Suchergebnisse für ‘Afd’

Springer kauft “Telegraph”, Jimmy Lai, Eisschnelllaufverband vs. ARD

1. Springer kauft Telegraph
(taz.de)
Der Axel-Springer-Konzern habe die traditionsreiche britische Zeitung “The Telegraph” in letzter Minute für 575 Millionen Pfund erworben, also etwa 660 Millionen Euro. Wie Springer-Chef Mathias Döpfner mitgeteilt habe, gehe damit ein über 20 Jahre alter Traum in Erfüllung, das Blatt künftig zum führenden bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt auszubauen. Durch diesen überraschenden Schritt habe Springer den direkten britischen Konkurrenten DMGT (“Daily Mail”) aus dem Rennen gedrängt.

2. Jimmy Lai legt keine Berufung gegen Verurteilung zu 20 Jahren Haft ein
(spiegel.de)
Der inhaftierte Hongkonger Verleger und Demokratieaktivist Jimmy Lai werde laut Angaben seiner Anwälte keine Berufung gegen seine drakonische Verurteilung zu 20 Jahren Gefängnis einlegen. Der 78-jährige Gründer der inzwischen eingestellten Zeitung “Apple Daily” sei zuvor auf Basis des umstrittenen chinesischen “Sicherheitsgesetzes” wegen angeblicher “Kollaboration mit ausländischen Kräften” und “Aufruhrs” schuldig gesprochen worden.

3. Wer hat Angst vorm kritischen Bürger?
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Bei “Übermedien” lobt Stefan Niggemeier eine Reihe des ARD-“Mittagsmagazins”, in der die Spitzenkandidaten der baden-württembergischen Landtagswahl gezielt mit kritischen Bürgerinnen und Bürgern aus deren jeweiligem Fachgebiet konfrontiert worden seien. Anstatt die übliche, weichgespülte Wahlkampf-Wohlfühlatmosphäre zu erzeugen, habe das gute Casting der widerborstigen Gesprächspartner zu pointierten und teils entlarvenden Momenten geführt.

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4. NIUS & OAZ: Gleiche Autoren, gleiche Interviewpartner, gleiche Propaganda?
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner kritisiert die auffälligen personellen und thematischen Überschneidungen zwischen dem rechten Krawallportal “Nius” von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und der neu gegründeten “Ostdeutschen Allgemeinen” des Verlegers Holger Friedrich. Beide Medien böten bevorzugt denselben Akteuren vom rechten Rand eine unwidersprochene Bühne. Das dahinterstehende Ziel sei es, gezielt gegen die “Brandmauer” zur AfD zu agitieren und rechte Narrative zu normalisieren.

5. Lokaljournalismus – “Das Frühwarnsystem vor Ort”
(belltower.news, Shila Samanthi)
Der Lokaljournalist Alexander Roth betont im Interview, dass regionalen und lokalen Medien bei der frühzeitigen Aufdeckung rechtsextremer Netzwerke eine unverzichtbare Rolle zukomme. Der von der AfD oftmals strategisch instrumentalisierte Vorwurf der mangelnden Neutralität dürfe Redaktionen nicht zu einer unkritischen Gleichbehandlung verleiten. Demokratiefeindliche Positionen müssten zwingend fachlich eingeordnet werden.

6. Eisschnelllauf-Wirbel: Das sagt die ARD zu einer Abmahnung
(digitalfernsehen.de)
Die ARD weigere sich, eine vom Eisschnelllaufverband (DESG) geforderte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Man halte die eigene kritische Berichterstattung über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten zulasten der Sportlerinnen und Sportler für wahrheitsgemäß und gerichtlich belegbar. Der Verbandspräsident Matthias Große weise die Vorwürfe vehement zurück. Die der “Sportschau” vorliegenden Dokumente widersprächen der Darstellung jedoch.

Lügengeschichte bei Ronzheimer, Buchläden, Krieg als Computerspiel

1. Sat.1 fällt bei “Ronzheimer” auf Lügengeschichte rein
(dwdl.de, Alexander Krei)
Die Sat.1-Reportagereihe “Ronzheimer” mit dem stellvertretenden “Bild”-Chefredakteur Paul Ronzheimer in der namensgebenden Hauptrolle sei auf einen Hochstapler hereingefallen, der sich mithilfe gefälschter Dokumente erfolgreich als “Sozialschmarotzer” inszeniert habe. Nachdem der Schwindel aufgeflogen sei, habe der Sender die Folge um die entsprechenden Szenen gekürzt und prüfe nun rechtliche Schritte. Außerdem habe man beim unverschuldet in die Kritik geratenen Jobcenter Hannover um Entschuldigung gebeten.

2. So wollen sich die Buch­läden gegen Minister Weimer wehren
(lto.de)
Nach ihrem umstrittenen Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hätten die drei betroffenen linken Buchhandlungen nun rechtliche Schritte angekündigt, um die zugedachte Auszeichnung gerichtlich einzufordern. Weimer rechtfertige die Streichung von der Gewinnerliste mit vagen “verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen”, die durch das rechtlich zweifelhafte und für die Betroffenen intransparente “Haber-Verfahren” übermittelt worden seien.

