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Die Springers bei der Ackermann-Sause (3)

Wer so flexibel mit der Wahrheit umgeht wie die „Bild“-Zeitung, kann Widersprüche nicht immer vermeiden.

„Bild“, 16. Januar 2009:

Es war einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Leben des Josef Ackermann: Seinen 60. Geburtstag feierte der Deutsche-Bank-Chef im 8. Stock des Kanzleramts – auf Einladung von Angela Merkel. Sogar die 25 Gäste für das Abendessen im April 2008 durfte der Jubilar selber aussuchen. So viel Ehre wurde wohl noch keinem anderen Manager zuteil.

„Bild“, 26. August 2009:

Merkel gab am 22. April 2008 ein festliches Essen — zu Ehren des zwei Monate zuvor 60 Jahre alt gewordenen Josef Ackermann. Und wie das bei Einladungen im Kanzleramt häufiger der Fall ist, durfte der Geladene Vorschläge für die Gästeliste machen. (…)

Essen wie dieses finden häufig statt. Die Kanzlerin trifft sich mit Managern wie Gewerkschaftern, Künstlern wie Autoren. (…) Und öfters bittet Merkel den einen oder anderen Geladenen um Vorschläge für weitere interessante Gäste.

Ein und dieselbe Veranstaltung ist einzigartig, wenn es darum geht, dem Deutsche-Bank-Chef und Springer-Großaktionär zu schmeicheln, und alltäglich, wenn die Kanzlerin aus der Schusslinie gebracht werden muss. Aber das ist ja nicht das erste Mal, dass „Bild“ seine Darstellung abrupt ändert, wenn es der guten Sache dient.

Die Online-Ausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ fügt der Geschichte, wie die Springer-Zeitungen mit dem Fall Ackermann umgehen, noch weitere Details hinzu. Zum Beispiel, was passiert sei, als herauskam, dass an Merkels Empfang für Ackermann nicht weniger als drei hochrangige Springer-Mitarbeiter teilnehmen durften:

Von diesem Zeitpunkt an scheinen sämtliche Springer-Blätter das Interesse an der Geschichte schlagartig verloren zu haben. Ein Abgeordneter der Opposition berichtet, am Dienstagmorgen hätten ihn die Vertreter der Springer-Presse noch „die Bude eingerannt“, als dann aber die Liste mit den Teilnehmern raus war, „wollte keiner mehr was wissen“.

„Welt“, „Berliner Morgenpost“, „Hamburger Abendblatt“* und „B.Z.“ haben die Leser ihrer Zeitungen bis heute nicht informiert, dass ihr Vorstandsvorsitzender und ihre Verlegerin bei dem umstrittenen Abend dabei waren — dabei trägt der Kommentar von „Welt“-Chef Thomas Schmidt zum Thema sogar den vielversprechenden Titel „Villa Merkel und ihre Gäste“.

*) Korrektur, 18:15 Uhr. Das „Hamburger Abendblatt“ hat die Teilnehmer aus dem eigenen Haus gestern genannt. Entschuldigung!

Wie „Bild“ Ronald Schills Weste weißte

Die Liste derjenigen, bei denen sich die „Bild“-Zeitung entschuldigen sollte, ist vermutlich so lang, dass sie nicht ausgedruckt werden kann, ohne eine Explosion des Papier-Preises zu verursachen. Vergangene Woche ist sie wieder um ein paar Namen länger geworden.

Denn in der vergangenen Woche hat „Bild“ ein Video veröffentlicht, das angeblich zeigt, wie der frühere Hamburger Richter und Innensenator Ronald Schill Kokain schnupft und erklärt, wie er die Öffentlichkeit mithilfe eines Haartests über seinen Drogenkonsum getäuscht habe. Das ist insofern überraschend, als sich „Bild“ vor sechs Jahren, nachdem Schill diesen Test gemacht hatte, ganz außerordentlich sicher war. „Bild“ Hamburg titelte am 19. Februar 2002:

Schill nahm nie Kokain

Diese Schlagzeile scheint nicht nur aus heutiger Sicht falsch zu sein — sie war auch aus damaliger Sicht schon falsch, nämlich durch nichts gedeckt. „Bild“ wusste genau, dass die Aussagekraft des Haartestes, den Schill hatte machen lassen, nicht weiter als knapp eineinhalb Jahre zurückreichte. Und „Bild“ selbst schrieb, die Mediziner hätten „sporadische Einnahmen“ von Kokain als „unwahrscheinlich“ bezeichnet — also nicht ausgeschlossen.

