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Allgemein  

Tipp: Die schwarzen Dinger links und rechts

Tja. Wie viele Fotos hätte der Bild.de-Autor noch in der Fotogalerie gebraucht, um nicht zu behaupten, an diesem getunten VW Passat Variant (siehe Ausrisse) seien keine Außenspiegel zu sehen?

Nachtrag, 19. Februar. Nach drei Tagen hat auch Bild.de sie entdeckt.

Danke an Dirk G., Alexander B. und Carsten M.!

Erdrutschsieg für Linkspartei bei Bild.de

Ein aufregender Wahlabend bei Bild.de:

Absolute Mehrheit für die NPD in Mecklenburg-Vorpommern?

Oder die Grünen im Landtag in Schwerin?

Die Linkspartei mit erdrutschartigen Gewinnen in Mecklenburg-Vorpommern?

Und auch der ganz große Gewinner in Berlin?

Hallo?

Danke an Dennis S. und Jonas!

AfD-Normalisierer Lanz?, Musk droht Doku-Machern, “Sie belügen euch”

1. Markus Lanz, die AfD und der lässige Wiederaufbau unser Demokratie
(substack.com, Dirk Laabs)
Investigativjournalist Dirk Laabs wirft dem ZDF-Talkmaster Markus Lanz vor, durch unkritisches Diskursmanagement und Quotenfixierung maßgeblich zur Normalisierung der AfD beigetragen zu haben. Ausgehend von einer Begegnung im Jahr 2018, bei der Lanz bereits pauschalisierende Narrative über Migration bedient habe, zeichnet Laabs die Entwicklung der Talkshow nach. Dass sich Markus Lanz nun bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises mit Durchhalteparolen als Retter der Demokratie inszeniere, sei scheinheilig und zeuge von gefährlicher Realitätsverweigerung.

2. Menschengecodete Krise
(taz.de, Marie Kilg)
In der “taz” kommentiert Marie Kilg die “menschengecodete Krise”. Die Debatte um existenzielle Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz, ausgelöst durch den öffentlichkeitswirksamen Abgang des Anthropic-Entwicklers Jacob Coxon, verschleiere die eigentliche Ursache der Risiken: Hinter jedem autonomen Schadenspotenzial stünden menschliche Entscheidungen, Trainingsdaten und gezielt programmierte Schleifen. Sprachmodelle würden nicht eigenständig handeln, sondern von Entwicklern mit Werkzeugen und Zielen ausgestattet. Der Vorstoß führender US-Tech-Konzerne für eine angebliche Selbstregulierung diene vor allem dem Schutz der eigenen Marktanteile vor Konkurrenten.

3. Musk droht Machern von kritischer Doku über ihn Klagen an
(derstandard.at)
Elon Musk habe den Machern eines Dokumentarfilms über den Tech-Milliardär mit rechtlichen Schritten gedroht. Musks Anwalt Alex Spiro werfe Regisseur Alex Gibney sowie beteiligten Unternehmen wie HBO und Universal vor, in dem beim Filmfestival von Venedig uraufgeführten Film “Musk” gezielt Falschinformationen und Diffamierungen zu verbreiten. Unter anderem habe das Filmteam einen Vorab-Faktencheck mit Elon Musks Umfeld abgelehnt und unbelegte Thesen über eine Wahlmanipulation via Starlink transportiert. Die Produktionsfirma Jigsaw habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Eine kritische Auseinandersetzung mit einflussreichen Persönlichkeiten sei elementarer Bestandteil der Meinungsfreiheit.

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4. Kann die “Humanisierung” des Journalisten Medienvertrauen schaffen?
(de.ejo-online.eu)
Die Forscherin und Journalistin Emilie Gambade habe in ihrer Doktorarbeit untersucht, wie das gezielte Ablegen der distanzierten “professionellen Maske” das schwindende Vertrauen in Medien wiederherstellen kann. Da Glaubwürdigkeit zunehmend über intuitive, emotionale Resonanz bewertet werde, helfe das Sichtbarmachen von Verwundbarkeit und persönlicher Motivation dabei, parasoziale Bindungen aufzubauen. Am Beispiel ihrer Doku-Serie “The Messenger” plädiert Gambade dafür, Journalistinnen und Journalisten nahbar als vollwertige Menschen mit eigenen Werten und Schwächen zu porträtieren.

5. Mentoring für mehr Vielfalt
(verdi.de, Till Schmidt)
Das Projekt “Mentoring@NRW” fördere Nachwuchskräfte mit Zuwanderungsgeschichte beim Einstieg in den Journalismus, um der sozialen Selektion durch unbezahlte Praktika entgegenzuwirken. Wie Projektleiterin Anna Kravčíková berichte, habe die Initiative seit ihrem Start vor sechs Jahren über 60 Talente in Medienhäuser vermittelt. Wegen finanzieller Kürzungen weiche das Programm nun auf ein intensives Camp-Format für 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus, das Themen wie Bezahlung, Story-Pitches und Rassismuserfahrungen adressiere. Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem Lokal- und Regionaljournalismus.

