugten neuen Bayern-Trainer abstimmen. Die Möglichkeit, für Klinsmann zu votieren, ist dabei erst gar nicht vorgesehen.

Die ‘Bild”-Überinterpretation wird eifrig übernommen:: Bei T-Online behauptet man, Toni habe sich “bereits Gedanken über einen Nachfolger gemacht” und “empfiehlt einen italienischen Landsmann”. Bei sport1.de geht man sogar soweit zu behaupten, Toni habe Mancini als “Ideallösung genannt” (das behauptet nicht mal “Bild”). Und schließlich geriet Toni sogar “ins Schwärmen”, als er auf Mancini angesprochen wurde, zumindest dann, wenn man sport.de (rtl.de) glaubt.

Ziemlich untergegangen ist in der Toni-schwärmt-von-Mancini-Euphorie, dass sich auch noch ein anderer Spieler des FC Bayern zu Wort gemeldet hat. In der “Süddeutschen Zeitung” steht heute:

“Klinsmann macht derzeit eine schwere Phase durch. Die ganzen Attacken treffen ihn persönlich, aber auch uns Spieler und den gesamten Verein (…) In den letzten sieben Partien werden wir uns für ihn zusammenreißen. Um deutscher Meister zu werden, müssen wir alle zusammenhalten.”

Der Spieler heißt übrigens Franck Ribéry.

Kontakt-Anzeige für Lukas Podolski

Wenn er schlau war, der Kölner “Express”, hat er Lukas Podolski einfach selbst angezeigt. Das kostet nichts, lässt sich anonym machen, ist folgenlos — bringt aber richtig gut Publicity.

Podolski hatte bekanntlich beim Spiel der Fußball-Nationalmannschaft Michael Ballack geohrfeigt. Irgendjemand hat deshalb Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Und der Journalist Volker Roters berichtete ganz aufgeregt, exklusiv und fast wortgleich gestern im Kölner “Express” und in der Berliner “B.Z.” darüber.

Die Sache liest sich dramatisch:

Eine Ohrfeige gilt laut Gesetz auch dann als vollendete einfache Körperverletzung, wenn das Opfer keine Schäden davonträgt und sich der Täter später entschuldigt. (…)

Die Tat — also die Ohrfeige — wurde im Ausland begangen. Dann ist die Staatsanwaltschaften am Wohnort des Opfers befugt dazu, Ermittlungen einzuleiten. Die einfache Körperverletzung ist mit Geldstrafe oder im schlimmsten Fall mit Haft bedroht. Lukas Podolski ist nicht vorbestraft.

Ein kleines Detail über den Tatbestand der Körperverletzung ließ er bei all dem juristischen Wortgeklingel weg. In den Worten des Düsseldorfer Strafverteidigers Udo Vetter:

Körperverletzung wird lediglich auf Antrag verfolgt. Diesen Antrag kann nur der Verletzte stellen. Stellt er ihn nicht, wird die Staatsanwaltschaft nicht tätig. Es sei denn, sie bejaht ein besonderes öffentliches Interesse. Nach den bisher bekannten Umständen ist aber kaum damit zu rechnen, dass Michael Ballack einen Strafantrag stellt. Und noch weniger, dass irgendein Staatsanwalt sich zur Lachnummer machen möchte.

Wenn man das weiß, ist die Meldung von der Strafanzeige gegen Poldi natürlich keine Meldung. Aber das wäre doch schade.

Und so griffen die Nachrichtenagenturen dpa und sid die Sache auf — und deshalb steht die Geschichte vom “Nachspiel” und dem “Ärger” für Podolski heute u.a. in der “Welt”, in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, in der “Süddeutschen Zeitung”, in der “Frankfurter Rundschau”, bei “Spiegel Online” und in “Bild”.

Es ist aber auch zu interessant, was mit so einer Anzeige passiert. Von Köln ist sie gerade auf dem Weg zur Staatsanwaltschaft München II, die für das Umland zuständig ist, in dem Podolski lebt. Dort ist sie aber noch nicht angekommen!

Die “Süddeutsche Zeitung” erklärt:

“Fristen von bis zu einer Woche sind bei einer Weiterleitung aber durchaus normal”, sagte der Münchner Leitende Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl der SZ. “Wir bearbeiten ja hier 45 000 Fälle, das dauert alles seine Zeit.”

