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Im “Augusta National Golf Club” im US-Bundesstaat Georgia startet morgen eines der bedeutendsten Golfturniere der Welt, das “US Masters”. Unter anderem am Start: Der Deutsche Martin Kaymer, mit dem “Bild” im Vorfeld gesprochen hat. Das Interview kann man heute im Blatt lesen, und die Überschrift hat es durchaus in sich:

'Trump ist ein Geschenk für uns'

Die Bild.de-Mitarbeiter haben daraus einen “Bild plus”-Artikel gemacht, mit der gleichen Titelzeile wie ihre Print-Kollegen:

Deutschlands bester Golfer - Kaymer: 'Trump ist ein Geschenk für uns'

Nanu — Martin Kaymer ein großer Fan der Politik Donald Trumps? Der US-Präsident “ein Geschenk” für die Menschheit? Die Aussage von Martin Kaymer, die die “Bild”-Medien für ihre Schlagzeilen gewählt haben, stammt zwar von dem Golfer. Sie hat allerdings nichts mit Politik zu tun:

Sie spielen einen Großteil des Jahres in den USA. Wie hat sich Amerika unter Präsident Donald Trump verändert?

Kaymer: “Ich bin überrascht, dass die Leute, besonders die, die Trump gewählt haben, jetzt über seine Äußerungen und Handlungen verwundert sind. Er macht das, was er angekündigt hat. Für uns Golfer gibt es allerdings auch noch einen zweiten Donald Trump.”

Was meinen Sie?

Kaymer: “Über den Politiker Trump muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Der Golf-Fan Trump ist jedoch ein Geschenk für unseren Sport. Er hat extrem gute Plätze auf der ganzen Welt gebaut. Was er im Golf anpackt, ist eigentlich immer ein Riesenerfolg.”

Das Problem dabei: Die kompletten Antworten können bei Bild.de nur die Leute lesen, die ein “Bild plus”-Abo haben. Alle anderen sehen lediglich die Überschrift und die ersten paar Zeilen des Textes, aus denen nicht hervorgeht, dass sich Kaymers Aussage bloß auf Golfplätze bezieht.

Weil sich erste empörte Fans meldeten und schrieben, sie werden ihn ab sofort nicht mehr unterstützen, hat sich Martin Kaymer bei Facebook zu der “Bild”-Schlagzeile geäußert:

Hallo zusammen! Nach den ersten Reaktionen auf ein heute erschienenes Interview möchte ich klarstellen, dass ich mich nicht zu politischen Themen in Bezug auf Donald Trump und meiner persönlichen Meinung zu ihm, die sich im übrigen in keinster Weise in diesem Artikel widerspiegelt, geäußert habe und das auch in einem Interview nicht tun werde. Es ging rein um sein Engagement im Golfsport. Bitte lest die ganze Antwort bevor ihr euch eine Meinung bildet und lasst euch nicht von der reißerischen Schlagzeile blenden. Gruß aus Augusta!

Mit Dank an Kiezgolf für den Hinweis!

BILDblog dankt

Wir wollen uns mal wieder bedanken — bei all denen, die mit ihrer finanziellen Unterstützung dazu beitragen, dass es das BILDblog überhaupt geben kann. Nun kennen wir nicht jeden persönlich. Deswegen gibt es hier einmal im Monat einen großen Sammel-Dank.

Sollte Ihr Name noch nicht in der Liste unten auftauchen, obwohl Sie große Lust hätten, mal einen Dank vom BILDblog zu bekommen — kleiner Tipp: Es ist ganz einfach, uns zu unterstützen. Und Leuten, die einen Dauerauftrag einrichten, danken wir auch jeden Monat aufs Neue.

