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Oh, leever Photoshop, jev uns ein passendes Bild!

In Köln hat es schon länger nicht mehr ordentlich geregnet. Der Kölner “Express” warnt auf Seite 1:

Ausriss der Express-Titelseite - Köln trocknet aus - Kaum Regen seit Wochen - Wiesen werden zur Steppe - Die Folgen der Dürre - Dazu ein Foto der Kölner Bastei sowie dem Rasen vor der Bastei

Das war das Titelblatt von gestern. Auf der letzten Seite der Ausgabe zeigt die Redaktion das Foto, auf dem die Bastei und vor allem der ausgedörrte Rasen davor zu sehen sind, ein weiteres Mal:

Ausriss Express- Oh, leever Jott, jev uns Wasser! Dazu erneut das Foto der Kölner Bastei sowie dem Rasen vor der Bastei

Im Artikel steht gleich zu Beginn:

Auch die kurzen Schauer am Dienstagabend und in der Nacht, die zusammen mit einzelnen Gewittern kamen, halfen nicht: Seit gut vier Wochen kaum ein Tröpfchen. Die andauernde Dürre zeigt er(n)ste Folgen: Steppe, wo Wiese war, gelbe statt grüne Blätter an den Bäumen, der Rheinpegel sinkt täglich.

Und dazu die Bildunterschrift:

Gelbe statt grüne Wiesen — wie hier an der Bastei

BILDblog-Leser Norbert E. ist gestern an der Wiese vor der Bastei vorbeigekommen. Das Foto, das er um 16:23 Uhr mit einem herkömmlichen Smartphone und der darin beinhalteten Belichtungsautomatik aufgenommen und uns geschickt hat, sieht nun nicht unbedingt nach blühenden Landschaften aus. Es sieht aber auch nicht so aus, als würde sich die Grünanlage vor der Bastei gerade in eine Steppe verwandeln:

Foto von BILDblog-Leser Norbert E. - Darauf zu sehen: Die Bastei und die Wiese davor, nun allerdings nicht so ausgedörrt wie im Express und mit deutlich mehr grünen Stellen

Zum besseren Vergleich hier noch einmal beide Aufnahmen gegenübergestellt:

Gegenüberstellung der Express-Titelseite und der Aufnahme des BILDblog-Lesers von der Wiese vor der Bastei

Mit Dank an Norbert E. für Hinweis und Foto!

Nachtrag, 13. Juli: Mehrere Leserinnen und Leser weisen darauf hin, dass auch der zweite Teil der Titel-Optik — die abgestorbene Platanenrinde — Unsinn sei. Schließlich würfen Platanen regelmäßig ihre Rinde ab, nicht nur bei großer Hitze oder Dürre.

Der “Express” schreibt dazu:

Die Platanen werfen zudem ihren Bast (abgestorbene Rinde) ab. Für manche Experten Zeugnis der Trockenheit. [Sachgebietsleiter beim Kölner Gründflächenamt] Schmidt hält dagegen: “Das Frühjahr war feucht und warm, ideal für die Vegetation. Alles ist stark gewachsen. Auch die Stämme der Platanen, die dicker wurden. Jetzt passt die Rinde nicht mehr und fällt ab. Wie bei einem zu engen Korsett.”

Die “Express”-Redaktion klärt die Sache also im Text auf. Dass sie trotz dieses Wissens das Foto mit der Platanenrinde auf den Titel packt, ist natürlich recht bescheuert.

Russland vs. Seppelt, Maffay vs. “Spiegel”, Erdogan vs. Böhmermann

1. Einreise mit Unwägbarkeiten
(tagesschau.de)
Russland verweigerte dem ARD-Dopingexperten Halo Seppelt zunächst das für den Besuch der Fußball-WM notwendige Visum. Dagegen erhob sich von verschiedenen Seiten Protest. Nun vermeldete Außenminister Heiko Maas auf Twitter einen Zwischenerfolg: „Russische Seite hat uns soeben mitgeteilt, dass @hajoseppelt zumindest zur WM einreisen kann.“ Damit ist die Sache jedoch nicht ausgestanden, denn es ist unklar, ob und in welchem Umfang Seppelt von Russland aus berichten darf. Außerdem will die staatliche Ermittlungsbehörde Seppelt als Zeugen in dem Strafverfahren gegen den Ex-Chef des Moskauer Anti-Doping-Labors befragen. Dazu werde man „Maßnahmen ergreifen“.

