Suchergebnisse für ‘rabatt’

Lüthi, Konken, Pantelouris, Metaphern

1. Interview mit Barbara Lüthi

(sonntagszeitung.ch, Ursula Zenger)

Die Schweizer Fernsehjournalistin Barbara Lüthi erzählt von ihrem Korrespondenten-Dasein in China. “Das Internet verändert China, es ist eine grosse, subversive Kraft. Zurzeit gibt es rund 300 000 Blogs, in denen die ‘Charter 08’ diskutiert wird, ein neuer Vorschlag für eine politische Reform. Andere Leute stellen ihre Beschwerden oder Anliegen ins Netz, samt Handynummer. Oder ein Bauer filmt mit dem Handy einen Aufstand und rennt ins nächste Internetcafé, um die Bilder zu verbreiten. Die werden zwar rasch gesperrt. Aber ein, zwei Stunden genügen, damit wir das aufgreifen.”

2. “Braucht mich noch einer?”

(print-würgt.de, Michalis Pantelouris)

Michalis Pantelouris erinnert sich an goldene Zeiten “in der Hochzeit der ersten Internet-Blase”, welche die meisten Online-Journalisten nie erlebt haben dürfen. Verleger Dirk Manthey (heute meedia.de) hat “nicht nur das Fitnessstudio, den Golfclub und eine wöchentliche Massage bezahlt, er hat auch jedem einzelnen Angestellten eines Magazins eine Magnum-Flasche Champagner geschickt, wenn ihm eine Ausgabe besonders gut gefiel.”

3. “Worte des Vorsitzenden Konken”

(netzfundbuero.de, Slideshow)

10 Zitate von Michael Konken, seit 2003 Vorsitzender des DJV, zum Beispiel “Das Internet ist eine Plattform auch für Schmierfinken ganz besonderer Art”. Wer Mitglied des DJV ist und das Internet nicht zwigend als Feind des Journalismus sieht, kann sich ja seine Mitgliedschaft nach der Lektüre nochmals überlegen.

4. “Berichten deutsche Medien über Googles Antwort? Nicht wirklich.”

(netzwertig.com, Marcel Weiss)

“Viele deutsche Medien haben über die ‘Hamburger Erklärung’ der Verleger berichtet. Über Googles Antwort herrscht mehrheitlich Schweigen.”

5. “Stell dir vor es ist Browser-Krieg und niemand geht hin”

(netzwelt.de, Michael Knott)

Was hat es eigentlich mit den Kriegs-Metaphern im Journalismus auf sich? “Da ziehen Schnäppchenjäger freiwillig in Rabattschlachten, Hacker bereiten IT-Administratoren Kopfschmerzen durch DDOS-Attacken, Microsoft-Chef Steve Ballmer bläst zum Angriff auf Yahoo – eigentlich kann der Suchmaschinenbetreiber da gleich die Flinte ins Korn werfen.”

6. “Fünf Irrtümer über die Piratenpartei”

(futurezone.orf.at, Günter Hack)

5 “populäre Irrtümer” über die Piratenpartei im Detail widerlegt.

Volkspizza, Leichtlohntruppen, Klicks

1. “Der Online-Markt sucht nach einer neuen Internet-Währung”

(sueddeutsche.de, Simon Feldmer)

Gibt es Einsicht beim Portal sueddeutsche.de, dem Ersteller von Klickgalerien wie “Die 100 besten Biere der Welt“? – “Bilder über Bilder, Artikel, die sich über zehn Seiten schleppen, weil man nach drei Hauptsätzen schon weiter klicken muss, Sudoku, Wissenstests – der Ideenreichtum im Online-Journalismus scheint groß. Der Grund dafür ist einfach: Klicks bringen Geld, theoretisch zumindest. Denn jede Seite, die ein Internetbesucher aufruft, wird gezählt und ist deswegen vermarktbar. Doch die Online-Währung könnte sich ändern, ein bisschen zumindest.”

2. “Mengenrabatt für Lobbyisten”

(taz.de, Adrienne Woltersdorf)

“Die Redakteure bei der Washington Post sind entsetzt. Die Marketingabteilung der renommierten Zeitung wollte Lobbyisten Zugang zur Redaktion verschaffen – gegen viel Geld.”

3. “Zu viele PS-Träume – zu wenig Energieeffizienz”

(nzz.ch, slz.)

Ein Text über die Mobilitätsseiten der Zeitungen, die zu 97% “vom motorisierten Individualverkehr, sprich vom Privat-Pkw, dominiert” werden. Grundlage dafür ist eine Studie (pdf) der Deutschen Engergie-Agentur dena. Bereits der erste Satz der Pressemitteilung dazu könne man aber “so aus der Studie nicht ablesen”.

4. Leichtlohntruppen

(kathpress.co.at)

Werner D’Inka, einer der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, glaubt, dass Journalismus “”eben keine Heimwerker-Beschäftigung” sei und spricht “professionelle Filter und die Korrekturinstanz einer versierten Redaktion” an: “Kritik übte der FAZ-Herausgeber an Zeitungsverlagen, die dazu übergingen, ‘ihre Seiten von Leichtlohntruppen füllen zu lassen’.”

