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Angriff auf Journalisten, Im permanenten Shitstorm, Straßenbahn

1. Video zeigt Angriffe auf Journalisten bei Kubitschek-Treffen
(taz.de, Jean-Philipp Baeck)
Am Rande eines Treffens des neurechten Verlegers Götz Kubitschek in Schnellroda seien Journalisten des Medienkollektivs “Recherche Nord” von Teilnehmern, darunter Vertreter der AfD-Jugend und der Identitären Bewegung, massiv bedrängt und körperlich angegriffen worden. Wie Videoaufnahmen belegen, seien die Reporter geschlagen, mit Wasser bespritzt und bestohlen worden. An den Einschüchterungsversuchen seien auch prominente Akteure wie Martin Sellner und Kubitschek selbst aktiv beteiligt gewesen. Betroffene werten das Geschehen als alarmierendes Zeichen und sagen, dass der Vorfall eine Vorahnung auf das sei, was die AfD bundesweit plane.

2. Im permanenten Shitstorm
(netzpolitik.org, Tomas Rudl & Markus Reuter)
Laut einer Datenanalyse von netzpolitik.org würden etablierte Medien wie “Tagesschau”, “Spiegel” und “Zeit” auf der Plattform X (vormals Twitter) trotz Millionen von Followerinnen und Followern kaum noch Reichweite erzielen. Stattdessen schlügen ihnen überwiegend Hass und rechte Hetze entgegen. Die Redaktionen würden ihren Verbleib damit rechtfertigen, auf X ein Gegengewicht zu Desinformation bilden zu wollen. In den Kommentarspalten würden jedoch feindselige Trolle und automatisierte Bots dominieren, während alternative Plattformen wie Bluesky inzwischen höhere Interaktionsraten ermöglichen könnten.

3. Berufsgeheimnis weiter schützen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Ein Medienbündnis, dem unter anderem der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) angehört, habe das Bundesjustizministerium aufgefordert, den Schutz journalistischer Berufsgeheimnisse auch im digitalen Raum uneingeschränkt zu wahren. Hintergrund sei ein Referentenentwurf zur IP-Adressspeicherung, der Ermittlungsbehörden einen erleichterten Zugriff auf Verkehrsdaten ermögliche und durch die etwaige Erstellung von Bewegungsprofilen den Quellenschutz gefährde. Dem Bündnis würden neben dem DJV der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger, der Medienverband der Freien Presse, der Verband Privater Medien, der Deutsche Presserat, ARD, ZDF, Deutschlandradio, Reporter ohne Grenzen und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi angehören.

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4. Der langsame Niedergang von ProSieben
(youtube.com, Jakob Schreiber, Video: 20:34 Minuten)
In diesem Video geht es um die “wilde Business-Story hinter dem einst größten TV-Konzern Deutschlands”. Der einst mächtige TV-Konzern ProSiebenSat.1 sei durch fehlgeschlagene Investitionen in Internetfirmen und ein vernachlässigtes Fernsehprogramm in eine tiefe finanzielle Krise gerutscht. Da die wichtigen Werbeeinnahmen sänken, und der eigene Streamingdienst Joyn im Vergleich zu Netflix hohe Verluste schreibe, hätten sich Schulden in Milliardenhöhe angehäuft. Als Folge des Absturzes habe die italienische Berlusconi-Familie (Media For Europe) den Sender im Herbst 2025 übernommen und die komplette Führungsebene ausgetauscht.

5. In Frankreich und Australien: Brauchen wir ein Social-Media-Verbot?
(mdr.de)
Frankreich und Australien hätten bereits gesetzliche Verbote für die Nutzung Sozialer Medien durch Jugendliche auf den Weg gebracht. Nun werde auch in Deutschland angesichts einer Empfehlung der Leopoldina über ähnliche Schritte diskutiert. Zwar seien psychische Risiken wie Essstörungen oder depressive Verstimmungen unbestritten, doch Expertinnen und Experten wie die Medienpsychologin Johanna Degen seien skeptisch. Pauschale Verbote würden lediglich Symptome bekämpfen und könnten leicht umgangen werden. Fachleute würden stattdessen eine deutlich frühere Förderung der Medienkompetenz fordern.

6. Schriftsteller Poschenrieder fährt Straßenbahn: “Ich habe die Schnauze voll”
(fr.de, Uli Kreikebaum)
Uli Kreikebaum berichtet über den renommierten Schriftsteller Christoph Poschenrieder, der nach 15 Jahren und acht Romanen seinen Beruf aufgegeben habe, um stattdessen als Straßenbahnfahrer in München zu arbeiten. Als Grund für diesen radikalen Schritt nennt der 61-Jährige die ständige finanzielle Unsicherheit im Literaturbetrieb. Obwohl Fans und Buchhändler den Verlust bedauern würden, habe Poschenrieder seinen Frieden mit der Entscheidung gemacht. Er ziehe nun den geregelten Dienst in der Tram dem Schreiben weiterer Bücher vor.

Poschardt mit Vollgas, Synchro-Showdown, Journalismusfreiheit

1. Mit Vollgas gegen die Brandmauer
(taz.de, Nicholas Potter)
In einem ausführlichen Porträt beschreibt die “taz” Ulf Poschardt, Herausgeber der Axel-Springer-“Premiummarke”, als polarisierenden Kulturkämpfer, der sich mit seinem Bestseller “Shitbürgertum” gegen ein linksliberales Milieu positioniere und dabei auch intern für erhebliche Spannungen sorge. Poschardts redaktionelle Linie habe eine Welle von Kündigungen ausgelöst, darunter prominente Namen wie Investigativreporter Hans-Martin Tillack und Vize-Chefredakteur Robin Alexander.

