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Habecks Ausstieg, Rheinterrorblog, “Nazis raus” und die Folgen

1. Bye bye, twitter und Facebook
(robert-habeck.de)
Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck geriet wegen unglücklicher Formulierungen in Wahl-Videos bereits das zweite Mal in Twitter-Turbulenzen. Zum selbstgemachten Digital-Ungemach gesellte sich ein unverschuldetes: Unbekannte verbreiteten via Twitter private Daten von ihm und seiner Familie. Nun hat sich Habeck in einem radikalen Schritt von den sozialen Medien verabschiedet und seine Twitter- und Facebook-Präsenzen stilllegt.
Weitere Lesetipps: Auf “Indiskretion Ehrensache” kritisiert Thomas Knüwer Habecks Reaktion. Und Wolfgang Michal hält der “FAZ” den Spiegel vor, indem er bei einem Anti-Twitter-Text spaßeshalber das Wort “Twitter” durch “FAZ” ersetzt. Beim “Deutschlandfunk” beschäftigen sie sich mit digitalem Stress durch soziale Medien, der Sucht nach Nachrichten und der Gegenbewegung “Data Detox”.

2. Leser als “Versuchskarnickel”
(sueddeutsche.de, Stefan Mayr)
Vergangenes Jahr veröffentlichte Hardy Prothmann, Betreiber des “Rheinneckarblogs”, eine Falschmeldung mit dem Titel “Massiver Terroranschlag in Mannheim”. Vom “bisher größten Terroranschlag in Westeuropa” war die Rede, bei dem 50 Angreifer “mit Macheten und Messern” Passanten attackiert und dabei 136 Menschen getötet und 237 verletzt hätten. Das sei jedoch nur ein Zwischenstand: Die Metzelei auf Mannheims Straßen sei noch nicht beendet. Für weitere Informationen musste man ein (Probe-)Abo abschließen. Um danach zu erfahren, dass alles frei erfunden war. Prothmann hatte dafür einen Strafbefehl über 9.000 Euro erhalten, gegen den er sich gerichtlich zur Wehr setzte. Keine gute Idee: Das Amtsgericht Mannheim verurteilte den Blogbetreiber nun zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro. Prothmann ist sich weiterhin keiner Schuld bewusst und kündigte noch im Gerichtssaal Berufung an.

3. Kann eine Künstliche Intelligenz sich verschiedene Spiele selbst beibringen? Können Menschen mit dem Uterus einer Toten schwanger werden? Werden Spenderorgane bald von geneditierten Schweinen stammen? Science Media Newsreel No. 34 (03.12. bis 09.12.2018)
(meta-magazin.org)
Es ist immer wieder überraschend, welche Wissenschaftsthemen den Sprung von den Fachjournalen in die breite Berichterstattung schaffen. Im “Science Media Newsreel” werden jede Woche die Themen dokumentiert, die in mehr als fünf unterschiedlichen Redaktionen mit textlich nicht identischen Berichten aufgegriffen wurden.


4. Ein “Nazis raus” und seine Folgen
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Seit Jahrzehnten existiert der Spruch “Nazis raus”, eine Gegenreaktion zur rechtsradikalen “Ausländer raus”-Parole. Nachdem Nicole Diekmann, Korrespondentin aus dem ZDF-Hauptstadtbüro, den “Nazis raus”-Spruch twitterte, geriet sie ins Visier der Rechten und erhielt zahlreiche Hassnachrichten sowie Mord- und Vergewaltigungswünsche. Diekmann hat sich für ein paar Tage von Twitter verabschiedet, dem Kanal, auf dem ihr so viel Hass, aber auch Solidarität begegnete.


5. Wie Verlage mit den letzten Printleserinnen Roulette spielen
(infosperber.ch, Catherine Duttweiler)
Man möchte meinen, dass sich Zeitungsverlage besonders hingebungsvoll um die letzten Printliebhaber kümmern. Was die Zuverlässigkeit der Zustellung und den Umgang mit Pannen anbelangt, ist dies jedoch nicht immer der Fall, wie Catherine Duttweiler aus der Schweiz berichtet.

6. Diese 10 Instagram-Accounts gingen im Dezember durch die Decke
(horizont.net, Giuseppe Rondinella)
“Horizont” hat die letztmonatlichen Wachstumsraten aller deutschsprachigen Instagram-Kanäle ab 100.000 Follower analysieren lassen und daraus eine Top-10-Liste gebildet. Führend sind der 18-jährige Rapper Mero und der Sänger Lucas Cordalis. Profitieren konnten aber auch die Geschwister von Instagram-Berühmtheiten, die von ihren Brüdern und Schwestern ordentlich gepusht wurden.

Rahmensetzende Worte, Elitenjob, Eingeimpfte Verunsicherung

1. Jedes Wort setzt einen Rahmen
(zeit.de, Houssam Hamade & Viola Nordsieck)
In den letzten Tagen schien es nur eine Diskussion zu geben: Gab es in Chemnitz eine “Hetzjagd” oder nicht? Bundeskanzlerin und Regierungssprecher hatten dieses Wort verwendet, während der Verfassungsschutzpräsident in der “Bild”-Zeitung Zweifel gesät hatte. Im Essay von Houssam Hamade und Viola Nordsieck geht es um den Kampf der Begriffe: “Entscheiden wir uns, über Chemnitz als eine “Hetzjagd auf Ausländer” zu sprechen, oder reden wir von “rechtsradikalen Ausschreitungen”, die “ein Viertel der deutschen Bevölkerung” zum Ziel haben? Gerade in einem aufrichtigen Gespräch wird genau diese Auswahl immer auch ein Element der Debatte sein. Anderenfalls wird sie fremdbestimmt.”
Weiterer Lesetipp:Journalisten müssen Frames genauso checken wie Fakten (stefan-fries.com).
Und wer sich inhaltlich auf den neuesten Stand bringen lassen will, ist beim ARD-“Faktenfinder” gut aufgehoben: Maaßen und das Video von Chemnitz (faktenfinder.tagesschau.de, Patrick Gensing).

2. Es machte Spaß mit Barbara Laugwitz
(taz.de, Margarete Stokowski)
Die Entlassung der erfolgreichen Rowohlt-Verlegerin Barbara Laugwitz durch den Holtzbrinck-Konzern gibt Rätsel auf. Ein Rätsel, das sie selbst nicht aufklären darf: Laugwitz erhielt eine Kontaktsperre, laut der sie weder mit ihren Ex-MitarbeiterInnen noch mit AutorInnen oder Medien sprechen darf. In der “taz” kommentiert die Rowohlt-Autorin Margarete Stokowski das Geschehen und erzählt von ihrer ersten Begegnung mit der Verlegerin.

3. “Gefahr, dass Journalismus noch mehr Elitenjob wird”
(deutschlandfunk.de, Isabelle Klein, Audio, 5:22 Minuten)
Der Journalist und “Netzwerk Recherche”-Projektleiter Thomas Schnedler hat für seine Dissertation mit prekär beschäftigten Journalisten gesprochen. Viele Journalisten seien auf finanzielle Unterstützung Dritter angewiesen mit den damit verbundenen Folgen: “Das ist tatsächlich eine große Gefahr, dass der Journalismus noch mehr als ohnehin schon zu so einer Art Elitenjob wird, den man sich leisten können muss, weil man entweder selber über die nötigen Mittel verfügt oder weil man eben solche Sicherheitsgaranten und andere Unterstützer hat, die einem das dann erst ermöglichen.”

4. Mein Kollege, der Roboter
(journalist-magazin.de, Anna Friedrich)
Kann der Computer leibhaftige Journalisten ersetzen? In machen Bereichen schon: Bei Börsen- und Finanzmeldungen setzen “Focus Online” und das “Handelsblatt” bereits auf das Angebot des Dortmunder Dienstleisters “textomatic”. Dort werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz automatisierte Nachrichten produziert, ganz ohne menschliches Zutun.

5. “Eingeimpft” im MedWatch-Check Teil 1: Wie fragwürdige Experten Stimmung gegen Impfungen machen
(medwatch.de, Hinnerk Feldwisch Drentrup)
Im Dokumentarfilm “Eingeimpft” suchen Regisseur David Sieveking und seine Partnerin eine Antwort auf die Frage, ob das Paar seine Kinder impfen lassen soll oder nicht. Dazu spricht Sieveking mit Wissenschaftlern, Ärzten und Impfkritikern. “Medwatch” hat sich den Film angesehen und eigene Recherchen angestellt. Der Befund: “Eingeimpft”, so unschuldig, offen und ehrlich Sievekings Familiengeschichte daherkommt, ist die Geschichte einer Verunsicherung. Sie spielt mit der Angst von Eltern, und sie liefert Impfkritikern Nahrung für ihre Verschwörungstheorien.

6. DDR-Hörfunk-Hitparade startet (am 11.09.1953)
(wdr.de, Thomas Klug, Audio, 14:37 Minuten)
Der DDR-Fernsehunterhalter Heinz Quermann war umtriebig und vielseitig wie kaum ein anderer: Er war Redakteur, Regisseur, Talentsucher und Conférencier und soll Tausende von Sendungen in Rundfunk und Fernsehen gestaltet haben. Um westlichen Angeboten etwas entgegenzusetzen, erfand er die Schlagerrevue und wurde zum großen Übervater der Schlagersänger zwischen Kap Arkona und Fichtelberg. Bei WDR-“Zeitzeichen” blickt man auf den 11. September 1953 zurück, den Start der DDR-Hörfunk-Hitparade.

“Sofort erschiessen den Eselsohn”

Ernst Elitz zu sein hat auch seine Vorteile. Man könnte ihn pink anstreichen und mit quietschenden Clownschuhen in die Innenstadt schicken — es müsste nur jemand von “Bild” kommen und sagen: “Nee, Ernst, keine Sorge, du siehst ganz normal aus!” Er würde es glauben und beruhigt weiterquietschen.

So läuft das beim “Bild”-Ombudsmann. Als er jetzt von Leserinnen und Lesern gefragt wurde, was “Bild” auf Facebook tue, um den Hass in den Kommentaren einzudämmen, sagte ihm die Redaktion, dass sie den Hass lösche.

Fall abgeschlossen.

Der BILD-Ombudsmann - Bild löscht Hass

Werden Migranten einer Gewalttat verdächtigt, reagieren Leser auf die Facebook-Beiträge von BILD im Sekundentakt. Viele testen dabei die Grenzen des Rechts auf freie Meinungsäußerung aus. Mich erreichen Mails mit der Frage: Was tut BILD, um dabei den Hass “einzudämmen” und nicht noch zu “schüren”? (…)

Die Redaktion greift bei unangemessenen Äußerungen ein, stellt Fake News richtig und sperrt Hetzer, die andere “an den Eiern aufhängen” oder Flüchtlinge “wieder im Mittelmeer aussetzen” wollen, mit einem Klick auf die Löschtaste aus.

Hätte Elitz selbst mal einen Blick auf die Facebook-Seite von “Bild” geworfen, wäre er auf diesen Beitrag gestoßen:

Facebook-Eintrag von Bild - Youssef H. und Souina S. sollen das sieben Monate alte Kind geschlagen, gebissen und anschließend zurück gelassen haben. - Der Vater lachte fröhlich im Gericht: Eltern ließen kleine Ilias sterben

Und darunter auf diese Kommentare:

An der nächsten Strassenlampe aufhängen…

Dreckspack , an die Wand und Feuer.

