1. Weimer macht genau das, wofür er ins Amt berufen wurde
(taz.de, Pauline Jäckels)
In der “taz” kommentiert Pauline Jäckels das Vorgehen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer: “Weimer mag an der ein oder anderen Stelle wie ein Stümper gehandelt haben – aber er erreicht, was ganz im Sinne der Merz-Regierung ist: Trotz Widerstand der Kulturschaffenden werden all jene Institutionen, die von staatlichen Geldern abhängig sind, künftig genau abwägen, wie sie sich äußern. Etwa, ob sie sich bei kritischen Themen offen gegen die Politik der Bundesregierung stellen. Jede neue Weimer-Schlagzeile befördert Selbstzensur. Man nennt das ‘Chilling Effect’. Dafür reicht schon das ständige Androhen von Sanktionen.”
2. Kulturförderung unter rechten Bedingungen
(verdi.de, Gisela Wehrl)
Kulturstaatsminister Weimer werde weiterhin für den Ausschluss von drei Buchläden vom Buchhandlungspreis wegen angeblicher “verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse” kritisiert. Auf der Leipziger Buchmesse hätten Branchenvertreter große Solidarität mit den betroffenen Läden geäußert und vor politischer Einflussnahme sowie einer drohenden “Schere im Kopf” im gesamten Kulturbetrieb gewarnt. Der Vorfall werde von Kritikerinnen und Kritikern als Teil eines größeren konservativen Kulturkampfes gewertet, der zunehmend auch andere Bildungs- und Demokratieprojekte bedrohe.
3. Autokratie leben!
(mdr.de, René Martens)
René Martens behandelt in seiner Kolumne die kontroverse Entscheidung von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), die Fördermittel für 200 zivilgesellschaftliche Projekte des Programms “Demokratie leben!” zu streichen. Er kritisiert die offizielle Begründung der mangelnden Wirksamkeit als haltlos. Es handele sich um eine gezielte politische Agenda gegen vermeintlich “linksaktivistische” Organisationen wie HateAid, “Correctiv” oder die Amadeu Antonio Stiftung. Martens zeigt zudem auf, wie diese Entscheidung durch vorangegangene, teils fehlerhafte Medienberichterstattung, insbesondere durch die “Welt”, befeuert und legitimiert worden sei.
4. Presserat rügt “Jüdische Allgemeine” wegen Vorverurteilung
(evangelische-zeitung.de)
Der Deutsche Presserat habe insgesamt 19 Rügen an verschiedene deutsche Medienhäuser ausgesprochen. Eine Rüge sei an die “Jüdische Allgemeine” gegangen, die einen im Gazastreifen getöteten Al-Dschasira-Journalisten ohne eigene objektive Belege als Terroristen vorverurteilt und damit dessen Ehre verletzt habe. Daneben listet der Text zahlreiche weitere journalistische Fehltritte auf. Dazu gehören ein als echter Erfahrungsbericht getarnter KI-Artikel bei “Business Insider”, unzulässige Identifizierungen durch die “Bild”-Medien sowie falsche oder ehrverletzende Behauptungen in Titeln der Ippen-Gruppe.
5. Bericht von der 233. Sitzung des MDR-Rundfunkrat
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Peter Stawowy berichtet von der vergangenen Sitzung des MDR-Rundfunkrats. Dort sei es um die massiven finanziellen und strukturellen Herausforderungen des öffentlich-rechtlichen Senders gegangen. Die Sparzwänge würden intern zu großen Spannungen führen, da es bereits einen Einstellungsstopp gebe und vor allem freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über drastische, unangekündigte Auftragsrückgänge klagen würden. Zu den weiteren Schwerpunkten der Sitzung hätten die bevorstehende Zusammenlegung von Programmdirektionen, die Umwandlung der “Schlagerwelt” in ein reines Webradio sowie der vom MDR initiierte “Leipziger Appell” zur Verteidigung der Medienfreiheit gehört.
6. ARD Kultur sucht KI-Formate für “neue Perspektiven”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Die digitale Kulturplattform ARD Kultur habe eine Ausschreibung für innovative, non-fiktionale Medienformate gestartet, die Künstliche Intelligenz kreativ in der Produktion einsetzen. Gesucht würden Video- und Audioprojekte für die ARD Mediathek und ARD Sounds, die kulturelle Themen für die Zielgruppe der 20- bis 49-Jährigen aus neuen und gesellschaftsrelevanten Perspektiven erzählen. Medienschaffende, Podcaster und junge Talente mit nachweisbarer KI-Erfahrung könnten ihre Konzepte noch bis Ende Mai einreichen.



