Suchergebnisse für ‘pol’

Lammert und der Boy von Seite 2

Dieter Bohlen (52) ist für die “Bild”-Zeitung vielseitig verwendbar: als Motiv für “BILD-Leser-Reporter”, als “Bild”-Schlagzeile — aber auch für ihre tolle “Korrekturspalte”. Heute findet er sich dort bereits zum vierten Mal in vier Wochen wieder. Denn nachdem “Bild” nicht nur Bohlens Alter, sondern auch das seines jüngsten Kindes aus erster Ehe und zuletzt gar den angeblichen Anfangsbuchstaben des angeblichen Vornamen seiner angeblichen neuen Freundin berichtigte, schafft es Bohlen auch heute auf Seite 2 der “Bild”:

Weil Christiane “Ich weiß es!” Hoffmann am Samstag zu berichten wusste, dass die Trennung von Dieter Bohlen und seiner bisherigen Lebensgefährtin Estefania (eigentlich Stefanie Küster) “schon neun Monate” zurückliege, heißt es nun:

“Richtig ist: Die Trennung erfolgte am 9. Juni.”

P.S. Falls “Bild” für die morgige Ausgabe nichts Besseres einauffällt, hätten wir da noch einen Vorschlag:

“Bild” behauptet heute nämlich, Bundestagspräsident Norbert Lammert (57) habe “einen Brief an Polens Parlamentspräsident Marek Jurek” geschrieben. In einer längeren Fassung heißt es sogar stolz, es handle sich dabei um einen “offenen Brief”, “der BILD vorliegt”.

Nach Angaben des Deutschen Bundestages handelt es sich dabei aber peinlicherweise lediglich um einen Artikel Lammerts für die größte polnische Tageszeitung “Fakt” (mehr dazu z.B. hier und hier), wo der angebliche Lammert-“Brief”, der “Bild” vorliegt, bereits am vergangenen Freitag in einer Auflage von mehreren hunderttausend Exemplaren erschienen ist.

Mit Dank an Hyp Nom für den Hinweis.
Danke auch an Matthäus W. für die Unterstützung!

Nachtrag, 5.9.2006: Was Millionen “Fakt”-Leser schon seit vergangenem Freitag wissen, erfahren heute nun auch Millionen “Bild”-Leser.

6 vor 9

Das Experiment — Zuerst fernsehen, dann frühstücken (nzzfolio.ch)
Seth Roberts versuchte mit seltsamen Selbstexperimenten herauszufinden, wie sich Essgewohnheiten oder TV-Konsum auf das Wohlbefinden auswirken – und kam zu überraschenden Resultaten.

Natascha und der Neubeginn (derstandard.at)
Wie Nataschas Brief entstand und warum es nicht mehr notwendig ist, ihr Kindheitsfoto abzudrucken: Der STANDARD beantwortet alle Fragen.

Fakten fischen (telepolis.de)
Der History-Bot markiert eine neue Zündstufe des Internet.

De Morgen, wir kommen (notebook-onlinejournalismus.de)
“De Morgen”, die belgische Zeitung, die 17 Reportagefotos von mir gestohlen hat, stellt sich schwerhörig. Auch nach zwei Wochen noch keine Reaktion.

Kalkulierte Tabubrüche (dradio.de)
Wie bekomme ich Aufmerksamkeit?

Link-Tipps zu Leserreportern, Bürgerjournalisten (netzjournalist.twoday.net)
Projektbeispiele sowie Artikel, Blogs über Leserreporter, Bürgerjournalismus

Allgemein  

Zitat-Anschlag auf Nena?

Am Montag berichtete “Bild” über einen angeblichen “Terroranschlag” bzw. “Feuer-Anschlag auf Nena” (siehe Ausriss) und schrieb: “Türkischstämmige Männer (…) wollten angeblich ein Tankschiff auf dem Rhein-Herne-Kanal kapern und am Gelsenkirchener Amphitheater in die Luft jagen – während eines Nena-Konzerts!” Die Polizei hatte die Sache indes (wie berichtet) als “Fehlalarm” bezeichnet, das zeitgleich stattfindende Nena-Konzert als “Zufall” und den von “Bild” hergestellten Nena-Zusammenhang als “Spekulation”. Unbeirrt schrieb “Bild” tags drauf nochmals über den “Nena-Anschlag!”, ließ ihre Leser über die deutlichen Polizeidementis jedoch weiter im Unklaren.

Wenn man so will, blieb “Bild” von der ganzen Story letztlich aber nur der exklusive O-Ton, mit dem “Bild” Nena zitiert hatte:

Sie sagte zu BILD: “Ich habe nachmittags von der Bombendrohung erfahren, hatte ein mulmiges Gefühl. Aber ich lasse mir von Terroristen den Auftritt nicht kaputt machen.”

