Springer stellt “Allegra” ein. Und die “Bild”-Rubrik “In/Out” wird um eine Standard–Crosspromotion ärmer.
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Nachmacher!
Also, das mit dem Abschreiben geht so.
Erst läuft eine Sendung im WDR, die man offensichtlich auch vorher schon sehen konnte. Die guckt man sich als Journalist aber nicht an, weder vorher noch zur Ausstrahlung. Die “Bild”-Zeitung hat’s aber gesehen und bringt zwei Tage später einen Bericht, der ein bisschen zugespitzt, aber nicht ganz falsch ist, und einfach die Zeitangabe, wann denn der Herr Stuckrad sich so über die Frau Engelke ausgelassen hat (schätzungsweise vor einem jahr), weglässt. Das lesen dann diverse Kollegen, spitzen’s noch ein wenig zu, indem sie die Zeitangabe einfach erfinden und in die Gegenwart verlegen (“…leidet noch immer…”) und zitieren korrekter-, aber absurderweise als Quelle für die Zitate nicht den WDR, sondern “Bild”.
Frage zum Anfang
Muss/darf man eigentlich irgendwelche Angehörigen einfach am Grab fotografieren?
Gegendarstellung Max Mutzke
In BILD vom 24. März 2004 wurde auf Seite 4 über mich, Maximilian Mutzke (Max), berichtet.
In der Überschrift behauptete BILD: “Grand-Prix-Max als Zechpreller überführt”. Zudem behauptete BILD: “Wenn Max (…) am 15. Mai zum Grand Prix für Deutschland nach Istanbul reist, werden ihn (…) Geldeintreiber erwarten. Der (…) Sänger gestand jetzt, dass er in der Türkei eine Zeche geprellt hat. Hotelier Rechit Anik (…) schimpfte gestern gegenüber BILD: ,Max (…) hat an der Bar jede Nacht ordentlich gefeiert und getrunken, am Ende aber seine Rechnung nicht bezahlt. Das ist eine bodenlose Frechheit.’ Der Hotelier hat den Betrag von knapp 100 Euro mehrfach beim Grand-Prix-Held Max angemahnt, (…)”
Zu den Vorwürfen wurde ich wie folgt zitiert: “Ich muss in Istanbul diese Rechnung begleichen. Der Geldautomat hat damals auf die Schnelle kein Geld ausgespuckt, und ich musste schnell weg.”
Weiter behauptete BILD in einer Bildunterschrift: “Dieser Hotelier erhebt schwere Vorwürfe gegen den Grand-Prix-Sieger”.
Hierzu stelle ich fest:
Ich habe keine Zeche von knapp 100 Euro geprellt. Auf mich werden auch keine Geldeintreiber warten. Ebenso wenig habe ich gestanden, die Zeche geprellt zu haben. Der Hotelier hat den Betrag nie angemahnt. Deshalb erhebt er auch keine schweren Vorwürfe gegen mich. Der Hotelier hat gegenüber BILD nicht gesagt, ich hätte jede Nacht an der Bar ordentlich gefeiert und getrunken und am Ende meine Rechnung nicht bezahlt.
Ich wurde auch unvollständig zitiert. Zu dem Vorfall habe ich in “TV Total” gesagt: “Nein, ich war letztes Jahr im Sommer zum Urlaub in Antalya in einem kleinen Hotel und hatte am Ende eine Rechnung von 35 Euro noch offen. Die wollte ich eigentlich begleichen, nur der Geldautomat hat nichts mehr ausgespuckt, und ich konnte es in dem Moment, wo ich abfahren musste, nicht begleichen. Und dann haben die gesagt, ich soll es zahlen, wenn ich mal wieder in die Türkei gehe.” Wir hatten sogar angeboten, den offenen Betrag aus Deutschland zu überweisen, was aber abgelehnt wurde.
