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Google, Verily, William Randolph Hearst

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “FREELENS verklagt Google”
(freelens.com, Lutz Fischmann)
Der Fotojournalisten-Verband Freelens verklagt Google, weil “Aufnahmen bei Anklicken in bildschirmfüllender Größe gezeigt” werden, “ohne auf die Ursprungswebsite weiter zu leiten”. Siehe dazu auch “Dreist und dumm: die neue Bildersuche von Google” (stefan-niggemeier.de, 4. Februar).

2. “Die Wahrheit im Netz”
(heise.de/tr, David Talbot)
Die Plattform Verily will Informationen aus sozialen Medien verifizieren.

3. “Watzke spricht Machtwort: Lewandowski bleibt”
(borussen.tv, Stephan Schubert)
Fußball: Hintergründe zu den vielen Gerüchten über einen Vereinswechsel von Robert Lewandowski in den Medien.

4. “Medienkrise: Wer im Glashaus sitzt…”
(blogs.taz.de/hausblog, Karl-Heinz Ruch)
Karl-Heinz Ruch, “Taz”-Geschäftsführer: “Die Verlage müssen sich beeilen, wenn sie die digitale Zukunft noch erreichen wollen. Dabei ist Größe beim notwendigen Wandel keineswegs ein Vorteil. Auch Marktführer können abstürzen. Wichtiger als Größe für das Überleben ist die Frage, ob ein Verlag heute mit diversifizierten Geschäftsmodellen antritt und nicht einseitig abhängig ist.”

5. “Der Erfinder der Sensationspresse”
(dradio.de, Brigitte Baetz)
Brigitte Baetz erinnert an den heute vor 150 Jahren geborenen US-Verleger William Randolph Hearst: “Hearsts Motto: ‘Wenn irgendjemand es nicht gedruckt sehen will, dann ist es eine Nachricht. Alles andere ist Werbung.'” Siehe dazu auch “William Randolph Hearst and Yellow Journalism” (blog.britishnewspaperarchive.co.uk, englisch).

6. “Geht euch doch selbstverwirklichen, ich geh arbeiten”
(dasnuf.de)

Fritz von Thurn und Twitter

Selbst, wenn Sie sich nicht für Fußball interessieren, könnten Sie in den letzten Tagen mitbekommen haben, dass ein Spieler namens Mario Götze von einem Verein namens Borussia Dortmund zu einem Verein namens Bayern München wechselt.

Weil die Meldung, die Ablösesumme und der Zeitpunkt der Bekanntgabe allein noch nicht spektakulär sind, bemühen sich die Medien um Zitate von zumeist maximal indirekt beteiligten Personen, mit denen sie ihre vielen, vielen Artikel zum Thema aufpeppen können. Früher musste man dafür bei diesen Personen anrufen, heute scheinen sich Zitatgeber und -nehmer einvernehmlich darauf geeinigt zu haben, andere Wege zu beschreiten.

Die “B.Z.” schrieb jedenfalls am Dienstag auf ihrer Webseite:

Sportreporter-Ikone Fritz von Thurn und Taxis twittert: “Ich weiß ihr wartet alle darauf, also gut: #Götze zum #FCBayern? #HUIHUIUHHUI DONNERWETTER, DAS IST EIN DING!!!! #BVB #FCB”.

Und auch die Kollegen von sportbild.de waren von dem Posting so begeistert, dass sie es gleich in zwei Klickstrecken aufnahmen:

Fritz von Thurn und Taxis (Sky) via Twitter: "Ich weiß ihr wartet alle darauf, also gut: #Götze zum #FCBayern? #HUIHUIUHHUI DONNERWETTER, DAS IST EIN DING!!!!"

Der Twitter-Account, auf dem dieses Posting abgesetzt wurde, trägt den Namen “@TuT_Parody”.* Und für alle jene, die sich dennoch nicht ganz sicher sind, ob der Account nicht vielleicht doch vom echten Fritz von Thurn und Taxis befüllt wird, steht da noch diese Erklärung:

Eine Hommage an den blaublütigen Kult-Kommentator & seine besten Sprüche. Achtung: Tweets könnten #huuuiiiiii enthalten. (Parody-Account. Nicht der echte Fritz)

Am Dienstag hat der Betreiber dieses “Parody-Accounts” die Leute von sportbild.de auf ihren Fehler aufmerksam gemacht. Als ob die sich dafür interessieren würden, wessen Äußerungen sie da in ihren Zitatenstrauß einflechten.

