Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Berichten über Rechtsaußen: Wie covert man die AfD?
(youtube.com, Maria Exner, Video: 1:16:23 Stunden)
Im Interview mit Maria Exner von Publix berichtet “Spiegel”-Politikredakteurin Ann-Katrin Müller über ihren von massiven Sicherheitsmaßnahmen geprägten Alltag als AfD-Reporterin. Die extreme Rechte nutze kritische Journalistinnen und Journalisten gezielt als Feindbild und werfe sie der eigenen Anhängerschaft “zum Fraß vor”. Dass ihr dennoch regelmäßig exklusive Enthüllungen gelingen, liege an den brutalen internen Machtkämpfen: “Die hassen sich untereinander mehr als mich.” Müller kritisiert zudem die sprachliche Verharmlosung in den Leitmedien. Der Begriff “rechtspopulistisch” greife längst zu kurz, die AfD sei eine rechtsextreme Partei.
Weiterer Gucktipp: Melanie Amann – Müssen wir anders mit der AfD umgehen?: “Brauchen wir den klassischen Journalismus überhaupt noch, wenn Podcaster mit stundenlangen Höcke-Interviews ein Millionenpublikum erreichen? Melanie Amann, Chefredakteurin Digital der Funke Mediengruppe und langjährige „Spiegel“-Journalistin, stellt sich im Podcast „Zwischen den Zeilen“ bei Bettina Böttinger der existenziellen Krise ihrer Branche.” (youtube.com, Bettina Böttinger, Video: 1:11:58 Stunden)
2. Wen erreichen Newsfluencer und News Creator und warum?
(leibniz-hbi.de, Kristina Kobrow, Audio: 44:01 Minuten)
Laut der deutschen Teilstudie des Digital News Report 2026 des Reuters Institute (PDF) nutzen 13 Prozent der erwachsenen Internuser in Deutschland Inhalte von sogenannten Newsfluencern oder News Creatoren. Bei den 18- bis 24-Jährigen seien es sogar 30 Prozent. Im Podcast BredowCast betonen Julia Behre und Sascha Hölig, dass diese Internet-Persönlichkeiten klassische Nachrichtenangebote nicht ersetzen, sondern vielmehr das Spektrum stark nachrichteninteressierter Menschen erweitern würden. Das Vertrauen in etablierte Medien leide durch die Nutzung nicht. Ausschlaggebend für den Erfolg von Newsfluencern seien andere Nutzungsmotive: Ihre Inhalte würden oft unterhaltsamer, verständlicher und leichter zugänglich wirken.
3. Entertainment und zu viele Experten: Die Medienbilanz der Fußball-WM
(ardsounds.de, Ingo Lierheimer, Audio: 27:16 Minuten)
Das Magazin BR24 Medien zieht eine kritische Medienbilanz der fünfwöchigen Fußball-Weltmeisterschaft. Trotz massiver politischer Zündstoffthemen abseits des Rasens hätten die Medien das von FIFA-Chef Gianni Infantino forcierte Superlativ-Narrativ bereitwillig bedient. Statt investigativer Tiefe habe in der Berichterstattung die reine Event-Inszenierung dominiert. Kritisiert wird zudem eine regelrechte Inflation an Studio-Experten, die kaum Mehrwert böten, sowie ein zur Unterhaltung neigender Sportjournalismus, der sich zum PR-Verlängerungsarm der FIFA-Interessen mache.
4. Lokal ist nicht egal! (mit Dennis Rink)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:05:52 Stunden)
“Wer verstehen will, wie Demokratie funktioniert, muss nicht nach Berlin schauen. Oft reicht ein Blick vor die Haustür, in den Stadtrat, in die Ortsberäte um die Ecke. Genau dort entsteht Politik, die die Menschen im Alltag betrifft. Doch wer berichtet darüber? Wer schaut den Verantwortlichen auf die Finger? Und wer macht Themen sichtbar, die sonst kaum jemand bemerken würde?” Darüber sprechen die „Medienversteher“ mit Dennis Rink, dem Chefredakteur Rheinland-Pfalz VRM (“Allgemeinen Zeitung” und “Wormser Zeitung”).
5. Wie gefährlich ist Social Media für Kinder, Herr Korte?
(youtube.com, Alexander Armbruster & Carsten Knop, Audio: 33:37 Miniten)
Im Podcast FAZ Digitalwirtschaft fordert der Neurobiologe Martin Korte ein klares Alterslimit für Soziale Medien und unterstützt die Verbotspläne der EU. Bei Kindern unter zwölf Jahren zeige die Bildschirmzeit ausschließlich negative Effekte auf Sprachkompetenz und Gefühlsverarbeitung. Zudem sei das jugendliche Gehirn in der Pubertät durch den Umbau des Stirnlappens extrem anfällig für digitale Suchtreize. Plattformen wie TikTok oder Instagram würden ihre Produkte bewusst so designen, dass das Belohnungssystem getriggert werde. Korte plädiert neben einer strikten Alterszulassung für Software, aber vor allem für die Vorbildfunktion der Eltern.
6. Hermine trifft Jesse Pinkman: Deutsche Stimmen im Talk
(youtube.com, Charles Rettinghaus, Video: 1:04:44 Stunden)
Im Podcast Hollywoodgeflüster von Charles Rettinghaus machen die Synchronsprecher Gabrielle Pietermann (deutsche Stimme von Emma Watson/Hermine, Selena Gomez, Emilia Clarke) und Marcel Collé (deutsche Stimme von Ashton Kutcher, Aaron Paul/Jesse Pinkman) Front gegen die umstrittenen KI-Klauseln von Streaming-Giganten wie Netflix. Collé stellt klar, dass es für ihn „keine angemessene Vergütung gibt, sich selbst abzuschaffen“, und lobt die aktuelle Haltung und den Zusammenhalt innerhalb der Sprechergemeinschaft, die das Unterschreiben dieser Verträge größtenteils verweigere. Neben der Branchenpolitik geht es in der Episode auch um die Anfänge des Duos im Studio sowie um skurrile Anekdoten um Harry Potter und „Two and a Half Men”.