2. SPIEGEL gegen Maffay – 5:0
(spiegel.de)
Im Juli 2017 berichtete der „Spiegel“ über die Peter Maffay und seine „fragwürdige Stiftung“, die traumatisierten Kindern Urlaub auf Mallorca ermöglichen will. Die Hauptvorwürfe: Der Biohof sei verwahrlost, Maffays Geschäftspartner und Fans seien verärgert. Dagegen setzte sich Peter Maffay juristisch zur Wehr. Nun teilte sein Anwalt mit, dass sein Mandant die Klage zurücknimmt. Der „Spiegel“ dazu im hauseigenen Blog: „Damit hat Maffay das Unterlassungsverfahren verloren, wie zuvor schon alle vier Gegendarstellungsverfahren in Hamburg. Auf die Richtigstellungsansprüche hat er bereits verzichtet. Und um die Redlichkeit von Maffay wird sich die Staatsanwaltschaft Köln kümmern, Aktenzeichen 981 Js 538/18.“

3. Tumult beim Presserundgang im Transitzentrum
(donaukurier.de)
Im bayrischen Oberstimm wurde aus einer ehemaligen Kaserne eine „Ankunft- und Rückführungseinrichtung“ für Asylbewerber gemacht. Bei einem Presserundgang kam es am Dienstag zu Tumulten. Zunächst hätten sich die Asylbewerber mit den etwa 50 Journalisten über die ihrer Meinung nach menschenunwürdigen Zustände in dem Lager unterhalten. Dann kam es zu einer Spontandemonstration, die jedoch unterbunden wurde: „Danach ging der Presserundgang weiter, als wäre nichts gewesen. Den Journalisten wurden die leeren Zimmer der Bewohner präsentiert. Mit diesen unterhalten durften sich die Pressevertreter aber nicht mehr.“

4. Über jeden “Mist” berichten?
(deutschlandradio.de, Janko Tietz & Henning Hübert, Audio, 6:05 Minuten)
Angesichts der umstrittenen Äußerungen von Dobrindt (CSU) und Lindner (FDP) fand „Spiegel-Online“-Redakteur Janko Tietz auf Twitter direkte Worte: „Wenn wir als Medien solchen Mist verbreiten, sind wir mit Schuld.” Der „Deutschlandfunk“ hat sich mit Dietz über seinen Tweet unterhalten. Im Gespräch geht es um den Umgang mit Provokationen in einem gesellschaftlich aufgeheizten Klima und die Verantwortung von Journalisten.

5. Regierung: Geheimnis um ein Geschenk für Verleger
(ndr.de, Philipp Hennig & Kaveh Kooroshy)
Die Zeitungsverlage können sich über eine nur für sie geltende Sonderregelung freuen: Laut Koalitionsvertrag wird der Arbeitgeberanteil für die Rentenversicherung bei minijobbenden Zeitungszustellern von 15 auf 5 Prozent abgesenkt. „Panorama 3“ wollte wissen wie der für die Verleger so attraktive Passus in den Koalitionsvertrag gekommen ist und hat die Mitglieder der zuständigen Arbeitsgruppe kontaktiert.

6. Dreiviertelsieger Erdoğan
(taz.de, Christian Rath)
Nachdem schon das Hamburger Landgericht so entschieden hatte, hat nun auch das Oberlandesgericht Hamburg Jan Böhmermann untersagt, 18 von 24 Zeilen seines Erdogan-Gedichts zu wiederholen. Damit ist die Sache jedoch nicht am Ende angelangt: Böhmermanns Anwalt habe klargemacht, dass sein Mandant auf jeden Fall auch das Bundesverfassungsgericht anrufen wird.

Verschwörungsbusiness, Rosa müffelt, Trainingscamp für “Hasis”

1. „Verschwörungstheorien sind ein Riesengeschäft“
(wiwo.de, Niklas Dummer)
Michael Butter ist Professor für Amerikanistik an der Universität Tübingen und hat ein Buch über Verschwörungstheorien verfasst. Im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ erklärt er, wie Verschwörungstheorien funktionieren und wie damit Geld verdient wird.

2. Video: Pink stinks – Geschlechterklischees
(daserste.de, Christiane Steckfuß, Video, 6:16 Minuten)
Die Hersteller von Kinderspielzeug haben erkannt, wie gut man daran verdienen kann, wenn man Spielzeug in blauen und und rosafarbenen Varianten auf den Markt wirft. „Gendermarketing“ heißt das Ganze und richtet sich schon an Grundschulkinder bzw. deren Eltern. Stevie Meriel Schmiedel von „Pinkstinks“ sieht das besonders kritisch. Durch die Genderisierung des Spielzeugs würden alte Geschlechterrollen unreflektiert weitergegeben. Doch Gendermarketing beschränkt sich nicht nur auf Spielzeug, erklärt Schmiedel, und weist auf einen interessanten Aspekt hin: „Wenn Sie mal auf Duschgel oder andere Produkte für Kinder gucken: Mädchen gucken immer den Betrachter an, ob sie jetzt Cartoon oder reell sind, und lächeln, und die Jungs schauen irgendwo in die Weite und sind gerade in Aktion begriffen. Und diese zwei Klischees, es ist unfassbar, findet man überall.“

3. YouTube schaltet weiterhin Werbung vor extremistischen Inhalten
(heise.de, Tilman Wittenhorst)
YouTube hat weiterhin mit einem peinlichen Problem zu kämpfen: Schlimm genug, dass auf der Plattform rassistische oder antisemitische Videos erscheinen. Doch diese werden von YouTube oftmals auch noch mit Werbeclips seriöser Unternehmen wie Adidas, Amazon und Netflix versehen.