5. “Die Krise der publizistischen Repräsentation”

(heise.de/tp, Rudolf Stumberger)

“Wer für einen Bericht von normaler Länge sich auch von renommierten Tageszeitungen (wie zum Beispiel der ‘Neuen Zürcher Zeitung’) mit 150 Euro abspeisen lassen muss, dem vergeht diese Art Journalismus ganz schnell, es sei denn, sie wird als Liebhaberei betrieben.”

6. “Volks.Pizza Salami – das erste Farbbild”

(shopblogger.de, Bjoern Harste)

Das erste Farbbild der Volkspizza der Bild-Zeitung ist im Laden des Shopbloggers eingetroffen. Er findet “die Idee nach wie vor kein Stück originell”.

Debatte über die Zukunft der Zeitung

1. Alle Medien sind Internetmedien
(vorwaerts.de, Thierry Chervel)
Thierry Chervel macht darauf aufmerksam, dass sämtliche Medieninhalte digital vorhanden und damit auch Online-Inhalte sind. Medienbeobachter preisen dennoch gerne die Langsamkeit der ausgedruckten Zeitungen als Vorteil: “Ausgerechnet der Journalismus, der Inbegriff zynischer Rasanz, rühmt sich seiner Langsamkeit. Dahinter steckt weniger die Suche nach Erkenntnis als der Phantomschmerz der verlorenen Torwächterfunktion: Seit es das Netz gibt, braucht die Öffentlichkeit nicht mehr die Filter der Medien, um sich zu artikulieren – für die Demokratie eine Bereicherung, für die Journalisten ein Verlust der Priesterfunktion.”

2. “Den Bannwald der Demokratie schützen”
(nzz.ch, Norbert Neininger)
“Der Ruf nach Artenschutz” (Zitat aus dem erstverlinkten Text) erschallt sogleich. Norbert Neininger fragt sich, ob “wir (auch staatliche) Massnahmen veranlassen” müssen, die den “Bannwald der Demokratie” am Leben erhalten. Dazu stellt er einen Katalog zusammen, der die Printpresse entlasten könnte, so zum Beispiel eine “Verbilligung der Zeitungszustellung”, die “Abschaffung der Mehrwertsteuer für Medienerzeugnisse” und einen “Rabattverzicht bei staatlichen oder öffentlichrechtlichen Kampagnen”.

3. 8 Thesen von Tim Renner
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Tim Renner stellt acht Thesen zur Zukunft der Journalismusindustrie zusammen. These 2: “Kein Zweig der Medienindustrie sollte den Fehler machen, die Vorteile der analogen Medienträger zu überschätzen. Dies hat die Musikindustrie getan. Und dem gleichen Irrtum erliegen derzeit noch Zeitungs- und Buchindustrie.”

Read On…

Ein Blumenbeet am Wegesrand

Da wir uns ja gerade in die Niederungen der “Bild”-Leipzig-Redaktion begeben, ist uns am Wegesrand folgende Geschichte im Leipziger Stadtmagazin “Kreuzer” begegnet. Der “Kreuzer”-Artikel ist zwar schon ein paar Monate alt, die Geschichte selbst offenbar schon ein paar Jahre; kurz aufschreiben wollen wir sie aber trotzdem – zumal uns hier und da schon Ähnliches zugetragen worden ist…

So zeigte der “Kreuzer” in seiner Oktober-Ausgabe einen “Bild”-Artikel vom 4. April 2005 mit der Überschrift “Sie treten den Frühling mit Füßen – Kaum hat die Stadt ihre Beete mit Blumen bestückt, werden sie auch schon plattgetrampelt” (siehe Ausriss).

Dazu hieß es im “Kreuzer”:

Das Foto zeigt allerdings nicht irgendeinen Bürger, sondern den damaligen Praktikanten und späteren “Bild”­Rathausreporter (…), der da durch die Rabatten latscht. Der Vermerk “Foto nachgestellt”, der in solchen Fällen verpflichtend ist, fehlt.

Laut “Kreuzer” [pdf] war dies – Jahre später – nicht der Grund, aber der Vorwand Anlass, dass der damalige “Bild”-Leipzig-Chef seinen Job verlor, wohingegen andere in der “Bild”-Leipzig-Redaktion…

6 vor 9

Oliver Kahn beim Handball-Spielen – Antwort auf das Killerspiel-Video bei YouTube
(jetzt.sueddeutsche.de, Dirk von Gehlen)
In der vergangenen Woche sorgte Matthias Dittmayer für Aufregung im deutschsprachigen Internet. Der 21-Jährige hatte verfälschende Fernsehberichte über Computerspiele gesammelt und diese in einem Video zusammengeschnitten. Mittlerweile haben fast 350.000 Menschen das Video angeschaut. Darunter auch Rainer Fromm. Der Autor von Frontal21 ist Experte für Computerspiele und wehrt sich gegen einige Vorwürfe, die in dem Video erhoben werden (mehr dazu auch hier).

