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Irgend so ‘n Knubbel

Produktbilder sind für Online-Redakteure immer ein Grund zur Freude: Der Leser liebt Bilder, Hersteller stellen Fotos kostenlos zur Verfügung. Also kann man die so vorteilhaft und professionell inszenierten Produktfotos mal eben in eine Klickstrecke verwandeln. Schnell die Bilder zuschneiden, in das Redaktionssystem kopieren — schon ist man fertig. Die Print-Kollegen würden für die Katalogbeilage Geld verlangen, doch online ist ja genug Platz vorhanden. Eine Win-Win-Situation. Wären da bloß nicht die lästigen Bildunterschriften …

So dachte wohl auch der zuständige Redakteur bei Bild.de, der einen Produkttest des neuen “Aldi-Notebooks” aus der Schwesterpublikation “Computer-Bild” bearbeiten sollte: Ganze 14 Bilder hatte Hersteller Medion bereit gestellt — und es wäre doch gelacht, wenn man die nicht alle unterbringen könnte. Das aufgeklappte Notebook von vorne, von schräg vorne, das zugeklappte Notebook, das Zubehör …

Doch was ist das für ein Knubbel da oben rechts? Ein Lautstärkeregler? Ein Infrarot-Sensor? Ein Mini-Lautsprecher?

Für Video-Telefonie und -Chats sind Webcam und Mikrofon oben rechts im Bildschirmrahmen integriert

Falsch geraten: Es handelt sich um einen technisch eher unspektakulären Gummi-Puffer, der beim Zuklappen für ausreichend Abstand zwischen Tastatur und Display sorgt. Mikrofon und Kamera befinden sich in der Mitte des oberen Displayrahmens.

Woher wir das wissen? Aus dem Video zum Produkttest, das im Artikel verlinkt ist.

Mit Dank an Ingo H.

Nachtrag, 11:50 Uhr: Bild.de hat das Bild inzwischen entfernt.

TV-Politik, Mäzenatentum, Wikileaks

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Eine Doppelpressekonferenz namens Fernsehduell”
(faz.net, Reiner Burger)
Reiner Burger hat sich das “Duell” (wdr.de, Video, 66 Minuten) zur anstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen angesehen. “Über weite Strecken war ‘Das Duell’ eher eine Doppel-Pressekonferenz mit ausgestanzten Versatzstücken aus unzähligen Wahlkampfauftritten und den Parteiprogrammen der beiden Kontrahenten, die merkwürdigerweise nebeneinander standen in der Weite der Kölner Vulkanhalle.”

2. “ARD Griechenland-Brennpunkt: ‘Sensationell schlecht’ geht weiter”
(carta.info, Robin Meyer-Lucht)
Robin Meyer-Lucht beschäftigt sich kritisch mit dem Brennpunkt “Ruiniert Griechenland Europa?” (tagesschau.de, Video, 9:35 Minuten). “Im Ergebnis ist dieser ARD-Brennpunkt sehr nah dran an der offiziellen Interpretationsmaschinerie der Bundesregierung. Er findet keinen eigenen Standpunkt, er leistet keinen eigenen Aufklärungs- und Orientierungsbeitrag, sondern er gibt Wolfgang Schäuble eine Bühne für seine beschwichtigenden Botschaften.”

3. “Danke für die Spende, Leser!”
(spiegel.de, Frank Patalong)
Frank Patalong fragt in einem ausführlichen Artikel: “Ist Mäzenatentum durch große und kleine Spender ein Weg, Medien zu retten?”

4. Interview mit Daniel Schmitt
(dctp.tv, Video, 36 Minuten)
Daniel Schmitt ist eine der wenigen öffentlichen Figuren von Wikileaks. Am Rande der re:publica gibt er Auskunft über die Plattform, die Dokumente öffentlich macht.

