Suchergebnisse für ‘fußball’

Die Zeit, Tagesthemen, BVB-Netradio

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Würstchenjournalismus”
(beratersprech.de)
Tom Hillenbrand von Beratersprech.de findet in der “Zeit” eigene Sprüche, aber keine Quellenangabe.

2. “Wulff: Diskussion um ‘Medienhetze'”
(ndr.de, Video, 4:54 Minuten)
Michael Fröhlingsdorf vom “Spiegel” und Hans Leyendecker von der “Süddeutschen Zeitung” nehmen Stellung zur Frage, ob die Medien mit Vorwürfen gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff nicht etwas übertrieben haben.

3. “Wenn Journalisten bei Kollegen klauen”
(berliner-zeitung.de, Thomas Schuler)
“Auf Bitten der ARD” stehen Journalist Peter Köpf und sein Verlag den ARD-Tagesthemen “über mehrere Stunden mit Rat und Hilfe beiseite”. “Doch als der Beitrag am 2. April im Fernsehen lief, war Köpf tief enttäuscht. Weder Tom Buhrow noch der MDR-Fernsehjournalist Matthias Koch erwähnten Köpf und seine Recherchen als Quelle ihres Beitrags. Die ARD präsentierte das Thema, als sei die Recherche allein ihr Verdienst.”

4. “Warten auf den Dritten Weltkrieg”
(zeit.de, Eric T. Hansen)
Eric T. Hansen analysiert die Erklärung von Nordkorea, man befinde sich im Kriegszustand. “In den amerikanischen und britischen Medien dagegen musste man teilweise suchen, bis man die Schreckensnachrichten aus Nordkorea fand. Fast so, als ginge es nicht um den nahenden Dritten Weltkrieg, sondern um diplomatischen Alltag.”

5. “‘Leck mich anne Büchs'”
(taz.de, Michael Brake)
Fußball: die letzten Minuten des Champions-League-Viertelfinalrückspiels zwischen Malaga und Dortmund im BVB-Netradio.

6. “Endlich: Das offizielle Vorabend-Fernseh-Trinkspiel”
(titanic-magazin.de)

ZDF, Roma, Unsere Väter, unsere Mütter

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Ist das ZDF von gestern?”
(blog.zdf.de, Video, 61:28 Minuten)
ZDF-Intendant Thomas Bellut stellt sich der Kritik am ZDF. Mit in der Diskussionsrunde: Tim Renner, Helmut Thoma und Stefan Niggemeier (hier komprimiert auf 3:10 Minuten). Siehe dazu auch “50 Jahre ZDF: Specken Sie mal bitte ab!” (spiegel.de, Daniel Bouhs).

2. “Schwierige Berichterstattung über Roma”
(ndr.de, Video, 7:36 Minuten)
Zapp prüft die Zahl der 147.000 Menschen, die aus Rumänien und Bulgarien 2011 in Deutschland eingewandert sind – dabei sind jene nicht abgezogen, die wieder in ihre Heimat zurückgegangen sind. Gekommen sind zudem nicht nur Armutszuwanderer, sondern zum Beispiel Ärzte. Siehe dazu auch “Das umkämpfte Haus” (zeit.de), ein Besuch von Dagmar Rosenfeld und Özlem Topcu in Duisburg.

3. “Fußball-Internet-Radio: Die DFL zieht bei 90elf den Stecker”
(stehplatzhelden.de, Jan Bechler)
90elf verliert die Internet-Audioübertragungsrechte der Fußball-Bundesliga an Sport1. “90elf hat hier einen neuen Markt geschaffen, den es vorher nicht gab. Einen Markt, den die DFL bis dato selber nicht einmal kannte. Als 90elf die Rechte für die Liveberichterstattung erstmalig erworben hat, wusste die DFL nicht einmal, dass es diese gibt und dafür eine Nachfrage existiert.”

