Suchergebnisse für ‘LINK’

Allgemein  

Tipp: Die schwarzen Dinger links und rechts

Tja. Wie viele Fotos hätte der Bild.de-Autor noch in der Fotogalerie gebraucht, um nicht zu behaupten, an diesem getunten VW Passat Variant (siehe Ausrisse) seien keine Außenspiegel zu sehen?

Nachtrag, 19. Februar. Nach drei Tagen hat auch Bild.de sie entdeckt.

Danke an Dirk G., Alexander B. und Carsten M.!

Erdrutschsieg für Linkspartei bei Bild.de

Ein aufregender Wahlabend bei Bild.de:

Absolute Mehrheit für die NPD in Mecklenburg-Vorpommern?

Oder die Grünen im Landtag in Schwerin?

Die Linkspartei mit erdrutschartigen Gewinnen in Mecklenburg-Vorpommern?

Und auch der ganz große Gewinner in Berlin?

Hallo?

Danke an Dennis S. und Jonas!

Wehrhafter Journalismus, Preis mit Preis, Nuhr wegen Kunstfreiheit

1. Wege in den wehrhaften Journalismus
(taz.de, Nadia Zaboura)
Medienkritikerin Nadia Zaboura wirft deutschen Leitmedien eine Mitschuld am Erfolg des Rechtspopulismus vor, da diese fälschlicherweise an einem überholten Ideal von “Neutralität und Objektivität” festhalten würden. Der Journalismus müsse sich wieder als machtkritische und humanistische Infrastruktur verstehen. Zaboura fordert eine Abkehr vom “Journalism-as-usual”. In Zeiten der demokratischen Bedrohung müsse Journalismus zwingend antifaschistisch sein, um nicht in die Selbstabschaffung zu steuern.

2. Linke Aktivisten rechtfertigen Gewalt gegen Medienvertreter
(t-online.de)
Nach dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt am vergangenen Wochenende ziehe das linke Bündnis “Widersetzen” eine positive Bilanz der Protest- und Blockadeaktionen, an denen sich laut Polizei bis zu 31.000 Menschen beteiligt hätten. Heftige Kritik gebe es jedoch am Vorgehen gegen Berichterstatter von Rechtsaußen: Die Polizei ermittle wegen Übergriffen von Demonstranten auf Vertreter der Plattform “Apollo News” und der “Jungen Freiheit”. Das antifaschistische Bündnis rechtfertigte die Vorfälle mit der Aussage, “Faschisten mit einem Presseausweis” seien bei ihren Aktionen nicht willkommen.

3. Ein Preis mit hohem Preis
(verdi.de, Matthias Meisner)
Die schwerkranke Hörfunkfeature-Autorin Marie von Kuck sei bei der Verleihung des renommierten Leipziger Medienpreises (Axel-Eggebrecht-Preis) für ihr Lebenswerk mit einer aufrüttelnden Dankesrede an die Öffentlichkeit getreten. Die Auszeichnung würdige zwar ihr investigatives Schaffen zu sozialer Ungerechtigkeit und Menschenrechten, lege aber gleichzeitig ein systemisches Problem offen: Trotz zahlreicher Preise habe von Kuck den Großteil ihres Berufslebens kaum von ihren aufwendigen Recherchen leben können und sei auf Grundsicherung angewiesen.

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4. RBB-Intendantin stellt sich vor Dieter Nuhr: “Satire genießt einen sehr weiten Schutz”
(tagesspiegel.de, Claudia Reinhard)
Trotz anhaltender öffentlicher Empörung und etlichen Programmbeschwerden habe RBB-Intendantin Ulrike Demmer redaktionelle Konsequenzen wegen eines Femizid-Witzes in der Sendung “Nuhr XXL” abgelehnt. Der Comedian Dieter Nuhr hatte bezüglich 300 bis 350 Femiziden pro Jahr formuliert: “Zur Sicherheit wäre es vielleicht besser, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr einfach erstmal kennenlernt”, was Kritikern zufolge eine Täter-Opfer-Umkehr impliziere. Demmer habe vor dem Rundfunkrat betont, dass der öffentlich-rechtliche Sender die Kritik zwar ernst nehme, Satire jedoch einen sehr weiten verfassungsrechtlichen Schutz durch die Kunstfreiheit genieße.

5. Afrikas Journalistinnen kämpfen mit Belästigung und ungleichen Strukturen
(de.ejo-online.eu, Enock Sithole)
Trotz zahlreicher Absolventinnen von Journalismusstudiengängen würden in afrikanischen Ländern nur wenige Frauen langfristig im Journalismus bleiben oder in Führungspositionen aufsteigen. Ein strukturelles “Talentleck” führe dazu, dass junge Journalistinnen die Redaktionen nach wenigen Jahren wieder verlassen. Als Hauptgründe gälten sexuelle Belästigung, ungleiche Beförderungssysteme sowie Cyberbelästigung und Doxing. Zudem würden prekäre Verträge und mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf den Verbleib erschweren.