5. “Leben zwischen Eiben”
(taz.de, Gabriele Goettle)
Gabriele Goettle besucht Juergen Jonas, der zwischen den Villen von Berlin-Dahlem im Freien lebt. “Und wie gesagt, Geld interessiert mich überhaupt nicht. Kein Geld, keine Geldsorgen. Geld ist was, womit der meiste Unsinn überhaupt getrieben wird. Arbeit interessiert mich auch nicht. Ich biete keine Leistungen und nehme auch keine in Anspruch. (…) Ich esse Brot, das man nicht mehr haben will. Vom Chinesen bekomme ich ab und zu Reis geschenkt, oder ich besorge mir was, aus der Ökotonne am Supermarkt vorne. Ich esse die abgelaufenen Sachen, und mir ist längst nicht jedes Mal schlecht geworden danach.”

6. “Liebe Online-Presse.”
(opalkatze.wordpress.com)
30 womöglich nicht ganz ernst gemeinte Tipps für Zeitungen online. Tipp 6: “Klickstrecken bauen, je länger, je lieber, das vermittelt dem Leser das heimelige Gefühl des Umblätterns.”

Rosenöl, Germanophobie, Energiesparlampen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “BILD kämpft – recherchiert aber nicht”
(wortvogel.de, Torsten Dewi)
“Bild” schreibt über eine Rosenöl-Pflegeserie, die ein “Bruder Quirinus” von einem “Kloster Marien-Quell” verkauft und bildet dazu “Pater Kilian Saum, den ehemaligen Leiter der Krankenstation des Klosters Sankt Ottilien” ab.

2. “Die ‘Germanophobie’ der Deutschschweizer”
(io1.blogspot.com, Patrik Tschudin)
Verschiedene Medien berichten über die Ergebnisse einer noch unpublizierten Studie, die auf 15 Jahre alten Daten beruht: “Alles, was die weitere Oeffentlichkeit über ihren Inhalt weiss, stammt aus Communiqués, Essays von und Interviews mit dem Autor.”

3. “taz: Blackout bei Energiesparlampen”
(greenpeace-magazin.de)
Der taz-Artikel “Da geht uns ein Licht aus” bezieht sich gemäss greenpeace-magazin.de auf eine Studie, die es gar nicht gibt – “die genannten Aussagen über einen 1,4-fachen Verbrauch an Heizenergie oder ‘gefühlte’ Temperaturen durch veränderte Lichtfarben finden sich darin nicht.”

4. “FAS erwähnt Anti-Atom-Demo gar nicht erst”
(blog.dummy-magazin.de, Oliver Gehrs)
Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” berichtet in ihrer gestrigen Ausgabe nicht über die Massenproteste gegen eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken am Samstag.

5. “Die Zuschauer-Falle”
(fernsehkritik.tv/blog)
Die am Freitag ausgestrahlte Sat.1-Sendung “Comedy-Falle” stammt aus dem Jahr 2008. Trotzdem wurden die Zuschauer zu kostenpflichtigen Voting-Anrufen aufgefordert: “Die Zuschauer wurden aufgerufen, per Telefon-Voting darüber zu entscheiden, wer den besten Streich abgeliefert hat – und dies, obwohl Jeanette Biedermann schon Ende 2008 zur Gewinnerin gekürt wurde. Und, oh Wunder, dies war auch diesmal wieder der Fall.” Nachtrag um 16:30 Uhr: Sat.1 hat sich bei Fernsehkritik.tv gemeldet und stellt den Sachverhalt wie folgt dar: “Es stimmt, dass es sich am Freitagabend um ein Best of aus mehreren Folgen der ‘Comedyfalle’ gehandelt hat. Mit dem Zuschauervoting hatte es aber seine Richtigkeit, denn in diesen Fällen zeichnen wir alle möglichen Enden (in diesem Fall Gewinner) im Vorfeld auf und schneiden dann live in der Sendeplanung den vom Zuschauer gewünschten bzw. gevoteten Gewinner in die laufende Sendung. ”

6. “Generation Click”
(hossli.com, Peter Hossli)
Peter Hossli besucht Jugendliche in Olten und studiert ihr Mediennutzungsverhalten. “Marvin hat 450 Kontakte, wobei jeweils 90 online sind, wenn er sich einloggt. Alle lachen, als der Reporter sagt, er habe 66 Bekannte auf Skype – die er alle kennt.”

