Archiv für 6 vor 9

Marko Arnautović, Christoph Keese, Busen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Irgendwas mit Medien: Vermischte Bemerkungen zur Krise des Journalismus“
(novo-argumente.com, Tobias Prüwer)
Tobias Prüwer fasst verschiedene Diskussionen über den Journalismus erhellend zusammen. Zum Beispiel zum iPad: „Mit Erstaunen konnte man feststellen, wie sich seit Anfang des letzten Jahres Journalisten wie Verleger überschlugen mit Prognosen für ein prosperierendes Geschäft dank iPad. Keiner kannte das Gerät, aber die Redaktionen wurden nicht müde, schon vor Erscheinen zu schwärmen und Zukunft zu erträumen, und bei der Präsentation applaudierten Journalisten zuhauf! Das war ja auch zu schön: Man muss nichts ändern, mit Apple-Magie würden schon genug Anwender plötzlich für Publikationen zahlen, die sie in Printform nie erworben hätten. Nun, da das Coffee-Table-Accessoire auf dem Markt ist, scheint diese Euphorie verflogen zu sein.“

2. „Google plant die Super-Datenbank“
(tarzun.de, Klaus Peukert)
Klaus Peukert analysiert Texte mit Schlagzeilen wie „Google plant die Super-Datenbank“ (sueddeutsche.de) und „Google will Nutzerprofile direkt verkaufen“ (zeit.de, inzwischen geändert).

3. „Alles Lüge!“
(taz.de, Judith Pape)
„Bild“ behauptet, es gäbe „konkrete Pläne“ von DFB und ARD, Frauenfußball zukünftig in der „Sportschau“ am Samstag zu senden. Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, dementiert: „Alles falsch, ich halte es derzeit für ausgeschlossen, dass wir regelmäßig Spielberichte aus der Frauen-Bundesliga zeigen. Wie bisher werden wir den Frauen-Fußball in den dritten Programmen abbilden.“

4. „Arnautovic vs. Seitenblicke-Magazin“
(derstandard.at, red)
Hat Fußballspieler Marko Arnautović ein Interview geführt mit dem Magazin „Seitenblicke“? Auf seiner Website ist zu lesen: „Marko Arnautovic weist darauf hin, dass er mit keiner österreichischen Zeitung ein Interview geführt hat und die Behauptungen daher vollkommen aus der Luft gegriffen sind.“

5. „Lieber Christoph Keese“
(sixtus.cc)
Mario Sixtus schickt Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs bei Axel Springer, eine Rechnung in der Höhe von 1070 Euro, weil dieser in einem Beitrag für sein Blog presseschauder.de die Lizenzbedingung eines von ihm geschossenen Fotos nicht eingehalten hat. Keese hält dagegen den Betrag von 50 Euro angemessen, denn „dies hier ist ein privater Blog mit ein paar hundert Lesern“ (in den Kommentaren).

6. „Riesen-Busen steht gutem Journalismus im Weg“
(antimedien.de, Hektor Haarkötter)
Hektor Haarkötter prüft die Schlagzeile „Riesen-Busen rettet Urlauberin vor Ertrinken“ (tz-online.de) auf ihren Wahrheitsgehalt.

Rechtsstaat, Weekly World News, Buschi

6 vor 9

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1. „Bild gegen ARD: Abwehrbereit“
(berlinonline.de)
Nach Informationen der „Berliner Zeitung“ „sollen die Intendanten der ARD auf ihrer Sitzung am 27. und 28. Juni in Würzburg beschlossen haben, eine virtuelle Medienredaktion einzurichten“: „Sie hat die Aufgabe, Sendungen und Beiträge vorzubereiten, die sich mit dem Boulevardjournalismus in Deutschland beschäftigen, konkret: mit Bild.“

2. „Der Rotz, der unser Leben lebenswert macht“
(lawblog.de, Udo Vetter)
In einem Blogbeitrag schreibt Nadine Lantzsch, dass „Geschlechterstereotypen und Verharmlosungen sexistischer Verhältnisse“ dazu führen, „dass Wichser wie Strauss-Kahn trotz relativ eindeutiger Beweislage wohl am Ende freigesprochen werden“. Udo Vetter erinnert an die Vorteile des Rechtsstaats: „Der Gegensatz zum Rechtsstaat ist der Willkürstaat. Im Willkürstaat gibt es möglicherweise auch Regeln. Diese werden aber von denen, die das Sagen haben, außer Kraft gesetzt. Und zwar immer dann, wenn ihnen die Regeln gerade mal nicht in den Kram passen. Zum Beispiel dann, wenn sich das erhoffte Ergebnis nicht erreichen lässt.“ Siehe dazu auch die Stellungnahme der Autorin.

