“Nius” darf in Kanzlerflieger, Meta-Zensur, Vollprogrammwerdung

1. Rechts-außen-Portal »Nius« darf erstmals im Kanzlerflieger mitreisen
(spiegel.de)
Bei einer Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz zum Westbalkan-Gipfel nach Montenegro habe erstmals ein Reporter des rechtspopulistischen Portals “Nius” in der Regierungsmaschine mitreisen dürfen. Zuvor seien 24 Mitreiseanträge des von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt geleiteten Mediums abgelehnt worden. Laut dem mitgereisten Reporter Ralf Schuler habe das Portal seinen Platz im Flugzeug über juristische Schritte und eine “Kaskade von Anfragen und Gerichtsverfahren” erstritten.

2. Angriff auf die letzten kritischen Medien
(verdi.de, Krsto Lazarević)
Vor den Parlamentswahlen in Serbien seien die wenigen freien Medien unter Druck geraten. Präsident Aleksandar Vučić und dessen Partei würden die nationalen Sender fast vollständig beherrschen, Oppositionelle kämen kaum zu Wort. Zudem habe der portugiesische Investor Alpac Capital, bei dem Gelder aus dem Umfeld von Viktor Orbán eine Rolle spielen würden, ein Netzwerk wichtiger kritischer Medien übernommen. Nach der Absetzung beliebter Formate und vieler Kündigungen würfen Beschäftigte und Journalistenverbände der neuen Führung vor, kritische Redaktionen noch vor dem Urnengang politisch auf Regierungslinie gebracht zu haben.

3. Der mühsame Kampf gegen willkürliche Sperrungen
(taz.de, Julia Belzig)
Die Zensur auf Plattformen wie Instagram und Facebook treffe zunehmend gezielt progressive Stimmen, Organisationen für reproduktive Gesundheit und queere Kunstschaffende, so die Nichtregierungsorganisation Repro Uncensored. Auslöser seien häufig automatisierte Moderationsfilter. Problematisch werde das System jedoch vor allem dann, wenn Einsprüche von Betroffenen nachweislich ohne eingehende personelle Prüfung pauschal abgewiesen würden. Der Mutterkonzern Meta weise Vorwürfe einer systematischen Diskriminierung zurück.

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4. Ex-Chefredakteurin schießt öffentlich gegen Alice Schwarzer
(t-online.de)
Die frühere “Emma”-Chefredakteurin Lisa Ortgies widerspreche öffentlich den Aussagen von Magazingründerin Alice Schwarzer. Diese habe das Aus des Blattes zum Jahresende 2026 verkündet und Ortgies dabei im Rückblick als bloße “Fernsehfrau” abgetan. Auf LinkedIn halte Ortgies dagegen: Sie habe an der Henri-Nannen-Schule gelernt, lange für Printmagazine gearbeitet und vor ihrer Leitungsfunktion viele Jahre für die Zeitschrift kolumniert. Auch den Vorwurf mangelnden Engagements bei ihrem verzögerten Amtsantritt weise sie entschieden zurück. Damals sei ihr Vater schwer erkrankt und gestorben, zugleich habe sie einen Säugling betreut. Dies seien Umstände, über die Alice Schwarzer stets vollständig im Bilde gewesen sei.

5. Lob tut gut, Kritik bringt weiter
(de.ejo-online.eu, Judith Odenthal)
Trotz des Rückzugs vieler Großverlage aus der Branchenberichterstattung stehe es keineswegs schlecht um die Zukunft des Medienjournalismus, erklärt Frederik von Castell, Chefredakteur des “Medium Magazin”, im Interview. Durch unabhängige Angebote wie “Übermedien” sei das Fachgebiet im Netz heute präsenter als noch vor einigen Jahren. Zudem wachse das Interesse junger Journalistinnen und Journalisten an medienkritischen Formaten, so von Castell. Er plädiert für eine konstruktive Kritik, die Missstände und falsche Ausgewogenheit offen benennt.

6. Show must go on: Netflix und die Vollprogrammwerdung
(dwdl.de, Peer Schader)
Netflix entferne sich immer weiter von seinen Wurzeln als innovativer Nischenanbieter und nähere sich dem klassischen Fernsehen an, analysiert Peer Schader bei “DWDL”. Aufgrund eines schwächeren Nutzerwachstums und sinkender Börsenkurse setze der Konzern nun auf Werbung, Preiserhöhungen und teure Sportübertragungen. Zudem binde der Dienst in Ländern wie Frankreich bereits traditionelle Sender wie TF1 direkt ein.

KW 43/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Tragen Medien mit ihren Berichten über Demos dazu bei, dass Proteste eskalieren?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 29:27 Minuten)
Die mediale Berichterstattung über Proteste trage maßgeblich zur Eskalation sozialer Bewegungen bei, kritisiert der Konfliktforscher Jannis Grimm. Warnungen vor Ausschreitungen nach französischem Vorbild würden wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wirken. Journalistinnen und Journalisten würden friedliche Protestmärsche vernachlässigen und sich stattdessen auf Randale und Radikalisierung fokussieren. Grimm bemängelt außerdem, dass Redaktionen selten direkt mit Demonstrierenden sprächen und wissenschaftliche Expertise selektiv heranzögen: Zu internationalen Unruhen wie in Frankreich gebe es reges Interesse; zu inländischen linken Protesten oder Solidaritätskundgebungen mit Palästina würden Protestforscher hingegen kaum angefragt.

2. Prepositions: the war on, for, about and against them
(instagram.com, Moritz Klein, Video: 2 Minuten)
Bei Instagram kritisiert der Journalist Moritz Klein in einem Video eine sinnentstellende Titelübersetzung der deutschsprachigen Ausgabe von Rashid Khalidis Standardwerk “The Hundred Years’ War on Palestine”, das im Unionsverlag unter dem Titel “Der hundertjährige Krieg um Palästina” erschienen ist. Die englische Wendung “War on” bezeichne eindeutig einen Krieg gegen etwas, analog zu geläufigen Begriffen wie “War on Terror”. Die deutsche Formulierung verwässere Khalidis kolonialen Fokus. Andere internationale Fassungen, etwa die französische (“Contre la Palestine”), hätten die Stoßrichtung des Originals beibehalten. Auf Kleins Nachfrage habe der Verlag die Übersetzung verteidigt und auf die Mehrdeutigkeit der Präposition “on” verwiesen. Recherchen hätten jedoch gezeigt, dass es bereits im Vorfeld der Veröffentlichung Unstimmigkeiten zwischen Autor und Verlag über den deutschen Titel gegeben habe.

