Suchergebnisse für ‘pol’

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BND bezahlte 20 Reporter im Ausland
(Berliner Zeitung, Andreas Förster)
Die von “Focus” aufgedeckte Affäre rund um deutsche Auslandskorrespondenten, die auch für den Geheimdienst arbeiteten, bringt den Journalismus in Verruf und Medienleute in Gefahr. (Und die Tatsache, dass ausgerechnet “Focus” darüber berichtet, aber keine Namen nennt, bringt dem Blatt Schelte der “taz” ein.)

Eine Zeitschrift wie ein Friedhof
(Welt.de, Franz Josef Wagner)
Ein “Blättern in toter Materie”: Die “Tempo”-Gedenknummer hätte Hunter S. Thompson, dem Erfinder des “New Journalism”, nur ein “Shit” entlockt. Ohne ein Ausrufezeichen.

So wird man Milliardär
(Sueddeutsche.de, Caspar Busse)
Drei Bieter sind noch im Rennen um den Deutschen TV-Konzern Pro Sieben Sat 1. Verkäufer Haim Saban treibt den Preis weiter hoch. Dabei sind die Aussichten für das TV-Imperium nicht unbedingt rosig.

Zeitzeugen sind stark beeinflussbar
(Netzeitung)
“Oral History” ist nicht immer für bare Münze zu nehmen. Eine Studie zeigt, dass Meinungen und historische Verklärungen die Erinnerung der Zeugen beeinflussen.

Ein Tag wie jeder andere
(Stefan Niggemeier)
Der 11. Dezember 2006 war ein besonderer Tag für Hans-Jürgen Jakobs. Der Mann mit dem beeindruckenden Wörter-Setzkasten ist der neue Chef der Sueddeutschen Online…

US benutzen Google als Geheimdienst-Quelle
(Washington Post, Dafna Linzer)
Weil die CIA dem State-Department keine Auskunft geben mochte, suchte ersteres halt via Google nach den Namen von iranischen Nuklear-Experten – und fand sie, vor allem in veröffentlichten CIA-Papieren. (Englischssprachiger Artikel)

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Die Physik der Bond-Tricks
(Stern online, Stefan Biestmann, DPA)
Physik-Professor Metin Tolan analysiert die Realitätsnähe der 007-Tricks

Kein Staatsbegräbnis für den General
(Sueddeutsche Zeitung, Peter Burghardt)
Augusto Pinochet sah sich bis zuletzt als “Befreier” Chiles. Jetzt ist er 91jährig gestorben.

Der Fußball als Hass- und Gewaltmaschine
(Telepolis.de, Marcus Hammerschmitt)
Wo der Sport die Sau aus dem Manne holt: Warum Hass und Wut rund ums Stadion so oft überkochen.

Selbst Barney ist ratlos
(Facts, Marc Pitzke)
Der schlechteste Präsident der USA hat keinen Schimmer.

Sie nennen es Arbeit
(FAZ.net, Eberhard Rathgeb)
Wie man herausfindet, was man werden will.

Zu klein geraten?
(Netzeitung)
Indische Männer haben ein Problem mit der Standard-Grösse.

“taz” verhöhnt deutsche Chefredakteure

Woher kommt bloß dieser Haß?

Die “taz” verhöhnt Deutschlands bekannteste Journalisten, druckt eine intime Fotomontage von Helmut Markwort und Kai Diekmann. Angeblich aufgenommen von “taz-Leserreportern”!

Es sind Fotomontagen aus dem Privatbereich, die kein Mensch von sich in der Zeitung sehen möchte. Sie zeigen das Paar Markwort/Diekmann “beim Nackt-Boulen am Strand”.

Dazu brachte die “taz” heute auf Seite 1 prominent in der Mitte die hämische Schlagzeile “Mehr als nur Kollegen?”. Das deutsche Wort “Kollege” bedeutet laut Duden “jmd., der mit anderen zusammen im gleichen Beruf tätig ist”.

Diekmann wird in der Überschrift als “BILD-hübsch” bezeichnet. Er assistiere Markwort mit einer TitelGeschichte, lasse sogar Gaga-Kolumnist Franz Josef Wagner von der Leine.

Der Artikel beginnt mit dem spöttischen Satz: “Wie ‘Focus’ und ‘Bild’ mit nichtpublizierten FKK-Fotos von EU-Kommissar Günter Verheugen Politik zu machen versuchen”. Darüber die zweideutige Überschrift “Nackten, Nackten, Nackten”. Das heißt eigentlich soviel wie “unbekleidet” — könnte aber auf den “Focus”-Werbespruch anspielen: “Fakten, Fakten, Fakten”.

Und wenn Ihnen dieser kursiv gesetzte Text jetzt irgendwie bekannt vorkommt: Keine Sorge, uns auch!

