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Sender dementiert, Druck auf US-Medien, Die nonlineare Zukunft

1. Gedenkstätten-Chef macht ZDF Vorwurf – Sender dementiert
(t-online.de, Jonas Mueller-Töwe)
Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, sagte im Gespräch mit t-online.de, dass er in einem ZDF-Interview gebeten worden sei, aus Angst vor rechter Hetze in den Sozialen Medien keine direkten Bezüge zwischen der AfD und nationalsozialistischer Propaganda herzustellen (siehe die “6 vor 9” von gestern). Diesem Vorwurf trete das ZDF nun mit einer Stellungnahme entgegen: “Aus dem Transkript des Interviews, das dem ZDF vorliegt, geht hervor, dass die Autorin an keiner Stelle, wie von Herrn Wagner behauptet, gesagt hat, das ZDF oder die Redaktion würden einen Beitrag, in dem die AfD thematisiert wird, nicht senden.” Daraufhin habe Wagner seine Kritik noch einmal konkretisiert.

2. Druck auf US-Medien
(tagesspiegel.de, Daniel Krause)
Wie Daniel Krause im “Tagesspiegel” berichtet, sei Bill Owens, langjähriger Produzent der US-Investigativsendung “60 Minutes”, zurückgetreten, weil er sich unter wachsendem politischen und firmeninternen Druck nicht mehr frei in seinen Entscheidungen gefühlt habe. Insbesondere die Einflussversuche auf die Berichterstattung aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump und der Eigentümerin Shari Redstone hätten Owens Unbehagen bereitet.

3. Voice of America soll wieder senden
(reporter-ohne-grenzen.de)
Auf Betreiben der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) und des US-Auslandssenders Voice of America habe ein US-Bundesrichter die Trump-Administration angewiesen, die Abwicklung der Auslandssender rückgängig zu machen und den Sendebetrieb wiederherzustellen. “Die Entscheidung des Gerichts ist ein klares Zeichen gegen das pressefeindliche Vorgehen der US-Regierung”, sagt RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

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4. Sarah Palin scheitert mit Klage gegen “New York Times”
(taz.de)
Die stramm-rechte US-Politikerin Sarah Palin sei mit ihrer Verleumdungsklage gegen die “New York Times” (“NYT”) gescheitert. Eine Jury habe entschieden, dass ein fehlerhafter Leitartikel sie nicht absichtlich diffamiert habe. Die “NYT” hatte 2017 fälschlicherweise behauptet, Palins politisches Aktionskomitee sei indirekt für einen Schusswaffenangriff mitverantwortlich. Die Redaktion hatte den Fehler jedoch schnell korrigiert.

5. Medienentwicklung neu denken: Ein Gespräch mit Dr. Michel Leroy
(de.ejo-online.eu)
Bei “EJO-Online” spricht Kommunikationswissenschaftler Michel Leroy über die zentralen Thesen seines Buches “The Sustainability Imperative in Media Development” und kritisiert die westliche Medienhilfe in Entwicklungsländern. Leroy hinterfragt die verbreitete Annahme, dass diese Hilfe automatisch nützlich sei, und bezeichnet das Konzept der Nachhaltigkeit als “eigennützigen Mythos”. Dieser diene oft mehr den Interessen der Geldgeber als den lokalen Medien.

6. Die nonlineare Zukunft des Fernsehens mit Leonhard Dobusch
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 27:08 Minuten)
Im Podcast “Läuft” spricht Alexander Matzkeit mit dem Wirtschaftswissenschaftler und ZDF-Verwaltungsratsmitglied Leonhard Dobusch über den Umbau der ZDF-Website zu einem Streamingportal. Die beiden diskutieren darüber, was dieser Schritt für die Zukunft des linearen Fernsehens bedeutet und inwieweit das neue Angebot den Anforderungen an öffentlich-rechtliche Onlineangebote entspricht.

7. 20 Jahre YouTube
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:51)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator den 20. Geburtstag von YouTube: “YouTube hat vielen Menschen Chancen eröffnet, Wissen frei zugänglich gemacht, Kreativität gefördert. Und ja, das verdient Anerkennung. Aber das reicht nicht. Wer eine Bühne für die ganze Welt baut, kann sich nicht damit rausreden, nur der Hausmeister zu sein.”

Nicht über AfD sprechen?, Kliemanns Fiebertraum, Internettrend Ragebait

1. “So etwas habe ich nie zuvor erlebt”
(t-online.de, Jonas Mueller-Töwe)
Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, sagt im Gespräch mit t-online.de, dass er in einem ZDF-Interview gebeten worden sei, aus Angst vor rechter Hetze in den Sozialen Medien keine direkten Bezüge zwischen der AfD und nationalsozialistischer Propaganda herzustellen. Außerdem hat Wagner einen generellen Tipp für Medien: “Es ist ein Fehler, rechtsextreme Politiker in Talkshows einzuladen. Verfassungsfeindliche Positionen werden damit normalisiert. Als ob es bloße Meinungen wären, über die man diskutieren kann. Die Vorstellung, diese Leute inhaltlich zu entzaubern, ist trügerisch. Das funktioniert nicht. Weder in den Medien noch in der Politik.”

