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RBB streicht 254 Stellen, Wie viel Geld?, Drehbücher und KI

1. RBB kündigt massive Sparmaßnahmen an: Mehr als 250 Stellen sollen gestrichen werden
(tagesspiegel.de)
Der öffentlich-rechtliche RBB hat in einer Pressemitteilung eine “umfangreiche Sanierung” angekündigt mit erheblichen Konsequenzen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es gehe um eine Reduzierung der Personal- und Honorarkosten in Höhe von 22 Millionen Euro. Das entspreche insgesamt einem Volumen von 254 Vollzeitstellen in fester und freier Mitarbeit. Christoph Schmitz-Dethlefsen, für Medien zuständiges Mitglied im Verdi-Bundesvorstand, appelliert an Intendantin Ulrike Demmer, sich für den Schutz vor Entlassungen von Freien und Festen einzusetzen. Derzeit sei jedoch das Gegenteil der Fall: “Faktisch verweigert die Intendantin rechtswidrig jedoch genau diesen Schutz, indem sie dem bereits zugestimmten Tarifvertrag zum Schutz von programmgestaltenden Freien ihre Unterschrift verweigert.”

2. Panikmache und Geschmacklosigkeit
(taz.de, Lotte Laloire)
Lotte Laloire kritisiert die aktuelle Sprache von Medien im Wahlkampf, die oft von unnötigen “Buzzwords wie ‘Angst’, ‘Feuer’, ‘Erpressung'”, Panikmache und überflüssigen Adjektiven geprägt sei. Sie bemängelt insbesondere die häufige Verwendung von Füllwörtern sowie die Tendenz zu Spekulationen statt faktenbasierter Berichterstattung.

3. 100k frei im Journalismus? Wir machen den großen Kassensturz für 2024
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 01:03:07 Stunden)
Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz sprechen in ihrem Podcast “Druckausgleich” mal wieder über das liebe Thema Geld: “Annkathrin und Luca legen nicht nur ihren eigenen Verdienst offen, sondern haben auch wieder eine Umfrage gestartet – und, klar, die Ergebnisse wieder sehr ernüchternd. Doch dieses Mal liegt das nicht nur an den blanken Zahlen.”

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4. Deutsche Datenschützer wollen DeepSeek prüfen
(tagesschau.de)
Deutsche Datenschützer wollen die chinesische KI-Anwendung DeepSeek überprüfen, da diese offenbar grundlegende datenschutzrechtliche Anforderungen der DSGVO nicht erfülle und umfangreich Daten von Nutzerinnen und Nutzern sammele. Es fehle nicht nur eine rechtliche Basis für den Datenaustausch zwischen China und der EU, sondern auch eine europäische Niederlassung und ein gesetzlicher Vertreter von DeepSeek.

5. Drehbuch-Verband dringt auf Dialog über KI-Regelungen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der Deutsche Drehbuchverband (DDV) habe mit Unterstützung des Verbands Deutscher Bühnen- und Medienverlage, des Verbands der Agenturen und führender Drehbuchagenturen einen Praxisleitfaden “Drehbuch und KI” veröffentlicht (PDF). Der DDV fasst es so zusammen: “Im Kern gehe es dabei um die Frage, wie Verträge gestaltet sein müssen, um sicherzustellen, dass die kreative Hoheit über das Erzählen auch in Zukunft in den Händen von Drehbuchautor*innen verbleibt.”

6. Facebook-Konzern Meta zahlt Millionen an Donald Trump
(spiegel.de)
Der Social-Media-Konzern Meta zahle Donald Trump 25 Millionen US-Dollar, um eine Klage Trumps wegen dessen Account-Sperrungen nach dem Kapitol-Sturm 2021 aus der Welt zu schaffen. Der Großteil des Geldes (22 Millionen US-Dollar) solle in einen Fonds für Trumps Präsidentenbibliothek fließen, wie das “Wall Street Journal” berichte. Zuvor hatte Meta bereits eine Million US-Dollar für Trumps Amtseinführung gespendet und Diskussionen über Themen wie Einwanderung und Geschlechtsidentität auf den eigenen Plattformen eingeschränkt.

“Blicks” Gewinnherausgabe, Aktueller SLAPP-Fall, Podcast-Wahlkampf

1. Boulevardblatt “Blick” muss Gewinn aus Persönlichkeitsverletzung herausgeben
(derstandard.at, Harald Fidler)
Harald Fidler berichtet, dass das Kantonsgericht Zug den Schweizer Medienkonzern Ringier zur Herausgabe von umgerechnet 326.000 Euro aus dem Gewinn seiner Berichterstattung über Jolanda Spiess-Hegglin zuzüglich Zinsen und Verfahrenskosten verurteilt hat. Die ehemalige Grünen-Politikerin Spiess-Hegglin hatte erfolgreich gegen die reißerische Berichterstattung der Boulevardzeitung “Blick” geklagt, die sie 2014 nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung ins Zentrum einer medialen Hetzjagd gestellt hatte.