6. Nach viel Kritik: WDR rückt vom Namen “1Live Street” ab
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der WDR rücke nach starker öffentlicher Kritik von der geplanten Umbenennung seiner jungen, international ausgerichteten Radiowelle “Cosmo” in “1Live Street” ab. Hörerschaft und Verbände hatten bemängelt, dass der Zusatz “Street” migrantische Lebensrealitäten klischeehaft reduziere und mit Marginalisierung sowie sozialer Benachteiligung verknüpft sei. Der öffentlich-rechtliche Sender habe den Fehler eingeräumt und angekündigt, einen neuen Namen unter Einbeziehung von Publikum und Belegschaft zu finden.

Döpfner und eine Ansage?, “Das System Nius”, KI-Verordnung

1. Mathias Döpfner: Ärger um angebliche AfD-Ansage von ihm an Friedrich Merz
(spiegel.de)
Ein Podcast des “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (“RND”) lege nahe, dass Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Vieraugengespräch zu einer Zusammenarbeit mit der AfD habe drängen wollen. Merz habe strikt abgelehnt, woraufhin Döpfner im Hinausgehen gesagt haben soll: “Das werden Sie noch bereuen.” In der ersten Folge von “Wenn Sie wüssten…” würden sich der Dokumentarfilmer Stephan Lamby und “RND”-Chefredakteurin Eva Quadbeck auf gut informierte Personen und weitere Indizien berufen. Springer weise die Darstellung als “glatte Lüge” zurück und spreche von einer gezielten Rufmordkampagne. Auch der Vizeregierungssprecher bezeichne das Ganze als “absurde Gerüchte”.

2. Das System Nius – hauptsache gegen “links” 
(belltower.news, Kira Ayyadi)
Kira Ayyadi argumentiert, dass sich die Kampagnen-Plattform “Nius” von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt trotz anhaltender Millionenverluste nicht an klassischen Medienkennzahlen messen lasse, sondern an politischem Einfluss. Hauptfinanzier Frank Gotthardt habe laut Branchenschätzungen bereits rund 50 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. “Nius” produziere eine emotionalisierte Gegenöffentlichkeit gegen eine angeblich übermächtige “Kulturlinke” und richte sich gezielt an ein konservatives Publikum, das es zu einer härteren Linie dränge. Damit übernehme das Portal laut Ayyadi eine Scharnierfunktion, die die Grenze zwischen Union und AfD rhetorisch aufweiche.

3. Droht ein Verbot von Indymedia?
(taz.de, Christian Rath)
Die Innenministerkonferenz dränge in einem einstimmigen Beschluss von Ende Juni auf ein Verbot der linksradikalen Website de.indymedia.org. Dafür zuständig wäre Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Die seit 2001 bestehende Plattform habe keine Redaktion und werde vor allem von linksradikalen Gruppen genutzt. Der Verfassungsschutz stufe sie seit 2022 als gesichert linksextremistisch ein. Christian Rath kommentiert: “Eigentlich ist de.indymedia.org für die Sicherheitsbehörden aber vor allem praktisch. An einem Ort können sie alle relevanten linksradikalen Aktionen und Debatten beobachten. Dennoch ist ein Verbot nicht völlig ausgeschlossen.”

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4. Urteil zur SZ-Berichterstattung über Konstantin Wecker
(sueddeutsche.de, Meredith Haaf)
Wie die “Süddeutsche Zeitung” in eigener Sache berichtet, habe der Liedermacher Konstantin Wecker eine einstweilige Verfügung gegen das Blatt erwirkt, die den Beitrag “Weckers vergessene Frauen” betreffe. Die Redaktion habe den Text, in dem drei Frauen sexuelle Erfahrungen aus sehr jungem Alter mit dem Sänger schildern würden, vorübergehend depubliziert. Weckers Argumentation, er könne sich nicht erinnern und daher nicht Stellung nehmen, sei das Gericht nicht gefolgt, habe aber das öffentliche Informationsinteresse verneint. Die “SZ” habe Berufung beim Kammergericht eingelegt.

5. Was gilt für Deep­fakes & Co?
(lto.de, Kristina Schreiber)
Kristina Schreiber erläutert, dass ab dem 2. August die Transparenzpflichten des Artikels 50 der KI-Verordnung greifen sollen, deren Einhaltung sich oft mit bloßem Auge prüfen lasse, weshalb rasch mit Abmahnungen und empfindlichen Bußgeldern zu rechnen sei. Betreiber wie Agenturen oder Verlage müssten dann KI-generierte oder manipulierte Deepfakes klar kennzeichnen. Nach dem begleitenden Code of Practice reiche ein Hinweis in der Bildunterschrift nicht, das Label müsse unmittelbar in Bild oder Video eingebettet sein. Für erkennbar künstlerische, satirische oder fiktionale Werke gelte eine abgeschwächte Pflicht.