2. BND muss Informationen über Corona-Ursprung nicht offenlegen
(zeit.de)
Das Bundesverwaltungsgericht habe entschieden, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) keine Informationen über seine Erkenntnisse zum Ursprung des Coronavirus an Medien herausgeben müsse. Der Antrag des Axel-Springer-Verlags sei abgelehnt worden, weil die Informationen nach Ansicht des Gerichts die Funktionsfähigkeit des BND sowie außenpolitische Interessen, insbesondere gegenüber China, gefährden könnten. Hintergrund seien Recherchen, wonach dem BND plausible Hinweise auf die sogenannte Laborthese vorlägen, die jedoch seit Jahren unter Verschluss gehalten würden.

3. Fynn Kliemanns Comeback ist ein Fiebertraum
(youtube.com, Alexander Prinz, Video: 33:57 Minuten)
Auf seinem Youtube-Kanal “Der dunkle Parabelritter” beschäftigt sich Alexander Prinz kritisch mit dem Comeback von Fynn Kliemann und fragt, ob dessen Rückkehr tatsächlich von echter Reue oder nur von kluger Inszenierung geprägt ist. Prinz analysiert Kliemanns mediale Auftritte, sein neues Album, eine Kunstausstellung und die ARD-Doku, in der Kliemann viel Raum für seine Version der Geschichte rund um einen Maskenskandal bekommt. Im Zentrum steht die Frage: “Hat sich Kliemann wirklich verändert? Und hat er seine wortreichen Entschuldigungen ernst gemeint oder war das am Ende auch wieder nur Show?”

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4. Reality dank Rundfunkbeitrag: ARD & ZDF trauen sich was
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath beschreibt, wie sich ARD und ZDF langsam dem Reality-TV öffnen und sich damit ein Genre erschließen, das bislang vor allem bei Privatsendern und Streamingdiensten stattfand. Statt auf Dating und nackte Haut setzen neue Formate wie “Wettlauf um die Welt” oder “Werwölfe” auf Strategie, Abenteuer und Wissensvermittlung. Diese Entwicklung könnte nicht nur das Image des Genres verbessern, sondern auch helfen, in Zeiten knapper Budgets kostengünstig Spannung und Unterhaltung zu produzieren.

5. ARD-Akzeptanzstudie 2025: Digitalstrategie zahlt sich aus
(verdi.de)
Die ARD-Akzeptanzstudie 2025 (PDF) zeige, dass die Digitalstrategie der ARD insbesondere bei jungen Menschen wirke: Die Nutzung digitaler Angebote sei bei den 14- bis 24-Jährigen um 20 Prozentpunkte gestiegen. Insgesamt würden 73 Prozent der Bevölkerung die ARD für wichtig halten, insbesondere die junge Zielgruppe bewerte sie heute deutlich positiver als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig gebe es Nachholbedarf bei der Repräsentation: Weniger als die Hälfte der Befragten habe der Aussage, die ARD gibt “Menschen wie mir eine Stimme”, zugestimmt.

6. Reichweite geht durch den Magen
(taz.de, Laila Oudray)
Content Creator würden auf Plattformen wie TikTok und Instagram absichtlich ekelhafte oder absurde Kochrezepte umsetzen, um gezielt Empörung auszulösen – sogenannter Ragebait. Die wütenden Reaktionen würden für hohe Reichweite sorgen, von Algorithmen belohnt und von Reaction-Kanälen weiterverbreitet. Laut Fachleuten verändere diese Dauerempörung nicht nur den Ton in Sozialen Medien, sie wirke langfristig auch nachteilig auf gesellschaftliche Debatten.

Polizei wehrt sich, Rechte-KI-Bilder, Unterschätzter Chronist Phoenix

1. Die Polizei nicht als populistisches Sprachrohr missbrauchen
(gdp.de)
Eine Polizeigewerkschaft, die Gewerkschaft der Polizei Niedersachsen, kritisiert die Äußerungen von Manuel Ostermann, stellvertretender Vorsitzender einer anderen Polizeigewerkschaft, der DPolG Bundespolizeigewerkschaft, die dieser auf X/Twitter gepostet hat und die durch die “Bild”-Redaktion verbreitet werden (Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators: und die in ähnlicher Form von CDU-Politiker Friedrich Merz während der Bundestagsdebatte am Freitag vorgetragen wurden): “Wer tägliche Gruppenvergewaltigungen als Argument für einen schärferen Asylkurs in die Waagschale wirft, der handelt nicht nur stark populistisch, sondern auch ohne jede statistische Grundlage und polizeiliche Sachkenntnis.”

2. Sind die Plattformen gegen Manipulation gewappnet?
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Ingo Dachwitz analysiert, wie Social-Media-Plattformen wie Meta, YouTube, TikTok und X mit Desinformation und Manipulation im Bundestagswahlkampf umgehen. Während einige Plattformen zumindest Maßnahmen wie Faktenchecks oder Werbeverbote ergreifen, falle insbesondere X negativ auf. Zudem warnt der Artikel vor russischen Einflusskampagnen und populistischen Desinformationsstrategien deutscher Parteien.