Waldshut, 6. April 2004 Maximilian Mutzke
Leid in Gaza, Umgang mit Kampagnen, Abschiebung als Meme
1. Das Leid in Gaza ist real
(faz.net, Cihan Çelik)
Der Lungenfacharzt Cihan Çelik kritisiert in einem Gastbeitrag für die “FAZ” die aktuelle Debatte über Fotos unterernährter Kinder in Gaza als Ablenkung vom eigentlichen Problem: einer realen, durch Menschen verursachten Hungersnot. Er warnt davor, Vorerkrankungen als Vorwand zu nutzen, um das Leid abzuwerten, denn auch kranke Kinder wären bei guter Versorgung nicht so extrem abgemagert.
2. dju: Palantir-Einsatz durch Polizei nicht mit EU-Recht vereinbar
(verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi hält den Einsatz der Palantir-Software durch die deutsche Polizei für unvereinbar mit dem EU-Recht und warnt vor Verstößen gegen das Redaktionsgeheimnis und den Quellenschutz. Besonders problematisch sei, dass bei massenhafter Datenauswertung auch Medienschaffende nicht ausgeschlossen werden könnten.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Warum machen wir uns als Europäer abhängig von amerikanischer Überwachungstechnologie? Trump ist zurück an der Macht, die USA werden immer unberechenbarer. Warum entwickeln wir nicht endlich eigene, transparente Technologien, die europäischen Werten wie Datenschutz, Bürgerrechten und Demokratie entsprechen?” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:49 Minuten)
3. Wie Medien mit Kampagnen umgehen sollten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 41:38 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” sprechen die Journalistin Ingrid Brodnig und der “FAZ”-Redakteur Patrick Bahners über den medialen Umgang mit der gescheiterten Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf ans Bundesverfassungsgericht. Beide sind sich einig, dass es sich um eine gezielte Kampagne aus rechten Onlinekanälen gehandelt habe, die durch Falschbehauptungen und bewusste Skandalisierung eine breite politische und mediale Wirkung entfaltet habe.
4. Abschiebung als Meme
(taz.de, Valérie Catil)
Das Weiße Haus habe erneut ein Meme gepostet, das Abschiebungen in vermeintlich humorvoller Form darstelle, diesmal mit Musik und einem Werbeslogan versehen, der an einen Urlaubsclip erinnere. Sängerin und Sprecherin hätten sich scharf von der Verwendung ihrer Stimmen für diese politische Botschaft distanziert. “taz”-Autorin Valérie Catil kritisiert, dass rechte Politik hier durch ironische Memes verharmlost und anschlussfähig gemacht werde.
5. Wie steht es um die Medienvielfalt in Deutschland, Herr Kluge?
(noz.de, Thomas Ludwig)
Für die “NOZ” hat sich Thomas Ludwig mit Manfred Kluge unterhalten, dem Mitbegründer der hauptsächlich von Führungskräften aus der Mediaagenturen-Branche angeführten “Initiative 18” für Medienvielfalt. Themen des Gesprächs sind die wachsende Gefahr durch Desinformation, die Rolle digitaler Plattformen und die Bedeutung von seriösem Journalismus für die Demokratie. Kluge spricht sich für politische Maßnahmen zur Stärkung unabhängiger Medien aus. Dies könnten eine Investitionsabgabe für Plattformen oder steuerliche Anreize für Zeitungsabos sein.
6. Deshalb wollen Influencer keine Influencer mehr sein
(netzpolitik.org, Karoline Tanck)
Die Betätigung als Influencer gelte in Deutschland als wenig angesehener Beruf, was laut einer Studie mit Schleichwerbung, Materialismus und mangelnder Transparenz zusammenhänge. Die Kommunikationsforscherin Claudia Gerhards zeige, dass viele Influencerinnen und Influencer Strategien nutzen, um mit dieser gesellschaftlichen Ablehnung umzugehen. Eine gängige Methode sei das sogenannte Reframing, also die Ablehnung des Begriffs “Influencer” und die Betonung kreativer Aspekte der eigenen Arbeit.
“Von wegen!”