3. Der Charisma-Bonus: Medien und ihre Lieblinge
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 50:07 Minuten)
Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer sprechen bei “Die Medienversteher” über die Bedeutung von Charisma im Zusammenspiel mit Medienlogiken. Charisma sei keine feste Eigenschaft, sondern primär eine soziale Zuschreibung des Publikums, die durch Berichterstattung verstärkt werde. Anhand von Beispielen wie Jürgen Klopp, Angela Merkel oder Karl-Theodor zu Guttenberg diskutieren sie darüber, wie Personalisierung komplexe Themen vereinfache, aber auch das Risiko rascher Abstürze berge. Und es geht natürlich auch um die Frage, welche Rolle der Journalismus dabei spielt.

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4. Philosoph Michael Hampe über Big Tech & Konkurrenz vs. Kooperation
(youtube.com, Tilo Jung, Video: 3:31:29 Stunden)
Bei “Jung & Naiv” spricht der Philosoph Michael Hampe mit Tilo Jung über die Gefahren eines technokratischen Elitendenkens und die Dominanz digitaler Konzerne. Hampe warnt vor einem wiederkehrenden Sozialdarwinismus, der sich als Glaube an eine unkontrollierbare Intelligenzelite manifestiere. Über Plattformen und algorithmische Auswertungen werde menschliches Verhalten auf wenige Faktoren reduziert und gezielt für Geschäftsmodelle oder politische Machtinteressen instrumentalisiert. Mediale Öffentlichkeiten würden sich zunehmend in kriegsähnliche Räume verwandeln.

5. Ist Ausgewogenheit im Journalismus messbar?
(ardsounds.de, Ingo Lierheimer, Audio: 28:19 Minuten)
Angesichts zunehmender Vorwürfe politischer Einseitigkeit gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk widmet sich das Medienmagazin “BR24 Medien” der Frage, wie Ausgewogenheit im Programm greifbar und messbar gemacht werden kann. Anlass ist ein von BR-Intendantin Katja Wildermuth beauftragtes Gutachten. Bei einer Podiumsdiskussion der Medientage München debattieren Wildermuth, Studien-Mitautorin Birgit Stark, die Vorsitzende des neu geschaffenen Medienrats Natalie Wappler sowie Medienjournalist Stefan Niggemeier über methodische Kriterien und die praktische Umsetzbarkeit.

6. Die neuen Klassikstars
(arte.tv, Lily Küntzle, Video: 51:52 Minuten)
Ohne Soziale Netzwerke gehe auch im klassischen Musikbetrieb kaum noch etwas, zeigt eine Dokumentation von Arte über die Musiker Anna Lapwood, Hayato Sumino und Marcin Patrzałek. Alle drei nutzen digitale Kanäle, um ein Millionenpublikum für teils unkonventionell dargebotene Instrumente wie Kirchenorgel oder Akustikgitarre zu begeistern. Die neuen Verbreitungswege böten enorme kreative Freiheiten jenseits des etablierten Konzertbetriebs. Sie brächten jedoch zugleich hohen Druck und den Zwang zu ständiger Selbstvermarktung mit sich.

Berichten über Nahost, Versiegelte “Zeit”-Aufnahmen, Meta-Strafe

1. “Man stößt als Jour­na­lis­t:in schnell an Grenzen”
(taz.de, Martin Niewendick)
Eine Mehrheit befragter Medienschaffender nehme bei der Berichterstattung über den Nahostkonflikt eine gestiegene Bedrohungslage wahr, berichtet die Kommunikationswissenschaftlerin Carola Richter von der Freien Universität Berlin. Einer nicht-repräsentativen Umfrage unter 179 Journalistinnen und Journalisten zufolge verspüre ein Drittel der Befragten ein Bedürfnis nach Selbstzensur. Über 40 Prozent würden von Online-Diffamierungen oder Drohungen berichten, mehr als 20 Prozent hätten Ausgrenzung innerhalb des eigenen Mediums erlebt. Vor allem mit israelkritischen Positionen ecke man in Redaktionen eher an.

2. Sicher­ge­s­tellte Zeit-Auf­nahmen bleiben ver­sie­gelt im Tresor
(lto.de, Jakob Hoffmann)
Das Landgericht Hamburg habe angeordnet, die bei der “Zeit” sichergestellten rund 160 Stunden Rohaufnahmen eines Podcast zum Block-Prozess bis zur Entscheidung über die Beschwerden unangetastet zu lassen, berichtet “Legal Tribune Online”. Zur Begründung heiße es, das öffentliche Interesse an einer sofortigen Auswertung wiege nicht schwerer als die bedrohte Pressefreiheit, zumal den Betroffenen durch ein vorzeitiges Abhören schwere Nachteile drohen würden. Bis zur Entscheidung über eine mögliche Abhilfe oder bis zu einem Votum des Hanseatischen Oberlandesgerichts verbleibe das Tonmaterial damit unter Verschluss.

3. 25 Milliarden Dollar Strafe für Mark Zuckerberg
(digitalpolitik.de, Markus Beckedahl)
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico habe den Meta-Konzern zu einer Strafe in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar verurteilt. Während die Mehrheit der US-Bundesstaaten zuvor einem Vergleich zugestimmt habe, habe New Mexico seine Klage wegen unzureichenden Datenschutzes und der Begünstigung von Desinformation weiterverfolgt. Im Prozess hätten unter anderem Mark Zuckerberg und die frühere Vizechefin Sheryl Sandberg aussagen müssen. Eine Jury habe dabei den Großteil ihrer öffentlichen Angaben als vorsätzlich irreführend bewertet. Meta habe bereits Berufung angekündigt und das Urteil als unzumutbar kritisiert.

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4. Social-Media-Verbot? “Ich bin von dieser radikalen Position abgerückt”
(dwdl.de, Simon Pycha)
In der Diskussion um gesetzliche Altersbeschränkungen für Soziale Netzwerke könnte sich eine Annäherung zwischen Befürwortenden und Kritikern abzeichnen, berichtet Simon Pycha von den Medientagen München. Medizinethikerin Alena Buyx und Content-Creator Fabian Grischkat seien beide von ihren ursprünglich radikalen Positionen abgerückt: Ein pauschales Plattformverbot greife zu kurz, riskiere das Ausweichen auf unregulierte Kanäle und beschneide die digitale Selbstbestimmung sowie Informationszugänge junger Menschen.

5. BND-Überwachung: RSF bedauert Zurückweisung seiner Beschwerde durch den EGMR
(reporter-ohne-grenzen.de)
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte habe Beschwerden der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) und des Rechtsanwalts Niko Härting gegen die strategische Telekommunikationsüberwachung des Bundesnachrichtendienstes für unzulässig erklärt, teilt RSF in einer Pressemitteilung mit. Geschäftsführer Christian Mihr bezeichnet den Beschluss als enttäuschend für den Quellenschutz. Er appelliert an den Bundestag, im Zuge der anstehenden Gesetzesreform wirksamere Kontrollmechanismen zu schaffen.