4. Muss es immer pompös sein?
(faz.net, Oliver Jungen)
In Köln trafen sich die Filmbranche zum „Serien-Summit“, in der es um die Zukunft der deutschen Serie ging. Von drei Serienmachern aus dem Ausland konnte man lernen, dass auch mit verhältnismäßig kleinen Budgets gute Ergebnisse erzielbar sind.

5. Ein Trainingscamp für “Hasis”
(sueddeutsche.de, Ulrike Schuster)
Jahrelang soll ein WDR-Korrespondent junge Frauen sexuell belästigt haben, die er in einem von ihm veranstalteten Journalismus-Seminar traf. Die Geschichte beginnt bereits in den Neunziger Jahren und der Sender hatte lange Kenntnis von den Vorwürfen, doch eine tatsächlich wirksame Reaktion gab es erst jetzt.

6. Wahnsinnig unsympathisch, ne?
(uebermedien.de, Video, 0:52 Minuten)
In einer Folge von „Germany’s Next Topmodel“ konfrontiert die Online-Chefredakteurin von „Bunte“ Julia Bauer die Kandidatinnen mit vermeintlich „dunklen Geheimnissen“ aus ihrer Vergangenheit und stellt ihnen eine Frage, die sie, nun ja, auch ihrem Spiegelbild hätte stellen können.

„Krawall-Barbie“, Kein “Tod den Juden”, Pornhub und die “Krone”

1. Die „Krawall-Barbie“ der Bild-Zeitung beschäftigt den Presserat
(br.de)
Mit “Krawall-Barbie” überschrieb “Bild” das Foto einer jungen blonden Frau mit bauchfreiem Top, die während des G20-Gipfels im Juli in Hamburg randaliert haben soll. Beim Deutschen Presserat sind deshalb bislang fünf Beschwerden eingegangen. Juristen sehen in der Veröffentlichung von G20-Fahndungsfotos in den Medien eine mögliche „erhebliche Prangerwirkung“ für die abgebildeten Personen. Die Veröffentlichung derartiger Bilder “unterliegt immer einer sorgfältigen Abwägung zwischen dem Persönlichkeitsrecht des Betroffenen auf der einen Seite und der Pressefreiheit sowie dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit auf der anderen Seite“, so der Berliner Presseanwalt David Geßner.

2. Massenhafte „Tod den Juden“-Rufe am Brandenburger Tor?
(uebermedien.de, Emily Dische-Becker)
Gab es wirklich massenhafte „Tod den Juden“-Rufe am Brandenburger Tor, wie vielfach in den Medien berichtet wurde? Emily Dische-Becker hat beim Reporter des Artikels nachgefragt, der die weitere Berichterstattung nach sich zog. Mit erschütterndem Ergebnis: “Bei einem späteren Gespräch sagt der Reporter, er habe den fertigen Artikel gar nicht gekannt, über dem sein Name steht und der so viele Reaktionen ausgelöst hat. Er habe die Beobachtung seinem Redaktions-Kollegen nur telefonisch mitgeteilt. Dass in dem Artikel davon die Rede war, dass 1500 Menschen minutenlang den Spruch skandierten, habe er nicht gewusst und es habe ihn überrascht. Das sei alles maßlos übertrieben.”

3. Zahl der Krimis soll nicht weiter steigen
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Vor wenigen Tagen fand in Berlin zum vierten Mal in diesem Jahr die “ZDF”-Pressekonferenz statt. ZDF-Intendant Thomas Bellut und ZDF-Fernsehratsvorsitzende Marlehn Thieme sprachen u.a. über steigende Personalausgaben trotz Personalabbau, Sportvielfalt im Programm, das Erreichen der Krimi-Grenze und Mitgliedschaften von Mitarbeitern.

4. “Am Gängelband der Politik”
(deutschlandfunk.de, Isabelle Klein)
Der Chefredakteur der Wochenzeitung “Falter”, Florian Klenk, ist wenig optimistisch, was die Zukunft des Journalismus in Österreich anbelangt. Er fürchte, die Medien könnten ihrer kritischen Rolle bei der neuen Regierung nicht nachkommen, sagte Klenk im Deutschlandfunk.

5. Neues aus dem Fernsehrat (19): Fünf Wünsche ans öffentlich-rechtliche Christkind
(netzpolitik.org, Leonhard Dobusch )
Leonhard Dobusch hat in einer Art weihnachtlichem Wunschzettel ans “öffentlich-rechtliche Christkind” einige Dinge notiert, die ARD, ZDF und Co im Netz auch ohne neues Gesetz tun könnten, bislang aber nicht tun. Die Überschriften lauten Open-Source-Kooperation bei Mediathekentwicklung, Personalisierung bei Mediatheken, Open Data and Transparenzoffensive, weniger Geoblocking und Creative Commons für Eigenproduktionen ohne Fremdmaterial.