Der Name des Autors über dem „Bild“-Artikel vom vergangenen Samstag („Ein deutscher Politiker schnupft ungeniert Kokain!“) ist übrigens derselbe, der über dem „Bild“-Artikel von 2002 („Schill nahm nie Kokain“) stand: Christian Kersting. — Lustig.

Jedenfalls behauptete „Bild“ 2002, die Münchner Rechtsmedizin, die die Probe damals untersuchte, habe „die genauestmögliche Messmethode angewandt, die es gibt“. Dabei hatte der Toxikologe Hans Sachs laut „Bild“ bloß gesagt: „Das war die genaueste Analyse, die je an diesem Haus durchgeführt wurde.“ Wolfgang Eisenmenger, der Vorstand des Instituts, erklärte jetzt gegenüber morgenpost.de, andere Labors hätte empfindlichere Tests durchführen können — Schill habe das aber abgelehnt.

Das wusste man damals noch nicht; bekannt war aber, wie begrenzt die Aussagekraft dieser Untersuchung war. Am selben Tag, an dem „Bild“ titelte: „Schill nahm nie Kokain“, berichtete z.B. die „taz“:

Die Aussagekraft der Haarprobe war im Vorfeld allerdings selbst vom durchführenden Toxikologen Prof. Hans Sachs in Frage gestellt worden. Auch sein Frankfurter Kollege Gerold Kauert betonte, dass „nur relevanter Drogenkonsum nachgewiesen werden kann, so bei einem Menschen, der jedes Wochenende Drogen nimmt“. Ähnlich hatte sich auch der Leiter des Institutes für pharmazeutische Forschung in Nürnberg, Prof. Fritz Sörgel, geäußert.

Ähnlich berichtete damals auch „Spiegel Online“.

Schill ignorierte diese wichtigen Einschränkungen natürlich — und seine Freunde von „Bild“ auch. Für die Zeitung, die den „Richter Gnadenlos“ in Hamburg in den Monaten zuvor maßgeblich groß gemacht und zum einsamen, durchgreifenden Kämpfer gegen Kriminelle hochstilisiert hatte, blieb nicht der Hauch eines Zweifels.

„Bild“ über „Panorama“

„Bild“, 12.2.2002:
Hamburgs Innensenator Ronald Schill (43) will ein für alle Mal die unglaublichen Kokain-Vorwürfe gegen sich aus der Welt schaffen! Als erster Politiker unterzog er sich gestern im Gerichtsmedizinischen Institut München einem Haartest.
Schill reagierte mit seinem aufsehenerregenden Schritt auf unbewiesene Vorhaltungen des NDR-Magazins „Panorama“. In der TV-Sendung hatte ein angeblicher Zeuge behauptet, Schill habe sich bei einer Wahlparty am 23. September 2001 in Hamburg mit dem Finger „weißes Pulver“ auf das Zahnfleisch gerieben. Laut „Panorama“ eine gängige Methode, um Kokain zu konsumieren.

„Bild“, 21.2.2002:
Verlierer
Das TV-Magazin „Panorama“ (NDR) hat vor dem Landgericht Hamburg eine schwere Niederlage erlitten. Das Polit-Magazin darf nicht mehr behaupten, dass Hamburgs Innensenator Schill Kokain genommen hat. Sonst droht ein Ordnungsgeld von 250 000 Euro. BILD meint: Bitte nicht von unseren Rundfunkgebühren…

Zur Untersuchung der Haarprobe sah sich Schill gezwungen, nachdem das ARD-Magazin „Panorama“ am 7. Februar 2002 einen unkenntlich gemachten Zeugen präsentiert hatte, der angab, Schill beim offenkundigen Kokain-Konsum gesehen zu haben. (Entsprechende Gerüchte waren schon vorher aufgetaucht.) „Bild“ listete deshalb am 22. Februar 2002 unter der Überschrift „Wer sich bei Schill entschuldigen sollte“ unter anderem auf:

Jobst Plog, NDR-Intendant. Er ist der oberste Chef und verantwortlich für den Bericht. Gegen ihn erwirkte Schill eine einstweilige Verfügung.

Kuno Haberbusch, Panorama-Chefredakteur. Sein Magazin präsentierte den offenbar falschen Zeugen und montierte angeblich widersprüchliche Aussagen Schills aneinander.

