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Bild.de fällt auf gefälschte Kuranyi-Meldung rein

“Bild” berichtet heute groß über einen “Hacker-Skandal auf Schalke”:

Nach BILD-Recherche drangen Internet-Hacker in den Computer-Server ein und stellten die Falschmeldung [“Eilmeldung: Kevin Kuranyi freigestellt”] für rund eine Stunde ins Netz. (…)

Weiter heißt es unter einem Screenshot der Schalke-Website:

"Diese Meldung sahen Schalke-Fans gestern Abend auf der Homepage des Vereins"

… und (wie “Bild” unerwähnt lässt, aber wir gern hinzufügen) nicht nur “auf der auf der Homepage des Vereins”:

Wenig später korrigierte verschleierte Bild.de selbst die eigene vorschnelle, offenbar ungeprüfte Übernahme der amateurhaften Falschmeldung so:

BILD.de reagierte schnell und berichtete mit Bezug auf die vereinseigene Quelle über Kuranyis vermeintlichen Rauswurf..

P.S.: Immerhin hat uns der “Hacker-Skandal” eine unerwartete Erwähnung von BILDblog in “Bild” beschert – als erstes Lesezeichen des “Bild”-Mitarbeiters auf obigem Screenshot von der Schalke-Website (siehe auch hier):

Mit Dank an die zahllosen Hinweisgeber (auch für die Scans) und medienrauschen.de sowie Joachim W. für den “BILDblog”-Fund!

NZZ mit Newsdesk, Blogs, BND

1. Die NZZ will den Newsdesk noch 2009 einführen
(werbewoche.ch, Pierre C. Meier und Urs Schnider)
CEO Albert Stäheli im Interview: “Es wird hier bei uns im 2. Stock des Hauptgebäudes das Newsdesk-Konzept eingeführt. Die Schulung der Leute läuft bereits, auch die Mitarbeitenden der NZZ-Printredaktion durchlaufen die Schulung im Onlinebereich. Die Idee ist, die Dossierkompetenz, die in allen Bereichen unseres Printproduktes hervorragend vorhanden ist, auch in den Onlinebereich zu bringen und umgekehrt.”

2. “Abschied von der Tante”
(weltwoche.ch, Kurt W. Zimmermann)
Während Roger Köppel im Editorial den Ringier-Verlag angreift, verabschiedet sich Kurt W. Zimmermann von der “Tante” NZZ, doch es sei noch ein langer Weg, “denn das alte Prinzip der Verantwortungsscheu und Führungsskepsis ist erst auf der kommerziellen Etage verschwunden, nicht aber in der Redaktion.” Die als “unaufgeregte Reflexion” verklärte Langsamkeit sei oft nur Bequemlichkeit. “Allzu häufig hält das Blatt mit dem Tempo einer sich immer schneller drehenden Informationsindustrie nicht mehr mit.”

3. “Journalismus als Charity-Projekt”
(cicero.de, Alexander Görlach)
Der Ressortleiter Online bei Cicero, Alexander Görlach, macht sich Gedanken über den Verfall der klassischen Medien: “Denn mit der Verlagerung auf Newsportale, die dem Marktführer Spiegel Online nacheiferten und deshalb überall gleich aussahen, wurden bei gleichzeitiger Entlassung von guten journalistischen Köpfen das Deutungs- und Kommentierungspotenzial aus den Redaktionen ausgelagert und den freischaffenden Künsten zugeschlagen.”

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Freie, Bauerfeind, von Holtzbrinck

1. Ratgeber Freie
(ratgeber-freie.de)
Die Website ratgeber-freie.de bietet einen sehr übersichtlichen Leitfaden für freie Mitarbeiter, und das für einmal nicht im pdf-Format.

2. “Lautloser als alle anderen”
(berlinonline.de, Thomas Schuler)
“War Georg von Holtzbrinck ein Profiteur der Nazis? Eine Studie über die Vergangenheit des Verlegers.”

3. “Popkulturmagazin ‘Bauerfeind’: Ratter, ratter, ratter”
(taz.de, Boris Rosenkranz)
“Pulsprobleme: Das neue Popkulturmagazin ‘Bauerfeind’ legt einen schwachen Auftakt hin – mit Stangenware und dem Verkaufen von Trends, die keine sind (3sat, 21.30 Uhr).”