Abmahnungen, Cicero, Freie Radios

6 vor 9

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1. “Abmahnrepublik Deutschland (I)”
(carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal sieht im deutschen Abmahnwesen eine ernste Einschränkung der Meinungsfreiheit; “durch Schocktherapie” sollen Publizisten mundtot gemacht werden. “Ohne Vorwarnung sind brachiale Summen im Spiel. Streitwerte von 100.000 Euro. Anwaltskosten von mehreren tausend Euro. Schadenersatz von vielen tausend Euro. Einschüchterungssummen. Das einstmals gute Recht der Abmahnung ist pervertiert.”

2. “Es ist ZEIT zu widersprechen II”
(freischreiber.de)
Der Berufsverband “Freischreiber” geht auf einzelne Punkte des Briefs ein, den der Zeit-Verlag kürzlich an seine freien Mitarbeiter verschickte. “Die Urheber zu enteignen und mit ihren Werken in Zukunft allein Kasse machen zu wollen, ist kein Geschäftsmodell, sondern eine Zumutung.”

3. “Linksruck bei ‘Cicero'”
(theeuropean.de, Alexander Görlach)
Der Ex-Online-Chef der Zeitschrift “Cicero”, Alexander Görlach, sieht mit dem von Michael Ringier an die Spitze gesetzten Michael Naumann (SPD) einen Linksruck durch das Blatt gehen. Naumann weist die Kritik zurück: “Es ist abgründig und totaler Quatsch, was in dem Artikel steht”. Er werde Görlach einen Brief schreiben und ihn über die “Grundregeln des Journalismus” aufklären.

4. “Eklat in Sachsen – Alle Freien Radios abgeschaltet”
(freitag.de/community/blogs/stefan-tenner)
Stefan Tenner berichtet, wie verschiedene Freie Radios in Dresden, Chemnitz und Leipzig am 17. April aus dem UKW-Netz verbannt wurden.

5. “The Future of News: Investigative Journalism”
(youtube.com, Video, 26:46 Minuten, englisch)
Bob Woodward (“Washington Post”) und Bill Buzenberg (“Center for Public Policy”) reden über investigativen Journalismus und die Möglichkeiten, ihn auch online zu betreiben.

6. “Fazsinierend”
(spreeblick.com, Johnny Haeusler)
Johnny Haeusler denkt darüber nach, wie er von Marcus Jauer im FAZ-Dossier “Deutsche Blogger” dargestellt wurde. “Beim nächsten Mal, wenn sich jemand anderthalb Stunden Gespräch mit ein paar handschriftlichen Notizen merken will, stelle ich ich ein Aufnahmegerät daneben und das Ergebnis online.”

Theisen, Pocher, Jarvis

6 vor 9

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1. “Millionen-Deal mit Jugendmagazin”
(spiegel.de, Christoph Titz)
Der Bundesrechnungshof rügt einen von der Bundesagentur für Arbeit an die Zeitschrift “Bravo” vergebenen Auftrag. “Die Kooperation startete vor gut drei Jahren unter dem schnittigen Namen ‘Bravo Job-Attacke’ – am Mittwoch wird die Zusammenarbeit den Haushaltsausschuss des Bundestags beschäftigen”.

2. “Einstweilige Verfügung gegen Blogger wegen Meinungsäußerung”
(webevangelisten.de, Thomas Pfeiffer)
Thomas Pfeiffer über eine einstweilige Verfügung, welche die Diözese Regensburg vertretende Anwälte gegen den Blogger Stefan Aigner von regensburg-digital.de erwirkt haben.

3. Landesmedienanstalten beanstanden RTL2 und Kabel1
(alm.de)
Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) beanstandet Schleichwerbung bei RTL2 (“RTL2 News” und “The Dome”) und stellt “Verstöße gegen die Gewinnspielsatzung” bei Kabel1 fest (“Nightquiz”).

4. “Die Vulkankompetenz des Hessischen Rundfunks”
(faz.net/blogs/fernsehblog, Peer Schader)
Ein Blick auf den “Brennpunkt” zur Aschewolke über Europa mit Alois Theisen. “Was Theisen besser kann als Vulkannamen auszusprechen ist: beim Reden die Punkte zwischen den Sätzen wegzulassen. Und dafür manchmal. Pausen an Stellen zu machen, an die gar keine hingehören. Irritiert die richtige Kamera zu suchen. Und nicht zu wissen, wann er sich besser nicht im Studio umsieht, weil er noch im Bild ist während die Wetterexpertin gerade redet.”