Prof. Wolfgang Hoffmann-Riem, Bundesverfassungsrichter. Er hatte in einem offenen Brief Schill aufgefordert, sich zu den Kokain-Vorwürfen zu äußern. Scheinheilig dozierte er dabei, er sei nur um das Ansehen des Amtes besorgt.

Bei wem sich die „Bild“-Zeitung nun ihrerseits entschuldigt hat (unser erster Vorschlag: die Leser), ist unbekannt.

 
PS: Auch den „Bild“-Kolumnisten Franz Josef Wagner beschäftigte der Fall. Am 12. Februar 2002 schrieb er an Schill einen Brief:

Lieber Innensenator Schill,

obwohl ich Ihr Law-and-Order-Gedöns überhaupt nicht mag, finde ich mich plötzlich unter denen, die Sie verteidigen. „Panorama“ hat einen anonymen Zeugen auftreten lassen, der behauptete, Sie hätten sich auf einer Party weißes Pulver auf Ihr Zahnfleisch gerieben. Von da an standen Sie unter dem Anfangsverdacht zu koksen. (…)

Ich finde die „Panorama“-Sendung beschämend. Genauso könnte „Panorama“ per anonymen Zeugen verbreiten, ich, Franz Josef Wagner, Kolumnist der BILD-Zeitung, hätte Sex mit Kindern. Was um Gottes willen kann ich dann machen? Selbstmord? (…)

„Anonym“ war der Zeuge zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr. Schon zwei Tage nach der „Panorama“-Sendung wurde er als Funktionär der Schill-Partei und namentlich „enttarnt“. Von „Bild“.

Mehr zum Thema in der „Süddeutschen Zeitung“, bei „Panorama“ und bei „Zapp“.

Konkurrenten im Kampf um den primitiveren Witz


Martin Sonneborn, 42, ist (obwohl „Bild“ das noch im November behauptete) schon seit zwei Jahren nicht mehr „Titanic“-Chefredakteur, sondern Mitherausgeber. Und darüber, „wie die TITANIC einmal die Fußball-WM 2006 nach Deutschland holte“, hat er ein Buch geschrieben. Sonneborn ist Bundesvorsitzender der Partei DIE PARTEI, die vor der Bundestagswahl 2005 die Sendezeit für ihre WahlwerbeSpots bei Ebay versteigerte. Heute arbeitet er u.a. für die Satire-Rubrik von „Spiegel Online“, „Spam“, wo er auch in den Kurzfilm-Reihen „Hinterbänkler heute“ und „Heimatkunde“ zu sehen ist.
Auf Sonneborns Wunsch veröffentlichen wir seinen Gastbeitrag in alter Rechtschreibung.

Von Martin Sonneborn

Eins vorweg: Ich schätze Kai Diekmann und sein Blatt. Und das nicht nur, weil wir vieles gemeinsam haben. Diekmann ist Herausgeber der „Bild“-Zeitung — also nicht der neubebilderten „FAZ“, sondern der anderen –, und ich bin Mitherausgeber von „Titanic“. Auch wenn wir ständig Konkurrenten sind im Kampf um die lustigere Schlagzeile, den primitiveren Witz, so arbeiten wir doch seit Jahren erfolgreich mit „Bild“ zusammen. Der Markt in Deutschland ist groß genug für zwei Satiremagazine! Und den „Focus“ auch noch!

Bisher ist zum Glück kaum aufgefallen, daß wir uns mit dem Blatt des „9-cm-Mannes“, wie ihn selbst enge Freunde nicht offen nennen, perfekt die Bälle zuspielen. Als wir mit ein paar spaßigen Faxen Einfluß nahmen auf die Vergabe der Fußball-WM 2006, war „Bild“ sich am nächsten Tag nicht zu schade, ein Foto von mir auf die Titelseite zu nehmen, meine Telefonnummer und die Aufforderung, doch mal anzurufen und mir die Meinung zu geigen. Von der zufällig mitgeschnittenen CD „Bild-Leser beschimpfen Titanic-Redakteure live am Telefon“ wollten die Kollegen nicht mal Tantiemen! Und das, obwohl einige hundert ihrer besten Leser über sich hinaus wuchsen: „Im Rechtsstaat gehören Leute wie Sie ins KZ!“; „Man sollte Sie auswandern!“; „Vaterlandsverräter!“; „Ihnen gehört die Satire-Lizenz entzogen!“