Hinrichten!!!!verdammte drecksschweine unzwar beide!!!!😠😠

Kann man solche Leute nicht einfach erschießen .

Dreckspack

Da einsperren wo die harten Jungs sind er lacht dann nicht mehr

Solch eine Person an die Wand stellen und exekutieren.
Dies wäre eine angemessene Strafe

Bitte Deutschland holt die Todesstrafe

Dreckiges pack 😡😡😡😡

Ich wäre für öffentlich steinigen

Eine kugel ist noch zu schade für den Asch

..ab in die Heimat aber schnell, gerne mit Folter.

Mein Vorschlag. Eisenstange und dann jeden Knochen brechen, aber nur jeden Tag einen, damit es sich auch lohnt.

Aufhängen

gesindel.schlimmer als tiere.

Wo ist nur der gute alte Galgen geblieben

Für solche Menschen wöre die Todesstrafe angebracht.!!!!!

weg mit dem Abschaum die sollen genau so leiden wie der kleine

So ein urvieh hat jegliches recht auf Existenz verwirkt

Auf den Stuhl! Mit so einem abschaum.

Dieses Pack macht hier was es will !

Wer noch schäbig lacht hat eine sehr qualvolle Todesstrafe verdient!

Sofort erschiessen den Eselsohn

das ist deren Kultur, nichts neues

Direkt Giftspritze setzen ohne Knade

Das gleiche mit die Schweine machen

Beide in Flieger. Aussteigen ohne Landen. Fertig.

Hinter die Karre binden und über die Autobahn schleifen bis Ihnen das Grinsen vergeht! Welche Monster leben nur unter uns! Unfassbar

Ein weiterer Beweis das diese Menschengruppe nicht mal ansatzweise europäische Werte in sich tragen bzw. fähig sind sie anzunehmen.

15 Jahre Knast, danach direkt abschieben……DRECKSPACK !!!!! Und die so genannten Anwälte, die solche ARSCHLÖCHER noch verteidigen, direkt die Lizenz entziehen !!!!!!!!!!!!!

Köpfen dieses schwein

Schädel runter und nicht noch Steuergelder verschwenden.

Sind die schuldig, dann ab in den Keller 7,62 mm gesunden Menschenverstand einsetzen und gut ist es.

Tötet ihn!!

Monster 👹😡beide abschieben Richtung Todesstrafe 💣💉👹😡😡😡😡

Einfach nur Aufhängen und richtig leiden lassen die beiden , was sie Ihrem Kind angetan haben.

Wenn ich allein die Vornamen lese, wird mir schlecht…, alles klar…
In deren Wüstenstaaten is son menschenverachtendes Verhalten ja völlig normal.
Kanake bleibt Kanake!
Dreckspack!!!

Dem sollte man nen Schneeschieber ins Maul stopfen

In der hölle wünsche ich ihnen 72 dauergeile rosettenvögler

Viele der Kommentare stehen seit über 20 Stunden auf der Seite. “Auf die Löschtaste” geklickt hat niemand.

Hätte Elitz dann kurz weitergescrollt, wäre er auf diesen Beitrag gestoßen:

Facebook-Eintrag von Bild - Im Minions-T-Shirt vor Gericht: Mann (24) hortet mehr als 7000 Kinderpornos - Darunter auch Videos und Fotos, auf denen wenige Monate alte Säuglinge schwer sexuell missbraucht werden

Und auf diese Kommentare:

Direkt Todesstrafe

Ne 9mm Kopfschmerztablette und der Müllhaufen kostet nicht noch unnötig Gelder !

Kastrieren… basta !

Der hat einen Kopfschuss verdient was gibt es da noch zu verhandeln 😡😡😡😡wer sich an einem Kind vergeht hat für mich alle rechte verloren Punkt

Sowas gehört sich gleich direkt getötet

Wer sich an Kindern vergeht, hat das Recht auf sein Leben verwirkt!

Pimmel ab……!!!!!

Das sowas überhaupt noch einen Prozess bekommt. Kostet wieder nur Steuergelder 🤦‍♀️ Erst Schippi abhacken, dann Kopf abhacken und dann hat sich das kostengünstig erledigt.

Der hat seine Daseinsberechtigung verspielt und gehört an die Wand gestellt 😠😠

Ekelhafter Untermensch! Mehr fällt mir da nicht ein. Wie krank kann ein Mensch sein.

Der gehört in ein Loch gesperrt und zugemauert 🤬🤬🤬🤬🤬

Tut mir leid aber solche Menschen gehören an die Wand gestellt!

Eier mit allem ab !!!

Töten ihn

Bei lebendigen Leib verbrennen. Vorher noch 24 Stunden foltern!

Verbuddelt dieses Unkraut 😠😠 und die Richterin gleich mit…

Im Wald an einen Baum verkert an seinem Schwanz aufhāngen.Und kreppieren lassen.

Da hilft nur der Elektrische Stuhl.

Ein Strick geht auch

Diese mistmade wird (hoffentlich im knast) so rangenommen, das er dauerhaft ne auffangschüssel braucht 😤😡

Einschläfern !!!!

Kastrieren ohne medizinischen Eingriff und ausbluten lassen !

Todesstrafe für ihn ! Wer ander Meinung hat müsste sie auch bekommen !!!!!

Töten

Warum lebt so was noch?Kann den mal jemand bei Seite schaffen 😡😡

Öffentlich hinrichten lassen aber vorher zu Tode quälen ! Mittelalterliche Methoden als Strafe für Kinderschänder und alle die was damit zu tun haben! Ich bring euch alle um!

Ein Baum Ein strick ein pedogenick

Du reudiger Köter erschießen müsste man dich Du dreckiger Asphaltbesen😠😠

Das einzige recht das ihm jetzt bleiben sollte ist sein Tod!

Da gibt es doch sooo viele gaaaanz tiefe Löcher und Schluchten auf diesem Planeten….einfach rein mit solchen Leuten….spart man Nerven und Kosten…was anderes verdienen die sowieso nicht!

Schwanz ab das einzige was hilft

Totesstrafe für solche Drecksschweine 😡😡😡mit welcher Begründung darf so ein Drecksschweine überhaupt Leben😡😡

Schnipp Schnapp Schwänzchen ab😎Punkt

Sofort Kopf ab

Hätte Elitz dann noch ein bisschen weitergescrollt, wäre er auf diesen Beitrag gestoßen:

Facebook-Eintrag von Bild - Dieser Fall an einer Berliner Grundschule schockiert Deutschland und bringt immer mehr schreckliche Details zum Vorschein. - Vergewaltigung von Grundschüler: Täter hatte anderes Opfer im Visier

Der mutmaßliche Täter ist ein zehnjähriger Junge aus Afghanistan. Und was meinen die “Bild”-Leser?

Ein Täter
Eine Wand
Muss ich mehr sagen

Die ganze sippe ausrotten

Öffentlich wie im Afghanistan auf dem Marktplatz steinigen

Natürlich kommt der Täter in ein Schutzprogramm. Im “Rechtsstaat” muss man ja mehr für einen armen Täter tun. Vorallem wenns ein Batschake aus irgendwo ist. Wie wäre es mit ordentlich Prügel und Abschieben in sein Bauerndorf? Sollen die doch mit ihm klarkommen

Unfassbar 🤬😠!Und da soll man keinen Hass bekommen….!!!Dreckspack🤬🤬

Hätte man bei der Beschneidung besser Mal die restlichen cm mit weggeschnibbelt. Ich bin für Zwangskastration aufgrund psychischer Störung. Sonst passiert dem Mistblag ja nix !

Statt sich Gedanken zu machen wo er unterrichtet werden soll, sollte man ihn mitten auf einem Mienenfeld aussetzen. Danke für nix Frau Merkel

Das ist ja wohl eine saudumme Frage, wo der unterrichtet werden soll, der gehört nach Afghanistan! Dort scheint das zur Kultur zu gehören!
Es geht mir nicht in Kopf, wie ein (angeblich) 10jähriger schon zu solch einer widerlichen Tat fähig ist. Der gehört kastriert!

Was du nicht willst was man dir tu, das füg auch keinem andren zu. Ab in die Zelle zu nem Pedo. Feierabend

Gäbe es keine Flüchtlinge in unserem Land, gäbe es keine derartigen Verbrechen. Es ist an der Zeit, dass wieder Ruhe und Ordnung in Deutschland einzieht .

Klatscht die Leute einfach selber weg meine Güte. Was will man sich auf Gerichte verlassen, das ist doch lächerlich.

Gehört eingeschläfert. Das Leben eines solchen Wesens ist weniger wert, als das von Schweinen. Die tun wenigstens niemandem Leid an. Und die werden auch Tag für Tag zu Tausenden geschlachtet. Einschläfern und fertig, Ende des Problems.

Hätte Ernst Elitz dann noch weiter gescrollt, wäre er auf viele, viele, viele weitere Kommentare gestoßen, in denen sich “Bild”-Leser ausmalen, wie sie Ausländer foltern und Kinder kastrieren, in denen sie beleidigen, zum Mord aufrufen und sich Auschwitz zurückwünschen. Stattdessen gibt er Entwarnung: “BILD löscht Hass”!

Wer als Ombudsmann eine solche Witzfigur abgibt, hätte Clownschuhe mehr als verdient.

Chemnitz und die Folgen, Muffige Männerkolumne, Buten un Lührssen

1. Chemnitz: Nagelprobe für Sachsens Polizei
(ndr.de, Timo Robben &Leonie Puscher, Video, 5:20 Minuten)
Politische Demonstrationen sind für Journalisten ein gefährliches Pflaster. Oft geraten sie zwischen die Fronten oder werden selbst angegriffen. Das Medienmagazin “Zapp” war in Chemnitz und hat mit Reportern gesprochen.
Weiterer Tipp: In einem weiteren “Zapp”-Beitrag geht es um eigentlich jahrzehntelang bekannte und bewährte Verhaltensgrundsätze für die Zusammenarbeit von Presse und Polizei, die anscheinend in Vergessenheit geraten sind.

2. Über Fake News und unterschlagene Wahrheiten
(makroskop.eu, Heiner Flassbeck)
Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck war Chef-Volkswirt der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) und Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Zusammen mit Paul Steinhardt gibt er “Makroskop” heraus (“Kritische Analysen zu Politik und Wirtschaft”). Im aktuellen Beitrag hat er drei Wirtschaftsmeldungen untersucht: “Was ist Fake und was ist nur die Verdrehung der Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit?”

3. Eine Zäsur findet nicht statt
(spiegel.de, Sascha Lobo)
Sascha Lobo denkt in seiner neuen Kolumne über den Umgang mit Rechtsextremismus nach. Es geht um die jüngsten Exzesse und die Verantwortung von Politik, Behörden, Polizei und bestimmter Medien: “Überhaupt die Mitverantwortung der Medien, vor allem der “Bild”-Zeitung. Dort fragte man in großen Schlagzeilen, wer wohl an den “unfassbaren Jagdszenen” die Schuld trage und bot — ja, wirklich — zur Auswahl an: “Entfesselter Ausländerhass, linke Chaoten, überforderte Polizei”. Das erreicht Fox-News-Dimensionen der Irreführung, wenn Nazis Menschen gejagt haben. Das ist nicht weniger als monströs, und ich halte es nicht für einen Zufall, dass Rechtsextreme nicht als Personen genannt werden.”

