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Fellners “Datenschutzbedenken”, Kein Tiefpunkt, Politischer Maulheld

1. Belästigung bei Fellner: Gericht segnet heimliche Aufnahmen ab
(kurier.at, Nina Oberbucher)
Dem österreichischen Medienunternehmer Wolfgang Fellner (“oe24”) wurde von einer ehemaligen Mitarbeiterin sexuelle Belästigung vorgeworfen. Fellner stritt dies ab. Ungünstig für ihn, dass die Mitarbeiterin vor Gericht als Beweis heimlich angefertigte Tonaufnahmen vorlegen konnte. Daraufhin ging Fellner gegen sie zivilrechtlich vor – auch wegen “Datenschutzbedenken”. Dies wurde nun vom Gericht abgeschmettert. Auf Twitter bezeichnet Opferanwalt Michael Rami das Urteil als “juristischen Meilenstein”. Es lohnt sich, den ganzen Twitter-Thread zu lesen, denn Rami erklärt und ordnet dort den Fall nicht nur aus seiner Sicht ein, sondern deutet auch an, dass es keineswegs der einzige Belästigungsfall bei Fellner gewesen sein könnte.
Weiterer Lesetipp: Fellners Medienkonzern “oe24” hat sich anscheinend ohne Rücksprache und Vergütung bei Videomaterial des Journalisten Michael Bonvalet bedient und dabei sogar das eingebettete Wasserzeichen überblendet. Dagegen geht Bonvalet nun gerichtlich vor, wie er bei Twitter schreibt: “Irgendwer musste Ö24 also mal auf die Finger klopfen und dafür sorgen, dass sie nicht weiter Bilder und Videos klauen.”

2. Das ist der “Journalismus” in Wissenschaftsjournalismus
(wissenschaftskommunikation.de, Marcus Anhäuser)
Die Corona-Wissenschaftler Hendrik Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit ärgerten sich kürzlich öffentlich über die Berichterstattung der “Süddeutschen Zeitung”. Dort hatte die Wissenschaftsjournalistin und langjährige “SZ”-Redakteurin Christina Berndt die Arbeit des Corona-Sachverständigenausschusses kritisiert (nur mit Abo lesbar) und dazu den Entwurf eines Arbeitsberichts herangezogen. Marcus Anhäuser kommentiert: “Wissenschaftsjournalismus ist nicht der verlängerte Kommunikationsarm von Wissenschaft und Forschung. Auch wenn das viele in Wissenschaft und Forschung immer noch nicht wirklich begriffen haben. Der Artikel in der SZ ist kein ‘Tiefpunkt’ der Wissenschaftskommunikation, sondern ein Beispiel für ureigenstes Handwerk im Wissenschaftsjournalismus.”

3. Wie Roger Köppel eine wichtige EU-Abstimmung vergeigt
(tagesanzeiger.ch)
Roger Köppel ist nicht nur Chefredakteur und Verleger des rechtskonservativen und wirtschaftsliberalen Schweizer Wochenmagazins “Die Weltwoche”, sondern auch Mitglied im Schweizer Nationalrat. Eine Tätigkeit, die er gelegentlich vernachlässige, wie Markus Häflinger in seiner “Glosse über einen politischen Maulhelden” schreibt: “Statt im Nationalrat eine Milliardenzahlung an Brüssel zu verhindern, verbringt der SVP-Nationalrat seine Zeit lieber in Dresden.”

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4. Interest in news is down in the vast majority of countries
(twitter.com, Reuters Institute, englisch)
Das Interesse an Nachrichten sei in der überwiegenden Mehrheit der untersuchten Länder gesunken, berichtet das Reuters Institute for the Study of Journalism und zeigt dazu bei Twitter erschreckende Zahlen. Die Lage in Deutschland wird dort mit einem Rückgang von 74 auf 57 Prozentpunkte in den vergangenen sieben Jahren noch als “eher stabil” bezeichnet. Der Twitter-Thread des Reuters Institute ist eine Zusammenfassung des deutlich ausführlicheren “Digital News Report 2022” (ebenfalls auf Englisch).

5. Wie weit sind wir mit DAB+?
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
“Über 300 Radioprogramme sind über DAB+ verfügbar. Gut 100 davon werden nur digital ausgestrahlt. Warum der Umstieg von UKW zu DAB immer wichtiger wird” – Markus Ehrenberg beschreibt den aktuellen Stand der Hörfunk-Digitalisierung und prognostiziert, wie es weitergehen könnte.

6. Für Bücherfans, direkt ins Postfach
(deutschlandfunkkultur.de, Stefan Mesch, Audio: 9:58 Minuten)
Wer sich für Literatur interessiert, kann mittlerweile auf eine Vielzahl interessanter Newsletter zurückgreifen. Der Journalist Stefan Mesch hat sich durchs Angebot gelesen und gibt Empfehlungen, welche Newsletter sich lohnen.