4. “Political Correctness: Die Kultivierung des Misstrauens”
(novo-argumente.com, Matthias Heitmann)
Matthias Heitmann denkt nach über Politische Korrektheit: “Die sich ausbreitende neue Kultur der politischen Korrektheit basiert keinesfalls auf einer freieren gesellschaftlichen Moral. Sie bedient sich teilweise sogar noch autoritärer und tyrannischerer Methoden als die vorangegangene, da sie die robuste Autonomie und die aktive Handlungsfreiheit des Menschen nicht einmal mehr theoretisch für grundlegend erachtet. Stattdessen trachtet sie danach, den Menschen möglichst umfassend vor eigenem oder fremden Fehlverhalten zu schützen – also auch vor sich selbst und auf Kosten seiner Freiheit.”

5. “Wir armen Täter”
(ksta.de, Tobias Kaufmann)
“Wir Täter hatten’s auch nicht leicht”, sei der moralische Unterton des ZDF-Dreiteilers “Unsere Väter, unsere Mütter”: “Ausgerechnet eine Gesellschaft, in der im Eifer des Gefechts schon mal jeder amerikanische Investor als Heuschrecke und jeder Waffenbesitzer als potenzieller Amokläufer diffamiert wird, ist nun zur besten Sendezeit mit sich selbst gnädig.”

6. “78. unseremütterunsereväter.”
(vague.antville.org, Peter Praschl)

Woher kommt der Hass?

Timo Hildebrand, der Torwart des FC Schalke 04, ist auf Facebook beleidigt worden. Ein Nutzer hatte unter anderem geschrieben, Hildebrand solle sich erschießen. Nachdem der Fußballer auf den Eintrag hingewiesen hatte, berichtete auch “Bild” in der gestrigen Ausgabe über die “fiese und feige” Attacke gegen den Torwart:

Hildebrand - Die Grenze ist überschritten. [Nächster Artikel:] Internet, Hausbesuche, Telefon! Immer mehr Spieler bedroht

Das Blatt stellt fest, dass es “immer mehr Spieler” gibt, die von den eigenen Fans bedroht werden:

Die Fan-Wut eskaliert. Im Visier immer häufiger die Spieler der eigenen Vereine. Timo Hildebrand ist nicht der erste Profi, der bei facebook attackiert wurde. (…)

Woher kommt der Hass gegen eigene Spieler?

Ja – woher nur?

Bild.de, 28.02.2012:

(…) Ob‘s die Hertha-Luschen jetzt kapiert haben?

04.03.2012:

So verspielen die Schalke-Schlaffis ALLES!
Nach dem leidenschaftslosen 1:2 in Freiburg fällt Schalke in Schock-Starre. Nur ein Sieg aus den letzten fünf Liga-Spielen, drei Auswärtspleiten in Folge.

(…) So verspielen Schalkes Schlaffis ALLES! (…) Königsblau in der Krise. Auch, weil bei den meisten die Einstellung nicht stimmt. (…) So verspielen Schalkes Schlaffis ALLES – und Heldt ist nur noch ein Ratlos-Manager! (…) Schon Donnerstag in der Europa League in Enschede MUSS Schalke wieder auf viele der Schlaffis setzen.

07.03.2012:

(…) Denn schon jetzt ist die sportliche Entwicklung [des 1. FC Köln] desaströs, ein Aufwärtstrend nicht erkennbar. Der Kader ist schwach – auch charakterlich. Die Spiele sind schlecht. Und zu viele Spieler haben die Bezeichnung PROFI nicht verdient.

17.03.2012:

(…) Die Leistung der Hamburger desaströs (sechsmal Note 6). In dieser Verfassung ist der HSV (Platz 14) der gegenwärtig größte Trümmerhaufen der Liga.

20.03.2012:

(…) Fazit: Die Hertha-Schlaffis sind ein kopfloser Haufen.

13.08.2012:

(…) Das bekamen seine Frankfurt-Versager gestern deutlich zu spüren.

13.08.2012:

Luhukay stampft seine Stars in die Mülltonne

(…) Nach nur zwei Spielen geht Hertha-Trainer Jos Luhukay auf seine Versager los.