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BVB-Fans: “BILD halt’s Maul!”

Kurz vor dem DFB-Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen am vergangenen Mittwoch verunglückte im Dortmunder Stadion ein 21-Jähriger Dortmund-Fan tödlich, nachdem er offenbar “beim Überklettern eines Geländers/ Brüstung über dem Aufgang zur Stehtribüne im Bereich des Blocks 13 abgestürzt und ca. sieben Meter in die Tiefe gefallen” war.

Und natürlich berichtete nach Bekanntwerden des tragischen Unfalls auch “Bild” – und hatte dazu versucht, sowohl im privaten und beruflichen Umfeld des Toten als auch in Internet-Communities wie StudiVZ Details über ihn in Erfahrung zu bringen. Anders als andere Medien veröffentlichte “Bild” anschließend Einzelheiten aus seinem Privatleben und zu seinen tödlichen Verletzungen – und druckte sogar ein Porträtfoto, das von der Homepage seines Arbeitgebers stammt.

Für “Bild” ist das alles nicht ungewöhnlich (siehe Kasten).

Ungewöhnlich ist vielleicht nur die Reaktion der Dortmund-Fans, die am vergangenen Samstag beim Spiel Dortmund : Leverkusen öffentlich an den tragischen Unfall erinnerten – mit Schweigeminuten, Kerzen am Unfallort, “In Gedanken an”-Spruchbändern und… folgendermaßen:

Foto aus dem Stadion mit Fan-Spruchband: "Schlagzeilen mit einem Toten... BILD halts Maul!"

 
P.S.: Die “Bild am Sonntag” berichtete gestern quasi ganzseitig über die Gedenkaktionen von Verein und Fans – und zeigte ohne Quellenangabe ein weiteres Foto des Verstorbenen (diesmal aus seinem Profil in einer Online-Community). Obiges Transparent indes blieb unerwähnt.

Mit Dank an die Hinweisgeber und Tommy von schwatzgelb.de fürs Foto.

Metro, Minerva, Rio, Vox

1. Blogger Minerva und das öffentliche Wohl
(nzz.ch, Hoo Nam Seelmann)
Der 31-jährige Arbeitslose mit dem Namen Park Dae Seung wurde am 10. Januar wegen der “Absicht, dem öffentlichen Wohl (‘Gong-Ik’) zu schaden”, verhaftet: “Im weissen Allerweltsanorak mit Kapuze stand ein leicht übergewichtiger Mann mit einem runden Gesicht etwas hilflos im Blitzlichtgewitter der Kameras und entschuldigte sich artig für die Unruhe, die er verursacht habe.”

2. Eingestellt wegen völligem Zusammenbruch des Anzeigenmarktes
(blogmedien.de)
Auch Gratiszeitungen sind nicht verschont vom Einbruch der Anzeigenschaltungen: “Der Metro-Zeitungskonzern stellt alle Ausgaben seiner täglichen Gratisblätter in Spanien ein. New York könnte als nächstes folgen.”

3. Interview mit Tobias Trevisan
(persoenlich.com, Christian Lüscher)
Der FAZ-Geschäftsführer beantwortet die Frage, warum Verlagssites “tiefere Umsätze pro Unique User als Google&Co” erzielen: “Wir verkaufen der Werbewirtschaft Leser, die sich für Nachrichten interessieren, während die Suchmaschinen und die Themenportale Nutzer vermarkten, die sich für die Werbebotschaft oder zumindest das relevante Themenumfeld interessieren. Damit erreichen sie eine deutlich höhere Wertschöpfung pro Nutzer.”

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Geschenkt…

Klar: “Die Redakteurinnen und Redakteure der Axel Springer AG sind sich der Verantwortung bewusst, die sie für die Information und Meinungsbildung in Deutschland haben.” Und deshalb steht in Springers “Leitlinien der journalistischen Unabhängigkeit” auch:

"Einladungen und Geschenke: Die Gefährdung unabhängiger journalistischer Arbeit durch persönliche Vorteilsnahme ist Gegenstand der Ziffer 15 des Pressekodex. Schon der Anschein, die Entscheidungsfreiheit von Journalisten könne durch Gewährung von Einladungen oder Geschenken beeinträchtigt werden, ist zu vermeiden.
Die Journalisten bei Axel Springer (...) nehmen keine Geschenke an, die den Charakter einer persönlichen Vorteilsnahme haben, oder geben diese – falls die Annahme unvermeidbar ist – an den Verlag weiter, der diese karitativen Zwecken zuführt."