Politische Vokabeln, Fernspäher Franz, Kliemanns Sammelaktion

1. Warum sich Medien mit Schlagwörtern der Politik oft schwertun
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Pia Behme, Audio: 6:39 Minuten)
Sollten Medien in ihrer Berichterstattung Begriffe wie “Sondervermögen” oder “Tankrabatt” unhinterfragt übernehmen? Darüber hat sich der Deutschlandfunk mit zwei Journalisten unterhalten. Vor allem “FAS”-Redakteur Oliver Georgi kritisiert die Übernahme und kann das auf mehreren Ebenen begründen. Georgi hatte sich in seinem Buch “Und täglich grüßt das Phrasenschwein” bereits vor einigen Jahren mit der Sprache der Politik auseinandergesetzt und hört deshalb vielleicht besonders genau hin.

2. Fernspäher Franz
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
“Minister Thomas Strobl könnte über einen Artikel stürzen, dessen Autor niemand nennt, obwohl er eine bekannt schillernde Figur ist. Warum ist das so, warum gerade er?” Josef-Otto Freudenreich stellt bei “Kontext” den Journalisten Franz Feyder vor, dessen Artikel Baden-Württembergs Innenminister Strobl die Karriere kosten könnte. Zum Hintergrund siehe auch: Auch Journalist beschuldigt (taz.de, Christian Rath).

3. Machen!
(journalist.de, Michel Abdollahi)
Der preisgekrönte TV-Journalist (“Im Nazidorf”) und Moderator Michel Abdollahi erzählt beim “journalist”, warum er den Onlinekanal das “Vierte Deutsche Fernsehen” gegründet hat, warum es lohnen kann zu scheitern, und warum es seiner Ansicht nach in nahezu allen jungen Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an konservativen Stimmen fehlt.

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4. Investment in Fynn: Wie Influencer Kliemann rund 700.000 Euro in seinem Freundeskreis einsammelte
(correctiv.org, Gabriela Keller & Frederik Richter & Jonathan Sachse)
Der “Correctiv”-Redaktion liegen neue Details zum Geschäftsmodell des Influencers Fynn Kliemann vor, der unter anderem wegen seiner Masken-Geschäfte in die Kritik geraten war: “Nicht nur Caro Daur hat sich am Kliemannsland beteiligt. Bisher unbekannte E-Mails geben nun einen tieferen Einblick in die Geschäfte des Influencers: Sie legen nahe, dass mindestens 15 zum Teil prominente Personen den Kreativbauernhof unterstützt haben, darunter Joko Winterscheidt, Ina Müller und Severin Kantereit.”

5. ARD und ZDF bieten neue Tonspur “Klare Sprache” an
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Das ZDF führt eine akustisch verbesserte Tonspur namens “Klare Sprache” ein. Der Sender wolle damit die Sprache deutlicher hervorheben und die Sprachverständlichkeit verbessern. Die ARD plane eine ähnliche Funktion. Kurt Sagatz erklärt, wie das Ganze funktioniert, und wie man die neue Tonspur aktiviert.

6. »Die Fernsehsender entscheiden, wann gespielt wird«
(spiegel.de)
Das Viertelfinale beim Tennisturnier French Open zwischen Rafael Nadal und Novak Đoković begann am Dienstagabend gegen 21 Uhr und endete um 1:15 Uhr am Mittwoch. Beide Spieler kritisierten die späte Terminierung, zeigten aber auch Verständnis: “Die Fernsehsender zahlen viel Geld, um diese späten Spiele zu haben. So macht das Turnier Geld und so machen auch die Spieler Geld”, so Rafael Nadal, der sich für die Zukunft eine “vernünftige Balance” zwischen allen Interessen wünscht.

Rücktritt ohne Reue, Polit-Talkshows, Grundrechte-Paradigmenwechsel

1. Rücktritt ohne Reue
(sueddeutsche.de, Anna Ernst)
Springer-Vorstand Mathias Döpfner hat angekündigt, seinen Posten als Verlegerpräsident statt regulär im Jahr 2024 bereits im kommenden Herbst abgeben zu wollen. Aus moralischer Sicht komme dieser Rücktritt spät, findet Anna Ernst und fasst noch einmal die Vorgeschichte zusammen. Dabei spielt auch die Machtmissbrauchsaffäre um Ex-“Bild”-Chef Julian Reichelt eine Rolle.

2. Journalismus-Organisationen sehen Klärungsbedarf
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Anh Tran, Audio: 6:22 Minuten)
“Zu bürokratisch, zu wenig entgegenkommend – der Unmut über den Umgang mit aus Russland geflohenen Journalisten in Deutschland war groß. Innenministerin Faeser hat nun ein neues Verfahren vorgestellt. Aber reicht das aus?” Darüber spricht Deutschlandfunk-Reporterin Anh Tran mit Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband.

3. Ihr Messenger soll Ihre Fotos durchforsten
(zeit.de, Daniel Moßbrucker)
Die EU-Kommission will Internetdienste dazu verpflichten, sämtliche Kommunikation verdachtsunabhängig zu überwachen. Man wolle damit dem Thema Kindesmissbrauch entgegentreten. Daniel Moßbrucker stellt die Frage, ob mögliche beziehungsweise wahrscheinliche Erfolge den “Paradigmenwechsel im Schutz der Grundrechte” rechtfertigen.