2. Nach Festnahme bei Anti-ICE-Protest: Ex-CNN-Moderator und Journalist Don Lemon ist wieder frei
(tagesspiegel.de)
Der Journalist und ehemalige CNN-Moderator Don Lemon sei einen Tag nach seiner Festnahme auf Anweisung des US-Justizministeriums wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er müsse sich jedoch wegen angeblicher Verschwörung gegen die Religionsfreiheit vor Gericht verantworten. Die Anklage werfe ihm vor, sich bei einem Anti-ICE-Protest in einer Kirche wissentlich einem stürmenden Mob angeschlossen zu haben. Lemon betont, er habe dort lediglich seine Arbeit als Berichterstatter ausgeübt.

3. Monitor Journalismusfreiheit beobachtet Einschränkungen der journalistischen Arbeit
(concordia.at)
Im Presseclub Concordia ist der neue “Monitor Journalismusfreiheit” präsentiert worden (youtube.com, Video: 43:15 Minuten), mit dem Ziel, rechtliche, psychische und physische Einschränkungen der Pressearbeit in Österreich systematisch zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Die Projektverantwortlichen Walter Strobl und Patricia Lierzer stellen die Methodik und erste Erkenntnisse vor. Über ausgesuchte Problemfelder berichten: Colette M. Schmidt (“Der Standard”), Ingrid Brodnig (freie Journalistin), Alexander Fanta (“Follow the Money”) und Johannes Greß (freier Journalist).

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4. Demokratie auf der Anklagebank
(verdi.de)
Die Organisation CASE habe seit 2010 über 1.300 SLAPP-Fälle in Europa dokumentiert, wobei Deutschland mit 20 registrierten Fällen im Jahr 2024 neben Italien und Serbien zu den am stärksten betroffenen Ländern gehöre. Da die meisten Einschüchterungsversuche bereits im Vorfeld durch aggressive Abmahnschreiben erfolgen und Betroffene oft aus Angst schweigen würden, bleibe ein großer Teil der Fälle der Öffentlichkeit verborgen.

5. Des Guten zu viel? Wenn Unwetterwarnungen Angst machen
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Kai Schmieding, Audio: 18:49 Minuten)
Thomas Bimesdörfer und Kai Schmieding haben mit dem Fernsehmeteorologen und Buchautor Sven Plöger über die richtige Dosis bei Unwetterwarnungen gesprochen: “Wo liegt der Mittelweg zwischen Abstumpfung und Panikmache? Verstehen wir vielleicht auch die Wettervorhersagen nicht immer richtig? Gibt es ein Vermittlungsproblem?”

6. Synchro-Showdown: Netflix bald ohne deutsche Tonspur?
(dwdl.de, Timo Niemeier & Thomas Lückerath)
Zwischen Netflix auf der einen Seite und deutschen Synchronsprecherinnen und -sprechern auf der anderen sei ein Konflikt über neue Vertragsklauseln entbrannt, da der Streamingdienst Sprachaufnahmen ohne direkte Vergütung zum Training von KI-Systemen nutzen wolle. Wegen der im Raum stehenden Boykottmaßnahmen habe Netflix in einem Brief gewarnt, dass man bei anhaltenden Verzögerungen gezwungen sein könnte, Inhalte künftig nur noch mit deutschen Untertiteln statt mit einer Synchronfassung zu veröffentlichen.

KW 05/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Zerstört das Internet die Demokratie, Ralph Hertwig?
(youtube.com, Jochen Wegener, Video: 1:22:40 Stunden)
Im Podcast “Nur eine Frage” diskutiert “Zeit”-Chefredakteur Jochen Wegner mit dem Psychologen Ralph Hertwig, ob das Internet und Soziale Medien die Demokratie zerstören. Hertwig stellt fest, dass digitale Medien zwar Wissen und Teilhabe fördern, ihre auf Aufmerksamkeit programmierten Algorithmen jedoch gleichzeitig Polarisierung und Vertrauensverlust begünstigen würden. Dennoch bleibt er optimistisch, dass sich diese negativen Effekte durch digitale Bildung und eine kluge Regulierung der Plattformen eindämmen lassen.

2. Ist die Kulturkritik zu lieb geworden?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:06 Minuten)
Holger Klein unterhält sich mit dem Literaturwissenschaftler und Kulturjournalisten Johannes Franzen über Kulturkritik: “Warum ist negative Kritik überhaupt wichtig? Gibt es in Zeiten von Social Media überhaupt noch die großen Kritiker wie Marcel Reich-Ranicki? Wieso sind das größte Problem nicht die Algorithmen, sondern die riesigen Marketingbudgets? Und was hat Goethe über Kritiker geschrieben?”

3. “Wie Medien über Krisen kommunizieren”
(youtube.com, Lisa-Maria Röhling, Video: 1:20:12 Stunden)
Wie berichten Medien über Kriege und die Klimakrise, ohne dass das Publikum abstumpft oder resigniert? Dieser Frage widmen sich die Deutschlandfunk-Journalistin Ann-Kathrin Büüsker und die Kommunikationswissenschaftlerin Stephanie Geise bei den ZeMKI-Mediengesprächen in Bremen. Sie diskutieren über die Verantwortung des Journalismus und den schmalen Grat zwischen notwendiger Aufklärung und kontraproduktivem Alarmismus.

