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B.Z.  

Niemals geht man so ganz

Die potentiellen Vereinswechsel von Profifußballern sind traditionell ein Quell munterer (und oft genug hilfloser) Berichterstattung. Da wird einfach mal so drauf los spekuliert, da werden harmlose Fragen in den Raum gestellt, die es einem hinterher ermöglichen, es im Zweifelsfall immer schon gewusst zu haben.

So gesehen kann es eigentlich nicht mehr lange dauern, bis die Internetseite der “B.Z.” Michael Ballack auch mit den verbliebenen 16 Bundesligisten in Verbindung gebracht hat:

Wechselt Michael Ballack zum HSV? [...] Geht Ballack jetzt zu Schalke 04?

Was schief gehen kann, geht schief

Also, das mit den Türmen ist so:

Im “Guinness World Records Buch” findet sich unter der Überschrift “Schiefster Turm” folgender Eintrag:

Laut Messung vom 17. Januar 2007 hat der Turm der protestantischen Kirche in Suurhusen (nördlich von Emden) eine Neigung von 5,1939°. Damit wurde der zuvor von dem berühmteren schiefen Turm von Pisa (I) gehaltene Rekord gebrochen – der Turm in Pisa hat nur eine Neigung von 5,08°.

Mutmaßlich ab der nächsten Ausgabe wird sich unter der Überschrift “Schiefster künstlicher Turm” (oder so ähnlich) ein Eintrag finden, wonach der Capital Gate Tower in Abu Dhabi der höchste, absichtlich mit einer seitlichen Neigung gebaute Turm der Welt ist.

Der Turm von Suurhusen und der Capital Gate Tower sind also in ihrer jeweiligen Kategorie Rekordhalter, der Schiefe Turm von Pisa hat dafür (noch?) den Trost, der bekannteste schiefe Turm der Welt zu sein.

Oder, für Journalisten: Zwei Kategorien. Zwei Paar Stiefel. Ein anderes Fass.

So viel zur Theorie. Kommen wir nun zur Realität …

Bild.de hat es geschafft, die gestrige Falschinformation noch ein bisschen falscher zusammenzufassen:

Jetzt haben sich die Arabischen Emirate auch noch den Titel "schiefster Turm" geschnappt. Den hatte sich seit Jahrhunderten Pisa gepachtet.

Die “Rheinische Post” war auf dem richtigen Weg, ist dann aber falsch abgebogen:

Schiefster Turm der Welt steht in Abu Dhabi. Der Capital Gate Tower in Abu Dhabi ist laut Guinness-Buch der Rekorde der schiefste Turm der Welt. Bisher stand der schiefste Turm offiziell in Suurhusen in Ostfriesland.

sueddeutsche.de verheddert sich in Titeln und Jahreszahlen:

Berühmt, weil er so schräg ist: Der Turm von Pisa begann noch während des Baus, in den morastigen Boden einzusinken. Dennoch wurde der Glockenturm nach hundert Jahren Bedenkzeit weiter aufgestockt und schließlich mit einer Neigung von 3,97 Grad zum berühmtesten Turm Italiens und der Welt. Doch der schiefste ist er längst nicht mehr. Diesen Titel verlor er im Jahr 2009 an ...

... die Kirche in Suurhusen: Deren Turm neigt sich sogar um 5,19 Grad, so dass der schiefste Turm der Welt nun in Ostfriesland zu finden war. Doch der Ruhm währte nur kurz: Der neue schiefste Turm, der von Menschenhand erbaut wurde, steht absichtlich so schräg in der Landschaft.

Der 160 Meter hohe Capital Gate Tower neigt sich in Abu Dhabi um 18 Grad - und damit viermal so stark wie der berühmte Turm in Pisa. Die Macher des Guinness-Buchs der Rekorde maßen nun nach Fertigstellung des Äußeren des 36-Stockwerke-Hochhauses akribisch nach - und reichten den Titel "Schiefster Turm der Welt" nach Abu Dhabi weiter. Wenn auch der Innenausbau Ende 2010 abgeschlossen ist, zieht unter anderem das Fünf-Sterne-Hotel Hyatt Capital Gate ein

“Spiegel Online” hat es hingegen geschafft, nichts Falsches zu berichten: Zwar wird die Neigung des Capital Gate Towers dort mit der des Schiefen Turms von Pisa verglichen und der Eintrag ins Guinness-Buch verkündet, aber das ist für sich genommen alles richtig und deckt sich auch mit der Meldung auf guinnessworldrecords.com.