14.08.2012:

Das tut den Fans schon beim Hinschauen weh! Und hoffentlich auch Herthas Schlaffi-Profis! (…) Hey, Hertha-Schlaffis. Relegation – kennt ihr ja schon!

(…) Gott sei Dank ist mit Alarm-Macher Luhukay ein Typ da, der es nicht so weit kommen lassen wird, dass sich Hertha nächstes Jahr mit Unterhaching, Osnabrück oder Bielefeld duellieren muss.

Aber ob er diese Schlaffi-Profis zum Aufstieg treiben kann, daran sind gerade erste Zweifel angebracht – unabhängig vom derzeitigen (Relegations-)Tabellenplatz…

15.08.2012:

Luhukay: Jetzt schleift er die Schlaffis

20.08.2012:

POKAL-AUS NACH 1:2! ABSTURZ GEHT WEITER - Wollt ihr uns verar...?Diese Mannschaft ist nur noch peinlich…

Hertha blamiert sich mal wieder im DFB-Pokal, fliegt 1:2 bei Viertligist Worms in der 1. Runde raus. Fehlstart in der Liga, Pokal-Aus beim Amateur-Klub – WOLLT IHR UNS EIGENTLICH VERARSCHEN?

(…) Die Fans haben jedenfalls die Schnauze voll, skandierten in Richtung der Spieler: “Ihr seid so lächerlich!” Typisch, dass die Versager nach Abpfiff wortlos in den Bus schlichen. (…) Zwei Tage Geheimtraining, mehrmalige Gegner-Beobachtung – wofür eigentlich? Hertha nur noch peinlich!

25.08.2012:

(…) Nach der 0:4-Schande von Berlin geht‘s für seine Pokal-Versager [TSG Hoffenheim] aber gleich um viel mehr als nur Wiedergutmachung:Gladbach wird zum Charakter-Test!

28.08.2012:

HERTHA BSC - Endlich! Luhukay räumt den Sauhaufen auf
Satte Möchtegern-Stars, lasche Einstellung, null Leidenschaft.

Diese katastrophale Mischung hat Trainer Jos Luhukay (49) seit Dienstantritt im Juni als “Hertha-Krankheit” und Grund für den sportlichen Niedergang diagnostiziert. Und er kämpft mit allen Mitteln dagegen an.

ENDLICH! Nur 15 Tage nach seiner Frankfurt-Wutrede geht der Holländer erneut gegen seine Schlaffis vor, räumt vorm Derby am Montag bei Union den Sauhaufen auf.

(…) Luhukay hat nach seiner ersten Wutrede noch lange nicht fertig. Als das Trainingsspiel beginnt, knöpft er sich Spieler um Spieler vor. Lesen Sie das Protokoll seines Rundumschlags!

30.08.2012:

Allofs warnt vor den HSV-Schlaffis

05.09.2012:

Hier quält Babbel seine Versager

15.09.2012:

Magath begnadigt zwei Versager
Spiele wie diese nennen Trainer “Abnutzungskampf”. BILD nennt sie Schlafpille! Augsburgs 0:0 gegen Wolfsburg war der bisher größte Langweiler der Saison. (…) Unterhaltsam war höchstens, wie VfL-Torwart Benaglio nach einem Rückpass seinen eigenen Abwehrchef Pogatetz aus zwei Metern kernig umschoss (4.).

17.09.2012:

WAS IST BLOSS MIT DEM HOFFENHEIM-TORWART LOS? - SCHIESSBUDE WIESE

22.09.2012:

Heldt sauer auf die Schalke-SchlaffisErst Pfiffe, dann eisiges Schweigen ihrer Fans. Höchststrafe für die Schalker Versager!