Und der “Express” weiß:

Da die Strafanzeige aus dem Kölner Justizpalast per Post nach München verschickt wurde, kann Anton Winkler, der dortige Sprecher der Staatsanwaltschaft, noch keinen Eingang bestätigen.

Ob sich schon Teams von N24 und “RTL aktuell” bereithalten, um in Breaking News live von der Ankunft des Dokuments in der Poststelle in München zu berichten, ist nicht bekannt.

Der Unterschied zwischen Sein und Schein

Der 60-jährige Koch aus Dingolfing, der gestern in einem Gerichtsgebäude in Landshut um sich schoss und dabei seine Schwägerin tötete, muss ein gefährdeter Mann gewesen sein. Einer, der zu seiner Sicherheit unbedingt eine Waffe braucht. Und einer, der neben seiner Tätigkeit als Koch auch noch andere Jobs gemacht hat. Polizist beispielsweise. Oder Bodyguard. Deswegen durfte er seine Waffen samt Munition auch in der Öffentlichkeit tragen, im Gegenzug allerdings musste er seinen Waffenschein alle drei Jahre neu beantragen.

Sie staunen? Unsinn, sagen Sie?

Stimmt. Der 60-jährige Koch aus Dingolfing hätte die Voraussetzungen für einen Waffenschein mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erfüllt und einen solchen auch nicht bekommen. Und dass man ihm diesen Waffenschein auch noch gleich 40 Jahre lang gewährte hätte, ist ebenfalls sehr unwahrscheinlich. Tatsächlich war der Mann also Inhaber einer Waffenbesitzkarte, die deutlich leichter zu erhalten ist als ein Waffenschein.

Das hat weniger mit den eigentlichen Waffen zu tun, die man besitzen darf, als vielmehr mit den damit verbundenen Auflagen. Inhaber einer Karte sind zum Besitz bzw. Tragen  einer Waffe lediglich auf dem eigenen Grundstück oder eigenen Wohnung oder (im Falle von Jägern) auf dem Jägerstand berechtigt. Bei einem Transport müssen Waffen und Munition getrennt voneinander aufbewahrt werden. Gegen all diese Auflagen hat der 60-jährige Täter gestern also schon verstoßen, bevor er um sich schoss. Wäre er Besitzer eines Waffenscheins gewesen, wäre sein Vorgehen (Tragen einer — auch geladenen — Waffe in der Öffentlichkeit) nicht zu beanstanden gewesen.

Der Berliner Kurier sieht trotzdem einen Zusammenhang – und schreibt:

Die Tat auszuführen, war für Franz N. kein Problem: Als Sportschütze hatte er seit 1974 einen gültigen Waffenschein für drei Revolver.

Den vermeintlich kleinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen Karte und Schein lassen auch andere weg: Bild.de deklariert den Mann ebenfalls als Inhaber eines Waffenscheines. Die Zeitungen direkt vor (Tat-)Ort machen es auch nicht besser: Sowohl Passauer Neue Presse als auch Straubinger Tagblatt schreiben ungerührt von einem “Waffenschein”.

Nebenher bemerkt: Bei Bild.de ist immer noch die Rede von einem “Amoklauf”. Als ziemlich gesicherte Erkenntnis allerdings gilt inzwischen, dass es sich bei der Schießerei um eine geplante Tat in einem Familienstreit handelt.

Mit Dank an Micha B. und Matthias K.!

Einpeitscher, Mehdorn, Nutzungsrechte

1. “Medien = Einpeitscher!”

(martina-kausch.de)

Martina Kausch macht ein paar Screenshots aus Newsportalen, die über den aktuellen G20-Gipfel in London berichten. “Ich habe mir erlaubt, einmal die Fotografen optisch hervorzuheben. Und wenn Ihr Euch die weiteren Bilder anseht, werdet Ihr schnell feststellen, dass mehr Fotografen am Schauplatz des Geschehens waren als Demonstranten oder Polizisten.”