2. Flaggschiff in Schieflage
(taz.de, Alexander Teske)
Alexander Teske hat mehrere Jahre bei der “Tagesschau” gearbeitet und jüngst ein kritisches Buch über diese Zeit veröffentlicht, was von manchen als Nachtreten gewertet wird. Bei taz.de schreibt Teske über das schwindende Vertrauen der Deutschen in die Medien. Er sieht die “Tagesschau” als Teil dieses Problems: Trotz hoher Einschaltquoten werde die Redaktion intern und extern für ihre Themenauswahl, mangelnde Vielfalt und strukturelle Schwächen kritisiert. Diese Kritik werde aber oft nicht offen geäußert, um berufliche Nachteile zu vermeiden. Teske schreibt, dass diese Probleme wie Regierungsnähe, sprachliches Framing oder Boulevardisierung das Vertrauen der Zuschauerinnen und Zuschauer belasten und eine notwendige Reform erschweren würden.

3. Wie Journalismus die Demokratie stärkt
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben berichtet über den 37. Journalismustag, bei dem die Rolle des Journalismus in Krisenzeiten und seine Verantwortung für den Schutz der Demokratie im Mittelpunkt standen. Expertinnen und Experten wie Elisabeth Niejahr und Martin Andree hätten betont, wie wichtig es sei, Macht kritisch zu hinterfragen, spaltende Narrative aufzudecken und sich gegen die Dominanz von Digitalkonzernen zu wehren, die politische Diskurse stark beeinflussen würden. Die Veranstaltung habe zu Solidarität und Engagement aufgerufen, um demokratische Grundrechte und Pressefreiheit aktiv zu verteidigen und zu stärken.

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4. Tsüri.ch löscht kritischen Artikel
(persoenlich.com, Christian Beck)
Christian Beck berichtet, dass das Zürcher Onlinemedium Tsüri.ch einen kritischen Artikel gelöscht habe, nachdem ihm eine sogenannte SLAPP-Klage angedroht worden sei. Solche Klagen oder deren Androhung würden vor allem kleine Medienhäuser unter Druck setzen. Der Fall zeige, wie das finanzielle Ungleichgewicht zwischen Kläger und Medium die investigative Arbeit und die Aufgabe des Journalismus, Missstände aufzudecken, erheblich behindern kann.

5. KI-Fotorealismus und Krisenberichterstattung: “Liar’s Dividend”
(de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko)
Oleksandra Yaroshenko kritisiert die Verwendung von KI-generierten Bildern in der Krisenberichterstattung, wie etwa durch Amnesty International, da diese die Grenze zwischen dokumentarischer Wahrheit und künstlicher Darstellung verwischen und die Glaubwürdigkeit gefährden könnten. Sie verweist auf das Konzept der “Liar’s Dividend” (Lügendividende), wonach KI-Inhalte es Tätern ermöglichen, die Authentizität realer Beweise zu leugnen. Yaroshenko betont die ethischen Herausforderungen, die sich aus dem Einsatz solcher Technologien ergeben.

6. Podcasts im Wahlkampf: Das große Menscheln
(laeuft-programmschau.podigee.io, Audio: 24:14 Minuten)
Im Bundestagswahlkampf spielen mittlerweile auch Podcasts eine Rolle, und so entsenden Parteien ihre Kandidaten in Formate wie “Apokalypse und Filterkaffee”, “Lage der Nation” und “Alles gesagt?”. Was versprechen sich die Wahlkampfteams davon? Was die Journalistinnen und Journalisten? Und verändern diese Auftritte tatsächlich Wahlentscheidungen? Darüber spricht Alexander Matzkeit mit der ZDF-Korrespondentin und Podcasterin Nicole Diekmann.

KW 04/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Nur als “ferner liefen”? Kleinparteien und die Medien
(sr.de, Sabine Wachs & Thomas Bimesdörfer, Audio: 17:16 Minuten)
Sabine Wachs und Thomas Bimesdörfer diskutieren mit dem Politikwissenschaftler Uwe Jun über die geringe Medienpräsenz kleinerer Parteien im Vorfeld der Bundestagswahl. Sie gehen der Frage nach, ob Journalistinnen und Journalisten diese Parteien bewusst ignorieren oder ob es sich um einen blinden Fleck in der Berichterstattung handelt. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Frage, ob die mangelnde Sichtbarkeit ein Demokratiedefizit darstellt.

2. Die Macht der Tech-Milliardäre: Angriff auf die Demokratie
(wdr.de, Andreas Maus & Julius Baumeister, Video: 11:59 Minuten)
Social-Media-Plattformen wie X (ehemals Twitter) und TikTok würden zunehmend politische Prozesse beeinflussen, indem sie rechtspopulistische Inhalte begünstigen und extremen Positionen Reichweite verschaffen. Der “Monitor”-Beitrag beleuchtet, wie die Plattformen mit Algorithmen und Manipulationsmechanismen Wahlen beeinflussen und Parteien wie die AfD oder rechtsextreme Kandidaten stärken können.
Weiterer Gucktipp: Die dazu passende Diskussion von “Monitor”-Redaktionsleiter Georg Restle mit der Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs Constanze Kurz sowie dem Medienwissenschaftler Martin Andree (youtube.com, Video: 1:00:45 Stunden).