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4. Kommt das Ende von Social Media?
(ardaudiothek.de, Linus Lüring, Audio: 31:28 Minuten)
Bei “BR24 Medien” diskutiert Moderator Linus Lüring gemeinsam mit der Medienwissenschaftlerin Alexandra Borchardt sowie mit Christian Simon vom Media Lab Bayern über die Frage, ob Soziale Medien ihren Zenit überschritten haben. Sie analysieren, warum private Interaktionen zunehmend durch passives Durchscrollen, KI-Inhalte und sogenanntes “Binge-Media” verdrängt wurden. Außerdem sprechen sie darüber, ob dezentrale Alternativen wie das Fediverse eine Antwort auf die wachsende Unzufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer sein könnten.

5. Sollten Medien auf dezentralen Netzwerken unterwegs sein?
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, Audio: 39:37 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob Medien auf dezentralen Netzwerken wie Mastodon unterwegs sein sollten. Deutschlandfunk-Hörer Nils Schaumburg diskutiert darüber mit Martin Holland (Heise Verlag) und Marco Wähner (CAIS).

6. Was KI im Journalismus wirklich verändert – und was nicht
(youtube.com, Paul Elvers, Video: 52:19 Minuten)
Paul Elvers, “Head of AI” bei der Funke Mediengruppe, spricht mit dem Datenjournalisten Claus Hesseling über dessen Aufgabe als “KI-Lotse” beim NDR, wo er Redaktionen hilft, relevante KI-Tools zu identifizieren und sinnvoll in Arbeitsprozesse zu integrieren. Hesseling erklärt, dass Künstliche Intelligenz nicht nur zur Effizienzsteigerung diene, sondern Journalistinnen und Journalisten als kreativer “Sparringspartner” unterstütze, bessere Geschichten zu entwickeln. Abschließend diskutieren beide über die Notwendigkeit, journalistische Inhalte vor der unvergüteten Nutzung durch große KI-Konzerne zu schützen.

Ver­öf­f­ent­li­chung strafbar, Betrug mit KI-Bildern, Springer-Krise?

1. Ver­öf­f­ent­li­chung von Gerichts­be­schlüssen im Ermitt­lungs­ver­fahren strafbar
(lto.de)
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe die Verurteilung des Journalisten Arne Semsrott bestätigt, da er unerlaubt Gerichtsbeschlüsse aus einem laufenden Ermittlungsverfahren gegen die “Letzte Generation” im Wortlaut veröffentlicht habe. Nach Auffassung der Richter schränke das entsprechende Gesetz die Pressefreiheit nur geringfügig ein. Semsrott, der diesen Rechtsstreit bewusst provoziert habe, wolle nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, um die Abschaffung des seiner Meinung nach veralteten Straftatbestands zu erreichen.
Weiterer Lesetipp: Semsrotts Organisation “FragDenStaat” hat ein Statement anlässlich des BGH-Beschlusses veröffentlicht: “Es darf nicht sein, dass Journalist*innen für faktische und korrekte Berichterstattung verurteilt werden und das Strafgesetzbuch zur Gefahr für die Pressefreiheit wird. Darum legen wir nun gemeinsam mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) Verfassungsbeschwerde ein, um vor dem Bundesverfassungsgericht zu zeigen: Paragraph 353d Nr. 3 muss endlich abgeschafft werden.”

2. Massenhafter Betrug in ganz Deutschland
(t-online.de, Florian Harms)
Florian Harms warnt vor einer Flut täuschend echter KI-Bilder und -Videos, die gezielt Emotionen wecken würden, um durch Klicks Geld zu verdienen und politische Stimmungen zu manipulieren: “KI-Bilder sind die Vorboten einer neuen Ära, in der die Grenze zwischen Schein und Sein zerfließt. Wir erleben den Generalangriff auf das letzte verbliebene Vertrauen, das unsere Zivilisation zusammenhält: den Glauben an unsere eigenen Augen.”

3. Zahlreiche Journalist:innen im Visier bei Attacke über Signal-Messenger
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter berichtet, nimmt ein unbekannter Akteur derzeit gezielt Journalistinnen und Aktivisten ins Visier, indem er über den Messenger Signal Phishing-Nachrichten an Dutzende Medienvertreter, etwa von “Zeit” und “Correctiv”, sowie Anwälte in ganz Europa versende. Der oder die Angreifer gäben sich dabei als “Signal Support” aus, mit dem Ziel, den Account zu übernehmen und sensible Kontaktnetzwerke auszuspähen. Signal betone, dass man Nutzerinnen und Nutzer niemals per Chat kontaktiere.

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4. Datensammelei mit Folgen
(taz.de)
Der österreichische Verbraucherschutzverein habe eine Sammelklage gegen den Social-Media-Konzern Meta gestartet, da das Unternehmen über im Hintergrund laufende Tracking-Tools heimlich sensible Daten von Nutzerinnen und Nutzer gesammelt habe. Parallel dazu verhandele das Oberlandesgericht Hamburg Ende Februar über eine weitere Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands wegen eines massiven Datenlecks aus den Jahren 2018/2019, bei dem persönliche Informationen im Darknet gelandet seien.