6. Sie belügen euch und werden reich damit
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 18:44 Minuten)
Mats Schönauer deckt in diesem Video auf, wie mit KI-generierten Inhalten (“KI-Slop”) auf Social-Media-Plattformen massenhaft Klicks und Geld generiert werden. Als Beispiel dient der reichweitenstärkste deutsche YouTube-Kanal “Tsuriki Show”, der Milliarden Aufrufe mit automatisiert wiederholtem KI-Trash erziele. Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Arschlangweilig, Fatale Untätigkeit, Deutscher Radiopreis

1. “Das war der beste Wahlkampf seit der NSDAP”
(taz.de, Lotte Laloire)
Im Interview mit der “taz” spricht der Polit-Influencer Daniel Rensing über den Wahlkampf der AfD in Sachsen-Anhalt, der besonders in den Sozialen Medien erfolgreich gewesen sei. Zur Frage, ob die Algorithmen recht Inhalte aktiv bevorzugen, sagt er: “So sehr ich Mark Zuckerberg von Meta und der chinesischen Regierung bei Tiktok misstraue, glaube ich nicht, dass sie rechten Content aktiv pushen. Ich glaube einfach, dass linker Content arschlangweilig ist.”

2. Slapp-Klagen: Die fatale Untätigkeit der Regierung
(falter.at, Charlotte Deiss)
In einem Gastbeitrag kritisiert Charlotte Deiss von Amnesty International “die fatale Untätigkeit der Regierung” Österreichs bei der Überführung der Anti-SLAPP-Richtlinie der EU in nationales Recht. Die EU-Kommission habe deshalb bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Grund für den Stillstand sei ein Koalitionsstreit: SPÖ und NEOS würden eine lückenlose Verankerung fordern, die ÖVP blockiere aus Sorge vor einer angeblichen “Übererfüllung”. Deiss fordert ein schnelles Handeln: “Sollte die Bundesregierung wirksam gegen Slapp vorgehen wollen, muss sie den Empfehlungen der EU-Kommission und des Europarates folgen und Schutzmaßnahmen in allen Rechtsmaterien sowie für innerstaatliche Verfahren einführen.”

3. “Wir sind von der Ignoranz der Bundesregierung schockiert”: BDZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Eggers über Politik und Pressefreiheit.
(turi2.de, Markus Trantow)
Jörg Eggers, Chef des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), wirft der deutschen Bundesregierung vor, die Nöte der Verlage zu ignorieren. Wegen der teuren Zustellung würden ländliche Regionen ohne gedruckte Zeitungen drohen, während große Tech-Konzerne den Markt beherrschen. Eggers verlangt faire Wettbewerbsregeln, niedrigere Steuern auf journalistische Produkte und ein Eingreifen gegen die Macht der Plattformen. Um politisch mehr Druck aufzubauen, setze der BDZV auf enge Allianzen, auch gemeinsam mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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4. Synchronisations-Revolution: Prime Video passt Lippenbewegungen bei “Maxton Hall” mit KI an
(digitalfernsehen.de, Marcus Reichl)
Amazons Streamingdienst Prime Video setze bei seiner Serie “Maxton Hall” auf ein neues KI- und VFX-Verfahren, um die Lippenbewegungen der Darstellerinnen und Darsteller nachträglich an übersetzte Dialoge anzugleichen. Die Technologie komme zunächst bei der englischen Fassung der ersten beiden Staffeln zum Einsatz und solle auch für die im Dezember 2026 startende finale Staffel genutzt werden. Anders als bei umstrittenen Modellen, die menschliche Stimmen durch künstliche Audiospuren ersetzen, modifiziere Prime Video hier rein das visuelle Bild auf Basis bereits real eingesprochener Synchronfassungen.
Weiterer Lesetipp: RTL experimentiert mit KI – und lässt den Hinweis darauf weg: RTL teste mit fünf alten Folgen der Gerichtsshow “Das Strafgericht” den massiven Einsatz generativer KI. Das visuelle Ergebnis wirke stellenweise hölzern und asynchron. Für Kritik sorge vor allem die fehlende Transparenz: Im Streaming zeige RTL einen kurzen Hinweis im Abspann, im linearen TV verzichte der Sender auf die Kennzeichnung. Die zuständige Landesmedienanstalt halte diesen Verzicht für rechtlich bedenklich. (dwdl.de, Timo Niemeier)

5. Deutscher Radiopreis 2026: Bully jubelt, WDR gewinnt doppelt
(dwdl.de, Alexander Krei)
Emotionaler Höhepunkt des Deutschen Radiopreises sei die posthume Vergabe des Ehrenpreises für das Lebenswerk an die verstorbene Radioikone Rik De Lisle (“Alter Ami”) gewesen. Außerdem habe der WDR gleich zweifach abgeräumt: mit dem 1Live-Duo Celina Pegel und Jule Blaase für die beste Morgensendung sowie für “Inside CumEx” (WDR 2) als bestes Informationsformat. Michael “Bully” Herbig und Rick Kavanian seien für ihr Show-Takeover bei Radio Gong 96.3 geehrt worden. Evren Gezer (Hit Radio FFH) habe als beste Moderatorin, Sina Wende (Bayern 1) als beste Newcomerin triumphiert.