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4. “Wir lagen uns in den Armen, wir haben geweint”
(dwdl.de, Alexander Krei)
In der Ukraine ist der französische Kameramann Frédéric Leclerc-Imhoff ums Leben gekommen. Er wurde am Montag in der Region Luhansk erschossen. “Welt”-Reporter Max Hermes hat den Vorfall aus nächster Nähe miterlebt und berichtet, wie es dazu gekommen ist. Ein berührendes Gespräch, in dem Hermes erzählt, wie ein französischer Reporterkollege und er sich weinend in den Armen lagen, und wie surreal ihm alles erschien.

5. Wie TikTok die Unterdrückung der Uiguren verschweigt
(netzpolitik.org, Alexandra Conrad)
Wer bei TikTok bislang nach dem Schlagwort #Xinjiang gesucht hat, habe wenig über die durch die “Xinjiang Police Files” bekanntgewordenen Menschenrechtsverletzungen erfahren, sondern sei mit idyllischen Landschaftsaufnahmen und Propaganda-Kommentaren abgespeist worden. Derzeit vollziehe sich jedoch ein Wandel, schreibt Alexandra Conrad: “Bei der Suche nach #Xinjiang sind unter den ersten vier Beiträgen immerhin drei kritische Videos von Medienanstalten und einem Blogger. Unter den Top-20-Beiträgen finden sich insgesamt vier Videos, die die Unterdrückung der Uiguren in Xinjiang oder die kritischen internationalen Medienberichte thematisieren.”

6. Die Polit-Talkshows beginnen zu spät
(tagesspiegel.de, Malte Lehming)
Malte Lehming kritisiert beim “Tagesspiegel” die seiner Meinung nach zu späten Ausstrahlungszeiten der Polit-Talkshows im Fernsehen: “Wen haben die TV-Programm-Verantwortlichen mit so späten Sendezeiten als Nutzer im Blick – Studenten, Freischaffende, Singles? Gehen sie davon aus, dass die ‘Normalos’ sich für Politik ohnehin nicht sonderlich interessieren? Wer den Informations- und Orientierungsauftrag ernst nimmt, sollte diesen Verdacht durch frühere Sendezeiten entkräften.”

“Xinjiang Police Files”, Hilfe nachbessern, Influencer-Tee

1. Blick hinter die Kulissen: Wie liefen die Recherchen für Xinjiang Police Files?
(br.de, Lisa Weiß, Audio: 28:31 Minuten)
Lange schon hatten Beobachter von Menschenrechtsverletzungen an der ethnischen Minderheit der Uiguren im Norden Chinas berichtet. Nun gab es ein neues Dateleak, das erstmals anhand von Bildern das Ausmaß zeigt. Die “Xinjiang Police Files” wurden von verschiedenen deutschen und internationalen Medienpartnern gemeinschaftlich ausgewertet. Auch dabei: der Bayerische Rundfunk (BR). Wie kam die Redaktion zu den Informationen über die Straflager in Xinjiang? Wie prüft man, ob Daten und Fotos über verfolgte und inhaftierte Uiguren echt sind? Darüber spricht Lisa Weiß im BR-Medienmagazin mit Hakan Tanriverdi, Datenjournalist beim BR, und Astrid Freyeisen, BR-China-Expertin und viele Jahre ARD-Korrespondentin in Shanghai.

2. Hilfe nachbessern
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Bundesregierung auf, die jüngst beschlossenen Hilfen für Journalistinnen und Journalisten aus Russland nachzubessern. Kritisiert wird vor allem die Voraussetzung, eine Bedrohungslage nachzuweisen: “Der geforderte Nachweis schließt alle Journalistinnen und Journalisten aus, die den Ukrainekrieg und die Repressionen durch den Kreml zwar ablehnen, aber ihre Opposition noch nicht durch Medienberichte öffentlich gemacht haben.”

3. Wie können Journalistinnen und Journalisten unter den Taliban noch arbeiten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 34:05 Minuten)
“Vor dem Sieg der Taliban gab es in Afghanistan eine diverse Medienlandschaft. Jetzt müssen Nachrichtensprecherinnen im Fernsehen ihr Gesicht verschleiern, im Radio läuft keine Musik mehr, und es gelten vage, willkürliche Regeln, mit denen die Arbeit von Journalisten erschwert wird.” Der Journalist Emran Feroz war vor Kurzem wieder in Afghanistan und schildert im Gespräch mit Holger Klein, wie sich die Medienlandschaft und das Leben dort verändert haben.

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4. “Wir sind kritikfähig”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Nach dem Abbruch eines Interviews durch den Fußballspieler Toni Kroos äußert sich nun ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann zu der Angelegenheit: Was ist richtig, was falsch gelaufen? Und sind derlei Befragungen unmittelbar nach Spielschluss wirklich ergiebig?
Weiterer Hörtipp: Auch beim Deutschlandfunk beschäftigt man sich noch einmal mit dem Thema. Sportredakteurin Jessica Sturmberg bezweifelt die Notwendigkeit von derlei Interviews: “Der Erkenntnisgewinn ist selten groß. Wir haben eher Anteil an einer Stimmung – und die Frage ist, ob wir das wirklich wollen.”