Für die tolle Unterstützung im März möchten wir uns bedanken bei:

Achim K., Adrian S., Alexander H., Andrea S., Andreas F., Andreas K., Andreas N., Andreas P., Andreas W., Angela Z., Anja C., Anna S., Annika C. H., Arne L., Axel V., Benedikt S., Benjamin M., Berenike L., Björn T., Bo G., Bodo S., Carsten S., Christian B., Christian L., Christian R., Christoph M., Daniel H., Dario S., David R., Dennis B. H., Dennis R., Dietmar N., Dirk A., Dominique T., Dora E., Dorothea A., Ekkart K., Fabian J. W., Fabian R., Fabian Ü., Florian J., Frank W. B., Frank W., Gregor A. K., Guido R. S., Hannes B., Hannes R. S., Hans-Christian O., Heiko H., Heiko K., Henning R., Holger B., Ingo v. L., Iris M., Jacob D., Jakob H., Jakob O., Jan N. K., Jan O. W., Jan P. S., Jan P., Jens B., Jens D., Johanna P., Johannes L., Johannes P., Johannes S., Jonas S., Jörn L., Julia T., Kai R., Katrin U., Kevin S., Klaus W., Konstantin B., Leonard B., Lutz E., Manuel O., Marc I., Marc K., Marc S., Marcel B., Marco S., Marco W., Marcus H., Marcus K., Marcus S., Margit G., Mario U., Markus K., Markus W., Martin H.-S., Martin M., Martin R., Martin S., Matthias M., Matthias R., Matthias S. S., Maximilian W., Melanie R., Menke P., Michael K., Michael R., Michael S., Michael W., Michaela G., Moritz D. B., Moritz D., Moritz K., Moritz V., Nicole P., Nils P., Oliver M., Oliver O., Peter J., Peter S., Philipp G., Philipp H., Philipp S., Philipp W., Pia K., Robert K., Sandra C. K.-W., Sascha S., Sebastian F., Sebastian J., Sebastian L., Sebastian P., Stefan R., Steve H., Sven F., Thekla I. H., Thomas A., Thomas E., Thomas H., Thomas M., Thomas S., Tilman H., Tim Ö., Tommy W., Toralf B., Torsten P., Ute S., Uwe K., Volkmar D., Wiebke S., Wolfgang B., Yannick B., Yvonne T.!

Sehen alle gleich aus (15)

Fotos, auf denen zwei Personen zu sehen sind, sind für Bild.de-Mitarbeiter immer doppelt gefährlich, weil sie dann gleich doppelt danebenliegen können. Wäre schließlich zweifach doof, wenn das Portal — mal als theoretisches Beispiel — ein Foto von Mick Jagger und Paul McCartney veröffentlicht, und in der Bildunterschrift steht dann: “Treffen zweier Musikgiganten: Florian Silbereisen und DJ Ötzi”.

Deswegen erst einmal ein großes Lob von uns: Toll, liebe Bild.de-Promierspäher, dass ihr Spielerberater Mino Raiola auf diesem Foto auf Anhieb erkannt habt.

Berater Raiola (r.) hat auch den bisher teuersten Fußballer der Welt, Paul Pogba, unter Vertrag

Und selbst die Info, dass Mino Raiola der Berater von Fußballprofi Paul Pogba ist, stimmt. Links im Bild ist aber gar nicht der französische Nationalspieler Pogba zu sehen — es handelt sich um den Italiener Mario Balotelli, der ebenfalls zu Raiolas Klienten zählt.

Das hätten die Mitarbeiter von Bild.de auch herausfinden können, wenn sie sich 15 Sekunden Mühe gegeben und sich die Fotobeschreibung der Agentur “Getty Images” angeschaut hätten. Denn dort steht:

Agent Mino Raiola and Mario balotelli are seen on March 5, 2013 in Milan, Italy.

Mit Dank an Andi F. für den Hinweis!

Nachtrag, 15:12 Uhr: Manche Leser haben uns darauf hingewiesen, dass die Bild.de-Redaktion in der Bildunterschrift gar nicht explizit — etwa durch ein “(l.)” — schreibt, dass sie den abgebildeten Mario Balotelli für Paul Pogba hält. Wir sind hingegen der Meinung, dass bei einem Foto, das nur zwei Personen zeigt und bei dem durch “(r.)” bereits klar ist, wer wer ist, das “(l.)” aufgrund des Ausschlussprinzips nicht zwingend nötig ist.