6. Rätselraten um verschwundenen WM-Song
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Ein vollständig mit Künstlicher Intelligenz erzeugter, drastisch vulgärer Schlagersong der erfundenen Kunstfigur “Margot Huber” habe sich während der Fußball-WM der Männer zur inoffiziellen Hymne entwickelt und Millionen Aufrufe gesammelt. Nun sei er plötzlich von allen Plattformen verschwunden. Der Text besinge Nationalspieler wie Nick Woltemade in einem sexuellen Kontext. Der DFB zeige sich schockiert, sehe darin keine zulässige Satire und halte sich rechtliche Schritte offen. Medienrechtsanwalt Christian Solmecke halte den Text für wahrscheinlich justiziabel und betone, dass stets der Mensch hafte, der das Werk veröffentlicht.

7. Dieter Nuhr und die Meinungsfreiheit
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:34 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: In einer seiner vergangenen Sendungen von “Nuhr im Ersten” habe Dieter Nuhr in seinem Stand-up in einer Art über Frauenmorde gesprochen, die viele als geschmacklos empfanden, als Verhöhnung der Opfer. Besonders in den Sozialen Medien hagelte es Kritik. Die österreichische Zeitung “Der Standard” kritisierte Nuhr dafür, Witze über Femizide zu machen. Daraufhin verlangte Nuhrs Produktionsfirma, den Kommentar des “Standard” zu löschen. Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator den Fall.

Beurlaubt wegen KI, Berichten über Terror, “Verschlossene Auster”

1. Ex-“Tagesspiegel”-Chefredakteur wegen KI-Nutzung beurlaubt
(taz.de)
Der “Tagesspiegel” habe seinen früheren Chefredakteur und Herausgeber Stephan-Andreas Casdorff mit sofortiger Wirkung von dessen Aufgaben entbunden. Casdorff habe mehrfach Meinungsartikel mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz verfasst und dies nicht kenntlich gemacht. KI sei zwar auch für die Redaktion ein Werkzeug, dürfe aber nicht den Kern der Arbeit übernehmen. Casdorff habe einen “Riesenfehler” eingeräumt und um Entschuldigung gebeten.

2. Fortschritt entsteht in kleinen Schritten
(journalist.de, Martin Dowideit)
In der Serie “Mein Blick auf den Journalismus” beschreibt Martin Dowideit, stellvertretender Chefredakteur und Digitalchef der “Wirtschaftswoche”, wie KI dem Blatt zum 100-jährigen Bestehen helfe, jung zu bleiben. Sinnvoll sei die Technik vor allem für neue digitale Erzählformen, das Automatisieren alltäglicher Prozesse und die Analyse großer Datenmengen. Worauf Dowideit ausdrücklich hinweist: “Was wir nicht tun: unsere Texte von ChatGPT oder Claude schreiben lassen.”

3. Montage
(netzpolitik.org, Bianca Kastl)
Bianca Kast vergleicht Googles neuen KI-Modus mit der Filmmontage der 1920er und dem Kuleschow-Effekt. Statt der zehn blauen Links extrahiere die KI-Suche fremde Inhalte und halte Nutzerinnen und Nutzer im Google-Kosmos: “Ähnlich wie in Propagandafilmen wird heute daran geforscht, wie sich Werbebotschaften gut in KI-Suchen integrieren lassen. Mit Blick auf Google stellt sich die Frage, ob es da nicht einen harten Schnitt braucht.”

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4. Pressefreiheit ist keine Weltmeisterschaft
(verdi.de, Lars Hansen)
Lars Hansen kommentiert Deutschlands Abrutschen in der “Rangliste der Pressefreiheit” von Reporter ohne Grenzen, wo die Situation in Deutschland nur noch als “zufriedenstellend” statt als “gut” gelte. Früher sei Deutschland im Ranking gefallen, weil andere Länder sich verbessert hätten; inzwischen verschlechtere sich die Lage im Land tatsächlich. Dieses Abrutschen sei ein Alarmsignal für die Demokratie.

5. Was richten Medien mit reißerischen Berichten über Terror und Amok an?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 20:59 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast “Holger ruft an” spricht Holger Klein mit dem Medienpsychologen Benedikt Till über das Versagen vieler Medien bei der Berichterstattung über Terror und Amokläufe. Till habe mit der Kommunikationswissenschaftlerin Brigitte Naderer über drei Jahre mehr als 1.900 deutsche und österreichische Artikel zu Attentaten zwischen 2016 und 2020 ausgewertet. Sein Fazit: Medien erzählten zu oft “die Geschichte des Täters” und machten so Werbung für dessen Sache.

6. Verschlossene Auster 2026 geht an Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Recherche (NR) verleiht regelmäßig einen Negativpreis für den “Informationsblockierer des Jahres”, die “Verschlossene Auster”. Diesjähriger Preisträger ist Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner. Anlass sei die Einschränkung des Berliner Informationsfreiheitsgesetzes durch die Koalition aus CDU und SPD. Für Journalistinnen und Journalisten bedeute die Gesetzesänderung aus NR-Sicht einen klaren Rückschritt, weil statt einer Einzelfallprüfung nun pauschale Ablehnungen drohen würden.