Mit Dank an Mathias B.

Nachtrag/Korrektur, 29. April: Offenbar hieß der Twitter-Account zunächst “@Fritze_von_TuT” und wurde erst nach der “Sportbild”-Verwechselung in “@TuT_Parody” geändert. Der Hinweis “(Parody-Account. Nicht der echte Fritz)” stand da aber bereits in der Beschreibung.

Mit Dank an Tobias K.

Neues Bayern-Trikot mit fremden Federn

Was Gerüchte, Mutmaßungen und Rätselraten angeht, ist die Welt des Fußballs der Welt der Unterhaltung inzwischen weit voraus: geplatzte Vertragsverlängerungen, vermeintliche Wechsel und irgendwelche Zerwürfnisse — fast rund um die Uhr tratschen die Medien irgendetwas aus dem sogenannten Umfeld von Spielern, Funktionären und Vereinen weiter. Manches wird dementiert, mal zu recht, mal zu unrecht, wie man natürlich immer erst viel später weiß.

Gegen Ende einer Bundesligasaison kommt dann ein weiteres Thema dazu: Sportreporter und andere Fans spekulieren wild darüber, wie die Trikots einer Mannschaft in der kommenden Saison aussehen könnten.

So zeigte “Bild” am Freitag die vermeintlichen neuen Trikots des FC Bayern München:

Das neue Bayern-Outfit: So zugeknöpft gibt sich der Meister nächste Saison! BILD zeigt das neue Trikot der Bayern für die Saison 2013/2014. Auffällig am weißen Auswärts-Dress: Der hohe Kragen und ein kleiner Knopf am Hals, die stark an ein typisch bayrisches Trachten-Hemd erinnern. Dazu soll nach BILD-Informationen auch eine braune Shorts in Lederhosen-Optik kommen.

Es soll an dieser Stelle nicht darum gehen, ob die Trikots tatsächlich so aussehen werden. Dabei ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass die Bilder ziemlich nah dran sind.

Und das hat mit den “BILD-Informationen” zu tun: Im Fußballforum transfermarkt.de diskutieren die User seit Wochen über den möglichen neuen Look. Der Teilnehmer “djaytommy” hatte die neuen Trikots angeblich schon gesehen, der User “jimsen” veröffentlichte aufgrund dessen Beschreibungen eine Art “Phantombild”.

Und das sah am vergangenen Samstag so aus:

Transfermarkt.de gehört mehrheitlich zur Axel Springer AG, die auch “Bild” herausgibt. Und die Zeitung kann sich womöglich auf diesen Passus in den Allgemeinen Nutzungsbedingungen bei transfermarkt.de berufen:

4.8. Mit der Übermittlung von Content räumen Sie Transfermarkt das unwiderrufliche, zeitlich und räumlich unbeschränkte und übertragbare Recht ein, den Content zu vervielfältigen, zu verbreiten, zu veröffentlichen, auszustellen, öffentlich zugänglich zu machen, zu verändern, zu übersetzen und zu speichern. Dies umfasst das Recht, den Content zu bearbeiten, zu gestalten, an die zur Nutzung erforderlichen Dateiformate anzupassen und die Darstellungsqualität zu ändern und/oder zu verbessern. Diese Nutzungseinräumung besteht über die Laufzeit dieses Vertrages hinaus fort, das heißt bei einer Beendigung des Vertrags sind wir nicht verpflichtet, Content, den Sie Transfermarkt übermittelt haben, zu löschen.

Sport1.de und spox.com berufen sich in ihren (unbebilderten) Artikeln nun auf “Informationen der ‘Bild’-Zeitung”, während sich die Münchener “tz” auf die Seite trikot.cc beruft, die die Grafik von “jimsen” am Donnerstag veröffentlicht hatte.

Mit Dank an Olli und Jürgen P.

AFP  etc.

Der erste Mann im Staate

Deutschland, was ist das überhaupt, dieses Land, das bei internationalen Fußballturnieren auch als “Schland” bekannt ist? Laut den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder ist Deutschland ein Land mit 81,84 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 357.121,41 Quadratkilometern.

Anders: Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff erhoben. Ein historisches Ereignis, da sind sich die Medien sicher:

Es ist das erste Mal, dass sich in Deutschland ein früheres Staatsoberhaupt vor Gericht verantworten soll.

So steht es bei “Spiegel Online”, der Deutschen Welle, der “Welt”, beim Deutschlandradio Wissen und an vielen weiteren Stellen.