6. Analyse der Wochenshow: Vulgär, inkorrekt und extrem erfolgreich
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 16:45)
Philipp Walulis hat sich noch mal alte Ausgaben der “Wochenshow” angetan, die als Sketchshow zwischen 1996 und 2002 auf Sat.1 zu sehen und höchst erfolgreich war: “Ingolf Lück, Anke Engelke, Bastian Pastewka: ‘Die Wochenshow’ war Wegweisend für Comedy im deutschen Fernsehen der 90er-Jahre. Doch wie entwickelte sich ein spontaner Vertragsableger für die Harald Schmidt Show zu einem Quoten-Giganten mit bis zu 6 Millionen Zuschauern?”

Eine Million pro Monat, Superlativ ist nicht super, Ave Maria in der Endzone

1. “Exxpress”-Schwesterportal “Nius” kostet Financier Gotthardt eine Million Euro pro Monat
(derstandard.at, Harald Fidler)
Der deutsche Software-Unternehmer Frank Gotthardt habe gegenüber der “Zeit” (nur mit Abo lesbar) offengelegt, dass ihn die von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt geführte Plattform “Nius” monatlich rund eine Million Euro oder mehr koste. Die Betreibergesellschaft halte zudem die Mehrheit am österreichischen Onlineportal “Exxpress”. Trotz kumulierter Verluste im zweistelligen Millionenbereich in den vergangenen Jahren verteidige Gotthardt sein finanzielles Engagement als Gegenpol zum aus seiner Sicht belehrenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

2. Was sollte das eigentlich? Vor 5 Jahren startete Bild TV
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Fünf Jahre nach dem Sendestart von “Bild TV” rekapituliert Thomas Lückerath das Scheitern des linearen TV-Projekts des Axel-Springer-Verlags: “Boulevard-Journalismus der ‘Bild’ funktioniert maßgeblich über Zuspitzung in Schlagzeilen. Legendär sind Titelseite a la ‘Wir sind Papst’. Schlagzeilen, egal ob online oder gedruckt, die bleiben. Doch in mehrstündigen Live-Strecken versendet sich Gesagtes, lässt sich nur bedingt wiederholen. Bild TV lieferte viel Sendestrecke, aber das Medium lässt weniger Pointierung zu.”

3. Und am Wochenende ist Disco mit Peter
(taz.de, Doris Akrap)
Doris Akrap porträtiert die Magdeburger “Volksstimme” und deren Redaktionsalltag unter Chefredakteur Marc Rath. Trotz des digitalen Medienwandels und anhaltender Auflagenverluste behaupte sich das Blatt als auflagenstärkste Regionalzeitung Sachsen-Anhalts. Die Redaktion sehe sich und ihren bodenständigen Lokaljournalismus auch gegenüber politischem Druck und gesellschaftlichen Spannungen gut gerüstet.

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4. Juristin Brosius-Gersdorf fordert besseren Schutz vor Hass im Netz
(zeit.de)
Die Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf spreche sich im Interview mit dem “Tagesspiegel” für schärfere gesetzliche Vorgaben gegen Hetze und Desinformation auf Onlineplattformen aus. Soziale Netzwerke seien zwar ein demokratischer Gewinn für die freie Meinungsäußerung, brächten durch Anonymität jedoch erhebliche Gefahren mit sich. Sie plädiere daher für eine Verpflichtung der Plattformen, bei der Registrierung Klarnamen und Adressen der Nutzerinnen und Nutzer zu erfassen. Dies ermögliche später einen Auskunftsanspruch.

5. Medien und Boulevard: Der Superlativ ist nicht super
(fr.de, Tanjev Schultz)
Journalistik-Professor Tanjev Schultz kritisiert in seinem Beitrag für die “Frankfurter Rundschau” den inflationären Einsatz von Superlativen und Zuspitzungen in der Berichterstattung verschiedener Medien. Anhand von Artikeln über die vermeintlich “gefährlichste Schule Deutschlands” oder Schlagzeilen, die einzelne Politiker zum “gefährlichsten Mann” des Landes erklären, warnt Schultz vor einer Erosion journalistischer Standards. Die permanente Skandalisierung und Personalisierung führe zu einer sprachlichen Verrohung und drohe, das Publikum abzustumpfen.

