Archiv für Mai 13th, 2026

Alterskontrollen per EU-App?, Freies NSDAP-Archiv, Texas verklagt Netflix

1. Von der Leyen kommt eigenen Fachleuten zuvor und will Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dränge auf ein Social-Media-Verbot für Minderjährige, noch bevor das von ihr eingesetzte Expertengremium Empfehlungen vorgelegt habe. Sie spreche beschönigend von einem “Aufschub” statt von einem Verbot und setze stark auf emotionale Argumente, schreibt netzpolitik.org-Redakteur Sebastian Meineck. Er warnt, dass Alterskontrollen per EU-App Datenschutz, Anonymität und digitale Teilhabe gefährden würden. Sinnvoller sei es, Plattformen sicherer zu machen.

2. “Correctiv” und “Katapult” ermöglichen freie Suche in NSDAP-Mitgliederkartei
(turi2.de, Björn Czieslik)
Björn Czieslik berichtet bei “turi2”, dass die Redaktionen von “Correctiv” und “Katapult” gemeinsam eine frei durchsuchbare Version der NSDAP-Mitgliederkartei veröffentlicht hätten. Grundlage seien Bestände des US-Nationalarchivs und die Plattform brownarchive.org. Anders als ähnliche Angebote von “Zeit” und “Spiegel” sei die Suche frei zugänglich, also ohne Paywall nutzbar.

3. Politik zwingt MDR in die Knie
(verdi.de)
Verdi kritisiert die Sparmaßnahmen beim öffentlich-rechtlichen MDR als Folge der ausgebliebenen Rundfunkbeitragserhöhung und politischer Blockaden. Die geplanten Kürzungen bei “Tatort”, “Polizeiruf”, “MDR um 2”, Social Media, Podcasts und beim Jugendradio Sputnik würden aus Sicht der Gewerkschaft Programmvielfalt, regionale Berichterstattung und die Stellen von rund 200 Beschäftigten gefährden. Verdi fordert eine gesicherte Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sozial verantwortliche Reformen und eine faire Bezahlung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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4. »Sie schauen Netflix, Netflix schaut Ihnen zu« – Texas verklagt Streamingportal
(spiegel.de)
Der US-Bundesstaat Texas verklage Netflix wegen angeblich illegaler Datensammlung und suchtgefährdender Plattformgestaltung. Die Staatsanwaltschaft werfe dem Streamingdienst vor, Sehgewohnheiten und sensible Verhaltensdaten zu erfassen und für Werbung nutzbar zu machen. Besonders werde die standardmäßig aktivierte Autoplay-Funktion kritisiert, die Nutzerinnen und Nutzer länger auf der Plattform halten solle. Netflix weise die Vorwürfe als unbegründet zurück.
Weiterer Lesetipp: Der “Netflix-Effekt”: Netflix rechnet seinen weltweiten Impact vor: “Mit Investitionen von 135 Milliarden Dollar in Filme und Serien hat Netflix in den letzten zehn Jahren die weltweite TV-Branche verändert. Mit allerhand Daten will man nun den Impact auf Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft darlegen”. (dwdl.de, Uwe Mantel)

5. So endete die letzte Monitor-Sendung mit Georg Restle
(youtube.com, Monitor, Video: 5:11 Minuten)
Beachtliche 30 Jahre war Georg Restle beim Politmagazin “Monitor”, davon 14 Jahre als Redaktionsleiter. In wenigen Wochen zieht es Restle nach Kenia, er übernimmt dort die Leitung des crossmedialen ARD-Studios Nairobi. Zum Abschied hat ihm seine Redaktion einen Überraschungsfilm zusammengebastelt.

6. Wieso die Horoskop-Masche nicht mehr funktioniert hat
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 16:36 Minuten)
Die aktuelle “Walulis”-Folge blickt satirisch auf den eingestellten Esoterik-Sender Astro TV zurück. Sie zeigt, wie Astro TV seit 2004 mit Kartenlegen, Chakra-Reinigung, spirituellen Produkten und angeblicher Lebensberatung gearbeitet habe. Philipp Walulis kritisiert vor allem das Geschäftsmodell: Anrufe in die Sendung hätten Geld gekostet, die eigentliche Beratung sei über teure Minutenhotlines der verbundenen Plattform Questico gelaufen.