Die Formulierung stammt von der Nachrichtenagentur AFP, die sie am Freitag um 11.08 Uhr verwendet hatte.

Um zu verstehen, warum das so nicht stimmt, hilft es, kurz ein paar Semester Völkerrecht und Politikwissenschaften studieren — oder zumindest den Wikipedia-Artikel zur Rechtslage Deutschlands nach 1945 überfliegen.*

Vor diesem Hintergrund ist der Fall Christian Wulff dann nicht mehr “das erste Mal, dass sich in Deutschland ein früheres Staatsoberhaupt vor Gericht verantworten soll”, denn da gab es:

  • Karl Dönitz war kurzzeitig Nachfolger Adolf Hitlers als Reichspräsident 1945. Er wurde im Nürnberger Prozess angeklagt und wegen “Verbrechen gegen den Frieden” und wegen Kriegsverbrechen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
  • Willi Stoph war von 1973 Vorsitzender des Staatsrates und somit Staatsoberhaupt der DDR, davor und danach Vorsitzender des Ministerrates. Gegen Stoph wurde im November 1992 der Prozess wegen der Toten an der innerdeutschen Grenze eröffnet, im darauffolgenden Jahr wurde das Verfahren eingestellt, weil Stoph dauerhaft verhandlungsunfähig war.
  • Erich Honecker war Stophs Nachfolger als Staatsratsvorsitzender und somit von 1976 bis 1989 Staatsoberhaupt der DDR. Er wurde gemeinsam mit Stoph und anderen angeklagt, aber auch dieses Verfahren wurde 1993 eingestellt, weil Honecker ebenfalls verhandlungsunfähig war und ein Jahr später starb.
  • Egon Krenz war 1989 für nur sechs Wochen Staatsratsvorsitzender. Krenz wurde 1993 wegen “Totschlags und Mitverantwortung für das Grenzregime der DDR” angeklagt und 1997 zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt, die er nach letztlich erfolglosen Beschwerden zwischen 2000 und 2003 teilweise absaß.
  • Manfred Gerlach war schließlich der letzte Staatsratsvorsitzende der DDR. Auch Gerlach musste sich vor Gericht verantworten, aber auch er war verhandlungsunfähig.

Das sind fünf frühere deutsche Staatsoberhäupter, die sich zumindest kurzzeitig vor Gericht verantworten mussten — wenn auch natürlich aus völlig anderen Gründen als demnächst womöglich Christian Wulff. Zwei von ihnen wurden rechtskräftig verurteilt. Das muss man nicht unbedingt wissen, aber wenn man als Journalist unbedingt so einen spektakulär klingenden Satz mit der Formulierung “das erste Mal” verwenden will, sollte man vielleicht vorher die Fakten prüfen.

*) Kurzfassung: Die Bundesregierung und das Bundesverfassungsgericht gingen nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Mai 1949 davon aus, dass das Deutsche Reich nach dem Ende des 2. Weltkriegs fortbestand und mit der “Errichtung der Bundesrepublik Deutschland” ein Teil Deutschlands (gemeint war damals: Westdeutschland) “neu organisiert” worden sei. Mit der Wiedervereinigung 1990 ging dann die DDR als Staats- und Völkerrechtssubjekt unter, die Bundesrepublik wurde ihr Rechtsnachfolger.

Mit Dank an Axel H.

Mord, Jugendliche, Generationenvertrag

6 vor 9

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1. “Wie Bild.de Bilder fälscht und Klicks generiert”
(picomol.de)
Bild.de übernimmt ein Foto von Google Maps, färbt es ein und spekuliert über “einen blutigen Mord”. Bei Reddit finden sich auch andere Erklärungsversuche: “Looks like a dog got out of the water and shook itself dry, then walked off the dock while dripping water, the wet wood looks much darker in color.”

2. “Fast Forwort”
(stadtgefluester-muenster.de, Thorsten)
Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” druckt ein zuerst bei “Stadtgeflüster Münster” veröffentlichtes Gespräch ab. “Inzwischen hat die F.A.Z. ein Stadtgeflüster-Abo und wir haben die Ehre, auf der Homepage als Quelle genannt zu werden.”

3. “Von wegen reich und unglücklich”
(zeit.de, Martin Spiewak)
Martin Spiewak geht einem Unicef-Bericht nach, demzufolge deutsche Jugendliche “reich, aber unglücklich” seien. “Die Katastrophenmeldungen (‘Unglückliche deutsche Jugendliche’) bezogen sich alle auf eine einzige Zahl. Diese Zahl ist ein statistisches Artefakt, eine Nullaussage. Aber sie hörte sich irgendwie plausibel an: für Journalisten unter Zeitdruck, plappernde Professoren und eine auf Spenden angewiesene Hilfsorganisation.”