2. “Überwachungssystem Bahn: Kampf gegen kritische Journalisten”

(ndr.de, Video, 8:20 Minuten)

Der zurückgetretene Bahn-Chef Hartmut Mehdorn zeigte den Medien lieber Zugreisende massierende Betreuer der Bahn als masslos überfüllte Züge. Mit angebrachter Kritik konnte er kaum umgehen und reagierte darauf mit Schimpftiraden per Fax und Telefon sowie mit Anzeigenboykotten.

3. “ZEIT MAGAZIN: über Luxusuhren schreiben und gleichzeitig für sie werben”

(spiegelblog.net, T. Engelbrecht)

Das Zeit Magazin Leben, eben bei den Lead Awards 2009 zum Leadmagazin des Jahres gewählt, schreibt erst im redaktionellen Teil über achteinhalb Seiten werbewirksam über Luxusuhren – und druckt dann auf der Rückseite ihres Magazins eine ganzseitige Anzeige der Luxusuhrenmarke Breitling ab.

4. “Zitieren Sie nicht die FAZ!”

(perlentaucher.de/blog, Anja Seeliger)

Die Frankfurter Allgemeine schreibt einen Brief an den Perlentaucher und fordert Nutzungsrechte in der Höhe von 590 Euro. Darauf meldet sich der Autor des Artikels, Thomas Hürlimann: “Ich meine, dass das Copyright immer noch bei mir ist. Deshalb können Sie das Zitat gern wieder aufnehmen.”

5. “Zwei sind weniger als eins”

(blog.persoenlich.com, Roger Schawinski)

Roger Schawinski äussert sich zur neuen Tages-Anzeiger-Chefredaktion: “Man greift auf zwei hauseigene Leute zurück, die man viel zu lange in der Warteschlaufe schmoren liess. Alles wirkt so, als ob man eine bessere Lösung gesucht hat und dabei gescheitert ist.”

6. “Endlich verstehen: Wer wird Millionär?”

(christophkoch.wordpress.com)

Über die Sendung “Wer wird Millionär”: “Doch welchen Joker wann einsetzen? In Russland gilt: Nie das Publikum fragen! Denn hier hat sich die Tradition eingebürgert, dass das Publikum absichtlich falsche Antworten gibt, um dem Kandidaten zu schaden.”

Raten und Lachen mit “Bild”

Beginnen wir mit dieser Geschichte aus der gestrigen “Bild am Sonntag”:

Frage: Welche Überschrift trägt diese Meldung in der “BamS”?

Klar.

***

Schon am Freitag meldete “Bild”, dass der japanische Fußballer Makoto Hasebe, der beim VfL Wolfsburg spielt, ein Problem mit der deutschen Sprache habe: Er könne kein “ch” aussprechen.

Frage: Mit welchen beiden Wörtern demonstriert “Bild” die konkreten Auswirkungen dieser Deutsch-Schwäche in der Praxis?

Richtig.

***

Und schließlich: Wenn Guy Ritchie nach seiner Scheidung von Madonna heiß begehrt ist, dann ist er einer der begehrtesten was Londons?

Genau.

Mit Dank an Daniel V., Thorsten M., Hans K. und Michael M.!

Zöllner nehmen Klitschko tolle Markenuhr weg!

Box-Weltmeister Vitali Klitschko scheint gestern am Frankfurter Flughafen vom Zoll überprüft worden zu sein — und das, obwohl er den Leuten sofort gesagt hat: “Jungs, ich bin kein Schmuggler!” Die Beamten behielten vorläufig eine Uhr und eine Tasche. Klitschko findet das: “Unmöglich!”

Keine große Sache? Haben Sie ‘ne Ahnung:

Aber, keine Sorge, Sie müssen das nicht alles lesen. Wir haben die aus “Bild”-Sicht offenbar zentralen Punkte der Geschichte hier noch einmal übersichtlich zusammengestellt:

Der Schweizer Uhrenhersteller IWC ist ein guter, alter Bekannter im, äh, redaktionellen Teil von “Bild” und gehört zufällig zur gleichen Unternehmensgruppe wie Montblanc.

Mit Dank an Stefan K., Christian H., Marko B. und David K.!