5. “Kindergeburtstag zum 60.”
(fernsehkritik.tv, Video)
Fernsehkritik.tv sieht in den Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag der ARD einen “peinlichen Kindergeburtstag”. Etwas später in der Sendung (ab 33:40 Minuten): Auch “Domian” feiert Geburtstag und wird dabei von seiner Redaktion unter anderem mit Oliver Pocher überrascht. In der Leitung bleibt währenddessen ein Anrufer mit einem offenbar ernsten Problem.

6. “Warum Jeff Jarvis die richtigen Fragen stellt”
(haltungsturnen.de)
Für den Haltungsturner stellt Jeff Jarvis die richtigen Fragen. Zum Beispiel: “Ist die ‘default privat’ Haltung, die bei Menschen über 35 in diesem Land mehrheitlich vorzuherrschen scheint, wirklich besser als die ‘default public’ Haltung, die ein großer Teil der Jüngeren hat und die in anderen Kulturen schon länger gilt?”

q.e.d.

Auf sueddeutsche.de steht seit gestern ein sehr lesenswerter Artikel über Faktenprüfer (den wir auch schon bei “6vor9” verlinkt haben).

Wie wichtig dieser Beruf des Faktenprüfers bei journalistischen Erzeugnissen ist, zeigt sueddeutsche.de der Einfachheit halber gleich in dem Artikel selbst:

Er arbeitet für das Monatsmagazin The New Yorker.

Der “New Yorker” erscheint wöchentlich (bzw. 47 Mal im Jahr).

Mit Dank an Hans Peter L.

Nachtrag, 15.35 Uhr: sueddeutsche.de hat aus dem “Monatsmagazin” ein “Magazin” gemacht.

Faktenprüfer, Sportcast, Eyjafjallajökull

6 vor 9

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1. “Wie wahr sind Fakten?”
(sueddeutsche.de, Camilo Jiménez und Katja Riedel)
Ein Besuch bei den Faktenprüfern des Wochenmagazins “New Yorker”: “Wir verifizieren alles, sogar die Fiktion.”

2. “Ein paar Wünsche an Sportcast”
(sportmedienblog.de)
Das Sportmedienblog wünscht sich von der Firma Sportcast, die “exklusiv das Bildsignal der 1. und 2. Fußball-Bundesliga” produziert, zum Beispiel eine Verbesserung der “Kamerapositionen, die in vielen Stadien der Liga viel zu tief gewählt sind”. “Wenn durch diese Fehlentscheidung bei der Konzeption ständig nur ein Achtel des Spielfelds zu sehen ist, hat man natürlich auch als armchair coach keinerlei Chance, Spiel, Aufbau und Taktik zu analysieren, weil sich das Spielerlebnis qua Bildregie nur auf Zweikämpfe und Torschancen reduziert.”

3. “Gordon Brown. GORDON BROWN!”
(medienpiraten.tv, Peer Schader)
Ein Lob für die im TV-Senders ITV zu sehende 94-minütige Debatte zwischen den Spitzenkandidaten der Unterhauswahlen: “Das lag im Wesentlich daran, dass im Studio nicht vier Journalisten von vier Sendern darum kämpften, sich mit ihren Fragen zu profilieren, sondern mit Alastair Stewart lediglich ein Moderator stand, der den drei Parteiführern abwechselnd das Wort erteilte und entschied, wann die nächste Frage gestellt werden sollte. Er ließ ihnen genügend Zeit, um ihre Argument vorzubringen, unterbrach aber sofort bei Wiederholungen.”

4. “Es ist ZEIT zu widersprechen”
(freischreiber.de)
Der Berufsverband “Freischreiber” dokumentiert eine vom Zeitverlag an Autoren und Autorinnen verschickte “Rahmenvereinbarung zur Übertragung von Rechten”. “Der Autorenvertrag, den die ZEIT im Moment ihren Autorinnen und Autoren vorlegt mit dem dringenden Wunsch, ihn zügig zu unterschreiben, hat aber nicht nur grammatikalische Mängel – er ist insgesamt inakzeptabel.”