3. Unterschätzter Chronist der Republik: Ein Plädoyer für Phoenix
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader hält ein Plädoyer für Phoenix, den Ereigniskanal von ARD und ZDF, der “zur Disposition stehen könnte”: “Phoenix ist im Grunde genommen weniger klassisches Fernsehen als vielmehr ein demokratischer Beobachtungsposten: Er dokumentiert die Entwicklung unserer Demokratie, archiviert die wichtigen Momente und macht sie durch Einordnung verständlich. Die Phoenix-Mediathek wird so ein Stück weit zum politischen Gedächtnis der Republik, sortiert nach Themen und Ereignissen.”
Weiterer Lesetipp: Für den Erhalt des Senders macht sich derzeit eine Petition stark: phoenix muss bleiben! – Für eine besser informierte Republik (inn.it).

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4. Trump auf allen Kanälen – Wie Redaktionen und Publikum damit umgehen können
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 43:18 Minuten)
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump beherrscht das Spiel mit den Medien aus dem Effeff. Welche Methoden verwendet er? Mit welchen Tricks arbeitet er? Und was können Medien und Publikum bei all dem tun? Darüber spricht Stephan Beuting mit der Chefreporterin im Hauptstadtbüro von t-online.de, Sara Sievert, und dem Medienwissenschaftler Stephan Weichert.

5. Die gefährliche Allmacht von Social Media in Lateinamerika
(taz.de, Katharina Wojczenko)
Soziale Medien wie Facebook und WhatsApp seien in Lateinamerika aufgrund der kostenlosen Nutzung durch “Zero-Rating” oft die einzige Informationsquelle, was Manipulation und Desinformation begünstige. Da Regierungen kaum regulierend eingreifen und Faktenchecks zunehmend wegfallen würden, avanciere Social Media zum Hauptmedium für politische Propaganda, Hetze und “Fake News”. Besonders betroffen seien vulnerable Gruppen, die sich Desinformationen kaum entziehen könnten. Außerdem würden viele Organisationen aus Angst vor Repressionen zur Selbstzensur greifen.

6. Echte Emotionen. Generative KI und rechte Weltbilder
(geschichtedergegenwart.ch, Roland Meyer)
“Die radikale Rechte liebt generative KI. Trump wie Musk teilen massenhaft KI-generierte Bilder auf ihren Plattformen, und auch die AfD hat schon lange den Nutzen von Midjourney & Co. für ihren Wahlkampf erkannt. Dabei zeigt sich: Die Technologie ist kein politisch neutrales Werkzeug. Als Nostalgiemaschine und Klischeeverstärker drängt sie sich für den Entwurf rechter Weltbilder geradezu auf.” Roland Meyer erklärt, wie generative KI zur Verbreitung rechter beziehungsweiser rechtsradikaler Propaganda genutzt wird.

Kampagnen gegen Habeck, Fehler bei Gelbhaar-Recherche, “ttt”-Desaster

1. Die wilden Kampagnen gegen Robert Habeck
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 27:57 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen kritischen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal geht es um den Umgang bestimmter Medien mit dem Grünen-Politiker Robert Habeck: “In diesem Video zeige ich, mit welchen Tricks einige Medien und politische Influencer – z.B. die BILD-Zeitung, Alexander Raue (Vermietertagebuch) oder Julian Reichelt (Nius; Achtung, Reichelt!) – gegen den Kanzlerkandidaten der Grünen kämpfen und damit riesigen Hass und unfassbare Gewalt- und Mordfantasien befeuern.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. RBB-Chefredakteur räumt Fehler bei Gelbhaar-Recherche ein
(spiegel.de)
Der RBB hat journalistische Fehler bei der Berichterstattung über Belästigungsvorwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar (Grüne) eingeräumt. Die zentrale Zeugin “Anne K.” existiere nicht. RBB-Chefredakteur David Biesinger spreche von krimineller Energie und betrügerischer Absicht, auf die der öffentlich-rechtliche Sender hereingefallen ist. Man habe Strafanzeige gegen eine Person gestellt. Gelbhaar habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Die Grünen-Bezirkspolitikerin, die die Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte, sei aus der Partei ausgetreten.

3. Klischees versus Realität
(tagesschau.de, Tom Garus)
“Der Anteil der Frauen in Führungspositionen der größten deutschen Unternehmen steigt nur langsam. Liegt das auch an der Art der Berichterstattung über Managerinnen in den Medien?” Tom Garus fasst die Ergebnisse des neuen “Managerinnen-Barometers” zusammen, für das drei Wissenschaftlerinnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Zehntausende Artikel aus drei großen überregionalen Tageszeitungen ausgewertet hätten.

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4. “Hetze und Demokratiefeindlichkeit” – Hessischer Rundfunk verlässt Kurznachrichtendienst X von Musk
(tagesspiegel.de)
Immer mehr Medien und Institutionen verlassen Elon Musks Plattform X/Twitter. Nun hat sich auch der Hessische Rundfunk von dort zurückgezogen. X sei aus Sicht des Senders kein Ort mehr für einen offenen und fairen Austausch. Seit Milliardär Musk die Plattform übernommen hat, würden dort zunehmend Hetze und Demokratiefeindlichkeit dominieren, so “hessenschau”-Leiter Fabian Kühne in einer Mitteilung.