6. Kinder von Robin Williams kämpfen gegen KI-Williams auf Social Media – bei Social Media
(spiegel.de)
Zwölf Jahre nach dem Tod von Schauspieler Robin Williams hätten seine drei Kinder den seit 628 Wochen stillgelegten Instagram-Account ihres Vaters reaktiviert. Sie würden der Flut an KI-generierten Fälschungen, die Stimme und Aussehen des Komikers imitieren, ein authentisches, verlässliches Archiv entgegensetzen wollen. Tochter Zelda Williams sehe darin die beste Handhabe, um das künstlerische Erbe ihres Vaters vor Verwässerung und Missbrauch zu schützen.

7. Ave Maria in der Endzone (mit Lorenz Meyer)
(youtube.com, Gavin Karlmeier, Video: 1:02:44 Stunden)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Gavin Karlmeier und der “6-vor-9”-Kurator analysieren bei “Haken dran” den Auftakt des US-Prozesses gegen Meta, in dem die Richterin den Versuch des Social-Media-Konzerns, den ehemaligen Mitarbeiter und Kronzeugen Arturo Béjar per Verfahrensantrag auszuschließen, abgewiesen habe. Béjar belaste die Unternehmensführung schwer. Er werfe Mark Zuckerberg vor, Profit und Verweildauer über den Schutz Minderjähriger gestellt zu haben. Außerdem geht es um die Untersuchungen gegen TikTok wegen riskanter Algorithmen-Tests bei Jugendlichen, um Metas smarte Kamerabrillen sowie um die Kontroverse um die W-Social-Plattformchefin Anna Zeiter.

Geplante Geheimdienstreform, Ceuta-Krise, Resilienz gegen AfD stärken

1. “Der Schutz von Journalist:innen wird systematisch abgebaut”
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Im Interview mit netzpolitik.org kritisiert Maximilian Jung von Reporter ohne Grenzen (RSF) die geplante Geheimdienstreform für Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz. Durch das Absenken von Eingriffsschwellen bei der Auslandskommunikation drohe der Quellenschutz systematisch abgebaut zu werden. Journalistinnen und Journalisten könnten künftig auch ohne konkrete Straftatbestände überwacht werden. RSF bemängelt zudem eine unzureichende Kontrolle von automatisierter Datenanalysen durch KI und schließt eine erneute Verfassungsklage gegen das Gesetz nicht aus.

2. Meta und TikTok gehen gezielt gegen Falschinformationen zur Ceuta-Krise vor
(spiegel.de)
Der “Spiegel” berichtet über verstärkte Maßnahmen der Social-Media-Konzerne Meta und TikTok gegen Desinformation und Schleuserinhalte im Kontext der Ereignisse in der spanischen Exklave Ceuta. Nachdem Falschinformationen und virale Videos Zehntausende Menschen zu einem lebensgefährlichen Grenzsturm ermutigt hätten, würden die Plattformen nun an verschiedenen Maßnahmen arbeiten, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern.

3. Resilienz gegen AfD stärken
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ruft die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dazu auf, sich aktiv gegen die rundfunkpolitischen Pläne der AfD zu wehren. Er unterstützt eine entsprechende Stellungnahme des Initiativkreises öffentlich-rechtlicher Rundfunk und betont, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio ihre Resilienz ausbauen sowie ihren Journalistinnen und Journalisten den Rücken stärken müssten.

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4. Die üblichen Verdächtigungen
(taz.de, Steffen Grimberg)
“Endlich mal wieder große Aufregung über den linksgrünsversifften öffentlich-rechtlichen Rundfunk!” In seiner Kolumne “Flimmern und Rauschen” analysiert Medienjournalist Steffen Grimberg die jüngsten Debatten um Äußerungen von ÖRR-Journalistinnen und -Journalisten. Er ordnet die Diskussion um Korrespondent Georg Restle und dessen umstrittenen Tweet zur Ceuta-Krise sowie die darauf folgende Beschwerde im WDR-Rundfunkrat ein. Dem stellt er einen Beitrag der BR-Moderatorin Julia Ruhs in den “Bild”-Medien gegenüber und kritisiert die ungleichen Bewertungsmaßstäbe.

5. KI und Inhalte: Das gilt seit 2. August
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler beschreibt, was sich für Medien und Redaktionen seit dem Inkrafttreten des AI Acts der Europäischen Union geändert hat. Ihr Fazit: “KI-Compliance wird für Marken zur Vertrauensfrage. Wer Künstliche Intelligenz sichtbar einsetzt, nachvollziehbar, verantwortungsvoll, erfüllt nicht nur Pflichten, er setzt sich ab.”