Journalist des Jahres ist – Johann Oberauer
(presseverein.ch)
Der umtriebige Österreicher Johann Oberauer ist als Verleger von Branchen-Magazinen für die Medienwelt äusserst erfolgreich. Auch in der Schweiz hat er ein Journalisten-Heft etabliert, das sich ganz der Nabelschau des Berufsstandes widmet.

Forschungsreport: Google muss zerschlagen werden
(heise.de, Stefan Krempl)
Eine Studie der TU Graz warnt mit drastischen Worten vor der “Bedrohung der Menschheit” durch Google. Der Suchmaschinenprimus schicke sich nicht nur an, den Schutz der Privatsphäre auf dem Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen, heißt es in dem 187-Seiten umfassenden Bericht “über die Gefahren und Chancen großer Suchmaschinen unter besonderer Berücksichtigung von Google” (pdf, 7255 kb).

Presseausweis vor dem Aus
(spiegel.de, Andrea Brandt)
Das Plastikkärtchen ist begehrt: Der bundeseinheitliche Presseausweis erleichtert Journalisten nicht nur ihren Arbeitsalltag – sondern auch den Zugang zu Firmenrabatten. Nun drohen die Innenminister, die Ausweise nicht mehr amtlich zu autorisieren.

Die wohl teuerste Gratiszeitung der Welt
(20min.ch)
In Ägypten kriegt man die meistgelesene Zeitung der Schweiz nicht umsonst. 20 Minuten kostet im Badeort Scharm el-Scheich umgerechnet 7.20 Franken.

Obscene Losses
(portfolio.com, Claire Hoffman)
DVD sales are in free fall. Audiences are flocking to pornographic knockoffs of YouTube, especially a secretive site called YouPorn. And the amateurs are taking over. What?s happening to the adult-entertainment industry is exactly what?s happening to its Hollywood counterpart?only worse.

Die große Verwandtschaft von “Bild”

Der Präsident des Bundeskartellamtes Ulf Böge sieht Gefahren in dem Plan von Axel Springer, ProSiebenSat.1 vollständig zu schlucken. In der “Süddeutschen Zeitung” sagte er:

Böge: Mit der Möglichkeit für Springer, nun weit stärker als bisher ins TV-Geschäft einzusteigen, könnte sich die Stellung von Bild durch eine gegenseitige Unterstützung dieser Medien noch verstärken. (…)

SZ: Bild hat schon früher für Sat1 geworben, als der ehemalige Springer-Großaktionär Leo Kirch die Bundesliga zu dem von ihm und Springer dominierten Privatsendern holte. Spielen solche Erfahrungen eine Rolle?

Böge: Dass solche Erfahrungswerte einbezogen werden, liegt auf der Hand.

SZ: Bild und die Pro-Sieben-Gruppe könnten gemeinsame Werbeangebote mit schönen Rabatten machen, um so mehr Anzeigenkunden anzulocken. Spielt das auch eine Rolle?

Böge: Bei Bild kann das natürlich dazu führen, dass die marktbeherrschende Stellung bei Kaufzeitungen weiter verstärkt wird. Diese Gefahr wird jedenfalls von Medienexperten gesehen. Mehr Anzeigen könnten dazu führen, dass Bild mehr in das Blatt investieren und so mehr Leser anziehen kann. Solche eine Spirale zwischen Lesern und Anzeigen ist durchaus vorstellbar.

Nach den Plänen von Springer wäre eine Hälfte des deutschen Privatfernsehens mit “Bild” verschwistert. Mehr als zwei Dutzend private Hörfunksender und viele Zeitschriften und Zeitungen gehören ohnehin schon zum Imperium von Axel Springer.

Ein Überblick über die große Verwandtschaft von “Bild”.

We are the Champions VII

Der Axel Springer-Verlag gibt seit 1952 die “Bild”-Zeitung heraus und seit März 2004 beispielsweise auch die 14-tägliche Programmzeitschrift “TV Digital”, für die “die Premiere Fernsehen GmbH & Co. KG als strategischer Partner gewonnen werden” konnte und die zudem “von Premiere allen Abonnenten angeboten” wird.

Außerdem hatte Bild.de, also die Online-Ausgabe der im Axel Springer-Verlag erscheinenden “Bild”-Zeitung, bereits im November 2003 “zusammen mit Premiere” den sog. “Volks-Dekoder” im Angebot und es dabei nicht belassen, nein: Seither bekommen Besitzer einer Bild.de-Kundenkarte bei Bedarf sogar ein kostenloses Premiere-Probe-Abo, das sich nach Ablauf der Probezeit “automatisch in ein kostenpflichtiges Abo” verlängert, logo.

Wen wundert’s da noch, dass “Bild” auf der Titelseite jubelt:

“Der Bezahl-TV-Sender Premiere kann immer mehr Abo-Kunden verbuchen!”

Und dass “Bild” deshalb den Premiere-Chef Georg Kofler zum “Gewinner” des Tages macht, versteht sich nahezu von selbst

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