Man sollte meinen, das sei eindeutig. Ist es aber nicht, wie das NDR-Medienmagazin “Zapp” herausfand. “Zapp” berichtete vor der HSV-Aufsichtsratswahl vom vergangenen Wochenende von einer Kampagne der “Bild”-Hamburg zugunsten des HSV-Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann – und fand heraus*, dass sich der Hamburger Sportchef der “Bild”-Zeitung, Jürgen Schnitgerhans, unlängst vom HSV-Vorstand eine über 1000 Euro teure Armbanduhr hatte schenken lassen.

Heute nun veröffentlicht “Zapp” dazu die komplette Stellungnahme des “Bild”-Sprechers Tobias Fröhlich, die zeigt, wie man bei “Bild” den “Anschein, die Entscheidungsfreiheit von Journalisten könne durch Gewährung von (…) Geschenken beeinträchtigt werden”, vermeidet:

Hr. Schnitgerhans hat sich keine Uhr vom HSV-Vorstand “schenken lassen”. Sondern vielmehr wurde ihm diese Uhr vom gesamten HSV-Vorstand zum 60. Geburtstag als Würdigung und Anerkennung für seine 37-jährige Tätigkeit als Sportreporter für verschiedene Medien und speziell als journalistischer und kritischer Begleiter des Vereins überreicht. Dies wurde auch so in der Ansprache des Vorstands artikuliert.

Er wurde also für seine Gesamtleistung als langjähriger Sportjournalist und nicht als BILD-Reporter ausgezeichnet. Schnitgerhans schrieb über den HSV 1971 beim Sportmegaphon Lübeck, ab 1973 bei der Hamburger Morgenpost, seit 1980 für BILD. Aus diesem Grund sehen wir diese Auszeichnung nicht im Widerspruch zu unseren Leitlinien.
(Hervorhebungen von uns.)

*) Nachtrag, 17.23 Uhr: Aus der “Spiegel”-Redaktion wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass der “Spiegel” bereits wenige Tage vor der “Zapp”-Sendung berichtet hatte, dass HSV-Chef Hoffmann “im März vergangenen Jahres dem Hamburger Sportchef von ‘Bild’ eine Uhr im Wert von über 1000 Euro zu einem Dienstjubiläum geschenkt hat und auch die Laudatio hielt”. Das hatten wir bedauerlicherweise übersehen. Korrektur: An dieser Stelle hatten wir dem “Spiegel” zunächst ganz nebenbei unterstellt, das Magazin hätte in seiner eigenen Berichterstattung unerwähnt gelassen, dass zu den HSV-Aufsichtsratskandidaten auch ein “Spiegel”-Redakteur zählte. Das war falsch. Wir bitten um Entschuldigung.

“Bild” lässt Lierhaus keine Ruhe

Es ist nicht so, dass die Mitteilung, die die ARD vergangenen Mittwoch über Monica Lierhaus herausgab, irgendwas an Deutlichkeit vermissen ließ:

Monica Lierhaus ist ernsthaft erkrankt. Sie musste sich Anfang des Jahres einer Operation unterziehen und liegt zurzeit im künstlichen Koma.

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: “(…) Was sie im Moment am dringendsten braucht, ist Ruhe. Ich appelliere daher an alle Medien, ihre Privatsphäre zu respektieren und von journalistischen Nachfragen bei Freunden, Verwandten und in ihrem Umfeld abzusehen.”

Wie sueddeutsche.de jedoch heute berichtet, sandte Lierhaus’ Anwalt “eine Stunde nach der ARD-Meldung” auch nochmal ein Fax an die Medien:

Da forderten die Juristen “im Auftrag unserer Mandantin” auf, “Recherche und Berichterstattung über die Erkrankung zu unterlassen” – das gehöre zum “innersten Bereich der Privatsphäre”.