“Bild” zahlt Leser-Touristen 500 Euro

“Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner beklagt heute, wenn wir ihn richtig verstanden haben, dass man als Politiker nirgends mehr unbeobachtet ist. Schuld daran sei: der “totale Tourismus”.

Wagner schreibt an Günter Verheugen, über dessen NacktFotos anscheinend “ganz Deutschland” diskutiert, ohne sie überhaupt gesehen zu haben:

(…) es gibt auf unserer Erde leider keinen Flecken mehr, wo ein verheirateter EU-Kommissar mit seiner Kabinettschefin unbegafft nackt baden kann. Wir leben nun einmal im totalen Tourismus, der auf Einzelschicksale keine Rücksicht nimmt.

Touristen knipsen alles, den schiefen Turm von Pisa und den nackten EU-Kommissar mit seiner ebenfalls nackten Bürochefin.

Ich wünschte, die Fotos gäbe es nicht. (…)

Zufälligerweise hat sich am vergangenen Sonntag auch der Komiker Michael Mittermeier über die Auswirkungen des, äh, totalen Tourismus geäußert. Auf SWR 1 sagte er:

Der “Bild”-Leser-Reporter ist meines Erachtens einfach eine böse, voyeuristische Aktion, die leider Gottes uns Leuten einfach schadet, uns Künstlern. Weil Leute dich wirklich verfolgen mit Foto-Handys. Und ich hab mich schon mit Leuten gestritten, die mich angemacht haben, weil sie sagen: Ey, wieso gönnst Du mir kein Foto, ich will 300 Euro verdienen, und da muss ich sagen: Das ist schon ‘ne ziemliche Sauerei. Weil: Wenn ich privat bin, bin ich privat. Und es geht nicht, jemanden zu fotografieren, wenn er im Tengelmann steht, ich meine, das ist wirklich eine böse Aktion.

Danke an Tim S.!

Verlierer des Tages

“Gewinner” des Tages in “Bild” ist heute Jürgen Rüttgers, denn:

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (55, CDU) hat es “geschafft”: Auf die Frage “Wer ist der beliebteste SPD-Politiker” nannte in einer Forsa-Umfrage die Mehrheit der Nordrhein-Westfalen ausgerechnet den Namen des CDU-Regierungschefs! Bitter für die SPD: Sie hat die Erhebung bezahlt.

BILD meint: Parteibuch tauschen!

BILDblog hingegen meint: KLAPPE HALTEN!

  • In der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa ging es nicht um den beliebtesten Politiker, sondern um den bekanntesten.
  • Der Namen Rüttgers wurde nicht von der “Mehrheit der Nordrhein-Westfalen” genannt, sondern, wie uns Forsa mitteilt, von “zwei Prozent der Befragten”.
  • Laut “Westfälischer Zeitung” war Rüttgers damit nur der drittbeliebtestebekannteste “SPD-Politiker” (hinter Müntefering und Steinbrück).
  • Wie uns ein SPD-Sprecher auf Anfrage mitteilt, hat die SPD die Umfrage zudem “weder bezahlt noch in Auftrag gegeben”. Auftraggeber waren die “Westfälische Rundschau” und der TV-Sender n-tv.
  • Und das Ergebnis der Umfrage wurde im Juli 2006 bekanntgegeben, Rüttgers überraschendes Abschneiden seitdem von vielen Medien, u.a. vom “Spiegel” verbreitet.

Aber okay, ein Teil des “Bild”-Unsinns stand vor zwei Tagen in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, aus der “Bild” ihn heute offenbar ungeprüft (ohne Quellenangabe und unter Hinzufügung eigener Fehler) übernommen hat. Doch wie wir “Bild” kennen, wird die “FAZ” deshalb wahrscheinlich gleich morgen zum “Verlierer” des Tages.

Mit Dank auch an Jochen Z.!

Mehr dazu hier.

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Schawinski in die SRG
(weltwoche.ch, Roger Köppel)
Der abtretende Sat-1-Chef Roger Schawinski wird spasseshalber als Leiter des Schweizer Monopolfernsehens SF DRS gehandelt. Die Idee ist gar nicht so schlecht.

“Verweigerung macht Medien scharf”
(taz.de, David Denk)
Die Schauspieler Muriel Baumeister und Pierre Besson über ihren Ärger mit den Boulevardmedien und die Schwierigkeit, ein ungestörtes Privatleben zu führen.

“Ein Spürhund, ein Spürhund, ein Spürhund”
(sueddeutsche.de, Gisela Freisinger)
Eine rote Eule, viele Uhren und zwei Leben in Burdas Reich: Ein Besuch bei Helmut Markwort, der 70 Jahre alt wird.