3. Meta, Musk, Mastodon – Christian Schiffer über die Machtverschiebungen auf Social Media
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 53:30 Minuten)
Lukas Schöne spricht mit Christian Schiffer, Netzexperte beim Bayerischen Rundfunk, über die jüngsten Entwicklungen bei den digitalen Plattformen: “Können Medienschaffende sich noch auf Plattformen wie X oder Facebook verlassen, oder ist es Zeit für einen Strategiewechsel? Welche Rolle spielen alternative Netzwerke wie Mastodon und Bluesky? Und ist eine öffentlich-rechtliche europäische Social-Media-Plattform tatsächlich eine realistische Idee?”

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4. Wie gefährlich ist der Datenhandel?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 31:11 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Tech-Journalist Sebastian Meineck über die Recherche hinter den “Databroker Files”: “Wie sind die Journalisten an den Datensatz gekommen? Wie funktioniert das mit dem Datenhandel? Wo ist eigentlich die DSGVO, wenn man sie braucht? Und wie kann man seine Daten selbst besser schützen?”

5. Gesund durch Influencer? – Medizin-Hype mit Risiken & Nebenwirkungen
(ardmediathek.de, Rabea Westarp & Tasnim Rödder & Malte Schumacher, Video: 35:52 Minuten)
Das Team von SWR-“Vollbild” beleuchtet die wachsende Bedeutung von “Medfluencern” in Sozialen Medien, die – oft ohne medizinische Ausbildung – Gesundheitstipps teilen und dabei teilweise schädliche oder irreführende Inhalte verbreiten. Besonders problematisch seien Fälle, in denen Werbung mit redaktionellen Inhalten vermischt werde oder Verschwörungsideologien und ungeprüfte alternative Heilmethoden propagiert würden.

6. Island – Die Macht der Influencer
(ardmediathek.de, Christian Blenker & Andreas von Huene, Video: 44:39 Minuten)
Als “Land aus Feuer und Eis” zieht Island jährlich Millionen von Touristinnen und Touristen an – inspiriert durch perfekt inszenierte Bilder von Influencern in den Sozialen Medien, die die Vulkaninsel als Abenteuerparadies präsentieren. Die “Weltspiegel”-Doku begleitet ARD-Korrespondent Christian Blenker auf einem Roadtrip, um die Realität hinter diesen Bildern zu erkunden, und zeigt den enormen Druck, unter dem Influencer wie Gunnar Freyr und Ása Steinars stehen, immer spektakulärere Inhalte liefern zu müssen.

Wahlen 2025, Strategie des Tabubruchs, Folgeprobleme

1. Wahlen 2025: Wie konstruktiv berichten?
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 1:05:30 Stunden)
Olivia Samnick diskutiert in ihrem Podcast “Bonjourno” mit drei Gästen über die Rolle des Journalismus im Vorfeld der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar 2025: Barbara Junge, Chefredakteurin der “taz”, spricht über Erfahrungen aus der Berichterstattung zu den Landtagswahlen 2024. Jürgen Döschner vom “Netzwerk Klimajournalismus” wirbt in einem offenen Brief dafür, das Thema Klima stärker auf die mediale Agenda zu setzen. Und Elena Kountidou von den “Neuen Deutschen Medienmacher*innen” gibt Tipps für eine ausgewogene Berichterstattung zum Thema Migration.

2. “Sun” entschuldigt sich bei Prinz Harry
(taz.de)
Die “Murdoch News Group” habe erstmals öffentlich für illegale Abhörmethoden der Zeitung “The Sun” um Entschuldigung gebeten und eine Entschädigung an Prinz Harry gezahlt. Damit sei ein geplanter Prozess abgewendet worden. In der Erklärung habe der Konzern nicht nur die Verletzung von Harrys Privatsphäre eingeräumt, sondern auch Eingriffe in das Leben seiner verstorbenen Mutter, Prinzessin Diana.

3. Elon Musk und der Hitlergruß: Die Strategie des metapolitschen Tabubruchs
(belltower.news, Una Titz)
“Elon Musks Hitlergruß, sein X-Profil-Rebranding, samt eines Profilbildes mit Pepe the Frog als römischen Soldaten sind keine Zufälle. Sie dienen als ‘Dogwhistles’ – subtile Signale, die von einer radikalisierten Online-Basis rezipiert und verstanden werden sollen.” Una Titz erklärt, was hinter den Auftritten Elon Musks steckt: (mediale) Aufmerksamkeit um jeden Preis.

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4. Meta macht es Nutzern offenbar schwer, Trump zu entfolgen
(spiegel.de)
Viele Nutzerinnen und Nutzer von Instagram und Facebook hätten Schwierigkeiten gehabt, den offiziellen Social-Media-Accounts von US-Präsident Donald Trump und dessen Vize J.D. Vance zu entfolgen. Das automatische Wiederfolgen und unerwünschte Hinzufügen zur Followerschaft hätten Empörung ausgelöst. Meta, der Konzern hinter Instagram und Facebook, habe sich noch nicht eindeutig dazu geäußert, ob es sich dabei um technische Fehler oder absichtliche Mechanismen gehandelt hat.