Es ist nicht davon auszugehen, dass ausgerechnet die “Bild”-Redaktion dieses Fax nicht erhielt. Doch es hat, genau wie die ARD-Mitteilung, den Haken, dass darin keinerlei Antwort auf die naheliegende Frage gegeben wird, woran Lierhaus erkrankt ist. “Bild” reichte das am Donnerstag sehr groß auf der Titelseite nach und nannte dort erste Details, die bislang zwar offiziell nicht bestätigt, dafür aber von vielen anderen Medien verbreitet wurden.

Doch heute wird “Bild” noch genauer. Im folgenden ein Ausriss aus dem “Bild”-Text, in dem wir alle Stellen geschwärzt haben, die Informationen enthalten, die über das hinaus gehen, was die ARD in ihrer Mitteilung preis gab:

Überraschend ist es freilich nicht, dass “Bild” sich über die Wünsche von Monika Lierhaus hinwegsetzt.

“Bild” ist jedoch nicht das einzige Medium, das mehr über Lierhaus’ Erkrankung berichtet, als sie möchte. Sowohl die “Hamburger Morgenpost” als auch der “Berliner Kurier” hatten bereits gestern über dieselben ersten Details berichtet wie “Bild”.

Doch selbst die “Bild”-Berichterstattung erscheint zurückhaltend im Vergleich zu dem, was die “WAZ” heute veranstaltet. Die versteigt sich in wildeste Spekulationen (“Über die Gründe konnte […] nur spekuliert werden”, “Spekuliert wird jedoch”), befragt unbeteiligte Experten über verschiedene Krankheitsbilder im Allgemeinen und zieht Schlüsse, die mit pseudo-journalistischen Satzbausteinen wie “die Fakten sprechen eher für” oder “nach bisherigen Erkenntnissen” garniert sind, um zu verschleiern, dass die “WAZ” genau das nicht hat: Fakten und Erkenntnisse. Bereinigt um alles andere sieht der Artikel dann so aus:

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Oliver Neuville läuft “Bild” in den Konter

Das Verhältnis zwischen Oliver Neuville und “Bild” war nie ein besonders gutes.

Es ist also schon eine kleine Überraschung, dass die Zeitung gestern “das exklusive BILD-Interview”, das Dirk Krümpelmann mit dem Kapitän von Borussia Mönchengladbach geführt hat, im Blatt hatte.

Besonders spannend aber ist diese Stelle:

BILD: Nach nur acht Einsätzen in der Hinrunde gab es Gerüchte, dass Sie nach Duisburg in die 2. Liga wollen und Sie sich mit MSV-Boss Walter Hellmich in der Schweiz getroffen hätten... Neuville: "Erstens haben mich hartnäckige Verletzungen lange geplagt. Deswegen hatte ich auch nicht die gewohnten Einsätze. Zweitens: Die Sache mit Duisburg ist völliger Quatsch! Ich habe weder mit Duisburg-Chef Hellmich gesprochen noch mich mit ihm getroffen."

Schon am 3. Januar hatte die offizielle Vereinswebsite den Stürmer wie folgt zitiert:

Das ist alles erfunden, entweder von der Zeitung oder von Herrn Hellmich. Ich prüfe, ob ich rechtliche Schritte einleite, denn so etwas nervt mich einfach.

Wo es diese “Gerüchte” gab und von welcher Zeitung Neuville sprach, ahnen Sie nie.

Am 2. Januar hatte “Bild” geschrieben:

Duisburgs umtriebiger Chef macht zur Zeit Urlaub in seinem Haus im Tessin. Dort lief ihm Oliver Neuville (35/Foto) über den Weg. Gladbachs Kapitän erholt sich derzeit in seiner Heimat in Ascona von einer Verletzung. Fans entdeckten die beiden angeregt plaudernd in einem Cafe.

Einer der Autoren war damals ebenfalls Dirk Krümpelmann.

Mit Dank auch an Michael R.

Kurz korrigiert (488)

Über den Fußballverein TuS Koblenz schreibt “Bild” in echtem Sportberichterstatterdeutsch:

Koblenz (…) hat die Fühler nach Kickers-Stürmer Angelo Vaccaro ausgestreckt, der sich auf der Waldau nicht mehr wohlfühlt.