5. EU-Kom­mis­sion for­dert von X interne Doku­mente
(lto.de)
Und noch einmal X: Die EU-Kommission ermittelt gegen Elon Musks Plattform und fordert interne Dokumente zu Algorithmen sowie Zugang zu Programmierschnittstellen, um potenzielle Verstöße gegen den Digital Services Act zu prüfen. Ziel sei es, systemische Risiken wie Desinformation und Hassrede zu bewerten. Musk stehe zudem wegen seines politischen Einflusses, etwa durch die Unterstützung der AfD, unter Beobachtung. Bei Nichteinhaltung der Vorschriften würden X empfindliche Strafen drohen, darunter Geldbußen und tägliche Strafzahlungen.

6. “ttt”: Redakteure kritisieren ARD für “Kommunikationsdesaster”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, habe die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redaktionsausschüsse die ARD für ihr “Kommunikationsdesaster” rund um die Personalie Thilo Mischke kritisiert: “Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht ohne Not schlecht da. Zum einen durch eine mangelhafte, verzagte Krisenkommunikation, in der niemand von den direkt Verantwortlichen für die Entscheidung Verantwortung übernommen und sie erklärt hat”, heiße es von der Arbeitsgemeinschaft. Mischke war als Co-Moderator für das Kulturmagazin “titel, thesen, temperamente” vorgesehen.

Aufschub für TikTok?, Zwischen politischen Fronten, Aserbaidschan

1. TikTok beantragt Aufschub für drohendes US-Verbot – und hofft auf Trump
(spiegel.de)
TikTok habe gegen ein drohendes Verbot in den USA einen Aufschub beantragt, um das entsprechende Gesetz vorübergehend auszusetzen, bis der Oberste Gerichtshof den Fall entschieden habe. Andernfalls drohe der Videoplattform einen Tag vor dem Regierungswechsel im Januar die Abschaltung. Die chinesische Muttergesellschaft ByteDance wehre sich weiterhin gegen die gegen sie erhobenen Spionagevorwürfe.
Weiterer Lesetipp zu TikTok: Bei netzpolitik.org kommentiert der Datenschutzexperte Thilo Weichert: “Die etablierten Parteien haben eine Brandmauer zur AfD hochgezogen. Wann aber kommt die Brandmauer zu TikTok? Die Plattform geht kaum gegen Falschinformationen und Hetze vor.”

2. Wenn Journalisten zwischen politische Fronten geraten
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 27:51 Minuten)
Mit zwei Mitarbeitern des ARD-Studios in Moskau sind erneut Journalisten zwischen die politischen Fronten geraten und müssen Russland verlassen. Nina Landhofer fragt: “Was bedeutet das für Medien, wenn wegen Ihnen Staaten erpresst werden? Wie wirkt sich solch ein Druck auf die Journalisten aus? Wie hat sich das Mediensystem in Russland in den letzten Jahren verändert? Und vor allem: Wie kann gute Berichterstattung weiter funktionieren?”

3. Aserbaidschan wird immer gefährlicher für Journalisten
(taz.de, Bernhard Clasen)
Bernhard Clasen berichtet über die Verhaftung mehrerer Journalistinnen und Journalisten des unabhängigen Medienunternehmens “Meydan TV” in Aserbaidschan. Ihnen wird die illegale Einfuhr von Devisen vorgeworfen, was “Meydan TV” als unbegründet und repressiv zurückweise. Clasen stellt die Vorfälle in Zusammenhang mit einer seit 2014 verschärften Gesetzgebung, die unabhängigen Journalismus und Nichtregierungsorganisationen zunehmend kriminalisiere.

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4. Klimathemen in Sozialen Medien
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben berichtet über Vanessa Kokoschkas Forschung zur Wirkung von Plattform-Algorithmen auf klimajournalistische Inhalte. Die Untersuchung basiere auf einer Analyse von Formaten auf Instagram, TikTok und Youtube und behandle die Frage: “Inwieweit passen Redaktionen ihre klimajournalistischen Beiträge der algorithmischen Plattformlogik an?”

5. Chefin zu zweit
(journalist.de, Catalina Schröder)
“Die Journalistinnen Lydia Leipert und Rebecca Zöller teilen sich ihre Führungsposition im Bayerischen Rundfunk. Das Jobsharing bekommt als Modell immer mehr Aufmerksamkeit – wie sinnvoll ist so eine Tandem-Konstruktion im Journalismus?” Über diese und weitere Fragen hat sich Catalina Schröder mit dem Jobsharing-Duo unterhalten.

6. ARD will Kommentare in die Mediathek integrieren
(dwdl.de, Alexander Krei)
Die ARD plane, in ihrer Mediathek eine Kommentarfunktion einzuführen. Dies solle einen stärkeren Dialog mit den Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen. Der genaue Zeitpunkt für die Einführung stehe jedoch noch nicht fest.