6. FFA verschärft Anforderungen für Filmförder-Anträge
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet über eine Verschärfung der Antragsbedingungen bei der Filmförderungsanstalt (FFA). Grund dafür sei die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Mitteln aus den Fördertöpfen, wodurch das Restbudget für 2026 knapp werde. Um die Vergabe der verbliebenen Gelder zu steuern, verlange die FFA ab sofort unter anderem strengere Finanzierungs- und Auswertungsnachweise wie verbindliche Verleihverträge. Zudem müssten Projekte mit späterem Drehbeginn womöglich auf das Förderjahr 2027 ausweichen.

“Correctiv” vs. Lanz, Anarcho-Elefant Benjamin Blümchen, Abgeschaltet!

1. WDR-Journalist Restle sieht »US-israelisch-marokkanisches Bündnis« am Werk – Rundfunkrat reicht Beschwerde ein
(spiegel.de)
Der “Spiegel” berichtet über eine Programmbeschwerde im WDR-Rundfunkrat gegen den ARD-Korrespondenten Georg Restle. Anlass ist ein Tweet Restles zu den Ereignissen in Ceuta, in dem er ein Zitat verbreitet habe, welches Israel, den USA und Marokko eine gezielte Destabilisierung der spanischen Regierung unterstelle. Rundfunkratsmitglied Felix Schotland werfe Restle vor, dieser habe seine “weitreichenden politischen Behauptungen ohne nachvollziehbare Einordnung oder erkennbare Distanzierung” verbreitet.

2. Wie Cor­rectiv im Streit mit Markus Lanz jour­na­lis­ti­sche Stan­dards über Bord wirft
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmerman kritisiert eine Social-Media-Kampagne des Recherchezentrums “Correctiv”. Darin gehe es um die Reaktion der “Correctiv”-Redaktion auf den Podcast “Lanz & Precht”, in dem Markus Lanz Aspekte der Potsdam-Recherche hinterfragt habe. Zimmermanns Fazit: “Die Verteidigung der Potsdam-Recherche ist für Correctiv wichtiger geworden als jener faktenbasierte Diskurs, den das Medium einst zu seinem Markenkern erklärte.”

3. Benjamin, du lieber Anarchist
(taz.de, Sølvi Nymoen)
Sølvi Nymoen nimmt die angekündigte verstärkte Fokussierung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) auf Linksextremismus zum Anlass für einen kritisch-satirischen Rückblick auf einen bpb-Beitrag. Darin seien Hörspiel-Klassiker wie “Benjamin Blümchen” und “Bibi Blocksberg” wegen ihrer Darstellungen von Umweltpolitik, Korruption und Zivilcourage als potenziell verfassungsfeindlich und “anarchisch-links” eingeordnet worden.

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4. “Sie Wehleidiger”
(arminwolf.at)
ORF-Moderator Armin Wolf dokumentiert auf seinem Blog den E-Mail-Schlagabtausch mit einem regelmäßigen ORF-Kritiker. Der Beschwerdeführer wirft dem öffentlich-rechtlichen österreichischen Sender vor, aus ideologischen Gründen eine entwarnende Pressekonferenz zur aktuellen Hitzewelle im Programm zu verschweigen. Wolf widerlegt die Vorwürfe Schritt für Schritt mit Links zu den Berichten in den Nachrichten und der Live-Übertragung, woraufhin der Mail-Schreiber ihm Wehleidigkeit vorwirft.

5. “Drachenlord”-Hater sorgen für Gewalt in Franken
(n-tv.de)
n-tv.de berichtet über erneute Vorfälle rund um das verbotene “Schanzenfest” im fränkischen Emskirchen. Trotz eines Verbots hätten sich rund 3.500 zumeist junge Menschen am ehemaligen Wohnort des Ex-YouTubers “Drachenlord” versammelt. Der Beitrag fasst den Polizeieinsatz zusammen, bei dem es wegen Böllerwürfen und Angriffen auf Einsatzkräfte zu mehreren Festnahmen gekommen sei.

6. Abgeschaltet! Der Machtkampf um “Schreinemakers Live”
(dwdl.de, Christian Richter)
Medien- und Fernsehwissenschaftler Christian Richter rekonstruiert in der Reihe “Telegeschichte(n)” einen der spektakulärsten Skandale der deutschen TV-Geschichte: den Live-Sendeabbruch von “Schreinemakers Live” bei Sat.1 im August 1996. Es geht um die Hintergründe der damaligen Steueraffäre rund um Moderatorin Margarethe Schreinemakers, die senderinternen Machtkämpfe mit Sat.1-Chef Fred Kogel sowie den PR-Coup des Konkurrenten RTL, der den zensierten Beitrag am Folgetag ausstrahlte.

