Mord, Jugendliche, Generationenvertrag

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Wie Bild.de Bilder fälscht und Klicks generiert“
(picomol.de)
Bild.de übernimmt ein Foto von Google Maps, färbt es ein und spekuliert über „einen blutigen Mord“. Bei Reddit finden sich auch andere Erklärungsversuche: „Looks like a dog got out of the water and shook itself dry, then walked off the dock while dripping water, the wet wood looks much darker in color.“

2. „Fast Forwort“
(stadtgefluester-muenster.de, Thorsten)
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ druckt ein zuerst bei „Stadtgeflüster Münster“ veröffentlichtes Gespräch ab. „Inzwischen hat die F.A.Z. ein Stadtgeflüster-Abo und wir haben die Ehre, auf der Homepage als Quelle genannt zu werden.“

3. „Von wegen reich und unglücklich“
(zeit.de, Martin Spiewak)
Martin Spiewak geht einem Unicef-Bericht nach, demzufolge deutsche Jugendliche „reich, aber unglücklich“ seien. „Die Katastrophenmeldungen (‚Unglückliche deutsche Jugendliche‘) bezogen sich alle auf eine einzige Zahl. Diese Zahl ist ein statistisches Artefakt, eine Nullaussage. Aber sie hörte sich irgendwie plausibel an: für Journalisten unter Zeitdruck, plappernde Professoren und eine auf Spenden angewiesene Hilfsorganisation.“

4. „Wie ticken Onlinekommentierer politisch?“
(edito.ch, Bettina Büsser)
Eine Befragung von rund 4000 Kommentarschreibern, „die auf den Sites von NZZ, ‚Blick‘, ’20Minuten‘ und Newsnet rekrutiert wurden“.

5. „Von ‚kleinen‘ Korrekturen und der Angst vor Haltung“
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath schreibt über die Autorisierung von Interviews: „Im Fußball erfährt man unmittelbar, ob ein Tor gültig war oder auf Abseites entschieden wird. Bei einem Interview leider erst Tage später. Erst dann erfährt man, ob dieser eine interessante Halbsatz, diese eine überraschende Äußerung, diese gewisse Formulierung eigentlich wirklich so gefallen sein soll, wie sie gefallen ist.“

6. „Print und Online – der schwierige Generationenvertrag“
(lousypennies.de, Karsten Lohmeyer)
Karsten Lohmeyer sieht Online und Print als Kinder und Eltern: „Die Frage, die uns jetzt bewegen sollte: Wie geht es weiter, wenn Mama und Papa in Rente gehen?“