Faeser verbietet “Compact”, BVG erreicht Endstation, “Leuchtturm”

1. Faeser verbietet “Compact”
(tagesschau.de, Michael Götschenberg & Holger Schmidt)
Bundesinnenministerin Nancy Faeser habe das rechtsextreme Magazin “Compact” wegen Verstoßes gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verboten. Seit den frühen Morgenstunden würden in mehreren Bundesländern Geschäftsräume und Wohnungen der Verantwortlichen durchsucht, um Beweismaterial zu sichern. Ziel des Verbots sei es, alle Formate und Online-Auftritte von “Compact” zu beenden und das Vermögen zu beschlagnahmen.
Weitere Lesetipps: Wir hatten vergangenen Mittwoch in den “6 vor 9” einen Beitrag über eine “Compact”-Kundgebung verlinkt, bei der eine Regenbogenflagge öffentlich zerrissen und in Brand gesetzt worden war. Außerdem empfehlen wir den BILDblog-Beitrag von Benedikt Frank, in dem dieser bereits im Jahr 2018 über die Verbindungen von “Compact” zu Rechtspopulisten und Rechtsradikalen berichtete.

2. Netzwerk Recherche verleiht den Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen
(netzwerkrecherche.org)
Einmal im Jahr vergibt das Netzwerk Recherche (NR) den “Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen”. In diesem Jahr wird die Auszeichnung an das Medienhaus “Correctiv” gehen, das im Januar über ein geheimes Treffen von Rechtsextremen in einer Potsdamer Villa berichtete. “Die Arbeit von Correctiv steht exemplarisch für den Wert und die Notwendigkeit von investigativem Journalismus”, so der NR-Vorsitzende Daniel Drepper: “Selten hat eine einzelne Recherche einen solchen Impact gehabt und uns allen gezeigt, wie wichtig diese Art von Journalismus für unseren demokratischen Diskurs ist.”

3. Mit wem reden, wenn nichts mehr geht?
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 47:25 Minuten)
Die “Helpline” ist laut Eigenbeschreibung eine “unabhängige, anonyme und kostenlose Telefonberatung für mental belastete Journalist*innen”. Dass es sie weiterhin gibt, liegt auch daran, dass sie für ein zweijähriges Förderprogramm der Bundesregierung ausgewählt wurde. Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz sprechen in ihrem Podcast “Druckausgleich” mit Malte Werner, der Projektleiter der “Helpline” ist.

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4. Khesrau Behroz: “Ich bin Öffentlichkeitsjournalist”
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 27:21 Minuten)
Zu Gast bei “Läuft” ist Khesrau Behroz, bekannt für seine dokumentarischen Podcasts. In seiner neuesten Produktion geht es um einen berühmten Mordfall aus dem Jahr 2007: “Judging Amanda Knox”. Behroz spricht mit Alexander Matzkeit darüber, ob er sich selbst als Medienjournalist sieht und warum der Fall Amanda Knox immer noch aktuell ist. Außerdem erklärt er seine verschiedenen Rollen in seiner Produktionsfirma.

5. Katapult kündigt Zeitung für Sachsen an: Ziel sind 500.000 Exemplare
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Das Greifswalder Magazin “Katapult” plane, im August 2024 eine Zeitung für Sachsen herauszugeben, um vor der Landtagswahl über die AfD aufzuklären und die positiven Aspekte der Migration hervorzuheben. Die Finanzierung der angestrebten Auflage von 500.000 Exemplaren solle über Spenden erfolgen. Und auch bei der Verteilung der Zeitung setze “Katapult” auf die Community.

6. Hass und Hetze – BVG verkündet “Endstation”
(tagesspiegel.de, Dominik Mai)
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) waren dafür bekannt, auf Twitter einen oft humorvollen und direkten Kommunikationsstil zu pflegen, der bei vielen Nutzerinnen und Nutzern beliebt war. Nun haben sie ihre Accounts auf der Social-Media-Plattform X/Twitter wegen zunehmender Hetze und Hass sowie mangelnder Moderation stillgelegt. Das Umfeld auf X entspreche nicht mehr den Werten des Unternehmens.

Offener Brief gegen Kürzungen, Telefonseelsorge, Wutköder

1. Offener Brief zu Kürzungen beim MDR
(djv.de)
Verschiedene Journalistinnen und Journalisten haben sich in einem offenen Brief gegen die Kürzungspläne des MDR im Bereich der investigativen Recherche und der regionalen Hintergrundberichterstattung gewandt: “Wir fürchten um die publizistische Schlagkraft des MDR, um die Erfüllung unseres öffentlich-rechtlichen Auftrags und nicht zuletzt um das Vertrauen unseres Publikums. Daher fordern wir Sie auf, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen braucht es mehr statt weniger investigative, regionale politische Berichterstattung.” Die im Brief angesprochene Leitungsebene des Senders hat mit einer Stellungnahme reagiert, über die Medienjournalist Stefan Niggemeier schreibt: “Da wird schroff deklamiert, statt den Kollegen, die es gut meinen und viele Leute hinter sich gesammelt haben, denen der MDR offenbar nicht egal ist, ein Gesprächsangebot zu machen.”