5. Burda meldet Rekord-Zahlen im Geschäftsjahr 2021
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Das Unternehmen Hubert Burda Media hat 2021 nach eigenen Angaben das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte hingelegt. Der Umsatz sei um rund sechs Prozent auf nahezu drei Milliarden Euro gestiegen. Uwe Mantel hat einen genaueren Blick auf die Zahlen geworfen.

6. Ekel Eistee: So Dirty ist DirTea von Shirin David
(youtube.com, ZDF besseresser, Video: 17:34 Minuten)
Shirin David ist eine deutsche Rapperin, Webvideoproduzentin und seit einiger Zeit auch Eistee-Vermarkterin. “Wie hat die Instagram-Ikone es geschafft, dass ihre Drinks so populär werden? Was ist da überhaupt drin? Und wie schmecken die verschiedenen Eistee-Sorten?”, fragt das Team der “ZDF besseresser”. Mit der Vermarktung von derlei Produkten ist Shirin David übrigens nicht allein: Auch andere Rapper wie Capital Bra und Haftbefehl sind in den Supermarktregalen vertreten.

“NSU-2.0”-Berichterstattung, Post aus Erfurt, Feministische Filmpolitik

1. Prozess um “NSU 2.0”-Drohungen: Kritik an Fokussierung auf Einzeltäter
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Antje Allroggen, Audio: 8:24 Minuten)
Vor dem Landgericht Frankfurt wird derzeit die Drohbrief-Serie des selbsternannten “NSU 2.0” verhandelt. Im Mittelpunkt des Prozesses und des Medieninteresses steht der Angeklagte, der von der Staatsanwaltschaft als Einzeltäter bewertet wird. Mit dieser Erklärung sind einige der Opfer nicht einverstanden und bitten die berichtenden Redaktionen, ihre Berichterstattung auf Strukturen und Umfeld des Angeklagten auszuweiten.

2. Erfurt: Offener Brief der Stadtverwaltung an Journalisten wird Thema im Stadtrat
(thib24.de, Tobias Netzbandt)
Die Erfurter Stadtverwaltung hat sich über einen ausdrücklich als Meinungsbeitrag gekennzeichneten Artikel eines Sportreporters geärgert und ihren Ärger darüber in einem offenen Brief auf ihrer offiziellen Seite abgelassen. Der Journalist Tobias Netzbandt kommentiert den Vorgang: “Städtische Mitarbeiter nutzen die offizielle Seite der Stadtverwaltung, um ihre Kränkung zu schildern. So geht das nicht. Verwaltungen und Politiker müssen Kritik, sei sie gerechtfertigt oder nicht, im Zweifel aushalten.”

3. “Zeit für feministische Filmpolitik”
(out-takes.de, Peter Hartig)
Die Sichtbarkeit von Frauen im deutschen Kino habe zwar zugenommen, es bestehe jedoch immer noch eine deutliche Schieflage. Peter Hartig fasst die aktuellen Erkenntnisse, Stellungnahmen und Forderungen zusammen. Laut Kultur-Staatsministerin Claudia Roth sei es nicht nur für eine feministische Außen- oder eine feministische Entwicklungspolitik allerhöchste Zeit, sondern auch für eine “feministische Filmpolitik”.

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4. “Man zählt die Tage runter, bis es vorbei ist”
(spiegel.de, Eckhard Klein, Video: 3:08 Minuten)
Eckhard Klein berichtet für den “Spiegel” über die Olympischen Spiele in Peking. Unter normalen Umständen eine beneidenswerte, unter den aktuellen Umständen eher eine bemitleidenswerte Angelegenheit: Klein hat sich dabei ertappt, wie er die Tage bis zu seinem Abflug herunterzähle.

5. Neu: Grow-Report über Pioniere im gemeinnützigen Journalismus
(netzwerkrecherche.org, Malte Werner)
Seit dem Jahr 2016 vergeben das Netzwerk Recherche und die Schöpflin Stiftung die “Grow-Stipendien” für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt. Seitdem wurden 18 Medienprojekte “mit Vernetzungsmöglichkeiten, Fortbildungen, individueller Beratung und einer Anschubfinanzierung” gefördert. Nun haben die Unterstützer einen Evaluierungsreport veröffentlicht (PDF), in dem sie darlegen, wie sich die Stipendien auf die Empfängerinnen und Empfänger ausgewirkt haben.

6. Filmschlagzeilen-Quiz: Erkennst Du alle Filme?
(journalistenfilme.de, Patrick Torma)
Patrick Torma ist Experte für Filme und Serien, in denen Journalisten und Journalistinnen eine tragende Rolle spielen, und berichtet auf seiner Seite regelmäßig über Klassiker und Neuerscheinungen. Aktuell hat er ein “Filmschlagzeilen-Quiz” veröffentlicht: Wie viele Filme erkennst Du anhand der dort vorkommenden Zeitungsausschnitte?