Falsch verstehen könnte man die Überschrift aber trotzdem:

Ganz schön schräg: Guinness-Buch kürt schiefstes Gebäude der Welt

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber und an Eric für den Scan.

Nachtrag, 11. Juni: Wie hatten wir Yahoo übersehen können?

Abu Dhabi verdrängt Pisa: Der schiefste Turm der Welt. Der schiefste Turm der Welt steht nicht mehr in Italien, sondern in Abu Dhabi.

Mit Dank an Oliver K.

GEZ, Gauck, Schmidt

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Pauschale für alle!”
(taz.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg verfügt über Informationen, dass die Ministerpräsidenten am Mittwoch “mit großer Sicherheit” das Ende der “GEZ-Gebühr” beschließen werden: “Danach soll ab 2013 nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt bzw. bei Unternehmen gestaffelt nach Mitarbeiterzahl gezahlt werden.”

2. “Werde auch Du NWZ-Handyscout!”
(newzblog.de, Florian Schuster)
Florian Schuster denkt nach über ein in der “Nordwest-Zeitung” erschienenes Foto, “das Deutschlands teuerster Handy-Scout, NWZ-Chefredakteur Rolf Seelheim, höchstpersönlich ‘geschossen’ hat”.

3. Interview mit Dominik Graf
(sueddeutsche.de, Christopher Keil)
Regisseur Dominik Graf über die Inszenierung von Live-Fußball: “Es fällt einem schwer, sich heute eine Fußballübertragung von 1966 in ihrer unglaublichen Gelassenheit und Sachlichkeit anzuschauen. Auf der anderen Seite ergreift einen tiefe Sehnsucht, dass das wieder einmal so werden möge anstelle des hektischen Auftriebs mit 37 Kameras.”

4. “Medienspekulanten lassen Merkelblase platzen”
(mspr0.de, Michael Seemann)
Michael Seemann stellt fest, dass sich Zeitungen übergreifend für den Bundespräsident-Kandidat Joachim Gauck aussprechen. “Die Trias von Springer, SPIEGEL und FAZ hat sich schon häufiger als extrem kampagnenfähig erwiesen. Egal ob Angst vorm demographischen Wandel, Front gegen die Rechtschreibreform oder Nacktbilder von Günter Verheugen, die Zusammenarbeit klappte stets recht gut. Wenn die drei in trauter Einigkeit zuschlagen, dann hat das etwas zu bedeuten.”

5. “Does the Internet Make You Smarter?”
(online.wsj.com, Clay Shirky, englisch)
Clay Shirky sieht im Internet Wurzeln einer neue Lese- und Schreibkultur. Die Gegenthese “Does the Internet Make You Dumber?” vertritt Nicholas Carr, der befürchtet, dass wir durch das Netz zu oberflächlichen Denkern werden.

6. “Ludwig-Börne-Preis an Reich-Ranicki”
(zdf.de, Video, 75:18 Minuten)
Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wurde in der Frankfurter Paulskirche der Ludwig-Börne-Preis verliehen. Statt einer Laudatio singt Harald Schmidt das Brecht-Gedicht “Erinnerung an die Marie A.” (ab 12:45 Minuten).

Out of Loch Ness

Am größten, tollsten, schönsten – die deutsche Sprache ist nicht unbedingt das beste Arbeitsmaterial für Marktschreier. Um das Publikum zu ködern, muss man schon Fantasie haben, darf keine Scheu haben, Worte neu zu besetzen. Wie zum Beispiel Hape Kerkeling, der vor 20 Jahren nicht etwa formschöne Badeutensilien, sondern Mörder-Duschhauben verteilte.

Diesem Vorbild wollte wohl der Redakteur von Spiegel Online nacheifern, als er eine Überschrift für diesen Artikel suchte, der vom bisher größten riesig-gigantischen Windpark handelt, der vor der britischen Küste entsteht.