2. Rufen Sie bitte später zurück
(taz.de, Shoko Bethke)
Viele Medien, darunter auch das BILDblog, verbinden ihre Berichterstattung zum Thema Suizide mit einem Hinweis auf die Telefonseelsorge. Dies helfe Menschen in akuten Krisen jedoch nur bedingt. Die Erreichbarkeit und die Eignung für akute Fälle würden von einigen Personen, die versucht haben, die Telefonseelsorge zu erreichen, kritisch gesehen. Auch die Telefonseelsorge selbst fühlt sich überlastet. Medien wie der “Spiegel” und neuerdings auch die “taz” verweisen daher auf verschiedene Hilfsangebote.

3. Meine Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen die verleumderische Hetze von BILD
(michael-wildt.de)
Michael Wildt, Professor für Deutsche Geschichte mit Schwerpunkt Nationalsozialismus, hat beim Deutschen Presserat Beschwerde gegen einen seiner Ansicht nach verleumderischen Artikel der “Bild”-Zeitung eingelegt. Darin werde fälschlicherweise behauptet, er und weitere Unterzeichner einer Erklärung von Lehrenden an Berliner Universitäten würden “Juden-Hass-Demos” unterstützen. Der Artikel verdrehe laut Wildt bewusst die Tatsachen, da die unterzeichnete Erklärung lediglich den Polizeieinsatz an der Freien Universität Berlin kritisiere und das Grundrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit verteidige.

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4. “Da kann man nur den Kopf schütteln”
(t-online.de, Amir Selim)
ZDF-Wettermoderator Özden Terli warnt nicht nur im Fernsehen, sondern auch in den Sozialen Medien vor den Folgen der Klimakrise. Amir Selim sprach mit ihm unter anderem über die aktuellen Temperaturrekorde. Außerdem geht es in dem Interview um die Fragen, welche konkreten Auswirkungen die hohen Temperaturen in Deutschland haben, worauf Terli bei seiner Berichterstattung Wert legt, und was Medien generell besser machen können.

5. »Wenn ich von links und rechts beschimpft werde, ist das genau richtig«
(spiegel.de, Markus Böhm)
Der “Spiegel” hat mit dem Youtuber Alexander Prinz gesprochen, der sich als “Dunkler Parabelritter” auf seinem Kanal mit politischen und kulturellen Kontroversen auseinandersetzt. Dabei fällt eine Parallele zum gestern verlinkten Interview mit der Aufklärungsseite “Volksverpetzer” auf, in dem Betreiber Thomas Laschyk erklärt, warum er oft reißerische Überschriften verwendet. Was für den einen reißerische Überschriften sind, sind für den anderen Vorschaubilder als Wutköder, über die Prinz sagt: “Von diesen wütenden Gesichtern würde ich gern wegkommen. Aber viele Leute klicken ohne solche Stilmittel nicht auf das Video. Und wenn mehrere Prozent der Zuschauer wegbleiben, ist das für den YouTube-Algorithmus und die weitere Verbreitung des Videos toxisch. Da kann die wochenlange Arbeit mehrerer Leute einfach untergehen.”

6. Wie Sie sehen, hören wir nichts
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz, Video: 2:09 Minuten)
Boris Rosenkranz wollte sich beim NDR über den Hamburger Hafengeburtstag informieren, hatte aber Hörprobleme. Die lagen jedoch ausdrücklich nicht an ihm: “Beim Hafengeburtstag in Hamburg platziert der NDR seine Moderatorin direkt vor der schwimmenden Bühne. Wer hätte ahnen können, dass es da EIN BISSCHEN LAUT WIRD – und dass dann auch noch Scooter spielt!?”

Irritierender Aufstieg, Gericht urteilt für Freie, Podcasts wachsen

1. Irritierender Aufstieg Deutschlands
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Johannes Drosdowski hat sich die Rangliste der Pressefreiheit 2024 von Reporter ohne Grenzen angesehen. Die Liste werde erneut von Norwegen angeführt. Deutschland habe sich im Vergleich zum Vorjahr von Platz 21 auf Platz 10 verbessert, allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern weil sich das Umfeld verschlechtert habe – ein “irritierender Aufstieg”.
Weiterer Lesetipp: Ausführliche Informationen mit zahlreichen Links gibt es direkt bei Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit 2024: Gewalt bedroht Berichterstattung über Wahlen.

2. Al-Jazeera in Israel nicht mehr empfangbar
(zdf.de)
Die israelische Regierung habe beschlossen, den arabischen Fernsehsender Al-Jazeera in Israel abschalten zu lassen. Sie werfe dem Sender aus Katar vor, arabische Zuschauerinnen und Zuschauer gegen Israel aufzuhetzen. Al-Jazeera weise die Vorwürfe zurück, und auch die Vereinten Nationen hätten umgehend die Aufhebung des Verbots gefordert.

3. Gericht urteilt für Freie
(djv.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband und die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi (dju) berichten über einen juristischen Sieg gegen die Honorarpraxis der “Kieler Nachrichten” für freie Journalistinnen und Journalisten. Die dju-Vorsitzende Tina Groll erklärt dazu: “Die Gerichtsentscheidung gegen die Kieler Zeitung ist ein Erfolg für Freie bei den Kieler Nachrichten und bei allen anderen Zeitungen. Honorarvereinbarungen müssen sich an den Gemeinsamen Vergütungsregeln für Tageszeitungen orientieren, dürfen keine Pauschalierungen zulasten der freien Journalist*innen vorsehen.”