6. Auch Faktenchecker streichen Stellen
(verdi.de, David Bieber)
Trotz großer Aufmerksamkeit und journalistischer Auszeichnungen für seine Enthüllungen baue das gemeinnützige Recherchezentrum “Correctiv” Personalstellen im unteren zweistelligen Bereich ab, berichtet das Verdi-Magazin “M – Menschen machen Medien”. Betroffen seien die Redaktion, der Bewegtbildbereich sowie das Faktencheck-Team. Begründet werde der Schritt mit Sparzwängen und einer organisatorischen Umstrukturierung. Zudem sehe sich das spendenfinanzierte Medienhaus mit Kritik an seinen Arbeitsbedingungen und einer Bezahlung unterhalb des Branchentarifs konfrontiert.

Der “Emma” reicht es, KI-Glätte, Podcasts zur Schicksalswahl

1. Warum “Emma” dem Feminismus zuletzt mehr schadete als nutzte
(taz.de, Carolina Schwarz)
Dass Alice Schwarzer ihr feministisches Magazin “Emma” nach fünfzig Jahren im Dezember einstellt, sei eine gute Nachricht, findet Carolina Schwarz in der “taz”: “Sollte es einen nicht bestürzen, wenn in Zeiten eines reaktionären Backflashs und einer zunehmenden Faschisierung ein feministisches Magazin eingestellt wird? Eigentlich ja, doch die Emma hat der feministischen Bewegung gerade in den letzten Jahren mehr geschadet als genutzt. Und das liegt an ihrer Chefin Alice Schwarzer.”
Zusätzlicher Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Heft und Herausgeberin waren fünfzig Jahre lang dasselbe. ‘Emma’ wurde gegründet, damit Frauen eine eigene Stimme haben. Aber am Ende hat das Heft genau eine Stimme, die zählt.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:18 Minuten)


2. “Man muss die alle verklagen”: Wegner rechnet mit KI-Firmen ab
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Medienhäuser müssten KI-Anbieter wegen des unberechtigten Abgreifens journalistischer Inhalte konsequent verklagen, habe “Zeit”-Chefredakteur Jochen Wegner beim Mediengipfel der Medientage München gefordert. Gleichzeitig warne er davor, sich rein auf juristische und technische Abwehr zu beschränken. In den Redaktionen herrsche bezüglich eigener KI-Werkzeuge und -Recherchehilfen eine produktive Aufbruchstimmung. Für BR-Intendantin Katja Wildermuth ständen bei der Zusammenarbeit mit Plattformen vier Kernprinzipien im Fokus: Autorisierung, Genauigkeit, Quellenzuordnung und Auffindbarkeit verlässlicher Inhalte. Medienforscherin Alexandra Borchardt habe in der Runde darauf hingewiesen, dass von Lizenzverträgen mit Tech-Konzernen bislang fast nur Großverlage profitieren würden.


3. Kommunikation geht nur mit Menschen
(journalist.de, Felix Rieger)
Wenn Kommunikationsarbeit vollständig durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden könne, habe sie ohnehin wenig getaugt, schreibt Felix Rieger vom KI-Kompetenzzentrum Medien. KI eigne sich zur internen Entlastung, beispielsweise bei Datenanalysen oder Quellensichtungen. Bei öffentlicher Kommunikation gehe durch die Orientierung der KI an statistischen Wahrscheinlichkeiten jedoch der individuelle Fingerabdruck verloren. Das Publikum reagiere auf erkennbare algorithmische Glätte zu Recht mit Misstrauen. Rieger wünscht sich daher mehr Mut zum unperfekten, aber echten Text.

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4. ZDF: Mehr Barrierefreiheit dank KI
(verdi.de, Volker Nünning)
Mit dem Entwicklungsplan “Access 2028” wolle das ZDF seine barrierefreien Angebote über alle Ausspielwege hinweg deutlich ausbauen und setze dabei verstärkt auf Künstliche Intelligenz. Vor allem bei der Untertitelung im Streaming-Portal und bei Event-Livestreams soll KI für eine rasche Abdeckung sorgen. Im Bereich der Audiodeskription nutze der öffentlich-rechtliche Sender für Formate wie “Terra X” bereits KI-optimierte Stimmen, lasse die Hörtexte aber weiterhin von Menschen verfassen. Zudem teste die Tochterfirma ZDF Sparks Werkzeuge für Einfache Sprache per Knopfdruck, und für die Deutsche Gebärdensprache werde die Entwicklung eines Avatars geprüft.

5. “Zulasten des Volkes”
(kontextwochenzeitung.de)
Die redaktionelle Zentralisierung sowie die optische Vereinheitlichung der zur Neuen Pressegesellschaft Ulm gehörenden Regionalzeitungen stoße auf scharfe Kritik aus Journalismus, Kultur und Politik, berichtet die Wochenzeitung “Kontext”. Uwe Vorkötter, früherer Chefredakteur der “Stuttgarter Zeitung”, beklagt den Verlust des publizistischen Profils seines ehemaligen Blattes. Das Kulturschaffenden-Ehepaar Sigrid Klausmann und Walter Sittler warnt vor dem Entstehen einer inhaltlichen Einfalt. SPD-Landtagsfraktionschef Sascha Binder fordert angesichts drohender Zeitungswüsten eine aktive Medienpolitik des Landes Baden-Württemberg. Und Kommunalpolitiker Hannes Rockenbauch bemängelt, dass durch den Rückzug kritischer Berichterstattung aus den Rathäusern der Resonanzraum für sachorientierte Lokalpolitik verloren gehe.

6. “Amerikas Schicksalswahl”: Diese Podcasts erklären euch, was bei den US-Midterms auf dem Spiel steht
(omr.com, Tim Sohr)
Knapp zwei Wochen vor den US-Zwischenwahlen stehe die Politik von Präsident Donald Trump vor einem entscheidenden Stimmungstest, heißt es in einer Übersicht mit empfehlenswerten Audioformaten über “Amerikas Schicksalswahl”. Neben Podcasts von Brancheninsidern wie “The Rest Is Politics US” oder “Pod Save America” böten journalistische Analysen wie “OK, America?” der “Zeit”, “The Political Scene” des “New Yorker” sowie historische Einordnungen des Deutschlandfunks (“Amerika verstehen”) vielfältige Zugänge zu den politischen Spannungen in den Vereinigten Staaten.