Riesen-Windpark vor britischer Küste
Siemens und RWE bauen das Monster Gwynt y Môr

iPad, Lena, Blasmusik

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Zensur in Zeiten des iPads”
(ipad-mag.de, Dirk Baranek)
Dirk Baranek fragt sich, wie weit die Regulierung der Inhalte im iTunes-Store geht. Nicht nur Erotik stehe im Visier der Apple-Kontrolleure, sondern auch “Darstellungen, die in der US-Medienwelt als graphic violence bekannt sind”. Betroffen davon ist auch “Bild”: “In zwei BILD-Artikeln befinden sich Fotos, die durch schwarze Flächen abgedeckt werden.”

2. “Eine Sängerin, wichtiger als jeder Präsident”
(sueddeutsche.de, Hans Hoff)
Lena Meyer-Landrut kehrt als Siegerin des ESC 2010 in einer Sondermaschine zurück und wird von einer Sonderausgabe der “Tagesschau” und anderen Sondersendungen erwartet: “Von 15 Uhr war mitzuerleben, wie die Lufthansa-Maschine Eberswalde auf dem Flugfeld stand und sich ein Arbeiter auf einer heran geschobenen Gangway an der Tür des Fluggeräts zu schaffen machte. Minutenlang passierte – nichts. Ein bisschen wirkte es wie die Berichterstattung von einer Geiselnahme, bei der man verzweifelt auf ein Zeichen der Gangster wartet.”

3. “Das Lena-Wunder”
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hegt Hoffnungen, dass der Sieg “einer jungen, selbstironischen Frau über einen humorlosen Kommerz und über die Schlager-Schunkel-Welt” zukunftsweisend ist. “Ihr Triumph in Oslo nährt die Hoffnung, dass sich etwas verändert hat im Showgeschäft, dass Echtheit und Ehrlichkeit inzwischen mehr zählen als plumper, sexistischer Affekt aus dem Hause Bohlen.”

4. “Sarah Wiener tischt im Speisewagen Zusatzstoffe auf”
(foodwatch.de)
Die deutsche Bahn wirbt mit “dem guten Namen bekannter Fernsehköche” für seine Bordrestaurants. Foodwatch vergleicht ein Rezept von Sarah Wiener mit der Schweinefleischroulade aus dem Speisewagen, “ein Fertigprodukt, das viel mehr mit Spitzentechnologie als mit Spitzenküche zu tun hat”. Eine Stellungnahme von Sarah Wieners Büro ist auf meedia.de zu lesen.

5. “Meine Rechte”
(weltwoche.ch, Mark van Huisseling)
People-Journalist Mark van Huisseling denkt darüber nach, was er schreiben darf und was nicht. “Als ich anfing, Zeitungsartikel zu schreiben, war es ziemlich klar: Tatsachen, die man behauptete, mussten stimmen, mehr oder weniger (zirka 1990, ich war Volontär beim Sonntagsblick). Samstagnachmittags kam einer der beiden Anwälte, die auf der Payroll waren, in die Redaktion und fragte, ob es Artikel gebe, die Probleme machen könnten.”

6. “Russland: Blasmusik auf dem Dorf”
(mediathek.daserste.de, Video, 7:48 Minuten)
Das “Dummy”-Blog schreibt: “In manchen Dörfern Mecklenburgs werden die einzigen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche von Nazigruppen angeboten.” Und in manchen Dörfern Russlands werden die einzigen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche von einer älteren Frau und ihrem Sohn angeboten: Blasmusik!

Tagesschau, Tauss, ddp

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Nachrichten nach Gutsherrenart”
(begleitschreiben.twoday.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig prüft in verschiedenen Fällen (Mixa, Tauss, Zumwinkel, Mohren, Wiedeking, Middelhoff, Garlichs) die Kriterien, zu denen sich die “Tagesschau” im Fall Kachelmann bekannt hat. Wann ist / wird eine Meldung relevant – und gilt das einheitlich?

2. “Der Tauss-Prozess: Die Berichterstattung”
(bruchsal.org, Rainer Kaufmann)
Eine Analyse der Berichterstattung zum Fall Tauss bei “Spiegel Online”, der “Stuttgarter Zeitung” und den “Badischen Neuesten Nachrichten”.