Auf Nenas Website allerdings gibt Nenas Management bekannt:

“Die Behauptung angeblicher Äußerungen von Nena gegenüber der BILD ist von der BILD frei erfunden. NENA hat kein Gespräch mit BILD-Redakteuren zu diesem Thema geführt. Nena distanziert sich von dieser unwahren Berichterstattung der BILD.”

Mit Dank an Michael P.

Ceci n’est pas une Presseausweis.

Bezüglich der “BILD-Leser-Reporter” teilt der Deutsche Journalisten-Verband DJV mit:

Wie der DJV jetzt erfuhr, sollen die Hobbyjournalisten von BILD einen eigens für sie bestimmten Presseausweis erhalten, sobald sie das erste Foto eingeschickt haben. Auf die Vorderseite schreiben sie ihren Namen und ihre Adresse und kleben ein Foto auf. Auf der Rückseite steht in kleiner Schrift, “dass dies kein Presseausweis i.S.d. Vereinbarung der Innenministerkonferenz, der Journalistengewerkschaft und der Verlegerverbände ist”. Ferner wird der Ausweisinhaber aufgefordert, nicht die Arbeit von Polizei oder Rettungsdiensten zu behindern.
(Link von uns.)

Der Warnhinweis sei “ein Feigenblatt, mit dem Springer juristische Auseinandersetzungen vermeiden will”, so der DJV weiter, der zugleich an die Verantwortlichen des Springer-Konzerns appelliert, den “Leser-Reportern” keine eigenen Presseausweise auszustellen.

PS: Nach BILDblog-Informationen hat “Bild” in Hamburg eine eigene “BILD-Leser-Reporter”-Redaktion mit dem Namen “1414” gegründet. Geleitet wird sie von Ralf Pörner, Leiter des “Bild”-Unterhaltungsressorts.

Nachtrag, 18.30 Uhr:
Die Idee kommt unserem Leser Florian P. bekannt vor.

Nachtrag, 31.8.2006:
Laut jetzt.de wurden die “BILD-Presseausweise” angeblich auch in einer Auflage von zwei Millionen an Zeitungskioske u.ä. verteilt.

6 vor 9

Geografisch gefilterte Nachrichten (telepolis.de)
Um einen Artikel mit Informationen von anonymen Informanten zum Erkenntnisstand der britischen Behörden ohne juristische Probleme veröffentlichen zu können, sperrte die New York Times den Zugriff auf diesen für britische Bürger und lieferte eine Printausgabe ohne den Artikel aus.

Der Blogger, das unbekannte Wesen (fr-aktuell.de)
Ein Anker mit dem Slogan “I live by the River”, dazu hippe T-Shirts und Tassen mit Logo: Auf den ersten Blick sieht das Kellerbüro von “Spreeblick” in Kreuzberg aus wie einer der vielen kleinen Modedesignerläden in Berlin.

The Evil Thing (jungle-world.com)
Überwachung und Zensur sind längst nicht mehr nur staatliche Phänomene, wie das Beispiel Google zeigt. Die freiwillige “Selbstkontrolle Suchmaschinen” übernimmt die Selbstzensur in Deutschland.

Journalisten – links, aber unparteiisch? (medienspiegel.ch)
Journalisten stehen links, und deshalb spiegeln die Medien das Zeitgeschehen nur politisch verzerrt wider. Mit dieser Behauptung führen Konservative in den USA seit Jahren erfolgreiche Kampagnen gegen die “main stream media”. Nun liefert eine am Ende des Monats als Buch erscheinende Studie den Kritikern an der politischen Ausrichtung deutscher Journalisten ähnliche Argumente.

Der Nachleser (sueddeutsche.de)
Er hat seinen Plan tatsächlich verwirklicht, A. J. Jacobs, hat den Jahrgang 2002 der Encyclopedia Britannica von Anfang bis Ende gelesen, Artikel für Artikel. Und ein Buch darüber geschrieben.

Ich bin stark (faz.net)
Der Entführungsfall der Natascha Kampusch bewegt die Öffentlichkeit. Dabei ist ein anschwellendes Geplapper von Psycho-Experten zu vernehmen. Dagegen setzt sich die ihrem Entführer entkommene Wienerin klug zur Wehr.

Geschehen ist (fast) nichts

In der gestrigen “Bild” erschien ein (vergleichsweise großer) Artikel, dessen Überschrift seinen Inhalt schon ganz gut zusammenfasst:

“Vor der Wahl versprach Angela Merkel Reform der Altersbezüge für Politiker — geschehen ist (fast) nichts.