4. “Wie ticken Onlinekommentierer politisch?”
(edito.ch, Bettina Büsser)
Eine Befragung von rund 4000 Kommentarschreibern, “die auf den Sites von NZZ, ‘Blick’, ’20Minuten’ und Newsnet rekrutiert wurden”.

5. “Von ‘kleinen’ Korrekturen und der Angst vor Haltung”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath schreibt über die Autorisierung von Interviews: “Im Fußball erfährt man unmittelbar, ob ein Tor gültig war oder auf Abseites entschieden wird. Bei einem Interview leider erst Tage später. Erst dann erfährt man, ob dieser eine interessante Halbsatz, diese eine überraschende Äußerung, diese gewisse Formulierung eigentlich wirklich so gefallen sein soll, wie sie gefallen ist.”

6. “Print und Online – der schwierige Generationenvertrag”
(lousypennies.de, Karsten Lohmeyer)
Karsten Lohmeyer sieht Online und Print als Kinder und Eltern: “Die Frage, die uns jetzt bewegen sollte: Wie geht es weiter, wenn Mama und Papa in Rente gehen?”

Die Zeit, Tagesthemen, BVB-Netradio

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1. “Würstchenjournalismus”
(beratersprech.de)
Tom Hillenbrand von Beratersprech.de findet in der “Zeit” eigene Sprüche, aber keine Quellenangabe.

2. “Wulff: Diskussion um ‘Medienhetze'”
(ndr.de, Video, 4:54 Minuten)
Michael Fröhlingsdorf vom “Spiegel” und Hans Leyendecker von der “Süddeutschen Zeitung” nehmen Stellung zur Frage, ob die Medien mit Vorwürfen gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff nicht etwas übertrieben haben.

3. “Wenn Journalisten bei Kollegen klauen”
(berliner-zeitung.de, Thomas Schuler)
“Auf Bitten der ARD” stehen Journalist Peter Köpf und sein Verlag den ARD-Tagesthemen “über mehrere Stunden mit Rat und Hilfe beiseite”. “Doch als der Beitrag am 2. April im Fernsehen lief, war Köpf tief enttäuscht. Weder Tom Buhrow noch der MDR-Fernsehjournalist Matthias Koch erwähnten Köpf und seine Recherchen als Quelle ihres Beitrags. Die ARD präsentierte das Thema, als sei die Recherche allein ihr Verdienst.”

4. “Warten auf den Dritten Weltkrieg”
(zeit.de, Eric T. Hansen)
Eric T. Hansen analysiert die Erklärung von Nordkorea, man befinde sich im Kriegszustand. “In den amerikanischen und britischen Medien dagegen musste man teilweise suchen, bis man die Schreckensnachrichten aus Nordkorea fand. Fast so, als ginge es nicht um den nahenden Dritten Weltkrieg, sondern um diplomatischen Alltag.”

5. “‘Leck mich anne Büchs'”
(taz.de, Michael Brake)
Fußball: die letzten Minuten des Champions-League-Viertelfinalrückspiels zwischen Malaga und Dortmund im BVB-Netradio.

6. “Endlich: Das offizielle Vorabend-Fernseh-Trinkspiel”
(titanic-magazin.de)

ZDF, Roma, Unsere Väter, unsere Mütter

6 vor 9

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1. “Ist das ZDF von gestern?”
(blog.zdf.de, Video, 61:28 Minuten)
ZDF-Intendant Thomas Bellut stellt sich der Kritik am ZDF. Mit in der Diskussionsrunde: Tim Renner, Helmut Thoma und Stefan Niggemeier (hier komprimiert auf 3:10 Minuten). Siehe dazu auch “50 Jahre ZDF: Specken Sie mal bitte ab!” (spiegel.de, Daniel Bouhs).

2. “Schwierige Berichterstattung über Roma”
(ndr.de, Video, 7:36 Minuten)
Zapp prüft die Zahl der 147.000 Menschen, die aus Rumänien und Bulgarien 2011 in Deutschland eingewandert sind – dabei sind jene nicht abgezogen, die wieder in ihre Heimat zurückgegangen sind. Gekommen sind zudem nicht nur Armutszuwanderer, sondern zum Beispiel Ärzte. Siehe dazu auch “Das umkämpfte Haus” (zeit.de), ein Besuch von Dagmar Rosenfeld und Özlem Topcu in Duisburg.