3. Das Weiße Haus inszeniert den Krieg gegen Iran als Computerspiel
(spiegel.de)
Der offizielle X-Account des Weißen Hauses habe ein Video veröffentlicht, in dem reale, tödliche Angriffe des US-israelischen Krieges gegen den Iran in der Ästhetik des Videospiels “Call of Duty” inszeniert worden seien. Der Clip reihe sich in eine umstrittene Social-Media-Strategie der Trump-Regierung ein, die gezielt teils brutale Kriegsszenen in gewaltverherrlichende Memes verwandle.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Wenn ein Krieg in der Sprache von Technik und Strategie erzählt wird, normalisiert er sich. Dann ist ein Angriff ein ‘Präventivschlag’, eine Bombardierung eine ‘Operation’, und Bomben sind ‘ins Ziel gebracht’ worden. Und irgendwann liest sich das Ganze wie ein Bundesligabericht: Ballbesitz, gelbe Karten, Torschüsse. Nur dass es hier nicht um Fußball geht.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:02 Minuten)

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4. “Ohne das Geld müssen wir viele Aktivitäten einstellen”
(taz.de, Carolina Schwarz)
Der feministische Verein ProQuote Medien stehe nach dem überraschenden Stopp der jahrelangen Bundesförderung vor massiven finanziellen Problemen. Ohne die fehlenden 600.000 Euro müsse man voraussichtlich Kernprojekte wie die Leitmedienzählung einstellen. Carolina Schwarz hat mit Vorstandsmitglied Olga Herschel über die schwierige Situation für den Verein gesprochen.

5. Vor den Landtagswahlen: Tipps für Lokaljournalist:innen aus der Praxis
(netzwerkrecherche.org, Maria-​Mercedes Hering)
Bei einer neuen Gesprächsreihe von Netzwerk Recherche habe sich eine Gruppe von über 40 Lokaljournalistinnen und -journalisten intensiv über die massiven Herausforderungen, zunehmenden Anfeindungen und Sicherheitsbedenken bei der Berichterstattung im Vorfeld von Landtagswahlen ausgetauscht. Um Parteien wie der AfD professionell begegnen zu können, rate die Runde unter anderem zu proaktiven Vor-Ort-Recherchen, zum Einsatz divers besetzter Redaktionsteams sowie zur Festlegung von Leitlinien für die Wahlberichterstattung.

6. Wir haben die “Ostdeutsche Allgemeine” gefaktencheckt, damit du es nicht tun musst
(volksverpetzer.de, Philip Kreißel & Thomas Laschyk)
In einem ausführlichen Faktencheck kritisieren Philip Kreißel und Thomas Laschyk, dass die erste Ausgabe der neu gegründeten “Ostdeutschen Allgemeinen” von Herausgeber Holger Friedrich massiv mit längst widerlegten “Fake News” und kremltreuer Propaganda durchsetzt sei. Um sich an eine Zielgruppe aus “Querdenkern” und Rechtsextremen anzubiedern, reproduziere das Blatt unter anderem alte Falschbehauptungen über angebliche Gesundheitsgefahren durch Corona-Masken sowie unwirksame PCR-Tests.

ARD-Sender werden eingestellt, Drei Buchhandlungen, Kirchliche Kritik

1. Diese Fernsehsender werden eingestellt
(verdi.de)
Gemäß den Vorgaben des neuen Reformstaatsvertrags stelle die ARD zum Jahresende die drei linearen Fernsehsender tagesschau24, One und ARD-alpha ein. Sie sollen teilweise mit ZDF-Sendern zusammengelet werden. Die Gewerkschaft Verdi betrachtet diesen Schritt mit großer Skepsis und warnt angesichts der Einstellung des jungen Senders One vor einem drohenden Generationenabriss beim öffentlich-rechtlichen Publikum. Um diese Zielgruppe künftig besser über digitale Wege zu erreichen, fordert Verdi von der Medienpolitik mehr Handlungsspielraum für die Öffentlich-Rechtlichen sowie eine zeitnahe Aufhebung des umstrittenen Verbots presseähnlicher Onlinetexte.
Weiterer Lesetipp: “Unser Konklave war intensiv”: Wie ARD & ZDF ihre Sender neu sortieren: “ARD und ZDF haben sich, wie von der Politik verlangt, auf Einsparungen bei den Spartensendern geeinigt. Drei Angebote werden gebündelt, drei Sender noch 2026 eingestellt, wie der ARD-Vorsitzende Florian Hager und ZDF-Intendant Norbert Himmler im Doppel-Interview mit DWDL.de erläutern.” (dwdl.de, Thomas Lückerath)

2. Drei Buchhandlungen oder schnelle Ausschlüsse in verdachtsprüffauler Zeit
(54books.de, Niels Penke)
Niels Penke kritisiert in seinem Kommentar den überraschenden Ausschluss dreier linker Buchhandlungen von der diesjährigen Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Penke wertet das staatliche Vorgehen als alarmierendes Zeichen einer gefährlichen politischen Verschiebung und wirft Weimer vor, sich mit solch repressiven Maßnahmen zum Vollstreckungsgehilfen eines autoritären Kulturkampfes zu machen.

3. Kompetenz wird zum Problem
(taz.de, Antonia Augsbach)
In ihrem Beitrag beschreibt Antonia Augsbach, wie sich eine neue Generation weiblicher Fußball-Influencerinnen durch authentische Einblicke und meinungsstarke Analysen zunehmend von rein ästhetischen Hochglanz-Profilen abgrenzen würden. Sobald diese Creatorinnen jedoch mit echter fachlicher Kompetenz in traditionell männlich geprägten Themenfeldern aufträten, seien sie massiven sexistischen Anfeindungen ausgesetzt.