3. „Die Wortmächtigen“
(taz.de, Dominic Johnson)
Dominic Johnson beschreibt die Nähe zwischen den politischen und den journalistischen Eliten in Großbritannien. „Dass Pressebarone sich durch gefällige Berichterstattung politische Vorteile erkaufen, ist so alt wie die Presse. Aber heutzutage scheint es eher andersherum zu laufen: Nicht die Journalisten betteln bei der Politik, sondern die Politiker bei den Journalisten, deren Fähigkeit zur Steuerung der öffentlichen Meinung als viel zu kostbar empfunden wird, um damit bloß Zeitungsauflagen zu steigern.“

4. „Die unglaubliche Geschichte“
(einestages.spiegel.de, Danny Kringiel)
„Weekly World News“ war eine Boulevardzeitung, die aus vielen ersponnenen Texten bestand, zwischen die, „um eine gewisse Glaubwürdigkeit zu schaffen“, Berichte über wahre Begebenheiten gepackt wurden. „Denn obwohl die ‚Weekly World News‘ zum Kultblatt vieler Studenten avancierte, die sie als Satire lasen, bestand der Kern der Käufer aus einfachen Arbeitern, die wirklich an Außerirdische, Geister und Dämonen glauben wollten.“

5. „Fernsehteam entschuldigt sich bei Osnabrücker Zooaffen Buschi“
(noz.de, Cornelia Laufer)
„Galileo Big Pictures“ erklärt einen Orang-Utan aus dem Zoo Osnabrück für tot und entschuldigt sich darauf mit einer Autogrammkarte. „Ein Recherchefehler hatte übrigens das Missverständnis verursacht: Im Stuttgarter Zoo Wilhelma war im Frühjahr ein Orang-Utan verstorben – und der hieß auch Buschi.“

6. Interview mit Antje Schendel
(swr.de, Audio, Petra Zundel, Audio, 26:48 Minuten)
Das ehemalige Model Antje Schendel ist nun Tatortreinigerin. Sie räumt auf, wenn die Leichen weg und die Spuren gesichert sind, zum Beispiel nach dem Amoklauf von Winnenden.

Süddeutsche Zeitung, ORF, Feuchtgebiete

6 vor 9

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1. „Versicherungs-PR in der Süddeutschen“
(nachdenkseiten.de, Jens Berger)
Jens Berger liest in der „Süddeutschen Zeitung“ einen Beitrag über die Berufsunfähigkeits-versicherung und fragt sich, „warum die SZ einen derart unkritischen PR-Artikel im redaktionellen Teil veröffentlicht“. „Im schlimmsten Fall handelt es sich hierbei um ein sogenanntes ‚Advertorial‘, also einer Mischung aus Werbung und redaktionellem Inhalt, für den ein Kunde gezahlt hat. Im besten Fall versucht die SZ ‚lediglich‘ das zu erreichen, was in den Hochglanzprospekten für potentielle Anzeigenkunden gerne als ‚werbefreundliches Umfeld‘ beschrieben wird.“

2. „ORF verpasst sich Verhaltenskodex und Ethikrat“
(redakteur.cc, Elmar Leimgruber)
Der ORF führt einen „Verhaltenskodex für journalistische Tätigkeit bei der Gestaltung des Inhalteangebots“ (PDF-Datei) ein.

3. „How to Correct Social Media Errors“
(pbs.org, Nathan Gibbs, englisch)
Nathan Gibbs erklärt, wie man Fehler in Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook oder Google+ korrigiert: „Capture the error. Publicly acknowledge the error. Reference the error in the correction. Notify those who shared the error. Repeat the correction.“

4. „Have No Fear, England’s Here“
(thedailyshow.com, Video, 7:48 Minuten)
Jon Stewart und John Oliver fassen nochmals zusammen, was zur Einstellung von „News of the World“ geführt hat.