3. “Fußball-Internet-Radio: Die DFL zieht bei 90elf den Stecker”
(stehplatzhelden.de, Jan Bechler)
90elf verliert die Internet-Audioübertragungsrechte der Fußball-Bundesliga an Sport1. “90elf hat hier einen neuen Markt geschaffen, den es vorher nicht gab. Einen Markt, den die DFL bis dato selber nicht einmal kannte. Als 90elf die Rechte für die Liveberichterstattung erstmalig erworben hat, wusste die DFL nicht einmal, dass es diese gibt und dafür eine Nachfrage existiert.”

4. “Political Correctness: Die Kultivierung des Misstrauens”
(novo-argumente.com, Matthias Heitmann)
Matthias Heitmann denkt nach über Politische Korrektheit: “Die sich ausbreitende neue Kultur der politischen Korrektheit basiert keinesfalls auf einer freieren gesellschaftlichen Moral. Sie bedient sich teilweise sogar noch autoritärer und tyrannischerer Methoden als die vorangegangene, da sie die robuste Autonomie und die aktive Handlungsfreiheit des Menschen nicht einmal mehr theoretisch für grundlegend erachtet. Stattdessen trachtet sie danach, den Menschen möglichst umfassend vor eigenem oder fremden Fehlverhalten zu schützen – also auch vor sich selbst und auf Kosten seiner Freiheit.”

5. “Wir armen Täter”
(ksta.de, Tobias Kaufmann)
“Wir Täter hatten’s auch nicht leicht”, sei der moralische Unterton des ZDF-Dreiteilers “Unsere Väter, unsere Mütter”: “Ausgerechnet eine Gesellschaft, in der im Eifer des Gefechts schon mal jeder amerikanische Investor als Heuschrecke und jeder Waffenbesitzer als potenzieller Amokläufer diffamiert wird, ist nun zur besten Sendezeit mit sich selbst gnädig.”

6. “78. unseremütterunsereväter.”
(vague.antville.org, Peter Praschl)

Woher kommt der Hass?

Timo Hildebrand, der Torwart des FC Schalke 04, ist auf Facebook beleidigt worden. Ein Nutzer hatte unter anderem geschrieben, Hildebrand solle sich erschießen. Nachdem der Fußballer auf den Eintrag hingewiesen hatte, berichtete auch “Bild” in der gestrigen Ausgabe über die “fiese und feige” Attacke gegen den Torwart:

Hildebrand - Die Grenze ist überschritten. [Nächster Artikel:] Internet, Hausbesuche, Telefon! Immer mehr Spieler bedroht

Das Blatt stellt fest, dass es “immer mehr Spieler” gibt, die von den eigenen Fans bedroht werden:

Die Fan-Wut eskaliert. Im Visier immer häufiger die Spieler der eigenen Vereine. Timo Hildebrand ist nicht der erste Profi, der bei facebook attackiert wurde. (…)

Woher kommt der Hass gegen eigene Spieler?

Ja – woher nur?

Bild.de, 28.02.2012:

(…) Ob‘s die Hertha-Luschen jetzt kapiert haben?

04.03.2012:

So verspielen die Schalke-Schlaffis ALLES!
Nach dem leidenschaftslosen 1:2 in Freiburg fällt Schalke in Schock-Starre. Nur ein Sieg aus den letzten fünf Liga-Spielen, drei Auswärtspleiten in Folge.

(…) So verspielen Schalkes Schlaffis ALLES! (…) Königsblau in der Krise. Auch, weil bei den meisten die Einstellung nicht stimmt. (…) So verspielen Schalkes Schlaffis ALLES – und Heldt ist nur noch ein Ratlos-Manager! (…) Schon Donnerstag in der Europa League in Enschede MUSS Schalke wieder auf viele der Schlaffis setzen.

07.03.2012:

(…) Denn schon jetzt ist die sportliche Entwicklung [des 1. FC Köln] desaströs, ein Aufwärtstrend nicht erkennbar. Der Kader ist schwach – auch charakterlich. Die Spiele sind schlecht. Und zu viele Spieler haben die Bezeichnung PROFI nicht verdient.

17.03.2012:

(…) Die Leistung der Hamburger desaströs (sechsmal Note 6). In dieser Verfassung ist der HSV (Platz 14) der gegenwärtig größte Trümmerhaufen der Liga.