Maischbergers Mühe mit Mensch Lagerfeld
(faz.net, Michael Hanfeld)
Magermodels hält er für Einzelfälle, seine immergleiche Kleidung packt er in neunzehn Koffer und Bekannte aus frühen Tagen beschimpft er als ?Lustgreise?: Karl Lagerfelds Auftritt bei Sandra Maischberger geriet gestern abend zum zähen Ringkampf.

Frei und ängstlich
(woz.ch, Julian Weber)
Nach dem Abrauschen der New Economy formiert sich im Internet eine neue Generation der Selbstständigen. Wie sieht es in dieser Arbeitswelt aus?

tempo-jubiläumsausgabe
(popkulturjunkie.de)
So sieht sie aus. Erscheint am Freitag, ist etwa 400 Seiten dick, kostet 4,50 Euro. Ich bin gespannt.

Gesagt ist gesagt?

Manchmal lässt sich ganz eindeutig dokumentieren, wie “Bild” ein Zitat verfälscht. Bei diesem “Bild”-Artikel vom Montag über den Grünen-Parteitag zum Beispiel:

Auf ihrem Parteitag in Köln stauchten die Delegierten ihre Parteispitze fröhlich zusammen: Claudia Roth sackte bei der Wahl zur Vorsitzenden auf 66 Prozent (minus 11). Noch schlimmer traf's Reinhard Bütikofer: 72 Prozent (minus 13!). Roth fauchte: 'Wir bieten uns nicht an wie Sauerbier!'

Die “Bild”-Zeitung gibt ihren Lesern nur eine Möglichkeit, das Zitat von Claudia Roth zu interpretieren: als pampige Reaktion auf das schlechte Wahlergebnis.

Diese Interpretation ist ohne jeden Zweifel falsch. Claudia Roths Satz bezieht sich keineswegs, wie “Bild” suggeriert, auf ihr schlechtes Wahlergebnis, sondern auf mögliche Koalitionen. Vollständig lautet er nämlich so:

“Wir hecheln anderen Parteien nicht hinterher, wir bieten uns nicht an wie Sauerbier.”

Dass Claudia Roth den Satz nicht so gemeint haben kann, wie “Bild” behauptet, ist offensichtlich und muss auch “Bild” bekannt gewesen sein. Sie sagte ihn nämlich nachweislich am Freitag. Das schlechte Wahlergebnis bekam sie aber erst am Samstag.

Und man möchte sich nun gar nicht ausmalen, wie “Bild” mit Zitaten umgeht, die nicht so gut dokumentiert sind.

Vielen Dank an Martin M.!

Wird passend gemacht

“Es ist die Pop-Sensation des Jahres!”

Das waren die Worte der “Bild”-Zeitung vom 20. November, als das Blatt ankündigte, dass “Deutschlands angesagteste Band” anderthalb Wochen später “exklusiv nur für BILD-Leser” ein Gratis-Konzert in Neubrandenburg geben werde.

Am 22. November dann meldete “Bild”:

“Schon nach wenigen Stunden haben sich gestern zigtausend Fans für die Verlosung der 5000 Karten angemeldet.”

Und heute nun, drei Tage nach der “Pop-Sensation des Jahres”, meldet “Bild” Vollzug (siehe Ausriss): “Super Stimmung und viele strahlende Gesichter” haben die “Bild”-Reporter am Freitagabend in Neubrandenburg entdeckt: “Kein Weg war den kleinen Anhängern zu weit, um ihre Idole im ‘Jahn Sport Forum’ live zu erleben (…).”

Merkwürdig nur, dass “Bild” nun “3000 Kinder” glücklich gemacht haben will, wiewohl doch, wir erinnern uns, “zigtausend Fans” für die “5000 Karten” angemeldet waren. Ein Tippfehler?

Eher nicht. Schon am Morgen nach dem Konzert meldete die Nachrichtenagentur dpa:

“Das Benefizkonzert der Pop-Band ‘Tokio Hotel’ ist am Freitagabend ohne das befürchtete Chaos in Neubrandenburg über die Bühne gegangen. Statt der erwarteten 5000 Fans kamen nur rund 2500 meist 10 bis 14 Jahre alte Mädchen in elterlicher Begleitung in die Stadt (…), teilte die Polizei am Samstag mit.”

“Tokio Hotel: Fans, wo wart ihr?” überschreibt denn auch Viva.tv einen Bericht über die vermeintliche “Pop-Sensation”. Und Bild.de? Feiert den bedauerlichen Charity-Flop mit einem großen “Seite 1”-Teaser unbeirrt als:

Wozu Beamte taugen

Vielleicht dachten die “Bild”-Leute am vergangenen Donnerstag, dass diese Schlagzeile ihre Leser noch nicht genug aufregen würde:

Beschlossen! Rente erst ab 67

Zum Glück wussten sie aber einen einfachen Trick, um das Empörungspotential dieser Schlagzeile locker zu verdoppeln:

Aber für Politiker und Beamte gilt das nicht...