5. 10 Dinge, die ich beim Beta-Test einer KI zur Verfolgung von Desinformation gelernt habe
(de.ejo-online.eu, Martin Lestra)
Martin Lestra hat 18 Monate lang das EU-Projekt “PROMPT” koordiniert, bei dem er gemeinsam mit über 30 Partnern aus Journalismus und Faktenprüfung den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Analyse von Desinformationsnarrativen getestet habe. Aus diesen intensiven Beta-Tests leitet er zehn zentrale “Learnings” ab, die unter anderem verdeutlichen, dass KI-Tools für Experten absolut präzise arbeiten müssen und keine Fehlalarme produzieren dürfen. KI sei außerdem nur erfolgreich, wenn sie sich einfach in den stressigen Redaktionsalltag integrieren lasse.

6. Springer-Krise? das Ende einer Ära.
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt & Stefan Schulz, Video: 20:57 Minuten)
Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt analysieren den Weggang von Robin Alexander, der mit seinem erfolgreichen Podcast “Machtwechsel” das Medienhaus Axel Springer verlassen hat, um ihn eigenständig weiterzuführen. Die beiden sehen darin ein Beispiel für die wachsende Bedeutung von “Personal Branding” im Journalismus.

7. Freeclimber schreibt Geschichte in Taipeh
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:02 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der “6-vor-9”-Kurator die Streaming-Plattform Netflix, die am vergangenen Wochenende die ungesicherte Besteigung eines Wolkenkratzers per Livestream übertragen hat. Zudem warnt er eindringlich davor, dass solche Events Jugendliche dazu animieren könnten, für Klicks im Internet leichtsinnig ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen.

Schicksalsjahr 2026?, Meta ignoriert Vorgaben, Schlechter Jahrgang

1. Warum 2026 zum Schicksalsjahr werden könnte
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 38:14 Minuten)
Die KI- und Technikjournalisten Marie Kilg und Moritz Metz sowie Medienwissenschaftler Stephan Weichert diskutieren darüber, ob das Jahr 2026 durch den rasanten Einzug generativer KI zu einem Schicksalsjahr für den Journalismus werden könnte. Während Kilg dafür plädiert, die Technologie aktiv und transparent zu nutzen, um nicht den Anschluss zu verlieren, warnt Metz vor einer gefährlichen Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen und einer schwindender Medienkompetenz bei der Jugend. Weichert mahnt ethische Mindeststandards an, da durch den KI-Einsatz eine “Verantwortungsdiffusion” drohe.

2. Meta ignoriert Transparenzvorgaben
(verdi.de, Volker Nünning)
Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht habe im Eilverfahren entschieden, dass der Social-Media-Konzern Meta die Transparenzvorgaben des deutschen Medienstaatsvertrags bei Facebook vorläufig umsetzen müsse. Das Gericht gewichte das öffentliche Interesse an der Offenlegung der Algorithmen höher als die wirtschaftlichen Interessen des US-Unternehmens. Da Meta die Vorgaben laut der zuständigen Medienanstalt bislang ignoriere, drohe die Behörde nun mit weiteren Maßnahmen.

3. Eckart von Hirschhausen über Gesundheit, Klima, Fake News und Kirche
(evangelische-zeitung.de, Gottfried Bohl)
Der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen erklärt im Interview mit der “Evangelischen Zeitung”, dass Klimaschutz, Gesundheit und der Kampf gegen Desinformation eng zusammenhängen würden. Er fordert die Kirchen auf, ihren großen Einfluss und Besitz zu nutzen und als analoge Begegnungsorte gegen die Spaltung durch Soziale Medien zu wirken. Zudem warnt er vor den Gefahren durch KI-generierte Fälschungen, sogenannte Deepfakes. Diese würden nicht nur einzelne Personen, wie ihn selbst, für Betrug missbrauchen, sie untergrüben auch das Vertrauen in Medien und Demokratie.

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4. Nach Monaten der Blockade: MDR durchschlägt den gordischen Knoten
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Nach dem Scheitern des ersten Versuchs sei Boris Lochthofen nun erfolgreich zum neuen Chef der künftig zusammengelegten MDR-Programmdirektionen in Halle und Leipzig gewählt worden. Seine Aufgabe bestehe darin, bis zum Jahr 2028 Doppelstrukturen abzubauen und die getrennten Bereiche zu einer Einheit zu formen. Die Klärung der Führungsfrage komme gerade noch rechtzeitig. Der MDR stehe angesichts der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und der politischen Drohungen durch die AfD vor einem entscheidenden Jahr.
Weiterer Lesetipp: Bericht von der 232. Sitzung des MDR-Rundfunkrat (flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy).

5. EU-Kom­mis­sion leitet wei­tere Unter­su­chung gegen X ein
(lto.de)
Die EU-Kommission habe eine Untersuchung gegen Elon Musks Plattform X eingeleitet, weil deren KI-Programm “Grok” auf Befehl von Nutzern künstliche Nacktbilder echter Personen erstellt habe. Die Behörde prüfe nun, ob das Unternehmen gegen europäische Gesetze verstoßen habe, indem es die Risiken für Frauen und Kinder vorab nicht ausreichend bewertet und verhindert habe. X habe die Bild-Funktion inzwischen zwar eingeschränkt, dem Konzern würden bei einem bestätigten Verstoß aber dennoch empfindliche Geldstrafen drohen.