5. „Bestseller mit Ansage“
(zeit.de, Ursula März)
Ursula März blickt zurück auf den „Ultrabestseller“ „Feuchtgebiete“: „Der eigentliche Zündfunke für die Erfolgsgeschichte des Buches lag in der Synergie von Internet, Talkshow-Auftritten der Autorin, Interviews in Magazinen wie Spiegel oder Playboy. Das bürgerliche Feuilleton, auch das zeigt der Rückblick, spielte eine eher untergeordnete Rolle. Anders gesagt: Die Feuchtgebiete machten nicht nur die Hämorrhoiden der Ich-Erzählerin Helen Memel anschaulich, sondern auch den Strukturwandel der literarischen Öffentlichkeit und des Buchmarkts.“

6. „Männer und Technik“
(dasnuf.de)
„Männer haben nicht mehr Ahnung von Technik. Sie haben eventuell mehr Erfahrung, mehr Geduld u./o. Interesse. Sie trauen sich mehr, machen vorher Backups und wissen wie man den Ursprungszustand wiederherstellt. Und ganz wichtig: Sie sagen nicht andauernd: ‚Oh nein, wie dumm von mir‘ oder ‚Hups! Ich hab gar nichts gemacht, aber jetzt ist alles kaputt.'“

Menschenjäger, Höllenengel, Manuela Schwesig

6 vor 9

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1. „Bilder machen Muslime“
(zeit.de, Deniz Baspinar)
Deniz Baspinar plädiert dafür, nicht immer die gleichen Bilder von Einwanderern zu zeigen: „Wenn von Migranten oder Muslimen die Rede ist, sehen wir die ewig gleiche Rückenansicht einer Gruppe von Frauen mit Kopftuch und bodenlangen Mänteln. Diese Frauen tun das, was ihre Bestimmung zu sein scheint: Kinderwagen schieben oder Einkaufstüten tragen. Sehr beliebt ist auch das unscharfe Motiv, auf dem die Frau drei Schritte hinter dem Patriarchen her läuft oder das vom Döner- respektive Gemüseverkäufer.“

2. „Seltsame PR-Strategie“
(spiegel.de, flo)
Die Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, schickt den Redaktionsleitern mehrerer Zeitungen Artikel zum Abdruck: „Wünschenswert wäre es, wenn die Artikel über einen Zeitraum von ca. sechs Monaten in regelmäßigen Abständen (ggf. vierzehntägig) erscheinen würden.“

3. „News of the World: Britischer Boulevardjournalismus“
(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker)
Unter dem nicht grade neutralen Titel „Insel der Menschenjäger“ vergleicht Hans Leyendecker den britischen mit dem deutschen Boulevardmarkt. „Bild“ habe zwar „immer wieder Täter an den Pranger gestellt“, aber das sei „nichts im Vergleich zur Menschenjagd auf der Insel“.

4. „Lügen, die man gerne glaubt“
(zeit.de, Sabine Rückert)
Sabine Rückert fasst einige Beschuldigungen der letzten Zeit und die Reaktionen darauf zusammen: „Die Political Correctness gebietet es, dem vermeintlichen Opfer – eines NS-Verbrechens oder einer Vergewaltigung – bedingungslos zu glauben. Unbequeme Nachfragen und Recherchen unterbleiben. Zweifler laufen Gefahr, selbst im Reich des Bösen verortet zu werden.“ (Eine Diskussion zur Rolle von Rückert im Kachelmann-Prozess findet sich hier).

5. „Nur ein Sommermärchen? Claudia Pechstein und die Höllenengel“
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein dementiert auf ihrer Website diverse Medienberichte: „Ich pflege keinerlei Kontakte oder Geschäftsbeziehungen zu den Hells Angels.“

6. „Fremdschämen mit den taz-LeserInnen“
(spiegelfechter.com, Jens Berger)
Deniz Yücel erntet auf einen taz-Text mit dem Titel „Schämt euch, ihr Schlampen“ über 400 Leserkommentare.