In der Zwischenzeit hat Bild.de die Bildunterschrift geändert. Nun wird klar, dass auf dem Foto Balotelli zu sehen ist. Dafür hat das Portal, entgegen unserer Annahme, ein “(l.)” verwendet:

Berater Raiola (r.) hat auch Stars wie Mario Balotelli (l.) oder den teuersten Fußballer der Welt, Paul Pogba, unter Vertrag

Bild  

Nichts ist so alt wie die “Bild”-Zeitung von heute

Am frühen Morgen (Mitteleuropäische Zeit) des 26. Dezember 2016 verloren die Footballer der Denver Broncos 10:33 gegen die Kansas City Chiefs.

90 Tage später ist diese Nachricht auch in der Ruhrgebiet-Redaktion der “Bild”-Zeitung angekommen. Das Blatt schreibt heute im Sportteil (mit falschem Ergebnis):

Vermutlich hat jemand beim Zusammenwürfeln des Inhalts ein altes Meldungsbein komplett auf die Seite kopiert und drucken lassen. In den anderen kurzen Sportnachrichten ist zum Beispiel zu lesen, dass bei den Fußballern von Eintracht Frankfurt eine Vertragsverlängerung mit Torwart Lukas Hradecky “bereits im Januar-Trainingslager” klappen könnte, und dass die Spieler des FC Montpellier Strafen zahlen werden müssen, wenn sie mit Übergewicht aus dem Weihnachtsurlaub zurückkommen.

Mit Dank an Timm H. für den Hinweis!

Maaslos, T-Offline, Dschungelliebe

1. Auf Hass gezielt, die Meinungsfreiheit getroffen
(zeit.de, Patrick Beuth)
Der Gesetzentwurf von Justizminister Maas soll dafür sorgen, dass soziale Netzwerke rechtswidrige Inhalte schneller löschen. Doch der Entwurf stößt auf breite Kritik, nicht nur von Seiten der Industrie, sondern auch von Juristen und Bürgerrechtlern: Er sei verfassungs- und europarechtswidrig, würde eine Aufgabe der Politik auf die Privatwirtschaft abwälzen und gravierende Folgen für die Meinungsfreiheit haben. “Zeit”-Autor Patrick Beuth hat sich den 29-seitigen Entwurf vom Ministerium zusenden lassen und die wichtigsten Kritikpunkte zusammengefasst.

2. Das musst du wissen, um Fake News zu verstehen
(perspective-daily.de, Dirk Walbrühl)
“Perspective Daily” versteht sich als mitgliederfinanziertes Online-Medium für “konstruktiven und lösungsorientierten Journalismus” und liefert pro Tag nur einen Beitrag aus. Aktuell beschäftigt sich der Autor Dirk Wahlbrühl mit dem Thema Fake News, welche Gründe dahinter stecken und was man dagegen tun kann. Er hat sich dazu zwei Gesprächspartner aus dem Medienbereich zu Hilfe geholt. Gelungen: Eine Grafik schlüsselt die unterschiedlichen Arten von Fake News auf.

3. 211 Medienschaffende im Bürgerkrieg getötet
(reporter-ohne-grenzen.de)
Syrien ist das weltweit gefährlichste Land für Journalisten: In den letzten sechs Jahren sind im Bürgerkrieg mindestens 211 Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. “Reporter ohne Grenzen” verlangt, dass Kriegsverbrechen an Journalisten in Syrien dem internationalen Strafgerichtshof vorgelegt werden. Bei den Vereinten Nationen wirbt die Organisation außerdem für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für die Sicherheit von Journalisten, um die diversen UN-Resolutionen gegen die Straflosigkeit für Verbrechen an Medienschaffenden endlich durchzusetzen.