Artikel-Doping durch Weglassen

Doping im Profi-Fußball ist derzeit ein großes Thema. Kürzlich hatte es beim Bundesligisten Hoffenheim bei der Abgabe von Dopingproben Unregelmäßigkeiten gegeben. Das Verfahren gegen die Spieler wurde zwar eingestellt, der Verein muss aber noch mit Konsequenzen rechnen, worüber viele Medien, darunter auch “Bild”, am Samstag berichteten.

Ebenfalls am Samstag berichtete die “Bild”-Zeitung über eine “neue Doping-Schlamperei”:

"BILD enthüllt: Doping-Schlamperei bei Gladbach-Kapitän"

“Bild” war an “Unterlagen” des Doping-Kontroll-Labors PWC gelangt, nach denen der Gladbacher Fußballer Filip Daems am 26. Oktober 2008 nach einem Training erst mit 45 Minuten Verspätung zur Doping-Kontrolle erschienen sei. “Bild” druckte das Schriftstück ab und nannte es in einer Fotounterzeile “Protokoll”.

Noch am selben Tag dementierten Daems und der Verein den Bericht der “Bild”-Zeitung. Aus Sicht des Vereins habe es sich um eine “korrekt durchgeführte Kontrolle” gehandelt.

Und auch PWC-Geschäftsführer Volker Laakmann äußerte sich zu dem “Bild”-Artikel, wie verschiedene Medien berichteten:

“Dies ist nicht korrekt dargestellt und relativ frei interpretiert. Die Kontrolle und auch das Kontrollberichtsformular waren ohne Beanstandungen”, sagte PWC-Geschäftsführer Volker Laakmann der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem von “Bild” über dem Bericht gedruckten Faksimile handelt es sich laut Laakmann “nicht um das Dopingkontrollformular. Das ist kein offizielles Dokument. Die ‘Bild’ hat das wider besseres Wissen verwendet”.

Wie Laakmann uns auf Nachfrage sagt, handele es sich bei dem von “Bild” abgedruckten “Protokoll” um eine “persönliche Notiz eines Kontrolleurs ohne Unterschrift”. Das dafür verwendete Formular habe nicht einmal PWC-intern offiziellen Charakter, und die Angaben darin widersprächen dem “offiziellen Dopingkontrollformular”, das von drei Personen unterzeichnet worden sei. Demnach sei die Kontrolle Daems’ ordnungsgemäß abgelaufen (was jetzt allerdings von der Anti-Doping-Agentur NADA untersucht wird).

So. Und wenn man das alles weiß, muss man sich sicher immer noch fragen, wie es zu der Notiz des Kontrolleurs kam (laut Laakmann möglicherweise ein “Racheakt” wegen seiner Entlassung), ob Daems wirklich wie vorgeschrieben bis zur Abgabe seiner Urinprobe unter Aufsicht war und ob die Kontrollmechanismen im Profifußball wirklich funktionieren (das macht beispielsweise die “Süddeutsche” heute).

Allein: In der “Bild”-Zeitung fehlt jeglicher Hinweis auf das abweichende offizielle Protokoll und auf den Charakter des von “Bild” abgedruckten vermeintlichen “Protokolls”. Dabei habe Laakmann all das dem “Bild”-Mitarbeiter durchaus erzählt, wie er sagt. Aber das habe ihn wohl “nicht interessiert”.*

*) “Bild” zitierte Laakmann lediglich zu der Frage, warum der “Kontroll-Verstoß” nicht an die NADA weitergegeben wurde mit den Worten: “Diesen Vorwurf muss ich mir gefallen lassen. Aber ich habe den Bericht für einen Racheakt gehalten.”

Mit Dank an Lukas K. für den sachdienlichen Hinweis.

Misteltherapien, Ackeret, Gewalt

1. “Die ARD wirbt wieder für Pharma-Unternehmen”
(faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog, Stefan Niggemeier)
In der Telenovela “Sturm der Liebe” geht es auffällig oft um Mistelpräparate: “Alles, was sich ein Hersteller wünschen würde, ist vorhanden: Immer wieder, sogar in den Programmtexten, fällt der zentrale Begriff ‘Misteltherapie’. Empfohlen wird das Mittel von einem Krebskranken, der ihm die Verantwortung dafür gibt, überhaupt noch am Leben zu sein. Er demonstriert gleich, wie einfach das Präparat in der Apotheke zu bekommen ist. Später wird der betroffene Zuschauer fast unverhohlen dazu aufgefordert, im Internet nach vermeintlichen Beweisen für die Wirksamkeit zu suchen.”