Polizeimitteilungen, “Rosins Heldenküche”, “Gegen-Ermittlung”

1. Der Fall Dilan S. und die Medien: Übernahme der Polizeimeldung “grob fahrlässig”
(deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf & Mike Herbstreuth, Audio: 7:07 Minuten)
Viele Medien berichteten kürzlich von einer Attacke auf eine 17-Jährige, die angeblich keine Maske getragen habe, und beriefen sich dabei auf Polizeiinformationen. Nun stellt sich heraus, dass die Sache ganz anders gewesen ist, und es sich vielmehr um einen rassistischen Angriff gehandelt haben könnte. Olaf Sundermeyer kritisiert die betroffenen Medien – wegen deutlicher Warnzeichen hätten sie die ursprüngliche Polizeimitteilung prüfen müssen.
Weiterer Lesetipp: Von wegen Maskenstreit: Polizei und Medien stellen rassistischen Angriff falsch dar (uebermedien.de, Andrej Reisin).

2. “FT” benennt Zielpersonen der Springer “Gegen-Ermittlung”
(meedia.de)
Im jüngst erschienenen Artikel der “Financial Times” zu den Hintergründen der Reichelt-Affäre bei Axel Springer wurde von einer geplanten “Gegen-Untersuchung” des Konzerns berichtet, mit der mehrere missliebige Personen ausgeforscht werden sollten. Nun ist bei zumindest drei Personen bekannt, um wen es sich dabei handelt: um den Ex-“Bild”-Chef Kai Diekmann, den ZDF-Komiker Jan Böhmermann und den TV-Produzenten Friedrich Küppersbuch.

3. Laiendarsteller bei Rosin: Wie echt ist die “Heldenküche”?
(dwdl.de, Timo Niemeier)
In “Rosins Heldenküche” bei Kabel Eins geht es um Menschen, die sich in einem zweimonatigen Gastro-Bootcamp in “Disziplin, Willensstärke und Kompetenz” behaupten sollen, um sich den “Ausbildungstraum zum Koch oder Köchin” zu erfüllen. Nun haben “DWDL”-Recherchen ergeben, dass mindestens drei Kandidaten Laiendarsteller sein sollen, die zuvor auch schon in vielen anderen Formaten zu sehen waren, darunter Scripted-Reality-Formate wie “Auf Streife”, “Verdachtsfälle”, “Gerichtsreport Deutschland”, Ruhrpottwache”, “Klinik am Südring” unter “Köln 50667”.

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4. Oder es knallt
(sueddeutsche.de, Anna Ernst & Verena Mayer)
Seit die “Zeit” kritisch über die “Berliner Zeitung” des Unternehmers Holger Friedrich berichtet hat, ist dieser nicht sonderlich gut auf die Wochenzeitung zu sprechen, was juristische Schritte mit einbezieht. Nun hat die “Berliner Zeitung” eine Recherche über den Holtzbrinck-Konzern veröffentlicht, zu dem sowohl die “Zeit” als auch der lokale Mitbewerber “Tagesspiegel” gehören. Holger Friedrich wolle das jedoch nicht als Retourkutsche verstanden wissen.

5. Wie ist es, wenn die Medienschaffenden nach einem tragischen Vorfall anrücken? Eine Anwohnerin aus Niederwangen erzählt
(fairmedia.ch, Laura Bachofner)
Die Schweizer Initiative “Fairmedia” wacht über “die Einhaltung der journalistischen Grundregeln und unterstützt Betroffene bei Persönlichkeitsverletzungen oder bei Fragen der journalistischen Fairness”. In einem Gastbeitrag schildert eine Frau ihre Erlebnisse, als sich Medien plötzlich für ihren Wohnort interessierten, in dem ein zuvor tot aufgefundenes Kind lebte: “Die Klicks der Online-Artikel standen im Zentrum, die Sensationsgier wurde bedient – ohne groß Rücksicht auf die vielen kleinen und großen trauernden Menschen zu nehmen. Die Reporter fuhren mit Fahrrädern durch die Quartiere und begaben sich auf Spielplätze, um die Anwohner zu befragen.”

6. TikTok hat das Wort “Umerziehungslager” zensiert
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Das chinesische Videoclip-Portal TikTok behauptet, in seinen Moderationsentscheidungen unabhängig zu sein. Man werde von keiner Regierung beeinflusst, auch nicht von der chinesischen. Trotzdem sollen politisch brisante, den chinesischen Staat betreffende Worte zensiert worden sein. Darüber hinaus würden Nutzerinnen und Nutzer davon berichten, wie sie Worte wie “Sex”, “Gewalt”, “Drogen” und “Depression” umschreiben müssen, um nicht eingeschränkt zu werden. netzpolitik.org ist der Sache nachgegangen und hat auch bei TikTok selbst nachgefragt.