3. “ddp und der PR- Content”
(andremarty.com)
Nahost-Korrespondent André Marty wird von der ddp direct GmbH angefragt, ob er “multimedialen PR-Content” umfassend recherchieren möchte: “Alleine die Idee, Journalisten ‘gut aufbereitete PR- Inhalte’ anzubieten, spricht Bände. Was mich jedoch beunruhigt, ist die Dreistigkeit, mit der sich diese PR- Fuzzis im Jahr 2010 Journalisten anbiedern.”

4. “Warum sind die Kritiken bloß so schlaff?”
(welt.de, Sibylle Lewitscharoff)
Sibylle Lewitscharoff über den Literaturbetrieb, in dem “jeder mit jedem zumindest oberflächlich bekannt” ist. “Auch der schlachtbereite Kritiker wird unmerklich darin gehemmt, den vollen Becher seines Zorns und seiner Enttäuschung über einem Buch zu leeren, wenn er dem Menschen, der es geschrieben hat, einmal, zweimal, gar öfter begegnet ist.”

5. Mediafail
(mediafail.com, englisch)
“Expose the Worst of American Media: Find it. Post it. Fail it.”

6. “ZDF-Programmchef schützt Lobbyisten”
(heise.de/tp/blogs, Peter Muehlbauer)
Ein Beitrag von Martin Sonneborn in der “heute-Show” (Video, 3:43 Minuten) zieht eine Rüge von ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut nach sich.

Das falsche “Ghetto-Kind”

Wie mag es einem gehen, wenn man lesen muss, es sei “angenehm ruhig” um einen geworden? Wenn man als “rücksichtsloser Grobmotoriker” mit “derben Fußball-Tischmanieren”, als “Rüpel”, der “auch am Rande des Rasens rustikalen Umgang” pflegt, als “Ghetto-Kind” bezeichnet wird?

So beschrieben wird Kevin-Prince Boateng, der mit einem unglücklichen Foul die Teilnahme des Kapitäns der Nationalmannschaft, Michael Ballack, an der Fußball-WM verhinderte.

Dumm nur, dass das Foto neben dem Artikel Jérôme Boateng zeigt. Der hat zwar immerhin denselben Nachnamen wie sein für Ghana spielender Halbbruder Kevin-Prince, als Nationalmannschaftskollege Ballacks mit der Sache aber nichts zu tun.

Screenshot swp.de

Wenn das so weitergeht, können wir bald ein Sammelalbum zusammenstellen.

Mit Dank an Bader

Nachtrag, 25. Mai: Swp.de hat das Bild von Jérôme mit einem von Kevin-Prince Boateng ausgetauscht.

Die Aktuelle, Neon, Assange

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wahrheits-Schock! ‘Die Aktuelle’ weint!”
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier über den Wahrheitsgehalt der Zeitschrift “Die Aktuelle” der WAZ Women Group GmbH. “Eine unendliche Ahnungslosigkeit durchströmt das Blatt, aber alle Energie, die bei der Produktion gespart wird, fließt in die kreative Titelgestaltung.”

2. “Generation Neon”
(brodnig.org, Ingrid Brodnig)
Ingrid Brodnig über die Zeitschrift “Neon” und ihre Käufer. “Neon ist der Beweis, dass junge Erwachsene sehr wohl noch Zeitungen kaufen.”

3. “Taylor Momsen Did Not Write This Headline”
(nytimes.com, David Carr, englisch)
Die Suchmaschinenoptimierung wirkt sich vermehrt auf Schlagzeilen aus: “Headlines in newspapers and magazines were once written with readers in mind, to be clever or catchy or evocative. Now headlines are just there to get the search engines to notice.”

4. “Investigativer Journalismus”
(das-blaettchen.de, Ulrike Steglich)
Die Journalistin Ulrike Steglich erzählt, wie sie durch investigativen Journalismus zur Stadtsoziologin wurde.

5. “Australian Wikileak founder’s passport confiscated”
(theage.com.au, Tom Arup, englisch)
“Julian Assange, the Australian founder of the whistleblower website Wikileaks, says he had his passport taken away from him at Melbourne Airport and was later told by customs officials that it was about to be cancelled.”