4. Dürfen Journalisten ein Parteibuch haben?
(sueddeutsche.de, Thomas Hahn)
Der Journalist Hinrich Lührssen ist vielen Zuschauern des Fernsehmagazins “Buten un Binnen” (Radio Bremen) durch seine unterhaltsamen Beiträge als aufdringlicher Reporter bekannt. Nachdem Lührssen bekannt gegeben hat, Teil des Bremer AfD-Landesvorstandes zu sein, hat der Sender beraten, wie man zukünftig mit dem freien Mitarbeiter umgehen soll.

5. “Sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen”
(deutschlandfunk.de, Antje Allroggen)
US-Journalismusforscher Jay Rosen war drei Monate in Deutschland, um die hiesigen Medien zu untersuchen. Im “Deutschlandfunk”-Interview spricht er über seine Eindrücke. Rosen ist aufgefallen, dass Journalisten noch immer Probleme im Umgang mit Rechtspopulisten haben. Er wird das Thema weiterhin aus den Staaten verfolgen: “Mich interessiert, wie es für die Medien in Deutschland weitergehen wird: Wird es den Medien hier gelingen, sich gegen den Populismus zu behaupten? Wird es vielleicht eine linke Bewegung geben, die sich ähnlich wie jetzt die rechte gegen die Medien richten wird?”

6. Gegen den neuen Männer-Kolumnisten von Bild.de ist Franz Josef Wagner ein Feminist
(vice.com, Lisa Ludwig)
Bei “Bild” haben sie einen neuen Kolumnisten installiert. Er trägt das Pseudonym “Leif Lasse Andersson” und darf in der “Unrasierten Wahrheit” wöchentlich darüber jammern, wie schwer ihm das Leben als “mittelalter Mann” gemacht wird. Die unterirdischen Geschlechterbilder der Männer-Kolumne kämen nicht von ungefähr, so Lisa Ludwig, die außer einer “Tüte Mitleid” wenig für den Kolumnenschreiber übrig hat: “Leif Lasse Anderssons Ouevre als Autor besteht primär daraus, 2013 einen Roman über seine Erfahrungen mit Online-Dating veröffentlicht zu haben. Eines dieser Bücher, in denen Frauen so sind, und Männer eben anders; Mario-Barth-Literatur, aber mit explizit beschriebenen Sexszenen.” Eine “stupide Aneinanderreihung der sexuellen Eskapaden eines Losers”, wie es eine Amazon-Rezensentin treffend zusammengefasst habe.

Medien über Mesut Özil: der Rassismus der Anderen

Kurz nach dem Ausscheiden bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland berichteten viele Medien vor allem über einen deutschen Nationalspieler: Mesut Özil. Es war schließlich auch etwas passiert nach dem letzten Gruppenspiel gegen Südkorea: Eine Person auf der Tribüne beleidigte Özil, vermutlich ausländerfeindlich. Der DFB schrieb uns auf Nachfrage, dass dem Verband Informationen vorliegen, die diesen Vorgang bestätigen. Özil ließ sich das nicht bieten. Torwarttrainer Andreas Köpke und ein Bodyguard mussten einschreiten.

Doch statt zu schreiben “Eklige Attacke gegen Mesut Özil” oder “Rassistischer Angriff auf Nationalspieler”, titelten die Redaktionen:

Screenshot BZ - Pleite gegen Südkorea - Özil legt sich nach WM-Aus mit deutschen Fans an
(bz-berlin.de)
Screenshot T-Online - Nach WM-Debakel - Özil legt sich mit deutschen Fans an
(t-online.de)
Screenshot Sky Sport - Der Weltmeister ist raus - Nach Peinlich-Aus: Özil legt sich mit den Fans an
(“Sky Sport”)
Screenshot Rheinische Post - Nach dem Spiel gegen Südkorea - Özil und Köpke legen sich mit deutschen Fans an
(“RP Online”)
Screenshot Focus Online - Nach WM-Debakel - Mesut Özil gerät mit deutschen Fans aneinander
(“Focus Online”)
Screenshot Express.de - Auch das noch - Mesut Özil gerät in Auseinandersetzung mit deutschen Fans
(Express.de)
Screenshot Huffington Post - Bodyguard musste ihn beruhigen - Özil zofft sich mit deutschen Fans
(“Huffington Post”)
Screenshot Mitteldeutsche Zeitung - Nach WM-Aus gegen Südkorea - Özil gerät mit deutschen Fans aneinander
(“Mitteldeutsche Zeitung”)
Screenshot Reviersport.de - Özil zofft sich nach der DFB-Pleite mit Deutschland-Fan
(“Reviersport”)

So, als ginge die Aggression von Özil aus; als hätte nicht zuerst irgendein Holzkopf ausländerfeindlichen Dreck von sich gegeben; als müsste ein Nationalspieler nach dem Ausscheiden bei einer WM alles hinnehmen, auch rassistische Anfeindungen; als dürfte er sich gegen die Beleidigung nicht wehren, ohne mit dieser Reaktion für Ärger zu sorgen.

Genau das behaupten “Bild” und Bild.de, wenn sie zwei Tage nach der Niederlage schlagzeilen:

Ausriss Bild-Zeitung - Özil - Zweimal Ärger und sonst nix

Ärger Nummer 1 laut “Bild”-Medien: das unsägliche Treffen von Mesut Özil und dessen Nationalmannschaftskollegen Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Ärger Nummer 2: die Szene nach dem Südkorea-Spiel:

Emotionen zeigte Özil bei der WM nur einmal: Als er nach dem Aus vorm Spielertunnel von einem “Fan” beleidigt wurde, musste er von Torwart-Trainer Andy Köpke zurückgehalten werden.

Köpke zu BILD: “Der Fan hat ihn beschimpft. Ich habe Mesut zurückgezogen und zu dem Fan gesagt, er soll den Schnabel halten.” Nach BILD-Info sollen ausländerfeindliche Beleidigungen gefallen sein.

Die bewusste Teilnahme an einem Treffen mit einem Autokraten auf der einen Seite, eine Beleidigung durch eine fremde Person auf der anderen — für die Mitarbeiter von “Bild” und Bild.de alles dieselbe kritikwürdige Soße, die sie Özil vorhalten:

Es begann mit Zoff und endete mit Zoff. Und dazwischen war sportlich leider nix los.

“sportlich leider nix los” ist dann auch eine ausgesprochen negative Auslegung dessen, was Mesut Özil beispielsweise gegen Südkorea auf dem Spielfeld gezeigt hat. Er hat sicher kein überragendes Spiel gemacht, aber laut Statistiken deutlich mehr als “nix”: mit 110 Ballberührungen die zweitmeisten im deutschen Team, mit 95 Pässen ebenfalls die zweitmeisten, darunter sieben sogenannte “Key Passes”, also solche, die direkt zu guten Chancen führen. Mesut Özil war, glaubt man den Zahlen, gegen Südkorea einer der Besten einer insgesamt schwachen Mannschaft.

Und dennoch suchten zahlreiche Redaktionen Fotos von Özil aus, um das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft zu bebildern: Die “Welt” zeigte, “wie schwach Deutschland wirklich war”, und wählte für den Artikel ein Foto von Özil. Bei der “FAZ” brachten sie die Schlagzeile “Der deutsche Untergang” und wählten ein Foto von Özil (was die Redaktion später änderte). “Bild” schrieb bei Instagram “Peinlicher Auftritt” und wählte dazu ein Foto von Özil. “Pro Sieben” forderte ausschließlich Mesut Özil per Twitter zum Rücktritt auf (wofür sich der Sender später entschuldigte). “11 Freunde”-Chefredakteur Philipp Köster hat das alles drüben bei “Übermedien” detailliert aufgeschrieben.

Mit der sportlichen Leistung allein lässt sich die Wucht der Kritik an Mesut Özil nicht erklären. Vielleicht spielt eine angestaute Wut darüber, dass er die deutsche Nationalhymne nicht mitsingt, eine Rolle. Vielleicht das generelle Misstrauen gegenüber, der Hass auf Türken. Auf jeden Fall immer noch das Foto mit Erdogan. Karim Benzema, französischer Fußballer mit algerischen Wurzeln und früher Stürmer in Frankreichs Nationalmannschaft, sagte mal: “Wenn ich ein Tor schieße, bin ich Franzose, aber wenn ich keins schieße oder wenn es Probleme gibt, dann bin ich Araber.”

Am Sonntag erschien in “Bild am Sonntag” und bei Bild.de (dort inzwischen gelöscht) ein Kommentar von Hatice Akyün:

Ausriss Bild am Sonntag - Der Rassismus gegen Özil hat mich umgehauen

Sie kritisiert völlig zurecht die ausländerfeindlichen Parolen von AfD-Politikern gegen Mesut Özil. Zur Rolle der Medien verliert sie hingegen kein Wort, leider auch nicht zur Kampagne von “Bild” und Bild.de, die für den “Rassismus gegen Özil” mindestens ein nützliches Klima geschaffen hat.

Wie “Compact” lügt, verdreht und Stimmung macht. Ein Beispiel.

Fährt in Deutschland jemand mit einem Kleinbus in eine Menschenmenge, steht für das selbsterklärte Wahrheitsmagazin “Compact” direkt fest: Hinterm Steuer muss ein islamistischer Terrorist gesessen haben. Stellt sich später allerdings heraus, dass der Täter Deutscher war, wird es erst richtig wild.

Wie wenig dem Blatt daran liegt, journalistische Aufklärungsarbeit zu leisten, kann man gut an der “Compact”-Berichterstattung zur Amokfahrt in Münster Anfang April erkennen, die wir uns mit etwas zeitlichem Abstand noch einmal genauer angeschaut haben. Ein Mann fuhr damals in eine Gruppe von Menschen, vier Personen kamen ums Leben. Und “Compact” legte los: Die Redaktion brachte erstmal eine Falschmeldung in Umlauf, nahm diese später keinesfalls zurück, sondern löschte heimlich und flüchtete in neue haltlose Behauptungen. Beliebig änderte “Compact” Standpunkte und Geschichten und konstruierte eine widersprüchliche Erzählung. Gemeinsamer Nenner war nur ein Misstrauen in die offizielle Version zur Tat — und selbst das wurde ohne zu zögern geopfert, wenn es der “Compact”-Agenda diente.

Doch der Reihe nach. Am 7. April, dem Tag der Tat, veröffentlicht die “Compact”-Redaktion abends einen Bericht auf ihrer Website. Sie wählt folgende Überschrift:

Screenshot Compact - Anschlag in Münster: 4 Tote! Wacht die Multikulti-Hochburg jetzt auf?

Während “Comapct” bereits in der Titelzeile Schuldige suggeriert (woher könnte der Täter schon stammen, wenn er mit seiner Tat “die Multikulti-Hochburg” wachrüttelt? Aus Deutschland sicher nicht), berichten andere Medien aufgrund der dünnen Faktenlage vorsichtiger. Bei “Compact” heißt es empört:

Die ARD-Tagesschau sprach in einer ersten Meldung verharmlosend von einem “Zwischenfall mit einem Auto”. DIeselbe (sic) Formulierung übernahm auch Die Welt. Dabei ist klar, dass es ein Anschlag war, denn der Fahrer hat sich nach seiner Terrorfahrt erschossen. (…)

Dass es ein islamistischer Anschlag war, ist zur Stunde nicht nachweisbar. Aber die Indizien sind stark: Das Anschlagsmuster gleicht dem von Nizza im Sommer 2015 (siehe Aufmacherfoto) und von London Anfang 2017. Und: Am heutigen Tag jährt sich der islamistische LKW-Anschlag von Stockholm 2017.