Gender-Gewetter, Fleischhauers “Apologies”, Die Zehn-Minuten-Regel

1. Raus aus’m “Formatknast”
(taz.de, René Martens)
Die ARD setzt ihre im Oktober beschlossene Programmreform um. Der Umbau habe Auswirkungen auf bewährte Formate wie den “Weltspiegel”, der durch zusätzliche Auslandsdokus ergänzt werden soll. Eine diesbezügliche Verschlechterung im linearen Programm gerate dabei jedoch in den Hintergrund, so “taz”-Autor René Martens: “Die 30-minütige ‘Weltspiegel-Reportage’, die bisher am Samstagnachmittag lief, wird es nur noch bis zum Frühjahr geben.”

2. “Keine Minute, in der du nicht auf einem Bildschirm bist”
(heise.de, Nils Zurawski)
Christoph Giesen, Journalist und China-Korrespondent der “Süddeutschen Zeitung”, ist für seinen Text über die Überwachung in China ausgezeichnet worden. Im Interview spricht Giesen über die Hintergründe des Artikels und über seine Arbeit als ausländischer Journalist in Peking. Die ausführliche Version des Gesprächs gibt es im Podcast “Berichte aus Panoptopia”.

3. Die bequeme behauptete Unbequemlichkeit des “Spiegel”
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
In seiner aktuellen Ausgabe feiert der “Spiegel” 75 Jahre “Spiegel”. Die Redaktion hat dafür groß “UNBEQUEM SEIT 1947” aufs Titelblatt gedruckt. Stefan Niggemeier fragt: “Was bedeutet es heute für ein Magazin, ‘unbequem’ zu sein. Und, vor allem: ‘unbequem’ für wen? Und natürlich: Ist der ‘Spiegel’ es überhaupt noch?”

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4. Müssen wir uns gegen das Gendern boostern lassen?
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
In letzter Zeit haben einige Promis wie Elke Heidenreich, Dieter Hallervorden und zuletzt Jürgen von der Lippe gegen das Gendern gewettert. “Tagesspiegel”-Redakteur Joachim Huber kommentiert: “Wer das Gendern absolut setzt, der agiert in die umgedrehte Richtung, aber er agiert nicht anders, sondern vergleichbar verkehrt. Sprache gehört jedem und keinem. Das macht sie fluid, beweglich, sie ist Phänomen und Ausdruck der Zeit. Wenn Sprache stehenbleibt, ob im Gendern oder Nicht-Gendern, soll die Zeit gefrieren.”

5. Ich hatte gestern Abend …
(twitter.com, Jan Fleischhauer)
Der “Focus”-Kolumnist Jan Fleischhauer bittet bei der Autorin Jasmina Kuhnke für seine sie betreffenden Worte um Entschuldigung und gelobt Besserung. Das ist, aus Sicht des “6-vor-9”-Kurators und ganz unironisch gemeint, aller Ehren wert. Jetzt wäre nur noch ein Nachtrag unter seiner (bislang unveränderten) Kolumne wünschenswert.
Ergänzung vom 12.01.2022: Mittlerweile ist ein Nachtrag erfolgt.

6. Die Zehn-Minuten-Regel
(texthacks.substack.com, Anne-Kathrin Gerstlauer)
Mit dem Ausblick “Nie mehr mittelmäßige Texte ins Internet schreiben” bewirbt Anne-Kathrin Gerstlauer ihren neuen Newsletter zu “TextHacks”. In der aktuellen Folge verrät sie, warum es sich lohnt, viel Zeit für Überschrift und Teaser zu verwenden, warum viele Adjektive unnötig, und Zitate als Stilmittel überschätzt sind.

Medienpolitische Ampel-Pläne, Phantom Kultur, Antisemitismus

1. Das sind die medienpolitischen Pläne der Ampel
(deutschlandfunk.de, Christop Sterz, Audio: 4:55 Minuten)
Was bedeutet der Koalitionsvertrag für die Medien? Medienpolitik sei in Deutschland zwar Ländersache, dennoch enthalte der Vertrag von SPD, Grünen und FDP medienrelevante Inhalte wie den Auskunftsanspruch der Presse gegenüber Bundesbehörden und Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus.
Dem Deutschen Journalisten-Verband fehlen klare Aussagen zur Zukunftssicherung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Einführung eines Verbandsklagerechts zur Durchsetzung von Urheberrechten. Und das Whistleblower-Netzwerk will erst noch abwarten, in welcher Form der Koalitionsvertrag umgesetzt wird.
Weiterer Lesehinweis: Bei “Übermedien” klärt Stefan Niggemeier das Gerücht, der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) habe angeblich “letzten Schliff” an den Koalitionsvertrag gelegt: Wie der DGB-Chef als “Autor” in den Koalitionsvertrag kam.

2. “Spiegel” muss Reichelt-Artikel vorerst offline nehmen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt ging erneut gegen einen ihn betreffenden “Spiegel”-Beitrag vor (“Vögeln, fördern, feuern”). Nach Informationen von “Medieninsider” (nur mit Abo lesbar) habe Reichelt einen Ordnungsmittelbeschluss bewirkt, der zur Löschung des Beitrags führte. Der “Spiegel” habe daraufhin eine Beschwerde vor dem Oberlandesgericht eingereicht.