23.09.2012:

FC Hasenfuß 04 -- Kein Mut - Keine Chance - Keine Leidenschaft
Aufgabe wegen Unterlegenheit! (…) Schalkes Schlaffis ergaben sich den Bayern bereits nach 58 Minuten und beerdigten ihre heimlichen Titel-Träume. (…) FC Hasenfuß 04! (…) FC Hasenfuß 04! (…) Schalkes Profis wollten beweisen, dass sie endlich etwas näher an die Bayern herangerückt sind. Stattdessen stolperten sie (bis auf eine starke Viertelstunde vor der Halbzeit) wie Amateure durch die Arena. (…) FC Hasenfuß 04!

01.10.2012:

GLADBACH-TRAINER FAVRE - Abrechnung mit seinen Versagern
Der Gladbach-Absturz! (…) BUHRUSSIA! (…) Borussia-Trainer Lucien Favre (54) nagelt gegen die Gladbach-Versager gnadenlos. (…) BUHRUSSIA!

01.11.2012:

(…) Zu viel Larifari, da lässt Luhukay seine Luschen laufen!

01.11.2012:

Neuhaus droht Pokal-Schlaffis mit harter Welle

24.11.2012:

(…) Note 6 für elf 96-Profis.

09.12.2012:

Werders Tor-Trottel

13.12.2012:

AM RASEN KANN'S NICHT LIEGEN... - Stevens' Schlaffis haben keine Ausreden mehr

15.12.2012:

(…) Zehnmal BamS-Note 5 oder 6 für die HSV-Versager!

02.01.2013:

(…), als die Hinrunden-Versager [TSG Hoffenheim] nach exakt zwei Stunden müde und kaputt in die Katakomben schlichen.

04.02.2013:

LAUFFAUL, ABWEHRSCHWACH, KEINE PUSTE - Heldt droht Schalke-Versagern

11.02.2013:

(…) Die grausamen Szenen aus Sandhausen kriegen Paulis Versager morgen noch mal zu sehen. Video-Analyse!

12.02.2013:

Rüttelt er damit die Schalke-Versager wach?

15.02.2013:

(…) Der Trainer verspricht einen mutigen und offensiven Auftritt seiner Auswärts-Schlaffis [Hannover 96].

17.02.2013:

Neue Pleite für Hoffnungslosheim

18.02.2013:

(…) Dann hat Müller noch einen Tipp für seine Versager [TSG Hoffenheim].

21.02.2013:

(…) Es ist das bisher wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte!

Die Loser aus Hoffenheim, die trotz Verstärkungen für zehn Millionen Euro in der Winterpause weiter abstürzten, beim letztjährigen Aufsteiger.

24.02.2013:

Die Hoffenheimer Versager führten Zweikämpfe zerbrechlich wie Ballett-Tänzer.

24.02.2013, (BILDblog berichtete):

MÜLLHALDE HOFFENHEIM - 300 Mio Euro in die Tonne getreten
Hoffenheim nur noch mega-peinlich…

1899 Hoffenheim taumelt nach der peinlichen 1:2-Pleite in Augsburg wehrlos Richtung Zweiter Liga. Zehn Niederlagen aus den letzten zwölf Spielen – Absturz auf Abstiegsplatz 17.

Auch die neuen 1899-Trikots in grellem Müllmann-Orange brachten nicht die erhoffte Wende.

MÜLLHALDE HOFFENHEIM!

So tritt die seelenlose Söldnertruppe die 350 Millionen Euro, die Mäzen Dietmar Hopp in den letzten 20 Jahren in den Klub investiert hat, in die Tonne!

25.02.2013:

(…) Ein Spiel Bewährung für die Hannover-Versager.

10.03.2013:

10 MAL NOTE 6 - Die FÜRTHerlichen - Bundesliga sagt DANKE für Nichts!

16.03.2013:

Jetzt muss Schluss sein mit den roten Auswärts-Schlaffis [Hannover 96]!

16.03.2013:

(…) Trainer Markus Weinzierl (38) erwartet jedoch eine Trotzreaktion seiner Derby-Versager [FC Augsburg].

16.03.2013:

Jones staucht Schalke-Schlaffis zusammen
(…) Schalkes Offensive versagte krass. Obasi – Note 6! Raffael – Note 6! Bastos und Pukki – Note 5!