Die Schutzstrategie der Stadt Münster habe versagt, man habe nämlich nicht nur Poller aufstellen, sondern die Salafistenszene verbieten müssen. Die Tat soll laut “Compact” auch irgendwie mit einer Anti-Pegida-Demonstration und dem schlechten Ergebnis der AfD in Münster bei der Bundestagswahl zu tun haben.

Die Frage stellt sich: Wann werden die Bunt-Besoffenen aus ihren kuschelweichen Träumen aufwachen? Was muss noch passieren?

“Compact” hat sich also früh auf einen Täter festgelegt, vermutlich soll es ein Islamist sein, ganz sicher ein Ausländer, dessen Anschlag den “Bunt-Besoffenen” den Wahnsinn vor Augen führt. Später ändert die Redaktion ihre Überschrift klammheimlich:

Screenshot Compact - Überschrift jetzt: Münster: Drei Tote! Jens R. und sein Abschiedsbrief – Neuester Stand

Der anonyme “Compact”-Autor ergänzt den Artikel. Er kommentiert nun die Erkenntnisse seriöser Medien und wundert sich über deren Enthüllungen:

Der gleiche Rechercheverbund, der bereits vor der Polizei den Namen des Täters wusste und an die Öffentlichkeit gab, soll jetzt also diesen persönlichen Brief “gefunden” haben, der doch eigentlich als Beweismittel ebenfalls zuerst in die Hände der Polizei gehören sollte. Darf man sich fragen, wie die Journalisten das angestellt haben?

Darf man. Zunächst aber muss man festhalten, dass “Compact” nur behauptet, sie — also NDR, WDR und “Süddeutsche Zeitung” — hätten den Brief gefunden, bevor die Polizei das tat. Denn was “Compact” dazu zitiert, belegt lediglich, dass der Dreier-Rechercheverbund die Meldung über den Brief veröffentlicht hat, bevor die Polizeipressestelle öffentlich von dem Brief sprach. Das ist gleich viel weniger aufregend.

Die Journalistinnen und Journalisten von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” haben einfach ordentlich recherchiert. Dass dieses Vorgehen in der “Compact”-Redaktion Verwunderung auslöst, sagt vor allem etwas über “Compact” aus. Die Leute dort arbeiten in aller Regel nicht an seriösen Nachrichten, sondern verdienen ihr Geld damit, möglichst aufbrausend Ressentiments zu bedienen.

Und so schließt das AfD- und “Pegida”-nahe Magazin nicht zum ersten Mal überstürzt auf falsche Täter. Als 2016 in Grafing ein aus einer Psychiatrie geflohener Mann wahllos auf Menschen einstach, schrieb “Compact”-Chefredakteur Jürgen Elsässer auf seinem persönlichen Blog dazu unter der Überschrift “Islamistischer Terror in Grafing bei München? Davon will die Lügenpresse nichts wissen.” Später löschte er den Artikel, “Compact” versuchte, den Täter weiter als Islamisten darzustellen.

Nach dem Amoklauf am Münchner Olympia-Einkaufszentrum 2016 rettete sich “Compact” in eine Verschwörungstheorie. Nach Darstellung des Magazins soll es sich auch hier um einen islamistischen Anschlag gehandelt haben und zwar von mehreren Tätern. Das sei dann durch die Behörden und die “Lügenpresse” vertuscht worden. Nichts will man dagegen bei “Compact” davon wissen, dass neben persönlicher Rache wegen Mobbings auch Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme Ansichten ein Motiv des Einzeltäters gewesen sein könnten.

“Compact” weiß offenbar gut, was die eigene Zielgruppe hören beziehungsweise lesen will. Dennoch birgt eine so eklatante Falschmeldung wie die zu Münster selbst für ein wirres, fremdenfeindliches Verschwörungsmagazin die Gefahr eines gewissen Imageverlusts. Auch der überzeugteste “Compact”-Leser könnte bei derart gravierenden Fehlern Zweifel am Redaktionsclaim “Mut zur Wahrheit” bekommen. Wohl auch deswegen folgten in den Tagen nach der Tat Artikel, die sichtlich damit ringen, wie man mit dem Vorfall in Münster nun umgehen soll — und zwar möglichst, ohne sich selbst korrigieren zu müssen oder gar um Entschuldigung zu bitten.

Zwei Tage nach der Tat veröffentlicht “Compact” einen Zeugenaufruf:

Da von den Medien keine ehrliche Aufklärung zu erwarten ist, bitten wir um Ihre Mithilfe

Der Vorwurf an andere Medien, “keine ehrliche Aufklärung” zu betreiben. Von einer Redaktion, die kurz zuvor erst zum selben Fall einen falschen Täter in den Ring geworfen hat. Das ist mutig.

Es scheint tatsächlich Rückmeldungen auf den Aufruf gegeben zu haben, allerdings wohl nicht von Zeugen, sondern von Leuten, die ebenfalls verfrüht irgendwelche Behauptungen aufstellen. Denn später ergänzt die Redaktion folgenden Absatz:

Wir wollen betonen, dass es uns um die Sammlung von Fakten geht, nicht um die verfrühte Aufstellung irgendwelcher Behauptungen. Deshalb möchten wir bei den Tatsachen bleiben und hoffen auf eine baldige Aufklärung.

Am selben Tag veröffentlicht “Compact” einen zweiten Artikel zum Thema:

Screenshot Compact - Münster: 8 Fragen, die wir stellen sollten

Der Autor des Textes, “Polit-Profiler” Wolfgang Eggert, ist aktiv in der Verschwörungsszene und hat zuletzt 2014 im Verlag von “Compact”-Verleger Kai Homilius ein Buch über den Abschuss des Flugs MH17 veröffentlicht. Er will mit seinen acht Fragen wohl vor allem eines: Zweifel säen an allen anderen Berichten zum Geschehen, ob nun von seriösen Medien oder offiziellen Stellen.

Die Fragen 1 (“Was ist das Motiv?”) und 2 (“Wer ist der Täter?”) sind noch neutrale Recherchefragen. Eggert liefert zu ihnen zwar skurrile Kurzschlüsse (etwa: Jens R. könne wohl kaum gleichzeitig Rechtsradikaler und drogenabhängig gewesen sein, was erstens Unsinn ist und zweitens nicht länger relevant, da die Ermittler später bekannt gaben, dass sie ein rechtsextremes Motiv ausschließen); aber es sind Fragen, die viele Redaktionen in den Tagen nach der Tat gestellt haben. Die restlichen Fragen sind hingegen eher suggestiv gestellt. Zum Beispiel Frage 3:

Warum gibt es so wenig Bildmaterial?

Heutzutage müsse es doch mehr Bilder von der Tat geben, meint Eggert und fragt weiter: “Warum griff niemand zu seinem sonst ständig präsenten Handy, wenn der Vorfall die Brisanz hatte, welche die Presse ihm nachher zuschrieb?” Genau gegenteilig argumentiert Eggert, wenn es um andere Ereignisse geht. So verdächtigte er den Journalisten Richard Gutjahr in einem “Compact”-Interview, beim Anschlag von Nizza eingeweiht gewesen zu sein, weil er die Tat mit dem Handy filmte. Das Interview wurde mittlerweile gelöscht, kursiert aber noch auf Verschwörungs-Blogs.

Eggerts Frage 6 lautet:

Wie starb der angebliche Fahrer “Jens”?

Ab hier geht Eggert von mehreren Beteiligten aus. Bereits in der Frage deutet er an, dass es sich für ihn beim offiziellen Täter nicht um den tatsächlichen handeln könnte. Außerdem zweifelt er an, dass dieser sich erschossen habe, aus dem einzigen Grund, dass keine Bilder der Leiche veröffentlicht wurden. Polizei und Medien hätten für seinen Geschmack zu schnell Antworten geliefert. Dabei hatte “Compact” selbst ja direkt nach Bekanntwerden der Tat diese erklärt. Nur eben falsch.

In seinen Anmerkungen zu Frage 8 …

Die zwei Flüchtigen: Warum widerspricht sich der Polizeisprecher?

… zieht Eggert nicht weiter genannte oder verlinkte “angloamerikanische und israelische Medien” als Beleg dafür heran, dass ein Polizeisprecher erst von zwei Flüchtigen gesprochen habe. Dass der Beamte diese Meldung später dementierte, lässt Eggert nicht gelten, weil es ein Video aus Münster gebe, in dem “ein südländischer Jugendlicher” festgenommen werde. Eggert meint, dieses Video finde bei deutschen Medien keine Beachtung. Dabei hat “Spiegel Online” nachgefragt, was es mit dem Video auf sich hat: Die in der Aufnahme zu sehenden Personen waren Inder, die kein Deutsch verstanden. Nachdem ihre Personalien festgestellt wurden, ließ die Polizei sie gehen.

Nun kommt die “Compact”-Zeugensuche wieder ins Spiel. Einen Tag nach der Veröffentlichung des Aufrufs meint Redakteur Marc Dassen, der bereits für die Berichte zum Münchner Amoklauf verantwortlich war, einen Zeugen gefunden zu haben:

Screenshot Compact - Von Depression keine Spur: Compact sprach mit Nachbar des Amokfahrers Jens R.

Egon T. (Name geändert) war einige Zeit direkter Nachbar von Jens R. in einer seiner vier Wohnungen. Was er uns erzählte, passt so gar nicht zur Suizid-Story der Massenmedien.

In einer späteren Version relativiert die Redaktion intransparent wie gewohnt das “so gar nicht” zu einem “auf den ersten Blick”.

In seinem Artikel erzählt Dassen, dass er bei einem Mann, der sich als Nachbar von Jens R. ausgibt, angerufen hat. Und was hat dieser nun über Jens R. zu berichten, was “so gar nicht zur Suizid-Story der Massenmedien” passt?

Er sei “immer nett und freundlich” gewesen, “ganz normal halt”, “aufgeschlossen”, so T. Von depressivem Verhalten war “gar nichts zu spüren”. Das könne T. mit Sicherheit sagen, da er selbst bereits unter Depressionen zu leiden hatte und deshalb wisse, wie man sich da fühle.

Eine einzige per Telefon übermittelte Ferndiagnose eines nur oberflächlich mit dem Täter bekannten Laien-Psychologen ist für “Compact” glaubwürdiger als Ermittler der Polizei und ein Großteil der Medien.

Am 12. April schreibt Marc Dassen einen weiteren Text zur Tat in Münster:

Screenshot Compact - Zum Fall Münster: Wer war Jens R. - und wenn ja wie viele?

Es geht ihm vor allem ums Fragenstellen — beziehungsweise um ein vermeintliches Fragen-Tabu: Das Stellen offener Fragen sei verpönt und “der Verschwörungssucht verdächtig”. Bezogen auf den Brief von Jens R. schreibt Dassen:

Darf man fragen, wie die Medien an diese Schriftstücke rangekommen sind? Müssten diese als wichtige Beweismittel nicht zuerst einmal unter Verschluss gehalten werden, um eine mediale Spekulationsblase zu vermeiden? Auch solche Fragen traut man sich kaum zu stellen. Ist halt so. Finde dich damit ab. Fall erledigt. Basta. Wer sich dennoch nicht zufrieden geben will, der wird gerne mit Aluhut-Vorwürfen konfrontiert — oder wie zuletzt auch oft gesehen: Als notorischer Ausländerfeind bezeichnet, der es nicht ertragen kann, dass diesmal kein Muslim als Täter in Frage kommt.

Nur noch mal fürs Protokoll: Marc Dassen arbeitet in einer Redaktion, die es kaum erwarten konnte, einen Muslim als Täter von Münster präsentieren zu können.