Pyeongchang, Nachrichtensender, Anne Will

6 vor 9

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1. „Die deutschen Medien und der Sportsgeist“
(farorientalism.blogspot.com, eo)
Wie kommentieren deutsche Medien die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang (und nicht nach München)? „Pech für die Kommentatoren, dass dieses Mal weder eine Diktatur den Zuschlag erhielt, noch ein Land, von dem zu befürchten ist, dass es in halbfertige Sportstätten lädt oder die Sicherheit der Athleten nicht gewährleisten kann. So blieb – unisono, als wären Anweisungen direkt aus Katis ZK gekommen – nur Rummosern.“

2. „Schweizer Währungswucher am Kiosk – Deutsche Verlage zocken Schweizer Konsumenten ab“
(blog.huwi.ch, Michael Huwiler)
2007 kostete ein Euro 1,65 Franken, inzwischen nur noch 1,20 Franken. Michael Huwiler fragt nach, warum die Preise deutscher Zeitschriften in der Schweiz unverändert hoch sind.

3. „Zur Lage des Nachrichtenjournalismus“
(bouhs.tumblr.com, Daniel Bouhs)
In einem „Impulsreferat“ fragt Daniel Bouhs, warum die Öffentlich-Rechtlichen keinen 24-Stunden-Nachrichtensender liefern. Und warum sich ihre Auslandkorrespondenten „erst in ihren Büros und dann sogar in Privaträumen“ verstecken. „Immerhin war es Antonia Rados, die den Sturz Mubaraks auf dem Tahir-Platz in Kairo zwischen der jubelnden Menschenmenge live an das heimische Publikum vermeldete – während Jörg Armbruster in der ‚Tagesschau‘ lediglich von seinem Balkon herab auf die Straßen blickte.“

4. „Es war fast immer wie immer“
(faz.net, Stefan Niggemeier)
„Es war wie immer“, lautet die Bilanz von Stefan Niggemeier nach vier Jahren „Anne Will“ im Sonntagabendprogramm der ARD. „Man kann sich die Sendung angucken wie einen Filmklassiker, den man sich immer wieder anschaut. Es ist eine Konstante mit beruhigender Wirkung. Sie rüttelt nicht auf, sondern sediert. Was auch passiert in der Welt, es werden sich Menschen finden, die dafür oder dagegen sind und sich bei ‚Anne Will‘ gegenseitig vorwerfen, nicht ausreden zu dürfen, obwohl sie die anderen gerade haben ausreden lassen.“

5. „W wie wunderbar“
(welt.de, Marc Reichwein)
„Mit welchen Vokabeln rühmt man, wenn die Argumentation aufhört? (…) Wie klingt es, wenn Kritiker rhetorisch den ‚Like-Button‘ drücken?“

6. „Zwölf hoffentlich finale Thesen zur Zukunft des Journalismus“
(wolfgangmichal.de)

Adolf Sauerland, Affenbilder, James Murdoch

6 vor 9

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1. „James Murdoch’s statement in full“
(independent.co.uk, James Murdoch, englisch)
Die seit 1843 verkaufte Zeitung „News of the World“ erscheint am Sonntag, 10. Juli 2011, zum letzten Mal, ohne kommerzielle Inserate, die Einnahmen werden einem guten Zweck zugeführt. James Murdoch sagt warum: „I want all journalism at News International to be beyond reproach. I insist that this organisation lives up to the standard of behaviour we expect of others.“

2. „Anstandslos“
(ksta.stadtmenschen.de/blogs, Vögi)
Zur Werbekampagne von „Bild“: „Die BILD greift zu einem psychologischen Trick und instrumentalisiert zu dessen Umsetzung willfährige Prominente, die das taktische Manöver entweder nicht durchschauen oder aber – wahrscheinlicher – den persönlichen Anstand zurückstellen.“