6. Oscars 2026: Die besten Filme – Ein schlechter Jahrgang!
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt, Video: 27:54 Minuten)
Filmkritiker Wolfgang M. Schmitt hat sich den Oscar-Jahrgang 2026 angeschaut. Einigermaßen enttäuscht fragt er sich: “Warum hat ‘Sinners’ 16 Nominierungen erhalten? Weshalb steht ‘Frankenstein’ überhaupt auf der Liste? Sollte man wirklich bei ‘Hamnet’ viele Tränen verdrücken?”
Weiterer Hörtipp: Bei “Medien – Cross und Quer” sprechen Michael Meyer und Christoph Borgans mit dem Kulturjournalisten und SR-Redakteur Oliver Hottong über den Filmfestival Max-Ophüls-Preis und den deutschen Filmnachwuchs: “Welche Themen treibt die neue Generation von Filmemachern um? Wie erzählen sie? Und: Was braucht der deutsche Film, um in Schwung zu kommen?” (ardaudiothek.de, Audio: 19:05 Minuten)

Herausgabe der Schröder-Akten, US-TikTok rückt zu Trump, Deepfakes

1. Schröder-Akten: Auskunftsklage gegen Kanzleramt
(correctiv.org, Justus von Daniels & Hans-Martin Tillack)
Die “Correctiv”-Redaktion berichtet in eigener Sache, dass sie gemeinsam mit dem Journalisten Hans-Martin Tillack Klage gegen das Kanzleramt eingereicht habe, um Zugang zu Akten über Gerhard Schröders Kontakte zu Wladimir Putin im Jahr 2005 zu erhalten. Hintergrund sei, dass der Ex-Kanzler 178 Aktenordner, die potenziell Details zur Nord-Stream-Planung enthalten könnten, nach seiner Amtszeit mitgenommen und mittlerweile bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung eingelagert habe. Da das Kanzleramt trotz gesetzlicher Archivierungspflichten auf eine rechtliche Rückforderung verzichte, bleibe der Öffentlichkeit sowie Historikerinnen und Historikern die Einsicht in diese amtlichen Unterlagen verwehrt.

2. US-TikTok rückt zu Trump
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Um einem drohenden TikTok-Verbot in den USA zu entgehen, habe der chinesische Mutterkonzern ByteDance den Großteil seines US-Geschäfts an ein internationales Konsortium verkauft. Eine zentrale Rolle spiele dabei der IT-Konzern Oracle, dessen Gründer Larry Ellison als enger Vertrauter von Donald Trump gelte und der nun die technische Kontrolle über die Daten und Algorithmen habe. Damit verschiebe sich der Einfluss auf die Plattform lediglich von der chinesischen Regierung hin zum direkten Umfeld des US-Präsidenten.

3. Bildbasiert aber unsichtbar
(verfassungsblog.de, Theresia Crone)
Beim “Verfassungsblog” kritisiert die Juristin Theresia Crone, dass Opfer von künstlich generierten Nacktbildern (Deepfakes) derzeit kaum rechtlichen Schutz hätten, da die bestehenden Gesetze diese neue Form der digitalen Gewalt oft nicht erfassen würden. Crone fordert: “Angesichts der wachsenden Zahl von pornografischen Deepfakes muss der Gesetzgeber einen Umgang mit dieser Form digitaler Gewalt finden. Denn die Bilder und Videos verletzen die Intimsphäre der betroffenen Person bereits bei ihrer Herstellung.”

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4. Sandra Navidi: “Trump wird die USA an die Wand fahren”
(youtube.com, Zsolt Wilhelm, Video: 20:57 Minuten)
Wenn es um eine differenzierte Berichterstattung aus den USA geht, ist Sandra Navidi eine viel gefragte Expertin, zum Beispiel regelmäßig beim TV-Sender ntv. Im Gespräch mit dem “Standard” schildert die Juristin und Finanzexpertin, wie sich ihr einstiges Traumland von einem Ort der unbegrenzten Möglichkeiten zu einem gesellschaftlich gespaltenen Krisenherd gewandelt habe. Und sie analysiert, wie ein rücksichtsloser Sozialdarwinismus und der immense Einfluss von Tech-Milliardären unter Donald Trump die demokratischen Institutionen aushöhlen und das System destabilisieren würden.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 253
(netzwerkrecherche.org, Christian Esser & Greta Linde)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Christian Esser zu der unmittelbar bevorstehenden Fachkonferenz zur Verdachtsberichterstattung und der im Juni erfolgenden “Jubiläumskonferenz”. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. In memoriam Friedhelm Brebeck, Kriegsreporter
(ardaudiothek.de, Martin Durm, Audio: 23:47 Minuten)
Im Alter von 91 Jahren ist der profilierte Kriegsreporter Friedhelm Brebeck verstorben. Der Bayerische Rundfunk würdigt dessen Arbeit mit der Wiederholung eines Porträts von Martin Durm, der Brebeck im Ahrtal besuchte. Dort, wo der Journalist nach Jahren in Krisengebieten selbst eine Katastrophe überleben musste.