Wann kürzt die Kanzlerin endlich die Minister-Pensionen?”

Genauer hieß es dann:

“Im zuständigen Innenministerium rührt sich so gut wie gar nichts. ‘Die Planungen werden weiter verfolgt und nach und nach umgesetzt’, erklärt die Bundesregierung auf Anfrage von BILD. Wann und wie die Neuregelung kommt, sei ‘noch offen’.”

Und heute? Heute berichtet “Bild” in einem (vergleichsweise kleinen) Artikel:

"Regierung will nun doch Minister-Pensionen kürzen!"

Genauer heißt es dazu:

“Die Große Koalition hat gestern angekündigt, dass die Pensionen (…) gekürzt werden! (…) Der genaue Termin der Neuregelung ist weiterhin offen.”

Was ist zwischen diesen beiden “Bild”-Meldungen passiert? (Fast) nichts. “Es ist nicht so, dass die ‘Bild’ irgendwas angestoßen hat”, erklärt die Bundesregierung auf Anfrage von BILDblog — und verweist auf ihre gestrige Pressekonferenz, in der Regierungssprecher Thomas Steg (vergleichsweise ausführlich) darlegte, was “Bild” doch schon zuvor, also gestern, mit den Worten “Die Planungen werden weiter verfolgt und nach und nach ungesetzt” zusammengefasst hatte und was “Bild” hernach, also heute, mit zum Teil denselben Worten noch einmal aufschreibt.

Wirklich neu ist an der ganzen Sache nur das “nun doch” in der heutigen “Bild”-Überschrift — als hätte die “Bild”-Zeitung mit ihrer gestrigen Geschichte irgendwas bewirkt.

6 vor 9

Dichtung und Wahrheit (telepolis.de)
Was beim Untergang von New Orleans vor einem Jahr falsch und was gar nicht berichtet wurde – und was noch gemunkelt wird.

Zurück hinter Mauern (zeit.de)
In Österreich droht eine Medienschlacht um Natascha Kampusch. An den Menschen denkt dabei niemand.

Der intellektuelle Doppelagent (taz.de)
Als Freiberufler muss man ständig abwägen, auf wessen Seite man sich schlägt. Dann gilt es im kulturellen Feld die Eventmanager zu ernüchtern oder den Künstler ein wenig in seinem Sendungsbewusstsein zu bremsen. Eine Anleitung.

Push für den Push (onlinejournalismus.de)
Die Push-Technik RSS bietet potenziell extrem weitreichende Personalisierungsmöglichkeiten für den Nutzer – bei gleichzeitigen Bedeutungsverlust für die redaktionelle Gewichtung. Doch während RSS für Blogger nicht mehr wegzudenken ist, haben die meisten Normalnutzer noch nie davon gehört. Wie schätzen große Online-Redaktionen die Entwicklung ein?

Swisscom lanciert einen Blog (tagesanzeiger.ch)
Firmen können mit Internettagebüchern ihre Bekanntheit erhöhen. Das neue Medium birgt aber auch Gefahren.

Chaos, Geschenke, Gastfreundschaft (manager-magazin.de)
Wer mit Arabern Geschäfte macht, muss viel Zeit mitbringen. Gespräche dauern oft stundenlang. Bisweilen wird über drei Verträge gleichzeitig verhandelt. Wenn die gegensätzlichen Kulturen aufeinandertreffen, sind vor allem zwei Dinge Wichtig: Geduld und Respekt.

Nicht zum Herzeigen bestimmt

Natascha Kampusch, das österreichische Mädchen, das acht Jahre lang von einem Entführer gefangen gehalten wurde, hat einen Brief an “Journalisten, Reporter” und die “Weltöffentlichkeit” geschrieben.

Natascha bricht ihr Schweigen / Ihre Erklärung im WortlautAnders als viele andere OnlineMedien dokumentiert Bild.de heute den Brief nicht im Wortlaut, sondern nur in Auszügen.

Und wir dokumentieren die Stellen, die Bild.de wegließ:

Ich möchte Ihnen im Voraus jedoch versichern, dass ich keinerlei Fragen über intime oder persönliche Details beantworten will und werde. Ich werde persönliche Grenzüberschreitungen, von wem auch immer voyeuristisch Grenzen überschritten werden, ahnden. Wer das versucht, kann sich auf etwas gefasst machen. (…)

[Der Raum, in dem ich gelebt habe, ist] nicht für die Öffentlichkeit zum Herzeigen bestimmt. (…)

Botschaft an die Medien: Das einzige, wovor die Presse mich verschonen soll, sind die ewigen Verleumdungen meiner selbst, die Fehlinterpretationen, die Besserwisserei und der mangelnde Respekt mir gegenüber.