Für eine erfolgreiche Desinformationskampagne braucht es Leute, die das Lügenkonstrukt verbreiten. Da können reichweitenstarke Accounts auf Social-Media-Plattformen hilfreich sein oder, noch besser, Redaktionen mit einem Millionenpublikum.
Und damit zu “Bild”.
Gestern brachte die Redaktion diese Geschichte bei Bild.de:
Der Artikel basiert auf einer Recherche, die der “Spiegel” ebenfalls gestern veröffentlicht hatte (nur mit Abo lesbar). “Bild”-Redakteur Matteo Tomada schreibt bei Bild.de mit Blick auf eine Sabotageserie, bei der im Dezember vergangenen Jahres an verschiedenen Orten in Deutschland Auspuffrohre mit Bauschaum verstopft wurden:
Mehr als 270 Autos wurden in nur wenigen Tagen mit Bauschaum stillgelegt und mutwillig zerstört. Dazu prangten Habeck-Aufkleber auf den Karossen. Was zunächst aussah, wie Vandalismus seitens Klimakrimineller, scheint jetzt weit größere Kreise zu ziehen.
Hinter der Auspuff-Sabotage soll Russland stecken!
Wie der “Spiegel” berichtet, soll die Spur der Saboteure nach Moskau führen.
Leider erwähnt Tomada an keiner Stelle, wer den Spin mit den “Klimakriminellen” in die Welt gesetzt hat. Aber er verlinkt dankenswerterweise einen Bild.de-Artikel vom 12. Dezember zum Thema. Dessen Überschrift, die bis heute unverändert online ist, lautet:
Es handele sich um eine “neue Chaos-Taktik von Klima-Aktivisten”, schreiben “Bild”-Reporter Hagen Stegmüller und “Bild”-Chefreporter Michael Behrendt. Sie zitieren zwar einen Polizeisprecher, laut dessen Aussage es zu dem Zeitpunkt keine heiße Spur “zur Bauschaum-Bande” gebe. Doch das hält Stegmüller und Behrendt nicht davon ab, solche Sätze zu schreiben:
In der zweiten Nacht weiteten die Klima-Radikalen ihre Aktion auf Ulm, Blaustein und Neu-Ulm (Bayern) aus.
Noch sei unklar, wie viel Geld ihn die Straftat der Klima-Kriminellen koste.
Desinformationskampagnen haben es dann besonders leicht, wenn ihr scheinbarer Inhalt in ein festgezurrtes Weltbild passt. Dann wird munter geteilt und weiterverbreitet, ohne Abwägen, ohne Zweifel, ohne Einschränkung. Die “Bild”-Redaktion ist ein dankbarer Abnehmer.
Noch einmal zurück zu “Bild”-Redakteur Matteo Tomada. Der schreibt zum “mutmaßlichen Motiv” hinter der wahrscheinlich russisch gesteuerten Bauschaumaktion:
Die Öffentlichkeit solle gezielt auf eine falsche Fährte gelockt werden, um im Bundeswahlkampf Hass auf die Grünen und ihren Kanzlerkandidaten Robert Habeck zu schüren.
Sollte es sich bei der Auspuffaktion tatsächlich um eine russische Desinformationskampagne handeln und sollte damit tatsächlich die Öffentlichkeit “gezielt auf eine falsche Fährte gelockt werden”, dann können sich die Urheber in Moskau recht herzlich bei der “Bild”-Redaktion für die tatkräftige Unterstützung bedanken.
Medien und AfD, Faktenchecks, “ehemalig” und “damalig”
1. Medien und AfD: Extrem normal
(journalist.de, Michael Kraske)
Seit den Rekordumfragen der AfD steht die Partei wieder im Fokus des medialen Interesses. Michael Kraske diskutiert den journalistischen Umgang mit der AfD, ob im Lokalen auf kleiner oder im Fernsehen auf großer Bühne. Kraskes Beitrag ist ein Interview mit Uwe Vetterick, Chefredakteur der “Sächsischen Zeitung”, angefügt. Vetterick berichtet darin über den redaktionellen Umgang mit der AfD und weist auf ein aus seiner Sicht gefährliches Vorgehen hin: “Ein häufiger Fehler sind undifferenzierte Etikettierungen der AfD-Wähler. Natürlich sind etliche von ihnen Nazis, aber gewiss nicht alle. Solche Pauschalisierungen bewirken nach meiner Beobachtung nicht Reflexion und Einsicht, sondern eher Trotzigkeit.”
