Suchergebnisse für ‘Afd’

Baerbocks SMS, Bestseller und Brainrot, “Wir sind Systemmedien”

1. Informationsfreiheit gilt auch für SMS
(fragdenstaat.de, Hannah Vos)
Die Transparenzinitiative “FragDenStaat” berichtet über ein Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin, laut dem auch SMS von Regierungsmitgliedern amtliche Informationen sein können und nach dem Informationsfreiheitsgesetz herausgegeben werden müssen. Anlass sind SMS der damaligen Außenministerin Annalena Baerbock an Vertreterinnen und Vertreter anderer Uno-Mitgliedsstaaten zur Unterstützung einer UN-Resolution zur Ukraine. Das Auswärtige Amt habe die Herausgabe verweigert, sei damit aber vor Gericht weitgehend gescheitert.

2. “New York Times” verklagt Pentagon
(taz.de)
Die “New York Times” verklage erneut das US-Verteidigungsministerium, weil Reporterinnen und Reporter das Pentagon nur noch in Begleitung betreten dürfen. Die Redaktion sehe darin einen verfassungswidrigen Eingriff in die unabhängige Militärberichterstattung. Das Pentagon weise die Kritik zurück und bezeichne sie als “Versuch, die Hürden zu beseitigen, um an klassifizierte Informationen zu gelangen”.

3. “Wir sind Systemmedien – wir sind Medien des demokratischen Systems”
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Bei der re:publica haben der ARD-Vorsitzende Florian Hager und der ZDF-Intendant Norbert Himmler darüber diskutiert, wie öffentlich-rechtliche Medien in einer von Netflix, TikTok, YouTube und Google geprägten Öffentlichkeit relevant bleiben können (Videomitschnitt, youtube.com, 1:01:41 Stunden). Beide hätten betont, ARD und ZDF seien längst mehr als klassische Fernsehsender und müssten auch auf problematischen Plattformen präsent sein, um junge Menschen zu erreichen.

Bildblog unterstuetzen

4. MV: Wie Medien AfD-Wahlkampf machen, ohne es zu merken
(volksverpetzer.de, Leonie Wiegel)
Leonie Wiegel kritisiert, dass einige Medien mit ihrer Berichterstattung über das AfD-Wahlprogramm in Mecklenburg-Vorpommern ungewollt AfD-Narrative verstärken würden. Manche Überschriften würden den Eindruck fördern, eine AfD-Regierung sei bereits realistisch oder fast sicher, obwohl es dafür derzeit keine Koalitionspartner gebe. Wiegels Fazit: “Mit jeder Überschrift entscheidet man sich für eine Perspektive auf die Geschichte. Es ist alarmierend, dass die meisten Medien dabei eher zur rechten, zur AfD-Perspektive tendieren, und immer wieder auch Perspektiven einnehmen, die offensichtlich weiter weg von den Fakten sind, als andere.”

5. Guter Rat ist … anders
(arminwolf.at)
ORF-Moderator Armin Wolf kritisiert die parteipolitische Dominanz im ORF-Stiftungsrat und schlägt eine grundlegende Reform des Aufsichtsgremiums vor. Statt 35 Mitgliedern mit parteinahen “Freundeskreisen” solle es nur noch 15 Stiftungsräte geben. Die Mitglieder sollten transparenter und überparteilicher ausgewählt werden, etwa über öffentliche Hearings und qualifizierte Mehrheiten. Ziel sei ein Aufsichtsgremium des österreichischen öffentlich-rechtlichen Senders, das unabhängig die bestmögliche Führung suche.

6. Zwischen Bestseller und Brainrot – Wie der Markt die Literatur sortiert
(54books.de, Berit Glanz)
Berit Glanz analysiert, wie ökonomische Marktlogiken den gegenwärtigen Literaturbetrieb prägen. Ausgangspunkt ist ein Moment auf der re:publica, in dem öffentlich wurde, wie stark sich Buchvorschüsse unterscheiden können. Hohe Vorschüsse würden nicht nur Geld, sondern auch Sichtbarkeit und Marketing bedeuten, die sogenannte Midlist gerate dabei immer mehr ins Hintertreffen. Es stelle sich die Frage, unter welchen materiellen Bedingungen gute Literatur überhaupt noch entstehen könne.

Tiefrote “Nius”-Bilanz, Merz sagt “Nein”, Digitale Macht begrenzen

1. Verluste bei Reichelts “Nius” weiten sich aus
(t-online.de, Lars Wienand)
Lars Wienand hat ins Unternehmensregister geschaut und die Bilanz für das Jahr 2024 der Betreibergesellschaft von Julian Reichelts rechtem Krawallportal “Nius” analysiert. Diese sei “tiefrot”: “Bei einer Bilanzsumme von gut sieben Millionen Euro lag 2024 das Minus, der Jahresfehlbetrag, bei knapp 16,2 Millionen Euro. Den Kosten stehen weiterhin kaum Erlöse gegenüber.” Der “Nius”-Geldgeber Frank Gotthardt habe “wieder einen zweistelligen Millionenbetrag nachschießen” müssen, die Abo-Einnahmen von Reichelts Portal seien “vergleichsweise winzig”, und die Zahl der Leserinnen und Leser sei “zuletzt auf ein Rekordtief gefallen.”