3. Das Phantom von Weimar
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
Nach allerlei vielversprechenden Ankündigungen der ARD hat Claudia Tieschky von der neuen Kulturplattform des Rundfunkverbunds mehr erwartet als Angebote wie einen “Creators”-Wettbewerb oder ein Chorfest, zumal die Plattform bei den Beitragsverhandlungen als Argument angeführt worden sei: “Es werde sie nur geben, wenn die Öffentlich-Rechtlichen mehr Geld bekommen, hieß es. Nach der Blockade durch Sachsen-Anhalt habe man die Planungen dann erst mal auf Eis gelegt, erklärte MDR-Chefin Karola Wille bei der Pressekonferenz. Mag ja sein – doch die Beitragserhöhung wurde bereits im Juli vom Bundesverfassungsgericht in Kraft gesetzt. Eine Erklärung für die dürftige Vorstellung ist der zwischenzeitliche Beitragsstopp jedenfalls nicht.”

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4. TikTok, Instagram und Co. – Wie junge Menschen mit codiertem Antisemitismus in Kontakt kommen
(belltower.news, de:hate)
Der neue “dehate”-Report der Amadeu Antonio Stiftung beschäftigt sich mit dem Thema Antisemitismus in der Popkultur (PDF). Dabei geht es um die Frage, wie und warum sich Antisemitismus auf Sozialen Medien wie Instagram und TikTok, die an sich für Popkultur und Unterhaltung stehen, verbreitet: “Der de:hate report #3 zeigt, dass in der digitalen Popkultur Antisemitismus in Sozialen Netzwerken präsent ist und oft codiert wird, um nicht als offen antisemitisch aufzufallen oder gar gelöscht zu werden. Dadurch können vor allem junge Nutzer:innen erreicht werden, die bisher mit Themen wie dem Nahost-Konflikt keine Berührungspunkte hatten. Der Report zeigt nicht nur, wie diese Codierungen erkannt werden können, sondern er bietet auch Handlungsempfehlungen im Umgang damit.”

5. Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 203, 25.11.2021
(netzwerkrecherche.org, Frederik Richter & Albrecht Ude)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für Journalistinnen und Journalisten aus dem Investigativbereich: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die neueste Ausgabe liefert einen aktuellen Überblick über Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Im Pressespiegel gibt es zudem wertvolle Lesetipps zu ausgesuchten Themen.

6. Für mehr Selbstwertgefühl: London verbietet Werbung für Schönheits-OPs in Jugendmedien
(rnd.de)
Großbritannien will Werbung für Schönheits-OPs in Zeitschriften und TV-Programmen verbieten lassen, die sich an Unter-18-Jährige richten oder von dieser Altersgruppe verstärkt konsumiert werden. Darunter fallen Anzeigen für Brustvergrößerungen oder -verkleinerungen, Bauch- und Augenlidstraffung oder Nasenkorrekturen, aber auch Behandlungen zur Hautverjüngung, Laser- oder Lichtbehandlungen sowie Produkte zur Zahnaufhellung.

Politische Werbung, Rechte Bilderwelten, Der Hund ist eine Ente

1. Politische Werbung soll transparenter werden
(netzpolitik.org, Alexander Fanta)
Die EU-Kommission möchte das Thema politische Werbung europaweit einheitlich regeln und schlägt Transparenzvorgaben für alle Institutionen und Werbetreibenden vor, ob Werbeagenturen, Parteien, Soziale Netzwerke, Online-Nachrichtenseiten oder Zeitungen. Man wolle damit eine offene und faire politische Debatte stärken und Desinformation sowie illegale Wahlbeeinflussung bekämpfen. netzpolitik.org-Autor Alexander Fanta rechnet wegen des heiklen Themas mit einem eher langwierigen EU-Gesetzgebungsprozess.

2. Verlegerverband akzeptiert Mathias Döpfners Distanzierung
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Kann jemand privat alle Journalistinnen und Journalisten des Landes (bis auf Ex-“Bild”-Chef Julian Reichelt) als “Propaganda Assistenten” eines “neuen DDR-Obrigkeitsstaats” herabsetzen und gleichzeitig Präsident des Zeitungsverlegerverbands BDZV sein? Ja, das funktioniert sogar ausgezeichnet, wie der Fall Döpfner beweist.

3. “Das ist schockierend und völlig inakzeptabel”
(faz.net)
Zwei Journalisten des norwegischen Staatsfernsehens NRK haben im Vorfeld der anstehenden Fußball-WM im arabischen Emirat Katar recherchiert. Als sie ausreisen wollten, sind sie am Flughafen von Sicherheitskräften über 30 Stunden lang festgehalten worden. Dabei ging es auch um die Filmaufnahmen, die sie in einem Arbeitsmigrantenlager aufgenommen hatten. Sowohl die norwegische Journalistengewerkschaft als auch der norwegische Fußballverband haben die Verhaftung der Journalisten kritisiert.