Am selben Tag, die “Schalke-Schlaffis” kamen gerade vom “kläglichen” 0:3 in Nürnberg zurück, erhielt Timo Hildebrand die beleidigende Nachricht auf  Facebook. Drei Tage später fragte “Bild”:

Woher kommt der Hass gegen eigene Spieler?

Maischberger, Jorge Mario Bergoglio, Tosca

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “WDR zahlte Honorar nach Quote”
(ksta.de, Anne Burgmer)
Bis vor Kurzem war das Honorar von Sandra Maischberger für die ARD-Talkshow “Menschen bei Maischberger” abhängig von der Einschaltquote.

2. “85-Euro-Journalismus – eine Wutrede”
(webvideoblog.de, Martin Heller)
Eine Stellenanzeige bietet 85 Euro für “Drehen, Schneiden, Vertonen, Upload, sogar mit eigenem Technik-Equipment”. Siehe dazu auch “Liebe DNN” (facebook.com, Frank Dehlis).

3. “Die irren Scheichs eben”
(taz.de, Andreas Rüttenauer)
Fußball: Wird die “Dream Football League” die neue Konkurrenz der “Champions League”? Wohl eher nicht. Siehe dazu auch “Qatar Football Association denies plans for ‘Dream Football League'” (bbc.co.uk, englisch).

4. “Im Landtag unerwünscht”
(kontextwochenzeitung.de, Hermann G. Abmayr)
Ein Interview mit Anton Hunger, Autor des Buchs “Blattkritik: Vom Glanz und Elend der Journaille”: “Man korrumpiert – und ich setze das Wort hier in Anführungszeichen – man ‘korrumpiert’ einen Journalisten am leichtesten mit einer Geschichte. Das kann auch eine Geschichte über einen Wettbewerber sein.”

5. “John Allen Jr.: The Man Who Picked the Pope”
(world.time.com, David Von Drehle, englisch)
John Allen Jr. vom “New Catholic Reporter” schrieb am 3. März ein ausführliches Porträt von Jorge Mario Bergoglio, auf das alle stießen, die nach dessen Wahl zum Papst die Suchmaschinen bedienten. “The fact that Allen, virtually alone, gave props in advance to the eventual pope was a vindication of his own hard-won expertise in covering one of the world’s most opaque bureaucracies.”

6. “‘Tosca’ ist mein Pony”
(ankegroener.de)
Anke Gröner singt die Arie “Vissi d’arte” aus der Puccini-Oper “Tosca” (hier interpretiert von Maria Callas).

Neonazis, Marktredwitz, Bob Woodward

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Boulevardjournalismus – oder: Wie hässliche Fratzen erträgst Du im Spiegel?”
(eigenwach.wordpress.com)
Eigenwach besucht am MAZ in Luzern den Kurs “Boulevardjournalismus wääh? – Boulevardjournalismus yeah!”: “Was ich an den drei Kurstagen erfahren habe, bestätigte nicht nur meine Vorurteile – es öffneten sich vielmehr Abgründe, die ich in diesem Ausmasse selbst in Momenten grösster Abneigung nicht erwartet hätte.”

2. “Journalisten im Visier von Neonazis”
(youtube.com, Video, 7:17 Minuten)
Was Journalisten und Fotografen, die über Neonazis berichten, erleiden müssen: “Im Visier der Nazis sind vor allem Fachjournalisten, die sich auf die rechte Szene spezialisiert haben.”

3. “Lautstark gegen Temelin”
(frankenpost.de, Matthias Bäumler)
Die Frankenschau (br.de, Video, 7:58 Minuten) und die Abendschau (br.de, Video, 2:15 Minuten) des Bayerischen Fernsehens berichten live von einer Anti-Atomkraft-Demo mit “gut 100 Umweltaktivisten” in Marktredwitz. “Sie setzten fernsehgerecht einen Demonstrationszug in Szene. Für die Kundgebungsteilnehmer, die auf Kommando des BR trommelten, pfiffen und Sprüche skandierten, war es kein Problem, für etwas mehr als eine Stunde fremdbestimmt zu werden. ‘Nein, so haben wir zumindest die Gewissheit, dass viele Menschen unsere Botschaft hören’, sagte einer der Teilnehmer.”

