Völkermord, Verteidigung des Gender Gap, Knossis „Angelcamp“

1. Das Mindeste
(taz.de, Melina Borčak)
Melina Borčak kritisiert die deutsche Berichterstattung über den Völkermord an den Bosniaken: „Der Genozid gegen Bosniaken wird von der EU, den USA und zahlreichen Parlamenten weltweit anerkannt, ist mehrfach gerichtlich festgestellt worden, ist auf Hunderttausenden Seiten dokumentiert und mit dem größten DNA-Identifikationsprojekt der Weltgeschichte belegt. Und doch müssen Überlebende immer wieder Leugnung und Widerrede ertragen, auch in deutschen Medien.“

2. Gendern, bis die Gleichheit kommt
(meedia.de, Tobias Singer)
„Horizont“-Chef Uwe Vorkötter beklagte sich letztens (Bezahlartikel) über das als Pause mitgesprochene Gender Gap (beispielsweise „Arbeitnehmer *kurze Pause* innen“) beim Deutschlandfunk. „Meedia“-Redakteur Tobias Singer sieht die Sache anders. Der Mut zur Lücke sei eine Chance auf Veränderung: „Sprache ist keine Reliquie, die in einem Schrein eingesperrt und aufbewahrt gehört. Sind Veränderungen dann gleich Neusprech à la Orwell, wie Vorkötter attestiert? Wohl eher nicht. Sonst wären wir jetzt noch bei der ‚teutschen‘ Sprache.“

3. Über 300.000 Zuschauer verfolgen Livestream von Knossi und Sido
(rnd.de)
Am Wochenende verfolgten bis zu 300.000 Zuschauerinnen und Zuschauer den 72-stündigen Livestream von Influencer Jens „Knossi“ Knossalla auf der Streaming-Plattform Twitch. Knossi, Sido und weitere Mitstreiter wie der Sänger Pietro Lombardi hatten sich an einem See nahe Brandenburg an der Havel zum „Angelcamp“ zusammengefunden. Die zunächst unbedeutend klingende Meldung macht deutlich, wie sehr sich das Mediennutzungsverhalten bei jungen Leuten verändert hat.

Bildblog unterstuetzen

4. „Wenn das ❤️ plötzlich fehlt, stimmt etwas nicht“
(zeit.de, Eike Kühl)
„Zeit Online“ hat sich mit dem Sprachwissenschaftler Florian Busch über Emojis unterhalten. Was ist deren Funktion? Gibt es kulturelle Unterschiede in der Verwendung der Bildschriftzeichen? Außerdem geht es um die Frage, ob Emojis unsere Sprache verrohen und unserem Sprachvermögen schaden, was von Busch verneint wird: „Emojis verursachen kein weniger an Sprache, sondern sie ergänzen die Sprache und sorgen für mehr sprachliche Variabilität und Schreibstile.“

5. Österreichischer Verleger wirft RTL „Wortbruch“ vor
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der österreichische Verleger Christian W. Mucha beschwert sich über einen Beitrag des RTL-Boulevardmagazins „Exclusiv“ und wirft dem Sender Wortbruch vor. Seine Frau hatte zunächst bei einer Folge von „Promi Shopping Queen“ teilgenommen. Danach hatte das Paar das RTL-Team für eine Homestory zu sich nach Hause eingeladen. Für den sechsminütigen Beitrag sei sieben Stunden gedreht worden, eine „unentgeltlich harte Arbeit“, so der Verleger. Er sei mit dem Endergebnis nicht zufrieden und habe juristische Schritte eingeleitet. Man ist geneigt, den Vorgang mit „Tja, nun“ zu kommentieren.

6. Die Amigos haben in Deutschland jetzt mehr Nummer-eins-Alben als die Beatles
(spiegel.de)
Wir sind alle verloren.