6. Pornhub braucht halben Strom von Temelín: “Krone” verrechnete sich
(derstandard.at, Georg Pichler)
Die amerikanische Zeitschrift “The Atlantic” hat sich mit dem wachsenden Stromverbrauch durch Streamingdienste beschäftigt. Ein Forscher hat dazu in einer Beispielrechnung den Stromverbrauch der Porno-Plattform “Pornhub” kalkuliert. Die österreichische “Krone” schrieb daraufhin, “Pornhub” würde im Jahr so viel Strom verbrauchen, wie das Land Luxemburg insgesamt. Zudem könne der Verbrauch das tschechische Atomkraftwerk Temelín zur Hälfte auslasten. Beides war allerdings komplett falsch. Die Krone hatte augenscheinlich eine Komma- mit einer Tausenderstelle verwechselt.

Alpen-Breitbart?, Staatsfunk-Framing, Medialer AfD-Kater

1. “Breitbart” aus den Alpen?
(sueddeutsche.de, Peter Münch)
Der österreichische Ochsengalle-Brause-Hersteller (“Red Bull”) und Milliardär Dietrich Mateschitz hat sein lange erwartetes Internet-Portal “Addendum” gestartet. Dahinter steht ein auf 40 Mitarbeiter angewachsenes Team, das vom ehemaligen Chefredakteur der konservativen Tageszeitung “Die Presse” und “Servus TV”-Moderator Michael Fleischhacker geleitet wird. Eine Bewertung der Seite, die im Vorfeld als “Alpen-Breitbart” bespöttelt wurde, lasse der Anfang noch nicht zu, so Peter Münch auf “sz.de”. Zumindest die Schwerpunkte sind klar: Es geht derzeit vor allem um die Themen Asyl, Asyl und Asyl.

2. “Über Taten berichten – nicht über Worte”
(spiegel.de, Francesco Giammarco)
Der “Spiegel” hat mit Henriette Löwisch, Leiterin der Deutschen Journalistenschule in München, über das schwierige Spannungsfeld der AfD-Berichterstattung gesprochen. Löwisch plädiert für mehr Nüchternheit und findet für die Taktik der AfD einen biblischen Vergleich: “Sie selbst stilisieren sich zum David. Wenn sie den Goliath so piesacken können, dass er vor Wut und Entsetzen aufheult und sich empört, dann sind sie in den Augen ihrer Anhänger die Helden, egal wie abscheulich ihre Sprüche objektiv sind. Und je länger sie das auskosten können, von Talkshow zu Schlagzeile zu Talkshow, desto besser. So funktioniert Populismus.”
Weiterer Lesetipp: Jürn Kruse in der “taz” mit Medienschelte nach AfD-Erfolg: Frustabbau-Tradition

3. „Staatsfunk“ – ein organisierter Etikettenschwindel per Framing
(udostiehl.wordpress.com)
Denken Sie beim Begriff “Staatsfunk” an Nordkorea, erscheinen Ihnen Bilder von AfD-Politikern und Pegida-Demonstranten oder hören Sie die Stimme von Zeitungsverlegerchef Mathias Döpfner? Udo Stiehl schreibt über die gefährliche Umetikettierung des Begriffs, wie man sie auch beim Ausdruck “Staatspresse” erleben kann. Stiehl rät dazu, derartige Begriffe zu meiden und hat einen Tipp für all diejenigen, denen die sachliche Formulierung “öffentlich-rechtlicher Rundfunk” zu lang ist: “Mit „ÖR“ sind es nur noch zwei Zeichen. Das reicht im Zweifel auch schon, um solchen Begriffskaperungen keinen Vorschub mehr zu leisten.”

4. Der Aufstieg der AfD – Sind die Medien schuld?
(wdr.de, Georg Restle)
Sind die Medien am Aufstieg der AfD Schuld wie in den vergangenen Tagen diskutiert wird? Ein seltsames Schwarzer-Peter-Spiel sei es, das da vor allem von Politikern und Politikerinnen der ehemals Großen Koalition gespielt werde, findet Georg Restle: “Wer so argumentiert irrt mehrfach: Erstens gibt es DIE Medien nicht. Zweitens lässt sich die Dynamik rechts-nationalistischer Bewegungen und Parteien weltweit beobachten, völlig unabhängig von der jeweiligen Medienlandschaft. Und drittens verbietet sich ein solches Argument, jedenfalls soweit es die Unterschlagung einer gesellschaftlichen Realität nahelegt.”

