Netflix vs. VDS, “Zeit” sucht Konservative, Kinomagazine

1. Anti­is­rae­lisch, aber nicht gewalt­ge­neigt genug
(lto.de, Max Kolter)
Das Verwaltungsgericht (VG) Berlin habe entschieden, dass der Verfassungsschutz die Organisation “Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost” in seinem Bericht für 2024 nicht einfach als “gesichert extremistisch” bezeichnen dürfe. Der Verein vertrete laut Gericht zwar eine “klare antiisraelische Haltung” sowie antizionistische Positionen und verneine das Existenzrecht Israels; das reiche für eine Einstufung als “gesichert extremistisch”, die höchste Stufe der geheimdienstlichen Beobachtung, laut VG jedoch noch nicht aus. Dafür müsse man dem Verein deutlicher nachweisen können, dass er Gewalt unterstütze oder befürworte. Für das Urteil habe das Gericht auch ausgiebig Social-Media-Posts der “Jüdischen Stimme” betrachtet.

2. Netflix vs. VDS: Verhärtete Fronten im Synchron-Streit
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, liegen Netflix und viele deutsche Synchronsprecherinnen und -sprecher weiter im Streit über neue KI-Klauseln in Verträgen. Die Kritiker würden befürchten, dass ihre Stimmen zum Training von Künstlicher Intelligenz genutzt und sie selbst dadurch langfristig ersetzbar würden. Erste Folgen seien bereits sichtbar: Bei manchen Produktionen kämen deutsche Fassungen später oder mit neuen Stimmen. Eine Einigung sei derzeit nicht in Sicht.

3. Zeit-Chefredakteur Jochen Wegner auf dem Medien Camp: “Suchen händeringend konservative junge Leute”
(kress.de)
Co-Chefredakteur Jochen Wegner habe beim “Medien Camp” gesagt, dass seine “Zeit”-Redaktion derzeit besonders nach jungen konservativen Stimmen suche. “Wer Christian Lindner schon mal gut fand, ist für uns eine interessante Person”, so Wegner. Daneben seien vor allem Datenjournalistinnen und -journalisten, KI-Fachleute sowie Personen mit Fachwissen zu Themen wie Immobilien oder Verteidigung gefragt. Auch Sprachkenntnisse, etwa in Mandarin oder Russisch, seien für die Redaktion interessant.

Bildblog unterstuetzen

4. In der Krise demokratischer Institutionen Kommunikation neu denken
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Susanne Fengler fasst eine Keynote von Otfried Jarren auf der DGPuK-Tagung zusammen. Jarren beschreibe eine tiefere Krise demokratischer Institutionen, von Journalismus über Medien bis zur Wissenschaft. Er sehe darin keinen vorübergehenden Zustand, sondern einen grundlegenden Umbau der Kommunikationsordnung. Daraus folgere er, dass die Kommunikationswissenschaft nicht nur beobachten, sondern sich stärker an der Analyse und Gestaltung demokratischer Öffentlichkeit beteiligen sollte.

5. Schon entdeckt: Kinomagazine
(verdi.de, Bruno Neurath-Wilson)
Der Artikel von Bruno Neurath-Wilson porträtiert Joachim Berndt, der aus kleinen Kinomagazinen in Köln, Wuppertal und Bochum ein ungewöhnliches journalistisches Projekt gemacht habe: Seine Hefte verstünden sich nicht nur als Programmübersicht für Kinos, sondern als politische Kulturmagazine mit Hintergrundstücken, lokalen Kulturthemen und gesellschaftlichen Debatten. Finanziert würden sie vor allem über Anzeigen, ergänzt durch Spenden, Patenschaften und Kooperationen.

6. Gerda Rogers: “Lese mein eigenes Horoskop nicht”
(orf.at, Patrick Budgen)
Beim ORF ist Gerda Rogers zu Gast, die beim österreichischen Radiosender Ö3 für den Blick in die Sterne zuständig ist: “Bei Patrick Budgen spricht die Astrologin über die prägendsten Stationen ihres Lebens, ihren Weg zur Astrologie und darüber, warum so viele Menschen bei ihr bis heute nach Orientierung suchen.”