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4. Kritik aus der Kirche am Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Führende evangelische und katholische Jugendverbände würden die unter anderem von Bundeskanzler Friedrich Merz geforderten Social-Media-Verbote für Minderjährige scharf als Kapitulation vor dem eigentlichen Problem kritisieren. Ein pauschaler Ausschluss beraube junge Menschen eines essenziellen digitalen Orientierungsraums für ihre Identitäts- und Glaubensfindung. Er greife massiv in ihr Grundrecht auf freie Religionsausübung ein. Stattdessen fordere man einen konsequenten Jugendmedienschutz, strengere Vorgaben für die Plattformbetreiber sowie eine gezielte Förderung der Medienkompetenz.

5. “Wachstum ist für uns kein Selbstzweck” – Agrar- und Lebens­mittel­fach­medien im Wandel
(dfjv.de, Ulrike Bremm)
Im Interview mit Ulrike Bremm betont der Medienmanager Olaf Holzhäuser, dass Fachmedien im Agrar- und Lebensmittelsektor durch fundierte Einordnung und echten Mehrwert überzeugen müssten, anstatt reines Umsatzwachstum als Selbstzweck zu verfolgen. Künftig müssten Fachjournalistinnen und -journalisten laut Holzhäuser zunehmend zu einer Art Übersetzer werden: “Das Rad dreht sich immer schneller und wilder, was Technik, Regulatorik, Umwelt und vor allem Markteinflüsse betrifft. Donald Trump hat mit seiner wilden Zollpolitik das Schwungrad noch beschleunigt. Da müssen wir einen Anker setzen und Orientierung geben.”

6. “Wir haben jedes Mal die Möglichkeit, dass ein Video total durch die Decke geht oder dass es total bombt.” Friederike Schiller erklärt die TikTok-Strategie der “Zeit”
(turi2.de, Markus Trantow, Audio: 46:31 Minuten)
Friederike Schiller, Leiterin des “Hochkant”-Ressorts der Wochenzeitung “Die Zeit”, spricht in einem gut 45-minütigen Podcast-Interview mit Markus Trantow, Chefredakteur des Medien-Branchendienstes “turi2”, über die TikTok-Strategie der “Zeit”. Allein im Januar habe die Redaktion 96 Millionen Views dort generieren können. Schiller erklärt, dass man die umstrittene Plattform ganz bewusst bespiele, um junge Menschen an die eigene Marke heranzuführen und das Feld nicht populistischen Akteuren wie der AfD zu überlassen.

Block ver­liert gegen “Spiegel TV”, Protest gegen Hausverbot, KI-Songs

1. Chris­tina Block ver­liert gegen Spiegel-TV
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Das Landgericht Hamburg habe einen Unterlassungsantrag der Unternehmerin Christina Block abgewiesen, mit dem sie “Spiegel TV” die Veröffentlichung von Ermittlungsdetails zu ihrem laufenden Entführungsprozess verbieten wolle. Die zuständige Pressekammer habe geurteilt, dass es sich um zulässige Verdachtsberichterstattung handele. An dem Fall bestehe ein “überragendes Informationsinteresse”.

2. Protest gegen Hausverbot
(djv.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Diese habe den ARD-Sportjournalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus die Akkreditierung verweigert und ein Hausverbot für eine aktuelle Pressekonferenz erteilt. Hintergrund des Ausschlusses sei eine kritische Berichterstattung der beiden Reporter über ein angebliches Klima der Angst und systematische Einschüchterungen von Athletinnen und Athleten innerhalb des Sportverbandes.

3. KI-Songs für die AfD und Russland
(belltower.news, Felix Michaelis)
Auf Streaming-Plattformen wie Spotify seien derzeit massenhaft KI-generierte Lieder im Umlauf, die rechtsextreme, AfD-nahe und russlandfreundliche Botschaften verbreiten würden. Spotify betone, streng gegen Hassrede vorzugehen und bereits Millionen von KI-Titeln gelöscht zu haben. Trotzdem seien verschiedene Propaganda-Profile mit teils hunderttausenden Streams weiterhin ungehindert abrufbar.

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4. Vermummte Polizisten suchen Fotojournalisten heim
(taz.de, Aljoscha Hoepfner)
Die Polizei habe die Wohnung des freien Fotojournalisten Leon Enrique Montero durchsucht und seine gesamten Speichermedien sowie Arbeitsgeräte beschlagnahmt. Der Vorwurf: Er sei bei einer Demonstration an einem Angriff auf zwei Personen aus dem “rechten politischen Spektrum” beteiligt gewesen. Montero weise dies jedoch zurück. “taz”-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann kritisiere den Vorgang als massiven Eingriff in die Pressefreiheit und fordere die sofortige Rückgabe der Ausrüstung.

5. Unterkomplexe Verbotsdebatte?
(deutschlandfunk.de, Mike Herbstreuth, Audio: 30:58 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Im ersten Teil kommen EU-Politikerin Alexandra Geese (Die Grünen) und Kinderrechtler Torsten Krause (Stiftung Digitale Chancen) zu Wort, im zweiten Teil der 17-jährige Schüler Erik Sczygiol, stellvertretender Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.

6. Netflix steigt aus: Der Weg ist frei für Paramount
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie “DWDL” berichtet, ist die Bieterschlacht um den US-amerikanischen Medienkonzern Warner Bros. Discovery entschieden. Vier Tage habe Netflix Zeit gehabt, das Angebot von Mitbewerber Paramount zu überbieten, doch der Streamingdienst sei ausgestiegen: “Zu dem Preis, der erforderlich wäre, um mit dem jüngsten Angebot von Paramount Skydance gleichzuziehen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv, sodass wir davon absehen.” Uwe Mantel kommentiert: “Damit kommt auch CNN wie zuvor schon CBS unter die Kontrolle der Ellison-Familie, die als Trump-nah gilt.”