Der “Compact”-Autor meint, weitere Fragen gefunden zu haben, die man kaum noch stellen dürfe, die allerdings schon längst gestellt worden sind. Etwa, wie der Täter an die Waffe gekommen ist. Das wollen nicht nur seriöse Journalisten wissen, auch die Polizei Münster stellt diese Frage. Oder, warum Jens R. Menschen tötete und verletzte, wenn er eine Suizidabsicht hatte. Auch das wurde bereits ausführlich thematisiert.

Schließlich äußert sich auch “Compact”-Chefredakteur Jürgen Elsässer zur Amokfahrt in Münster. Nachdem zwei Tage zuvor die dpa meldete, dass die Polizei weitere Projektile im Tatfahrzeug gefunden habe, die Untersuchung dazu aber noch nicht abgeschlossen sei, titeln er und seine Redaktion:

Screenshot Compact - Sensation: Weitere Projektile in Münsteraner Killer-Van gefunden. Wer schoss? Magic bullets wie bei JFK

Erstmal: Das Aufmacherfoto in Elsässers Beitrag zeigt den Tatort eines völlig anderen Verbrechens, auf das der Artikel nicht Bezug nimmt. Im Text verrät der “Compact”-Chef dann seine Entdeckung: Parallelen zum Mord an John F. Kennedy und zum NSU, zu dessen Ende er noch mal eine ganz eigene Theorie parat hat:

Erinnerungen werden wach: Zum Beispiel an den Kennedy-Mord am 22. November 1963, als die These vom Alleintärer (sic) Lee Harvey Oswald durch die kriminaltechnische Untersuchung — Stichwort: Magic Bullet — erschüttert wurde. Und vor allem an den sogenannten Selbstmord von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos am 4. November 2011: Die Patronenhülsen am Tatort weisen darauf hin, dass ein dritter Mann die beiden hingerichtet hat.

Zum Abschluss seines Artikels schreibt Elsässer, kein Witz:

Und nun Münster. Warten wir ab, was die weiteren Ermittlungen bringen. COMPACT wird nicht vorab wilde Theorien in die Welt setzen.

How to: Klickfischen am rechten Rand

Sie wollen ein Medium mit riesiger Reichweite werden? Sie wollen viral gehen, Sie wollen geklickt werden, Sie wollen saumäßig viel Asche machen? Dann brauchen Sie eigentlich nur: Ausländer.

Ausländer funktionieren besser als Brüste, Fußball und Tiere zusammen. Da kommen die Likes und Shares und Werbeeinnahmen ganz von alleine, garantiert! Es gibt nur ein paar ganz einfache Regeln.

1. Nur bestimmte Ausländer sind schlimme Ausländer

Skandinavier zum Beispiel sind okay, Briten und Amerikaner auch, Niederländer eigentlich auch. Im Grunde sind alle in Ordnung, die keine Moslems sind. Und keinen zu dunklen Teint haben. Wenn also, sagen wir, eine japanische Hochzeitsgesellschaft irgendwo Randale macht, ist Ihnen das keine Schlagzeile wert.

Türkische Hochzeitsgesellschaft liefert sich illegales Autorennen auf A81

… allerdings schon.

2. Auch wenn nichts passiert, ist das eine Nachricht (solange Ausländer drin vorkommen)

Wenn zum Beispiel ein Café in Stuttgart ein paar Flüchtlingsheime dazu einlädt, doch mal zum gemeinsamen Singen vorbeizukommen, dann aber keiner kommt — ja lecko mio, Schlagzeile!

Flüchtlinge fehlen beim Singen mit Flüchtlingen

3. Weniger Fakten = Mehr Reichweite

Beispiel:

ABSCHIEBE-IRRSINN - Afghanen schicken uns diesen Terroristen zurück

Dass der Terrorist Deutscher ist, mit ihm also genau das passiert, was hier immer wieder für kriminelle Ausländer gefordert wird (Zurück in die Heimat!), sollten Sie in der Überschrift natürlich verschweigen.

Anderes Beispiel:

Bin-Laden-Leibwächter kassiert 1100 Euro Stütze

Was bloß nicht zu früh ersichtlich werden darf: Dass die „1100 Euro Stütze“ nicht nur für ihn, sondern auch für seine Frau und seine vier Kinder bestimmt sind. Und dass er nicht aus Spaß nicht abgeschoben wird, sondern weil ein deutsches Gericht ein „sehr hohes Risiko“ sieht, dass ihm in der Heimat „Folter und unmenschliche Behandlung“ drohen.

4. Noch weniger Fakten = Noch mehr Reichweite

Nehmen wir an, die Zahl der Terror-Hinweise von besorgten Bürgern an die Polizei nimmt stark zu. Es gibt also zum Beispiel mehr Nachbarn, die in ihrem Umfeld eine islamistische Radikalisierung wahrgenommen haben wollen. Die Polizei prüft diese Fälle, doch die meisten davon erweisen sich als „strafrechtlich nicht relevant“. Was schreiben Sie als Überschrift? „Verdacht auf Terror in den meisten Fällen unbegründet?“ Nee.

Zahl möglicher Terrorverdächtiger wächst stark – Kontrollverlust droht

Staatsschutz besorgt - Kontrollverlust droht: Zahl Terrorverdächtiger hat sich in NRW fast verdoppelt

STAATSSCHUTZ BEFÜRCHTET KONTROLLVERLUST - Zahl möglicher Terror-Verdächtiger steigt massiv

5. Kurz gesagt: Machen Sie es so wie „Bild“, „Welt“ und „Focus Online“

Das sind die absoluten Profis. Im Ernst jetzt. Alle oben gezeigten Artikel sind in einem dieser drei Medien erschienen. Sie wurden alle im letzten Monat veröffentlicht. Und sie gehörten allesamt zu den erfolgreichsten Artikeln in Sozialen Medien.

Wir wissen das, weil wir vier Wochen lang die Social-Media-Charts von 10000flies ausgewertet haben. Dort werden in einem täglichen Ranking die Artikel gelistet, die bei Facebook, Twitter und Google+ am häufigsten geteilt, geliked, verlinkt und kommentiert wurden.

Aus den Top 25 des Tages haben wir einen Monat lang die Artikel rausgesucht, die mit Ausländern/Flüchtlingen/Islam zu tun hatten. Und klar hatten wir damit gerechnet, dass es viele werden würden.

Damit hatten wir allerdings nicht gerechnet. Aus den Top 25 des jeweiligen Tages:

1. April
Weniger Ostern, dafür mehr Islam? Tichys Einblick
Kein Ostergruß der Kanzlerin und des Bundespräsidenten zum wichtigsten Hochfest der Christen Philosophia Perennis
Autobahn blockiert – Türkische Hochzeitsgesellschaft liefert sich illegales Autorennen auf A81 Focus Online
“Sind Sie fassungslos? Ich auch…”: Einbahnstraße Integration Philosophia Perennis
2. April
Regierungschef Netanjahu teilt mit – Israel siedelt Migranten aus Afrika auch nach Deutschland um Focus Online
Israel will Migranten nach Deutschland umsiedeln – Berlin weiß nichts Welt
Einigung mit UNHCR – UN-Organisation siedelt 16.000 afrikanische Flüchtlinge aus Israel in Westen um Focus Online
Irre: Maas holt Tausende Afrikaner von Israel nach Deutschland! Compact
Neumünster: Ehemann von FDP-Kandidatin im Vorstand der von Ankara gelenkten DITIB-Moschee Epoch Times
Integration: CDU-Politiker Jens Spahn für deutsche Moschee-Gemeinden Berliner Morgenpost
Migranten aus Afrika werden von Israel nach Deutschland umgesiedelt Welt
Einigung mit UNHCR: Israel schickt Migranten nach Deutschland n-tv
3. April
Deutsches Kind, islamische Pflegefamilie – ist das Integration? Welt
Prozess des Jahres: Angst vor IS-Terror OE24
Zehntausende unterstützen Petition gegen illegale Einwanderung Junge Freiheit
Seehofer will Hartz-IV-Empfängern den Familiennachzug verwehren Welt
Gewalt an Deutschlands Schulen eskaliert – die Deutschenfeindlichkeit auch Epoch Times
4. April
Sebastian Kurz kündigt Kopftuchverbot für Kindergarten und Schule an Welt
ÖVP & FPÖ fixieren Kopftuchverbot in Kindergärten Kronen Zeitung
Mohrenkopfhersteller: „Solange ich lebe, bleibt der Name“ Journalistenwatch
Ösi-Kanzler – Kurz will Kopftuchverbot für Kleinkinder Bild
Zahl der Salafisten in Deutschland hat sich verdoppelt Tagesspiegel
Kopftuch-Verbot in Kindergärten: Ganz einfach Kronen Zeitung
Stadt Köln zahlt horrende Mieten für Flüchtlinge WDR
Persisches Neujahrsfest eskaliert – Schlägereien, Schüsse, stinksaure Anwohner Bild
Wende in der Asylpolitik: Schweiz will Tausende Eritreer zurückschicken 20 Minuten
„Ganz einfach“: Österreich beschließt Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen Epoch Times
Verdopplung in fünf Jahren: Salafisten-Szene wächst rasant n-tv
5. April
Polizisten attackiert: FPÖ streicht Asylwerber nach Tat Grundversorgung Heute.at
«Deutschland kapituliert vor dem Islam» NZZ
Bizarre Liebe in Sachsen – Flüchtling (16) schlägt Erzieherin– jetzt Hochzeit! Bild
Köln – Horror-Miete! Flüchtlinge leben in Kölns teuerstem Zimmer Focus Online
„Der politische Islam hat hier nichts verloren!“ Kronen Zeitung
Den Frauen reicht es jetzt! Demo gegen Asylanten-Gewalt in Wien Wochenblick.at
Sozialarbeiterin vergewaltigt? Gericht spricht Asylbewerber in diesem Punkt frei Tag24
Islamforscher attestiert Merkel und Seehofer „bemerkenswerte Ignoranz“ Welt
6. April
Die Partei „Islam“ fordert nach Geschlecht getrennten Nahverkehr Welt
Österreich: Groß angelegte Abschiebungs-Aktion läuft Kurier
Österreich: Groß angelegte Abschiebungs-Aktion im Laufen Kurier
Kölner Politikerin verdient kräftig an Flüchtlingshotel Focus Online
Ärger in der CDU: Kölner Politikerin verdient kräftig an Flüchtlingshotel Express
Forderung nach islamischer Geschlechterapartheid mitten in Europa Belgische Islampartei: “Unser Ziel ist ein 100%iger islamischer Staat“ PI News
An Brennpunktschule im Ruhrgebiet – Lehrerin: „Schüler bestanden darauf, dass Allah die Welt erschuf“ Focus Online
7. April
Auswärtiges Amt gesteht: Ja, Merkel finanziert Islamisten in Syrien – hier sind die Fakten! Compact
Islamismus: Hunderte Extremisten beantragten Asyl Spiegel Online
Laut Bundesregierung – Fast jeder vierte Extremist ist Asylbewerber Bild
NRW-Plan – Kopftuch-Verbot für junge Mädchen Bild
Partei „Islam“ will Geschlechtertrennung in Öffis Kronen Zeitung
Berlin Neukölln: 113 minderjährige Flüchtlinge verursachen Kosten von mehr als 3 Mio. Euro im Monat Philosophia Perennis
8. April
Tausende in EU anerkannte Flüchtlinge beantragen Asyl in Deutschland Welt
Vertrag im Oktober 2017 unterschrieben Köln: CDU-Frau verdient an Flüchtlingshotel 32.500 Euro/Monat PI News
„Wer hier leben will, muss sich an unsere Werte halten“ Welt
9. April
Tausende in EU anerkannte Flüchtlinge beantragen Asyl in Deutschland Welt
Vorfall in Weinheim – Stadt weist vollverschleierte Frau in Bürgerbüro ab – OB verteidigt Vorgehen Focus Online
Für Flüchtlings-Zimmer – CDU-Politikerin bekommt 32 550 Euro pro Monat Bild
Beim „Singen mit Flüchtlingen“ kam kein einziger Flüchtling Journalistenwatch
Dänemark zeigt wie es geht: 3 Mahlzeiten für Asylbewerber pro Tag – mehr nicht Politikstube
Bin Salman: Europa erkennt die islamistische Gefahr nicht – Der Westen feierte sogar bin Laden als Widerstandskämpfer Epoch Times
Wenn die Sonne scheint in Islam-Germanistan Journalistenwatch
10. April
Somalische Piraten leben weiter in Hamburg Welt
Stadt appelliert an Gesetzgeber – Amt weist Frau mit Vollschleier ab Bild
Flüchtlinge fehlen beim Singen mit Flüchtlingen Welt
Zweieinhalb Jahre nach Willkommenseuphorie – Pfarrer klagt an: Weil es zu wenige Helfer gibt, greifen Flüchtlinge zu Drogen Focus Online
Bürgermeister setzte sich für möglichst hohen Tagessatz pro „Flüchtling“ ein Köln: CDU-Affäre um „Flüchtlingshotel“ weitet sich aus PI News
Auf diese Fürsprecherin können Muslime gut verzichten Welt
Marokkaner sticht auf Passanten ein – zwei Frauen getötet – er wollte Opfer enthaupten Politikstube
11. April
“Ausgegrenzt, weil ich Deutscher bin” Tagesspiegel
CDU-Kultusministerin Eisenmann: Grundschulkinder sollen Kopftuch tragen dürfen Journalistenwatch
„Keine Asylanträge mehr auf europäischem Boden“ Kronen Zeitung
Demos gegen Asylanten-Gewalt: Jetzt platzt den Frauen der Kragen! Wochenblick.at
12. April
Asylwerber sollen künftig für ihr Quartier zahlen Kronen Zeitung
Kein Familiennachzug – Syrer verlassen Deutschland wieder Bild
Stegner verspricht: Wir werden Deutschland weiter islamisieren! Journalistenwatch
Kindergeld-Betrug im großen Stil – totale Ahnungslosigkeit bei Merkel-Regierung Compact
Ditib-Moschee läßt Kinder in Kampfanzügen aufmarschieren Junge Freiheit
Kein Familiennachzug – Syrer verlassen Deutschland Welt
Antwort auf AfD-Anfrage Kindergeld-Betrug: Merkel-Regierung angeblich ahnungslos! PI News
Herford: Verstörendes Video: Kinder in Herford marschieren im Kampfanzug Neue Westfälische
Kriminelle Flüchtlinge in Mannheim: Intensivtäter aus dem Maghreb lügen bei Altersangabe Stuttgarter Nachrichten
13. April
“Randalierer” greift Bäckerei und Polizisten an – 19-jähriger Afghane erschossen Osthessen News
AfD-Antrag zur Altersfeststellung durch CDU, FDP, SPD und Grünen abgelehnt Journalistenwatch
Staat zahlt 2,4 Mio. Euro – Politikerin kassiert auch für leeres Flüchtlings-Hotel Bild
14. April
Mut-Frauen von Wien: So lief die Demo gegen Asylanten-Gewalt! Wochenblick.at
Hunderte Menschen demonstriere gegen Flüchtlinge Tag24
15. April
Moslem: „Die Deutschen müssen den Islam annehmen!“ Journalistenwatch
“Ihr könnt in Euren Ländern f*****!” Robert Geiss rastet auf Instagram aus Tag24
Kriminelle Großfamilien – Schutzgelderpressung, Raub, Mord: Die Macht der Libanesen-Clans wächst Focus Online
Hamed Abdel-Samad: Das Märchen von der gelungenen Integration Tichys Einblick
16. April
Kickl geht gegen “Asyl-Urlauber” vor OE24
Fast alle ausländischen Straftäter bleiben im Land Welt
Linz: Schwarzer randaliert und prügelt Polizistin halbtot! Wochenblick.at
17. April
Täter gefasst – Straßenbahn-Schläger hatte sieben Identitäten Bild
Bielefeld: Bielefelder Polizei soll Bezeichnung “südländisch” in Fahndungsaufrufen unterlassen Neue Westfälische
„Die junge afghanische Community ist sehr wütend“ Welt
Jetzt schlägt es 13! Gefühlvoller Umgang mit muslimischen Straftätern wird Pflicht Politikstube
Nach Todesschuss auf Afghanen: Party-Jugend von Fulda stellt sich demonstrativ hinter Polizei Philosophia Perennis
Flüchtlinge verkaufen deutsche Papiere im Internet Basler Zeitung
Handel mit Dokumenten: Warum Flüchtlinge ihre Identitäten verkaufen Spiegel Online
Handel in sozialen Netzwerken: Flüchtlinge verkaufen wohl deutsche Papiere n-tv
Kopftuchverbot: Kinder halten für Protest her Kronen Zeitung
18. April
Flüchtlinge protestieren für besseres Essen und mehr Taschengeld Welt
Asylbewerber demonstrieren vor Brucker Rathaus – Situation eskaliert Merkur
Kinder stellten Schlacht nach: Kurz droht Moscheeverein mit Auflösung n-tv
Er schrie “Christenschweine” und bekam dafür vom Richter klare Ansage Tag24
Großeinsatz in Fürstenfeldbruck: Asylbewerber demonstrieren vor Rathaus – ein verletzter Polizist Epoch Times
Österreich plant, Bargeld von Flüchtlingen einzuziehen Welt
Bei Einreise – Österreich verschärft Asylrecht: Flüchtlingen werden bis zu 840 Euro abgenommen Focus Online
Asylbewerberin rastet aus und sticht auf einen Polizisten ein Tag24
19. April
EU-Umsiedlungsprogramm: Merkel bestellt Nachschlag von 10.000 Migranten Compact
Wir brauchen Rente mit 70 – oder 500.000 Zuwanderer im Jahr Welt
Österreich will Bargeld und Handys von Flüchtlingen einziehen T-Online
Deutschland nimmt 10.000 Umsiedlungsflüchtlinge auf Welt
EU-Programm – Deutschland nimmt 10 000 Flüchtlinge auf Bild
Tulln: Nach Freispruch folgt nun die sofortige Abschiebung Kurier
EU drängt auf baldiges Ende der Grenzkontrollen Kronen Zeitung
EU-Umsiedlungsprogramm: Deutschland nimmt 10.000 Flüchtlinge auf Tagesschau
Fürstenfeldbruck – „Druck erzeugt einen brodelnden Kessel“: Flüchtlinge legen bei Demo Stadt lahm Focus Online
Seehofer knickt mal wieder ein und fährt Grenzkontrollen zurück Journalistenwatch
Bundesregierung siedelt 10.000 Araber und Nordafrikaner nach Deutschland um Philosophia Perennis
20. April
Kurz: „Dulde keinen türkischen Wahlkampf bei uns!“ Kronen Zeitung
Wie ein Asylverfahren in Deutschland abläuft Sächsische Zeitung
Abschiebung, auch wenn Täter hier geboren sind Kronen Zeitung
Verdacht auf weitreichenden Korruptionsskandal im Bamf Süddeutsche Zeitung
Katholischer Kindergarten in Heidelberg: 16-jährige Praktikantin mit Kopftuch heimgeschickt Rhein-Neckar-Zeitung
Asylentscheide ohne rechtliche Grundlage positiv beschieden – Verdacht auf Korruptionsskandal im Bamf Focus Online
21. April
Österreich zeigt, wie’s geht: Mehr Netto für Familien, weniger Kohle für Asylanten Compact
Neu gebautes Wohnhaus für „Flüchtlinge“ – Tiefgarage, Fußbodenheizung, Hausmeisterservice Politikstube
Ali jammert: „Ich habe kein Vertrauen mehr in die Deutschen“ Politikstube
Man kann nicht Schutz erbitten und Juden angreifen Welt
Hört, hört: Seehofer will abgelehnten Asylbewerbern Geldleistung streichen Journalistenwatch
Randaliert und Kirche in Brand gesteckt: Polizei nimmt Somalier (28) fest Wize.Life
22. April
Islamdebatte: Die unerträgliche Waschlappigkeit der deutschen Politik Spiegel Online
Neues Wohnhaus mit Tiefgarage, Fußbodenheizung und Hausmeisterservice – Flüchtlinge ziehen im Juni ein Epoch Times
Merkel beklagt „neue Formen von Antisemitismus“ durch Flüchtlinge Welt
Wegen Ramadan: Abi-Büfett erst nach Sonnenuntergang Journalistenwatch
Staatsschutz ermittelt: Flüchtling randaliert in Kirche Tag24
Interview mit israselischem Sender – Merkel beklagt „neue Formen des Antisemitismus“ durch Flüchtlinge Focus Online
Polizeibekannte Flüchtlinge rauben Radfahrer im Tiergarten aus Tagesspiegel
23. April
Seit 1997 in Deutschland – So viel Stütze kassiert bin Ladens Leibwächter Bild
Beamte setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein – Protest gegen Abschiebung eskaliert: 60 Menschen umzingeln Streifenwagen Focus Online
Erneut stürmen Migranten eine europäische Grenze Kronen Zeitung
Weltbank: Überweisungen von Migranten in die Heimat nehmen stark zu Epoch Times
24. April
Intensivtäter kommt glimpflicher davon – Richter verkürzt Strafe wegen „Haftempfindlichkeit“ Bild
Sami A. aus Bochum – Ex-Leibwächter bin Ladens kann nicht abgeschoben werden – und kassiert weiter Hilfeleistungen Focus Online
Der nächste Tote: Merkels Killer-Islamisten berauben und ersäufen Jungen im Fluss Halle-Leaks.de
Ungarn nimmt keine illegalen Einwanderer auf – egal wie sehr sich EU und Soros bemühen Epoch Times
Pensionisten sollen mehr bekommen als Flüchtlinge Kronen Zeitung
Al-Qaida: Bin Ladens Ex-Leibwächter bezieht 1167 Euro monatlich WAZ
Italien: Flüchtlingshelfer „am Boden zerstört“ – sie bekommen ihr Schiff nicht zurück Journalistenwatch
Deutsche ISIS-Frauen – Warum kommen die zurück? Bild
Kriminologe: „Wer schlecht mit Flüchtlingen umgeht, kriegt’s zurück!“ Wochenblick.at
25. April
Richter verkürzt Strafe – „Haftempfindlich“, weil er kein Deutsch kann! Bild
Syrien: Deutschland gibt eine weitere Milliarde Euro Web.de
Flüchtlingshilfe – Deutschland gibt eine Milliarde Euro zusätzlich für Syrien Focus Online
26. April
Zwei IS-Frauen kehren mit Kindern nach Deutschland zurück Welt
Richter kürzt Haftstrafe – Wie kann so einer „haftempfindlich“ sein? Bild
Abschiebe-Irrsinn – Afghanen schicken uns diesen Terroristen zurück Bild
Senioren-Skatrunde muß moslemischen Frauen weichen Junge Freiheit
27. April
Gastbeitrag von Linda Teuteberg – Nach dem BAMF-Skandal: Einwanderung und Integration endlich neu ordnen Focus Online
Libanese tötete SEK-Mann – Polizisten-Mörder darf nicht abgeschoben werden Bild
Bundeskanzler Kurz, Österreich: „Flüchtlinge bekommen mehr als Rentner, das wollen wir jetzt ändern“ Epoch Times
Bundesregierung alarmiert – Assad plant Enteignung von Flüchtlingen Bild
Zahlen nicht gemeldet: Berlins Ausländerbehörde vergisst 200.000 EU-Bürger Berliner Morgenpost
28. April
„Mädchen mit Kopftüchern bereichern das Stadtbild“ Kronen Zeitung
Flüchtlinge, die Pfleger werden, sollen bleiben dürfen Welt
Jeder vierte Berliner ist ein Ausländer B.Z.
Nigerianer zwei Tage nach Abschiebung wieder in Deutschland Epoch Times
Köln – Flüchtlings-Unterkunft: Weiterer Fall bei Kölner CDU Focus Online
1750 Euro pro Tag: Flüchtlings-Unterkunft: Weiterer Fall bei Kölner CDU Express
Vilimsky betont: Wir müssen Illegale in ihre Heimat zurückführen Wochenblick.at
29. April
Jeder Zweite scheitert am Deutschtest FAZ
BILD macht den Test – Wie lange hängt eine Israel-Fahne? Bild
Will Muslime nicht verärgern: Würzburger Hochschulpfarrer kämpft gegen Kreuze in Bayerns Behörden Philosophia Perennis
„Deutschland verrecke“ in den Alltag integrieren – Bündnis 90/Die Irren: Wer Pfleger wird soll Bleiberecht erhalten PI News
Habeck lockt Flüchtlinge – »Wer Pfleger wird, soll bleiben dürfen Bild
30. April
Mann reißt elfjährigem Mädchen Kopftuch herunter Welt
Slowenische Regierung: 50.000 Asylwerber jetzt auf dem Weg Richtung EU! Wochenblick.at
Türkischer Wahlkampf in Deutschland – Grünen-Politikerin Roth kritisiert Auftrittsverbot für Erdogan Focus Online
„Kein Ausdruck starker Demokratie“: Claudia Roth kritisiert Wahlkampf-Verbot für ausländische Politiker Epoch Times