Die Lizenz behielten wir aber und revanchierten uns u.a. mit der Erfindung des schreibenden „Bild“-Lesers (heute als „BILD-Leser-Reporter“ bundesweit im Einsatz). Bei der genußintensiven Lektüre der „Bild“-Leserbriefspalte fällt ja schnell auf, daß sich die Zuschriften in ihrer Sprachgewalt nicht wesentlich vom redaktionellen Teil abheben. So riefen wir bei ausfindig gemachten Leserbriefschreibern an und baten — der Einfachheit halber gleich im Namen der „Bild“-Chefredaktion — um einen gepfefferten druckreifen Kommentar zu irgendwas für die nächste Ausgabe. Die Ergebnisse druckten wir dann in „Titanic“, sie haben uns viel Freude bereitet.

Kommentar Karl H., Münster:
Ist die SPD ein Auslaufmodell? Die SED sang die Internationale, ist weg vom Fenster. Die KPDSU sang die Internationale, ist weg vom Fenster. Wie lange singt die SPD noch die Internationale?

Na? Klingt fast wie „Post von Wagner“, was?

Immer im Gleichschritt mit „Bild“ (Trittin! Schröder!) prügelten wir (Problembär Beck!) mit „Titanic“-Titeln jahrelang auf die Sozis ein, unterstützen dekadenlang erst Kohl („Nach Arschbombe halb Asien überflutet: Massenmörder Helmut Kohl!“), dann das Merkel („Darf das Kanzler werden?“), polemisierten gegen Ausländer („Schrecklicher Verdacht: War Hitler Antisemit?“; „10 Jahre sind genug: Auf Wiedersehen, Zonis!“) und druckten gleich seitenweise irgendwelchen unseriösen Quatsch.

In schweren Zeiten spendeten die Schlagzeilen der Hamburger Kollegen uns oftmals Trost und Rat: „Amokläufer erschießt vier Kollegen“ — „Da dürften die Straßen jetzt wohl für eine Weile sicher sein“, dachten wir beruhigt und revanchierten uns gerade kürzlich mit dem großen, abgeschlossenen Fotoroman „Der Volks-Penis“, in dem ein für allemal in Wort und Bild klargestellt wird, daß Diekmann eben nicht total klein ist, untenrum.

Übrigens: Daß wir mit der „irren Titanic-PARTEI“ („Dresdner Morgenpost“) jetzt in Hamburg zur Landtagswahl antreten und mit unserem Spitzenkandidaten Heinz Strunk „Bild raus aus Hamburg!“ fordern, ist nur eine populistische Forderung, die uns Stimmen bringen soll. Man wird das hoffentlich nicht persönlich nehmen — ich habe das Gefühl, was den Umzug anbetrifft, verstehen sie bei Springers einen guten Spaß. Und wenn nicht? Egal, notfalls gewinnen wir — und das unterscheidet uns vom Spitzenkandidaten der SPD, Alfred E. Naumann — die Wahl eben auch ohne Unterstützung der Springer-Presse!

Zum Schluß möchte ich aber auch eine kurze Kritik äußern, schließlich habe ich mir heute extra „Bild“ gekauft und unter — ich nehme mir die Freiheit, Kai — Freunden muß das erlaubt sein: Für meinen Geschmack heben sich manchmal die Überschriften zu wenig vom Text der Fickanzeigen hinten ab:

Ich hab mir meinen Hund auf die Brust tätowiert. Sandy (21) — Mein Arsch gehört Dir. Resi (69) ist noch geil

Stünde nicht aus Versehen Resis Telefonnummer dabei, man könnte Anzeigen und redaktionelle Inhalte glatt verwechseln…
 
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Allgemein  

Bloß früher II

Am 17.06.2000 berichtete beispielsweise die „Berliner Morgenpost“, dass an der Paul-Löbe-Oberschule in Berlin sog. „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Am 25.02.2002 berichtete das „Höchster Kreisblatt“, dass an der Eichwaldschule in Höchst „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Am 11.07.2002 berichtete die „Kölnische Rundschau“ über die am 1.1.2000 an der Leverkusener Freiherr-vom-Stein-Schule eingeführten „Raucher-Ausweise“.

Am 18.09.2002 berichtete die „Frankfurter Rundschau“, dass am Ernst-Ludwig-Gymnasium in Bad Nauheim „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Am 23.1.2003 berichtete die „Berliner Morgenpost“, dass „Raucher-Ausweise“ am Berliner Friedrich-Engels-Gymnasium bereits 2002 wieder abgeschafft worden waren.