KI in der Staatskanzlei?, “Correctiv” antwortet Lanz, Film brennt gut

1. “Ich trete in das Vermächtnis eines Anspruchs”
(fragdenstaat.de, Aiko Kempen & Jonathan Peaceman)
“FragDenStaat” wirft Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt vor, Künstliche Intelligenz nicht nur in einem umstrittenen “Welt”-Gastbeitrag, sondern offenbar auch bei zahlreichen Reden und Artikeln eingesetzt zu haben. Eine Auswertung lege nahe, dass mehrere Texte aus Voigts Amtszeit zu großen Teilen oder vollständig KI-generiert seien. Problematisch sei vor allem die fehlende Kennzeichnung, denn eine Thüringer Dienstanweisung sehe bei wesentlich KI-generierten Texten Transparenz vor.

2. “Journalismus ist das nicht – Bambi für Ronzheimer hin, Freiheits-Gerede von Döpfner her”
(bsky.app, Janosch Dahmen)
Bei Bluesky erhebt der Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen (Die Grünen) schwere Vorwürfe gegen wichtige Springer-Protagonisten und deren politisches Umfeld. Dahmen beschreibt Springer als Macht- und Einflussnetzwerk, das angeblich eine schwarz-blaue Option aus Union und AfD vorbereite. Als Beispiele nennt er persönliche Verbindungen zwischen Springer-Chef Mathias Döpfner und dem stellvertretenden “Bild”-Chefredakteur Paul Ronzheimer mit verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Akteuren sowie eine unkritische oder interessengeleitete Berichterstattung (hier der Thread übersichtlich auf einer Seite).

3. “Kauf kein Kack”, aber kauf (bei Amazon)!
(uebermedien.de, Martin Rücker)
Der “Übermedien”-Text von Martin Rücker nimmt den “Bild”-Kaufberater unter die Lupe. Die Redaktion inszeniere die Produkttests als unabhängige Verbraucherberatung, baue daraus aber zugleich ein lukratives Affiliate-Geschäft auf. Rücker erkennt durchaus ernsthafte Testverfahren, kritisiert aber die Grauzone zwischen journalistischer Prüfung und Kaufanreiz. Besonders problematisch werde es, wenn “Bild” Produkte empfehle, ohne grundsätzlich zu fragen, ob der Kauf überhaupt sinnvoll sei.

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4. Stellungnahme von Correctiv
(instagram.com, Justus von Daniels)
Vor drei Tagen haben wir in unseren “Hör- und Gucktipps zum Wochenende” das Gespräch von Markus Lanz und Richard David Precht über “Aktivismus vs. Journalismus” verlinkt. Dort ging es auch um die Potsdam-Recherche von “Correctiv”, die von Lanz angezweifelt wird; er sei “auf die Recherche reingefallen”. Bei Instagram erklärt “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels nun das große Ganze und spricht darüber, warum die “Correctiv”-Einordnung aus seiner Sicht zutreffend sei.

5. RiffReporter in eigener Sache: Neues Crowdfunding soll das Überleben sichern
(riffreporter.de)
Wie die “Riffreporter” in eigener Sache berichten, habe man eine Insolvenz nur durch drastische Sparmaßnahmen abwenden können. Bis zum 13. Juli dieses Jahres soll nun eine Finanzierungslücke geschlossen werden, die man über eine Crowdfunding-Aktion füllen wolle: “Das Crowdfunding verfolgt mehrere Finanzierungsziele. Bereits mit 50.250 Euro könne der laufende Betrieb abgesichert werden. Weitere Mittel sollen in Marketingmaßnahmen fließen, Sichtbarkeit und Reichweite steigern und dabei helfen, bestehende Formate wie Podcasts und Newsletter weiterzuentwickeln.”

6. Film brennt gut
(taz.de, Valérie Catil)
Die Debatte um problematische Filmszenen ende nicht bei Wim Wenders’ “Falsche Bewegung” und der Nacktszene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski. An Beispielen wie Alejandro Jodorowskys “El Topo” und Bernardo Bertoluccis “Der letzte Tango in Paris” zeigt Valérie Catil, dass reale Übergriffe, Demütigungen oder nicht abgesprochene Gewalt am Set teils als Kunst konserviert und später kanonisiert wurden. Catil wendet sich gegen die Vorstellung, das Entfernen solcher Szenen sei automatisch Zensur oder Kulturrevision.

KW 23/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Regierungskrise in Deutschland: Übertreiben die Medien?
(ndr.de, Lea Eichhorn & Konstanze Mastarowitz, Video: 21:18 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” fragt, ob Medien politische Konflikte zu stark als Dauerkrise erzählen. Am Beispiel der aktuellen Koalition zeigen Journalisten wie Robin Alexander und Christian Teevs, warum Streit, Machtfragen und knappe Mehrheiten aus ihrer Sicht berichtenswert sind. Zugleich kritisieren Stimmen wie Steffen Hebestreit, Ricarda Lang und Victoria Reichelt, dass Politikberichterstattung oft wie Sportberichterstattung funktioniere: Wer gewinnt, wer verliert, wer setzt sich durch? Dadurch würden Inhalte, konkrete Folgen und Lösungen in den Hintergrund geraten.

2. BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz
(ardmediathek.de, Mariska Lief, Video: drei Folgen je zwischen 30 und 33 Minuten)
Die ARD-Dokuserie “BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz” erzählt die Geschichte der “Bravo” von ihrer Hochphase Anfang der 1990er bis zum Bedeutungsverlust im Internet. Das Magazin sei damals ein zentrales Jugendmedium gewesen. Es habe Stars großgemacht und Fankultur, Körperbilder, Liebesvorstellungen und sexuelle Aufklärung geprägt. Verschiedene Prominente berichten, wie “Bravo” Karrieren beförderte, aber auch Druck erzeugte und Idole verschliss.

3. Wer bestimmt, was wir sehen? Social Media und Macht – Gavin Karlmeier
(ndr.de, Norbert Grundei, Audio: 1:08:18 Stunden)
Norbert Grundei spricht mit dem Journalisten und Digitalberater Gavin Karlmeier über den Wandel von Social Media. Aus den früheren vernetzten Freundesplattformen seien KI-gestützte Aufmerksamkeits- und Entertainmentmaschinen geworden. Karlmeier erklärt, warum klassische Soziale Netzwerke im engeren Sinne “eigentlich tot” seien und wie Plattformen heute bestimmen, welche Inhalte sichtbar werden.
Weiterer Gucktipp: Der “6-vor-9”-Kurator war bei Karlmeiers Videopodcast über Social Media “Haken dran” zu Gast. In dem Gespräch geht es um gehackte Instagram-Konten, Identitätsdiebstahl und die Frage, warum es 100 Euro kostet, wenn man Friedrich Merz auf Facebook einen “Lackaffen” nennt (youtube.com, Video: 1:01:39 Stunden).

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4. Redaktion und Reklame: Der Ärger um Schleichwerbung
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 35:59 Minuten)
Die “Medienversteher” behandeln das journalistische Trennungsgebot: Redaktionelle Inhalte müssen klar von Werbung, PR und bezahlten Botschaften unterscheidbar sein. Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer erklären, warum diese Trennung zentral für die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit des Journalismus sei und warum sie heute immer stärker unter Druck gerate. Beispiele sind Schleichwerbung, Advertorials, Native Advertising, Product Placement, Affiliate-Links und vor allem Host-Read-Ads in Podcasts.

5. Aktivismus vs. Journalismus: Wo ist die Grenze?
(youtube.com, Markus Lanz & Richard David Precht, Video: 55:02 Minuten)
Markus Lanz und Richard David Precht sprechen über die Grenze zwischen Journalismus und Aktivismus. Ausgangspunkt ist das viel diskutierte Höcke-Interview im Podcast “Ungeskriptet”, an dem die beiden die Frage verhandeln, ob Medien AfD-Politiker ausgrenzen oder kritisch stellen sollten. Precht unterscheidet zwischen freien Gesprächsformaten, die auch unkritisch sein dürfen, und journalistischen Formaten, die harte Nachfragen leisten müssen. Außerdem geht es um den Wandel des Journalismus: weg von anzeigenfinanzierten Medienmarken, hin zu leserfinanzierten Communitys und aktivistischen Formaten.

6. Deutscher Schauspieler in Marvel, Wes Anderson & Co. – warum kennt den keiner?
(youtube.com, Charles Rettinghaus, Video: 58:34 Minuten)
Im Podcast “Hollywoodgeflüster” spricht Charles Rettinghaus mit Schauspieler, Synchronsprecher und Musiker Milton Welsh. Es geht um Welshs Weg über Theater, Schauspielschule und internationale Drehs bis in die Synchronarbeit. Welsh erzählt von Bühnenpannen, Method Acting, Dreharbeiten mit Wes Anderson bei “Grand Budapest Hotel” und vielem mehr aus seinem Schauspielleben.

Weimer akzeptiert Urteil, Wenders zieht zurück, Poli­ti­ker­be­lei­di­gung

1. Extremismus-Vorwurf gegen Buchhandlung: Weimer akzeptiert Urteil
(br.de, Ulrich Möller-Arnsberg)
Wolfram Weimer habe den Gerichtsbeschluss im Streit mit der Berliner Buchhandlung “Zur schwankenden Weltkugel” akzeptiert. Der Kulturstaatsminister habe keine Rechtsmittel eingelegt und dürfe die Betreiberinnen des Ladens damit bis zur Hauptsacheentscheidung nicht erneut als “politische Extremisten” bezeichnen. Hintergrund sei der Ausschluss mehrerer Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis wegen angeblicher “verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse”, die öffentlich bislang nicht konkret benannt worden seien. Das Verwaltungsgericht Berlin sehe durch Weimers Äußerung das Persönlichkeitsrecht der Buchhändlerinnen verletzt. Die betroffenen Läden würden nun Aufklärung darüber verlangen, wer wann und warum in die Preisvergabe eingegriffen hat.

