Twitter-Bitcoin-Hack, Der falsche Stammbaum, Hofberichterstattung

1. Twitter-Accounts von Prominenten offenbar gehackt
(spiegel.de)
Gestern Abend kam es zu einem Hackerangriff auf Twitter-Konten von mehreren Prominenten und großen Firmen. In untergeschobenen Tweets riefen die von der Attacke betroffenen Personen und Unternehmen dazu auf, ihnen Bitcoins zu senden. Man würde den Betrag doppelt zurückzahlen oder spenden. Betroffen waren unter anderem die Accounts des früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg, des Rappers Kanye West und des Microsoft-Gründers Bill Gates sowie Profile von Firmen wie Apple und Uber. Twitter will der Sache nachgehen, verständlicherweise und mehr als dringend.
Weiterer Lesehinweis: Warum es so gefährlich war, dass Hacker über Twitters interne Systeme prominente Accounts steuern konnten (netzpolitik.org, Markus Reuter).

2. Darf Facebook Ihre Daten in die USA senden?
(zeit.de, Lisa Hegemann)
Dürfen Unternehmen personenbezogene Daten von Europäerinnen und Europäern in die USA schicken – Daten, die dort auch von den Geheimdiensten genutzt werden können? Darüber entscheide heute, aller Voraussicht nach, der Europäische Gerichtshof. Lisa Hegemann behandelt die wichtigsten Fragen zum Thema: Was ist das genaue Problem bei der Datenweitergabe? Was verbirgt sich hinter dem Privacy-Shield-Abkommen? Und wie sind die möglichen Entscheidungen des Gerichts zu bewerten?

3. Der erste Nestbeschmutzer aus dem Homeoffice
(netzwerkrecherche.org, Malte Werner)
Die Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten aus dem Master-Studiengang Journalistik und Kommunikationswissenschaften an der Uni Hamburg haben gemeinsam an einem Heft gearbeitet (PDF), das sich thematisch an die Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche anlehnt. Empfehlenswert für alle Medieninteressierten – und noch dazu kostenlos.

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4. Der falsche Stammbaum
(kontextwochenzeitung.de, Johanna Henkel-Waidhofer)
Tagelang machte das einem Polizeipräsidenten in den Mund gelegte Wort von der „Stammbaumforschung“ die Runde. Dieser Polizeipräsident hatte das jedoch nie gesagt. Johanna Henkel-Waidhofer hat den Fall in einer Chronologie aufgearbeitet: „Verursacht wurde die ganze Aufregung von einem Sternschnuppen-Journalismus, der ungeniert Meldungen verbreitet, ohne ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.“

5. Diversität in Medien muss zur Normalität werden
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Bei den Medientagen München ging es unter anderem um die Frage, wie Diversität zum selbstverständlichen Wert redaktioneller Arbeit werden kann (Videomitschnitt der Veranstaltung). Petra Schwegler fasst die verschiedenen Aussagen, Wünsche und Forderungen von Teilnehmern und Teilnehmerinnen zusammen.

6. Sein Schloss, sein Schiff, sein Himmel, unser Aufmacherfoto
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Angela Merkels Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder glich einem durchorchestrierten und inszenierten Staatsbesuch. Dabei entstanden Bilder von, nun ja, ungeheurer visueller Wucht, die begierig von vielen Redaktionen aufgegriffen wurden. Stefan Niggemeier hat sich die Titelblätter einiger Zeitungen angeschaut und kommentiert die spezielle Form der Hofberichterstattung.