Altbekannte Meckerei, Showdown um Warner, Streit über Zettel-Verkäufer

1. Altbekannte Meckerei
(taz.de, Michael Bartsch)
In seinem Kommentar wirft Michael Bartsch der neuen “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” vor, lediglich eine Mischung aus Ostalgie, Sowjetromantik und AfD-Nähe zu bedienen, anstatt den Leserinnen und Lesern wirklich neue Perspektiven zu bieten. Das Blatt von Verleger Holger Friedrich kultiviere in Bartschs Augen eine reaktionäre Opferhaltung und ein ständiges Beleidigtsein der Bürgerinnen und Bürger, ohne zur demokratischen Mitwirkung aufzurufen. Zudem sei es für ihn geradezu ironisch, dass in der Zeitung überwiegend Autorinnen und Autoren westdeutscher Herkunft schreiben würden.

2. Türkischen Botschafter einbestellen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) protestiert gegen die Inhaftierung des Deutsche-Welle-Korrespondenten Alican Uludağ in der Türkei: “Das ist pure Schikane gegen einen kritischen und unabhängigen Journalisten, der seinen Beruf ernst nimmt und sich nicht mundtot machen lässt”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Und es ist ein Frontalangriff auf den deutschen Auslandssender Deutsche Welle, der die Menschen journalistisch und nicht propagandistisch informiert.”

3. Showdown um Warner: Bringt Paramount den Netflix-Deal zu Fall?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
In der Nacht zum heutigen Dienstag sei die Verhandlungsfrist für ein verbessertes Übernahmeangebot von Paramount für Warner Bros. Discovery ausgelaufen. Bislang favorisiere der Warner-Vorstand den bereits im Dezember beschlossenen Milliarden-Deal mit Netflix. Sollte der von der Familie Ellison gestützte Paramount-Konzern sein Gebot nun erhöhen, habe Netflix vier Tage Zeit, um finanziell gleichzuziehen. Ein direkter Vergleich der beiden Angebote sei jedoch kompliziert, schreibt Uwe Mantel bei “DWDL”.

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4. Streit über Schabowski-Zettel geht in nächste Runde
(spiegel.de)
Der Rechtsstreit um Günter Schabowskis historischen Sprechzettel zum Mauerfall gehe in die nächste Instanz. Ein “Bild”-Journalist poche auf seinen presserechtlichen Auskunftsanspruch. Der Reporter fordere vom Bonner Haus der Geschichte für eine Recherche die Offenlegung der Namen jener Personen, die dem Museum das Dokument für 25.000 Euro verkauft hätten. Zwei Vorinstanzen hätten der Klage des Journalisten bereits stattgegeben. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung sei jedoch die Revision zugelassen worden.

5. 18 Monate im Europäischen Observatorium für (Desinformations)narrative
(de.ejo-online.eu, Martin Lestra)
In einem Rückblick auf die vergangenen anderthalb Jahre berichtet Projektleiter Martin Lestra, dass das europäische Pilotprojekt “PROMPT” in den zurückliegenden 18 Monaten erfolgreich zielgerichtete KI-Werkzeuge zur Erkennung und Bekämpfung von Desinformation entwickelt habe. Dabei habe sich gezeigt, dass Künstliche Intelligenz zwar große Datenmengen schnell verarbeite, menschliche Analysen für die Interpretation von Kontexten jedoch unersetzlich seien. Das Projekt habe zudem eine gemeinsame Terminologie für Desinformationstaktiken geschaffen und frei zugängliche Verifizierungs-Tools bereitgestellt.

6. Weimer will Tiktok nach US-Vorbild in europäische Hände legen
(n-tv.de)
Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer habe sich dafür ausgesprochen, bei TikTok und dessen Mutterkonzern Bytedance ähnlich wie die USA vorzugehen: “Bei Tiktok bin ich der Meinung, wir müssen dort auch die Eigentumsfrage stellen, wie die Amerikaner. Europa sollte eine Antwort darauf finden: Wem gehört Tiktok, ob wir das nicht in europäische Hände legen sollten, im Einvernehmen mit Bytedance.”

Wie umgehen mit Social Media?, Kuschelblatt, Satz für die Ewigkeit

1. Tolerieren, regulieren oder verbieten: Wie umgehen mit Social Media?
(wdr.de, Susan Link, Video: 57:13 Minuten)
Im “Presseclub” geht es um die Frage, ob nach australischem Vorbild ein Social-Media-Verbot für Personen unter 16 Jahren eingeführt werden soll, um junge Menschen vor Suchtgefahren zu schützen: “Wie gefährlich sind die sozialen Netzwerke für unsere Demokratie und welche Möglichkeiten gibt es, sich aus der Abhängigkeit der großen Tech-Konzerne in den USA und China zu lösen?” Es diskutieren Jakob Hanke Vela (Büroleiter des “Handelsblatt” in Brüssel), Laura Hertreiter (Feuilletonchefin der “Zeit”), Gavin Karlmeier (freier Journalist und Digitalexperte) sowie Katharina Nocun (freie Journalistin, Autorin und Podcasterin).
Weitere Lesetipps: Social-Media-Sucht: Wie Schwarz-Rot die Verantwortung auf Nutzer schiebt (volksverpetzer.de, Patrick Gensing). Bei netzpolitik.org hat Sebastian Meineck die allgemeine Stimmungslage zusammengefasst: So breit ist die Kritik am Social-Media-Verbot: “Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) findet ein Social-Media-Verbot bis 16 Jahre sympathisch. Viele Organisationen aus Kinderschutz, Wissenschaft und Pädagogik lehnen das Verbot allerdings ab – und warnen vor Schäden für Kinder und Jugendliche. Die Übersicht.” (netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
 Die Union ist sich bei dem Thema anscheinend nicht einig. Die CSU widerspreche ihrer großen Schwester: CSU stellt sich gegen Altersgrenze für Social Media (spiegel.de).