5. bigFM: Die LFK, die Wahrheit und der Unterschied zwischen Information und Unterhaltung
(fair-radio.net, Mario Köhne)
Das Radio-Watchblog “Fair Radio” deckte vor einigen Wochen einen Schwindel des privaten Radiosenders “bigFM” auf. Der Sender hatte mit einer frei erfundenen Story eine neue Nachrichtenfrau vorgestellt. “Fair Radio” hatte daraufhin Beschwerde bei der Landesmedienanstalt eingereicht. Diese sieht jedoch keinen Grund für Konsequenzen: „Zwar kann man kritisieren, dass bigFM nicht innerhalb der Sendung auflöste, dass es sich um eine Aktion zur Einführung der neuen Nachrichtensprecherin handelt und damit spielt, dass einige Hörer nicht erkennen, dass es sich um eine gestellte/fingierte Aktion handelt, dies stellt allerdings keinen medienrechtlichen Verstoß dar.“

6. Die Salamander-auf-Moos-Koalition
(uebermedien.de, Mats Schönauer & Yannick von Eisenhart Rothe)
Früher bezeichneten Journalisten eine schwarz-grün-gelbe Koalition als “Schwampel”, mittlerweile hat sich der Begriff “Jamaika-Koalition” durchgesetzt. Auch, weil man damit viele Wortspiele und lustige Bildmontagen machen kann. Mats Schönauer und Yannick von Eisenhart Rothe zeigen auf “Übermedien”, welche Blüten der Jamaika-Wahnsinn hervorbringt.

Kurz korrigiert (506)

Das Musikvideo der Sängerin Taylor Swift zu ihrem neuen Song “Look What You Made Me Do” geht ordentlich durch die Decke: Nach einem Tag hatte es bereits 35 Millionen Aufrufe bei Youtube, inzwischen liegt es bei knapp über 100 Millionen Aufrufen.

Die Popper von Bild.de wissen, warum der Clip so erfolgreich ist:

Screenshot Bild.de - Taylor Swift stößt Adele vom Thron - Warum ihr neues Video durch die Decke geht

Das Erfolgsrezept? Der vier Minuten lange Clip strotzt nur so vor Anspielungen auf Streits und vergangene Ärgernisse der Sängerin! In fast jeder Szene finden sich Hinweise, viele natürlich erst beim dritten oder vierten Ansehen.

Und manche dieser “Hinweise” sieht man nur, wenn man bei Bild.de arbeitet und gerne mal Fehler macht.

Die Redaktion listet “Die Seitenhiebe und Symbole im Detail” auf. Darunter sollen auch mehrere Anspielungen darauf sein, dass Taylor Swift von einstigen Freunden hintergangen wurde. Wie zum Beispiel von …

Wie zum Beispiel von Katy Perry (32). Mit ihr hat Taylor immer wieder Streit. Sie wird vorgeführt, indem Taylor das Auto aus Katys Musikvideo zu “Waking Up in Vegas” zu Schrott fährt, während sie genauso aussieht wie ihre Feindin. Taylor sagte einst auf Twitter, dass sie diesen Song liebt!

In einer Bildunterschrift unter einem Screenshot aus Taylor Swifts neuem Clip schreibt Bild.de:

Screenshot aus dem Musikvideo von Taylor Swift mit der Bildunterschrift von Bild.de - Taylor Swift fährt einen gelben Lamborghini zu Schrott – das gleiche Auto, das Katy Perry in einem Musik-Video fährt. Taylor sieht dabei ihrer Rivalin verdächtig ähnlich

Taylor Swift fährt einen gelben Lamborghini zu Schrott — das gleiche Auto, das Katy Perry in einem Musik-Video fährt. Taylor sieht dabei ihrer Rivalin verdächtig ähnlich

In ihrem Musikvideo zu “Waking Up in Vegas” fährt Katy Perry tatsächlich einen gelben Lamborghini Murciélago. Das Auto, das Taylor Swift in ihrem Musikvideo fährt und das Bild.de extra zeigt, ist aber kein Lamborghini, sondern ein Bugatti Veyron.

Ganz am Ende des Artikels schreibt Bild.de:

Das offizielle Video wurde am Sonntag bei den “MTV Video Music Awards” in Los Angeles vorgestellt. Taylor Swift selbst war nicht bei der Award-Verleihung. Bei einigen Leuten im Publikum inklusive der Gastgeberin des Abends — Katy Perry — dürfte der Clip für Verwunderung gesorgt haben.

Mag sein. Dann aber nicht wegen des nicht vorhandenen Lamborghini.

Mit Dank an Frank D. für den Hinweis!

Meine Stylingtipps für meinen Ehemann und Co.