6. “Falschmeldung kostet Daum den Meistertitel”
(welt.de, Udo Muras)
Anhand eines aktuellen Beispiels aus der türkischen Meisterschaft beschreibt Udo Muras, wie Falschmeldungen den Fußball beeinflussen können.

Bad Kleinigkeiten

Bundespräsident Horst Köhler hat gestern entschieden, das Gnadengesuch der früheren RAF-Terroristin Birgit Hogefeld abzulehnen.

Birgit Hogefeld, wer war das noch mal? Bild.de behauptet:

Am 27. Juni 1993 wurde Hogefeld gemeinsam mit ihrem RAF-Komplizen Wolfgang Harms bei einem dramatischen GSG-9-Einsatz auf dem Bahnhof von Bad Kleinen festgenommen.

Wie man es dreht und wendet: Das ist völliger Unfug.

Denn erstens hieß der Mann Wolfgang Grams und zweitens wurde er in Bad Kleinen nicht festgenommen, sondern erschossen — ob von sich selbst oder einem GSG-Beamten, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Mit Dank an Marvin S.

Nachtrag, 17.40 Uhr: Bild.de hat den Satz so zusammengekürzt, dass er richtig ist:

Am 27. Juni 1993 wurde Hogefeld bei einem dramatischen GSG-9-Einsatz auf dem Bahnhof von Bad Kleinen festgenommen.

Tauss, Knöchel, Google

6 vor 9

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1. “Der Fall Tauss und seine mediale Inszenierung”
(moenikes.de, Jan Mönikes und Gregor Wettberg)
In einem 23-seitigen Bericht (PDF-Datei) analysieren Jan Mönikes und Gregor Wettberg die Untersuchungen in den Wohn- und Geschäftsräumen von Politiker Jörg Tauss im März 2009 sowie der Umgang der Medien damit. Heute beginnt vor dem Landgericht Karlsruhe das Strafverfahren “wegen des Besitzes und der Verschaffung von kinderpornografischem Material” (tauss-gezwitscher.de, Jörg Tauss). Nachtrag zur Klarstellung, 12:30 Uhr: Bei Jan Mönikes handelt es sich um den Rechtsanwalt von Jörg Tauss.

2. “Ein verletzter Knöchel oder: Die große Ballack-Show”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Sowohl ARD als auch ZDF unterbrechen ihre regulären Programme, um Sondersendungen zu einer Verletzung des Fußball-Nationalspielers Michael Ballack einzuschieben. “Wenn wir trotz Euro-Krise, Griechenland oder der zum Bürgerkrieg ausufernden Lage in Thailand keine größere Sorgen haben als ein verletzter Fußballer-Knöchel, dann kann es uns in Deutschland ja so schlecht nicht gehen.” Im weiteren Zusammenhang sind dazu die langen Texte von “Zeit” und “Spiegel” über Jérôme und Kevin-Prince Boateng zu empfehlen.

3. “Die Entführung”
(blog.tagesschau.de, Kai Gniffke)
Kai Gniffke erklärt, warum die “Tagesschau” bisher keine Meldung zur vermissten Frau in Baden-Würrtemberg sendete. “Wir hatten am vergangenen Wochenende eine Meldung in den Tagesthemen, aber nicht in der 20Uhr. Das sieht auf den ersten Blick nicht konsistent aus, aber die Tagesschau geht aufgrund ihres Profils stets am zurückhaltendsten mit Kriminalfällen um.”

4. “Lidl und die liebe Not mit den Zahlen”
(stimme.de)
“Normalerweise ist eine Nachricht, was neu ist und dazu eine Tatsache. Geht es um Lidl, gelten andere Gesetze, wie die am Dienstag von ‘Focus Money’ in die Welt gesetzte Bilanz-Meldung zeigt.”

5. “Platzverweis für Papst”
(stuttgarter-zeitung.de, Wolfgang Messner)
Über eine “Provinzposse” mit “Bild” und der CDU.

6. “Google’s German screw-up”
(buzzmachine.com, Jeff Jarvis, englisch)
Jeff Jarvis wird von einem deutschen Journalist gefragt, ob sich Google vom neusten Skandal um Wlan-Daten erholen wird. Er gibt zu bedenken, dass Google in Deutschland einen Marktanteil von über 97 Prozent hat.

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