4. Der schleichende Tod der T-Online-Redaktion
(hessenschau.de, Mark Weidenfeller)
Für das Online-Portal “T-Online” arbeiteten jahrelang über 100 Redakteure, doch nach dem Verkauf des Portals wird die Redaktion aufgelöst und in Berlin mit deutlich weniger Personal neu aufgebaut. Aus dem Mitarbeiterkreis stamme die Information, es würden gerade einmal eine Handvoll Kollegen nach Berlin wechseln… Mark Weidenfeller berichtet von den unwirklichen letzten Tagen in der Redaktion und dem langsamen Abschied.

5. F wie Frittieren statt Fasten
(taz.de, Carolina Schwarz)
Vier Absolventinnen der Henri-Nannen-Journalistenschule wollten ein Magazin machen, das sie selbst gerne lesen. “Gruner + Jahr” hat den Versuch gewagt und das “F Mag” mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren herausgebracht. Carolina Schwarz hat sich das Blatt angeschaut: “F Mag kann etwas Neues sein und eine Lücke auf dem Markt schließen, wenn sie über das Empowerment mutiger Frauen hinausgehen und selbst etwas Mut beweisen.”

6. Liebe zum Dschungel
(sueddeutsche.de, Kathrin Hollmer)
Die Trash-TV-Kolumnen von Anja Rützel sind legendär: Ihre Dschungelcamp-Abhandlungen auf “Spiegel Online” werden von einigen Lesern lieber konsumiert als die Sendung selbst. Nun erscheint von ihr bei Reclam die 100-seitige Fibel “Trash-TV”.

Schoßhund im Ombudsmann-Pelz

Ernst Elitz hat geschrieben. Der “Bild”-Ombudsmann, den in den ersten Tagen seiner Tätigkeit knapp 100 Anfragen erreicht haben sollen, hat heute in der “Bild”-Zeitung und bei Bild.de seinen Premierentext in neuer Funktion veröffentlicht:

Drei Themen ist Elitz nachgegangen — der Berichterstattung über Vorkommnisse in Schweden, der Berichterstattung über Dieselautos, Kommentare im Allgemeinen. Das Ergebnis: Die “Bild”-Redaktion macht einen tollen Job! Mehr noch: “Bild” ist besser als viele andere Zeitungen in Deutschland.

Punkt 1, die Berichterstattung über Vorkommnisse in Schweden. Elitz schreibt:

BILD-Leser Dietrich Eberle wirft uns nach Trumps Schweden-Rede “unterlassene Berichterstattung” vor.

Das “uns” ist schon mal ganz interessant. Und so klingt Elitz’ Antwort auch wie eine Verteidigung der “Bild”-Redaktion:

Meine Antwort: BILD hat in der Zeitung und digital mit mehreren Artikeln ausführlich informiert und Fakten gecheckt. Ergebnis: Die Kriminalität in Schweden ist seit der Flüchtlingskrise nicht gestiegen. Trotzdem gibt es Gewalt. Deshalb berichtete eine Reporterin schon zwei Wochen vor Trumps Aussagen über “No-go-Zonen” in Schweden, in denen viele Ausländer wohnen.

Also:

Mein Urteil: Die Berichterstattung war vielfältig und nicht zu beanstanden.

Klasse, “Bild”!

Punkt 2, die Berichterstattung über Dieselautos, ist dann noch harmloser. Elitz schreibt:

Leser und Dieselfahrer Frank Röhring forderte schnelle Aufklärung über die Folgen der Diesel-Fahrverbote und “Schutz für getätigte Investitionen”.

Die Antwort des Ombudsmanns:

BILD druckte gestern einen großen Report mit der Schlagzeile: “Wer Diesel fährt, ist bald der Depp.” Wo andere nur von “alten Dieselschleudern” reden, wird BILD weiter über die Probleme der Bürger berichten, deren Autos rapide an Wert verlieren und die von der Politik mit Recht einen Ausgleich fordern.

Extraklasse, “Bild”!