5. Neue RSF-Kampagne zur Bundestagswahl
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wenige Wochen vor der Bundestagswahl hat die Organisation “Reporter ohne Grenzen” (RSF) eine “Sensibilisierungskampagne” in bundesweit knapp 250 Kinos gestartet: “Ohne eine vielfältige und freie Presse gibt es keine Demokratie. Wir appellieren an alle Wählerinnen und Wähler, dies bei ihrer Stimmabgabe bei der kommenden Bundestagwahl zu berücksichtigen”, so die RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

6. Sebastian Gutknecht (Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz)
(wiesoweshalbwarum.podigee.io, Thomas Hartmann, Audio: 1:15:29 Stunden)
Thomas Hartmann spricht in seinem “Podcast über Kindermedien” mit Sebastian Gutknecht, Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz, über den Schutz von Kindern und Jugendlichen in Sozialen Medien. Thema ist unter anderem das australische Gesetz, das Unter-16-Jährigen den Zugang zu Sozialen Netzwerken verbieten soll, und Gutknechts Kritik, dass ein derartiges Verbot in Deutschland “zu weitgehend” wäre.

7. Donald Trump kündigt milliardenschweres KI-Projekt an
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:17 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die KI-Deregulierung in den USA und die KI-Regulierung in Europa: “Die Gegensätze könnten kaum größer sein, könnte man zunächst meinen: Hier die EU mit ihrem Versuch, KI-Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken – dort die USA unter Trump mit einem deregulierten Turbo-Kapitalismus für KI-Systeme. Doch bei genauerem Hinsehen verschwimmen die Unterschiede.”

Klimakrise in den Medien, Welt im Wandel, “Süddeutsche” bestreikt

1. “Die Klimakrise wird uns in den nächsten fünf Jahren sowas von um die Ohren fliegen”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Luisa Neubauer spricht im Interview mit dem “journalist” über die Verantwortung von Parteien und Medien, die Klimakrise trotz anderer Krisen stärker in den Fokus zu rücken. Sie kritisiert die Berichterstattung als oft zu wenig substanziell und fordert ein breiteres Verständnis für Klimafragen in allen journalistischen Formaten: “Es scheint, als hätte man sich dazu entschieden, nicht weiter über die Klimakrise zu berichten, obwohl sie umfassend und existenziell ist. Aber sie ist nicht weg, nur weil man weniger darüber berichtet”, so die Klimaaktivistin.

2. “Süddeutsche Zeitung” wird für 48 Stunden bestreikt
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” berichtet, streiken die Redakteurinnen und Redakteure der “Süddeutschen Zeitung” wegen festgefahrener Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger 48 Stunden lang. Die Gewerkschaften würden eine Tariferhöhung von zwölf Prozent fordern, rückwirkend ab Mai 2024. Das Angebot der Verleger falle deutlich niedriger aus. Außerdem wolle die Arbeitgeberseite Gehaltssteigerungen an selbst organisierte und selbst bezahlte Weiterbildungen koppeln.

3. Die Welt im Wandel: Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Fokus des Journalismus
(fachjournalist.de, Ulrike Bremm)
Jörg Köpke, Chefredakteur und Leiter Kommunikation des Thinktanks Centrum für Europäische Politik, spricht im Interview mit Ulrike Bremm über die Herausforderungen des Sicherheits- und Verteidigungsjournalismus angesichts der aktuellen geopolitischen Lage, insbesondere nach der Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump. Köpke beleuchtet, wie Trumps erratische Politik und Europas mangelnde Vorbereitung die Sicherheitslage verschärfen könnten, und kritisiert die zunehmende Oberflächlichkeit in der Berichterstattung über sicherheitspolitische Themen.

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4. EU-Abgeordneter, Youtuber und Musk-Fanboy: Die große Show des Fidias
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
“Seit dem Sommer sitzt der Youtuber Fidias Panayiotou für Zypern im EU-Parlament. Seinen Fans präsentiert er regelmäßig Clips aus Brüssel, die auch Elon Musk gefallen. Andere Abgeordnete verlieren langsam die Nerven. Was genau ist seine Agenda?” Matthias Schwarzer ist dem kuriosen Fall nachgegangen, bei dem ein Youtuber anscheinend das EU-Parlament vornehmlich dafür nutzt, um Social-Media-Aufmerksamkeit für sich zu generieren.

5. Bloß raus bei der Hetz-Plattform von Musk
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Immer mehr Organisationen, darunter staatliche Institutionen, Medien, Vereine und Städte, verlassen Elon Musks Plattform X (vormals Twitter), die zunehmend mit Hetze, Demokratiefeindlichkeit und extremistischen Positionen in Verbindung gebracht werde. Beispiele seien die Bundeswehr, der Hessische Rundfunk sowie die Sportvereine Hertha BSC und SV Darmstadt 98, die ihre Werte nicht mit X vereinbar sähen. Insbesondere die Plattform Bluesky profitiere von der Abwanderung, da sie als Alternative für ein faires und respektvolles Online-Umfeld wahrgenommen werde.