2. Wim Wenders zieht seinen Film »Falsche Bewegung« vorerst zurück
(spiegel.de)
Regisseur Wim Wenders ziehe seinen Film “Falsche Bewegung” nach der Kritik von Nastassja Kinski vorerst aus allen aktuellen Auswertungsformen zurück. Streaming-, TV- und Vertriebspartner sollen den Film nicht mehr öffentlich zugänglich machen. Der Grund für diesen Schritt sei eine Szene des Films von 1975, in der die damals 13-jährige Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist und deren Entfernung sie seit Jahren fordert. Wenders habe Kinski nun ausdrücklich “ohne Wenn und Aber” um Entschuldigung gebeten und erklärt, sie hätte damals besser geschützt werden müssen. Der Film solle erst wieder freigegeben werden, wenn es eine breitere Debatte über den Umgang mit problematischem Filmerbe und eine einvernehmliche Lösung mit Kinski gebe.

3. WDR-Rundfunkrat stimmt Reform der jungen Wellen mit knapper Mehrheit zu
(radiowoche.de, Stephan Munder)
Der WDR-Rundfunkrat habe der umstrittenen Reform der jungen Radiowellen knapp zugestimmt. Kontrovers sei die Umwandlung des Senders Cosmo in 1Live Street, das sich künftig mit der weltweiten Hip-Hop-Kultur beschäftigen und so eine urbane, diverse Zielgruppe zwischen 20 und 29 Jahren ansprechen solle. Kritiker würden fürchten, dass der WDR damit den interkulturellen Auftrag von Cosmo verengt und ältere Hörerinnen und Hörer mit internationaler Biografie verliert.
Weiterer Lesetipp: Beim “Tagesspiegel” kommentiert Nadine Lange: “Die Cosmo-Einstellung sendet das fatale Signal, dass das Thema Vielfalt in Zeiten klammer Kassen hinten angestellt werden kann. Das ist ein kolossaler Irrtum, denn die Diversität der deutschen Gesellschaft nimmt immer weiter zu. Dem muss ein öffentlich-rechtliches Radioprogramm wahrnehmbar Rechnung tragen – und sich nicht schnöde verkrümeln, wenn der Wind immer strammer von rechts weht.”

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4. Medien verlieren zig Millionen Klicks durch die KI-Suche
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler beschreibt, wie KI-Suchergebnisse den Traffic deutscher Medien massiv verändern. Durch Googles AI Overviews und andere Antwortmaschinen wie SearchGPT oder Perplexity würden Nutzerinnen und Nutzer immer häufiger direkte Antworten erhalten, ohne zusätzlich auf journalistische Websites zu klicken. Deutsche Internetseiten verlören monatlich rund 250 Millionen Klicks. Besonders betroffen seien Wikipedia, Gesundheitsseiten und Ratgeberangebote. Schwegler ordnet diese Entwicklung als strukturelles Medienproblem ein: Plattformen würden von journalistischen Inhalten profitieren, entzögen ihnen aber Reichweite und Werbegeld.

5. Sachsen will Poli­ti­ker­be­lei­di­gung abschaffen
(lto.de)
“Legal Tribune Online” berichtet über einen Vorstoß aus Sachsen, den Straftatbestand der Politikerbeleidigung nach § 188 StGB (“Gegen Personen des politischen Lebens gerichtete Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung”) abzuschaffen oder deutlich zu begrenzen. Justizministerin Constanze Geiert halte einen besonderen strafrechtlichen Schutz für Politikerinnen und Politiker nicht für nötig und warne, dass politische Polemik nicht uferlos kriminalisiert werden dürfe. Hintergrund seien jüngste Verfahren wegen Bezeichnungen wie “Lackaffe” und “Lügenfritz” über Friedrich Merz oder das “Schwachkopf”-Meme gegen Robert Habeck. Sachsen wolle die Justizministerkonferenz auffordern, nicht nur § 188 StGB, sondern die Beleidigungsdelikte insgesamt zu reformieren.

6. Never gonna give you up
(digitalpolitik.de)
Markus Beckedahl zieht Bilanz zur re:publica 2026, bei der sein Team ein riesiges Programm mit über 1.200 Sprecherinnen und Sprechern auf 27 Bühnen organisiert habe. Er verweist auf das Videoarchiv als wachsende Wissenssammlung und hebt seine eigenen Beiträge hervor: eine Keynote zu digitaler Souveränität, ein Gespräch mit Digitalminister Karsten Wildberger und ein Interview mit Henning Besser von der Band Deichkind über Kreativität und Inszenierung.