Und dann hat sich Ernst Elitz noch allgemein mit “Kommentaren und Formulierungen” beschäftigt:

Manche Leser sind unzufrieden mit Kommentaren und Formulierungen, die ihrer eigenen politischen Sicht zuwiderlaufen.

Auch da kann Elitz alle “Bild”-Kritiker beruhigen:

Meine Empfehlung: Jeder muss die Meinung anderer aushalten, denn das ist Voraussetzung für einen fruchtbaren Dialog. Gerade zum Genre einer Boulevardzeitung wie BILD gehört auch die Zuspitzung und die darf und muss manchmal auch wehtun.

Joar, das war’s.

Natürlich haben wir von “Bild” keine Selbstzerfleischung erwartet. Aber allein aus taktischen Gründen wäre es doch klug gewesen, zum Start der Ombudsmann-Reihe den Schein der Selbstkritik und der Unabhängigkeit von Ernst Elitz zu wahren, indem man einen Fall auswählt, über den man schreiben könnte: “Ja, gut, das ist nicht 1A gelaufen, aber da gibt es Gründe für, warum die Redaktion das so gemacht hat. Beim nächsten Mal sollte genauer berichtet werden.” Wenigstens ein kleines Bisschen so tun, als wäre man an einer Verbesserung der eigenen Arbeit interessiert. Stattdessen gibt es Lob vom vermeintlichen Kritiker.

Und es gab ja Fälle zwischen Elitz’ Ernennung zum Ombudsmann und heute, denen er hätte nachgehen können. Warum nicht mal beim zuständigen Autor anfragen, wie er darauf kommt, dass “30 Prozent aller arabischstämmigen Männer in der Hauptstadt zwei Frauen haben.” Denn die Zahl entbehrt jeder Grundlage. Oder warum nicht noch mal detailliert aufklären, wie “Bild” an die falsche (und auch völlig nichtige) Info gelangte, dass es in der Kantine des Umweltministeriums vor einer Woche keinen Fisch gab. Da hätte Elitz dann schreiben können: “Doof gelaufen. Aber immerhin hat ‘Bild’ am nächsten Tag eine Korrektur veröffentlicht.” Tut doch keinem weh. Stattdessen aber lobhudelt er wie eh und je.

Drei Gründe fallen uns ein, warum Ernst Elitz die Beispiele ausgewählt hat, die er ausgewählt hat: Entweder ist ihm nichts wirklich Problematisches in/an “Bild” aufgefallen. Oder er hat kein Interesse an wirklicher Kritik. Oder er darf nicht über wirklich Kritisches schreiben. In allen drei Fällen ist seine neue Rolle ein Witz.

BILDblog dankt

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Für die großartige Hilfe im Februar möchten wir uns bedanken bei:

Achim K., Achim P., Alexander G., Alexander H., Alexandra K., Amrei Z., Andre D., Andrea S., Andreas F., Andreas H., Andreas K., Andreas N., Andreas P., Andreas W., Angela Z., Anja C., Anna S., Annika C. H., Arne L., Beate M., Benedikt S., Benjamin B., Benjamin M., Berenike L., Bernd H., Bjoern T., Bo G., Bodo S., Carsten S., Christian B., Christian G., Christiane V., Christoph M., Christopher H., Claudia H., Dario S., David R., Dennis B. H., Dennis B., Dietmar N., Dirk A., Dirk W., Dominique T., Dorothea A., Eckhard S., Eike O., Ekkart K., Fabian Ü., Florian J., Florian K., Florian W., Frank W. B., Frank W., Friedhelm K., Gregor A. K., Guido R. S., Hagen S., Hanna T.-H., Hannes B., Hannes R. S., Hans-Christian O., Heiko K., Helmut B., Henning B., Henning R., Holger B., Horst R., Ingo v. L., Ingrid B., Jacob D., Jan N. K., Jan O. W., Jan P. S., Jan P., Jan Z., Jens B., Jens D., Jens F., Joern L., Johannes L., Johannes P., Jonas H., Jonas S., Jonathan B., Jorg B., Julia T., Katrin U., Klaus W., Lennart R., Leonard B., Lina B., Lukas G., Manuel O., Marc R., Marc S., Marcel B., Marco S., Marcus H., Marcus K., Marcus S., Margit G., Mario U., Marion S.-D., Marko H., Markus K., Martin H., Martin M., Martin R. F. G., Martin R., Martin S., Mathias K., Matthias M., Matthias S. S., Maximilian W., Mechthild S., Michael B., Michael K., Michael N., Michael S., Michael W., Michaela G., Micharl R., Moritz D. B., Moritz D., Moritz H., Moritz V., Nicole P., Nils P., Pascal K., Peter J., Philipp G., Philipp H., Philipp S., Philipp W., Pia K., Rahel H., Ricarda G., Robert K., Rüdiger S., Sandra C. K.-W., Sascha S., Sebastian F., Sebastian P., Stefan R., Steffen B., Steve H., Sven F., Thekla I. H., Thomas E., Thomas H., Thomas L., Thomas M., Thomas S., Tilman H., Timo S., Tobias P., Toralf B., Torsten P., Tristan S., Ute S., Uwe K., Volkmar D., Wiebke S., Yannick B., Yvonne T.!

Das zieht einem die Socken an!

Bei “Bild” und Bild.de tut sich was. Nee, wirklich jetzt. Das Versprechen vom Führungsduo Koch/Reichelt, verstärkt gegen Fehler vorgehen zu wollen, scheint kein leeres PR-Gequatsche gewesen zu sein:

Wir werden ein zusätzliches Team schaffen, das besonders sensible Geschichten aus Bereichen, in denen häufig “Fake News” kursieren, über unsere normalen Prozesse hinaus noch ein weiteres Mal prüft und mit anderen vorhandenen Quellen abgleicht.

Nehmen wir als Beispiel mal diese Geschichte von gestern Nachmittag, so erschienen auf der Bild.de-Startseite:

Das neue “zusätzliche Team” hat die Sache “ein weiteres Mal” geprüft (Augen aufgemacht), schließlich zählt das Thema (verkohlte Füße) ja schon zu den sensiblen “Bereichen, in denen häufig ‘Fake News’ kursieren”. Also schnell mal die Füße von Musiker Ed Sheeran “mit anderen vorhandenen Quellen” (Sockenfach im Kleiderschrank) abgeglichen. Und siehe da:

Mit Dank an @RAJendricke für den Hinweis!

Nicht Fisch, nicht Fleisch

Für “Bild” ist Umweltministerin Barbara Hendricks heute “VERLIERER” des Tages, aber nicht wegen irgendeines gescheiterten Klimagesetzes oder eines feinstaubschleudernden Dienstwagens, sondern wegen Fisch (beziehungsweise keinem Fisch):

Nun könnte man erstmal einwenden, dass Katholiken am Freitag nicht Fischkonsum, sondern Fleischverzicht vorgeschrieben ist. Fisch dient vielen “gläubigen Christen” dann einfach als Fleischersatz. (Wo wir gerade bei den Gewinnern und Verlierern und kleinen Ungenauigkeiten sind, liebe “Bild”-Mitarbeiter: Eure Gewinnerin des Tages, Cressida Dick, habt ihr zehn Jahre zu jung gemacht.)

Die “Bild”-Kritik an Hendricks ist darüber hinaus aber auch noch ganz grundsätzlich falsch: Die Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums, ob nun Katholiken oder nicht, können heute durchaus Fisch essen. Sowohl in der Kantine des Ministeriums in Bonn …

… als auch in der Kantine in Berlin …

steht heute unter anderem Fisch auf dem Programm.

Den Schweinebraten und die Jägerpfanne, die “Bild” erwähnt, gibt es im “Betriebsrestaurant Krausenstraße” (gerade mal acht Gehminuten vom Axel-Springer-Hochchaus entfernt — dürfte also eine recht kurze Recherche gewesen sein). Dort gibt es tatsächlich auch keinen Fisch. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die offizielle Kantine des Umweltministeriums in Berlin. Die liegt in der Stresemannstraße. Mit Fisch auf dem Speiseplan.