3. „Die Verlage verklagen die Falschen“
(meedia.de, Dirk Kunde)
Aufgrund eigener Erfahrungen glaubt Dirk Kunde, dass die Verlage die Konkurrenz falsch einschätzen. Für das digitale Verlagsgeschäft seien profilierte Autoren in Zukunft gefährlicher als Google oder öffentlich-rechtliche Sender: „Die Leserschaft findet sich, wenn die Artikel Relevanz haben, gleiches gilt für die Werbeeinnahmen. Ohne Akquise kamen Bannerbuchungen aus Deutschland, Frankreich und China. Nur der Umfang der Einnahmen ist bislang ein Problem der Blogger.“

4. „Jimmy Schulz: Ich widerspreche meiner Ministerin beim Leistungsschutzrecht“
(leistungsschutzrecht.info, Philip Banse)
Was würde passieren, wenn „das gewerbsmäßige Verlinken auf Verlagsseiten abgabepflichtig“ wäre? FDP-Politiker Jimmy Schulz sieht es so: „Das wäre ja ein deutsches Gesetz und dann wird in Deutschland vernünftigerweise keiner mehr gewerbsmäßig auf Verlagsseiten verlinken. Stellen Sie sich mal vor, zum Beispiel Google würde dann beschließen, anstatt diese Abgaben zu zahlen, einfach nicht mehr auf diese Verlage zu verlinken. Was machen die denn dann? Dann liest die ja gar keiner mehr.“

5. „Ein Mann, kein Wort“
(zeit.de, Eva Müller)
Adolf Sauerland ist nach wie vor Oberbürgermeister von Duisburg: „Für Adolf Sauerland heißt Verantwortung übernehmen: bleiben. Seither hat das Unglück von Duisburg ein Gesicht – seines.“

6. „zahlt die dapd auch honorare an affen?“
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Wie entlöhnt die Nachrichtenagentur dapd den Urheber eines Selbstporträts, einen Affen?

dapd, Hugh Grant, c’t

6 vor 9

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1. „bitte haben sie verständnis dafür, dass wir sie abmahnen mussten“
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel kommentiert eine von der Nachrichtenagentur dapd in Auftrag gegebene Abmahnung in der Höhe von 445 Euro, die, wie der Pressesprecher inzwischen einräumen musste, nicht gerechtfertigt ist. „was soll man von einem fahrradverleih halten, der willkürlich ausgewählte fahrradfahrer auf der strasse des diebstahls bezichtigt und von grossen, muskelbepackten männern bedrohen lässt, die guten argumenten oder einer sachlichen diskussion nicht zugänglich sind?“

2. „Lügen aus dem gefälschten Fernsehleben“
(ndr.de, Video, 5:53 Minuten)
„Zapp“ über „modernes Bauerntheater“ im Privatfernsehen: „So läuft das heute bei ‚Mieten, Kaufen, Wohnen‘: Inszenierter Dreh, gestellte Location, bestellte Dialoge.“

3. „Hugh Grant: How I exposed hacking“
(bbc.co.uk, Video, 4:21 Minuten, englisch)
Schauspieler Hugh Grant und Ex-Boulevardreporter Paul McMullen diskutieren über die Methoden der britischen Tabloids. Siehe dazu auch „The bugger, bugged“ (newstatesman.com, 12. April, englisch).

4. „Wer hat da seine Finger im Spiel gehabt?“
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Mittelfinger oder Handyfoto? Ralf Marder betrachtet ein Foto einer Bildergalerie zur Fußball-WM auf abendzeitung-muenchen.de.

5. „Auf gepackten Kisten“
(heise.de/ct, Jo Bager)
Die Redaktion der Computerzeitschrift „c’t“ zieht um: „Wer weiß, ob man das gut geschriebene Perl-Manual von 2002 nicht noch einmal benötigt? Und vielleicht kann man die fünf Jahre alte Grafikkarte ja noch irgendwie verbauen?“

6. „The Problem With YouTube Partys“
(xkcd.com, englisch)

Todesreporter, Kritiker, Biotop

6 vor 9

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1. „Die dubiosen Methoden der Null-Toleranz-Zeitung“
(sueddeutsche.de, H. Leyendecker und K. Riehl)
Sueddeutsche.de berichtet von Vorwürfen gegen Mitarbeiter der Sonntagszeitung „News of the World“. Sie „sollen das Mobiltelefon der verschwundenen Milly Dowler angezapft haben, um auf der Mailbox mitzulauschen. Sie wollten angeblich wissen, wer sich wann bei ihr gemeldet hatte und was die Eltern und die anderen so sagten oder auch nur schluchzten. Mit Hilfe von Privatdetektiven sollen die Todesreporter sogar Nachrichten gelöscht haben, wenn die Mailbox voll war.“