2. Gutachten nennt RBB-Wahl rechtswidrig
(verdi.de)
Laut einem Rechtsgutachten von Marcus Schladebach, Professor für Öffentliches Recht und Medienrecht an der Universität Potsdam, sei die Wahl der RBB-Intendanz im Frühjahr 2023 rechtswidrig, da sie an zahlreichen formalen und inhaltlichen Fehlern leide. Der Gutachter empfehle eine Neuwahl und spreche der seit 1. September amtierenden Intendantin Ulrike Demmer die Eignung für das Amt ab. Schladebach kritisiere zudem den Vorsitzenden des Rundfunkrats Oliver Bürgel und den brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke wegen des Wahlverfahrens.
Weiterer Lesehinweis: Stefan Niggemeier hat eine recht klare Meinung zu den Einschätzungen und Aussagen Schladebachs und kommentiert bei “Übermedien”: “Das ‘Gutachten’ zur rbb-Intendantenwahl ist eine bizarre, entglittene Auftragsarbeit” (nur mit Abo komplett lesbar).
3. Jubiläumsausgabe mit 50 Erkenntnissen nach 100 Folgen
(netzpolitik.org, Leonhard Dobusch)
Die netzpolitik.org-Reihe “Neues aus dem Fernsehrat” reflektiert seit 2016 den digitalen Wandel der öffentlich-rechtlichen Medien. In der 100. Ausgabe blickt Leonhard Dobusch, ehemaliges Mitglied im ZDF-Fernsehrat und aktuelles Mitglied im ZDF-Verwaltungsrat, zurück und hebt hervor, dass Themen wie öffentlich-rechtliche Plattformen, Transparenz in der Rundfunkaufsicht und freie Lizenzen für öffentlich-rechtliche Inhalte dominierten. Insgesamt 50 seiner “Erfahrungen, Einsichten und Erkenntnisse” hat Dobusch kurz und prägnant zusammengetragen.
4. So war das mit den Faktenchecks nicht gedacht
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
Der Beitrag von Frederik von Castell bei “Übermedien” thematisiert die aktuelle Praxis von Faktenchecks in Medien. Er kritisiert, dass viele der sogenannte Faktenchecks nicht mehr nur die Fakten prüfen, sondern auch Kommentare und Wertungen enthalten, wie etwa bei den Überprüfungen von Äußerungen des CDU-Chefs Friedrich Merz über Asylbewerber. Von Castell argumentiert, dass durch solche Praktiken der Begriff “Faktencheck” immer mehr an Bedeutung verliere.
5. Warum wir oft fälschlicherweise von der “ehemaligen DDR” sprechen
(deutschlandfunk.de, Henry Bernhard)
Henry Bernhard weist in der Sprachkolumne “Sagen & Meinen” darauf hin, dass das Wort “ehemalig” von vielen Redaktionen, insbesondere im Bezug auf die DDR, oft falsch verwendet werde. Während es korrekt sei, von der DDR als “ehemalig” zu sprechen, wenn man die fünf “jetzt auch nicht mehr so neuen Bundesländer” meine, sollte man bei historischen Bezügen schlicht “DDR” und nicht “ehemalige DDR” verwenden. Außerdem erläutert Bernhard den Unterschied zwischen “ehemalig” und “damalig”, wobei sich “damalig” auf einen bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit beziehe, während “ehemalig” einen früheren Zustand beschreibe.