2. “Auslandsberichterstattung durch Private Militärdienstleister?”
(heise.de/tp, Susanne Härpfer)
Die Auslandberichterstattung etablierter Journalisten nimmt ab, die Zahl privater Militärfirmen nimmt zu: “Private Militärdienstleister bringen gewissermaßen Auslandsberichterstattung für Abonnenten; Spezialdienste unter besonderem Blickwinkel.”

3. “Tschechien fesselt investigative Journalisten”
(dradio.de, Kilian Kirchgeßner)
Eine Neuerung im tschechischen Strafrecht vermindert journalistische Möglichkeiten. Journalistenvertreter sprechen von einer Beschneidung der Pressefreiheit durch die Hintertür: “Die schärfste Kritik richtet sich dabei gegen das neue Verbot, Protokolle von abgehörten Telefongesprächen zu veröffentlichen. In Tschechien ist das deshalb ein sensibles Thema, weil die Medien damit in der Vergangenheit kriminelle Verstrickungen von Spitzenpolitikern bewiesen haben.”

Read On…

Sharks halten sich nicht an “Bild”-Wissen

"San José & Calgary kommen im Oktober nach Berlin"
NHL eröffnet die neue Saison in der O2 World

(…) BILD erfuhr: In der ersten Oktober-Woche soll in der O2 World ein Punktspiel zweier NHL-Mannschaften steigen. Dabei handelt es sich um die San José Sharks und die Calgary Flames.

Schon möglich, dass es im Oktober ein Eishockey-Spiel zweier NHL-Mannschaften in Berlin geben wird, wie “Bild” vorgestern schrieb. Wenn es dazu kommt, wird das allerdings, anders als “BILD erfuhr”, offenbar ohne die San José Sharks stattfinden, wie vorgestern “The Mercury News” (und anschließend auch deutsche Medien) berichteten.

Dass diese launischen Sportler aber auch so oft was ganz anderes tun, als das, was die Gerüchten zufolge stets gut informierte “Bild”-Sportredaktion immer so erfährt.

Mit Dank an Johannes G. für den sachdienlichen Hinweis.

Kurz korrigiert (493 & 494)

"Sexy Rennfahrerin Danica Patrick könnte sehr bald die erste Frau in der Königsklasse des Motorsports werden."

…schreibt Bild.de heute, weil der “US-Rennstall” USF1, der sich mit dem Gedanken trägt, im nächsten Jahr in der Formel 1 zu starten, Interesse an der amerikanischen IndyCar-Fahrerin bekundet hat (Danica Patrick selbst wurde offenbar noch nicht gefragt).

Indes könnte Patrick, selbst wenn sie wollte, nicht die “erste Frau in der Königsklasse des Motorsports” werden. Den Titel hat bereits die Italienerin Maria Teresa de Filippis inne, die im Jahr 1958 an mehreren Rennen teilnahm.

Gut, das ist lange her. Aber es gab noch weitere Frauen in der “Königsklasse des Motorsports”: Lella Lombardi zum Beispiel oder Divina Galica, die sich allerdings, ebenso wie später Desiré Wilson und Giovanna Amati, für kein offizielles Rennen qualifizieren konnte.

Etwas später behauptet Bild.de dann auch noch:

"Klappt der Wechsel in die Formel 1 wäre Patrick Team-Kollegin von Rennfahrer Scott Speed, der eines von zwei Cockpits bei USF1 bereits sicher hat."

Das wäre allerdings eine wirklich exklusive Nachricht. Alle anderen Medien wissen nämlich bislang nur zu berichten, dass Scott Speed lediglich ein möglicher Kandidat für USF1 ist.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Nachtrag, 18.2.2009: Warum nicht gleich so?
"Sexy Rennfahrerin Danica Patrick könnte sehr bald der Hingucker in der Königsklasse des Motorsports werden."
… und die Passage über Scott Speed wurde ersatzlos gestrichen.

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