KW 04/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Müssen Korrespondenten in der Ukraine inzwischen darum kämpfen, im Nachrichtenchaos noch durchzudringen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 32:38 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem ARD-Korrespondenten Vassili Golod in Kiew: “Wie ist es inzwischen, aus dem Krieg in der Ukraine zu berichten? Und wie sehr müssen Reporter vor Ort um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit buhlen bei all den vielen Meldungen von Krisen in der ganzen Welt, die Tag für Tag kursieren?”

2. Das Ende der BILD-Zeitung
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 20:45 Minuten)
“Bild” bleibe laut Mats Schönauer trotz massiv sinkender Verkaufszahlen der gedruckten Zeitung durch ihre riesige Online-Präsenz weiterhin eines der mächtigsten und einflussreichsten Medien. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt Schönauer, wie die “Bild”-Redaktion regelmäßig Falschmeldungen und Lügen verbreite, die Medien weltweit oft ungeprüft übernähmen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

3. Medien, Macht und die Gewöhnung an Rechts!
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt & Stefan Schulz, Video: 52:36 Minuten)
Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz analysieren bei “Die Neuen Zwanziger” anhand von Podcast-Ausschnitten, wie führende Medienvertreter Friedrich Merz trotz rassistischer Äußerungen und außenpolitischer Fehltritte verharmlosen und normalisieren würden. Dabei gehe es darum, das bürgerliche Lager zu schützen. Außerdem diskutieren die beiden über die Gefahr einer schleichenden Gewöhnung an rechtspopulistische Positionen. In manchen Fällen verlören Journalistinnen und Journalisten die kritische Distanz und würden selbst offensichtliche Lügen oder gefährliche politische Annäherungen an die AfD schönreden.

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4. Verdient das ZDF einen neuen Intendanten?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 23:34 Minuten)
Alexander Matzkeit thematisiert im Gespräch mit “FAZ”-Redakteur Michael Hanfeld die angestrebte Wiederwahl von ZDF-Intendant Norbert Himmler und die wachsende Kritik des Fernsehrats an Himmlers vager Haltung in Debatten.

5. Die Medienhölle – Episode #002
(youtube.com, Jörg Wagner, Video: 1:33:02 Stunden)
Jörg Wagner analysiert in seiner “Medienhölle” die manipulative Berichterstattung des Portals “Nius” über einen Auftritt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther in der Talksendung von Markus Lanz und diskutiert im Anschluss mit Stefan Ruß-Mohl über ein verengtes Meinungsspektrum im Journalismus. Zudem behandelt Wagner die Hintergründe zum linearen Ende des BR-Jugendsenders Puls. Und er führt ein Interview mit dem Wetterexperten Jörg Kachelmann, der erklärt, warum er sich als KI-Avatar klonen ließ.

6. Vom Luxus zum Spendenlink – wenn Mitleid zum Geschäftsmodell wird
(youtube.com, Sashka, Video: 16:32 Minuten)
YouTuberin Sashka kritisiert Influencerinnen und Influencer, die ihren luxuriösen Lebensstil offen zur Schau stellen (“flexen”), aber bei finanziellen Engpässen oder Steuerschulden sofort nach Mitleid bei ihren Fans suchen, um Spenden oder Verkäufe zu generieren. Anhand von Beispielen zeigt sie, dass oft schlechte Planung oder Unwissenheit über Steuerthemen der Grund für die Pleiten seien, diese Fehler aber emotionalisiert als Schicksalsschlag verkauft würden.

Richter-Rücktritt, Gemeinsamer KI-Kodex, Abzocke mit Stearinlicht

1. Ostdeutsche Allgemeine Zumutung
(campact.de, Matthias Meisner)
Der Verleger Holger Friedrich plane die Gründung der “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung”. Laut Matthias Meisner würden Kritiker dies als Versuch werten, ein pro-russisches und demokratieskeptisches Leitmedium zu etablieren. Besonders die Einstellung des Journalisten Florian Warweg, der zuvor für “Russia Today” und die “NachDenkSeiten” tätig gewesen sei, bestätige laut Meisner die Befürchtung, dass das Blatt als Plattform für Kreml-Propaganda dienen könne.

2. Rücktritt nach taz-Recherche
(taz.de, Nadine Conti)
Gert Armin Neuhäuser, Präsident des Verwaltungsgerichts Osnabrück, sei als Vorsitzender des Verbandes der niedersächsischen Verwaltungsrichter und Verwaltungsrichterinnen zurückgetreten, nachdem er durch Recherchen der “taz” unter den Verdacht geraten sei, unter einem Pseudonym Hasskommentare gegen Frauen und queere Personen verfasst zu haben (BILDblog berichtete). Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg sowie die Staatsanwaltschaft Göttingen würden derzeit dienstrechtliche beziehungsweise strafrechtliche Konsequenzen prüfen. Das niedersächsische Justizministerium und die Universität Hannover, an der Neuhäuser als Honorarprofessor lehre, seien zwar entsetzt über die Inhalte, würden aber auf den noch fehlenden Beweis der Urheberschaft verweisen.