TuS-Trainer Uwe Rapolder hatte den Torjäger (5 Treffer) beim letzten Auswärtsspiel der Blauen vor der Winterpause in Paderborn (0:2) beobachtet.

Und jetzt für alle, die sich nicht mit (Drittliga-)Fußball auskennen:

  • Keine Bange, auf der Waldau, die Blauen und Kickers sind bloß gängige Synonyme (für den Fußballverein Stuttgarter Kickers), die dem Leser redaktionelle Kompetenz vermitteln sollen.
  • Keine Ahnung, wie “Bild” darauf kommt, Rapolder hätte Vaccaro beim 0:2 gegen Paderborn “beobachtet”. Schließlich hat Vaccaro da gar nicht mitgespielt.

Mit Dank an Buddy für den Hinweis.

Kehraus 2008

… und wieder ist es an der Zeit, schnell noch ein wenig Gerümpel wegzuräumen, das während unseres Winterschlafs liegengeblieben ist.

Denn dass Dieter Althaus kein “CSU-Ministerpräsident” ist, hat man bei “Bild” inzwischen immerhin selbst gemerkt. Ob Britney Spears, wie Bild.de behauptet, wirklich über Weihnachten in Indien war, ist zumindest fraglich; so fraglich wie die Bild.de-Behauptung, DJ Tommek DJ Tomekk habe 2007 “auf RTL” mit einem Hitlergruß geschockt. (Soweit wir uns erinnern, schockte “Bild” damit.) Doch wenn es auf Bild.de heißt…

"Sexy Schlamm-Grätschen - Der schärfste Kick des Jahres als Video"

Pünktlich zum Jahresende in der bundesligafreien Zeit begeistert uns die US-Sportseite dbbsports.com mit dem heißesten Kick des Jahres!

… dann wollen wir an der Begeisterung der Bild.de-Redaktion nicht zweifeln. Die 14-teilige Screenshot-Galerie zum Thema und eine Bild.de-Version des Videos (“Es ist das schärfste Fußballspiel des Jahres, was das amerikanische Sport-Portal dbbsports.com seinen Lesern zum Ende des Jahres beschert!”) sprechen für sich. Weshalb wir nur mal kurz darauf hinweisen wollen, dass es sich, wenn überhaupt, um den schärfsten/heißesten Kick des Jahres 2007 handelt – genauer: um ein vor anderthalb Jahren veröffentlichtes Musikvideo, das nun von dbbsports.com bloß wiederverwertet wurde.

Und dann war da noch der Versuch der “Bild”-Zeitung, eine “Spiegel”-Geschichte zu entkräften, die den Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Schwierigkeiten brachte. Im “Spiegel” hatte der ehemalige US-General James Marks gesagt, dass zwei deutsche Geheimagenten im Irak-Krieg den Amerikanern mit Wissen des Kanzleramtes wertvolle Informationen für ihre Kriegsführung geliefert hätten. Eine solche “aktive Unterstützung” hat Steinmeier, der das Kanzleramt damals leitete, immer bestritten.

Rolf Kleine, Leiter des “Bild”-Hauptstadtbüros und so etwas wie Pressesprecher, Schönfärber und Ausputzer für Steinmeier, veröffentlichte daraufhin in “Bild” und auf Bild.de einen Artikel, in denen er dem “Spiegel” vorwarf, “offenbar einem bezahlten Propagandisten des Pentagon aufgesessen” zu sein. Marks Aussagen seien deshalb nicht ernst zu nehmen. Kleine nahm damit exakt die Verteidigung Steinmeiers am selben Tag vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Rolle der BND-Agenten vorweg (und erklärte schon vorab: “Jetzt deutet alles darauf hin, dass der SPD-Kanzlerkandidat unbeschadet aus der Affäre herauskommt”).

Auf den “Bild”-Artikel antwortet in der aktuellen Ausgabe nun wieder der “Spiegel” — mit einem “Münchhausen-Test”. Unter Berufung auf detaillierte Aussagen mehrerer Journalisten, des Pentagons und von Marks selbst kommt der “Spiegel” zu dem nüchternen Ergebnis: “Es finden sich keine Belege, dass Marks ein ‘bezahlter Propagandist’ des Pentagon ist.”

Mit Dank an diverse Hinweisgeber und kleinefragen.de.

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