Am 15.7.2004 berichtete die „Frankfurter Rundschau“, dass an der Diesterwegschule in Ginnheim „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Am 04.11.2004 berichtete die „Kölnische Rundschau“, dass am Gymnasium Lindlar „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Am 13.01.2005 berichtete der „Lauterbacher Anzeiger“, dass die Schule an der Wascherde in Lauterbach ihre „Raucher-Ausweise“ wieder abgeschafft habe.

Am 24.01.2005 berichtete das „Hamburger Abendblatt“, dass an der Ahrensburger Gesamtschule „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Am 2.03.2005 berichteten die „Potsdamer Neusten Nachrichten“, dass an der Voltaire-Gesamtschule in Potsdam „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Am 24.3.2005 berichtete die „Stuttgarter Zeitung“, dass an der Waldorfschule in Faurndau „Raucher-Ausweise“ eingeführt worden seien.

Und am 2.2.2006 berichtet „Bild“:

1. deutsche Schule
führt Raucher-Ausweis ein

Lustig.

Mit Dank an Sascha K., Torsten F. und andere für den Hinweis.

Nachtrag, 14:55:
Bild.de hat die Falschmeldung der „Bild“-Zeitung seit gesternabend im Wortlaut übernommen, den Text der Meldung jedoch an einer einzigen Stelle dahingehend verändert, dass die Ziffer in der „Bild“-Überschrift durch das entsprechende Zahlwort ersetzt wurde. Hat nur nicht so richtig geklappt…

Nachtrag, 15:39:
Okay, den Tippfehler in der Überschrift hat Bild.de inzwischen korrigiert. Jetzt ist die Überschrift auch bei Bild.de nur noch sachlich falsch.

Irgendwie malle

Mallorca ist eine der schönsten Mittelmeer-Inseln und „Bild“ manchmal sehr genau.

Im Juli beispielsweise hatte „Bild“ ausführlich über Boris Becker und „seine Elena“ berichtet. „Bild“ wusste alles, naja: fast alles über seine „Mallorca-Bekanntschaft“: Mit was für einem Autotyp welcher Farbe Becker mit ihr über die Mittelmeer-Insel fuhr und so weiter. Und als „die süße Russin“ Mallorca verlassen hatte, war „Bild“ ihr auf den Fersen, wusste in welchem Stadtteil welcher Stadt sie wohnt, wer im selben Haus einen Tiefgaragenplatz hat und was genau auf ihrem Klingelschild steht. Und anschließend wussten all das auch Millionen „Bild“-Leser.

Wenn allerdings nicht Boris Becker, sondern Oskar Lafontaine Urlaub macht und damit in die Schlagzeilen gerät, verschweigt „Bild“ urplötzlich (und anders als die „Die Welt“, die „Berliner Morgenpost“, das „Hamburger Abendblatt“ und viele, viele andere Medien) den Namen des Urlaubsortes und schreibt stattdessen merkwürdigerweise nur verschämt von „einer der schönsten Mittelmeer-Inseln“, „einer Mittelmeerinsel“ und „Mittelmeer-Finca“.

Aber Boris Becker ist ja auch kein ehemaliger „Bild“-Kolumnist.
 
Nachtrag, 27.8.2005:
Sorry, wir müssen uns korrigieren. Aber ja: Denn Boris Becker gehört doch, wie Lafontaine, zur Riege ehemaliger „Bild“-Kolumnisten. Nach seinem ersten Wimbledon-Sieg nämlich hatte ihn „Bild“ vier Jahre lang als Kolumnisten (angeblich für eine Jahresgage von rund einer Million Mark) verpflichtet gehabt. „Als Gegenleistung mußte der Gast-Autor etwa 20mal im Jahr Intimes aus seinem Leben zu Papier bringen lassen“, schrieb jedenfalls der „Spiegel“ im Jahr 1989. Da war nämlich Schluss mit Beckers Kolumnistentätigkeit. Unklar ist, ob Becker „Bild“ oder „Bild“ Becker den Vertrag kündigte. Fest steht nur, dass die Zusammenarbeit vorzeitig endete, nachdem Becker in einem Interview mit der Zeitschrift „Sports“ über „Bild“ gesagt hatte:

„Ich konnte mich mit der Art und Weise, wie die Geschichten erfinden und auch mit den Methoden, wie sie arbeiten, nicht identifizieren.“

Mit Dank an Lorenz L. fürs vage, aber gute Erinnerungsvermögen.

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