2. Verfassungsrechtler über AfD-Pläne: “Kompliziert, langwierig und teuer”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Im Interview mit “DWDL” ordnet der Verfassungs- und Medienrechtler Christoph Degenhart die AfD-Pläne ein, in Sachsen-Anhalt die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Rechtlich sei eine Kündigung zwar möglich, praktisch aber mit enormen Problemen verbunden: Sachsen-Anhalt müsste dann wohl ein eigenes öffentlich-rechtliches Angebot organisieren, Vermögen, Rechte und Pensionslasten des MDR müssten aufwendig auseinandergesetzt werden, und günstiger würde es vermutlich auch nicht.

3. Merz sagt “Nein” zu Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Bundeskanzler Friedrich Merz habe auf dem Deutschen Katholikentag ein pauschales Social-Media-Verbot für Minderjährige abgelehnt. Stattdessen habe er sich dafür ausgesprochen, Plattformen besser zu regulieren und Risiken für Kinder und Jugendliche gezielter zu adressieren. Ganz eindeutig sei seine Position allerdings nicht, weil Merz zugleich Altersgrenzen und Zugangsbeschränkungen als möglichen “richtigen Weg” bezeichnet habe.

Bildblog unterstuetzen

4. re:publica 26: Markus Beckedahl – Digitale Macht begrenzen: Der Weg in die digitale Souveränität
(youtube.com, Markus Beckedahl, Video: 59:35 Minuten)
In seiner Keynote anlässlich der re:publica 2026 spricht sich Markus Beckedahl dafür aus, digitale Macht zu begrenzen, um den “Weg in die digitale Souveränität” freizuräumen: “Um die Macht zu begrenzen, sind gute Regeln und ihre Durchsetzung notwendig. Aber die besten Regeln bringen nichts, wenn wir nicht auch Alternativen fördern, damit wir eine Wahlfreiheit haben.”

5. Abschied vom Schlagwort
(taz.de, Klaudia Lagozinski)
Klaudia Lagozinski erklärt in den “wichtigsten Fragen und Antworten”, wie KI-Zusammenfassungen die Onlinesuche verändern. Websites seien lange vor allem für Google und SEO optimiert worden, doch nun verschiebe sich der Fokus zur direkten Antwort durch Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude. Für Medien und Webseitenbetreiber bedeute dies weniger Klicks, weil Nutzerinnen und Nutzer oft schon mit der KI-Antwort zufrieden seien.

6. Wie politisch darf gemeinnütziger Journalismus sein?
(npj.news)
“NPJ.news”, eine Seite über Nonprofit-Journalismus im deutschsprachigen Raum, hat die aktuelle Rechtslage zum gemeinnützigen Journalismus zusammengefasst. Das Fazit: “Gemeinnütziger Journalismus darf politisch relevant sein. Es muss aber gezeigt werden, dass die politische Relevanz der Berichterstattung aus Aufklärung, Information und Einordnung entsteht und nicht etwa aus parteipolitischer oder kampagnenförmiger Zielsteuerung. Weil Journalismus kein eigener Steuerzweck ist, müssen Redaktionen in gemeinnütziger Trägerschaft diese Grenze sorgfältiger ziehen als klassische Medienunternehmen.”

Fake-“Nius”, Kennzeichnung von KI, Plattform-Abgaben rechtmäßig

1. Frau wegen NiUS-Erfindung bedroht
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 38:34 Minuten)
Mats Schönauer rekonstruiert in seinem neuesten Video, wie das rechte Krawallportal “Nuis” aus einer privat bezahlten Kantineneröffnung in der Dortmunder Arbeitsagentur einen vermeintlichen Ramadan-Skandal gemacht habe. Die Falschbehauptungen von “Nius” über ein steuerfinanziertes Luxusbuffet für Bürgergeldempfänger seien von Influencern und AfD-Politikern weiterverbreitet worden, woraufhin die betroffene Gastronomin bedroht worden sei.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. Ulf Poschardt gibt Herausgeber-Position bei “Welt” auf
(taz.de)
Ulf Poschardt gebe zum 1. Juli seinen Posten als Herausgeber bei der “Welt” sowie den Deutschlandablegern von “Politico” und “Business Insider” ab. Laut Axel-Springer-Verlag geschehe dieser Schritt auf Poschardts eigenen Wunsch. Künftig solle er als “freiester Autor” und Podcaster für verschiedene Springer-Medien arbeiten, darunter auch “Bild”. Geplant seien unter anderem Social-Media-Clips, Talkformate, Kolumnen und Videos.

3. Transparente Kennzeichnung von KI im Journalismus
(media-lab.de, Francesca Lehmann)
Francesca Lehmann hat in ihrer Abschlussarbeit untersucht, wie KI-Inhalte im Journalismus transparent gekennzeichnet werden können. Sie zeigt, dass es bislang keine einheitliche Praxis gebe: Manche Redaktionen markieren KI-generierte Zusammenfassungen klar, andere setzen KI-Hinweise ohne erkennbare Systematik. Lehmanns Fazit: “Insgesamt zeigt sich ein klares Bedürfnis, journalistische Transparenz im KI-Zeitalter auszubauen.”

Bildblog unterstuetzen

4. Abgaben von Online-Plattformen rechtmäßig
(urheber.info)
Der Europäische Gerichtshof habe entschieden, dass EU-Mitgliedstaaten Verlagen eine angemessene Vergütung einräumen dürfen, wenn Onlineplattformen journalistische Inhalte nutzen. Anlass sei ein Verfahren von Meta in Italien gegen Vorgaben der Medienaufsicht AGCOM gewesen.