3. ARD, ZDF, Deutschlandradio und DW mit gemeinsamen KI-Kodex
(dwdl.de, Alexander Krei)
ARD, ZDF, Deutsche Welle und Deutschlandradio hätten sich auf gemeinsame Grundsätze für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz verständigt, um die Technologie im Einklang mit ihren Werten und dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zu nutzen. Kern der Vereinbarung sei der Grundsatz, dass die publizistische Verantwortung stets beim Menschen verbleibe und KI-generierte Inhalte transparent gekennzeichnet werden müssten, um das Vertrauen des Publikums zu sichern.
Weiterer Lesetipp: Zwischen Leitlinien und Redaktionstisch: Verantwortungsvoller KI-Einsatz im Journalismus: “Das EU-Projekt PROMPT hat sich damit beschäftigt, wie Journalismus, Fact-Checking und KI verantwortungsvoll zusammenspielen können – und daraus konkrete Best-Practice-Guidelines entwickelt.”

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4. Femizid: So machen Medien Johanna G. ein zweites Mal zum Opfer
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert die sensationslüsterne Berichterstattung über den Mord an Johanna G., bei der Boulevardmedien wie die “Kronen Zeitung” und “oe24” dem Opfer durch Schlagzeilen über angebliche “Tinder-Affären” und private Spekulationen eine Mitschuld zugeschrieben hätten. Zudem werde der mutmaßliche Täter, ein Polizist, durch die unkritische Übernahme seiner Verteidigungsstrategie (“Sex-Unfall”) sowie durch Bezeichnungen wie “Elite-Polizist” oder “Halbgott” als faszinierende Figur stilisiert und verharmlost.

5. Festnahme und Abschiebungsandrohung gegen den französischen Journalisten Raphaël Boukandoura alarmieren RSF
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigt sich alarmiert über die Festnahme des französischen Journalisten Raphaël Boukandoura, der am 19. Januar in Istanbul in Polizeigewahrsam genommen worden sei. Dem langjährigen Türkei-Korrespondenten drohe nun die Abschiebung, nachdem er über eine von den Behörden nicht genehmigte Demonstration berichten wollte. RSF verurteilt das Vorgehen gegen den akkreditierten Journalisten als willkürlichen Angriff auf die Pressefreiheit und fordert, das Unrecht umgehend zu korrigieren.

6. Wie Forum-User 9Live das Handwerk legten
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 17:12 Minuten)
Philipp Walulis blickt zurück auf die fragwürdigen Methoden des einstigen Fernsehsenders 9Live, der Zuschauerinnen und Zuschauer mit kaum lösbaren Rätseln und Tricks wie dem “Hot Button” systematisch abgezockt habe, um hohe Umsätze zu generieren. Er zeigt anhand eines konkreten Skandals, wie Redakteure sogar betrogen haben sollen, indem sie eine erratene Lösung (“Stearinlicht”) während der Livesendung heimlich gegen eine andere ausgetauscht hätten, um den eigentlich fälligen Gewinn nicht auszahlen zu müssen.

7. AI Slop statt Erinnerung: Wie KI den Holocaust verzerrt
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:47 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: “Mehr als 40 Holocaust‑Gedenkstätten warnen vor einer Flut täuschend echter KI‑Bilder zur NS‑Zeit. Lorenz Meyer erklärt in seinem Kommentar, wie ‘AI‑Slop’ historische Fakten verzerrt, Erinnerungskultur beschädigt und warum Social‑Media‑Plattformen dringend handeln müssen.”

KW 03/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

1. Wer in den Medien zu Wort kommt
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 34:18 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, welche Personen und Gruppen von Menschen in Medien zu Wort kommen. Deutschlandfunk-Hörer Hans Pfleiderer diskutiert darüber mit Anna Mayr von der “Zeit” und Journalismus-Professorin Annika Sehl.

2. Wieso ist Medienkritik nicht nur was für Nerds, sondern wichtig für alle?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 38:59 Minuten)
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von “Übermedien” blicken Redakteurin Annika Schneider und Gründer Boris Rosenkranz gemeinsam mit Holger Klein auf die Entwicklung des Magazins zurück. Dabei steht das unabhängige Geschäftsmodell im Fokus, das komplett auf Werbung und externe Fördergelder verzichte und stattdessen rein von der Community getragen werde. Die Leserschaft fungiere aber nicht nur als Finanzier, sondern liefere auch essenzielle Hinweise für die redaktionelle Arbeit.

3. Mediale Taktgeber: Die Welt der Nachrichtenagenturen
(youtube.com, Markus Wolsiffer & Tanjev Schultz, Video: 47:18 Minuten)
Markus Wolsiffer und Tanjev Schultz sprechen in “Die Medienversteher” über die zentrale Rolle von Nachrichtenagenturen, die oft als unsichtbares Fundament des modernen Journalismus fungieren würden. Sie heben besonders die Unabhängigkeit der dpa hervor, die im Gegensatz zu staatlichen Agenturen ausschließlich den beteiligten Medienunternehmen gehöre. Trotz des Wandels durch Künstliche Intelligenz würden Agenturen unverzichtbar bleiben, um in der Informationsflut Verlässlichkeit zu garantieren.

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4. Mehr als nur Technik – Innovation in den Medien
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 32:19 Minuten)
In der mittlerweile 301. Folge seines Podcasts “Satzzeichen” diskutiert Christian Jakubetz mit Anja Noster von der Hamburg Media School über den Innovationsbegriff in der Medienbranche. Am Beispiel des WPK Innovationsfonds und der Arbeitsweise von Content Creatorn erörtern sie, wie “pragmatischer Optimismus” und die Stärkung von Personenmarken zu zukunftsfähigen Entwicklungen beitragen.