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4. Der Kampf der Bilder
(sueddeutsche.de, Sabina Zollner)
Unter dem Hashtag “fashwave” verbreiten rechtsextreme Nutzerinnen und Nutzer ihre Inhalte beispielsweise bei Instagram. Das Besondere daran sei die poppige Aufmachung und die Retro-Optik, die einer neuen Ästhetik folgt. Sabina Zollner erklärt, wie der Onlinetrend funktioniert, und hat sich mit Experten und Expertinnen über die neue bunte Rechtspropaganda unterhalten.

5. Das Netflix-Geheimnis: Warum Streaming­dienste ihre Aufrufzahlen unter Verschluss halten
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Die großen Streamingdienste halten ihre Abrufzahlen in der Regel sorgfältig unter Verschluss, nur Netflix ist neulich leicht von dieser Praxis abgewichen. Matthias Schwarzer erklärt, was hinter der Geheimniskrämerei der Plattformen steckt, durch die häufig noch nicht mal die Film-Produzen­tinnen und -Produzenten die Zahlen ihrer eigenen Werke kennen sollen.

6. Schäferhund ist reichste Ente der Welt
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
Seit mittlerweile Jahrzehnten kursiert in vielen Medien die Geschichte von Schäferhund Gunther, der dank einer Millionenerbschaft in Saus und Braus lebe. Frederik von Castell hat die Fährte von Gunther aufgenommen und festgestellt: Der Hund ist eine Ente.

Polarisierung, Buchstabierversuche, Falsche Photoshop-Schlangen

1. Inwiefern sind Facebook, Twitter & Co. Plattformen für extreme und hasserfüllte Ansichten?
(de.ejo-online.eu, Joachim Trebbe)
Sind Soziale Medien wie Facebook und Twitter Plattformen für extreme und hasserfüllte Ansichten? Dieser Frage ist die Wissenschaftlerin Maria Nordbrandt nachgegangen und hat dazu repräsentative Befragungsdaten aus den Niederlanden untersucht. Der Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler Joachim Trebbe fasst zusammen: “Für die kausale Hypothese, dass die sozialen Medien zur Polarisierung beitragen, fanden sich in ihren Daten überhaupt gar keine Hinweise. Nach Nordbrandt sind Soziale Medien keine Treiber der individuellen Polarisierung.”

2. Petra Gerster übers Gendern: “Mit so viel Wut hatte ich nicht gerechnet”
(rnd.de)
In einem Interview berichtet die frühere ZDF-Moderatorin Petra Gerster über die teilweise heftigen Reaktionen auf ihr Gendern in der ZDF-Nachrichtensendung “heute”: “Mit so viel Wut und Empörung hatte ich nicht gerechnet. Aber die Reaktionen haben mir auch gezeigt, dass es offenbar um mehr geht als mein moderates, sehr gelegentliches Gendern. Da wird tatsächlich ein Kampf geführt gegen die Zumutungen der modernen Welt”.

3. Meghan und Harry: Die falschen Photoshop-Schlangen greifen an!
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Bei “Übermedien” lädt Mats Schönauer mal wieder zum beliebten Schlagzeilenbasteln: “Wir geben Ihnen eine Nachricht über Meghan und Harry, und Sie versuchen zu erraten, was die Experten daraus gemacht haben. Bereit? Dann los!” Das unterhaltsame Spiel hat einen ernsten Hintergrund: Niemand werde von deutschen Promimedien so leidenschaftlich verachtet wie Herzogin Meghan.

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4. Kurz vergnügt – jetzt auch auf Youtube
(sueddeutsche.de, Clara Meyer)
Mit der Funktion “Youtube Shorts” versucht sich die Videoplattform an einem Format, das an die App Tiktok und die Instagram-Funktion “Reels” erinnert. Clara Meyer erklärt, was es damit auf sich hat, wie sich Youtube im Kampf mit den Mitbewerbern schlägt, und womit das Netzwerk seine Creator lockt.

5. Media Lab Bayern prämiert Newsroom-Ideen
(meedia.de)
In einer “Open Innovation Challenge” prämiert das Media Lab Bayern Erfinderinnen und Erfinder, die sich mit den Problemen von Personalisierung in Newsrooms befassen. Die Innovationen sollen möglichst vielen zugute kommen: “Wir wollen eure Lösung Medienhäusern unkompliziert zur Verfügung stellen. Maximal können zehn Medienhäuser eure Lösung nutzen. Die Nutzungsdauer beträgt ein Jahr ab Januar 2022. Reine Konzepte wollen wir Medienhäusern unbegrenzt anbieten.”

6. Das Internet zeigt, wie schwer sich Namen manchmal schreiben lassen
(derstandard.at, Euke Frank & Moritz Übermuth)
In einem aktuellen Twitter-Trend teilen Menschen skurrile Erlebnisse mit ihren Vor- und Nachnamen. Der “Standard” hat ein paar der besonders schrägen (und schönen) Buchstabierversuche zusammengestellt.

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