5. Reflekt
(npj.news)
Das Schweizer Rechercheteam “Reflekt” baue eigene Social-Video-Formate auf, um investigativen Journalismus stärker in Community und Mitgliedschaften zu übersetzen. Mit Host-Videos, vor allem mit Gülsha Adilji, sollen komplexe Recherchen verständlich, unterhaltsam und plattformgerecht für Instagram aufbereitet werden. Ziel sei vor allem der Aufbau direkter Beziehungen zur Zielgruppe.

6. Was aktuell auf Instagram und TikTok viral geht
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pycha zeigt bei “DWDL” in einem “Trend-Ticker”, welche Trends auf TikTok und Instagram seit Ende 2025 Reichweite erzeugt haben: von Sounds, KI-Filtern und Beziehungsformaten bis zu Nostalgie-Posts und Meme-Insidern. Zugleich warnt er vor problematischen Entwicklungen wie gefährlichen Challenges, Falschmeldungen oder rechtlich heiklen “Speedruns”.

“Spiegel” darf berichten, “OAZ” vs. “Volksverpetzer”, ORF-Protest

1. Spiegel darf über Deep­fake-Ver­dacht und Gewalt­vor­würfe berichten
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
“Christian Ulmen zog gegen den Spiegel wegen des Berichts ‘Du hast mich virtuell vergewaltigt’ vor Gericht. Er geht vor allem gegen Deep-Fake-Verdächtigungen und Gewaltvorwürfe vor. Damit ist er jetzt vor dem LG Hamburg gescheitert.” Bei “Legal Tribune Online” ordnet Felix W. Zimmermann die Entscheidung des Landgerichts Hamburg juristisch ein.
Weiterer Lesetipp: Der “Spiegel” berichtet in eigener Sache: Ulmen scheitert vor Gericht – SPIEGEL-Bericht bleibt praktisch unangetastet. (spiegel.de, Lukas Eberle & Max Hoppenstedt Heinrichs & Juliane Löffler)

2. Wie die Ostdeutsche Allgemeine Volksverpetzer zum Schweigen bringen will
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
“Volksverpetzer”-Leiter Thomas Laschyk wirft der “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” von Verleger Holger Friedrich vor, auf kritische Berichte mit Diffamierung und einer Abmahnung zu reagieren: “Die Medien des Millionärs vergleichen unsere Aufklärung mit Stasi-Methoden und NS‑Propaganda.” Laschyk sieht darin den Versuch, ein kleines, spendenfinanziertes Medium juristisch und finanziell einzuschüchtern.

3. Auf dem Lerchenberg der Ahnungslosen
(medien-doktor.de, Holger Wormer)
Der “Medien-Doktor” kritisiert, dass die Nachrichtensendung “ZDF heute” eine PR-getriebene Umfrage eines Versicherungsunternehmens als nachrichtentaugliche Studie aufgegriffen habe. Autor Holger Wormer meint, viele angebliche Studien seien vor allem Marketinginstrumente, würden von Redaktionen aber gerade bei alltagsnahen “Soft News” zu unkritisch übernommen. Das ZDF hätte die Seriosität der Untersuchung besser prüfen oder Wissenschaftsredakteure einbeziehen müssen.
Weiterer Lesetipp: Hier das detaillierte Gutachten: Mental Load in Familien (medien-doktor.de).

Bildblog unterstuetzen

4. Kontext-Chefredakteurin über Medien in Zeiten rechter Normalisierung
(belltower.news, Shila Samanthi)
“Kontext”-Chefredakteurin Anna Hunger sagt im Interview mit “Belltower News”, dass Medien angesichts rechter Normalisierung mehr aufklären und einordnen müssten. Neutralität halte sie für einen Mythos. Rechtsextreme und populistische Positionen müssten klar benannt werden: “Journalistische Verantwortung beginnt bei den Grundlagen: Sorgfaltspflichten ernst nehmen, Dinge prüfen, nicht einfach Polizeimeldungen übernehmen. Und klar entscheiden, wem man eine Bühne gibt. Interviews mit AfD-Vertreterinnen und -Vertretern halte ich für problematisch. Die Idee, sie zu ‘stellen’, funktioniert oft nicht.”

5. ORF: Jetzt reden die Mitarbeitenden
(verdi.de)
ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter protestieren mit der Kampagne “Mituns” gegen politische Einflussnahme, Machtmissbrauch und Missstände bei dem österreichischen öffentlich-rechtlichen Sender. Nach einer ersten Aktion mit mehr als 500 Beschäftigten stünden nun über 350 weitere öffentlich mit Namen und Gesicht für Reformen ein. Gefordert würden ein unabhängiger Stiftungsrat, faire Anstellungsverhältnisse und Führungsbesetzungen nach Kompetenz statt politischen Verbindungen.

6. Pariser Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen Musk ein
(spiegel.de)
Die Pariser Staatsanwaltschaft habe förmliche Ermittlungen gegen Elon Musk, dessen Plattform X und die frühere X-Chefin Linda Yaccarino eingeleitet. Hintergrund seien Vorwürfe, X-Algorithmen hätten rechtsextreme Inhalte begünstigt. Außerdem gehe es um Holocaustleugnung und sexualisierte KI-Deepfakes. Musk und Yaccarino seien einer Anhörung ferngeblieben, was die Ermittlungen aber nicht stoppe. X bestreite die Vorwürfe und sehe Redefreiheit und Grundrechte gefährdet.