5. “Jetzt SPON-App für’s iphone!”
(stigma-videospiele.de)
Eine Erklärung, warum das Foto auf Seite 132 der Ausgabe 15/2010 des “Spiegel” als Symbolbild gekennzeichnet sein müsste. “Auch wenn ich von Apples genausowenig Ahnung wie von iphones habe, würde ich mal aus dem Bauch raus die Vermutung aufstellen, dass auf diesem Foto ein Junge vorgibt zu spielen indem er gebannt den Desktop eines Macs anstarrt, bei dem der Screenshot eines Shooters als Hintergrundbild eingerichtet wurde.”

6. “Eyjafjallajökull – You’re doing it wrong!”
(youtube.com, Video, 37 Sekunden)
An der korrekten Aussprache des derzeit aktiven Vulkans Eyjafjallajökull scheitern nicht nur Reporter, sondern nahezu jeder, wie eine Umfrage unter Passanten am Times Square zeigt.

Wie ein iPhone dem anderen

Kommt ‘n Apple-Entwickler in ‘ne Bar und lässt ein neues iPhone liegen.

Was klingt wie eine Szene aus einem Film, ist der Aufhänger einer Sensationsgeschichte auf Bild.de:

Es klingt wie eine Szene aus einem Film: In einer Bar in San José taucht plötzlich ein brandneues, supergeheimes iPhone der nächsten Generation (4G) auf. Diese Fotos zeigte die britische Tageszeitung “Daily Mail” online.

Ganz in der Nähe liegt ein Forschungslabor von Apple. Hat es ein Mitarbeiter nach einer durchzechten Nacht dort liegen lassen? Oder ist die Geschichte zu gut, um wahr zu sein?

Ob die Geschichte stimmt oder nicht, lässt sich schwer sagen. Was sich sagen lässt, ist, dass das Foto des angeblichen neuen iPhones, das Bild.de zeigt, nichts, aber auch gar nichts mit der Bar in San Jose zu tun hat:

Ist das der erste Blick auf die nächste iPhone-Generation? Die Netz-Welt streitet

Es entstammt einer ganz anderen Geschichte im Internetangebot der britischen “Daily Mail”, die die Autoren bei Bild.de selbst verlinkt haben. Und wenn sie ein wenig weiter recherchiert hätten, hätten sie vielleicht auch herausgefunden, dass die in der “Daily Mail” gezeigten “Fotos” am Computer zusammengebaute Fakes sind. Die Fragen “Sehen wir hier das iPhone 4G?” und “Ist das der erste Blick auf die nächste iPhone-Generation?” lassen sich also beide klar mit “Nein” beantworten.

Sehen könnte man das angebliche iPhone aus der Bar bei Engadget, deren Redaktion sie als erstes veröffentlicht hat.

Oder wie Bild.de schreibt:

Andere Bilder im Technikblog “engadget” zeigen ein iPhione mit einer Glasrückseite – angeblich ein Patent von Apple.

Nein, nicht “andere Bilder”, sondern die, um die es im Artikel auf Bild.de geht.

Mit Dank an Kathrin G.

Sachsensumpf, Panorama, Mars

6 vor 9

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1. “Der Sumpf, der eine Ente war”
(fr-online.de, Bernhard Honnigfort)
Bernhard Honnigfort berichtet vom “Sachsensumpf”-Prozess, der durch den im Januar 2008 im “Spiegel” publizierten Artikel “Dreckige Wäsche” ausgelöst wurde. “Die Angeklagten, die auch für Zeit Online über den angeblichen Sachsensumpf berichteten, haben in einer von ihren Anwälten verlesenen Erklärung bestritten, dass die beanstandeten Passagen von ihnen stammten. Der Spiegel-Artikel sei auch nicht von ihnen ‘legitimiert’. Ihre Namen stehen zwar darunter, aber die ehrverletzenden Passagen sollen von jemand anderem stammen.”

2. “Die ‘Ente’ über den Fake-Report”
(blog.tagesschau.de, Silvia Stöber)
Silvia Stöber beschreibt die komplizierte Faktenlage zu Meldungen, die auf einem inszenierten Bericht zum Flugzeugabsturz bei Smolensk basieren und behaupten, “der Sender Imedi habe den Tod Kaczynskis in diesem Szenario vorweggenommen”. “Keine der Redaktionen machte sich aber offenbar die Mühe, den ursprünglichen Bericht von Imedi genau anzuschauen.”