6. Keine Rolle rückwärts
(djv.de, Gina Schad)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnt vor einer möglichen Einflussnahme von Plattformkonzernen wie X und Meta auf europäische Standards, vor allem nach Donald Trumps Amtsantritt als US-Präsident. Elon Musk und Mark Zuckerberg hätten bereits Maßnahmen ergriffen, die europäische Regelungen gegen Desinformation untergraben könnten. Der DJV fordert Politik und Aufsichtsbehörden auf, den Digital Services Act entschlossen durchzusetzen, um demokratische Spielregeln und die politische Willensbildung vor der Bundestagswahl zu schützen.

Kampagnen gegen Habeck, Fehler bei Gelbhaar-Recherche, “ttt”-Desaster

1. Die wilden Kampagnen gegen Robert Habeck
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 27:57 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen kritischen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal geht es um den Umgang bestimmter Medien mit dem Grünen-Politiker Robert Habeck: “In diesem Video zeige ich, mit welchen Tricks einige Medien und politische Influencer – z.B. die BILD-Zeitung, Alexander Raue (Vermietertagebuch) oder Julian Reichelt (Nius; Achtung, Reichelt!) – gegen den Kanzlerkandidaten der Grünen kämpfen und damit riesigen Hass und unfassbare Gewalt- und Mordfantasien befeuern.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. RBB-Chefredakteur räumt Fehler bei Gelbhaar-Recherche ein
(spiegel.de)
Der RBB hat journalistische Fehler bei der Berichterstattung über Belästigungsvorwürfe gegen den Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar (Grüne) eingeräumt. Die zentrale Zeugin “Anne K.” existiere nicht. RBB-Chefredakteur David Biesinger spreche von krimineller Energie und betrügerischer Absicht, auf die der öffentlich-rechtliche Sender hereingefallen ist. Man habe Strafanzeige gegen eine Person gestellt. Gelbhaar habe die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Die Grünen-Bezirkspolitikerin, die die Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte, sei aus der Partei ausgetreten.

3. Klischees versus Realität
(tagesschau.de, Tom Garus)
“Der Anteil der Frauen in Führungspositionen der größten deutschen Unternehmen steigt nur langsam. Liegt das auch an der Art der Berichterstattung über Managerinnen in den Medien?” Tom Garus fasst die Ergebnisse des neuen “Managerinnen-Barometers” zusammen, für das drei Wissenschaftlerinnen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Zehntausende Artikel aus drei großen überregionalen Tageszeitungen ausgewertet hätten.

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4. “Hetze und Demokratiefeindlichkeit” – Hessischer Rundfunk verlässt Kurznachrichtendienst X von Musk
(tagesspiegel.de)
Immer mehr Medien und Institutionen verlassen Elon Musks Plattform X/Twitter. Nun hat sich auch der Hessische Rundfunk von dort zurückgezogen. X sei aus Sicht des Senders kein Ort mehr für einen offenen und fairen Austausch. Seit Milliardär Musk die Plattform übernommen hat, würden dort zunehmend Hetze und Demokratiefeindlichkeit dominieren, so “hessenschau”-Leiter Fabian Kühne in einer Mitteilung.

5. EU-Kom­mis­sion for­dert von X interne Doku­mente
(lto.de)
Und noch einmal X: Die EU-Kommission ermittelt gegen Elon Musks Plattform und fordert interne Dokumente zu Algorithmen sowie Zugang zu Programmierschnittstellen, um potenzielle Verstöße gegen den Digital Services Act zu prüfen. Ziel sei es, systemische Risiken wie Desinformation und Hassrede zu bewerten. Musk stehe zudem wegen seines politischen Einflusses, etwa durch die Unterstützung der AfD, unter Beobachtung. Bei Nichteinhaltung der Vorschriften würden X empfindliche Strafen drohen, darunter Geldbußen und tägliche Strafzahlungen.

6. “ttt”: Redakteure kritisieren ARD für “Kommunikationsdesaster”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, habe die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redaktionsausschüsse die ARD für ihr “Kommunikationsdesaster” rund um die Personalie Thilo Mischke kritisiert: “Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht ohne Not schlecht da. Zum einen durch eine mangelhafte, verzagte Krisenkommunikation, in der niemand von den direkt Verantwortlichen für die Entscheidung Verantwortung übernommen und sie erklärt hat”, heiße es von der Arbeitsgemeinschaft. Mischke war als Co-Moderator für das Kulturmagazin “titel, thesen, temperamente” vorgesehen.

KW 03/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Heinrich Böll: “Katharina Blum lebt!”
(arte.tv, Cordula Echterhoff & Birgit Schulz, Video: 52:07 Minuten)
Heinrich Bölls Erzählung “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” schildert, wie eine Frau durch die Hetze der Boulevardpresse diffamiert und letztlich zur Mörderin wird. Die zeitlose Kritik an Sensationsgier und Frauenfeindlichkeit ist heute angesichts digitaler Hetzkampagnen aktueller denn je. Eine Arte-Dokumentation beleuchtet den historischen Kontext, die Relevanz des Werks und die Parallelen zur heutigen Medienwelt mit Stimmen von Zeitzeugen, Autoren und Aktivistinnen.