Haarspalterei, Stellenabbau, Lokaljournalismus in der Krise

1. Daniel Gün­ther war Par­tei­po­li­tiker, kein Minis­ter­prä­si­dent
(lto.de)
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig-Holstein habe eine Beschwerde des Onlineportals “Nius” gegen Äußerungen von Daniel Günther in der ZDF-Sendung “Markus Lanz” zurückgewiesen. Günther habe dort “Nius” als Gegner und Feind von Demokratie bezeichnet sowie den Vorwurf erhoben, in “Nius”-Artikeln über ihn stimme in der Regel nichts. Wie schon das Verwaltungsgericht habe nun auch das OVG entschieden, dass Günther dabei nicht in seiner Funktion als Schleswig-Holsteins Ministerpräsident, sondern als Parteipolitiker aufgetreten sei. Deshalb seien seine Aussagen an der Meinungsfreiheit und nicht an den strengeren Maßstäben staatlicher Neutralität zu messen. “Nius”-Anwalt Joachim Steinhöfel habe angekündigt, Verfassungsbeschwerde einzulegen.

2. Presserechtliche Haarspalterei als letztes Mittel
(taz.de, Johannes Eisenberg)
Der Strafverteidiger und Medienanwalt Johannes Eisenberg argumentiert in seinem Kommentar, dass Christian Ulmen versuche, sich im Streit um die “Spiegel”-Berichterstattung mit presserechtlichen Feinheiten gegen den Kern der Vorwürfe zu verteidigen. Entscheidend sei aus seiner Sicht nicht, ob es sich bei den verbreiteten Aufnahmen tatsächlich um Deepfakes oder um anderes Material gehandelt habe, sondern dass über Fake-Accounts der Eindruck erweckt worden sei, Collien Fernandes sei in pornografischen Darstellungen zu sehen. Eisenberg kritisiert, dass viele Medien Ulmens Einlassungen und die Unschuldsvermutung stark in den Vordergrund stellen und damit vom eigentlichen Vorwurf ablenken würden. Er wirft Ulmen vor, so Zweifel an der Darstellung von Fernandes säen zu wollen.

3. AfD gegen Correctiv: Ein Treffen, ein Aufschrei – und ein Streit über die Wahrheit
(abendblatt.de, Christian Unger)
Christian Unger zeichnet den anhaltenden Streit um die “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” über das Potsdamer Treffen von AfD-Politikern, Unternehmern und Rechtsextremen nach. Auslöser der juristischen Auseinandersetzungen sei die Darstellung, bei dem Treffen sei über einen “Masterplan” zur “Ausweisung” auch deutscher Staatsbürgerinnen und Staatsbürger gesprochen worden. Das Landgericht Berlin habe einzelne Aussagen von “Correctiv” als nicht ausreichend belegt eingestuft und untersagt. Zuvor habe das Landgericht Hamburg eine ähnliche Aussage von “Correctiv” für zulässig erklärt. Unstrittig bleibe jedoch, dass Martin Sellner in Potsdam sein “Remigrations”-Konzept vorgestellt habe und AfD-Vertreter anwesend gewesen seien.
Weiterer Lesehinweis: In einem Beitrag in eigener Sache ordnet die “Correctiv”-Redaktion die juristischen Auseinandersetzungen um die Recherche als weiterhin offen ein und betont, dass das Berliner Urteil nicht rechtskräftig sei.

Bildblog unterstuetzen

4. Wie selbstverschuldet ist die Krise?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 31:50 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um den Zustand des Lokaljournalismus sowie um dessen Aussichten. Es diskutieren DLF-Hörer Tom Schweers, Hans Onkelbach vom Düsseldorfer Lokalmedium “VierNull” und DLF-Landeskorrespondent Niklas Ottersbach.

5. NDR und “Tagesschau” starten Format auf YouTube und TikTok
(dwdl.de, Timo Niemeier)
NDR und “Tagesschau” hätten mit “Stabile Zeitenlage” ein neues Format für YouTube, TikTok und die ARD-Mediathek gestartet, das sich an ein junges Publikum richte. Ziel sei es, komplexe sicherheitspolitische Themen wie die NATO, Europas Sicherheit oder Künstliche Intelligenz im Krieg verständlich einzuordnen und auch Fragen aus der Community aufzugreifen. Die erste Ausgabe beschäftige sich mit dem Beginn des Iran-Krieges und der möglichen Rolle von KI.

6. Meta will etwa jeden zehnten Job kappen
(spiegel.de)
Der Social-Media-Konzern Meta plane einen erneuten großen Stellenabbau und wolle rund zehn Prozent seiner Belegschaft entlassen, was fast 8.000 Jobs betreffen dürfte. Zudem sollen etwa 6.000 offene Stellen nicht besetzt werden. Das Unternehmen begründe dies mit Effizienzsteigerungen und hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig sei bekannt geworden, dass Meta in den USA neue Tracking-Software auf Rechnern von Beschäftigten installiere, um Daten für KI-Systeme zu gewinnen. Der Schritt füge sich in eine breitere Strategie ein, mit KI Arbeitsprozesse umzubauen und Kosten zu senken.

KI-Regulierung gefordert, Maske der Propaganda, Studie zu rechter Gewalt

1. Studie zeigt Kontinuität rechter Gewalt
(verdi.de)
Die Studie “Feindbild Journalist:in” des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit zeige, dass rechte Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten in Deutschland weiterhin ein ernstes Problem sei. Für 2025 seien mindestens 34 physische Angriffe verifiziert worden. Damit habe die Zahl zwar unter dem Höchststand von 2024 gelegen, aber weiter deutlich über dem Niveau vor der Corona-Pandemie. Besonders gefährlich seien Demonstrationen, bei denen sich laut Studie über Jahre stabile rechte Täterkonstellationen gegenüber der freien Presse zeigen würden.