Nahostberichterstattung, “Zeit”-Aufnahmen im Tresor

1. „Man stößt als Jour­na­lis­t:in schnell an Grenzen“
(taz.de, Martin Niewendick)
Eine Mehrheit der Medienschaffenden nehme bei der Berichterstattung über den Nahostkonflikt eine gestiegene Bedrohungslage wahr, berichtet die Kommunikationswissenschaftlerin Carola Richter von der Freien Universität Berlin. Einer nicht-repräsentativen Umfrage unter 179 Journalistinnen und Journalisten zufolge verspüre ein Drittel der Befragten ein Bedürfnis nach Selbstzensur. Über 40 Prozent berichteten von Online-Diffamierungen oder Drohungen, mehr als 20 Prozent hätten Ausgrenzung innerhalb des eigenen Mediums erlebt. Vor allem mit israelkritischen Positionen ecke man in Redaktionen eher an.

2. Sicher­ge­s­tellte Zeit-Auf­nahmen bleiben ver­sie­gelt im Tresor
(lto.de, Jakob Hoffmann)
Das Landgericht Hamburg habe angeordnet, die bei der Durchsuchung der “Zeit”-Redaktion sichergestellten rund 160 Stunden Rohaufnahmen bis zur Entscheidung über die Beschwerden unangetastet zu lassen, berichtet Legal Tribune Online (LTO). Zur Begründung heiße es, das öffentliche Interesse an einer sofortigen Auswertung wiege nicht schwerer als die bedrohte Pressefreiheit, zumal den Betroffenen durch ein vorzeitiges Abhören schwere Nachteile drohten. Bis zur Entscheidung über eine mögliche Abhilfe oder ein Votum des Hanseatischen Oberlandesgerichts verbleibe das Tonmaterial damit unter Verschluss.

3. Social-Media-Verbot? “Ich bin von dieser radikalen Position abgerückt”
(dwdl.de, Simon Pycha)
In der Diskussion um gesetzliche Altersbeschränkungen für soziale Netzwerke zeichne sich eine Annäherung zwischen Befürwortenden und Kritikern ab, berichtet Simon Pycha von den Medientagen München. Medizinethikerin Alena Buyx und Content-Creator Fabian Grischkat seien beide von ihren ursprünglich radikalen Positionen abgerückt: Ein pauschales Plattformverbot greife zu kurz, riskiere das Ausweichen auf unregulierte Kanäle und beschneide die digitale Selbstbestimmung sowie Informationszugänge junger Menschen.

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4. 25 Milliarden Dollar Strafe für Mark Zuckerberg
(digitalpolitik.de, Markus Beckedahl)
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico habe den Meta-Konzern zu einer Strafe von 25 Milliarden Dollar verurteilt. Während die Mehrheit der US-Bundesstaaten zuvor einem Vergleich zugestimmt habe, habe New Mexico seine Klage wegen unzureichenden Datenschutzes und der Begünstigung von Desinformation weiterverfolgt. Im Prozess hätten unter anderem Mark Zuckerberg und die frühere Vizechefin Sheryl Sandberg aussagen müssen. Eine Jury habe dabei den Großteil ihrer öffentlichen Angaben als vorsätzlich irreführend bewertet. Meta habe bereits Berufung angekündigt und das Urteil als unzumutbar kritisiert.

5. BND-Überwachung: RSF bedauert Zurückweisung seiner Beschwerde durch den EGMR
(reporter-ohne-grenzen.de)
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe Beschwerden der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) und des Medienanwalts Niko Härting gegen die strategische Telekommunikationsüberwachung des Bundesnachrichtendienstes für unzulässig erklärt, teilt RSF in einer Pressemitteilung mit. RSF-Geschäftsführer Christian Mihr bezeichne den Beschluss als enttäuschend für den Quellenschutz. Er appelliere an den Bundestag, im Zuge der anstehenden Gesetzesreform wirksamere Kontrollmechanismen zu schaffen.

6. Auch Faktenchecker streichen Stellen
(verdi.de, David Bieber)
Trotz großer Aufmerksamkeit und journalistischer Auszeichnungen für seine Enthüllungen baue das gemeinnützige Recherchezentrum Correctiv Personalstellen im unteren zweistelligen Bereich ab, berichtet das ver.di-Magazin “M – Menschen Machen Medien”. Betroffen seien die Redaktion, der Bewegtbildbereich sowie das Faktencheck-Team. Begründet werde der Schritt mit Sparzwängen und einer organisatorischen Umstrukturierung. Zudem sehe sich das spendenfinanzierte Medienhaus mit Kritik an seinen Arbeitsbedingungen und einer Bezahlung unterhalb des Branchentarifs konfrontiert.

Ulf Poschardt, Österreichisches Medienpaket, Karla Kolumna

1. Wie Ulf Poschardt den rechten Rand anschlussfähig macht
(belltower.news)
Der frühere “Welt”-Chefredakteur Ulf Poschardt fungiere als publizistischer Brückenkopf, der völkische Denkfiguren für ein bürgerliches Publikum anschlussfähig formuliere, analysiert die Redaktion von “Belltower.News”. Obwohl er sich selbst als Eichmaß der Mitte inszeniere, bediene Poschardt zentrale Motive der extremen Rechten. Er folge mit seiner Vorgehensweise dem strategischen Muster der US-amerikanischen Rechten.

2. 101 Millionen Euro für Zeitungen in der Krise
(taz.de, Florian Bayer)
Die österreichische Bundesregierung habe ein Medienpaket beschlossen, das 2027 und 2028 jeweils 50,5 Millionen Euro für kriselnde Verlage bereitstelle, berichtet Florian Bayer in der “taz”. Gefördert werden sollen die Zeitungszustellung sowie der digitale Wandel. Zudem seien Schutzmaßnahmen gegen missbräuchliche Klagen (SLAPPs) vorgesehen. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) habe durchgesetzt, dass Gratisblätter wie “Heute” oder “oe24” von der Zustellförderung ausgeschlossen bleiben.

3. Programmreform im DLF: Freie wehren sich
(verdi.de)
Freie Journalistinnen und Journalisten des Deutschlandfunks wehren sich in einem Brief an die Senderleitung gegen drohende Beschäftigungseinbußen im Zuge der bevorstehenden Programmreform, meldet die Gewerkschaft Verdi. Zahlreiche Medienschaffende hätten sogenannte Einschränkungsmitteilungen erhalten, die auf eine spürbare Reduzierung ihres Arbeitsvolumens hindeuten würden. Gewerkschaftsvorstand Christoph Schmitz-Dethlefsen kritisiere, dass der öffentlich-rechtliche Sender den Betroffenen rund eineinhalb Monate vor dem Start des neuen Programmschemas keine klaren Perspektiven aufzeige.