2. Meta: Zuckerbergs Änderungen in den USA – Was bedeuten sie für die deutsche Medienwelt?
(deutschlandfunk.de, Fanny Buschert, Audio: 45:11 Minuten)
Mark Zuckerberg hat für Meta-Plattformen wie Facebook und Instagram in den USA gravierende Änderungen angekündigt. Gavin Karlmeier glaubt, dass auch Medien hierzulande die Folgen zu spüren bekommen werden. Welche das sein könnten, diskutiert er mit Deutschlandfunk-Faktencheckerin Sarah Schmidt und Eva Flecken, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

3. Der Fall P. Diddy: Klicks mit Gerüchten
(ndr.de, Saïda Belaatel & Kim Kristin Mauch, Video: 17:27 Minuten)
In ihrer “Zapp”-Reportage beleuchten Saïda Belaatel und Kim Kristin Mauch die Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der sexuellen Übergriffe im größten #MeToo-Fall der Musikindustrie, die sich gegen Sean Combs alias P. Diddy richten. Sie hinterfragen die Rolle von Content-Creatorn, die mit Spekulationen und Gossip zum Fall Reichweite in den Sozialen Medien erzielen, und sprechen mit Betroffenen sowie Experten über die Grenzen des Erlaubten. Dabei geht es auch um die rechtlichen und ethischen Folgen öffentlicher Spekulationen.

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4. Bringt die neue WDR-Intendantin den Kulturwandel?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 22:11 Minuten)
Alexander Matzkeit hat sich mit Anne Burgmer, Leiterin der Kulturredaktion des “Kölner Stadt-Anzeigers”, über die gerade zu Ende gegangene Amtszeit des WDR-Intendanten Tom Buhrow und über Buhrows Nachfolgerin Katrin Vernau unterhalten: “Welche Schwerpunkte wird die Wirtschaftswissenschaftlerin Vernau im Programm setzen können? Kann ihr gelingen, was Buhrow nicht geschafft hat: die Kultur im WDR zu verändern?”

5. Springen Journalisten im Wahlkampf über zu viele Stöckchen?
(uebermedien.de. Holger Klein, Audio: 31:24 Minuten)
Holger Klein spricht im “Übermedien”-Podcast mit Helene Bubrowski, Politikjournalistin und stellvertretende Chefredakteurin von “Table.Media”, über die schwierige Arbeit der Hauptstadtjournalistin und ihrer Kollegen in Zeiten des Wahlkampfs: “Über welche Stöckchen springen Medien zu oft? Was bringt es, Dinge zu ignorieren? Welche Themen gehen unter? Und warum haben es private Medien bei der Berichterstattung vor einer Wahl manchmal leichter als öffentlich-rechtliche?”

6. FC Hollywood: Der FC Bayern und die verrückten 90er
(zdf.de, Nicolas Berse-Gilles & Markus Brauckmann & Simone Schillinger, Video: fünf Folgen à 28 bis 48 Minuten)
In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre entwickelte sich der FC Bayern München zum “FC Hollywood”: Es gab Skandale, Intrigen, Verrat. Die fünfteilige ZDF-Doku spürt dieser Zeit sehenswert nach. In allen fünf Folgen spielt auch die Berichterstattung rund um den Klub eine Rolle, es kommen verschiedene journalistische Wegbegleiterinnen und -begleiter zu Wort. Doch vor allem in den Folgen 2 (“Die Jagd”) und 3 (“Der Verrat”) geht es um das Spannungsfeld zwischen Verein, Fußballstars und Boulevard.

Medienfreiheit in Israel, Mehr Klima bitte, Prognosen fürs Medienjahr

1. Israel: “Angriff auf die Medienfreiheit”
(mmm.verdi.de, Till Schmidt)
Till Schmidt hat sich mit der israelischen Journalistin und Gewerkschafterin Anat Saragusti über die Einschränkungen der Medienfreiheit in Israel unterhalten: Was sind die wichtigsten aktuellen Trends in der israelischen Medienlandschaft? Was sind die größten Herausforderungen für israelische Journalistinnen und Journalisten, wenn sie über den aktuellen Gaza-Krieg berichten? Und wie wirkt sich die belastete und polarisierte Atmosphäre auf die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten in Israel aus?

2. Mehr Klima bitte
(taz.de, Johanna Weinz)
Das “Netzwerk Klimajournalismus” fordert in einem offenen Brief die Medien auf, die Klimakrise konsequent und ressortübergreifend in ihre Berichterstattung einzubeziehen und im Wahlkampf zu thematisieren. Der Verein kritisiere, dass trotz der drängenden Auswirkungen der Klimakrise das Thema oft von anderen Krisen verdrängt werde, und rufe Journalistinnen und Journalisten dazu auf, Zusammenhänge aufzuzeigen und kreative Erzählformate zu entwickeln.

3. Reuters-Report: Die Prognosen fürs Medienjahr 2025
(medientage.de, Petra Schwegler)
Das Reuters Institute for the Study of Journalism hat in seinem News-Report “Journalism, Media, and Technology Trends and Predictions 2025” einen Blick in die Zukunft gewagt. Petra Schwegler fasst die Thesen zusammen. Trotz schwieriger Aussichten für die Branche würden die Autorinnen und Autoren die Chancen für Medienunternehmen betonen, sich durch Anpassung und Diversifikation erfolgreich im digitalen Umfeld zu positionieren.