2. ZDF zieht New-York-Korrespondentin Nicola Abrecht ab
(dwdl.de, Alexander Krei)
Das ZDF berufe seine New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht ab, da sie in einem Bericht für das “heute journal” ungekennzeichnete KI-Bilder und thematisch falsches Videomaterial verwendet habe. Chefredakteurin Bettina Schausten spreche von einem schweren Verstoß gegen interne Richtlinien. Dies habe die journalistische Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Senders massiv beschädigt.
Weiterer Lesetipp: Unterstützung habe Albrecht vom langjährigen “heute-journal”-Moderator Claus Kleber erhalten: “Es gilt, den Rücken breit zu machen und dafür zu sorgen, dass professionelle Journalisten furchtlos ihrer Arbeit weitermachen können. Wie Nicola Albrecht.” (dwdl.de, Uwe Mantel)

3. Kuschelblatt für klasse Leute
(taz.de, Anne Fromm & David Muschenich)
Der Verleger Holger Friedrich habe mit der “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” (“OAZ”) eine neue Wochenzeitung auf den Markt gebracht, die gezielt ostdeutsche Identitätsgefühle und Befindlichkeiten bedienen wolle. Anne Fromm und David Muschenich haben sich die erste Ausgabe der “OAZ” angeschaut. Diese fokussiere sich auf das Narrativ einer angeblich bedrohten Meinungsfreiheit und falle durch unkritische Beiträge auf, darunter ein schmeichelhaftes Porträt des AfD-Chefs Tino Chrupalla sowie russlandfreundliche Forderungen.
Weiterer Lesetipp: Für t-online.de hat Medienexperte Volker Lilienthal die “Ostdeutsche Allgemeine Zeitung” rezensiert. Ihm ist neben vielem Großen auch eine in ihrer Widersprüchlichkeit bezeichnende Kleinigkeit aufgefallen: “Reden müssen wir noch über eine ganz merkwürdige Losung in kleiner Schrift auf Seite eins ganz unten: ‘Unabhängig. Mutig. Gewaltfrei.’ Was soll das? Wie könnte eine Zeitung je gewalttätig sein? Was wären ihre Instrumente? Oder sind die anderen gewalttätig, die ‘OAZ’ aber nicht? Im Impressum findet sich ganz unten noch ein Hinweis: ‘Unsere Waffe ist das Wort. Es kann, wenn nötig, geschliffen sein.’ Also doch nicht so ganz gewaltfrei?” (t-online.de, Volker Lilienthal)

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4. Von Trumps Gnaden
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Der US-Sender CBS beuge sich zunehmend dem politischen Druck der Trump-Administration. So habe man in vorauseilendem Gehorsam ein Interview des Satirikers Stephen Colbert zensiert. Zudem sei die Unabhängigkeit der Nachrichtenredaktion massiv eingeschränkt. Der neue, Trump-freundliche CBS-Eigentümer David Ellison baue den Sender ideologisch um und lasse kritische Berichte unterdrücken. Tomas Rudl hat die Entwicklung für netzpolitik.org zusammengefasst.

5. Nostalgie in Hof: Radiogeschichte zum 80. Jubiläum von RIAS Berlin
(radiowoche.de, Stephan Wunder)
Der 80. Geburtstag des Rundfunksenders RIAS sei vom offiziellen Nachfolgesender in Berlin weitgehend ignoriert worden, doch in der oberfränkischen Stadt Hof hätten sich über 120 ehemalige Hörerinnen und Hörer, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter zusammengefunden. Die Stadt Hof pflege eine besonders enge emotionale Verbindung zu dem Sender. Dieser habe über viele Jahre als “mediales Schaufenster” mit zahlreichen Live-Übertragungen fungiert.

6. Ein rätselhafter Todesfall – und ein erster Satz für die Ewigkeit
(spiegel.de, Hauke Goos)
Hauke Goos analysiert humorvoll eine kuriose Lokalnachricht aus dem Jahr 1979 über einen rätselhaften Todesfall. Dabei nimmt er die unbeholfenen, aber charmanten Phrasen des damaligen Reporters detailliert unter die Lupe, wie etwa den angesichts der Leiche “nicht schlecht staunenden” Briefträger. Am Ende feiert Goos diese eigenwillige Wortwahl als unfreiwillig komische Prosa-Miniatur und würdigt den kuriosen Einleitungssatz als Meisterwerk für die Ewigkeit.

KI-Desinformation auf TikTok, Social-Media-Verbot, Sparpaket bei DW

1. “Wir verstehen uns als Chronisten”
(kontextwochenzeitung.de, Oliver Stenzel)
Die Journalisten Peter Schwarz und Alexander Roth berichten schon seit langer Zeit über den Wandel der rechtsextremen Szene im Rems-Murr-Kreis, die sich von festen Treffpunkten zunehmend ins Internet verlagert habe. Dabei fungiere die AfD als Sprachrohr, das rechtsextreme Positionen normalisiere. Beide Reporter seien massiven Anfeindungen und Morddrohungen ausgesetzt, was insbesondere bei Roth strenge Sicherheitsvorkehrungen im Alltag erfordere. Im Interview mit der “Kontext:Wochenzeitung” sprechen sie über ihre Arbeit und die Aufgaben von Journalismus.