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4. Verleger-Verbände laufen Sturm gegen Crawling-Klausel von Meta
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie “DWDL” berichtet, laufen die Verlegerverbände BDZV und MVFP gegen geplante Änderungen der Geschäftsbedingungen von Meta Sturm. Der Tech-Konzern wolle sich ab Ende Oktober das Recht einräumen lassen, vollständige Websites und Archive verlinkter Anbieter automatisiert zu crawlen, zu speichern und für eigene kommerzielle Produkte auszuwerten. Die Verbände werten das Vorgehen als missbräuchliche Koppelung und klaren Verstoß gegen den Digital Markets Act. Die EU-Kommission müsse umgehend einschreiten und die Klausel stoppen, bevor durch das automatisierte Erfassen der Inhalte irreversible Tatsachen geschaffen werden.

5. Klimajournalismus jetzt!
(laeuft-programmschau.podigee.io, Lars Gräßer & Aycha Riffi, Audio: 30:16 Minuten)
Sarah Brasack vom “Kölner Stadt-Anzeiger” und Norman Schumann von der Initiative “Klima vor Acht” haben auf dem “b° future festival” über das Thema Klimajournalismus und mögliche Lösungswege gesprochen. So habe Schumann nach vergeblichen Vorstößen für eine feste Klimasendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Kooperation mit RTL etabliert. Der “Kölner Stadt-Anzeiger” wiederum habe die Initiative “Bäume für Köln” ins Leben gerufen.

6. Die Erfinderin von Bibi Blocksberg erzählt ihre Geschichte
(youtube.com, Susan Link, Video: 19:41 Minuten)
In der WDR-Talksendung “Kölner Treff” hat Autorin Elfie Donnelly über die Entstehung ihrer Kultfiguren “Benjamin Blümchen” und “Bibi Blocksberg” sowie über ihren persönlichen Werdegang gesprochen. Der SFB-Kinderfunk habe das Manuskript seinerzeit als zu albern für das damalige Programm abgelehnt. Erst durch einen privaten Produzenten und unübliche Fernsehwerbung sei die Reihe zum Millionenerfolg geworden. Die Figur der Karla Kolumna gehe dabei auf die damalige SFB-Redakteurin Karla Krause von Fumetti zurück. Nach einem Schreib-Burnout Mitte der 1980er-Jahre habe Donnelly die Rechte zunächst komplett verkauft; sie profitiere aber dank des Bestseller-Paragrafen im Urheberrecht von 2001 wieder von den Erlösen.

Meta vs. “No Kings”, Journalistisches Start-up, Linkes Wirtschaftsmagazin

1. Meta sperrte »No Kings«-Account auf Instagram
(spiegel.de)
Der Tech-Konzern Meta habe um Entschuldigung dafür gebeten, den Instagram-Account der US-Protestbewegung “No Kings” am Wochenende vorübergehend offline genommen zu haben. Die Sperre sei durch automatisierte Schutzsysteme ausgelöst worden, da ein sprunghafter Aktivitätsanstieg fälschlicherweise wie Bot-Verkehr gewirkt habe, habe ein Unternehmenssprecher erklärt. Die Initiative habe im Vorfeld der Zwischenwahlen landesweit zu Tausenden Kundgebungen gegen die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump mobilisiert. Die Organisatoren hätten die Erklärung von Meta als unzureichend zurückgewiesen. Beiträge zur Bewegung sowie zu Hinweisen zur Stimmabgabe seien auf Meta-Plattformen gedrosselt worden.

2. Propaganda trotz Sanktionen: Tätigkeit zweier russischer Korrespondenten wirft Fragen auf
(correctiv.org, Alexej Hock)
Die Tätigkeit zweier in Berlin lebender russischer Staatsbürger für den sanktionierten Telegram-Kanal “Rybar” sowie für die ebenfalls mit EU-Sanktionen belegte National Media Group werfe erhebliche Rechtsfragen auf, berichtet “Correctiv”. Die beiden Männer, die offiziell seit Jahren für das russische Medium “Iswestija” akkreditiert seien, seien bei Dreharbeiten für den militärischen Propaganda-Kanal in Prag aufgeflogen. Laut Fachjuristen bedeute bereits das Bereitstellen journalistischer Arbeitsleistung für sanktionierte Entitäten einen strafbaren Sanktionsverstoß.

3. Nachrichtenmüde? Wie Audio-News junge Leute erreichen wollen
(media-lab.de, Alina Meyer)
Knapp 80 Prozent der 18- bis 24-Jährigen würden Nachrichten zumindest zeitweise aus Selbstschutz vor Überforderung und Negativität meiden, schreibt Medienforscherin Alina Meyer im Blog des Media Lab Bayern. Um dieser zunehmenden “News Avoidance” entgegenzuwirken, böten Audio-Formate und Podcasts großes Potenzial für öffentlich-rechtliche Redaktionen. Aus Interviews mit Programmverantwortlichen leitet Meyer konkrete Empfehlungen ab: Redaktionen sollten die Lebensrealität junger Menschen stärker in der Themenauswahl verankern, konstruktive Ansätze zur Stärkung der Selbstwirksamkeit nutzen und Feedbackkanäle etablieren.

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4. tbd & die Medientage München: Wer erfindet den Journalismus neu?
(ardsounds.de, Marie Müller, Audio: 27:34 Minuten)
Das journalistische Start-up “tbd” wolle verloren gegangenes Vertrauen in den Journalismus durch gezielten Publikumsdialog und persönliche Begegnungen vor Ort wieder aufbauen, berichtet der Podcast “BR24 Medien”. Im Gespräch mit Marie Müller bilanzieren Mitgründerin Ann-Kathrin Hipp, einst beim “Tagesspiegel”-“Checkpoint”, und Medienforscherin Alexandra Borchardt vom Reuters Institute die ersten Erfahrungen einer Deutschlandtour. “tbd” kritisiere etablierte Redaktionen dafür, sich zu sehr von der Lebensrealität der Menschen entfernt zu haben und Kritik reflexhaft abzuwehren.

5. Im Aufschwung
(taz.de, Anastasia Zejneli)
Das linke Wirtschaftsmagazin “Surplus” verzeichne anderthalb Jahre nach seiner Gründung eine Auflage von 12.000 Exemplaren und ein Jahreswachstum von rund 70 Prozent, berichtet die “taz” nach einem Redaktionsbesuch. Das im Berliner Brumaire Verlag erscheinende Blatt setze auf einen pluralen, keynesianisch geprägten Blick auf Wirtschaftspolitik und wolle ein Gegengewicht zu marktliberal dominierten Leitmedien bilden. Getragen werde das Projekt von bekannten Stimmen aus Forschung und Publizistik wie Maurice Höfgen, Isabella Weber und Adam Tooze. Für sechs von zehn Abonnentinnen beziehungsweise Abonnenten sei es das erste Wirtschaftsmagazin überhaupt. Gründer Lukas Scholle plane bereits eine internationale Expansion mit einer englischsprachigen Ausgabe.