2. Interview mit Hans Leyendecker
(140z.de, Videos)
Hans Leyendecker spricht am Rande der Jahrestagung von „Netzwerk Recherche“ über Journalisten: „Das Problem des Journalismus ist, dass Journalisten als wichtigste Freunde in der Regel Journalisten angeben und in einem Biotop leben, gar nicht mitbekommen, was da draussen ist (…).“

3. „SPIEGEL-Titelstory: Wie man aus einer Mücke einen Elefanten macht“
(volkersworld.de, Volker Wittmann)
Volker Wittmann stellt der aktuellen „Spiegel“-Titelgeschichte die Polizeiliche Kriminalstatistik 2010 entgegen.

4. „Qualität setzt sich durch“
(swp.de, Jan Zawadil)
Jan Zawadil verfolgt eine von Frank Schirrmacher im Rahmen der 8. Tübinger Mediendozentur gehaltene Rede. Den derzeitigen Wandel hält Schirrmacher für eine „industrielle Revolution des Geistes und des Denkens“. Weil sich „mittlerweile alles um Klicks und Visits“ drehe, sei ein Quotendruck entstanden. „Es entsteht allmählich eine Welt, in der nur noch vorkommt, was interessiert.“

5. „Was im Busch ist“
(katrinschuster.de)
Katrin Schuster denkt über Kritiker nach: „Würden sich ein paar mehr Journalisten wie Kritiker benehmen, dann würde ich die Zeitung sicherlich seltener gleich wieder zuschlagen, nachdem ich sie gerade erst aufgeschlagen hatte.“

6. „How To Edit The Daily Mail Website“
(twitpic.com, @robmanuel, englisch)

Netzwerk Recherche, ZDF, Herzblut

6 vor 9

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1. „Ein schrecklicher, notwendiger Verein“
(spiegel.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier widmet sich den Vorgängen im „Netzwerk Recherche“, das „sich leicht mit einem schrecklichen Mode-Schimpfwort als ‚Gutmenschen‘-Verein verunglimpfen“ lässt: „Es ist also leicht, das ‚Netzwerk Recherche‘ zu hassen, und eine gute Person, um diese Reaktion zu provozieren, ist Thomas Leif. Leif ist im Hauptberuf Chefreporter des Südwestrundfunks. Er ist mit seinem gleichzeitig schroffen und beifallheischenden Auftreten, seiner Wichtigtuerei und seinen festen Positionen eine große Nervensäge.“ Siehe dazu auch „Der nackte Kaiser beim Netzwerk Recherche“ von Thomas Knüwer, eine ausführliche Presseschau findet sich im „Altpapier“.

2. „Hacker verbreiten Falschmeldungen über Obama-Mord“
(tagesschau.de)
Eine Gruppe, die sich „The ScriptKiddies“ nennt, kapert das Twitter-Konto @foxnewspolitics und vermeldet darüber den Tod von Barack Obama (Screenshots, Reaktion von Fox News).

3. „Attacke am Friedhofszaun: MOZ-Fotograf misshandelt“
(moz.de, Maria Neuendorff)
Einem Fotograf der „Märkischen Oderzeitung“ wird anlässlich einer Beerdigung die Kamera gewaltsam entwendet, nachdem er sie ausserhalb des Friedhofsgeländes aus seiner Tasche nimmt: „Die Männer nahmen mich in den Klammergriff und drückten mich runter, bis ich mit dem Gesicht im Dreck lag.“ Der Journalistenverband Berlin-Brandenburg JVBB protestiert.

4. „Offener Brief von Nachwuchsjournalisten an die deutschen Zeitungsverleger“
(openpetition.de, Daniel Stahl)
Nachwuchsjournalisten schreiben an die deutschen Zeitungsverleger: „Viele von uns erleben, wie Freunde sich vom Journalismus abwenden. Sie gehen lieber in die PR oder suchen sich andere Jobs mit besseren Zukunftsaussichten.“ Ausserdem: Der „journalist“ berichtet über bei Facebook versammelte „Herzblut-Journalisten“.