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4. RSF verlässt X
(reporter-ohne-grenzen.de)
Nun verlässt auch die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen Elon Musks Plattform X (vormals Twitter): “Studien belegen, dass der Anteil an Verschwörungserzählungen, Desinformation und diskriminierenden Beiträgen gestiegen ist. Dadurch hat der öffentliche Diskurs auf X stark gelitten – es dominieren Trolle und populistische Inhalte, während konstruktive Dialoge kaum noch stattfinden.”

5. Hören/Sagen!
(mailchi.mp/sandroschroeder)
Sandro Schroeder berichtet in seinem Newsletter über Entwicklungen und Herausforderungen in der Podcast-Branche, insbesondere zu Arbeitsbedingungen, Bezahlung und Solidarität unter Podcasterinnen und Podcastern. Außerdem geht es um die Konferenz “So Many Voices”, die Themen wie faire Honorare und Arbeitsstrukturen in den Mittelpunkt gestellt habe. Zu guter Letzt bietet er einen Rückblick auf “Meine Podcasts des Jahres 2024”.

6. Nominierungen für den Grimme-Preis: Wer 2025 hoffen darf
(dwdl.de, Alexander Krei)
“Die Nominierungen für den Grimme-Preis 2025 sind da – und es sind so wenige Filme im Rennen wie nie. Wie immer dominieren die Öffentlich-Rechtlichen, doch auch Prime Video, RTL und Disney+ haben Chancen.” Alexander Krei hat zusammengefasst, wie sich die Nominierungen zusammensetzen, und eine Übersicht aller Kandidaten und Kandidatinnen angehängt: von “Angemessen Angry” bis “Die Zweiflers”.

Österreichs Medien, Teures Ruhegeldsystem, “Funk”-Finanzen

1. Was Österreichs Medien unter einem Kanzler Kickl droht
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Unter einem Bundeskanzler Herbert Kickl von der FPÖ drohe dem öffentlich-rechtlichen ORF in Österreich eine massive Verkleinerung. Zudem plane die FPÖ, sogenannte Alternativmedien stärker zu fördern und die staatliche Inseratenvergabe zu reformieren, was viele als Angriff auf kritische Medien sähen. Generell werde erwartet, dass die Medienlandschaft in Österreich zunehmend unter Druck gerate, da Kickls Partei offene Kritik an unabhängiger Berichterstattung übe und ihre eigenen propagandistischen Kanäle stärke.

2. RBB kommt altes Ruhe­geld­system teuer zu stehen
(lto.de, Max Kolter)
“Der RBB will seiner Ex-Intendantin die vereinbarte Betriebsrente wegen Sittenwidrigkeit nicht zahlen. Dabei habe Schlesinger das teure Ruhegeldsystem so vorgefunden, sagte nun das LG Berlin II und riet zu einem ebenfalls teuren Vergleich.” Bei “Legal Tribune Online” erklärt Max Kolter den aktuellen Stand des “Rechtsstreits um Ruhegelder, sittenwidrige Anstellungsverträge und Pflichtverletzungen im Dienst” zwischen dem öffentlich-rechtlichen Sender und seiner ehemaligen Intendantin.

3. Wie weiter mit der Finanzierung für Funk?
(verdi.de, Volker Nünning)
Das öffentlich-rechtliche Jugendangebot “Funk” habe trotz eines Jahresbudgets von 45,8 Millionen Euro mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen. Aufgrund fehlender Budgetanpassungen habe “Funk” die Anzahl seiner Formate von 76 im Jahr 2019 auf 57 Ende 2024 reduzieren müssen. Die Bundesländer würden die Wichtigkeit von Angeboten für junge Menschen betonen, um einem “Generationenabriss” entgegenzuwirken; eine deutliche Etataufstockung sei wegen der insgesamt begrenzten Mittel des öffentlich-rechtlichen Rundfunks jedoch schwierig.

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4. »Washington Post«-Mitarbeiter fordern Treffen mit Eigentümer Jeff Bezos
(spiegel.de)
Mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der “Washington Post” hätten in einem Brief ihre Besorgnis über aktuelle Führungsentscheidungen geäußert und ein persönliches Treffen mit Eigentümer Jeff Bezos gefordert. Kritisiert werde, dass die Zeitung wichtige Journalistinnen und Journalisten verloren habe, und dass fragwürdige Entscheidungen – wie der Verzicht auf eine Wahlempfehlung bei der US-Wahl – das Vertrauen der Leserinnen und Leser geschwächt hätten.

5. Fotojournalismus: “Man kann nicht alles nur mit Stockfotografie oder KI erzählen”
(fachjournalist.de, Ralf Falbe)
Im Interview mit dem “Fachjournalist” spricht Gilles Steinmann, Leiter der Bildredaktion der “Neuen Zürcher Zeitung”, über die Zukunft des Fotojournalismus in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und Bilderflut, betont die unersetzliche Rolle erfahrener Fotografinnen und Fotografen vor Ort und gibt Einblicke in die Auswahlprozesse bei Wettbewerben wie dem World Press Photo Award. Steinmann erzählt von Qualitätsansprüchen, ethischen Herausforderungen und der Relevanz authentischer Bildberichterstattung. Außerdem gibt er Tipps für Nachwuchsfotografinnen und -fotografen, etwa zur Präsentation von Arbeiten und zur Bedeutung von persönlicher Handschrift und Teamfähigkeit.