Das Thema “Essen im Umweltministerium” treibt “Bild” schon seit einigen Tagen um. Es fing alles am vergangenen Samstag an. Da titelte das Blatt auf Seite 1:

Und auf Seite 2 schob die Redaktion hinterher:

“Bild”-Autor Franz Solms-Laubach schrieb zur “neuen Speiseanweisung für Gäste”:

Das dürfte vielen Gästen im Umweltministerium (BMUB) gar nicht schmecken: Ministerin Barbara Hendricks (64, SPD) verbannt Fisch und Fleisch vom Speiseplan!

In einer E-Mail an die Abteilungsleiter (liegt BILD vor), verschickt durch ihren Staatssekretär Jochen Flasbarth (54), heißt es: “Dienstleister/Caterer, die Veranstaltungen des BMUB beliefern, (…) verwenden weder Fisch oder Fischprodukte noch Fleisch oder aus Fleisch hergestellte Produkte.”

Das Thema eignete sich natürlich bestens für einen Kommentar. Und in dem legte Solms-Laubach (unter anderem bekannt durch die falschen 30 Prozent Polygamisten unter arabischstämmigen Männern in Berlin) so richtig los:

Die Umweltministerin hat für Gäste ihres Ministeriums ein Fleisch- und Fischverbot verhängt. Im Sinne einer Vorbildfunktion, wie sie mitteilen lässt.

Doch das Verbot ist in Wirklichkeit reine Bevormundung. Barbara Hendricks sagt, was gegessen wird — und was nicht. Als ob andere zu blöd dafür sind, das selbst zu entscheiden…

Was für eine Anmaßung!

Mit ihren neuen Speiseplan-Regeln liefert Hendricks ein weiteres Beispiel für die unnötige Gängelungswut von Politikern. Mit der Ernährung sollte es jeder halten wie mit der Religion: Sie ist Privatsache.

Schließlich käme auch niemand auf die Idee, der Umweltministerin vorzuschreiben, den ganzen Tag nur Fleisch zu essen.

Der Vergleich am Ende hinkt allein schon deswegen wie ein angeschossenes Suppenhuhn, weil die neue Regelung im Umweltministerium nur für offizielle Veranstaltungen gilt, nicht aber für das wochentägliche Essen in den Kantinen, wie “Bild” ja auch inzwischen rausgefunden hat. Solms-Laubach schreibt zwar nur von den “Gästen ihres Ministeriums”, so richtig klar arbeitet er diese Einschränkung allerdings nicht raus: Es gibt und gab im Umweltministerium für Mitarbeiter und Gäste von Montag bis Freitag Fisch und Fleisch. Lediglich bei Fachtagungen oder Pressekonferenzen soll nur vegetarisches Essen serviert werden — was man dann auch nicht mehr als große “Anmaßung” oder “Bevormundung” oder “Gängelungswut” bezeichnen kann, sonst wäre ja jeder Gastgeber bei jeder Veranstaltung mit festem Speiseplan ein anmaßender Bevormunder mit Gängelungswut.

Am vergangenen Montag gab es dann doch noch eine kleine Einordnung durch “Bild”:

Bei Bild.de ist der Text etwas länger. Diesen Platz nutzt Franz Solms-Laubach aber nicht etwa, um seine Aussagen vom Samstag zu revidieren, sondern um seine leicht missverständliche Einschätzung auf angebliche Kuriositäten im Ministerium zu schieben:

Der Veggie-Zwang für Gäste des Bundesumweltministeriums (BMUB) treibt immer kuriosere Stilblüten! Während Besucher nach dem Fisch- und Fleischverbot vegetarisch darben müssen, dürfen die Mitarbeiter der Kantine weiter Schweinebraten, Fischfilet und Co. essen.

