Journalismus und Vertrauen, Pekings Gehilfen, Der Wal und die Medien

1. Wie Journalismus das Vertrauen in die Wissenschaft beeinflusst
(fr.de, Katja Thorwarth)
Journalismus präge das öffentliche Vertrauen in Wissenschaft stark, könne es aber auch beschädigen, wenn er wissenschaftliche Themen populistisch zugespitzt und politisch gerahmt behandele. Katja Thorwarth kritisiert Medien, die komplexe Themen wie Klima oder Pandemie verzerrt inszenieren, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die politische Meinungen als Wissenschaft erscheinen zu lassen. Als Folge gerate der eigentliche Fachdiskurs in den Hintergrund.

2. Freier Autor siegt gegen “Berliner Zeitung”
(verdi.de, Werner Rügemer)
Ein freier Autor berichtet, dass die Redaktion der “Berliner Zeitung” einen von ihr bestellten Text über den Rüstungskonzern Rheinmetall ohne Rücksprache gekürzt und dabei aus seiner Sicht inhaltlich heikle Passagen entfernt habe. Dagegen sei er erfolgreich vor Gericht vorgegangen. Zunächst habe das Landgericht Köln eine Urheberrechtsverletzung festgestellt, später sei der “Berliner Zeitung” auch eine Entschädigungszahlung auferlegt worden. Der Autor wertet das als wichtiges Urteil, bezweifelt aber, dass sich dadurch die verbreitete Praxis in Redaktionen ändere, Texte von Freien ohne Rücksprache zu bearbeiten.

3. Pekings nützliche Gehilfen
(taz.de, Vivien Chang)
Vivien Chang beschreibt, dass In­flu­en­ce­rinnen und Influencer ein idealisiertes Bild Chinas verbreiten, das den Interessen der chinesischen Führung nütze. Gezeigt würden fröhliche Menschen, schöne Landschaften, moderne Städte und angeblich zufriedene Minderheiten, besonders in der Region Xinjiang. Ausgeblendet werde dabei, dass vor Ort massive Überwachung und schwere Menschenrechtsverletzungen stattfänden. Chang argumentiert, dass solche Inhalte Teil einer gezielten “Softpower-Strategie” Pekings seien.

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4. KI und Medien: Gegenwart, Betriebssystem und Produktions-werkzeug
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler fasst die Konferenz “Special AI & Media” der Medientage München als Bestandsaufnahme einer Medienbranche zusammen, in der die Verwendung von Künstlicher Intelligenz längst nicht mehr Zukunft, sondern Arbeitsrealität sei. Deutlich geworden sei, dass KI bereits genutzt werde, zugleich aber große Konflikte auslöse. Einig gewesen seien sich die Beteiligten vor allem darin, dass Stillstand keine Option sei und dass die Branche mehr Kooperation und klare Regeln im Umgang mit KI brauche.

5. Australien: Meta, Google und TikTok sollen Medien bezahlen
(heise.de, Martin Holland)
Australiens Regierung habe angekündigt, große Tech-Konzerne wie Meta, Google und TikTok dazu zu verpflichten, 2,25 Prozent ihres Umsatzes im Land an Medienorganisationen zu zahlen, deren Inhalte auf den Plattformen verbreitet würden. Wer stattdessen direkte Verträge mit Medien schließe, solle die Abgabe verringern können. Die Regierung begründe diesen Schritt damit, dass die Plattformen journalistische Inhalte für ihre Feeds nutzen und an ihnen verdienen würden.

6. Der Wal, die Medien und die Politik: Chronik einer Eskalation
(ndr.de, Elena Kuch, Audio: 26:20 Minuten)
Im “Tagesschau”-Podcast “11KM” geht es um die mediale Berichterstattung über den gestrandeten Wal: “NDR-Journalist Marek Walde begleitet die Geschichte des Wals als Reporter vor Ort. Er erzählt uns in dieser 11KM-Folge von Wochen der Polarisierung, einem Minister, der sich von der Wissenschaft abwendet und von Medien, die vom Schicksal eines verirrten Tiers profitieren wollen.”