Als stellvertretende Chefredakteurin hat Dagmar Rosenfeld einiges mitzureden, wenn es darum geht, was bei Welt.de erscheint, und welche Themen in der “Welt” landen. Da kommt dann zum Beispiel sowas hier zustande:

Screenshot Welt.de - Meinung - Bundestagswahl - Meine Stylingtipps für Christian Lindner und Co. - von Dagmar Rosenfeld

Das Ganze soll wohl recht lustig sein. Jedenfalls könnte man das meinen, wenn man sich den Artikeleinstieg bei Welt.de und in der “Welt” anschaut:

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kann sich sehen lassen, ein Sahneschnittchen, wie man an Frauenstammtischen so sagt. Nun wurde bekannt, dass Macron in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit 26.000 Euro für eine Visagistin ausgegeben hat. Weil Angela Merkel und Martin Schulz derzeit so viele Fernsehauftritte haben, dass sie in der Maske der TV-Studios quasi ein Dauerabpuder-Abo haben, wollen wir an dieser Stelle die kleinen Parteien mit ein paar Stylingtricks unterstützen — kostenlos und wunderschön oberflächlich.

Der Spitzenkandidatin der Linken, Sahra Wagenknecht, verrät Rosenfeld solche “Stylingtricks” (“Leichtigkeit wagen, etwa durch eine Kombi aus Jackett und Jeans.”), genauso dem Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir (“Koteletten wieder wachsen lassen, Haare mit Glitzerpomade zur Tolle formen, E-Bike in Cadillac Pink lackieren und während der Fahrt laut „Brumm, brumm“ rufen.”) und natürlich dem in der Titelzeile bereits erwähnten Christian Lindner von der FDP:

CHRISTIAN LINDNER (FDP)

Der Spitzenkandidat der FDP mit Haut und Haaren für den Wiedereinzug in den Bundestag, dafür zeigt er sich in Wahlwerbespots schon mal im Unterhemd. Liberalismus ist für ihn auch eine Kopfsache: Um liberales Wachstum zu generieren, ließ er sich erst einmal Haare transplantieren.

Stiltipp: Bei der Wahl der Oberbekleidung für Werbespots künftig vorher die Ehefrau fragen.

Duft: Comme des Garçons, Amazingreen (riecht nach schwarz-gelb-grüner Regierung).

Christian Lindners “Ehefrau”, die Dagmar Rosenfeld erwähnt, heißt Dagmar Rosenfeld-Lindner und ist stellvertretende Chefredakteurin der “Welt”. Für das klitzekleine Detail, dass die Autorin gerade über ihren eigenen Ehemann schreibt, der sich mitten im Wahlkampf befindet und der mit seiner Partei in wenigen Wochen in den Bundestag einziehen will, muss bei Welt.de und “Welt” kein Platz mehr gewesen sein. Jedenfalls steht im Artikel nirgendwo etwas davon.

Gesehen bei @HATEMAGAZIN.

“Bild” korrigiert AfD-Unsinn, den AfD in “Bild am Sonntag” verbreiten darf

Bei der “Bild am Sonntag” hatten sie eine Idee für ein neues Interview-Format:

Ausriss Bild am Sonntag - Neue Serie - Stars treffen Spitzenpolitiker - Es geht im Wahlkampf nicht nur um Parteiprogramme. Denn Politik wird von Menschen gemacht. In dieser neuen BamS-Serie stellen Stars die Fragen, die ihnen persönlich wichtig sind

Für Teil 2 “dieser neuen BamS-Serie” (in Runde 1 befragte Schlagersängerin Andrea Berg CSU-Chef Horst Seehofer) wählte die Redaktion als Politiker Alexander Gauland von der AfD aus und als Star Entertainerin Désirée Nick:

Ausriss Titelseite Bild am Sonntag - Désirée Nick fragt Gauland von der AfD

Und welche Fragen an Gauland sind Nick nun “persönlich wichtig”? Solche hier:

Warum sind Sie immer so britisch gekleidet?

Ich dachte, Sie sind Single!!!

Haben Sie einen Künstlernamen? “Gauland” ist ja kein französischer Name.

Haben Sie Frau Merkels Mobilnummer? Für Notfälle?

Wollen Sie meine Telefonnummer haben?

Wir könnten dann auch über Rotwein reden …

Ihre Krawatte mit den Hunden habe ich schon oft im Fernsehen gesehen. Das ist Ihre Lieblingskrawatte, oder?

Wobei diese Zusammenstellung nicht ganz fair ist, weil das Debakel am Ende gar nicht so groß ist, wie man es erstmal befürchten könnte. Désirée Nick hakt hier und da nach, sie hat sich vor dem Gespräch immerhin die AfD-Wahlplakate angeschaut und bei einzelnen Themen auch eine klare eigene Meinung.

Trotzdem finden wir es fatal, einem erfahrenen, gewieften Politiker wie Alexander Gauland nicht einen mindestens genauso erfahrenen Interviewer gegenüberzustellen; einen, der im politischen Diskurs steckt, der fundiert widersprechen kann, der nicht auf Parolen reinfällt. Stattdessen lässt “Bild am Sonntag” den AfD-Spitzenkandidaten auf zwei kompletten Seiten (plus eine Seite Aufmacher-Foto und Überschrift) gegen Ausländer, gegen den Islam, gegen alles Fremde reden, ohne dass er dabei allzu viel Gegenwind bekommt.