Natürlich dürfen nicht nur “die Mitarbeiter der Kantine weiter Schweinebraten, Fischfilet und Co. essen”, sondern alle Mitarbeiter in der Kantine. Aber lassen wir das.

In der Zwischenzeit haben weitere Medien das vermeintliche Aufregerthema aufgegriffen. Manche von ihnen haben erwähnt, dass es in der Kantine noch immer Fisch und Fleisch gibt. Andere haben noch heftiger zugespitzt. tag24.de zum Beispiel:

Jetzt ist er da, der Veggie-Zwang! Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (64, SPD) will weder Fisch noch Fleisch in ihrem Haus. Seit Anfang Februar wird Gästen des Ministeriums deshalb nur noch vegetarisches serviert.

Doch zurück zu “Bild”: In ihrer großen Transparenz- und Fehlerkultur-Offensive haben Chefredakteurin Tanit Koch und Chefredakteur-Chef Julian Reichelt neulich verkündet:

Wir werden ein zusätzliches Team schaffen, das besonders sensible Geschichten aus Bereichen, in denen häufig “Fake News” kursieren, über unsere normalen Prozesse hinaus noch ein weiteres Mal prüft und mit anderen vorhandenen Quellen abgleicht.

Fürs Erste würde es ja schon reichen, wenn sie Leute ranholen, die in der Lage sind, Speisepläne zu lesen.

Mit Dank an @RomanKonz für den Hinweis!

Nachtrag, 25. Februar: “Bild” hat in der heutigen Ausgabe auf Seite 2 eine Korrektur veröffentlicht, durch die noch einmal deutlich wird, wie piefig die Ausgangsmeldung von gestern war:

Sehen alle gleich aus (14)

Der Trikottausch nach einem Fußballspiel ist so sicher wie das Amen in der Kir … ach, lassen wir die Floskeln. Manche Fußballer tauschen inzwischen sogar schon in der Halbzeitpause das erste Mal das Jersey mit einem gegnerischen Spieler. Das gibt zwar auch mal Ärger, ist aber letztendlich total schlau — wie und wo kommt man sonst so günstig an neue Klamotten?

Gestern Abend, beim Europa-League-Rückspiel zwischen dem FC Schalke 04 und PAOK Saloniki (Endergebnis: 1:1), hat Bild.de einen ganz neuen Trend entdeckt: den Trikottausch vor dem Anpfiff. Zumindest lässt die Bildunterschrift zu diesem Foto diesen Schluss zu:


(“Überrascht! Nastasic (2.v.l.) befördert den von Koulouris (M.) nur leicht berührten Ball unhaltbar für Torwart Fährmann (l.) zum 1:1 ins eigene Tor”)

Schalkes Torwart Ralf Fährmann “(l.)” hat offenbar bereits vor Spielbeginn von seinem Gegenüber Panagiotis Glykos ein komplettes PAOK-Outfit überreicht bekommen und dieses auch direkt angezogen: Trikot, Hose, Stutzen. Selbst die Kapitänsbinde hat Glykos ihm überlassen.

Und auch die anderen Spieler auf dem Foto sehen gar nicht so aus wie sonst: Matija Nastasic “(2.v.l.)”, der gestern in der 25. Minute ein Eigentor schoss, sieht aus wie Alessandro Schöpf, der gestern in der 23. Minute ins richtige Tor traf. Und Efthimios Koulouris “(M.)” trägt statt seiner üblichen Trikotnummer 20 auf einmal die 27, mit der eigentlich Ioannis Mystakidis aufläuft.

Entweder waren die Fußballprofis gestern in Gelsenkirchen schon in vorkarnevalistischer Stimmung und haben sich wild verkleidet. Oder Bild.de hat bei der Auswahl und/oder der Beschriftung des Fotos einiges durcheinandergebracht. Unsere Erfahrung sagt uns: Die Fußballer sind nicht schuld.

Mit Dank an Andreas W. für den Hinweis!

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