1. Spiegel darf über Deepfake-Verdacht und Gewaltvorwürfe berichten
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
“Christian Ulmen zog gegen den Spiegel wegen des Berichts ‘Du hast mich virtuell vergewaltigt’ vor Gericht. Er geht vor allem gegen Deep-Fake-Verdächtigungen und Gewaltvorwürfe vor. Damit ist er jetzt vor dem LG Hamburg gescheitert.” Bei “Legal Tribune Online” ordnet Felix W. Zimmermann die Entscheidung des Landgerichts Hamburg juristisch ein.
Weiterer Lesetipp: Der “Spiegel” berichtet in eigener Sache: Ulmen scheitert vor Gericht – SPIEGEL-Bericht bleibt praktisch unangetastet. (spiegel.de, Lukas Eberle & Max Hoppenstedt Heinrichs & Juliane Löffler)
2. Wie die Ostdeutsche Allgemeine Volksverpetzer zum Schweigen bringen will
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
“Volksverpetzer”-Leiter Thomas Laschyk wirft der “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” von Verleger Holger Friedrich vor, auf kritische Berichte mit Diffamierung und einer Abmahnung zu reagieren: “Die Medien des Millionärs vergleichen unsere Aufklärung mit Stasi-Methoden und NS‑Propaganda.” Laschyk sieht darin den Versuch, ein kleines, spendenfinanziertes Medium juristisch und finanziell einzuschüchtern.
3. Auf dem Lerchenberg der Ahnungslosen
(medien-doktor.de, Holger Wormer)
Der “Medien-Doktor” kritisiert, dass die Nachrichtensendung “ZDF heute” eine PR-getriebene Umfrage eines Versicherungsunternehmens als nachrichtentaugliche Studie aufgegriffen habe. Autor Holger Wormer meint, viele angebliche Studien seien vor allem Marketinginstrumente, würden von Redaktionen aber gerade bei alltagsnahen “Soft News” zu unkritisch übernommen. Das ZDF hätte die Seriosität der Untersuchung besser prüfen oder Wissenschaftsredakteure einbeziehen müssen.
Weiterer Lesetipp: Hier das detaillierte Gutachten: Mental Load in Familien (medien-doktor.de).
4. Kontext-Chefredakteurin über Medien in Zeiten rechter Normalisierung
(belltower.news, Shila Samanthi)
“Kontext”-Chefredakteurin Anna Hunger sagt im Interview mit “Belltower News”, dass Medien angesichts rechter Normalisierung mehr aufklären und einordnen müssten. Neutralität halte sie für einen Mythos. Rechtsextreme und populistische Positionen müssten klar benannt werden: “Journalistische Verantwortung beginnt bei den Grundlagen: Sorgfaltspflichten ernst nehmen, Dinge prüfen, nicht einfach Polizeimeldungen übernehmen. Und klar entscheiden, wem man eine Bühne gibt. Interviews mit AfD-Vertreterinnen und -Vertretern halte ich für problematisch. Die Idee, sie zu ‘stellen’, funktioniert oft nicht.”
5. ORF: Jetzt reden die Mitarbeitenden
(verdi.de)
ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter protestieren mit der Kampagne “Mituns” gegen politische Einflussnahme, Machtmissbrauch und Missstände bei dem österreichischen öffentlich-rechtlichen Sender. Nach einer ersten Aktion mit mehr als 500 Beschäftigten stünden nun über 350 weitere öffentlich mit Namen und Gesicht für Reformen ein. Gefordert würden ein unabhängiger Stiftungsrat, faire Anstellungsverhältnisse und Führungsbesetzungen nach Kompetenz statt politischen Verbindungen.
6. Pariser Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen Musk ein
(spiegel.de)
Die Pariser Staatsanwaltschaft habe förmliche Ermittlungen gegen Elon Musk, dessen Plattform X und die frühere X-Chefin Linda Yaccarino eingeleitet. Hintergrund seien Vorwürfe, X-Algorithmen hätten rechtsextreme Inhalte begünstigt. Außerdem gehe es um Holocaustleugnung und sexualisierte KI-Deepfakes. Musk und Yaccarino seien einer Anhörung ferngeblieben, was die Ermittlungen aber nicht stoppe. X bestreite die Vorwürfe und sehe Redefreiheit und Grundrechte gefährdet.
