1. Gericht untersagt Weimers Äußerung zu Berliner Buchladen
(sueddeutsche.de, Jörg Häntzschel)
Das Verwaltungsgericht Berlin habe Kulturstaatsminister Wolfram Weimer im Eilverfahren untersagt, die Betreiberinnen des Berliner “Buchladens zur schwankenden Weltkugel” als “politische Extremisten” zu bezeichnen. Das Gericht sehe dafür keine belastbare Tatsachengrundlage und werte Weimers Äußerung als Verletzung des Persönlichkeitsrechts der Buchhändlerinnen. Hintergrund ist der Streit um den Deutschen Buchhandlungspreis, von dessen Preisträgerliste Weimer drei Buchläden hatte streichen lassen, darunter auch die Berliner Buchhandlung.
2. Führt die KI zum K.o. der Pressefreiheit?
(taz.de, Andre Wolf)
Andre Wolf argumentiert in seinem Essay, dass Künstliche Intelligenz nicht direkt die Pressefreiheit abschaffe, aber die Bedingungen verändere, unter denen Öffentlichkeit, Information und Journalismus funktionieren. Vor allem Algorithmen und KI-Systeme könnten Inhalte filtern und emotional aufladen. Eine mögliche Folge sei, dass sich dadurch die Wahrnehmung von Realität verschiebe. Für den Journalismus sei KI deshalb zugleich Werkzeug und Risiko.
Weiterer Lesetipp: Tamedia: Die KI löscht Leserkommentare: “Leser von Tamedia-Zeitungen wundern sich, dass ihre Kommentare einfach so gelöscht werden. Jetzt ist klar: KI steckt dahinter.” (infosperber.de, Marco Diener)
3. Nachrichtenwert Nacktheit: 500 Artikel zeigen die systematische Sexualisierung im Boulevard
(kobuk.at, Isis Lauermann)
Eine Analyse von über 500 Artikeln auf Krone.at, Heute.at und oe24.at zeige, dass Boulevardmedien Frauen sehr häufig sexualisieren und auf ihr Aussehen reduzieren würden. Berichtet werde vor allem über Nacktheit und Kleidung, angebliche “Pannen” und Körperformen. Männer kämen in dieser Berichterstattung zwar auch vor, aber deutlich seltener. Isis Lauermann sieht darin ein strukturelles Problem, das sexistische Rollenbilder und unrealistische Schönheitsideale verstärke.
4. “Ich bin im Herzen schüchtern”
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Interview erzählt Sarah Bosetti, warum für sie Humor, Satire und Journalismus eng verknüpft seien. Gute Kommunikation halte eine demokratische Gesellschaft zusammen. Politische Satire könne helfen, deprimierende Entwicklungen gemeinsam auszuhalten und einzuordnen. Bosetti spricht außerdem über das neue, von “Correctiv” unterstützte YouTube-Format “Fun Facts”.
5. Mit dem Fahrrad von Paris nach Mainz: Journalismus-Studenten kämpfen um deutsch-französischen Master
(mediummagazin.de, Jana Ballweber)
Jana Ballweber schildert, wie zwei Studierende des deutsch-französischen Masterstudiengangs “Transnationaler Journalismus” mit einer Fahrradtour von Paris nach Mainz gegen das Aus ihres Studiengangs protestieren. Der seit 2019 bestehende Master gelte fachlich als erfolgreich und hochrelevant, solle aber wegen fehlender Finanzierung eingestellt werden.
6. Hier macht Karl-Heinz alles: Der kleinste Fernsehsender Deutschlands
(dwdl.de, Christian Richter)
Christian Richter erzählt die außergewöhnliche Geschichte des “Friesischen Rundfunks”, eines von Karl-Heinz Sünkenberg gegründeten lokalen TV-Senders, den dieser seit über 20 Jahren mit viel Improvisation, mit Beharrlichkeit und zuletzt fast im Alleingang am Leben halte. Entstanden sei die Idee 2004 im Rettungshubschrauber. Später habe Sünkenberg trotz verschiedenster Probleme ein Programm aufgebaut, das zeitweise sogar beachtliche Reichweiten erzielt habe.