2. “Das geht den Schmierfink gar nichts an”: AfD-Landeschef Frohnmaier pöbelt gegen SÜDKURIER-Redakteur
(suedkurier.de)
Der “Südkurier” berichtet in eigener Sache, dass Markus Frohnmaier, AfD-Landeschef in Baden-Württemberg und Mitglied des Bundestages, einen Journalisten der Zeitung in einer versehentlich mitgeschickten internen Mail als “Schmierfink” bezeichnet habe. Auslöser sei eine Presseanfrage zu einer Großspende an Frohnmaiers Landesverband gewesen. Der “Südkurier” kommentiert: “Auf diese und weitere Fragen kann es Antworten geben. Oder auch nicht. Was es nicht geben muss, sind persönliche Herabwürdigungen.”

3. Sender & Verbände fordern gesetzliche Regulierung von KI-Plattformen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
ARD, ZDF sowie mehrere Medienverbände hätten gemeinsam strengere gesetzliche Regeln für den Umgang von KI-Plattformen mit journalistischen Inhalten gefordert. Sie würden warnen, dass große Tech-Konzerne Medieninhalte nutzen, ohne dafür angemessen zu zahlen, und dass klassische Medien dadurch zu bloßen Zulieferern für KI-Systeme werden. Gefordert würden deshalb stärkere urheberrechtliche Schutzrechte, mehr Transparenz über die Nutzung journalistischer Inhalte und eine faire Vergütung.

Bildblog unterstuetzen

4. Wie stehen Chris­tian Ulmens Chancen gegen den Spiegel?
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann analysiert, wie die Erfolgsaussichten von Christian Ulmen im Verfahren gegen den “Spiegel” stehen. Zentrale Fragen seien, ob die Redaktion in ihrer Berichterstattung den Eindruck erweckt hat, Ulmen habe Deepfake-Pornos verbreitet, und ob eine solche Verdachtsberichterstattung rechtlich zulässig war. Dabei beleuchtet Zimmermann vor allem die Anforderungen an Verdachtsberichterstattung, mögliche Beweistatsachen und den Aspekt, ob der “Spiegel” entlastende Unsicherheiten ausreichend kenntlich gemacht hat.

5. Die freundliche Maske der Propaganda: Chinas Auslandsmedien auf Social Media
(cemas.io, Lea Frühwirth)
Lea Frühwirth beschreibt, wie chinesische Auslandsmedien im Auftrag der Kommunistischen Partei Chinas internationale Zielgruppen beeinflussen sollen. Statt unabhängiger Berichterstattung würden sie gezielte Imagepflege für China betreiben, Themen wie Menschenrechtsverletzungen in Xinjiang oder Tibet verdrängen und das Land als modern, friedlich und kulturell attraktiv präsentieren. Untersucht wird zudem, wie diese staatlich kontrollierten Medien ihre Inhalte über Plattformen wie Facebook, Instagram und X auf Deutsch verbreiten.

6. Was uns die Geschichte des argentinischen Fernsehens über Staat, Marktmacht und Medien lehrt
(de.ejo-online.eu, Joaquín Sticotti)
Joaquín Sticotti zeigt am Beispiel des argentinischen Fernsehens, wie eng staatliche Kontrolle und kommerzielle Logik in autoritären Systemen zusammenwirken können. Während der Militärdiktatur sei das Fernsehen zugleich für Propaganda, Zensur und psychologische Beeinflussung genutzt worden, habe aber dennoch stark nach Marktlogik funktioniert: Einschaltquoten, Werbung und Unterhaltung seien zentral geblieben. Gerade Unterhaltungsformate hätten dazu beigetragen, gesellschaftliche Normalität vorzutäuschen.

7. Liveblog, Livestream, Newsticker: Wenn ein Buckelwal zur Endlosserie wird
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:24 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator den Medienhype um den Buckelwal “Timmy”: “Wir können aus einer ökologischen Katastrophe erst dann eine Herzensangelegenheit machen, wenn sie sich wie Reality-TV erzählen lässt. Weil wir Mitgefühl offenbar nur dann hinkriegen, wenn das Elend einen Namen hat. Wenn wir ihm ins Auge schauen. Wenn es atmet und das am besten in Nahaufnahme.”

Machen Abgeordnete Geld mit Social Media?, Wayback Machine, ORF-Krise

1. Machen Abgeordnete ihre Social Media Aktivitäten zu Geld?
(abgeordnetenwatch.de, Tania Röttger)
Eine Recherche von “Abgeordnetenwatch” geht der Frage nach, ob Bundestagsabgeordnete ihre Social-Media-Aktivitäten zu Geld machen. Anlass ist unter anderem der Fall des AfD-Abgeordneten Stephan Brandner, der laut “Redaktionsnetzwerk Deutschland” (nur mit Abo lesbar) seit 2024 rund 15.000 Euro mit Werbung auf YouTube eingenommen haben soll, ohne dass diese Zahlungen bislang in seinen veröffentlichten Nebeneinkünften aufgetaucht seien.

2. Despentes, Beigbeder und Bernard-Henri Lévy verlassen Verlag aus Protest gegen Rechtsaußen-Investor
(spiegel.de)
In Frankreich hätten 115 Autorinnen und Autoren angekündigt, den Grasset-Verlag, einen der bedeutendsten Literaturverlage des Landes, aus Protest gegen den Einfluss des rechtskonservativen Investors Vincent Bolloré zu verlassen. Auslöser sei die Entlassung des langjährigen Verlagschefs Olivier Nora, hinter der die Unterzeichner Bollorés Einfluss vermuten. Sie sprächen von einem Angriff auf die verlegerische Unabhängigkeit.