2. KI-Desinformation auf TikTok: Angriffe zielen auf die Bundesregierung
(cemas.io, Julia Smirnova)
Laut einer Analyse des CeMAS würden die Bundesregierung und Kanzler Friedrich Merz auf TikTok massiv mit KI-generierten Inhalten angegriffen. Diese KI-Slop-Videos würden Falschmeldungen über absurde Verbote sowie pro-russische und AfD-freundliche Narrative verbreiten. Hinter den untersuchten Accounts stecke vermutlich ein koordiniertes Netzwerk, das bereits Millionenreichweiten erzielt habe. Sprachliche Fehler und thematische Schwerpunkte würden auf ausländische Akteure oder kommerzielle “Content Farmen” hindeuten.

3. Was bringt ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche?
(correctiv.org, Samira Joy Frauwallner & Pamela Kaethner & Alexandra Ringendahl)
Seit einigen Tagen wird über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Deutschland diskutiert. Unlängst hatte die SPD-Bundestagsfraktion zum Schutz der psychischen Gesundheit ein generelles Social-Media-Verbot für Personen unter 14 Jahren sowie eine algorithmusfreie Version für Jugendliche bis 16 Jahren gefordert. Dieser Vorstoß erhalte breite politische Unterstützung, unter anderem von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die “Correctiv”-Redaktion hat dazu Experten und Expertinnen aus der Sucht-, Medien- und Jugendforschung befragt. Deren Fazit: “Der Schutz junger Menschen ist wichtig, in der Verantwortung sind aber nicht allein junge Menschen.”

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4. Als deutsche Reporterin im Iran
(verdi.de, Till Schmidt)
ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa beschreibt im Interview die Lage im Iran nach den massiven Protesten und dem “Zwölftagekrieg” von 2025 als äußerst volatil. Die journalistische Arbeit vor Ort unterliege strengen Restriktionen. Während der staatlichen Internetblockade sei Gaa auf direkte Gespräche vor Ort angewiesen gewesen, um Informationen zu verifizieren. Die deutsche Wahrnehmung neige aus ihrer Sicht oft dazu, den Widerstand zu romantisieren und die Brutalität des Sicherheitsapparates zu unterschätzen.

5. Sparpaket beschlossen: Wie die DW 21 Millionen sparen will
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Nach der Etatkürzung durch den Bundestag müsse die Deutsche Welle ein Sparpaket von insgesamt 21 Millionen Euro umsetzen. Dies habe unter anderem die komplette Schließung der Griechisch-Redaktion zur Folge. Auch Angebote in Portugiesisch, Dari/Paschtu und Spanisch sowie Formate wie das russische Satiremagazin “Zapovednik” würden reduziert oder eingestellt. Rechnerisch seien 160 Vollzeitstellen betroffen, wobei betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen.

6. X muss Böh­m­er­mann-“Parodie”-Account löschen
(lto.de, Pauline Dietrich & Felix W. Zimmermann)
Das Landgericht Köln habe die Plattform X per einstweiliger Verfügung verpflichtet, einen verifizierten Fake-Account des Satirikers Jan Böhmermann zu löschen. Trotz des Namenszusatzes “Parody” sei für die Nutzerinnen und Nutzer nicht zweifelsfrei erkennbar gewesen, dass es sich um eine Parodie handle. Böhmermann habe argumentiert, dass der Account unter seinem Namen gezielt rechte Inhalte und Hass verbreite. Das Gericht habe bestätigt, dass der Account Persönlichkeitsrechte verletze und zudem gegen die eigenen Richtlinien von X verstoße.
Weiterer Gucktipp: Rechtsanwalt Chan-jo Jun vertritt Böhmermann in dem Fall und hat mit seiner Kollegin Jessica Flint ein interessantes Erklärvideo dazu veröffentlicht, in dem auch der frühere Bundesjustizminister Marco Buschmann eine Rolle spielt: Wenn Musk meint, über dem Recht zu stehen, braucht es Böhmermann (youtube.com, Video: 14:58 Minuten).

7. Ist Donald Trump ein “Dealmaker”?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:30 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins spricht der “6-vor-9”-Kurator über das Wort “Dealmaker”, das gern in der Berichterstattung über US-Präsident Donald Trump verwendet wird: “Es stammt aus Trumps eigenem Branding. ‘The Art of the Deal’ heißt sein bekanntestes Buch. Geschrieben hat er es bereits 1987 und seitdem geistert das Wort durch die Medien. Trump hat den Begriff ‘Dealmaker’ zu so einer Art politischem Markenkern gemacht. Und jetzt benutzt ihn der deutsche Bundeskanzler. Das klingt nach Vernunft und nach Verhandlungstisch. Oder täuscht das?” (radioeins.de, Audio: 4:30 Minuten)

KI-Material im “heute journal”, Altersbeschränkungen, TV-Quote

1. Mit dem Zweiten … sieht man KI-Videos
(taz.de, Martin Seng)
Das ZDF habe im “heute journal” in einem Bericht über Abschiebungen in den USA ungekennzeichnetes KI-Videomaterial verwendet, was einen schweren Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht darstelle. Nachdem der Sender zunächst von einem technischen Versehen gesprochen habe, sei die entsprechende Sendung zwischenzeitlich gelöscht und der Fehler von der Chefredaktion eingeräumt worden. Martin Seng schreibt dazu in der “taz”: “Der ÖRR muss Seriosität und Faktentreue bieten, verletzt in diesem Fall aber seine eigenen Standards. Noch dazu bedienen solche Fehler das trumpsche Narrativ der Fake News und schädigen das Vertrauen in den Journalismus allgemein.”
Nachtrag: ZDF entschuldigt sich im ‘heute journal’ bei Zuschauern: “‘Dieser Beitrag entsprach nicht unseren hohen Standards’: Die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin hat sich im ‘heute journal’ an das Publikum gewandt. Hintergrund war ein ‘Doppelfehler’ des Senders.” (spiegel.de)

2. Auch Unionspolitiker für Social-Media-Beschränkung
(tagesschau.de)
Nach einem Vorstoß der SPD würden nun auch führende Unionspolitiker wie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Fraktionschef Jens Spahn strengere Altersbeschränkungen für Soziale Medien fordern, um die psychische Gesundheit junger Menschen besser zu schützen. Trotz der grundsätzlichen Einigkeit in der schwarz-roten Koalition wolle die Bundesregierung einem Sprecher zufolge zunächst die Ergebnisse einer Expertenkommission im September abwarten, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werde.