7. CDU-Politiker lassen Gastbeitrag in der Welt von KI schreiben
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 5:15 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Der “6-vor-9”-Kurator kritisiert den mutmaßlich KI-generierten “Welt”-Gastbeitrag der CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt und Sven Schulze zur deutschsprachigen Musik im Radio. Er macht dies an typischen KI-Stilmerkmalen fest: bedeutungsschwere Dreierformeln, Negationssätze nach dem Muster “Es ist nicht X. Es ist Y.” und das pathetische Kurzsatz-Finale. Die eigentliche Pointe: Zwei Politiker fordern mehr Wertschätzung für deutsche Stimmen und Sprache, liefern aber offenbar einen Text ohne erkennbare eigene Stimme.

AfD-Pläne gefährden Medienpolitik, Perspektivenvielfalt, TV-Piraterie

1. Journalist wehrt sich gegen Staatstrojaner-Angriff
(netzpolitik.org, Constanze Kurz & Andre Meister)
Constanze Kurz und Andre Meister berichten bei netzpolitik.org, dass der deutsch-vietnamesische Journalist Trung Khoa Lê gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) Strafanzeige wegen eines mutmaßlichen Staatstrojaner-Angriffs gestellt habe. Unbekannte Täter sollen versucht haben, ihm über einen Link die Spyware “Predator” aufzuspielen, mutmaßlich wegen seiner kritischen Recherchen zur vietnamesischen Regierung. Die GFF sehe darin einen Angriff auf Privatsphäre, IT-Grundrecht, Fernmeldegeheimnis und journalistischen Quellenschutz.

2. AfD-Pläne gefährden Medienpolitik
(verdi.de, Volker Nünning)
Volker Nünning warnt, dass mögliche AfD-Regierungen in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern die Medienpolitik der Länder destabilisieren könnten. Hintergrund seien Ankündigungen der Partei, Staatsverträge im Medienbereich zu kündigen, was neue bundesweite Regelungen etwa zum Digitale-Medien-Staatsvertrag, zu KI in der Medienaufsicht, zum European Media Freedom Act und zur politischen Werbung erschwere.

3. Trump klagt nach Schlappe weiter gegen “Wall Street Journal”
(taz.de)
Donald Trump setze seine Klage gegen das “Wall Street Journal” (“WSJ”) wegen eines Berichts über ein angebliches Gratulationsschreiben an Jeffrey Epstein fort. Nachdem eine erste Klage von einem Gericht vorläufig abgewiesen worden sei, habe Trump nun eine überarbeitete Klage eingereicht und werfe der Redaktion weiterhin Verleumdung und böswilliges Handeln vor. Das “WSJ” hatte über ein angebliches Schreiben zu Epsteins 50. Geburtstag berichtet, das Trumps Namen tragen soll. Dieser bestreite die Urheberschaft und fordere Schadensersatz in Milliardenhöhe.

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4. 160.000 Euro gegen 15.000 Euro – ein Podiumsgespräch erschüttert die Buchbranche
(fr.de, Sven Trautwein)
Sven Trautwein beschreibt die nach wie vor anhaltende Debatte in der Buchbranche, die durch eine Podiumsdiskussion auf der re:publica ausgelöst wurde: Hanno Sauer und Mareice Kaiser verglichen öffentlich ihre Buchvorschüsse. Sauer nannte 160.000 Euro, Kaiser 15.000 Euro. Die Differenz sei ein Beispiel für größere Ungleichheiten im Literaturbetrieb, so Trautwein. Nebenbei liefert der Text noch eine Seiteninfo, die in der bisherigen Debatte fehlte: Der Betrag von 160.000 Euro bezog sich anscheinend auf ein Paket von zwei Büchern.

5. Perspektivenvielfalt – Wer in Medien zu Wort kommt
(deutschlandfunk.de, Martin Krebbers, Audio: 31:45 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um das Thema Perspektivenvielfalt und die Fragen: “Wer kommt in Medien zu Wort? Wie stellt ausgewogener Journalismus Perspektivenvielfalt her?” DLF-Hörer Michael Lamparter diskutiert darüber mit Joachim Dorfs (“Stuttgarter Zeitung”) und Sarah Zerback (DLF).

6. Über sieben Millionen Deutsche streamen illegal
(spiegel.de)
Laut einer Studie des Branchenverbands Vaunet zu illegalem TV-Streaming hätten 2025 rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland illegale Angebote genutzt, um lineares Fernsehen zu schauen. Besonders verbreitet sei dies bei Jüngeren, auch weil illegale Streams inzwischen bequem über Smart-TVs, Streamingboxen oder Smartphones nutzbar seien. Der Verband beziffere den Schaden für die Branche auf mehr als 1,5 Milliarden Euro.

Kleistern gegen Bedeutungslosigkeit, Gesetz gegen SLAPPs, Weimers Flut

1. Kleistern gegen die Bedeutungslosigkeit
(taz.de, Hanno Fleckenstein)
Die “taz” berichtet über eine Werbekampagne des rechten Krawallportals “Nius” in Berliner U-Bahnen, die online Kritik und eine Petition ausgelöst habe. “taz”-Autor Hanno Fleckenstein ordnet die Werbekampagne als Versuch ein, mangelnde Reichweite zu kompensieren: “Nius” habe laut Branchendaten deutlich sinkende Klickzahlen, schreibe rote Zahlen und sei stark von Geldgeber Frank Gotthardt abhängig.