4. “‘Sheikhs shake world game’: Katar traut man auch eine Dream Football League zu – nur stimmt die Geschichte überhaupt?”
(jensweinreich.de)
Fußball: Jens Weinreich versucht, herauszufinden, was dran ist an der Geschichte, dass die Königsfamilie von Katar eine Alternative zur “Champions League” plant.

5. “The troubling things I learned when I re-reported Bob Woodward’s book on John Belushi”
(slate.com, Tanner Colby, englisch)
Tanner Colby liest das 1984 erschienene Buch “Wired” von Journalist Bob Woodward über Schauspieler John Belushi.

6. “So… Why does the Daily Express hate the EU?”
(newstatesman.com, Scott Bryan, englisch)
Eine Liste der Gründe, warum der “Daily Express” die Europäische Union nicht mag – entnommen aus Schlagzeilen der Titelseite aus den letzten zwei Jahren.

Serien, Journalistinnen, Neues Deutschland

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1. “45 Jahre DDR-Zeitungen online durchstöbern”
(staatsbibliothek-berlin.de)
Unter der nicht ganz so handlichen Adresse zefys.staatsbibliothek-berlin.de/ddr-presse finden sich nun auch “alle Ausgaben der Jahre 1946-1990” von der DDR-Zeitung “Neues Deutschland”: “So kann man rasch ergründen, ob es auch im DDR-Sprachgebrauch ‘Volksschädlinge’ gab, welche Codes sich hinter ‘lang anhaltender stürmischer Beifall’ und ‘lebhafter Meinungsaustausch’ verbargen, wie Versorgungsmängel sprachlich in ein positives Licht gerückt wurden oder wer als treibende Kräfte bei Sabotageakten beschuldigt wurde.”

2. “Neue Deutsche Serien im Internet”
(couchmonster.de, Denis Krah)
Es sei ein Fehler, anzunehmen, “dass es in Deutschland keine guten Autoren und Produktionsfirmen mit Ideen gibt”, schreibt Denis Krah. Er schlägt die Gründung einer unabhängigen Produktionsfirma vor, “die ihre Inhalte selbst im Netz via Stream und/oder Download verkauft und vermarktet.” Siehe dazu auch “Warum das Fernsehen keine Zukunft hat” (blog.barnabas-crocker.de).

3. “‘hart aber fair’-Redaktion: Zitat ‘in keiner Weise […] entstellt'”
(stigma-videospiele.de, Rey Alp)
Die Redaktion von “hart aber fair” nimmt Stellung zur Kritik an der Verwendung eines Zitats von Prinz Harry von Wales.

4. “Als Knut Reinhardt und Alois Reinhardt plötzlich Brüder waren”
(11freunde.de, Knut Reinhardt und Stephan Reich)
Wie eine Dortmunder Lokalzeitung 1992 zwei Fußballspieler zu Brüdern machte: “Im Artikel kam sogar eine Frau zu Wort, unsere angebliche Mutter, die sich in mehreren Zitaten über mich und Alois geäußert hatte – eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte.”

5. “5 Easy Ways to Spot a B.S. News Story on the Internet”
(cracked.com, David Wong, englisch)
Wie man eine Story, die man weder lesen noch teilen sollte, erkennt.

6. “Said to Lady Journos”
(saidtoladyjournos.tumblr.com, englisch)
Was Menschen zu Journalistinnen sagen. Eine Sammlung von Zitaten.

Bild  etc.

Beim Abschreiben erwischt

Die neue niedersächsische Landesregierung möchte das sogenannte Sitzenbleiben, also die Wiederholung eines Schuljahrs wegen schlechter Leistungen, abschaffen. So stand es vor einer Woche in “Bild”.