5. Wer wann wie sprach und spricht
(deutschlandfunknova.de, Simon Kasper, Audio: 48:12 Minuten)
In seinem Vortrag beschreibt der Sprachwissenschaftler Simon Kasper einen starken Wandel der deutschen Sprache: Früher hätten vor allem regionale Dialekte bestimmt, wie Menschen sprechen. In den vergangenen 60 Jahren habe sich das jedoch grundlegend geändert. Durch mehr Mobilität und neue Medien seien die regionalen Unterschiede immer weiter zurückgegangen. Heute würden vor allem soziale Faktoren über unsere Sprache entscheiden.

6. Sandmännchen forever – Karriere einer Kultfigur
(ardmediathek.de, Sebastian Dehnhardt, Video: 1:09:28 Stunden)
Der Bayerische Rundfunk hat die Karriere einer Kultfigur nachgezeichnet: “Prominente und Wissenschaftler, Ostdeutsche und Westdeutsche, Kinder von einst und Eltern von heute: Sie alle tragen dasselbe Leuchten in den Augen, wenn sie vom Sandmännchen erzählen. Gemeinsam mit ihnen taucht die Dokumentation in das Leben und die Geschichte der Fernsehikone ein.”

KW 02/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie wird das Medienjahr 2026?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 40:31 Minuten)
Beim Deutschlandfunk diskutieren Shakuntala Banerjee (ZDF), Carsten Knop (“FAZ”) und Medienforscher Michael Graßl über den Start in das Medienjahr 2026. Die Gäste sind sich einig, dass Redaktionen Künstliche Intelligenz zwar als Hilfsmittel nutzen sollten, aber nur durch menschliche Prüfung, Transparenz und Fehlertoleranz das Vertrauen des Publikums sichern können. Trotz des enormen wirtschaftlichen Drucks und des Niedergangs der gedruckten Zeitung sehen sie Chancen in innovativen digitalen Formaten und tiefgründigen Recherchen.

2. Gefasst, gekidnappt, gefangen? – Wie berichten über die US-Aktion in Venezuela?
(ardaudiothek.de, Stefan Eising & Katrin Aue, Audio: 23:46 Minuten)
Bei “Medien – Cross und Quer” geht es um die Berichterstattung über den umstrittenen US-Militäreinsatz in Venezuela und die Festnahme von Machthaber Nicolás Maduro. Das Moderations-Duo Stefan Eising und Katrin Aue diskutieren mit der ARD-Korrespondentin Jenny Barke und dem WDR-Nachrichtenredakteur Udo Stiehl über die Kritik an verharmlosenden Schlagzeilen. Im Zentrum steht die Suche nach einer angemessenen Wortwahl, die das weltpolitische Geschehen präzise und neutral einordnet.

3. BBC, Litauen & Co.: Warum Europas Rundfunk im Kreuzfeuer steht
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 26:22 Minuten)
Die aktuelle Ausgabe von “BR24 Medien” beschäftigt sich mit dem wachsenden politischen und finanziellen Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Europa, der von staatlicher Einflussnahme in Litauen bis hin zu Klagen gegen die BBC reicht. Fachleute wie Katharina Weiß von der Organisation Reporter ohne Grenzen warnen davor, dass sich im Jahr 2026 entscheide, ob europäische Medienstandards verteidigt werden oder ob sich staatlich gelenkte Modelle weiter ausbreiten.

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4. Put-her-in-a-Bikini-Trend. Warum Grok jede Frau und jedes Kind in Reizwäsche packt
(youtube.com, Chan-jo Jun, Video: 7:13 Minuten)
Von der Künstlichen Intelligenz “Grok” können Nutzer täuschend echte, oft sexualisierende Bilder von realen Personen erstellen lassen, was zu einer Welle von unfreiwilligen Bikini-Deepfakes auf der Plattform X (vormals Twitter) geführt habe. Lauf Anwalt Chan-jo Jun stelle dies rechtlich zwar eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts dar, doch fehle bislang eine klare Strafbarkeit. Jun sieht hier einen Anwendungsfall für den Digital Services Act und fordert, dass Werte wie die Menschenwürde auch gegen den Widerstand von US-Plattformen politisch durchgesetzt werden müssen.

5. 25 Jahre RTL Journalistenschule und Berichten über Venezuela
(wdr.de, Sebastian Sonntag, Audio: 40:28 Minuten)
Das WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” thematisiert anlässlich des Jubiläums der RTL-Journalistenschule die Zukunftsaussichten für den journalistischen Nachwuchs. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der schwierigen Berichterstattung aus Venezuela sowie dem ethischen Umgang mit gefälschten Bildern. Zudem diskutieren Experten über die Gefahren durch den KI-Chatbot “Grok” und den aktuellen Zustand der Netzkultur.

6. Mehr als eine Suchmaschine – was KI wirklich kann
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 41:36 Minuten)
Im “Satzzeichen”-Podcast betont Gregor Schmalzried, Journalist und Co-Host des ARD-KI-Podcasts, dass Künstliche Intelligenz nicht als Suchmaschine, sondern als ergänzendes Werkzeug zum menschlichen Denken verstanden werden müsse. Er erläutert, wie die Technologie kreative Arbeitsprozesse verändere und wo ihre Grenzen in Bezug auf Verlässlichkeit lägen. Außerdem geht es um die Frage, ob der Einsatz von KI gesellschaftliche Gräben vertieft oder neue Möglichkeiten der Teilhabe schafft.

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