2. Gesetz gegen Einschüchterungsklagen: SLAPPS
(verdi.de)
Die Gewerkschaft Verdi wirbt für ein wirksames deutsches Gesetz gegen SLAPPs, also Einschüchterungsklagen gegen Journalistinnen, Journalisten und andere kritische Stimmen. Zwar habe die EU ihre Mitgliedstaaten verpflichtet, gegen derartige missbräuchlichen Klagen vorzugehen, der deutsche Gesetzentwurf sei jedoch so stark abgeschwächt worden, dass er kaum noch Schutz biete. Verdi ruft deshalb zu einer Aktion auf: “Schreib Deinen Wahlkreisabgeordneten von CDU/CSU, um sie umzustimmen. Nur, wenn möglichst viele Unions-Abgeordnete das Problem anerkennen, kann ein wirksames Gesetz gegen SLAPPs kommen. Mach mit!” (Musterbrief)

3. Wolfram Weimer: “Die Flut, die da kommt, wird alle Boote heben”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Im Interview mit “DWDL” verteidigt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die neue Investitionsverpflichtung für Mediendienste als großen Schub für den Produktionsstandort Deutschland. Neben 250 Millionen Euro Bundesfilmförderung sollen Streamer, private Sendergruppen und Öffentlich-Rechtliche künftig stärker verpflichtet werden, in deutsche Produktionen zu investieren. Weimer erwartet bis zu 15 Milliarden Euro an Investitionen in fünf Jahren und spricht von einem “Filmbooster”. Teils offene Fragen bleiben bei der tatsächlichen Wirkung der Quoten, möglichen Ausweichstrategien internationaler Anbieter und der Durchsetzung bei Nichterfüllung.

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4. Sozialverband reicht Programmbeschwerde gegen ZDF-Dokumentation ein
(medien.epd.de)
Der Verein Sanktionsfrei habe Programmbeschwerde gegen die ZDF-Dokumentation “Am Puls mit Sarah Tacke – System Bürgergeld: Leben ohne Leistung?” eingereicht. Die vor zwei Wochen ausgestrahlte Sendung arbeite wiederholt mit außergewöhnlichen Einzelfällen, ohne diese ausreichend statistisch einzuordnen, und erwecke so den Eindruck, Sozialleistungsbetrug sei weit verbreitet. Sozialverbände, Armutsforschung oder die Bundesagentur für Arbeit kämen kaum zu Wort. Helena Steinhaus, Gründerin von Sanktionsfrei, kritisiert: “Gerade öffentlich-rechtliche Formate tragen eine besondere Verantwortung, gesellschaftlich sensible Themen faktenbasiert und differenziert darzustellen.”

5. Meta startet kostenpflichtige Plus-Modelle
(spiegel.de)
Der Social-Media-Konzern Meta führe weltweit kostenpflichtige Plus-Modelle für Instagram, Facebook und WhatsApp ein. Die Abos sollen Zusatzfunktionen bieten, etwa bessere Statistiken, Story-Analysen, Profilanpassungen, Premium-Sticker und individuelle Klingeltöne. Konkrete Preise nenne Meta noch nicht. Verschiedene Medien würden von etwa 3,99 Dollar monatlich für Instagram Plus und Facebook Plus sowie 2,99 Dollar für WhatsApp Plus berichten. Ziel sei offenbar, zusätzliche Einnahmequellen neben Werbung aufzubauen.

6. Wie “Germany’s Next Topmodel” ein Exempel statuierte
(rhein-zeitung.de, Celina de Cuveland)
Celina de Cuveland erklärt anhand einer Erfahrung beim Finale von “Germany’s Next Topmodel” 2017, warum journalistische Absprachen wie Sperrfristen wichtig seien. Damals hätten Medien Ergebnisse der Liveshow wegen einer technischen Verzögerung erst mit einigen Minuten Versatz veröffentlichen dürfen. Eine Kollegin habe diese Absprache gebrochen und sei sofort aus der Veranstaltungshalle begleitet worden. De Cuvelands Fazit: “Wenn wir als Journalisten uns bewusst nicht an Absprachen halten, sollte das einen triftigen Grund haben oder das öffentliche Interesse sollte die Entscheidung rechtfertigen. Das hat nichts mit Angst oder Einflussnahme zu tun – sondern vielmehr mit Fairness, die in unserem Beruf relevant ist.”

7. Hitzeberichte ohne Hinweis auf die Klimakrise?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:23 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der “6-vor-9”-Kurator, dass ARD und ZDF über die aktuelle Hitzewelle in Westeuropa ausführlich berichten, sie aber laut der Initiative “Klima vor acht” nicht als Folge der Klimakrise einordnen würden. Wenn Medien die Klimakrise aus der Berichterstattung ausblenden, erleichtere dies der Politik den Weg, die Klimaziele aufzuweichen.

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