3. Würde eine Klage wie in den USA auch in Deut­sch­land funk­tio­nieren?
(lto.de, Carl Christian Müller)
Carl Christian Müller spielt durch, ob eine Klage gegen süchtig machendes Social-Media-Design wie in den USA auch in Deutschland Erfolg haben könnte. Sein Fazit: Ganz ausgeschlossen sei das nicht, aber die Hürden lägen hier deutlich höher und die möglichen Schmerzensgelder viel niedriger. Anders als in den USA fehle es im deutschen Recht an weitreichenden Offenlegungspflichten. Zudem müsse die Kausalität zwischen Plattformdesign und psychischen Schäden sehr genau bewiesen werden.

Bildblog unterstuetzen

4. KI und Geschichte
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Einige Medienhäuser würden das Internet Archive und dessen Wayback Machine aus Angst vor KI-Nutzung aussperren. Die Wayback Machine archiviere seit 1996 Websites und sei wichtig, auch um gelöschte Inhalte nachvollziehbar zu machen. Gerade in Zeiten politisch motivierter Löschungen diene sie dem Erhalt öffentlicher Wahrheit und journalistischer Recherche. Mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten hätten deshalb die Bedeutung des Archivs für das journalistische Erbe hervorgehoben.

5. Krise und kein Ende: Der ORF steht vor einem Scherbenhaufen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der österreichische ORF stecke nach dem überraschenden Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann in einer tiefen Krise. Weißmann bestreite die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sexueller Belästigung und wolle juristisch gegen seine Kündigung vorgehen. Zugleich wachse der Druck auf die Spitze des Stiftungsrats: Der Redaktionsausschuss des öffentlich-rechtlichen Senders habe mehreren Mitgliedern das Misstrauen ausgesprochen. Die Affäre verschärfe damit auch die Debatte über die seit Jahren geforderte Entpolitisierung der ORF-Aufsichtsgremien.

6. Die besten Comics des Quartals: Alison Bechdels USA-Satire “Kaputt” führt Kritikerauswahl an
(tagesspiegel.de, Lars von Törne)
Lars von Törne stellt die aktuelle Auswahl der besten Comic-Neuerscheinungen des Quartals vor, die von 30 deutschsprachigen Kritikerinnen und Kritikern zusammengestellt wurde. Der Beitrag gibt einen Überblick über die zehn favorisierten Titel und ordnet sie kurz ein. Vertreten sind sehr unterschiedliche Formen und Themen, von Graphic Novels und Sachcomics über Manga bis hin zu Klassikern und Kindercomics.

Kriminalstatistik in Medien, Lokales Zeitungssterben, “Heimatstrom”

1. Lokalmedien: Vorsicht, Lückenfüller!
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Recherche warnt in seinem neuen Report (PDF) davor, dass das Zeitungssterben im ländlichen Raum gefährliche publizistische Lücken hinterlasse. Am Beispiel einer thüringischen Region zeige sich, dass diese Leerstellen zunehmend von kommunaler PR, polemischen Gratisblättern und AfD-nahen Portalen gefüllt würden. Als Gegenmittel fordern die Studienautoren eine stärkere Förderung der Medienkompetenz sowie den Aufbau regionaler Rechercheverbünde und verlässlicher digitaler Lokalformate.

2. Kriminalstatistik: Wie Medien Zahlen falsch einordnen
(ardsounds.de, Linus Lüring & Andreas Strobel, Audio: 28:12 Minuten)
Im Podcast “BR24 Medien” geht es um die Polizeiliche Kriminalstatistik und die Einordnung der Zahlen durch Medien: “Was zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik tatsächlich – und was eben nicht? Warum spielt das ‘Lüchow-Dannenberg-Syndrom’ eine wichtige Rolle? Was ist problematisch, wenn es um die Zahlen nichtdeutscher Tatverdächtiger geht? Und generell: Wie können wir besser über Kriminalität berichten?”

3. Nach Streik: DJV und ver.di erzielen Tarifeinigung mit der dpa
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Das Medienmagazin “DWDL” berichtet, dass sich die Gewerkschaften DJV und Verdi nach einem Warnstreik mit der Nachrichtenagentur dpa auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt hätten. Demnach sollen die Gehälter der Beschäftigten im laufenden Jahr in zwei Stufen um insgesamt 200 Euro monatlich und ab Mitte 2027 um weitere 2,5 Prozent steigen, wovon Volontärinnen und Volontäre sowie Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger besonders stark profitieren würden.

Bildblog unterstuetzen

4. Australien ermittelt gegen Tech-Konzerne wegen Verstößen gegen Social-Media-Verbot
(spiegel.de)
Australische Behörden würden aktuell gegen fünf große Tech-Konzerne (darunter Meta, TikTok und YouTube) ermitteln, weil diese das seit Dezember geltende Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren nicht konsequent genug umsetzen würden. “Am Anfang haben die meisten Plattformen die nötigen Schritte eingeleitet. Aber unsere jüngsten Beobachtungen zeigen, dass manche Firmen nicht genug tun, um dem australischen Recht zu folgen”, so eine Vertreterin der zuständigen Aufsichtsbehörde.