6. Denkzettel für Leo Kirch: Wie Sat.1 mit “ran” um 20:15 scheiterte
(dwdl.de, Christian Richter)
Immer wieder interessant: Christian Richters Blick in die “Telegeschichte(n)”. Diesmal geht es um einen “Denkzettel für Leo Kirch”: Um mehr Abos für den Bezahlsender Premiere World zu verkaufen, habe Sat.1 seine Bundesliga-Zusammenfassungen im Sommer 2001 in die Hauptsendezeit verlegt, also auf einen späteren Zeitpunkt als bisher. So sollte die Attraktivität der kostenpflichtigen Liveübertragungen der Bundesliga-Spiele im Programm von Premiere World gesteigert werden. Der Schritt habe jedoch zu einem Quotenabsturz der Fußballsendung “ran” geführt. Nach heftigen Protesten von Fans, Vereinen und Politik habe Sat.1 bereits nach wenigen Wochen eingelenkt und die Sendung wieder in den Vorabend zurückgeholt.

Mediale Faschisierung, Unlösbare Plattformfrage, “Unter Druck”

1. Selbstzensur, Druck und Anfeindungen: Neue Studie bestätigt Warnsignale
(reporter-ohne-grenzen.de)
Zwei Drittel der befragten Journalistinnen und Journalisten sähen die Pressefreiheit bei der Berichterstattung über Israel und Palästina seit dem 7. Oktober 2023 verschlechtert. Das geht aus der von Reporter ohne Grenzen unterstützten Studie “Unter Druck” der Freien Universität Berlin hervor. Rund 35 Prozent der Befragten würden demnach ein Bedürfnis nach Selbstzensur spüren. Unter freien Medienschaffenden liege der Wert sogar bei 52 Prozent. Als Hauptursachen hätten die Befragten neben öffentlichem Druck vor allem Konflikte innerhalb der Redaktionen sowie die Sorge vor beruflichen Nachteilen genannt.

2. Datenleak: Nius gewann während Kampagne gegen Brosius-Gersdorf neue Abonnenten
(correctiv.org, Max Bernhard & Dominik Lenze)
Das rechtspopulistische Portal “Nius” habe von seiner massiven Berichterstattung gegen die Juristin Frauke Brosius-Gersdorf im Sommer 2025 direkt profitiert, berichtet “Correctiv” unter Berufung auf Informationen aus einem Datenleck. Das Medium von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt habe die Rechtswissenschaftlerin in rund 50 Beiträgen unter anderem als “Richterin des Grauens”, “linksradikale Aktivistin” und “radikale Feministin” diffamiert und so deren Wahl zur Verfassungsrichterin torpediert. Interne Daten würden belegen, dass die Abonnentenzahl von “Nius” in diesem Zeitraum um rund 2.700 Neuzugänge gestiegen sei. Fachleute sähen darin ein typisches Vorgehen rechter Alternativmedien.

3. Coworking im braunen Sumpf: Warum sich die Plattform-Frage nicht moralisch lösen lässt
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen)
Die Rückkehr prominenter US-Tech-Blogger wie Casey Newton und John Gruber zu X (vormals Twitter) offenbare ein grundlegendes Dilemma, analysiert Martin Fehrensen im “Social Media Watchblog”: Plattform-Monopole würden sich nicht durch individuellen Konsumverzicht brechen lassen. Sein Fazit: “Solange wir als Gesellschaft keine echte Interoperabilität erzwingen (Stichwort: Social Graph mitnehmen), politisch dafür sorgen, Kartellrecht durchzusetzen und offene Infrastrukturen wie Eurosky nicht ernsthaft finanzieren, bleiben wir alle Gefangene zwischen zwei schlechten Optionen: Relevanzverlust im sauberen Exil oder Kollaboration mit der Broligarchie.”

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4. “Faschisierung ist ein medialer Prozess”
(netzpolitik.org, Daniel Leisegang)
Faschisierung sei kein fernes Schreckensszenario, sondern ein fortwährender medialer und gesellschaftlicher Normalisierungsprozess, argumentiert Kulturwissenschaftler Simon Strick anlässlich seines neuen Buches “Faschisierung. Fluchtlinie des Digitalen”. Heutige Plattformen würden maximale Zuspitzung und Reaktionslust belohnen, wodurch Memes und sprachliche Codes von “4chan” und rechten Gegenöffentlichkeiten bis in die Spitzenpolitik und ins Kanzleramt eingesickert seien. Solche memetischen Operationen würden nicht der bloßen Unterhaltung dienen, sondern Abwertungs- und Vernichtungsfantasien transportieren, die eine sich selbst antreibende Radikalisierung erzeugen.

5. Die Medienmänner für die neue Medienwelt
(taz.de, Yasemin Said)
Neubesetzungen beim ZDF wie Florian Schroeder mit dessen neuer Late-Night-Show oder Wyn Matthiesen als Moderator beim Jugendformat “13 Fragen” seien Symptome einer Medienlandschaft, die sich dem gesellschaftlichen Rechtsruck passiv anpasse, kritisiert Yasemin Said in ihrer Kolumne in der “taz”. Schroeder betreibe eine Form von Satire, die nach unten trete und laut internem Konzeptpapier gezielt Grüne, Linke und NGOs ins Visier nehmen solle; Matthiesen wiederum biete in Debattenformaten Stimmen von “Nius” oder “Junge Freiheit” eine Bühne. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk bilde damit kein Bollwerk gegen rechte Strömungen, sondern legitimiere reaktionäre Narrative und verschaffe konservativen bis extrem rechten Positionen zusätzliche Sendezeit.

6. Capital Bra soll 250.000 Euro Zwangs­geld zahlen
(lto.de)
Der Rapper Capital Bra sei im Streit mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vor dem Verwaltungsgericht Berlin im Eilverfahren gescheitert. Das Gericht habe es abgelehnt, die Vollstreckung eines Zwangsgeldes über 250.000 Euro auszusetzen. Die GGL werfe dem Musiker vor, trotz eines behördlichen Verbots weiterhin unerlaubte Online-Glücksspiele per Livestream übertragen, Werbebanner geschaltet und eine Vergleichsseite für illegale Angebote betrieben zu haben. Capital Bras Anwalt habe Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht angekündigt.