3. Kampf um Mei­nungs­f­rei­heit darf nicht am Geld schei­tern
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann kritisiert, dass die enormen Prozesskosten im deutschen Äußerungsrecht faktisch die Meinungsfreiheit einschränken würden. Oft könnten sich nur wohlhabende Personen oder große Medienhäuser die juristische Gegenwehr gegen Abmahnungen leisten. Ursächlich seien vor allem schematisch zu hoch angesetzte Streitwerte durch die Gerichte sowie die Praxis, Ansprüche wie Unterlassung und Gegendarstellung separat abzurechnen. Dieses Vorgehen treibe das Kostenrisiko selbst bei Bagatellfällen in die Höhe.

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4. Kann die AfD den MDR abschalten?
(flurfunk-dresden.de)
Im “Politik-Podcast” des MDR Sachsen sei analysiert worden, ob die AfD im Falle einer Regierungsbeteiligung den öffentlich-rechtlichen Sender tatsächlich abschalten könnte. Die befragten Experten hätten klargestellt, dass aufgrund einer zweijährigen Kündigungsfrist keine sofortige Schließung möglich sei. Juristen hätten zudem betont, dass der Staat verfassungsrechtlich zur Gewährleistung einer unabhängigen Grundversorgung verpflichtet sei. Die vagen AfD-Pläne für einen steuerfinanzierten “Grundfunk” seien rechtlich kaum haltbar.

5. Erschreckende Zahlen: Journalismus zwischen Burnout und Berufung
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 29:37 Minuten)
Alexander Matzkeit diskutiert in seinem Podcast “Läuft” mit der Medienwissenschaftlerin Anna von Garmissen über die prekären Arbeitsbedingungen im Journalismus, die zunehmend zu einer Flucht aus dem Beruf führen würden. Basierend auf aktuellen Studien stellen sie fest, dass über die Hälfte der Befragten ein erhöhtes Risiko für Burnout und Depressionen aufweise.

6. Plausibel oder problematisch: Stößt die TV-Quote an ihre Grenzen?
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei thematisiert die anhaltende Ratlosigkeit der TV-Branche über massive Quoteneinbrüche bei Kindersendern im Januar. Er wertet die Vorfälle als Warnschuss, der eine offene Debatte über die Belastbarkeit der TV-Quoten in Zeiten fragmentierter Mediennutzung unumgänglich mache.

“Ostidentitäre Bewegung”, Appell für Mediendiskurs, Vertrauenskrise

1. Ostidentitäre Bewegung im Medienmarkt
(journalist.de, Matthias Meisner)
Der Verleger Holger Friedrich plane mit der “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” ein neues ostdeutsches Leitmedium, dessen Start sich jedoch verzögere und das wegen seiner Nähe zu rechten und russlandfreundlichen Narrativen bereits vorab polarisiere. Kritiker würfen Friedrich vor, mit einer fragwürdigen Ästhetik und speziellen Personalentscheidungen gezielt das rechte Milieu zu bedienen und demokratiefeindliche Tendenzen zu verstärken.

2. Appell an Caren Miosga nach Chrupalla-Einladung
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Nach der Einladung von AfD-Chef Tino Chrupalla in die Talksendung von Caren Miosga haben sich zahlreiche Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem offenen Appell an die Medien gewandt. Sie fordern darin, Demokratiefeindlichkeit gemäß dem Medienstaatsvertrag klar zurückzuweisen und Antidemokraten die Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu entziehen. Transparenzhinweis: Der “6-vor-9”-Kurator gehört zu den Unterzeichnern.

3. Homeland Security jagt ICE-Kritiker in sozialen Netzwerken
(spiegel.de)
Die US-Regierung verschärfe die Verfolgung von Kritikerinnen und Kritikern der Abschiebebehörde ICE. Das Heimatschutzministerium habe hunderte Anfragen an Plattformen wie Meta oder Google gestellt, um Daten von Nutzerinnen und Nutzern anzufordern. Die Plattformen seien dem teilweise nachgekommen. Die Regierung argumentiert, die Informationen seien für die Sicherheit von ICE-Beamten notwendig.

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4. Hunderttausende Kinder und Jugendliche süchtig nach Social Media
(taz.de)
Laut einer aktuellen Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit nutze mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen Soziale Medien in einem riskanten oder sogar krankhaften Ausmaß. Rund 350.000 Betroffene gälten als explizit suchtkrank. Dieses pathologische Verhalten äußere sich durch Kontrollverlust, Schlafstörungen und schulische Probleme. DAK-Chef Andreas Storm bezeichne die Entwicklung trotz leicht gesunkener durchschnittlicher Nutzungszeiten als “alarmierend”.