20.03.2012:

(…) Fazit: Die Hertha-Schlaffis sind ein kopfloser Haufen.

13.08.2012:

(…) Das bekamen seine Frankfurt-Versager gestern deutlich zu spüren.

13.08.2012:

Luhukay stampft seine Stars in die Mülltonne

(…) Nach nur zwei Spielen geht Hertha-Trainer Jos Luhukay auf seine Versager los.

14.08.2012:

Das tut den Fans schon beim Hinschauen weh! Und hoffentlich auch Herthas Schlaffi-Profis! (…) Hey, Hertha-Schlaffis. Relegation – kennt ihr ja schon!

(…) Gott sei Dank ist mit Alarm-Macher Luhukay ein Typ da, der es nicht so weit kommen lassen wird, dass sich Hertha nächstes Jahr mit Unterhaching, Osnabrück oder Bielefeld duellieren muss.

Aber ob er diese Schlaffi-Profis zum Aufstieg treiben kann, daran sind gerade erste Zweifel angebracht – unabhängig vom derzeitigen (Relegations-)Tabellenplatz…

15.08.2012:

Luhukay: Jetzt schleift er die Schlaffis

20.08.2012:

POKAL-AUS NACH 1:2! ABSTURZ GEHT WEITER - Wollt ihr uns verar...?Diese Mannschaft ist nur noch peinlich…

Hertha blamiert sich mal wieder im DFB-Pokal, fliegt 1:2 bei Viertligist Worms in der 1. Runde raus. Fehlstart in der Liga, Pokal-Aus beim Amateur-Klub – WOLLT IHR UNS EIGENTLICH VERARSCHEN?

(…) Die Fans haben jedenfalls die Schnauze voll, skandierten in Richtung der Spieler: “Ihr seid so lächerlich!” Typisch, dass die Versager nach Abpfiff wortlos in den Bus schlichen. (…) Zwei Tage Geheimtraining, mehrmalige Gegner-Beobachtung – wofür eigentlich? Hertha nur noch peinlich!

25.08.2012:

(…) Nach der 0:4-Schande von Berlin geht‘s für seine Pokal-Versager [TSG Hoffenheim] aber gleich um viel mehr als nur Wiedergutmachung:Gladbach wird zum Charakter-Test!

28.08.2012:

HERTHA BSC - Endlich! Luhukay räumt den Sauhaufen auf
Satte Möchtegern-Stars, lasche Einstellung, null Leidenschaft.

Diese katastrophale Mischung hat Trainer Jos Luhukay (49) seit Dienstantritt im Juni als “Hertha-Krankheit” und Grund für den sportlichen Niedergang diagnostiziert. Und er kämpft mit allen Mitteln dagegen an.

ENDLICH! Nur 15 Tage nach seiner Frankfurt-Wutrede geht der Holländer erneut gegen seine Schlaffis vor, räumt vorm Derby am Montag bei Union den Sauhaufen auf.

(…) Luhukay hat nach seiner ersten Wutrede noch lange nicht fertig. Als das Trainingsspiel beginnt, knöpft er sich Spieler um Spieler vor. Lesen Sie das Protokoll seines Rundumschlags!

30.08.2012:

Allofs warnt vor den HSV-Schlaffis

05.09.2012:

Hier quält Babbel seine Versager

15.09.2012:

Magath begnadigt zwei Versager
Spiele wie diese nennen Trainer “Abnutzungskampf”. BILD nennt sie Schlafpille! Augsburgs 0:0 gegen Wolfsburg war der bisher größte Langweiler der Saison. (…) Unterhaltsam war höchstens, wie VfL-Torwart Benaglio nach einem Rückpass seinen eigenen Abwehrchef Pogatetz aus zwei Metern kernig umschoss (4.).

17.09.2012:

WAS IST BLOSS MIT DEM HOFFENHEIM-TORWART LOS? - SCHIESSBUDE WIESE

22.09.2012:

Heldt sauer auf die Schalke-SchlaffisErst Pfiffe, dann eisiges Schweigen ihrer Fans. Höchststrafe für die Schalker Versager!

23.09.2012:

FC Hasenfuß 04 -- Kein Mut - Keine Chance - Keine Leidenschaft
Aufgabe wegen Unterlegenheit! (…) Schalkes Schlaffis ergaben sich den Bayern bereits nach 58 Minuten und beerdigten ihre heimlichen Titel-Träume. (…) FC Hasenfuß 04! (…) FC Hasenfuß 04! (…) Schalkes Profis wollten beweisen, dass sie endlich etwas näher an die Bayern herangerückt sind. Stattdessen stolperten sie (bis auf eine starke Viertelstunde vor der Halbzeit) wie Amateure durch die Arena. (…) FC Hasenfuß 04!