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4. Urteil gegen Ex-MDR-Unterhaltungschef rechtskräftig
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der ehemalige MDR-Unterhaltungschef Udo Foht ist laut “DWDL” rechtskräftig wegen Betrugs und Bestechlichkeit verurteilt worden, nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) die Revision gegen ein Urteil des Landgerichts Leipzig verworfen hat. Foht hatte zugegeben, über mehrere Jahre hinweg Geldgeber aus dem Showgeschäft um Darlehen gebeten zu haben, die er nicht zurückzahlen konnte. Das Landgericht hatte ihn zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, die der BGH nun bestätigt habe.

5. Höheres Selbstwertgefühl ohne Social Media
(tagesschau.de, Frank Wittig)
Der Wissenschaftsjournalist Frank Wittig weist auf eine kanadische Studie hin, die zeige, dass schon eine Woche ohne Soziale Medien das Selbstwertgefühl junger Frauen und deren Einstellung zum eigenen Körper verbessere. Die starke Präsenz von “idealen Körpern” in den Sozialen Medien belaste demnach psychisch vor allem junge Frauen, die anfällig für Schlankheitsideale seien. Die Studienleiterin und Psychologieprofessorin Jennifer Mills mache dafür auch den medialen Wandel verantwortlich: “Damals konnte man nur eine begrenzte Anzahl von Minuten oder Stunden damit verbringen, Mode- und Beauty-Magazine zu lesen, und sie erschienen nur einmal in der Woche.” Nun seien die Möglichkeiten ins “Unendliche” gewachsen.

6. Wie sich der Podcast entwickelt
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler hat sich die neuesten Zahlen zum Podcastmarkt angeschaut. Die Nutzung von Podcasts nehme stetig zu, und auch die Verweildauer sei deutlich gestiegen. Podcast-Werbung werde von vielen Nutzerinnen und Nutzern akzeptiert, insbesondere wenn die Produkte von den Hosts über sogenannte Host-Read Ads empfohlen werden. Zudem gebe es einen Trend zu Live-Formaten und Video-Podcasts.

Vergütungspflicht gefordert, EU vs. TikTok, netzpolitik verlässt Twitter

1. Verleger: “Sehen gerade Versagen der Politik”
(deutschlandfunk.de, Bettina Köster& Mike Herbstreuth)
Obwohl von der Ampelregierung ursprünglich im Koalitionsvertrag vorgesehen, spiele das Thema staatliche Presseförderung in Deutschland aktuell keine Rolle. Nun komme zu den sowieso schon bestehenden Sorgen vieler Verlage, etwa die hohen Druck- und Vertriebskosten und die begrenzte Zahlungsbereitschaft der Kundinnen und Kunden, eine weitere Herausforderung hinzu: die Künstliche Intelligenz (KI) und deren Folgen. Dies lässt erneut den Ruf von Verlagsvertretern nach staatlicher Unterstützung laut werden.

2. Vergütungspflicht muss kommen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Mika Beuster, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, fordert den Gesetzgeber auf, eine Vergütungspflicht für die Nutzung von Inhalten durch Unternehmen, die im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) tätig sind, einzuführen: “Es kann nicht sein, dass ChatGPT und andere völlig legal zum Nulltarif mit Inhalten von Medienschaffenden trainiert werden und die KI-Unternehmen auf diese Weise Milliarden scheffeln. Der Gesetzgeber kann es nicht länger zulassen, dass die einen Inhalte produzieren, während die anderen die Gewinne abschöpfen.”

3. Wir verlassen Twitter
(netzpolitik.org)
Mit netzpolitik.org verlässt ein weiterer wichtiger Account die Plattform, die früher einmal als Twitter bekannt war und inzwischen X heißt: “Musks technische und inhaltliche Entscheidungen sowie der Exodus vieler demokratischer Accounts haben dazu geführt, dass ein pluraler und offener Diskurs auf der Plattform nicht mehr möglich ist – und stattdessen vorrangig Hass und Hetze stattfinden und verbreitet werden. Auch unter den Inhalten, die wir dort posteten.”

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4. Russisches Gericht verurteilt Meta-Sprecher zu sechs Jahren Straflager
(spiegel.de)
Laut der unabhängigen russischen Nachrichtenseite “Mediazona” wurde Andy Stone, Sprecher der Facebook-Muttergesellschaft Meta, von einem russischen Gericht in Abwesenheit zu sechs Jahren Straflager verurteilt. Stone lebt in den USA und somit außerhalb des Zugriffs russischer Behörden. Grund für Anklage und Verurteilung seien Stones Äußerungen zur Moderation von Beiträgen zum Ukraine-Krieg.