5. Onlinekultur und digitales Pathos
(taz.de, Hilka Dirks)
Hilka Dirks befasst sich mit der Buchvorstellung des Kunsthistorikers Wolfgang Ullrich, der in seinem neuen Werk “Memokratie” die demokratiegefährdende Macht von Memes und autoritärer Bildpolitik untersuche. Ullrich argumentiere, dass die Ära des dokumentarischen Bildes als verlässlicher Tatsachenbeleg endgültig vorbei ist und sogenannte “Meme-Warriors” weitreichenden politischen Einfluss ausüben.

6. Die 15 witzigsten “Heimatstrom”-Memes – und wie sie Rechte entlarven
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Beim “Volksverpetzer” schaut Thomas Laschyk auf einen aktuellen Social-Media-Trend, bei dem KI-generierte Bilder im Stil historischer NS-Propaganda ironisch für erneuerbare Energien werben. Diese satirischen “Heimatstrom”-Memes würden darauf abzielen, die Energiepolitik rechter Parteien als widersprüchlich und unpatriotisch zu entlarven. Laschyks Fazit: “Am Ende bleibt die Frage, ob diese Satire der ‘Heimatstrom’-Memes wirklich Meinungen ändert. Oder gar ein Umdenken erreichen könnte bei denjenigen, die sonst gerne auf rechte und fossile Propaganda hereinfallen. Aber vielleicht schärft sie das Bewusstsein bei denen, die noch zweifeln.”

Eilantrag gegen Kulturstaatsminister, Strafbare Deepfakes, Mogul greift zu

1. Berliner Buchhandlung stellt Eilantrag gegen Kulturstaatsminister
(zeit.de)
Die juristische Eskalation zwischen der Berliner Buchhandlung “Zur schwankenden Weltkugel” und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eine neue Stufe erreicht. Erst habe Weimer den Laden vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen und später in einem Interview gesagt: “Wenn der Staat Preise vergibt und Steuergelder einsetzt, dann kann er das nicht für politische Extremisten tun.” Die Buchhandlung habe nun einen gerichtlichen Eilantrag gestellt. Dieser fordere, dass Weimer sie öffentlich nicht länger als “politische Extremisten” bezeichnen dürfe. Man sehe in der Aussage eine klare, unzulässige Diffamierung durch den Minister im Amt. Weimers Anwalt argumentiere hingegen, dass die Äußerung lediglich ein allgemeines Werturteil einer Privatperson gewesen sei und “keinerlei Bezug” zum Buchladen enthalte.

2. Diese Deepfakes sollen künftig strafbar sein
(netzpolitik.org, Chris Köver & Sebastian Meineck)
Die Bundesregierung plane ein neues Gesetz, um Menschen künftig besser vor digitaler Gewalt zu schützen. Angetrieben durch aktuelle Fälle wie den der Schauspielerin Collien Fernandes sollen bestehende Schutzlücken geschlossen werden. Chris Köver und Sebastian Meineck haben sich für netzpolitik.org den strafrechtlichen Teil des Gesetzentwurfs angeschaut und eingeordnet.

3. AfD will an Medienerzeugnisse ran
(verdi.de)
Die AfD-Bundestagsfraktion fordere die detaillierte Auskunft über die Medienabonnements staatlicher Einrichtungen des Bundes. Nach dem Vorbild von Donald Trumps US-Regierungsabteilung DOGE wolle die Partei wissen, welche Publikationen dort gelesen und mit wie viel Steuergeld diese finanziert werden. Die AfD unterstelle mit ihrem Vorstoß, dass die Bundesregierung auf diesem Weg gezielt einzelne Medienunternehmen indirekt subventioniere.

Bildblog unterstuetzen

4. “Anpassungsdruck”: Auch RTLzwei plant Personalabbau
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” berichtet, habe der neue RTLzwei-Geschäftsführer Thorsten Braun einen Personalabbau bei dem Privatsender angekündigt. Als Reaktion auf die anhaltende TV-Werbekrise und den wirtschaftlichen Anpassungsdruck wolle man die internen Strukturen verschlanken. Die genaue Zahl der betroffenen Stellen sei allerdings noch unklar. Der Sender setze in Abstimmung mit dem Betriebsrat zunächst auf ein Freiwilligenprogramm. Parallel zu diesem Sparkurs plane man eine strategische Neuausrichtung: Der Sender wolle im linearen Fernsehen künftig auch ältere Zielgruppen ansprechen.

5. Griechischer Mogul Kyriakou greift zu
(taz.de, Ferry Batzoglou)
Der griechische Medienkonzern K Group der Kyriakou-Familie übernehme für geschätzt 100 Millionen Euro das defizitäre italienische Medienunternehmen Gedi von der Agnelli-Familie. Damit hätten sich die neuen Eigentümer unter anderem die kriselnde Traditionszeitung “La Repubblica” sowie diverse Radiosender gesichert. Die finanzstarke K Group plane, Gedi in einen großen Audio- und Streaming-Knotenpunkt für Süd- und Osteuropa umzubauen.

6. Nach juristischer Schlappe – Pentagon erlässt überarbeitete Regeln für Journalisten
(spiegel.de)
Nach einer juristischen Niederlage des Pentagons im Streit um die US-amerikanische Pressefreiheit eskaliere der Konflikt zwischen dem US-Verteidigungsministerium und großen Medienhäusern weiter. Als Reaktion auf ein Gerichtsurteil, das vorherige Akkreditierungsvorgaben des Pentagons als teils verfassungswidrig eingestuft habe, habe das Ministerium den bisherigen Arbeitsbereich für Korrespondentinnen und Korrespondenten kurzerhand komplett geschlossen. Medienschaffende sollen das Gebäude künftig nur noch unter ständiger Begleitung betreten dürfen.