KW 42/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie BILD und AfD einen Mob aufhetzten – Der Fall Marko M.
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 32:52 Minuten)
Anhand des Falls des abgelehnten Asylbewerbers Marko M. zeichnet Mats Schönauer die Mechanismen einer schmutzigen Kampagne nach: Die “Bild”-Redaktion habe mit zahlreichen Titelseiten und Online-Berichten gegen M.s Vater mobilgemacht und unzureichend verpixelte Fotos sowie vertrauliche Asylakten publiziert. Das Oberlandesgericht Köln habe zentrale Bezeichnungen der Berichterstattung wie “Stütze-Schmarotzer” oder Vorwürfe, man habe sich “hochgekindert”, mittlerweile als rechtswidrig untersagt.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. Warum 73 Prozent der Deutschen der Nahost-Berichterstattung missvertrauen: Talk mit der Medienkritikerin Nadia Zaboura
(nahostnahdran.simplecast.com, Karim El-Gawhary, Audio: 1:06:43 Stunden)
Laut der “Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen” würden lediglich 27 Prozent der Menschen in Deutschland der Berichterstattung über den Nahostkonflikt vertrauen. Im Gespräch mit Nahost-Korrespondent Karim El-Gawhary analysiert Medienkritikerin Nadia Zaboura die Ursachen für diesen Tiefstwert: Eine verkürzte historische Einordnung, passive Formulierungen, Euphemismen sowie eine unkritische Übernahme von Material des israelischen Militärs würden das Bild verzerren und Asymmetrien glätten.

3. Wie sehr muss man für Themen aus dem Kongo in deutschen Redaktionen kämpfen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 30:01 Minuten)
In der neuesten Ausgabe von “Holger ruft” hat sich “Übermedien”-Podcaster Holger Klein mit der freien Reporterin und Buchautorin Judith Rapp zusammentelefoniert: “Über welche Geschichten aus dem Kongo würde Judith Raupp gerne öfter schreiben? Setzen Medien zu selten eigene Auslandsthemen? Und warum sollten sich deutsche Leser eigentlich für das weit entfernte Kongo interessieren?”

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4. “Verbieten ist verboten!” Was gegen ein Social-Media-Verbot spricht und wie bessere Debatten gehen (mit Dirk von Gehlen)
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 52:46 Minuten)
Ein staatliches Social-Media-Verbot für Minderjährige sei reine Augenwischerei und kontraproduktiv, argumentiert “SZ”-Thinktank-Leiter Dirk von Gehlen im Vorfeld der Medientage München im Podcast der Veranstalter. Wissenschaftlich lasse sich nicht belegen, dass Verbote das Wohlbefinden steigern. Stattdessen würden Alterskontrollen gefährliche Zensurinfrastrukturen schaffen, Jugendliche entmündigen und deren Informations- und Teilhaberechte beschneiden.

5. Anwalt Christian Schertz über Moral, seine Grenzen, Christian Ulmen, Jan Böhmermann
(youtube.com, Matze Hielscher, Video: 3:22:21 Stunden)
Im Interview bei “Hotel Matze” verteidigt Medienanwalt Christian Schertz seine Rolle als konsequenter Interessenvertreter im Persönlichkeitsrecht. Den Vorwurf, ein “Täteranwalt” zu sein, weist er entschieden zurück: In einem funktionierenden Rechtsstaat habe jeder Beschuldigte Anspruch auf rechtlichen Beistand, zumal voreilige Verdachtsberichterstattung Betroffene medial mitunter irreparabel stigmatisiere. Zudem beklagt Schertz eine wachsende gesellschaftliche Gnadenlosigkeit und kritisiert Regelungslücken im Presserecht, etwa den mangelnden Schutz von Opfern in kommerziellen True-Crime-Formaten.

6. Ideen für Ostdeutschland in den Medien
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 46:28 Minuten)
In der medialen Berichterstattung über Ostdeutschland dominiere nach wie vor ein einseitiges, von Klischees wie “Jammer-Ossis” oder Rechtsextremismus geprägtes Bild, heißt es im Podcast “Bonjourno”. Oft würden ostdeutsche Stimmen lediglich anlässlich von Wahlen oder historischen Jahrestagen abgefragt. Eine kontinuierliche und differenzierte Begleitung in überregionalen Medien fehle größtenteils. Im Gespräch mit der Journalistin Nhi Le und dem Journalisten Don Pablo Mulemba widmet sich “Bonjourno”-Host Olivia Samnick der Frage, welche Geschichten jenseits polarisierender Schlagzeilen übersehen werden.

Medien-Debatte um Linke, Schrittmacher, Panterpreis

1. Linke und Antisemitismus: Zwischen Medienkampagne und berechtigter Kritik
(ndr.de, Konstanze Nastarowitz, Video: 54:46 Minuten)
Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin drehe sich die Berichterstattung vor allem um das Verhältnis der Partei zum Antisemitismus. Im NDR-Videopodcast “Zapp – Flugmodus” kritisiert Dina Riese, Leiterin des “taz”-Inlandsressorts, dass die mediale Auseinandersetzung in eine Schieflage geraten sei: Konservative Medien und Blätter wie “Bild” und “Welt” würden mit drastischen Schlagzeilen den Eindruck eines bevorstehenden Systemsturzes schüren. Jüdische Stimmen würden oft bloß als politische Kronzeugen missbraucht.

2. Linke und Antisemitismus – Wie objektiv war die Berichterstattung?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 42:18 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es, ähnlich wie bei “Zapp”, um die Frage, ob die Berichterstattung über die Linkspartei und die Antisemitismusvorwürfe eine politische Schlagseite haben. Es diskutieren DLF-Hörer Stefan Herwig, Dirk-Oliver Heckmann vom Deutschlandfunk und Antisemitismusforscher Mathias Berek.

3. “Die Welt ist gar nicht so komplex, wir haben nur den Eindruck”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 56:11 Minuten)
Als Host müsse man sich das Vertrauen des Publikums erst verdienen, sagt Doku-Podcaster Khesrau Behroz (unter anderem “Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?”) im “Übermedien”-Podcast “Nice & Nötig”. Journalismus erreiche deutlich mehr Menschen, wenn er auf moralischen Furor und übertriebene Dramatisierung verzichtet. Behroz, der investigative Stoffe mit seiner Produktionsfirma Undone regelmäßig in Kooperation mit der ARD umsetzt, plädiert für erzählerische Zurückhaltung.

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4. Schrittmacher für den Lokaljournalismus
(verdi.de, Bärbel Röben)
Mit Fellowship-Programmen und Einzelfallberatung wolle das Netzwerk Recherche Journalistinnen und Journalisten den Rücken bei aufwendigen Recherchen vor Ort stärken. Wie Projektleiterin Maria-Mercedes Hering im Verdi-Magazin “M” berichtet, fehle es in vielen Redaktionen durch den enormen Zeit- und Veröffentlichungsdruck an Raum für kollegialen Austausch und tiefgehende Prüfungen. Dass sich Hartnäckigkeit auszahlt, würden erfolgreiche Recherchen geförderter Fellows zeigen.