5. Der SR lässt sich checken
(verdi.de, Volker Nünning)
Der Saarländische Rundfunk lasse seit Oktober seine Organisationsstrukturen durch eine externe Beratungsfirma evaluieren. Es gehe darum, den öffentlich-rechtlichen Sender an den Medienwandel anzupassen und die Kritik des Landesrechnungshofs am bisherigen Controlling umzusetzen. Die Personalratsvorsitzende habe betont, dass der Prozess keinen Stellenabbau zum Ziel habe.

6. Vertrauenskrise: Wenn KI-Suche Fake-Zitate findet
(medientage.de, Petra Schwegler)
Eine Analyse der Berliner Firma Bernstein Analytics zeige, dass tagesschau.de und spiegel.de die dominierenden Quellen in KI-Antworten seien, wobei Modelle wie ChatGPT tendenziell häufiger auf linksliberale als auf konservative Medien zurückgreifen würden. Parallel dazu warne eine britische Recherche vor einer massiven Glaubwürdigkeitskrise. Boulevardmedien würden unter dem Druck von Deadlines und SEO zunehmend unwissentlich KI-generierte Fake-Experten von PR-Agenturen zitieren.

Im freien Fall, Raus aus der Manege, Vorteile des Bibliotheksausweises

1. Im freien Fall
(taz.de, Nicholas Potter)
Amazon-Gründer Jeff Bezos habe die “Washington Post” einst als Retter übernommen und ihr eine “goldene Ära” versprochen. Doch nun stecke die traditionsreiche Zeitung in einer tiefen Krise, die sich durch den massenhaften Verlust von Abonnentinnen und Abonnenten, den Abgang namhafter Journalistinnen und Journalisten sowie die Entlassung von hunderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zeige. Kritiker würfen Bezos vor, strategisch versagt zu haben und die journalistischen Werte der “Washington Post” politischen Interessen zu opfern. Das Management unter ihm beharre jedoch weiterhin auf seinem rigiden Sparkurs.

2. Raus aus der Manege – Warum öffentliches Reden mit Rechten ein Problem ist
(54books.de, Simon Sahner)
Simon Sahner argumentiert, dass die Strategie des öffentlichen Redens mit Rechten gescheitert sei, da die AfD trotz ständiger medialer Aufmerksamkeit heute stärker dastehe als je zuvor. Er kritisiert, dass Talkshows und Influencer rechtsextremen Akteuren oft nur aus Quotengründen eine Bühne böten. Dadurch würden deren radikale Ansichten fälschlicherweise als normale, diskutierbare Meinungen legitimiert. Statt inszenierter “Schaukämpfe” vor der Kamera fordert Sahner, sich wieder den konkreten Alltagsproblemen der Menschen zu widmen.

3. Epstein Files: Medien, Schwefelsäure und die Wahrheit
(youtube.com, Raja Khadour & Fritz Lüders, Video: 8:44 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” hat sich mit dem Recherche-Hype um die veröffentlichten Epstein-Akten beschäftigt. Dieser sei durch den freien Zugang für Privatpersonen ausgelöst worden und habe eine Flut an ungeprüften, teils vermeintlichen, teils tatsächlichen Enthüllungen und KI-Fälschungen in den Sozialen Netzwerken ausgelöst. Klassische Medienhäuser stünden vor dem Dilemma, dass sie mit der Geschwindigkeit der Online-Gerüchteküche nicht mithalten können, ohne ihre journalistische Sorgfaltspflicht zu verletzen.

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4. Australien: “Viele Jugendliche machen sich über die Altersgrenze lustig”
(deutsches-schulportal.de, Alexander Brand)
Der australische Lehrer Chris Bush berichtet, dass das Social-Media-Verbot in seinem Land für Personen unter 16 Jahren das Nutzungsverhalten bisher kaum verändert habe. Die Jugendlichen würden die Sperren oft durch falsche Altersangaben oder das Nutzen von VPNs mühelos umgehen. Dennoch hält er das Gesetz langfristig für richtig und vergleicht es mit dem Rauchverbot, dessen positive Effekte auf die psychische Gesundheit erst bei der nachfolgenden Generation sichtbar werden dürften. Unmittelbar wirksamer seien derzeit die konsequenten Handyverbote an Schulen, die bereits jetzt dazu führen würden, dass Schülerinnen und Schüler in den Pausen wieder miteinander spielen und direkt miteinander kommunizieren.

5. Medienanstalten sehen Staatsferne bei KI-Kontrolle gewahrt
(faz.net)
Nachdem die “FAZ” das neue KI-Durchführungsgesetz wegen mangelnder Staatsferne kritisiert habe, widersprächen nun das Digitalministerium sowie die Landesmedienanstalten dieser Darstellung. Sie würden auf die gesetzliche Regelung verweisen, laut der die Kontrolle von Medienanbietern weiterhin explizit in der Zuständigkeit der Länderbehörden verbleibe, womit die journalistische Unabhängigkeit gewahrt sei.

6. Das bekommen Sie alles kostenlos, wenn Sie einen Bibliotheksausweis haben
(spiegel.de)
Viele Bibliotheken hätten ihr Angebot längst über das Ausleihen von Büchern hinaus erweitert und böten nun auch “Makerspaces” mit 3D-Druckern oder eine “Bibliothek der Dinge” für den Verleih von Alltagsgegenständen wie Bohrmaschinen. In Städten wie Frankfurt und München stünden Nutzerinnen und Nutzern zudem Musikinstrumente zum Ausleihen oder Tonstudios für eigene Aufnahmen zur Verfügung. Ergänzend dazu ermögliche der Bibliotheksausweis oft den digitalen Zugriff auf Streamingdienste, Sprachlernprogramme sowie umfangreiche Pressearchive.

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