Weimer sagt ab, Steingarts Vorwurf, TikTok statt Lokalzeitung

1. Kulturstaatsminister Weimer sagt Termine auf Leipziger Buchmesse ab
(spiegel.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe seinen Besuch auf der Leipziger Buchmesse drastisch verkürzt und alle Termine für den ersten regulären Messetag abgesagt. Er werde lediglich beim feierlichen Eröffnungsakt am heutigen Mittwochabend sprechen. Der traditionelle Messerundgang sowie eine Diskussionsrunde zur Meinungsfreiheit seien gestrichen worden. Hintergrund des Rückziehers sei massive Kritik aus der Kulturbranche an den jüngsten Entscheidungen Weimers.
Weiterer Lesetipp: Tomaten für Wolfram Weimer: “Gibt es ‘verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse’ zu einer Buchhandlung im Bergischen Land südlich von Köln? Wie das skandalöse Vorgehen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer landauf, landab Kreise zieht.” (campact.de, Matthias Meisner). In der “taz” kommentiert Steffen Grimberg die Entscheidung des Kulturstaatsministers, den Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek zu stoppen: Bücher-, ähhh, Bürokratieabbau à la Weimer (taz.de).
Und noch ein Gucktipp: Bei YouTube widmet sich Kabarettist und Satiriker Florian Schroeder dem Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer – der Killer der Kunstfreiheit?! (youtube.com, Video, 11:42 Minuten)

2. Cor­rectiv ver­liert Streit um Kernaus­sage in Potsdam-Bericht
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Wie “Legal Tribune Online” (“LTO”) berichtet, habe die AfD-Politikerin Gerrit Huy mit ihrer Klage gegen “Correctiv” Erfolg gehabt. Das Landgericht Berlin habe unter anderem die Aussage verboten, es sei auf dem Potsdamer Treffen um einen “Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger” gegangen. “LTO”-Chefredakteur Felix W. Zimmermann schreibt dazu: “Das Urteil des LG Berlin II ist ein harter Schlag für Correctiv, aber nicht das Ende des Rechtsstreits. Ein Gang zum Kammergericht in Berlin durch Correctiv ist genauso sicher wie umgekehrt eine Berufungsentscheidung in Hamburg im Fall Vosgerau. Ob die Passagen letztlich verboten werden oder nicht, ist völlig offen.”

3. Rosenfeld sagt sich nach Prostitutionsvorwurf von Steingart los
(dwdl.de, Alexander Krei)
Nach scharfer Kritik von “The-Pioneer”-Chef Gabor Steingart an sogenannten “Host-Read”-Werbespots habe die Journalistin Dagmar Rosenfeld ihre Tätigkeit als Kolumnistin für Steingarts Portal per sofort beendet. Dieser habe die Werbeform, bei der Journalistinnen und Journalisten bezahlte Reklametexte in Podcasts selbst vorlesen, zuvor öffentlich mit Prostitution verglichen. Steingart habe seine Wortwahl daraufhin verteidigt und argumentiert, er greife niemanden persönlich an, halte die gezielte Vermischung von Redaktion und Werbung jedoch für unehrenhaft und “klebrig”. Rosenfelds Podcast-Partner Robin Alexander sei ihr online beigesprungen und habe Steingart im Gegenzug mangelnden Stil und fehlenden Anstand vorgeworfen.

Bildblog unterstuetzen

4. US-Sender wegen Iran-Berichterstattung unter Druck
(tagesschau.de)
Die US-Medienaufsichtsbehörde drohe US-Sendern im Zusammenhang mit deren Berichterstattung über den Iran-Krieg offen mit dem Entzug ihrer Lizenzen. Behördenchef Brendan Carr habe erklärt, dass Sender, die angebliche Falschmeldungen verbreiten, nicht im öffentlichen Interesse handeln würden und ihren Kurs vor anstehenden Lizenzverlängerungen zwingend korrigieren müssten. Medienhäuser und Menschenrechtsorganisationen hätten sich alarmiert gezeigt und die Drohungen verurteilt.

5. TikTok statt Lokalzeitung
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Die Medienberaterin Pauline Tillmann warne davor, dass Lokalzeitungen eine ganze Generation verlieren könnten, wenn sie die Plattform TikTok ignorieren. Da junge Menschen ihre Informationen primär aus Sozialen Netzwerken bezögen und kaum noch klassische Zeitungswebsites besuchen würden, sei eine Social-Media-Präsenz für Medienhäuser heutzutage unverzichtbar. Viele Lokalzeitungen hätten auf TikTok jedoch nur mäßigen Erfolg, was oft an zu schwach besetzten Social-Media-Teams liege. Es gebe jedoch auch Erfolgsbeispiele aus der Praxis.

6. Kleine Unternehmen, großes Engagement: Wie unabhängige Verlage auf dem angespannten Buchmarkt überleben
(tagesspiegel.de, Nadia Gering)
Kleine und unabhängige Buchverlage in Deutschland stünden unter massivem wirtschaftlichem Druck. Die ökonomischen Rahmenbedingungen hätten sich durch stark gestiegene Druck- und Produktionskosten drastisch verschlechtert. Laut Heiko Hartmann, Professor für Publishing Management, fehle großen Buchhandelsketten oft das Interesse an kleinen Nischenanbietern. Daher beziehe deren Zentraleinkauf primär Mainstream-Titel bei großen Konzernverlagen. Die Arbeit der unabhängigen Verlage sei allerdings kulturell unverzichtbar.

Blättern:  1 ... 12 13 14 ... 78