6. Sendung mit der Maus: Türen auf für Pseudowissenschaft?
(volksverpetzer.de, Oliver Rautenberg)
Die “Sendung mit der Maus” ist für ihre Entscheidung kritisiert worden, im Rahmen ihrer Aktion “Türen auf mit der Maus” Kindern einen Besuch in einem Homöopathie-Labor zu ermöglichen. Viele Fans der Sendung hätten sich enttäuscht über diese Entscheidung geäußert, da Homöopathie nicht über den Placebo-Effekt hinaus wirke, so Oliver Rautenberg beim “Volksverpetzer”. Sein Fazit: “Die Maus genießt einen riesigen Vertrauensvorschuss, bei mir und bei den meisten anderen Maus-Fans. Den sollte sie nicht derart leichtfertig verspielen.”
ICE voll falsch
Man kann der Deutschen Bahn wirklich vieles vorwerfen: verspätete Züge, ausgefallene Züge, stehengebliebene Züge, überfüllte Züge, Züge, in denen die Klimaanlage nicht funktioniert, Züge, in denen die Heizung nicht funktioniert, Züge, in denen die Toiletten nicht funktionieren, und so weiter.
Eines kann man der Deutschen Bahn aber definitiv nicht vorwerfen – dass es sich hierbei um einen überfüllten ICE der Deutschen Bahn handelt:
Stattdessen dürfte es sich um den RE7 handeln, den “Rhein-Münsterland-Express”, der unter anderem zwischen Köln und Hamm fährt. Betrieben wird er nicht von der Deutschen Bahn, sondern von dem Verkehrsunternehmen National Express, das auf der Strecke einen Bombardier Talent 2 einsetzt.
Dass die “Bild”-Redaktion die Züge nicht auseinanderhalten kann, ändert übrigens nichts daran, dass die bei Facebook geäußerte Kritik der Münchner Philharmoniker an der Deutschen Bahn sehr berechtigt klingt.
Mit Dank an @mbayde für den Hinweis!
Hey “Bild”-KI, was hältst du eigentlich von “Bild”-Methoden?
Bei “Bild” gibt’s was Neues:
Eine Künstliche Intelligenz, die “Bild”-KI, namens Hey_:
Hey_ ist ein neues Angebot von Axel Springer, das zunächst bei BILD an den Start geht. Der eigens von Axel Springer auf Basis einer Kombination verschiedener GPT-Modelle entwickelte und trainierte KI-Assistent ist eine völlig neue Möglichkeit, mit der Nutzerinnen und Nutzer journalistische Themen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz interaktiv und individuell erleben und vertiefen können.
Man kann ganz frei mit Hey_ chatten oder zu bestimmten, von “Bild” vorgegebenen Themenfeldern: “Das bedeutet IHR Traum!”, “Kühlschrank fast leer. DAS können Sie daraus noch kochen!”, “Ungerechtigkeit erlebt? Hier gibt es sofort Hilfe” und so weiter.
Das probieren wir doch mal aus!
Zum Start nehmen wir die Kategorie “Gehaltsverhandlungen? So holen Sie beim Chef das Meiste raus”. Wir starten die Simulation, und schon geht es los:
Dann dürfte es für das “Bild”- und “B.Z.”-Duo, das neulich in Berlin aktiv war, wohl eher nichts werden mit einer Gehaltserhöhung.
Aber wir müssen sagen: Die Ansichten von Hey_ gefallen uns bislang richtig gut. Kann sein, dass wir da regelmäßig vorbeischauen.