5. 7 Fragen an Johanna Rüdiger
(turi2.de)
“Die Social-Media Sprache ist viel authentischer und informeller als wir Journalist*innen es gewohnt sind”, findet Johanna Rüdiger, die als Social-Media-Koordinatorin bei der Deutschen Welle arbeitet. Sie bespielt außerdem erfolgreich eigene reichweitenstarke Kanäle. Im Gespräch mit Peter Turi geht es unter anderem um die Fragen, wie sie als Journalistin bei TikTok gelandet ist, was die Social-Media-Prominenz mit ihr gemacht hat und welche Social-Media-Tipps sie für ihre Kolleginnen und Kollegen hat.

6. TikTok wendet Strafzahlung vorerst ab
(zeit.de)
Gestern haben wir in den “6 vor 9” von einem Ultimatum der EU an das Unternehmen hinter TikTok berichtet, binnen 24 Stunden ein Risikoprofil für die neue App TikTok Lite vorzulegen. Dem sei TikTok nachgekommen und habe damit vorerst eine Geldstrafe verhindern können. Bei der Auseinandersetzung geht es um die Frage, ob die neue App die psychische Gesundheit von Minderjährigen gefährdet und damit gegen EU-Regeln verstößt.

Gericht legt Axt an, Cybermobbing, TikTok als Propagandaplattform

1. FragDenStaat ab jetzt nur noch analog
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter bei netzpolitik.org berichtet, hat das Bundesverwaltungsgericht auf Antrag des Bundesinnenministeriums anonyme Informationsfreiheitsanfragen für unzulässig erklärt. Die Entscheidung betreffe insbesondere die Plattform “FragDenStaat”, über die Bürgerinnen und Bürger einfach und anonym Dokumente bei Behörden anfordern konnten. Damit erschwere das Gericht den bisher niedrigschwelligen digitalen Zugang zu Informationen und zwinge die Kommunikation zurück auf den traditionellen Postweg.
Lesenswert dazu auch die Stellungnahme von “FragDenStaat”: Bundesverwaltungsgericht legt die Axt ans Informationsfreiheitsgesetz (fragdenstaat.de, Arne Semsrott).

2. Zwischen Medienhype und Cybermobbing
(deutschlandfunk.de, Lena Fuhrmann, Audio: 5:39 Minuten)
“Spiegel TV” hat kürzlich eine Reportage über den selbsternannten “Anzeigenhauptmeister” ausgestrahlt, in der das Fernsehteam einen 18-Jährigen bei seinem Einsatz gegen Parksünder begleitet hat. Das Video verbreitete sich viral, das Thema wurde von vielen anderen Medien aufgegriffen – mit unangenehmen Folgen für den jungen Mann, der sich nun auch im realen Leben Beschimpfungen, Drohungen und Angriffen ausgesetzt sehe. Der Fall wirft die Frage nach der Verantwortung der berichtenden Redaktionen auf.
Dazu auch ein Lesetipp: Boris Rosenkranz hatte bereits vor zwei Wochen in einem lesenswerten Beitrag bei “Übermedien” berichtet: Wie “Spiegel TV” einen 18-Jährigen zur Hetze freigab (uebermedien.de).

3. TikTok: Im Zentrum der politischen Debatte
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen & Simon Hurtz)
Die aktuelle Ausgabe des “Social Media Watchblog” beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Videoplattform TikTok, die verschiedentlich auch für Propaganda genutzt werde: “Welche Rolle spielt TikTok als Propagandaplattform beim Krieg in Nahost? Warum ist die AfD auf TikTok so erfolgreich? Kommt ein TikTok-Verbot in den USA?”

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4. So unterstützt RSF Medien in Gaza
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisationen Reporter ohne Grenzen (RSF) und Arab Reporters for Investigative Journalism unterstützen Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen mit Arbeitsmaterialien, Hilfsgütern und eingerichteten Arbeitszonen. Seit beginn des Krieges habe man mehr als 90 Medienschaffende versorgt, trotz Schwierigkeiten wie blockierten Kommunikationswegen und Luftangriffen. “Vor allem palästinensische Journalistinnen und Journalisten sind unser Fenster nach Gaza”, sagt RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger: “Deshalb ist es wichtig, dass sie vor Ort weiterarbeiten können, so gut und so sicher es geht.”

5. Wie finde ich das? – Meinungen und Tatsachen
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 19:35 Minuten)
Im Podcast “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung über die Frage, wie sich Meinungen von Fakten unterscheiden lassen. Und dies sei wichtiger denn je: “Wenn Menschen bei wichtigen Entscheidungen nur ihren Vorurteilen folgen – zum Beispiel, welchem Politiker sie ihre Stimme geben -, dann gewinnen die Populisten und Demagogen an Zuspruch. Nicht das bessere Argument, sondern die krassere Meinung hat Erfolg.”

6. X entsperrt Konto von extremistischer Identitärer Bewegung
(zeit.de)
Die rechtsextreme Identitäre Bewegung (IB) sei im Juli 2020 wegen mehrerer Verstöße gegen die damaligen Twitter-Regeln zu Terrorismus oder gewalttätigem Extremismus gesperrt worden. Nun habe die Plattform von Free-Speech-Absolutist Elon Musk den IB-Account wieder freigeschaltet. Musk hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem ehemaligen CNN-Moderator Don Lemon (von dem er sich später distanzierte) davon gesprochen, dass der Begriff Moderation “ein Propagandawort für Zensur” sei.

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