An einer Stelle im Interview wird dieses Problem ganz deutlich. Désirée Nick sagt zu Alexander Gauland:

Sie sagen: Unsere Deutschen machen wir uns selber!

Gauland antwortet:

Na, klar. Wir brauchen keine ausländischen Arbeitskräfte.

Jemand, der es gewohnt ist, in Interviews gut aufzupassen und kritisch nachzufragen, würde diesem Unsinn sicher widersprechen. Man könnte den Fachkräftemangel anführen, man könnte die Situation in der Pflege, im Handwerk ansprechen, man könnte Gauland fragen, wie er sich Deutschland ohne ausländische Arbeitskräfte vorstellt. Désirée Nick macht nichts davon. Sie lässt Gaulands Aussage einfach so stehen, als wäre faktisch daran nichts auszusetzen. Nick will lieber übers Kindermachen sprechen:

Ich spreche von Zeugung.

In der “Bild”-Zeitung erschien gestern dieser kleine “Wahlkampf-Fakten-Check”:

Ausriss Bild-Zeitung - BILD Wahlkampf-Fakten-Check - Aussage: AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland (76) sagte der Bild am Sonntag: Wir brauchen keine ausländischen Arbeitskräfte. Antwort: Falsch! Die Bundesagentur für Arbeit ermittelte in ihrer neuen Engpassanalyse im Juni 2017 zwar, dass es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland gibt, wohl aber in einzelnen Branchen! Dazu zählen Bauberufe, technische Berufe und der Pflege- und Gesundheitsbereich. Stellen in der Altenpflege sind aktuell im Schnitt 167 Tage vakant, auf dem Bau (Meister) 130 Tage. Die Mangelberufe stehen auf einer offiziellen Positivliste: Ausländer, die diese erlernt haben, können zum Arbeiten nach Deutschland zuwandern.

Dass “Bild” etwas korrigiert, was in “Bild am Sonntag” steht, ist gut, auch wenn die “Bild”-Redaktion so tut, als würde das Problem einzig bei Alexander Gaulands Aussage liegen. Es ist aber ebenfalls problematisch, dass der “BILD Wahlkampf-Fakten-Check” überhaupt erst nötig ist, weil “Bild am Sonntag” Micky Maus Désirée Nick zum Interview mit Alexander Gauland geschickt hat und nicht jemanden, der dem AfD-Politiker hätte Paroli bieten können.

“Bild” lässt DFB-Vizepräsidenten von Ultras bedrohen

Neulich präsentierte die “Bild”-Redaktion ja schon den “ersten Fußball-Star”, der “Knast für Ultras” fordere und der in Wahrheit gar nicht “Knast für Ultras” fordert. Seit vorgestern gibt es bei “Bild” den ersten DFB-Vizepräsidenten, der von Ultras bedroht worden sei und der nach eigener Aussage gar nicht von Ultras bedroht wurde.

Vor zehn Tagen, da nahm die undifferenzierte “Bild”-Kampagne gegen die Ultra-Szene in Deutschland gerade Fahrt auf, veröffentlichte das Blatt eine komplette Seite zum Thema:

Ausriss Bild-Zeitung - Übersicht über komplette Seite mit drei Artikeln mit den Überschriften Wie gefährlich ist diese Kriegserklärung? So gewalttätig wird die neue Saison. Und Die Macht der Ultras

Im Artikel mit der Überschrift “DIE MACHT DER ULTRAS” schrieb “Bild”-Chefreporter Marc Schmidt gleich im Einstieg:

Die Ultras wollen immer mehr Macht im deutschen Fußball erobern. Auch mit Gewalt-Ankündigungen! Das bekam kürzlich DFB-Vizepräsident Rainer Koch (58) zu spüren.

Zu einem Gedankenaustausch hatte sich der Münchner mit drei Ultra-Chefs von Dynamo Dresden verabredet. Doch bei dem Treffen tauchten plötzlich 60 “Fans” auf und bedrohten den DFB-Vize. Mit dem Hinweis, man könne Koch zu Hause oder in seinem Büro “besuchen”.

Das Treffen zwischen Rainer Koch und den Ultra-Vertretern gab es tatsächlich. Und es kamen tatsächlich auch deutlich mehr Leute nach Dresden als vorher abgesprochen, es sollen zwischen 50 und 60 Personen gewesen sein. Aber Drohungen gegen den DFB-Vize, wie Marc Schmidt schreibt? Davon hat Rainer Koch nicht mal selber etwas mitbekommen. Am Samstag veröffentlichte er dieses Statement bei Facebook:

Screenshot Facebook-Post von Rainer Koch - Am 27. Juli bin ich auf Einladung von drei Ultra-Sprechern von Dynamo Dresden gemeinsam mit dem DFB-Sicherheitsbeauftragten Hendrik Große-Lefert zu einem Gespräch über Ultra-Anliegen nach Dresden gefahren. Tatsächlich trafen wir dann unabgesprochen auf über 50 Ultravertreter aus ganz Deutschland. Auch gut, wir haben - weil grundsätzlich immer dialogbereit - uns auch auf eine Unterredung mit diesem großen Kreis eingelassen. Ich habe, weil Vertraulichkeit vereinbart wurde, bis heute nichts zum Inhalt dieser Unterredung erklärt. Ich habe allen Medien gegenüber unter Hinweis auf die Vertraulichkeit des Gesprächs bislang jede Stellungnahme zum Treffen abgelehnt und deshalb auch zu keinem Zeitpunkt und an keiner Stelle erklärt, in diesem Gespräch persönlich bedroht worden zu sein. Übrigens auch deshalb nicht, weil ich gar nicht bedroht worden bin. Trotzdem wird seit Tagen von der Szene wahrheitswidrig derartiges behauptet und mir unterstellt. Also liebe Ultras, das passt doch nicht zusammen: ihr wollt den Dialog und setzt andererseits jetzt schon seit Tagen solche falschen Behauptungen über mich in die Welt und ins Netz und in die Stadionkurve des 1. FC Nürnberg. Ich bleibe bei meiner Haltung: Zum Dialog bin ich selbstverständlich weiter gerne bereit, persönliche Beleidigungen und Verleumdungen werde ich jedoch nicht akzeptieren.

Kochs Beschwerde in Richtung Ultras, die “falsche Behauptungen” über ihn “in die Welt und ins Netz und in die Stadionkurve des 1. FC Nürnberg” setzen sollen, kann man übrigens direkt an “Bild” und Chefreporter Marc Schmidt weiterleiten. Klickt man auf den Link, den Rainer Koch in seinen Facebook-Post kopiert hat, sieht man, dass sich die von Koch Kritisierten auf das falsche Bedrohungsszenario berufen, das die “Bild”-Zeitung verbreitet hat.

Mit Dank an Kevin J., Anonym, @Hirnwindungen und @BlauGelb13 für die Hinweise!

“Bild” im Reggae-Rasta-Klischee-Rausch

In Schleswig-Holstein dürfte bald eine sogenannte Jamaika-Koalition die Regierung bilden. Die Vertreter von CDU, Grünen und FDP haben sich am Dienstagabend auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag geeinigt. Und weil in der Nationalflagge von Jamaika eben die Farben Schwarz, Grün und Gelb vorkommen, spricht man von einer Jamaika-Koalition.

Die erfolgreichen Verhandlungen in Schleswig-Holstein brachten die “Bild”-Zeitung auf die Idee, in der gestrigen Ausgabe der Frage nachzugehen, ob ein solches Dreierbündnis auch in der Bundespolitik klappen könnte. Da müssen sie im Axel-Springer-Hochhaus in der Redaktionskonferenz zusammengesessen und überlegt haben, wie man das illustrieren könnte. Und dann dürften ungefähr solche Vorschläge gekommen sein:

Lass uns dem Lindner mal einen Joint in den Mund shoppen!

Ja, geil! Und die Merkel machen wir so’n bisschen exotisch, mit Ketten und Blumenkleid und Rastas und so.

Ha, genau. Und der Özdemir spielt wie so ein Wilder Trommel!

Pahaha! Und dann färben wir alle drei noch dunkler, sollen ja Jamaikaner sein.

Super! Und in die Überschrift packen wir noch irgendeine Kiffer-Anspielung!

Haben sie dann auch genau so gemacht:

Ausriss Bild-Zeitung - Nach Schwarz-Geld-Grün in Schleswig-Holstein - Kommt für Merkel die Jamaika-Koalition in die Tüte?

Auf der Startseite von Bild.de war diese “BILD-Montage” gestern ebenfalls erschienen:

Ausriss Bild.de - Nach Schwarz-Geld-Grün in Schleswig-Holstein - Kommt für Merkel die Jamaika-Koalition in die Tüte?

Im Text geht das volle Stereotypenprogramm dann weiter:

Auch in Berlin wird offen über ein Dreier-Bündnis spekuliert. Reggae, Rausch und Rasta — kommt das für Merkel (und die anderen Parteien) in die Tüte?

So stellt sich die “Bild”-Redaktion eben einen typischen Jamaikaner vor: jointrauchend, trommelspielend, rastazöpfig.

Wir können nur hoffen, dass nicht irgendwo bald wieder eine sogenannte Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen entsteht. Sonst muss der bemitleidenswerte “Bild”-Photoshopper noch Angela Merkel digitalen Massai-Schmuck um den Hals binden, Martin Schulz einen Speer in die Hand drücken und beim Blackfacing voll aufdrehen, nur um das Klischeeverlangen seiner Kollegen zu stillen.

Nachtrag, 18. Juni: Bei “SpiegelKritik” gibt es Kritik an diesem Beitrag.

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