Dekoriert war die Meldung mit einer Galerie berühmter Sitzenbleiber. Auf der Liste befanden sich unter anderem der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann, der frühere Reichskanzler Otto von Bismarck, der Ex-Fußballprofi Mehmet Scholl und Johannes B. Kerner — also Menschen, die sonst nicht allzu viel gemein haben.

Diese und ähnliche Listen, die sitzengebliebenen Kindern womöglich als Trost dienen sollen, finden sich immer wieder in den Medien, wenn es um schlechte Schulleistungen geht.

Auch diese beiden sind häufig dabei — auch bei “Bild”:

Klaus Wowereit, Guido Westerwelle

Allein: Weder Klaus Wowereit noch Guido Westerwelle haben je eine “Ehrenrunde” gedreht.

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin erklärte uns auf Anfrage, dass der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit mit 6 Jahren und 9 Monaten eingeschult worden sei und seine Schullaufbahn nach den regulären 13 Jahren mit dem Abitur abgeschlossen habe. Auch Guido Westerwelle, der sein Abitur mit nicht einmal 19 Jahren abgelegt hat, ist ganz normal 13 Jahre zur Schule gegangen, wie uns aus seinem Umfeld bestätigt wurde.

Aber woher stammen dann die Geschichten von den beiden vermeintlichen prominenten Sitzenbleibern? Die Suche nach dem Ursprung dieser Gerüchte gleicht einem Ausflug ins Spiegellabyrinth: Irgendjemand muss mal eine Liste veröffentlicht haben, von der seitdem alle anderen abschreiben. Bei t-online.de, das in der Wikipedia teilweise als Quelle fürs Sitzenbleiben angegeben ist, wird eine 2008 veröffentlichte Bildergalerie offenbar ständig überarbeitet (der im Oktober 2012 verstorbene Dirk Bach wird dort als “der erst kürzlich verstorbene Dirk Bach” anmoderiert).

Die Namen Wowereit und Westerwelle finden sich etwa beim “Westen” (Juli 2011), in aktuellen Texten bei den “Lübecker Nachrichten” und auf n-tv.de.

Westerwelle gilt bei der “Berliner Zeitung” und wdr2.de als Sitzenbleiber, Wowereit bei der “Welt” und gemeinsam schmücken sie eine Klickstrecke bei “Spiegel Online”.

Beim Presse- und Informationsamt des Landes Berlin konnte sich niemand so recht erklären, wie Klaus Wowereit auf diesen Listen gelandet sei. Man wolle jetzt aber gegen dieses Gerücht vorgehen. In der Online-Version des “Bild”-Artikels fehlt Wowereit inzwischen. Offenbar ein erster Erfolg auf einem langen Weg.

Mit großem Dank an Markus B.

Alle Müll

Manchmal sitzen auch wir vor den Arbeiten der “Bild”-Redaktion und wissen nicht, was wir sagen sollen. Wir könnten abermals den stellvertretenden “Bild”-Sportchef Walter M. Straten zitieren, der nach dem Suizid von Robert Enke gesagt hatte, seine Zeitung wolle künftig bei der Benotung von schlechten fußballerischen Leistungen sensibler vorgehen.

Aber womöglich spricht die Berichterstattung über die “Müllhalde Hoffenheim” (gemeint ist die Mannschaft der TSG Hoffenheim) auch für sich:

MÜLLHALDE HOFFENHEIM: 300 Mio Euro in die Tonne getreten. Die besten Bilder vom Bundesliga-Samstag: Hoffenheims Versager (in orangener Müllmann-Kluft)

Mit Dank an Gregor G.

dpa  

Zwischen Arm und Milz passt immer noch ein R

Arm und Milz werden selbst von schlechtesten Medizinstudenten nur selten verwechselt — das eine hängt beidseitig an den Schultern herunter, das andere liegt nur ein Pils von der Leber entfernt im Bauchraum. Insofern ist es auf den ersten Blick verwunderlich, wenn die Deutsche Presseagentur (dpa) eine solche Korrektur verschicken muss:

(Berichtigung: Milz statt Arm)
Spanischer Schiedsrichter verliert Milz nach Angriff eines Spielers

Valencia (dpa) – Ein brutaler Angriff auf einen 17 Jahre alten Fußball-Schiedsrichter hat in Spanien für große Empörung gesorgt. Der junge Referee ist bei einem Spiel von zwei Amateurteams in Burjassot bei Valencia so schwer verletzt worden, dass ihm die Milz entfernt werden musste. […]

Wobei die dpa selbst den Hinweis gibt, wie es dazu kommen konnte:

## Berichtigung
– Im Text wurde wegen eines Übersetzungsfehlers durchgehend berichtigt: Milz (statt Arm)

Und tatsächlich ist die Auflösung dann geradezu lächerlich naheliegend:

el brazo = der Arm
el bazo = die Milz

Diese Unterscheidung ist ganz hilfreich, wenn man im Urlaub zum Arzt muss. Oder wenn man das nächste Mal einen spanischsprachigen Artikel übersetzen muss.

Die meisten deutschsprachigen Online-Medien, die diesen Fehler übernommen hatten, haben inzwischen die korrekte Version online. Bei krone.at hat der junge Mann immer noch einen “Arm” verloren, beim “Südkurier” sicherheitshalber einfach beides:

Der junge Referee ist bei einem Spiel von zwei Amateurteams in Burjassot bei Valencia so schwer verletzt worden, dass ihm ein Arm amputiert werden musste. […]

Der Schiedsrichter verlor große Mengen an Blut und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Dort sahen die Ärzte keinen anderen Ausweg, als dem jungen Mann die Milz zu entfernen.

Mit Dank an Max S.

Nachtrag, 20. Februar: Der “Südkurier” hat alle Hinweise auf einen Arm aus dem Artikel entfernt. Womöglich schon, bevor unser Eintrag hier gestern online ging.

WAZ, Thomas Tuchel, Fritz Wolf

6 vor 9

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1. “Es gilt das gesprochene Wort – nur nicht bei WAZ, DerWesten & Co.?”
(pottblog.de, Jens)
Jens prüft, ob Peer Steinbrück in seiner Rede am Bundesparteitag der SPD von sich selbst als “wohlhabender Sozialdemokrat” gesprochen hat, wie man durch die Lektüre von Zeitungen den Eindruck haben muss.

2. “Franz Josef Wagners Weisheiten (13)”
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Franz Josef Wagner schreibt über Schnee: “Vor fast drei Jahren war lt. Wagner die Durchschnitts-Schneeflocke also 5mm groß und heute hat sich die Größe um das Fünfzigfache verringert.”

3. “Medienkritiker: Verlage machen öffentlich-rechtlichen Sendern das Leben schwer”
(dradio.de, Brigitte Baetz, Audio, 4:56 Minuten)
Fritz Wolf spricht im Deutschlandfunk zur “Bild”-Schlagzeile “Das alles von unseren Gebühren!”.

4. “Tuchel: ‘Respektlos gegenüber Stevens'”
(sky.de, Video, 1:46 Minuten)
Fußball: Mainz-05-Trainer Thomas Tuchel nimmt Stellung zur Frage, was an den Gerüchten über einen Wechsel zu Schalke 04 dran ist.

5. “Die Datenbank ist die neue Zeitung”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Die neue Zeitung im digitalen Zeitalter heiße “Datenbank” und das neue Geschäftsmodell heiße “Zugriff”, verkündet Christian Jakubetz: “Zugriff auf Datenbanken, bezahlt in Form einer Flatrate.”

6. “Ein Vorschlag zur Güte”
(schmalenstroer.net, Michael Schmalenstroer)
Michael Schmalenstroer wird ab sofort Werbung als Flattr-Button missbrauchen: “Gefällt mir ein Artikel, dann klicke ich auf die Werbung und werde deren Inhalte natürlich auch weiterhin ignorieren.”

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