Falscher Weg, Auswärtiges Amt “sehr irritiert”, Abgelehnter “Exxpress”

1. Frankreich wählt den falschen Weg
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Sebastian Meineck kritisiert die neuen Social-Media-Regelungen in Frankreich. Das vom französischen Parlament beschlossene Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren greife zu kurz und setze falsche Prioritäten. Es schütze Minderjährige nicht, da es leicht umgangen werden könne, und bedrohe durch invasive Alterskontrollen die Privatsphäre aller Nutzerinnen und Nutzer. Sinnvoller und nachhaltiger wären aus Meinecks Sicht strengere Vorgaben für Plattformbetreiber, ein Ausbau digitaler Medienkompetenz sowie eine einheitliche Regulierung auf EU-Ebene.

2. Nach Morddrohungen: Lokaljournalist erschossen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie die Organisation Reporter ohne Grenzen berichtet, ist der mexikanische Lokaljournalist Josué Martínez Contreras, am 16. Juli im Bundesstaat Puebla erschossen worden. Die bislang unidentifizierten Täter seien auf einem Motorrad geflohen. Contreras, der unter anderem zu Kommunalfinanzen und Umweltvergehen recherchiert habe, habe bereits zuvor Morddrohungen wegen seiner Berichterstattung erhalten. Er sei bereits der sechste im Jahr 2026 in Mexiko ermordete Pressevertreter.

3. DW-Journalist Alican Uludağ wieder frei, Auswärtiges Amt »sehr irritiert« über Festnahme
(spiegel.de)
Der in der Türkei festgenommene Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludağ sei unter Auflagen, darunter ein Ausreiseverbot, wieder auf freiem Fuß. Die türkische Justiz werfe dem Investigativreporter unter anderem die Verbreitung von Falschinformationen vor. Das Auswärtige Amt in Berlin zeige sich über das Vorgehen gegen den DW-Journalisten “sehr irritiert”. Uludağ selbst bestreite die Vorwürfe.

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4. “Exxpress” abgelehnt: 20 Millionen Qualitätsjournalismusförderung vergeben
(derstandard.at, Harald Fidler)
Die österreichische Medienbehörde KommAustria habe dem rechtspopulistischen Portal “Exxpress” die “Qualitätsjournalismusförderung” für 2026 gestrichen. Der Grund sei die redaktionelle Hervorhebung von User-Kommentaren, die zu Hass und Gewalt aufstacheln. Die Fördergelder in Höhe von insgesamt 20 Millionen Euro sollen stattdessen überwiegend an etablierte Verlagsgruppen wie Mediaprint, RMA und Styria gehen.

5. “Gründergeist findet man bei Journalisten kaum”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Im Interview mit dem Fachmagazin “journalist” fordert Sebastian Turner, Gründer von “Table.Briefings”, mehr unternehmerisches Denken und Innovationsgeist in der Medienbranche. Technisch und finanziell sei es nie einfacher gewesen, neue Medien zu gründen. Allerdings bremse eine traditionelle Berufskultur bei Journalistinnen und Journalisten häufig den Aufbau eigener Projekte aus. Turner spricht sich entschieden gegen staatliche Mediensubventionen aus. Diese würden die Unabhängigkeit gefährden und Fehlanreize setzen.
Weiterer Lesetipp: Michael Bröcker wechselt von Table Media zu Axel Springer: “Michael Bröcker verlässt Table Briefings als Chefredakteur und wechselt zu Axel Springer. Er übernehme zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Position des übergreifenden Politikchefs der Premium-Gruppe und werde zugleich Chefredakteur von Politico Deutschland, teilte das Medienhaus mit.” (taz.de)

6. Wie verbreiten sich Empörungswellen auf Social Media?
(dwdl.de, Simon Pycha)
Anhand des Auftritts der Rapperin Ikkimel im ZDF-“Morgenmagazin” dekonstruiert Simon Pycha den typischen Phasenverlauf digitaler Entrüstung. Am Anfang stehe ein polarisierendes Starter-Ereignis, das binnen 24 Stunden von “Cultural Tastemakern” aufgegriffen, skandalisiert und von journalistischen Accounts validiert werde. Es würden Gegentrends und die Verwertung in Nischen-Communitys folgen, bevor die Debatte nach drei bis sieben Tagen verpuffe oder als Referenz in der Popkultur verbleibe.

7. Danger Dan spricht von Zensur, das ZDF von einem möglichen Gewaltaufruf: Wer hat recht?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:12 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins ordnet der “6-vor-9”-Kurator die Ausladung von Danger Dan und Igor Levit aus der 100. Ausgabe der ZDF-Satire “Die Anstalt” ein. Der Vorwurf der Zensur greife nicht. Zudem sei die Absage des Senders wegen kalkulierter Zweideutigkeiten und Anspielungen auf gewaltsame Selbstjustiz im Songtext in der Sache nachvollziehbar. Allerdings habe das ZDF durch sein spätes Handeln den Künstlern ungewollt den “Nimbus des Verbotenen” und maximale Aufmerksamkeit beschert.