Fast 200 Ausländer-Artikel in einem einzigen Monat.

Tausendfach geteilt, geliked und kommentiert; von AfD, Pegida und Co. in die letzten Winkel der Sozialen Medien herumgereicht. Und auch wenn Medien wie “Compact”, “PI News” und “Epoch Times” große Teile des rechten Reichweitenmarktes bestimmen — noch erfolgreicher sind “Welt” (24 Artikel), “Bild” (21) und “Focus Online” (19).

Schon vor einem Jahr wertete die “Süddeutsche Zeitung” über eine Million Facebook-Likes aus. Unter den beliebtesten Medien von AfD-Anhängern: “Welt” und “Focus Online”. Schon damals fiel der “SZ” auf …

… dass insbesondere Focus Online häufig Kommentare, Gastbeiträge oder Interviews verlinkt, die sich – vorsichtig ausgedrückt – kritisch mit Flüchtlingen und Zuwanderern, dem Islam, der Türkei und anderen Themen beschäftigen, mit denen die AfD besonders stark mobilisiert.

Die Teaser der Beiträge sind gerne zugespitzt, Berichte über Straftaten nennen die Herkunft der Tatverdächtigen teils schon in der Überschrift. Dementsprechend regelmäßig sammeln die Facebook-Posts dann auch ein paar hundert oder tausend wütende Reaktionen und werden hundertfach geteilt und kommentiert. Auffallend oft finden sich diese Links in Timelines von AfD-Sympathisanten oder in offenen und geschlossenen Facebook-Gruppen mit eindeutig rechter bis rechtsextremer Ausrichtung.

Machen Sie es also wie Springer und Burda! Übertreiben Sie, wo Sie nur können. Unterschlagen Sie Fakten. Scheißen Sie konsequent auf journalistische Standards. Und die Klicks der Fremdenfeinde sind Ihnen gewiss.

Julian Reichelt und der rechte Hetz-Account (2)

Wir müssen noch mal über den Twitter-Account @DoraGezwitscher sprechen, den “Bild”-Chef Julian Reichelt vergangene Woche retweetet hat. Das Schlimme war gar nicht, dass Reichelt Inhalte eines Accounts verbreitet, der immer wieder lügt, hetzt, desinformiert und Stimmung gegen Ausländer macht. Das kann im Twittertempo mal passieren. Erschreckend war, wie Reichelt auf die Kritik daran reagierte: Am Ende forderte er Beweise, dass hinter @DoraGezwitscher ein “professionell organisiertes, rechtsextremes Netzwerk” steckt — kleiner geht es bei ihm nicht, bevor er zugeben könnte, dass es sich um einen ganz üblen Twitteraccount handelt.

Ob die Person (oder die Gruppe) hinter @DoraGezwitscher rechtsextrem, rechtsradikal oder Teil eines organisierten Netzwerks ist, können wir auch nicht sagen. Wir wollen Julian Reichelt aber doch noch einmal zeigen, was für eklige Inhalte in diesem Kanal auftauchen. Alle Beispiel in diesem Beitrag stammen aus 2018.

***

Der schreckliche Tod der 14-jährigen Keira in Berlin war auch bei @DoraGezwitscher Thema. Dort war zu lesen:

Screenshot eines Tweets von Dora Gezwitscher - Zitat: Anwohner hätten von einem lauten Streit und Türenschlagen berichtet. Zwei weitere Augenzeugen haben einen arabisch aussehenden Mann aus der Wohnung laufen sehen.

Auf Nachfrage, woher diese Behauptung stamme, antwortet @DoraGezwitscher mit einem Link zu einem “Bild plus”-Text. In diesem Artikel steht allerdings gar nichts von einem “arabisch aussehenden Mann”. Stattdessen:

Doch Keira hörte nicht auf ihn. Gegen 15 Uhr schick­te sie ihrem Kum­pel noch ein Sel­fie von sich und ihrem Date per Snap­chat. “Das muss auf ihrem Heim­weg ge­we­sen sein. Der Weg von der Stra­ßen­bahn zu ihrer Wohnung”, sagt er.

Bei Snap­chat wer­den Fotos nicht ge­spei­chert. “Wenn ich ge­wusst hätte, was pas­siert, hätte ich einen Screen­shot gemacht”, so der Be­kann­te. Er kann­te den Ju­gend­li­chen nicht. “Er trug einen blau­en Ka­pu­zen­pul­li mit Ni­ke-Auf­schrift, war einen Kopf grö­ßer als Keira, hatte kurze dun­kel­blon­de Haare und trug eine Bril­le ohne Rah­men”, er­in­nert er sich.

Inzwischen ist bekannt, dass der geständige Täter Deutscher ist.

Das Zitat, das @DoraGezwitscher veröffentlicht hat, gibt es aber tatsächlich. Es stammt nicht von Bild.de, sondern von “Anonymous News”, einer grässlichen Hetzer-Seite mit aktuellen Artikeln wie “Spiel und Spaß in Auschwitz: Fußball und Bordellbesuche — Das andere Leben der KZ-Häftlinge”, “Kulturelle Bereicherung: Wie Muslime durch traditionellen Inzest unsere Gesellschaft belasten” oder “BRD-Gesinnungsjustiz: Deutscher erhält 10 Jahre für Silvester-Böller — IS-Mörder 22 Monate Bewährung” (mit dem “Böller”-Deutschen sind die Mitglieder der rechtsterroristischen “Gruppe Freital” gemeint).

Sie sehen, Julian Reichelt: Bei @DoraGezwitscher handelt es sich um einen Account, der auf Hetz-Portale zurückgreift, der Lügen verbreitet und mit diesen Lügen Stimmung gegen Ausländer machen will.

@DoraGezwitscher hat den Tweet inzwischen gelöscht.

***

Ein weiteres großes Feindbild von @DoraGezwitscher: der öffentlich-rechtliche Rundfunk, speziell “Tagesschau” und “Tagesthemen”. Der Account twitterte unter anderem diese vermeintliche Enthüllung (ein paar Tage später noch einmal in ganz ähnlicher Form):

Screenshot eines Tweets von Dora Gezwitscher - Alternative Fakten gab es in der Politik schon immer. Wer die Wahlerfolge von Trump oder der Afd so rechtfertigt, versteht den Souverän nicht. Dieser Tagesthemen Kommentar wird neuerdings in der ARD Mediathek zensiert. Warum?

In dem 49-Sekunden-Video ist ein etwas kruder Zusammenschnitt eines “Tagesthemen”-Kommentars von Alois Theisen vom 10. November 2016 zu sehen. Mit Hilfe von Einblendungen behauptet @DoraGezwitscher, dass es “Zensur in der ARD Mediathek” gäbe. Theisen sagt in diesem Zusammenschnitt:

Das Zeitalter des Postfaktischen, es ist eine weitere hilflose Formel, hinter der sich nur eines verbirgt: Viele schlaue Welterklärer verstehen die Welt nicht mehr.

Dann erscheint eine “Tagesthemen”-Tafel, Theisen ist kurz nicht mehr zu hören und spricht dann weiter:

… biger Dummheit oder Borniertheit der Wähler gegenüber Fakten erklärt, der beweist für mich nur eines: eine unerträgliche Arroganz gegenüber dem Souverän im Staate, dem Volk, und damit auch gegenüber den Wählern und deren Vernunft.

Das soll laut Einblendung die “zensierte Version” gewesen sein. Direkt im Anschluss kommt laut @DoraGezwitscher Theisens “Originalkommentar”:

Wer den Wahlsieg von Donald Trump, das Votum der Briten für den Brexit und die Erfolge der AfD in Deutschland mit gutgläubiger Dummheit oder Borniertheit der Wähler gegenüber Fakten erklärt, der beweist für mich nur eines: eine unerträgliche Arroganz gegenüber dem Souverän im Staate, dem Volk, und damit auch gegenüber den Wählern und deren Vernunft.

Die ARD soll also wohl den Teil “Wer den Wahlsieg von Donald Trump, das Votum der Briten für den Brexit und die Erfolge der AfD in Deutschland mit gutgläubiger” rausgeschnitten haben.

Die “Tagesthemen”-Ausgabe von damals ist bei tagesschau.de noch online abrufbar. Moderatorin Pinar Atalay kündigt den Kommentar (ab Minute 14:43) mit den Worten an: “Donald Trump und den Siegeszug des Populismus kommentiert jetzt Alois Theisen vom ‘Hessischen Rundfunk'”. Und Theisen sagt dann:

Leben wir tatsächlich im Zeitalter der Lüge, wie man den vornehmer klingenden Begriff der Ära des Postfaktischen übersetzen könnte? Ich denke, es ist nur der hilflose und untaugliche Versuch, die sich häufenden unerwarteten Wahlentscheidungen zu erklären. Warum sollten sich Wähler heute leichter belügen lassen als früher? Verfügen wir nicht über mehr Informationsquellen als je zuvor? Und noch nie wurden Aussagen von Politikern so häufig und von verschiedenen Seiten überprüft wie heute.

