“Bild” macht heute die ARD-“Tagesschau” zum “Verlierer” des Tages und schreibt:
“Lange Leitung bei der ‘tagesschau’: 20 Stunden nach der BILD-Vorabmeldung und elf Stunden nach der Bestätigung durch die Deutsche Presse-Agentur tat die ARD so, als hätte sie Exklusives zu berichten: ‘Nach Informationen unseres Hauptstadtstudios will Merkel den Steuerexperten Paul Kirchhof in ihr sogenanntes Kompetenz-Team holen’.”
Und es stimmt: “Bild” veröffentlichte bereits in der Nacht zum Dienstag eine Vorabmeldung zur Kirchhof-Personalie, die ab 0.30 Uhr von verschiedenen Nachrichtenagenturen weiterverbreitet wurde. So hieß es etwa bei dpa:
“Dies berichtet das Blatt (…), ohne eine Quelle zu nennen. “
Um kurz nach 9 Uhr dann veröffentlichte dpa das, was “Bild” die “Bestätigung” nennt. Genauer gesagt, hieß es in der dpa-Meldung:
“Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Dienstag in Berlin.”
Wie “Bild” darauf kommt, dass die “Tagesschau” erst “20 Stunden” bzw. “elf Stunden” später darüber berichtete, ist hingegen schleierhaft. War’s gelogen? Kirchhofs Name jedenfalls fiel (entsprechend der Quellenlage noch etwas vage formuliert) bereits um 14 Uhr. Und schon um 16 Uhr hieß es dann ausdrücklicher:
“Nach Informationen unseres Hauptstadtstudios soll der frühere Verfasssungsrichter Kirchhof den Bereich Haushalt und Finanzen übernehmen.”
Aber wer weiß: Vielleicht ticken die ja anders bei “Bild”, die Uhren.
Was “Bild” jedoch in ihrer heutigen “Verlierer”-Meldung komplett verschweigt: Die Nachricht, dass Merkel Kirchhof ins Kompetenzteam holen wollte, war nicht etwa in der Dienstagnacht durch die “BILD-Vorabmeldung” bekannt geworden, sondern bereits einige Stunden zuvor am Montagabend durch die “Wirtschaftswoche”…





Das Urteil im Vergewaltigungs- Prozess gegen Andreas Türck soll erst am 8. September fallen. “Bild am Sonntag” richtet schon heute über ihn. Türcks 36 Jahre nennt Stefan Hauck ein “erbärmliches Leben”: Türck sei ein Mensch mit sehr wenig Talent. Die “Summe seiner Begabungen” reichte nicht aus, es zu mehr zu bringen, als zu einer kurzen, schäbigen Fernsehkarriere. Bald wäre er höchstens im “Dschungelcamp” noch aufgetaucht, und Leute wie Hauck, der seit Jahren die Großen und Wichtigen für “Bild am Sonntag” interviewt, hätten sich nicht mehr mit ihm auseinandersetzen müssen.