Nachrichtendienstrecht, “Berliner Appell”, Streit um Merz-Zitate

1. Schutz von Journalisten unzureichend
(djv.de, Hendrik Zörner)
Gemeinsam mit weiteren Medienverbänden warnt der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) vor erheblichen Lücken beim Schutz von Journalistinnen und Journalisten im neuen Referentenentwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts. Zwar sei die Einführung eines Schutzes für Berufsgeheimnisträger grundsätzlich zu begrüßen, dieser bleibe für Medienschaffende jedoch im Gegensatz zu Geistlichen, Anwälten oder parlamentarischen Abgeordnete nur relativ. “So notwendig die Anpassung des Nachrichtendienstrechts an die digitale Entwicklung sein mag, so wichtig ist der Schutz der Medienschaffenden und ihrer Informanten”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Die komplette Stellungnahme gibt es hier (PDF).

2. “Ohne freie Presse keine freie Gesellschaft”
(medien.epd.de)
Rund 350 deutsche Presseverlage hätten im “Berliner Appell” des Medienverbandes der freien Presse ein medienpolitisches Sofortprogramm gefordert. Um die verfassungsrechtlich garantierte Pressefreiheit zu sichern, würden die Verlage von Bund und Ländern konkrete Entlastungen sowie Urheber- und Vergütungsrechte gegenüber generativer KI verlangen. Zudem plädiere der Verband für eine Modernisierung des Pressekartellrechts zur Erleichterung von Kooperationen sowie für eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Presseprodukte auf null Prozent.

3. Kanzler Merz nennt es Hintergrundgespräch – die WP widerspricht
(wp.de, Martin Korte)
Ein lokaler Pressetermin von Bundeskanzler Friedrich Merz im Sauerland sorge für Streit über die Zitatfreigabe. Die “Westfalenpost” kritisiert, dass Journalistinnen und Journalisten ihre wörtlichen Zitate vorab dem Bundespresseamt vorlegen sollten, obwohl das Gespräch als “unter eins”, also uneingeschränkt zitierfähig, deklariert gewesen sei. Während Merz bei seiner Sommerpressekonferenz entgegnet habe, es habe sich um ein “Pressehintergrundgespräch” gehandelt, widerspricht die Zeitung vehement. Der Termin sei als normales Pressegespräch ausgewiesen gewesen. Außerdem habe der Kanzler am Ende sogar offizielle O-Töne vor Kameras und Mikrofonen gegeben, was eine nachträgliche Autorisierung widersinnig mache.

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4. Der ukrainische Journalismus zwischen Krieg, Reform und Überleben
(de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko)
Der ukrainische Journalismus stehe im Krieg vor extremen Herausforderungen, schreibt die Medienwissenschaftlerin Oleksandra Yaroshenko. Zwar würden Reformen den früheren Oligarchen-Einfluss zurückdrängen, doch die Pressefreiheit leide. Die kollaborative Sendeinitiative “United News Marathon” gerate wegen mangelnder Meinungsvielfalt in die Kritik, eine schwere Wirtschaftskrise treibe Redaktionen in den Ruin. Zudem wandere das Publikum rasant zu intransparenten, oft anonymen Telegram-Kanälen ab. Yaroshenkos Fazit: “Zuverlässiger Journalismus bleibt eine der wichtigsten Ressourcen, die der ukrainischen Gesellschaft in Kriegszeiten zur Verfügung stehen.”

5. Liebes-Aus? Reiche und zu Guttenberg gehen gegen “Bunte” vor
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Unternehmer Karl-Theodor zu Guttenberg würden sich juristisch gegen eine exklusive Titelstory des Klatschmagazins “Bunte” wehren. Das Blatt habe unter der Überschrift “Liebes-Aus nach 2 Jahren Glück” behauptet, das Paar habe sich getrennt. Medienanwalt Christian Schertz weise die Berichterstattung im Namen seiner Mandanten als völlig haltlos zurück. Man fordere nun einen prominent platzierten Widerruf auf der Titelseite sowie ein vollständiges Verbot der Falschmeldung.

6. Ausgangssperre auf Social Media für 16-Jährige? Britische Regierung plant Regelung
(spiegel.de)
Die britische Regierung plane nach dem bereits angekündigten Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weitere Einschränkungen für Jugendliche: Für 16- und 17-Jährige solle künftig eine Art nächtliche Online-Ausgangssperre zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens gelten, um deren Schlaf zu schützen. Zudem sollen suchterzeugende Funktionen wie das endlose Scrollen standardmäßig deaktiviert und die Nutzung von KI-Chatbots für Minderjährige durch Pflichtpausen eingeschränkt werden.

7. Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Sommerpressekonferenz
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:46 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die gestrige Sommerpressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz. Gefragt wurde zu allem, innen wie außen. Merz kam mit frischen Reformbeschlüssen, aber auch mit der Weltlage. Bemerkenswert war diesmal vor allem, wann er Antworten auf die Fragen der anwesenden Journalistinnen und Journalisten hatte und wann nicht.