3. Interview mit Olaf Scholz
(ndr.de/panorama, Video, 9:05 Minuten)
Olaf Scholz hält nicht viel von politischen Fernsehmagazinen wie “Panorama”. Durch Schnitte würde die Realität zurechtgebogen, echtes Interesse an der Sachlage sei oft keines vorhanden. Diese Aussagen hindern “Panorama” aber nicht, daraus einen Beitrag (Video, 7:30 Minuten) zu schneiden, in dem die eigene Leistung mehrheitlich gefeiert wird. Ein zweites Interview (Video, 19:24 Minuten) wurde mit Günther Beckstein geführt.

4. “Wie die DPA vor Obama auf dem Mars landete”
(scienceblogs.de/alles-was-fliegt, Alexander Stirn)
Eine Ankündigung von Barack Obama und wie sie in deutschen Medien vermeldet wird.

5. “Das Mädchen ‘Jessica'”
(sueddeutsche.de, Stefan Ulrich)
Fragen zu Recherchen von Journalisten im Pädophilen-Milieu: “Dürfen Journalisten ihre Identität verheimlichen, um in schwer zugängliche Milieus vorzudringen? Und dürfen sie Informanten der Justiz preisgeben?”

6. “Re-publica 10: der Neidfaktor”
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer über die Berichterstattung von Zeitungen wie FAZ und SZ zum Blogger-Kongress re:publica: “Ich erwarte keine unkritische Berichterstattung – sondern eine unvoreingenommene.”

Das Erste, re:publica, Zeitungsphilister

6 vor 9

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1. “Jauchs Partyservice für ‘Das Erste'”
(blogmedien.de, Horst Müller)
Horst Müller fragt sich, warum die ARD ihre “große Geburtstagsshow zum Sechzigsten” nicht selbst produziert hat. “Für die öffentlich-rechtlichen Anstalten ist es wesentlich günstiger, komplette Produktionen sendefertig zu übernehmen, statt Shows, Talkrunden, aber auch Dokumentationen und Reportagen, selbst herzustellen.”

2. “Das ist nicht mein Po”
(sueddeutsche.de, E. Müller-Jentsch)
“Die Pokerspielerin Sandra Naujoks verlangt von einer Frauenzeitschrift eine Gegendarstellung: Erst wird ihr eine Affäre mit Boris Becker unterstellt, dann noch ein falscher Po gezeigt.”

3. Interview mit Clemens Verenkotte
(andremarty.com)
Clemens Verenkotte von ARD Radio in Tel Aviv gibt Auskunft über seine Arbeit: “Die Vorstellung, dass es eine Wechselwirkung zwischen der Nahost-Politik der Bundesregierungen und der Berichterstattung deutscher Korrespondenten aus Israel/Palästina gäbe, löst bei mir einfach nur Kopfschütteln aus.”

4. Interviews an der re:publica 2010
(dctp.tv, Videos)
Philip Banse trifft an der re:publica auf Peter Kruse, Jeff Jarvis, David Sasaki, Simon Schlauri, Lorenz Lorenz-Meyer, Tim Wu, Peter Sunde und andere.

5. “Alte, jämmerliche, erfolglose Säcke”
(gunnargeller.de)
Gunnar Geller hält den Text, den Marcus Jauer in der FAZ über deutsche Blogger schrieb für “tendenziös, unfair, aber in seiner Gemeinheit faszinierend”.

6. “Der Zeitungsphilister von gestern als digitaler Bohèmien von heute”
(umblaetterer.de, Marcuccio)
Marcuccio gräbt ein “Rath- und Hülfsbüchlein” der 1860er-Jahre für den Zeitungsleser aus und vergleicht die damalige Kritik an den Zeitungslesern mit der heutigen Kritik an den Online-Lesern. Zitat aus dem Büchlein: “Was er gestern gelesen hat, weiß er ohnehin meist heute schon nicht mehr; er glaubt aber jedes Mal, wenn seine Zeitungsstunde vorüber ist, wunders, was er gelernt habe, wenn nicht gar gethan habe.”

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