5. ZDF weist Vorwürfe von Sebastian Lege zurück
(dwdl.de, Alexander Krei)
Vor seinem angekündigten Wechsel zu RTL habe TV-Koch und Lebensmittelexperte Sebastian Lege deutliche Kritik an seinem bisherigen Haussender ZDF geübt. In einem Podcast habe er beklagt, dass das Thema Lebensmitteltricks erschöpft sei und der öffentlich-rechtliche Sender Vorschläge für neue Formate wiederholt abgelehnt habe. Zudem sei von ihm verlangt worden, fachlich fragwürdig zu überspitzen. Das ZDF habe Leges Vorwürfe zurückgewiesen und betont, das Format über 13 Jahre hinweg kontinuierlich weiterentwickelt zu haben.

6. Hingucken, wo andere wegschauen
(taz.de, Ole Schulz)
Unter dem Motto “Unabhängig, kritisch, resilient: Medien von unten” habe die “taz”-Panterstiftung zivilgesellschaftliche Medieninitiativen ausgezeichnet. Den Publikumspreis habe das nichtkommerzielle Lokalradio CORAX aus Halle erhalten, dem die AfD im Falle einer Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt die Fördermittel streichen wolle. Mit dem Jurypreis werde “der lichtblick” geehrt, die seit 1968 aus der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel heraus erscheinende, bundesweit einzige unzensierte Gefangenenzeitung. Beide Auszeichnungen seien mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Hier geht es zur Videoaufzeichnung der Preisverleihung: Auszeichnung für “Medien von unten” – taz panterpreis-Verleihung 2026 ( youtube.com, Video: 1:48:19 Stunden).

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BILDblog-Klassiker

neu  

Von Katzen und dummen Menschen

Gestern berichtete “Bild”:

… und okay-okay, im letzten Absatz, ganz am Ende ihrer Berichterstattung hat “Bild” im Vornamen der darin zitierten Tierschützerin “Annelise Krauß” ein “e” vergessen. Aber selbst Anneliese Krauß findet das nicht so schlimm. Allerdings steht ihr Name natürlich nicht nur zum Spaß in “Bild”. Zitiert wird sie dort – und zwar wie folgt:

“‘Das ist so schlimm wie grausame Tierversuche’, wettert Annelise Krauß vom Tierschutzverein Dresden.”

Und das sei nun wirklich “Quatsch”, sagt Krauß, wenn man sie fragt. Weil sie nämlich den von “Bild” zitierten Satz weder gewettert noch gesagt habe. Im Gegenteil: “Das wäre ja auch idiotisch,” sagt Krauß, “denn wenn es um tote Tiere geht, dann ist das ja kein Problem des Tierschutzes!” Zusammenfassend sagt uns die Tierschützerin über die Erfindung von Christian Koch (der laut “Bild” ja “aus Katzen Benzin machen” kann):

“Von unserer Seite ist daran nichts auszusetzen.”

Und genau so habe sie das im Übrigen auch zu “Bild” gesagt. (Aber, so Krauß weiter, wenn “der Herr Helfricht”, also einer der Autoren des “Bild”-Artikels, sie anrufe, dann wisse sie schon aus Erfahrung, dass hinterher Sachen in “Bild” stünden, die sie so gar nicht gesagt habe. Das gehe in Dresden schließlich schon über zehn Jahre so, so Krauß. — Und soviel vielleicht nur zum letzten Absatz des obigen Artikels.)

Kommen wir zum Rest, dem Eigentlichen, also darum, dass “Dr. Christian Koch (55) aus Kleinhartmannsdorf (Sachsen)”, wie es in “Bild” heißt, “aus Katzen Benzin machen” könne: Denn dass die “Benzin”-Überschrift Unsinn ist, verrät schließlich schon der dazugehörige “Bild”-Text selbst, weil darin nur von “Bio-Diesel” oder “Diesel” die Rede ist… Tatsächlich aber hat Koch offenbar eine ungewöhnliche und effektive Alternativmethode zur Treibstoffgewinnung entwickelt: die katalytische drucklose Verölung (KDV), über die beispielsweise schon der MDR im Mai 2003, 3sat im Juli 2004, die “Welt” im Januar 2005, die “Pirmasenser Zeitung” im Juli, der RBB vergangene Woche oder auch RTL berichteten. Und all diesen Berichten ist eines gemein: dass sie dem Gegenstand, über den sie (durchaus auch kritisch) berichten, gerecht werden.

“Bild” indes nennt Kochs Erfindung einen “Spezialreaktor” und schreibt Sätze wie diesen:

“Die Katzen-Kraft lässt sich theoretisch exakt berechnen: Aus einem ausgewachsenen 13-Pfund-Kater könnten 2,5 Liter Sprit entstehen, vier Miezen würden für 100 Kilometer reichen, für eine Tankfüllung wären 20 tote Katzen erforderlich.”

Und fragt man einfach mal nach bei dem “Mann, der (Stuben-)Tiger in den Tank packen kann” (“Bild”), antwortet Christian Koch, der “Bild”-Bericht habe “nichts mit der Wahrheit zu tun” und sei “zudem grenzenlos dumm”. Koch weiter:

“Wie kann man mit gekochtem tierischen Material Auto fahren? Wasser würde jeden Motor sofort zum Stillstand bringen. Hier wird an die niedrigsten Instinkte von dummen Menschen appelliert, um eine wertvolle Entwicklung zu verunglimpfen. (…) Mir zu unterstellen, dass ich mit Tierkadavern herumhantiere, ist kriminell. Das ist nicht im geringsten der Inhalt der Entwicklung und kann deshalb nur als gezielte Verleumdung angesehen werden.”

Auf der Website von Kochs Firma heißt es zudem inzwischen:

Mit Dank an Jan S. für die Anregung.
 
Nachtrag, 12:15:
“Bild” hat die Sache mit der “Katzen-Kraft” heute noch einmal aufgegriffen:

Darf man aus Katzen wirklich Benzin machen?

Doch wenn es jetzt etwas vorsichtiger als gestern heißt, dass Christian Koch “theoretisch auch aus Katzen” Bio-Diesel herstellen “könnte”, wenn jetzt nicht Koch, sondern ein Konkurrent die gestern von “Bild” aus der Luft gegriffene Skandalisierung zurechtrücken darf, wenn nun auch die gelassene Position der Tierschützer weniger sinnenstellend als gestern wiedergegeben wird und sich im heutigen “Bild”-Bericht immerhin ein einziger halbwegs sinnvoller Satz (“Die Diskussion ist überflüssig”) wiederfindet, dann macht das alles den Nonsens von gestern weder ungeschehen noch besser — und sei es nur deshalb, weil es “Bild” offenbar immer noch nicht gelingen will, zwischen “Benzin” (Überschrift) und “Diesel” (Text) zu unterscheiden…

Mehr dazu hier und hier.