Nein, Lügen gab es in der Politik wie im Privaten zu allen Zeiten. Wer anderes behauptet, verklärt nur die angeblich gute alte Zeit. Wer den Wahlsieg von Donald Trump, das Votum der Briten für den Brexit und die Erfolge der AfD in Deutschland mit gutgläubiger Dummheit oder Borniertheit der Wähler gegenüber Fakten erklärt, der beweist für mich nur eines: eine unerträgliche Arroganz gegenüber dem Souverän im Staate, dem Volk, und damit auch gegenüber den Wählern und deren Vernunft.

Die politischen Verhältnisse entwickeln sich vielleicht anders, als es manche Meinungsmacher gerne hätten. Aber womöglich leben sie selbst im Zeitalter des Postfaktischen, sehen und verstehen die entscheidenden Fakten nicht, unter denen die Wähler leben und arbeiten. Und auch nicht ihre Sorgen, Ängste und manchmal auch Panik vor dem rasanten Wandel in der Welt.

Mit Ängsten und Stimmungen wurde auch schon immer Politik gemacht, mit der vor der Atomenergie zum Beispiel. Was dort billig war, sollte auf der anderen Seite nicht falsch sein. Das Zeitalter des Postfaktischen, es ist eine weitere hilflose Formel, hinter der sich nur eines verbirgt: Viele schlaue Welterklärer verstehen die Welt nicht mehr.

Keinerlei Zensur, alles noch drin.

Der Tweet von @DoraGezwitscher ist das, was man völlig zurecht “Fake News” nennen kann: eine bewusste Lüge, um eine Agenda zu verfolgen.

Als Sie, Julian Reichelt, und Ihr Team vor Kurzem auf die “Titanic” reingefallen sind, schrieben Sie unter anderem:

Meine Meinung: Natürlich darf Satire so etwas, aber sie versucht sich hier zu profilieren, indem sie journalistische Arbeit bewusst zu diskreditieren versucht.

Die Tweets von @DoraGezwitscher sind zwar keine Satire, aber die Person hinter dem Account “versucht sich hier zu profilieren, indem sie journalistische Arbeit bewusst zu diskreditieren versucht.”

***

@DoraGezwitscher schießt mit unlauteren Mitteln nicht nur gegen Gruppen und TV-Sendungen, sondern auch gegen Einzelpersonen.

Der Account hat zum Beispiel diesen kurzen Videozusammenschnitt über die Rapperin Sookee veröffentlicht:

Screenshot eines Tweets von Dora Gezwitscher - Die ZDF Expertin gegen Hatespeech Sookee im Interview mit MC Bogy:

Schaut man sich das 14-sekündige Video an, sieht man, dass nicht Sookee sagt “Schieß auf AfD-Wähler mit Hohlmantelgeschossen”, sondern der von ihr interviewte MC Bogy, der damit einen seiner Texte zitiert.

Anderes Beispiel: Über Journalist Fiete Stegers schreibt @DoraGezwitscher:

Screenshot eines Tweets von Dora Gezwitscher - Der Faktenfinder Fiete Stegers retweetet einen Politiker der Linkspartei und wiederholt dessen Liebeserklärung: Danke, liebe Antifa!

Erstens: Stegers war früher beim ARD-“Faktenfinder”, wie man auch in dem Screenshot von @DoraGezwitscher lesen kann. Und zweitens: Das “Danke, liebe Antifa” ist keine Liebesbekundung an die “Antifa”, sondern das Zitat eines “Tagesspiegel”-Artikels, der exakt mit diesen Worten überschrieben ist.

Und noch ein Beispiel, das zeigt, wie verzweifelt @DoraGezwitscher nach Schmutz sucht, den man auf Mitarbeiter des ARD-“Faktenfinders” werfen kann:

Screenshot eines Tweets von Dora Gezwitscher - Der Faktenfinder Chef Patrick Gensing diskriminiert spastisch behinderte Menschen, indem er Spacko als Schimpfwort benutzt. Bitte nicht retweeten. Sonst kommen Niggi und das Team Gensing
Screenshot des Tweets von Patrick Gensing, den Dora Gezwitscher kommentiert - Sagt den Spacken uns geht es prima vielleicht sieht man sich mal wieder. Aber nicht in diesem Leben

Bei dem Text, den Patrick Gensing getwittert hat, handelt es sich um eine Passage aus einem Song der Band “Rantanplan”. Und noch viel wichtiger: “Spacken” hat nichts mit “spastisch behinderten Menschen” zu tun, wie @DoraGezwitscher behauptet. Es bedeutet “dumme Menschen”.

Sie sehen, Julian Reichelt: @DoraGezwitscher verdreht, verbiegt, verschweigt Kontexte, desinformiert.

Den Tweet zu Patrick Gensing hat @DoraGezwitscher inzwischen gelöscht.

***

@DoraGezwitscher bezeichnet Deniz Yücel als Rassisten:

Screenshot eines Tweets von Dora Gezwitscher - Der rassistische Satiriker #DenizYuecel wird vom #Bundestag gefeiert, der rassistische Satiriker Uwe Osterag wurde zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt.

Sie sehen, Julian Reichelt: @DoraGezwitscher beteiligt sich an der stramm rechten Stimmungsmache gegen Ihren Kollegen bei “Springer”.

Julian Reichelt und der rechte Hetz-Account

Ein Blick auf Julian Reichelts Twitter-Account ist ja immer ein schauriges Erlebnis. Aber in den vergangenen zwei Tagen war es dort besonders schaurig.

Alles fing an mit einem Retweet Reichelts:

Screenshot von Reichelts Retweet - Der Account DoraGezwitscher twitterte Feine Sahne Fischfilet hat Songtexte wie Deutschland ist Scheiße, Deutschland ist Dreck. Für den Faktenfinder-Leiter Patrick Gensing eine stilsichere Mischung

Vielleicht erstmal zu “Feine Sahne Fischfilet”. Die Punkband hat viele Fans, aber auch viele Feinde. Sie tauchte wegen ihrer “explizit anti-staatlichen Haltung” im Verfassungsschutzbericht 2011 des Landes Mecklenburg-Vorpommern auf. Sie leistet aber auch wichtige Arbeit gegen Rechtsextremismus und nationalistische Tendenzen im Osten des Landes. Die Bandmitglieder organisieren Konzerte und Kundgebungen in Kleinstädten und Dörfern. Sie stellen sich sehr engagiert dem Rechtsruck in Mecklenburg-Vorpommern entgegen.

Patrick Gensing, der beim “Faktenfinder” der “Tagesschau” Lügen und Fälschungen nachrecherchiert, findet die Musik von “Feine Sahne Fischfilet” offenbar gut. Jedenfalls twitterte er in der Vergangenheit häufiger Fotos von Konzerten der Band. Für seine Arbeit beim “Faktenfinder”, bei der er immer wieder auch Falschmeldungen aus der rechten Ecke enttarnt, wird Gensing regelmäßig und massiv mit Schmutz beworfen.

Dieser Schmutz kommt unter anderem von dem Account, den “Bild”-Chef Julian Reichelt retweetet hat. @DoraGezwitscher sucht sich für seine Kampagne gern alte Tweets von Patrick Gensing raus (im aktuellen Fall eben aus dem Februar 2016) und schießt damit gegen den Journalisten. Nun hieß der Account @DoraGezwitscher nicht immer @DoraGezwitscher, sondern wohl auch mal @DoraBromberger. Unter dem Namen der von den Nazis ermordeten jüdischen Malerin Dora Bromberger verbreitete der Account unter anderem Lügen über die “Oktoberfest Bilanz der Polizei München”, um damit Stimmung gegen Ausländer zu machen. Mit einem gefälschten Foto machte er die Vorsitzende der “Jungen Union” Hamburg zur Antifa-Steinewerferin. Solche Tweets waren eher Regel als Ausnahme.

Inzwischen gibt es dasselbe rechte Hetz-Programm eben unter dem Namen @DoraGezwitscher (um es noch komplizierter zu machen: Es gibt noch einen inhaltlich wie optisch sehr, sehr ähnlichen Account mit dem Namen @DorasZwitschern). Dort ärgert sich der anonyme Autor beispielsweise darüber, dass ein AfD-Politiker aufgrund seines Schimpfworts “Merkelnutte” als “Schande für den Bundestag” bezeichnet wird. Für die Tweets bekommt @DoraGezwitscher viel Applaus von Rechts und noch weiter Rechts.

Julian Reichelt verbreitet also einen Tweet dieses Accounts gegen Patrick Gensing und verschafft ihm damit beachtliche zusätzliche Reichweite. Nun kann es ja mal passieren, dass man bei Twitter einen Beitrag entdeckt, der einem ganz gut in den Kram passt, ihn schnell retweetet — und schon ist man Multiplikator für jemanden, mit dem man eigentlich nichts zu tun haben möchte. Die entscheidende Frage ist dann, wie man mit dieser Situation umgeht. Reichelt zeigt ganz eindrucksvoll, wie man es auf gar keinen Fall machen sollte und wie man sich immer weiter reinreitet. Angesprochen auf die Ausrichtung von @DoraGezwitscher, schreibt der “Bild”-Chef:

Screenshot eines Tweets von Julian Reichelt - Meine Position ist, dass mein RT nichts mit der Person zu tun hat, dass ich in keiner Verbindung stehe und keine Agenda unterstütze. Herr Gensing sollte schlicht seine Sicht auf FSF erläutern. Der Screenshot wirft nunmal Fragen auf. Und dieser RT-Gesinnungsfuror ist schrecklich

Das muss man auch erstmal schaffen: Anderen Leuten “Gesinnungsfuror” vorwerfen und im selben Tweet von einer Person verlangen, dass sie jetzt doch mal bitte ihren Musikgeschmack erklären soll (für das inzwischen eingestellte “Bild”-Jugendportal “BYou” ist “Feine Sahne Fischfilet” übrigens eine Band, die sich “für mehr Menschlichkeit und Solidarität” einsetzt).

Es folgte dann ein Hin und Her zwischen Reichelt und seinen Kritikern. Interessant war dabei die Taktik des “Bild”-Chefs: Er legte die Messlatte, ab wann das nun wirklich zu weit geht, was bei @DoraGezwitscher passiert, immer ein Stückchen höher. Während Leute ihn anfangs darauf hinwiesen, dass es sich um einen bekannten rechtspopulistischen Account handelt, und ihm dafür Belege lieferten, wollte Reichelt Beweise, dass @DoraGezwitscher rechtsextrem ist. Später wollte er Beweise, dass hinter @DoraGezwitscher ein “professionell organisiertes, rechtsextremes Netzwerk” steckt. Es reicht Julian Reichelt offenbar nicht, dass @DoraGezwitscher (beziehungsweise früher @DoraBromberger) auf übelste Weise und mit falschen Fakten gegen Ausländer hetzt. Es muss bei ihm schon ein “professionell organisiertes, rechtsextremes Netzwerk” sein, damit er sagt: “Ja, stimmt, war nicht die beste Idee.” Julian Reichelt hat den Retweet inzwischen still und leise gelöscht, er folgt dem Account @DoraGezwitscher nun allerdings.

Wie man so eine Situation auch handhaben kann, zeigt einer von Reichelts Vorgängern bei “Bild”: Kai Diekmann. Als der vor zweieinhalb Jahren — ob nun absichtlich oder aus Versehen — dem Twitter-Account der sehr rechten “Jungen Freiheit” gefolgt ist, reagierte er auf die Kritik daran so:

Screenshot eines Tweets von Kai Diekmann - Das war ein Versehen! Passiert hoffentlich nicht wieder. Tut mir aufrichtig leid!

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber!

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