Wehrhafter Journalismus, Preis mit Preis, Nuhr wegen Kunstfreiheit

1. Wege in den wehrhaften Journalismus
(taz.de, Nadia Zaboura)
Medienkritikerin Nadia Zaboura wirft deutschen Leitmedien eine Mitschuld am Erfolg des Rechtspopulismus vor, da diese fälschlicherweise an einem überholten Ideal von “Neutralität und Objektivität” festhalten würden. Der Journalismus müsse sich wieder als machtkritische und humanistische Infrastruktur verstehen. Zaboura fordert eine Abkehr vom “Journalism-as-usual”. In Zeiten der demokratischen Bedrohung müsse Journalismus zwingend antifaschistisch sein, um nicht in die Selbstabschaffung zu steuern.

2. Linke Aktivisten rechtfertigen Gewalt gegen Medienvertreter
(t-online.de)
Nach dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt am vergangenen Wochenende ziehe das linke Bündnis “Widersetzen” eine positive Bilanz der Protest- und Blockadeaktionen, an denen sich laut Polizei bis zu 31.000 Menschen beteiligt hätten. Heftige Kritik gebe es jedoch am Vorgehen gegen Berichterstatter von Rechtsaußen: Die Polizei ermittle wegen Übergriffen von Demonstranten auf Vertreter der Plattform “Apollo News” und der “Jungen Freiheit”. Das antifaschistische Bündnis rechtfertigte die Vorfälle mit der Aussage, “Faschisten mit einem Presseausweis” seien bei ihren Aktionen nicht willkommen.

3. Ein Preis mit hohem Preis
(verdi.de, Matthias Meisner)
Die schwerkranke Hörfunkfeature-Autorin Marie von Kuck sei bei der Verleihung des renommierten Leipziger Medienpreises (Axel-Eggebrecht-Preis) für ihr Lebenswerk mit einer aufrüttelnden Dankesrede an die Öffentlichkeit getreten. Die Auszeichnung würdige zwar ihr investigatives Schaffen zu sozialer Ungerechtigkeit und Menschenrechten, lege aber gleichzeitig ein systemisches Problem offen: Trotz zahlreicher Preise habe von Kuck den Großteil ihres Berufslebens kaum von ihren aufwendigen Recherchen leben können und sei auf Grundsicherung angewiesen.

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4. RBB-Intendantin stellt sich vor Dieter Nuhr: “Satire genießt einen sehr weiten Schutz”
(tagesspiegel.de, Claudia Reinhard)
Trotz anhaltender öffentlicher Empörung und etlichen Programmbeschwerden habe RBB-Intendantin Ulrike Demmer redaktionelle Konsequenzen wegen eines Femizid-Witzes in der Sendung “Nuhr XXL” abgelehnt. Der Comedian Dieter Nuhr hatte bezüglich 300 bis 350 Femiziden pro Jahr formuliert: “Zur Sicherheit wäre es vielleicht besser, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr einfach erstmal kennenlernt”, was Kritikern zufolge eine Täter-Opfer-Umkehr impliziere. Demmer habe vor dem Rundfunkrat betont, dass der öffentlich-rechtliche Sender die Kritik zwar ernst nehme, Satire jedoch einen sehr weiten verfassungsrechtlichen Schutz durch die Kunstfreiheit genieße.

5. Afrikas Journalistinnen kämpfen mit Belästigung und ungleichen Strukturen
(de.ejo-online.eu, Enock Sithole)
Trotz zahlreicher Absolventinnen von Journalismusstudiengängen würden in afrikanischen Ländern nur wenige Frauen langfristig im Journalismus bleiben oder in Führungspositionen aufsteigen. Ein strukturelles “Talentleck” führe dazu, dass junge Journalistinnen die Redaktionen nach wenigen Jahren wieder verlassen. Als Hauptgründe gälten sexuelle Belästigung, ungleiche Beförderungssysteme sowie Cyberbelästigung und Doxing. Zudem würden prekäre Verträge und mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf den Verbleib erschweren.

6. Nach viel Kritik: WDR rückt vom Namen “1Live Street” ab
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der WDR rücke nach starker öffentlicher Kritik von der geplanten Umbenennung seiner jungen, international ausgerichteten Radiowelle “Cosmo” in “1Live Street” ab. Hörerschaft und Verbände hatten bemängelt, dass der Zusatz “Street” migrantische Lebensrealitäten klischeehaft reduziere und mit Marginalisierung sowie sozialer Benachteiligung verknüpft sei. Der öffentlich-rechtliche Sender habe den Fehler eingeräumt und angekündigt, einen neuen Namen unter Einbeziehung von Publikum und Belegschaft zu finden.

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