01.10.2012:

GLADBACH-TRAINER FAVRE - Abrechnung mit seinen Versagern
Der Gladbach-Absturz! (…) BUHRUSSIA! (…) Borussia-Trainer Lucien Favre (54) nagelt gegen die Gladbach-Versager gnadenlos. (…) BUHRUSSIA!

01.11.2012:

(…) Zu viel Larifari, da lässt Luhukay seine Luschen laufen!

01.11.2012:

Neuhaus droht Pokal-Schlaffis mit harter Welle

24.11.2012:

(…) Note 6 für elf 96-Profis.

09.12.2012:

Werders Tor-Trottel

13.12.2012:

AM RASEN KANN'S NICHT LIEGEN... - Stevens' Schlaffis haben keine Ausreden mehr

15.12.2012:

(…) Zehnmal BamS-Note 5 oder 6 für die HSV-Versager!

02.01.2013:

(…), als die Hinrunden-Versager [TSG Hoffenheim] nach exakt zwei Stunden müde und kaputt in die Katakomben schlichen.

04.02.2013:

LAUFFAUL, ABWEHRSCHWACH, KEINE PUSTE - Heldt droht Schalke-Versagern

11.02.2013:

(…) Die grausamen Szenen aus Sandhausen kriegen Paulis Versager morgen noch mal zu sehen. Video-Analyse!

12.02.2013:

Rüttelt er damit die Schalke-Versager wach?

15.02.2013:

(…) Der Trainer verspricht einen mutigen und offensiven Auftritt seiner Auswärts-Schlaffis [Hannover 96].

17.02.2013:

Neue Pleite für Hoffnungslosheim

18.02.2013:

(…) Dann hat Müller noch einen Tipp für seine Versager [TSG Hoffenheim].

21.02.2013:

(…) Es ist das bisher wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte!

Die Loser aus Hoffenheim, die trotz Verstärkungen für zehn Millionen Euro in der Winterpause weiter abstürzten, beim letztjährigen Aufsteiger.

24.02.2013:

Die Hoffenheimer Versager führten Zweikämpfe zerbrechlich wie Ballett-Tänzer.

24.02.2013, (BILDblog berichtete):

MÜLLHALDE HOFFENHEIM - 300 Mio Euro in die Tonne getreten
Hoffenheim nur noch mega-peinlich…

1899 Hoffenheim taumelt nach der peinlichen 1:2-Pleite in Augsburg wehrlos Richtung Zweiter Liga. Zehn Niederlagen aus den letzten zwölf Spielen – Absturz auf Abstiegsplatz 17.

Auch die neuen 1899-Trikots in grellem Müllmann-Orange brachten nicht die erhoffte Wende.

MÜLLHALDE HOFFENHEIM!

So tritt die seelenlose Söldnertruppe die 350 Millionen Euro, die Mäzen Dietmar Hopp in den letzten 20 Jahren in den Klub investiert hat, in die Tonne!

25.02.2013:

(…) Ein Spiel Bewährung für die Hannover-Versager.

10.03.2013:

10 MAL NOTE 6 - Die FÜRTHerlichen - Bundesliga sagt DANKE für Nichts!

16.03.2013:

Jetzt muss Schluss sein mit den roten Auswärts-Schlaffis [Hannover 96]!

16.03.2013:

(…) Trainer Markus Weinzierl (38) erwartet jedoch eine Trotzreaktion seiner Derby-Versager [FC Augsburg].

16.03.2013:

Jones staucht Schalke-Schlaffis zusammen
(…) Schalkes Offensive versagte krass. Obasi – Note 6! Raffael – Note 6! Bastos und Pukki – Note 5!

Am selben Tag, die “Schalke-Schlaffis” kamen gerade vom “kläglichen” 0:3 in Nürnberg zurück, erhielt Timo Hildebrand die beleidigende Nachricht auf  Facebook. Drei Tage später fragte “Bild”:

Woher kommt der Hass gegen eigene Spieler?

Maischberger, Jorge Mario Bergoglio, Tosca

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1. “WDR zahlte Honorar nach Quote”
(ksta.de, Anne Burgmer)
Bis vor Kurzem war das Honorar von Sandra Maischberger für die ARD-Talkshow “Menschen bei Maischberger” abhängig von der Einschaltquote.