“Aktuelle”-Chefin muss gehen, Haken abhaken?, Ende von “BuzzFeed News”
1. “aktuelle”-Chefin muss nach erfundenem Schumacher-Interview gehen
(faz.net)
Wie vergangene Woche in den “6 vor 9” zu lesen war, warb das Regenbogenblatt “Die Aktuelle” mit dem vor einigen Jahren beim Skifahren verunglückten Michael Schumacher auf dem Cover und tat so, als hätte der ehemalige Rennfahrer der Redaktion ein Interview gegeben. Die Zeitschrift hatte sich das vermeintliche Gespräch jedoch von einer Künstlichen Intelligenz zusammenfantasieren lassen. Schumachers Familie hatte darauf rechtliche Schritte gegen “Die Aktuelle” angekündigt. Nun trennt sich die Mediengruppe Funke von der Chefredakteurin: “Dieser geschmacklose und irreführende Artikel hätte nie erscheinen dürfen. Er entspricht in keiner Weise den Standards von Journalismus, wie wir – und unsere Leserinnen und Leser – ihn bei einem Verlag wie FUNKE erwarten”, so Funke-Zeitschriften-Geschäftsführerin Bianca Pohlmann in einer Pressemitteilung. Dies wird von “Übermedien”-Mitgründer Boris Rosenkranz bei Twitter wie folgt kommentiert: “Doch auch überraschend, dass sich @FUNKEMEDIEN von ‘Die Aktuelle’-Chefredakteurin Hoffmann wegen eines ‘geschmacklosen und irreführenden’ Artikels trennt, nachdem sie seit 2009 so viele geschmacklose und irreführende Artikel verantwortet hat.”
2. Please Stärke die Unabhängigkeit
(taz.de, Ulrike Winkelmann)
Kann man Zeitungen wie “Bild” und “taz” miteinander vergleichen oder gar gleichsetzen, schließlich verfolgen beide eine bestimmte politische Linie? Nein, meint “taz”-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann und zeigt die ihrer Meinung nach entscheidenden Unterschiede auf, die sie an den aktuellen Vorgängen bei Springer festmacht.
3. Die blauen Haken: Mörder, Kriegsverbrecher, Nazis: Auch solche Leute zahlen für Twitter Blue
(volksverpetzer.de, Philip Kreißel)
Vor ein paar Tagen hat Elon Musk den bisher verifizierten Twitter-Accounts den blauen Haken entziehen lassen, um sie zum Abschluss einer bezahlten Mitgliedschaft zu bewegen. Philip Kreißel nennt allerlei Gründe, warum man dies nicht tun sollte, und bezeichnet die neuen blauen Haken sogar als “eine Gefahr für Demokratie und Freiheit”. Wolfgang M. Schmitt sieht das anders: “Jeder, der mit einer großen Reichweite auf Twitter agiert, generiert Wert und spült so Geld in die Taschen von Elon Musk, da es sich um eine Werbeplattform handelt. Wer Musk schaden will, muss gehen. Die Diskussionen um die 8 Euro sind eine Scheindebatte.”
4. Nachrichtenportal “BuzzFeed News” wird eingestellt
(zeit.de)
Das US-Medienunternehmen BuzzFeed hat das Ende seines Nachrichtenportals “BuzzFeed News” angekündigt. “Wir reduzieren unsere Belegschaft heute um etwa 15 Prozent und beginnen den Prozess der Schließung von BuzzFeed News”, so Vorstandschef Jonah Peretti in einer Mail an die Belegschaft.
5. Newsletter Netzwerk Recherche 220
(netzwerkrecherche.org, Günter Bartsch)
Seit zwanzig Jahren eine Empfehlung nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe bietet einen Überblick über Neuigkeiten aus dem Netzwerk Recherche, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. In “Günters Tipps des Monats” dreht sich alles um die aktuellen Geschehnisse rund um den Springer-Verlag.
6. OE24: Ein Artikel, wie aus einer Parteizentrale
(kobuk.at, Derya Metzler)
Auf dem österreichischen Medienwatchblog “Kobuk” kritisiert Derya Metzler die aus ihrer Sicht regierungsfreundliche Berichterstattung von OE24 und führt als Beleg einen Artikel an, der sich lese, als käme er direkt aus der Parteizentrale: “Während es zu den aktuellen Kampagnen von SPÖ und Grüne kritische Berichte gibt, fehlt beim Artikel über die ÖVP jegliche journalistische Distanz. Vielmehr liest sich der OE24-Beitrag wie ein Aufmacher auf der Partei-Homepage.”