Denn das weiß der “Bild”-Leser: Beamte haben es immer besser. Ihre Zeitung bestätigte ihnen das noch am selben Tag durch zwei Tabellen, die den “RENTE MIT 67”-Artikel einrahmten:

So lange arbeiten Beamte wirklich* / Wie viel länger müssen wir künftig arbeiten?

Was ein ziemlich eindrucksvoller Vergleich ist. Denn während Beamte je nach Berufsgruppe schon in einem Alter zwischen 48,1 und 63,4 Jahre in den Ruhestand gehen, müssen “wir” (!) zwischen 65 und 67 Jahre alt werden, um eine volle Rente zu bekommen.

Das eine ist die reale Arbeitszeit, das andere die nominale. In diesem Sinne könnte “Bild” auch beweisen, dass Schokolade in der Nähe von Beamten weniger lange hält, indem die Zeitung einfach die tatsächliche Zeit, bis eine Tafel Schokolade in einem Beamtenhaushalt aufgegessen wurde, mit dem Haltbarkeitsdatum einer Tafel Schokolade in “unseren” Haushalten vergleicht.

Aber wie sieht es jetzt aus mit der Rente ab 67, die “für Politiker und Beamte nicht gilt”? Dass die Schlagzeile falsch war, konnte schon ahnen, wer den zugehörigen Artikel zu Ende las. “Die Bundesregierung will die Rente mit 67 auch auf Beamte im Bund übertragen”, stand dort — das sei nur “noch nicht beschlossen”.

Am Tag drauf, als “Bild” erneut über die “Rente mit 67” berichtete, fand sich in dem Artikel sogar folgender Satz:

Regierungssprecher Wilhelm stellte klar: Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit solle künftig auch für Bundesbeamte und Minister gelten: “Das wird so schnell wie möglich umgesetzt.”

Für eine Schlagzeile im Sinne von: “AUCH BEAMTE UND POLITIKER SOLLEN LÄNGER ARBEITEN” hatte “Bild” an diesem Tag allerdings keinen Platz. Stattdessen lautete die Überschrift:

RIESEN-WUT auf Rente mit 67

Danke an Werner S. für den sachdienlichen Hinweis!

Pack’ die Badehose ein! (3)

Sicher, Fehler passieren. Aber haben Sie die gestrige “Bild”-Berichtigung erkannt? Nein? So sah Sie aus:

"Barbados-Reise: EU-Politiker kassieren auch noch Tagegeld"

Oberflächlich betrachtet beschäftigt sich diese Meldung mit der unerhörten Tatsache, dass EU-Abgeordnete auf einer Dienstreise in die Karibik “auch noch Tagegeld” in Höhe von 137 Euro kassiert haben:

Und das, obwohl Reisekosten (Flüge in der Business-Klasse) und die Unterkunft in Luxushotels vom EU-Parlament bezahlt wurden.

Stimmt. Fragt sich nur, warum eine Tageszeitung daraus eine aktuelle Meldung macht. EU-Parlamentarier bekommen immer und seit Jahren schon Tagegeld, wenn sie an “offiziellen Sitzungen der Organe des Parlaments” teilnehmen (274 Euro seit 1.1.2006). Und im keineswegs geheimen “Praktischen Leitfaden für die Abgeordneten” (Stand: 2004) heißt es dazu:

Für Sitzungen außerhalb des Hoheitsgebiets der Europäischen Union wird das Tagegeld um die Hälfte gekürzt, doch die Kosten für Übernachtung und Frühstück werden vom Parlament übernommen.

Offenbar hat Dirk Hoeren diese altbekannte Tatsache also nur deswegen aufgeschrieben, weil bei “Bild” die streng rationierten Korrekturspalten langsam knapp werden. Denn die eigentliche Neuigkeit für “Bild”-Leser steht am Ende (siehe Ausriss rechts). Ganz nebenbei korrigiert “Bild” dort nämlich, dass Lissy Gröner, anders als “Bild” vor gut zwei Wochen berichtet hatte, gar nicht an der vermeintlichen “Lustreise” in die Karibik teilgenommen hatte.

P.S: Die Information, dass die Karibik-Reisenden 137 Euro Tagesgeld bekamen, enthielt auch schon der RTL-Bericht, aus dem “Bild” am vergangenen Montag ausführlich zitierte. Dass “Bild” diese Tatsache erst gestern aufgefallen ist, darf man also ausschließen.

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