6. Schluss mit Zuckerberg und Musk: So will eine Gruppe Social Media revolutionieren
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Eine Gruppe von Internetexperten und Prominenten plane ein neues, gemeinnütziges Social-Media-Ökosystem als Alternative zu Plattformen wie Facebook und Instagram, um Soziale Netzwerke von der Kontrolle durch Milliardäre zu befreien. Unterstützt werde die Initiative von Personen wie Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und Schauspieler Mark Ruffalo, die auch zu Spenden aufrufen, um das Projekt zu realisieren.

“Katapult” oder Bumerang?, Mehr Vielfalt ins Lokale, Gefühlte Wahrheit

1. »Katapult«-Magazin lässt 500.000 Hefte mit echten AfD-Zitaten drucken – und erntet Kritik
(spiegel.de)
Benjamin Fredrich, Gründer und Verleger des Magazins “Katapult”, plane, vor der anstehenden Bundestagswahl in einer groß angelegten Aktion die schlimmsten Zitate von AfD-Politikern und -Politikerinnen zu verbreiten, um die Partei mit ihren eigenen Aussagen bloßzustellen. Während Fredrich davon überzeugt sei, dass das unkommentierte Zeigen solcher Zitate die Gefahr der AfD verdeutlicht, würden Kritiker warnen, dass dies den Extremismus eher fördern als abschrecken könnte.

2. Bei der “Katapult”-Kritik am “Spiegel” geht es weniger um Journalismus als um PR
(uebermedien.de, Annika Schneider)
Und noch einmal “Katapult”: Annika Schneider kritisiert in ihrem Beitrag für “Übermedien” die Reaktion der “Katapult”-Redaktion auf einen kritischen “Spiegel”-Artikel (nur mit Abo lesbar) über “Katapult”-Gründer Benjamin Fredrich. In dem “Spiegel”-Text werden Erfolge, aber auch Probleme und Kritik an Fredrichs Arbeitsweise thematisiert. “Katapult” werfe dem “Spiegel” Manipulation und Falschdarstellungen vor, belege diese Vorwürfe aber oft nur vage, schreibt Schneider. Fredrich lade die Kritik zudem moralisch auf und nutze sie für PR in eigener Sache.

3. Mehr Vielfalt ins Lokale
(journalist.de, Mia Pankoke)
“Lokalredaktionen haben den Ruf, nicht besonders divers zu sein. Dabei wäre es leicht, Menschen und Themen zu finden, die ihre Berichterstattung vielfältiger machen.” Mia Pankoke geht der Frage nach, wie mehr Vielfalt in den Lokaljournalismus gebracht werden kann, und stellt erfolgreiche Beispiele wie die Jugendredaktion “Salon5” und den “Kölner Stadt-Anzeiger” vor. Sie plädiert für eine aktivere Einbindung vielfältiger Perspektiven und eine inklusivere Arbeitskultur, um Lokalmedien zu einem Spiegel der Gesellschaft zu machen.

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4. Journalist nach kritischen Recherchen ermordet
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zeigt sich entsetzt angesichts des Todes eines indischen Journalisten: “Der grausame Mord an Mukesh Chandrakar ist eine Vergeltungsmaßnahme für seine kritische Arbeit. Die indischen Behörden müssen die Verantwortlichen so schnell wie möglich vor Gericht stellen und Journalistinnen und Journalisten besser schützen”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

5. KI-Forscherin zu Falschinformation im Superwahljahr: «Gefühlte Wahrheiten sind oft wichtiger als Fakten»
(fairmedia.ch, Tobias König)
Im Interview mit Zoë van Doren, Expertin für internationale Digitalpolitik bei der Friedrich-Naumann-Stiftung, geht es um den Einfluss von Künstlicher Intelligenz und “Fake News” auf die Wahlen im zurückliegenden “Superwahljahr” 2024. Van Doren warnt, dass diese Dynamiken demokratische Prozesse gefährden könnten. Um das Vertrauen in die Demokratie zu stärken, empfiehlt sie Bildung, zivilgesellschaftliches Engagement und den Aufbau resistenter Strukturen gegen manipulative Inhalte.

6. Ohne Zeitung geht nicht viel: TLM-Forschungsgutachten zur lokalen Medienvielfalt vorgestellt
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
“Die guten Nachrichten zuerst: Es gibt in Thüringen bislang keine Nachrichtenwüsten. Damit sind Regionen gemeint, für die es kein Angebot von Lokal- oder Regionalzeitung mehr gibt. Und es gibt inzwischen jede Menge alternative Medienangebote, die teilweise auch erhebliche Reichweiten erzielen. Die weniger gute Nachricht: Diese Alternativen kommen vom Umfang und der Qualität nicht in Ansätzen an die Zeitung heran.” Das ist Peter Stawowys Fazit zur Studie “Angebot, Vielfalt und Perspektiven lokaler und regionaler Medien in Thüringen”, die vor wenigen Tagen in der Thüringer Landesmedienanstalt vorgestellt worden ist (PDF).

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