5. „Mit einigem Unverständnis habe ich die Kritik Richard Gutjahrs in seinem Blog gelesen“
(twitlonger.com, Dominik Rzepka)
ZDF-Redakteur Dominik Rzepka kann die Kritik „..und nebenan brennt es auf dem Reaktorgelände“ von Richard Gutjahr nicht ganz nachvollziehen. „Nach einiger Recherche bin ich zu dem Ergebnis gekommen: Es scheint sich nicht um einen schwerwiegenden Zwischenfall zu handeln – zum Glück.“ Gutjahrs Antwort hier.

6. „Total-Ausfall auf dem Lerchenberg: ZDF lahmgelegt“
(dwdl.de, Uwe Mantel)
„Ein Komplett-Ausfall legte das ZDF samt seiner Digital-Ableger, 3sat und Ki.Ka für rund 40 Minuten lahm.“

Spiegel, DSK, Bagelheads

6 vor 9

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1. „Spaß und Spannung mit Adolf und Josef“
(blaetter.de, Uli Gellermann)
Uli Gellermann vermisst in der „Spiegel“-Titelgeschichte „Bruder Todfeind“ vom 11. Juni einige Fakten. Es kommt ihm ausserdem vor, als werde „der Krieg Deutschlands gegen die Sowjetunion, der vor 70 Jahren begann, zu einem sportiven Duell zwischen Josef und Adolf.“ Zum aktuellen „Spiegel“-Titel „Die digitale Unterwelt“ siehe „Welcome to Germany. ‚Der Spiegel‘ in Full Retard Mode“ (davaidavai.com, englisch).

2. Interview mit Christian Stöcker
(basicthinking.de, Jürgen Vielmeier)
Wie geht Christian Stöcker, Ressortleiter „Netzwelt“ von „Spiegel Online“, mit Fehlern um? „Fehler machen wir natürlich auch, und es ist klar, dass sich das nie ganz vermeiden lassen wird. Unser Anspruch besteht darin, dem Leser das Beste zu liefern, was unter den aktuellen Umständen drin ist – was auch bedeutet, dass wir schnellstens und transparent korrigieren, wenn tatsächlich mal ein Fehler auf der Seite gelandet sein sollte.“

3. „Achtet mir die Blogger“
(kundenkunde.de, Peter Soltau)
Henrik Böhme von dw-world.de reagiert auf einen kürzlich angebrachten Plagiatsvorwurf.

4. „Neue Medienmode lateinamerikanischer Potentaten“
(faz.net, Josef Oehrlein)
Wie der Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, mit Medien umgeht. „Für ihn zählt nur der direkte Kontakt zu seinem Publikum, dem ‚Volk‘. Dazu braucht es für ihn weder Regierungssprecher noch Journalisten. Bei Pressekonferenzen, so sie überhaupt noch stattfinden, sind Journalisten bloße Stichwortgeber für schier endlose Monologe.“

5. „DSK darf wieder lächeln“
(katrinschuster.de)
Die Berichterstattung der Medien über die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Dominique Strauss-Kahn: „Offenbar will man einfach nicht wahrhaben, dass Journalisten weder der Exekutive noch der Judikative angehören. Und wenn Medien einen Angeklagten erst als schuldig vorstellen, noch bevor die Ermittlungen begonnen haben, um es dann ’spektakulär‘ zu nennen, wenn während der Ermittlungen Zweifel an dieser Schuld aufkommen, wird auch ihre Befähigung zur Ausübung der so genannten Vierten Gewalt in dieser unserer Gesellschaft des Spektakels ziemlich fraglich.“ Siehe dazu auch Stefan Niggemeier, der Artikel in „Stern“ und „Spiegel“ analysiert.

6. „Und um das Sommerloch: ein Bagel“
(snoeksen.blogspot.com)
Bild.de berichtet über „Bagelheads“: „Nur: zum einen ist es kein wirklicher Trend, neu ist es auch nicht und aus Japan… naja, entstanden ist es zumindest woanders.“

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