2. “85-Euro-Journalismus – eine Wutrede”
(webvideoblog.de, Martin Heller)
Eine Stellenanzeige bietet 85 Euro für “Drehen, Schneiden, Vertonen, Upload, sogar mit eigenem Technik-Equipment”. Siehe dazu auch “Liebe DNN” (facebook.com, Frank Dehlis).

3. “Die irren Scheichs eben”
(taz.de, Andreas Rüttenauer)
Fußball: Wird die “Dream Football League” die neue Konkurrenz der “Champions League”? Wohl eher nicht. Siehe dazu auch “Qatar Football Association denies plans for ‘Dream Football League'” (bbc.co.uk, englisch).

4. “Im Landtag unerwünscht”
(kontextwochenzeitung.de, Hermann G. Abmayr)
Ein Interview mit Anton Hunger, Autor des Buchs “Blattkritik: Vom Glanz und Elend der Journaille”: “Man korrumpiert – und ich setze das Wort hier in Anführungszeichen – man ‘korrumpiert’ einen Journalisten am leichtesten mit einer Geschichte. Das kann auch eine Geschichte über einen Wettbewerber sein.”

5. “John Allen Jr.: The Man Who Picked the Pope”
(world.time.com, David Von Drehle, englisch)
John Allen Jr. vom “New Catholic Reporter” schrieb am 3. März ein ausführliches Porträt von Jorge Mario Bergoglio, auf das alle stießen, die nach dessen Wahl zum Papst die Suchmaschinen bedienten. “The fact that Allen, virtually alone, gave props in advance to the eventual pope was a vindication of his own hard-won expertise in covering one of the world’s most opaque bureaucracies.”

6. “‘Tosca’ ist mein Pony”
(ankegroener.de)
Anke Gröner singt die Arie “Vissi d’arte” aus der Puccini-Oper “Tosca” (hier interpretiert von Maria Callas).

Neonazis, Marktredwitz, Bob Woodward

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1. “Boulevardjournalismus – oder: Wie hässliche Fratzen erträgst Du im Spiegel?”
(eigenwach.wordpress.com)
Eigenwach besucht am MAZ in Luzern den Kurs “Boulevardjournalismus wääh? – Boulevardjournalismus yeah!”: “Was ich an den drei Kurstagen erfahren habe, bestätigte nicht nur meine Vorurteile – es öffneten sich vielmehr Abgründe, die ich in diesem Ausmasse selbst in Momenten grösster Abneigung nicht erwartet hätte.”

2. “Journalisten im Visier von Neonazis”
(youtube.com, Video, 7:17 Minuten)
Was Journalisten und Fotografen, die über Neonazis berichten, erleiden müssen: “Im Visier der Nazis sind vor allem Fachjournalisten, die sich auf die rechte Szene spezialisiert haben.”

3. “Lautstark gegen Temelin”
(frankenpost.de, Matthias Bäumler)
Die Frankenschau (br.de, Video, 7:58 Minuten) und die Abendschau (br.de, Video, 2:15 Minuten) des Bayerischen Fernsehens berichten live von einer Anti-Atomkraft-Demo mit “gut 100 Umweltaktivisten” in Marktredwitz. “Sie setzten fernsehgerecht einen Demonstrationszug in Szene. Für die Kundgebungsteilnehmer, die auf Kommando des BR trommelten, pfiffen und Sprüche skandierten, war es kein Problem, für etwas mehr als eine Stunde fremdbestimmt zu werden. ‘Nein, so haben wir zumindest die Gewissheit, dass viele Menschen unsere Botschaft hören’, sagte einer der Teilnehmer.”

4. “‘Sheikhs shake world game’: Katar traut man auch eine Dream Football League zu – nur stimmt die Geschichte überhaupt?”
(jensweinreich.de)
Fußball: Jens Weinreich versucht, herauszufinden, was dran ist an der Geschichte, dass die Königsfamilie von Katar eine Alternative zur “Champions League” plant.

5. “The troubling things I learned when I re-reported Bob Woodward’s book on John Belushi”
(slate.com, Tanner Colby, englisch)
Tanner Colby liest das 1984 erschienene Buch “Wired” von Journalist Bob Woodward über Schauspieler John Belushi.

6. “So… Why does the Daily Express hate the EU?”
(newstatesman.com, Scott Bryan, englisch)
Eine Liste der Gründe, warum der “Daily Express” die Europäische Union nicht mag – entnommen aus Schlagzeilen der Titelseite aus den letzten zwei Jahren.

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