Abgesehen von zwei Passagen, in denen Natascha Kampusch sich namentlich bei ihren Betreuern bedankt, sind dies die einzigen Stellen in dem langen Brief, die Bild.de gekürzt hat. Bestimmt nur, weil sie für “Bild”-Leser ja nicht so relevant sind.

Vielen Dank an Martin Z. für den Hinweis!

Nachtrag, 29.8.2006: Nachdem sich die gedruckte “Bild” entschieden hat, den Brief heute im kompletten Wortlaut zu veröffentlichen, steht nun auch bei Bild.de nicht mehr nur die gekürzte Version.

Man wird ja wohl noch antworten dürfen (2)

"Feuer-Anschlag auf Nena geplant?" Nein.
"Sind wir schon wieder knapp einem Terroranschlag entkommen?" Eher nicht.

Soviel zur “Bild” von heute. In einer Polizei-Meldung vom Samstagabend heißt es dazu abschließend:

Konkrete Hinweise auf geplante Straftat haben sich nicht bestätigt

(…) Weder die Durchsuchungen noch die sich anschließenden Ermittlungen konnten den Sachverhalt weiter aufhellen und die Hinweise erhärten. Ebenso blieb ungeklärt, wo und mit welchen Mitteln die vorgenannte Straftat durchgeführt werden sollte.

Und der Radiosender Eins Live ergänzt:

Die Polizei hat (…) erklärt, dass sich diese ganze Sache nicht gegen Nena gerichtet habe. Die Polizei hatte tatsächlich Hinweise, dass in Gelsenkirchen möglicherweise Anschläge geplant worden seien und habe deshalb das Gelände gesichert. Dass Nena dort aber an dem Abend ein Konzert gespielt habe, sei Zufall, so die Polizei gegenüber Eins Live. Im Nachhinein habe sich die Sache sowieso als Fehlalarm erwiesen.

“Bild” hingegen hat sich gegen die Wörter “Zufall” und “Fehlalarm” entschieden und zitiert lieber einen Ermittler mit den (offensichtlich schon lange vorm “Bild”-Redaktionsschluss überholten) Worten:

"Uns fehlen noch handfeste Beweise."

Mit Dank an Ronald M., Fritz, Stefan S., Claudius L., Martin K., Daniel W., Thomas R. für den Telepolis-Link.

Nachtrag, 15.20 Uhr: Inzwischen hat sich auch die Nachrichtenagentur dpa der “Bild”-Story angenommen und verbreitet in einer Meldung u.a. den Satz:

Einen Bericht der “Bild”- Zeitung, wonach die Gruppe einen Anschlag auf ein Konzert der Sängerin Nena geplant habe, wies die Polizei als Spekulation zurück.

Ganz anders Krone.at: Die Online-Ausgabe der österreichischen “Kronen-Zeitung” hat nirgends nachgefragt, sondern die “Bild”-Spekulationen lieber (dezent zugespitzt) als Tatsache weiterverbreitet.

6 vor 9

Der Zauber der permanenten Online-Revolution (nzz.ch)
Die rasch expandierende Blogger-Szene stellt für Chinas Regierung eine riesige Herausforderung dar.

Pimp my Text! (telepolis.de)
Das Zeitalter der Neuen Medien hat die akademische Textproduktion verändert – jetzt laden “Plagiat-Jäger” scharf durch. Eine Qualitätssicherung ist auf diesem Weg jedoch schwer zu haben.

Generation Web 2.0 (eurams.de)
Internet-Nutzer sind nicht mehr alleine online. Web 2.0 heißt das Mitmach-Internet, in dem Millionen ihre Fotos, Videos und Vorlieben präsentieren. Ein Milliardengeschäft für die Werbebranche.

Vorfahrt für das Internet (fr-online.de)
Neue Strategien in der Zeitungsbranche: “web first” und die “Heimdruckerzeitung”.

Der nette Herr Dschihad von nebenan (faz.net)
Was bleibt von meinem Nachbarn, der so gerne ein Massenmörder geworden wäre? Standen wir gemeinsam an der Ampel? Ich dachte an den Feierabend, er an den besten Weg, mich umzubringen.

Die Rote Liste der Deutschen Sprache (detlef-guertler.de)
In der 24. Auflage des Dudens vom Juli 2006 als “veraltend” gekennzeichnete Wörter.

Blättern:  1 ... 572 573 574 ... 604